Bilirubin erhöht

06.06.08 00:01 #1
Neues Thema erstellen
Bilirubin erhöht

margie ist offline
Beiträge: 4.490
Seit: 02.01.05
Hallo Rote Katze,

Bili gesamt 3
Bili direkt 1.2
Zunächst mal sind diese Werte erhöht. Die Labore bestimmen das direkte Bili immer erst dann, wenn das Bili gesamt erhöht ist.
Beim Bili gesamt sind die Normbereiche der meisten Labore "Kleiner als 1,2", so dass die 3,0 in jedem Fall darüber sind.
Bei einem Gallenproblem hat man meist erhöhte AP, die aber bei Dir normal ist.

Erhöhtes Bilirubin kann man bei einer Hämolyse (=hämolytische Anämie) haben. Ist den der Hämoglobin-Wert ab und zu im unteren Normbereich ?
Oder ist Alpha-2-Globulin in der Eiweiß-Elektrophorese niedrig?
Beides würde für eine hämolytische Anämie sprechen. Wenn man diese hat, sollte man zum Hämatologen, um die Ursache zu finden.

Du hast Angst vor Hepatitis C, weil Du Beschwerden in der Lebergegend hast?
Es gibt aber noch viele andere Leberkrankheiten und ich würde da Hepatitis C für nicht so wahrscheinlich halten.

Wurde auch mal Ferritin bei Dir untersucht? Ist es hoch?
Wenn ja, wäre an die sog. Eisenspeicherkrankheit (=Hämochromatose) zu denken, eine genetisch verursachte Leberkrankheit und die häufigste genetische Erkrankung überhaupt.
Hier im Forum ist eine Rubrik dazu unter Erbkrankheiten.
Wenn ich Schmerzen habe, muss doch das im Tests zeigen. Wie kann das sein, dass meine bisherige Werte i.O. sind?
Ich kenne dieses Ziehen auch und ich bin leberkrank (habe die Kupferspeicherkrankheit = Morbus Wilson).
Man muss bei einer Leberkrankheit keine erhöhten Leberwerte haben. Meine waren sogar noch normal, als ich schon 4 Jahre lang wußte, dass ich eine partielle Leberzirrhose habe.
Die Leber kann noch sehr lange trotz Leberkrankheit einen Leberschaden kompensieren und erst wenn sie wirklich schon schwer geschädigt ist, gehen die Werte hoch.

Wurde mal GLDH und Cholinesterase bestimmt.
GLDH geht bei schweren Leberschäden hoch und Cholinesterase liegt im unteren Normbereich oder auch darunter, wenn man eine Zirhose hat (bei leichter Zirrhose eher im unteren Normbereich und bei schwerer Zirrhose darunter).

Gruß
margie
__________________
“Das Fleisch, das wir essen, ist ein 2-5 Tage alter Leichnam.” - Volker E. Pilgrim, Schriftsteller

Bilirubin erhöht

Matze2012 ist offline
Beiträge: 101
Seit: 04.01.12
Hallo Margie,

ich habe seit 2 Monaten einen Bilirubin-Wert von > 3 (aktuell 3,6). Der Wert ging zuletzt nach oben (vorher jahrelang 1,5 bis 2,0), nachdem ich mir eine B12-Spritze gesetzt hatte. Meine Augen wurden gelb und mein Gesundheitszustand verschlechterte sich deutlich (Erschöpfung, HIT wurde schlechter, Muskelschmerzen im ganzen Körper, Magenschmerzen schlimmer, totale Alkohol- und Fettunverträglichkeit, viel Gewicht verloren, schlechte Wundheilung).

Nun gibt es ja die Theorie, dass B12 Erreger pusht bzw bei Schwermetall-Belastung Meulengracht auslöst? Ich bin bei einer EAV-Therapeutin, die u.a. auf Zahnbelastungen und Parasiten testet. Beides sei bei mir stark vorhanden.

Du schreibst einiges zu Bilirubin-Ursachen bzw. Blutwerten. Hepatitis wurde übrigens ausgeschlossen.

Meine Werte sind:
- Ferritin: 319 (Ref 18 - 360) - spricht das für Eisenspeicherkrankheit?
- Hämoglobin: 14,1 (Ref 13,5 - 17,8 Männer) - spricht das für Hämolyse?
- Du schreibst "Alpha-2-Globulin in der Eiweiß-Elektrophorese": Ist das der Blutwert APH? Wäre bei mir 59 (Ref 40 - 130)
- GLDH und Cholinesterase: Wird das im normalen Blutbild mitbestimmt?

Welcher Arzt und welche Blutwerte könnten hier weiterhelfen?

Danke Dir und schönen Gruß
Matthias

Bilirubin erhöht

Dora ist offline
Beiträge: 2.848
Seit: 05.07.09
Der Hausarzt kann ein großes Blutbild machen und erkennt so bereits was mit der Leber los ist. Ansonsten findest Du in jedem guten Krankenhaus eine Leberambulanz.

Oder eine Praxis für Gastroenterologie und Nephrologie.

Eine Hepatitis entsteht oft durch viele Infektionskrankheiten die nicht ausgeheilt und vom Arzt durch ihre Leitlinien gerechten Behandlung übersehen wurden.

Der Leberstoffwechsel könnte gestört sein.

Auch eine Gelbsucht oder das EBV Virus kann sich negativ auf die Leber auswirken.

Vorsicht bei der Diagnose Fettleber.

Quecksilber und Zahnherde könnten die Leber auch zerstören.


Gute Besserung
__________________
Ich bin nur dafür verantwortlich, was ich schreibe - nicht dafür, was du verstehst!

Bilirubin erhöht

margie ist offline
Beiträge: 4.490
Seit: 02.01.05
Hallo Matthias,




Zu EAV möchte ich nicht viel sagen. Ich halte von solchen Methoden nichts.

Dass eine B12-Spritze verheerende Wirkungen haben soll, glaube ich auch nicht auf Anhieb. Ich vermute eher, dass Du zufällig nach dieser Spritze aus welchen Gründen auch immer die von Dir geschilderten Probleme bekamst.
Oder war die Spritze denn so extrem hochdosiert, dass es vielleicht zu einer allergischen Reaktion kam (wenn die HIT schlechter wurde)?

Das relativ hohe Ferritin könnte evtl. ein Hinweis auf die Eisenspeicherkrankheit sein, evtl. die milde Form.
Bei meinem Bruder war das Ferritin vor seiner Diagnose auch etwa so hoch, wie Dein Wert ist und er hat die milde Form einer Hämochromatose.
Allerdings hat man da kein erhöhtes Bilirubin. Das spricht also eher dagegen.

Aber man muss auch wissen, dass Ferritin bei Entzündungen und Infekten ansteigt und wenn Du zum Zeitpunkt der Untersuchung eine Entzündung hattest, wäre das Ferritin falsch hoch.
Vielleicht ist der Grund der zum Ansteigen des Bilirubins führte derselbe, der das Ferritin auch erhöhte?

Falls das hohe Ferritin nicht durch Entzündungen etc. erhöht ist, ist das Hämoglobin eigentlich zu niedrig dafür.

Es ist allerdings noch nicht zu niedrig.
Wenn Du eine Hämolyse haben solltest, dann könnte da ein Grund dafür liegen.
Sind den die Erythrozyten auch eher niedrig?

APH ist das die Alkalische Phosphatase?
Dem Normwert nach wohl schon.

GLDH und Cholinesterase werden nicht automatisch bestimmt. Man muss dem Arzt sagen, dass er das mitmachen soll.
GLDH wird von vielen Ärzten gar nicht mehr bestimmt. Ist aber ein Leberwert, der durchaus seine Berechtigung hat.

APH ist ganz sicher nicht das Alpha-2-Globulin. Das würde anders abgekürzt und hat auch andere Normwerte.
Eine Eiweiß-Elektrophorese ist eine Untergliederung des Serum-Gesamt-Eiweißes in Albumin und in verschiedene Globuline.
Eines der Globuline ist das Alpha-2-Globulin.


Wenn man wissen will, ob man eine latente Hämolyse hat, sollte man das Haptoglobin bestimmen. Aber der Wert ist zum einen störanfällig wie viele Eiweiße und zum anderen steigt auch er an, wenn man Entzündungen oder Infekte hat.
Ist Haptoglobin erniedrigt, ist das ein starker Hinweis auf eine Hämolyse. Auch niedrig normale Werte würde ich für verdächtig halten.

Ich vermute aber bei Deiner Wertekonstellation eher eine Thalassämie.
Da kann man erhöhtes Ferritin haben und auch erhöhtes indirektes Bilirubin.
Man nennt Thalassämien auch sekundäre Hämochromatosen.
Sekundär werden solche Krankheiten bezeichnet, die dieselben Wirkungen haben, die aber andere Ursachen haben (bei einer Talassämie wäre die Ursache nicht die Leber sondern wohl die Blutbildung).
Thalassämie - Mittelmeeranämie - netdoktor.at
Beta-Thalassämie - DocCheck Flexikon

Wenn Du eher ein südländischer Typ bist, wäre das ein zusätzlicher Hinweis auf eine Thalassämie.


Ich würde auch raten, in eine Leberambulanz zu gehen, möglichst in einer Uniklinik, weil man dort noch am ehesten nach Ursachen sucht.
Es kann passieren, dass man Dir sonst ohne weitere Untersuchungen einfach die Diagnose "Meulenkracht" verpasst, was aber nicht vorliegen muss (Läßt sich genetisch feststellen).

Thalassämien sind allerdings Krankheiten, die ein Hämatologe untersucht. D. h. wenn Du eher den Verdacht hast, dass Du die Symptome der Thalassämie hast, wäre es vielleicht sinnvoller, gleich zum Hämatologen zu gehen.
Aber ein guter Leberarzt würde sicher auch auf die Verdachtsdiagnose Thalassämie kommen.


Jedenfalls gehören diese Werte abgeklärt.



LG
Margie
__________________
“Das Fleisch, das wir essen, ist ein 2-5 Tage alter Leichnam.” - Volker E. Pilgrim, Schriftsteller

Geändert von margie (20.08.13 um 19:04 Uhr)


Optionen Suchen


Themenübersicht