Was ist mit mir los? Grund für Gelenkschmerzen?

05.01.08 23:40 #1
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Was ist mit mir los?

Mungg ist offline
Beiträge: 1.432
Seit: 07.05.06
Borrelien mit Nebeninfektionen (in deinem Fall Chlamydien) sind schwierig zu behandeln. Möglich, dass du nun beides hast. Eine chlamydieninduzierte Arthritis bekommen Patienten mit entsprechender erblicher Vorbelastung. Da würde sich evtl. ein entsprechender Test lohnen.
rheuma-online: Rheuma von A-Z: Chlamydien-induzierte Arthritis

Da du aus der Schweiz kommst und beim Zeckenspezi schon abgeblitzt bist, wirst du mit deinen Beschwerden leben müssen, wenn sie tatsächlich ganz oder teilweise von Borrelien ausgelöst werden. Die universitäre Lehrmeinung will es so. Derselbe Spezi sagte damals auch zu mir, dass ich mal Borrelien gehabt hätte, die jetzt nicht mehr aktiv seien. Ein Test, der Borrelien direkt nachweist, war 1 Jahr später dann doch positiv. In diesem Jahr habe ich vieles verloren, was mein Leben ausmachte. Meinen Job wegen Arbeitsunfähigkeit und meine sozialen Kontakte inkl. Bruder und Schwester, weil ich für mein Umfeld nur noch eine Zumutung war und jeder glaubte, ich müsse mich nur ein bisschen zusammenreissen, weil das alles nur psychisch wäre.

Eine andere Möglichkeit wäre, dass du dich in die Materie einliest und aufgrund deines Wissens und Körpergefühl entscheidest, was du machen willst. Das was du dann probieren möchtest, musst du klar beim Arzt einfordern, nötigenfalls auf eigene Verantwortung. Ich kenne zwar noch eine Spezialistin, die sich excellent mit Borreliose und Co-Infektionen auskennt. Leider ist sie derart überlastet, dass sie keine Patienten mehr annehmen kann. Den Rest der Ärzte kannst in der CH rauchen. Weder Infektiologen, Rheumatologen, noch Neurologen nehmen die Borreliose oder andere chronische Infektionen ernst.

Dass du die Gelenkprobleme schon vor dem Zeckenstich hattest, bedeutet nicht, dass du dir nicht vor Jahren schon unbemerkt eine Borreliose eingefangen hast.

Warum bekommst du Lyrica? Polyneuropathien?

Die vermeintliche "Psoriasis" könnte eventuell diagnostisch eine Chance sein. Wie lange hast du das schon?

Was ist mit mir los?

arielle ist offline
Themenstarter Beiträge: 14
Seit: 05.01.08
Hallo Santa und Mungg, vielen Dank für Eure Antwort,
ich versuche, EUre Fragen so kurz es geht zu beantworten, weil es tatsächlich eine lange Geschichte ist.
Also die Schuppenflechte nehme ich an, ist vererbt, weil die auch eine Tante und Kusinen von mir haben, beidseits. Ein Bruder von mir hat recht stark Psoriasis Artritis, nur ist einfach bei mir die Schuppenbildung nicht oder noch nicht so stark, auch wenn es die letzten Jahre immer ein bisschen mehr wird. Jahrelang war es einfach an den Knien und Ellenbogen, inwzwischen ist es auch in den Ohren (was besonders unangenehm ist), im Bauchnabel und in der Brustfalte. Am Augenlid hatte ich ein kleines Pünktchen, das aber weg ist. Es beginnt seit einiger Zeit an der Handinnenfläche. Aber ich bearbeite es dann immer sofort mit Elocom, was guttut. Die Zehen-und Fingernägel sehen gut aus, beim schnellen hinschauen sieht man es nicht.
Die Schilddrüsenwerte sollten in Ordnung sein, wurden mehrmals getestet, auch wegen der Gewichtszunahme. Was muss da stehen was es für ein Test ist? Direkt Schilddrüsenfunktion? Der Test umfasst 2 A 4 Seiten, da sind eine Unmenge Resultate. Die meisten sind in der Toleranz, ausser denen die ich genannt habe. Es hat auch solche, die mir knappe Grenzwerte zu sein scheinen, wie der Waaler-Rose-Test mit <20 Titer Ref <21 oder ALT (GPT) 36 U/L Ref. <37.
Den Blutzucker hatte ich auch schon gemessen, der war in Ordnung, auch der Test vom letzten Herbst. Was ist HBA1C?

Zur Frage was vor 16-17 Jahren war...also da war einiges...die 2. Schwangerschaft, Umzug, Stress mit meinem damaligen Mann, Einsamkeit weil er nie Zuhause war.
Eskaliert mit den Gelenken ist es, als es mir vor ca. 7 Jahren auch psychisch viel schlechter ging. Ich weiss gar nicht wie ich das alles beschreiben soll... Auf jeden Fall habe ich eine traumatische Zeit hinter mir mit Gewalt in der Ehe und auch Psychoterror durch den Ex. Es gab einen totalen Burnout, wo gar nichts mehr ging, nicht einmal Zähneputzen oder kämmen. Ich konnte wegen Panikattaken ein Jahr lang weder allein einkaufen gehen noch autofahren. Wirklich eine strube Zeit. Mein neuer Partner, den ich nach der Scheidung in einer besseren Phase gefunden habe, hat mir geholfen und unterstützt mich auch heute noch. Er hat mich dann auch zu einem besseren Rheumatologen geschleppt. Heute kann ich sagen, geht es mir viel viel besser. Aber es fehlt mir einfach eine richtige Diagnose und eine Medikation die wirklich auch hilft. Das was jetzt geht ist doch einfach Symptombekämpfung. Die Zaldiar helfen gegen die Schmerzen recht gut wenn ich immer 2 zusammen nehme, aber sie nehmen nicht die Entzündung. Auch wenn es im Blut nicht zu sehen ist, die heissen Gelenke sind für mich einfach entzündet. Das beweist mir auch, dass der Cox2 Hemmer, den ich vom Rheumathologen zum Probieren bekommen habe gut hilft. Aber ich habe wieder mehr Wasseransammlungen, was mich stört.
Lyrica nehme ich, weil ich von Neurontin schlimme Migräne bekam. Anfangs sollte es einfach gegen die Schmerzen helfen, ich fand dann heraus, dass es zwar dort nicht sonderlich viel hilft, aber dass ich im Allgemeinen ruhiger bin und die Panikattaken nachgelassen haben. Auch die "Gewitter" im Kopf, die kommen nur noch, wenn ich Lyrica vergesse. Also, ich höre dann einfach alles so laut und es ist eine Hektik um mich herum. Oder ich bin hektisch? Ich bin dann sehr empfindlich und unruhig, muss immer etwas bewegen, Hände oder Füsse. Ich weiss nicht was das ist, aber Lyrica hilft mir dagegen. Ich glaube, es ist einfach das Nervensystem, dass sich nach all dem Stress der letzten Jahre noch nicht beruhigen konnte. Auch Lexotanil würde etwas helfen, aber
die machen mir dann "Gummiknie" und ich bin dann benebelt. Diese oder Temesta nehme ich aber, wenn ich spüre dass Panik im Anzug ist.
Ich wollte ja ursprünglich einmal in eine Klinik um alles richtig untersuchen zu lassen. Aber mein Hausarzt war dagegen. Er meinte, die würden das gar nicht machen. Ich könnte mir wirklich vorstellen, dass einiges wirklich noch Borrelioseschäden sind, aber eben, wie Du sagst Mungg, wenn der in Spezialist sagt dass es zu 90% nicht so ist, was soll ich machen. Ich habe keine Lust noch einmal so weit zu reisen, um dann wieder bei null anfangen zu müssen.
Ich bin halt jetzt immer ein bisschen auf der Suche, was mir noch helfen könnte. Für die Konzentration habe ich mir ein Braintrainigsprogramm gekauft, das scheint etwas zu helfen. Aber wegen der Schmerzen scheint es, müsste ich Mauern einrennen, bis es von jemand ernstgenommen wird.
Nur habe ich doch gar noch nicht soviel Energie... hm...
Ich bin jetzt wirklich froh habe ich Euch gefunden.
Sag, Mungg, was ist denn aus Deiner Borreliose geworden? Und wie wirkt es sich bei Dir aus? Hast Du jetzt einen Arzt der Dich unterstützt?
Es ist schon so... das mit dem Zusammenreissen habe ich von meinen "Freundinnen" gehört, als ich Panikattaken hatte. Inzwischen sind mir auch nur meine Kinder und mein jetziger Mann und seine Familie geblieben. Die Familie auf meiner Seite hat sich bis auf 1 verabschiedet. Wie Du sagst,es war ihnen wohl zuviel.
Ich würde mich freuen, wieder von Euch zu lesen. Habe gestern zwar versucht, zu schreiben, aber da war zuviel los und ich hatte nicht genug Ruhe dafür.
Liebe Grüsse Arielle

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Mungg ist offline
Beiträge: 1.432
Seit: 07.05.06
Aus meiner Borreliose ist eine Chronische geworden und ich schlucke und spritze schon eine lange Zeit Antibiotika. Setzte ich die Antibiotika ab, kommts innerhalb weniger Tage zu einem allgemeinen Krankheitsgefühl mit körperlicher Schwäche und grausamen psychischen Beschwerden, die sich in Depressionen, Angstzuständen, Agressionen etc. äussern. Ich will und kann nicht damit leben, ich habe das lange genug ausgehalten, zumal mir die Antibiotika sehr gut helfen. Aber leider nur solange ich sie nehme.

Medizinisch bin ich zur Zeit optimal betreut. Ich hatte noch das Glück bei erwähnter Spezialistin einen Termin zu bekommen. Bei ihr bin ich alle 6-8 Wochen in der Kontrolle. Vor Ort habe ich einen Hausarzt, der die Therapien gemäss Empfehlung meiner Spezi mit mir durchführt und nötigenfalls organisiert. Dafür bin ich sehr dankbar. Aber es macht mich auch wütend, wenn ich das Elend anderer Betroffener mitbekomme. Es ist so schwierig mit einer Borreliose medizinische Versorgung zu bekommen. Die Zustände sind unhaltbar!

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arielle ist offline
Themenstarter Beiträge: 14
Seit: 05.01.08
Oje, das tönt nicht gut. Das tut mir leid, das Du es so schwer hast. Macht es denn nicht unwahrscheinlich müde, soviel Antibiotika? Andererseits verstehe ich Dich schon, dieses dauernde Krankheitsgefühl und die anderen Auswirkungen sind kein Zustand. Ich versuche halt immer wieder, es zu akzeptieren, dass ich halt nicht mehr so kann. Aber ich bin doch noch zu jung dazu... denke ich dann wieder und suche eine Lösung. Nur waren es bis jetzt immer eher Leerläufe, weil niemand so recht etwas mit mir anzufangen weiss und dann wird alles auf die Psyche abgeschoben. Nur-meiner Psyche ginge es jetzt ja gut, wenn der Körper nicht streiken würde.
Du hast recht, die Situation mit den Ärzten ist sehr schlimm. Ich finde es toll wenn Du jemanden gefunden hast, der sich mit Borreliose auskennt. Wenn es dann einmal den richtigen trifft, nehme ich an, wird sicher von offizieller Seite reagiert, vorher wohl kaum.
Vielleicht ist es bei mir ja wirklich etwas anderes. Von diesen Chlamyden weiss ich noch nichts. Es wäre evtl. ja möglich, dass es die sind die mir das Leben schwer machen. Da frage ich mich aber nur, warum der Rheumatologe mich nicht angerufen hat. Er hatte gesagt dass er telefoniert wenn er etwas findet. Aber das war ja anfang Dezember, als er den Test gemacht hat. Der nächste Termin bei ihm ist erst im Juni. Ich frage mich, ob ich die Resultate meinem HA zeigen sollte? Würde das etwas helfen?

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margie ist offline
Beiträge: 4.488
Seit: 02.01.05
Halllo Arielle,

ich habe nur Deine erste Anfrage gelesen, die restlichen nicht - aus Zeitgründen.
Du suchst nach Erklärungen für Deine Gelenkschmerzen. Ich sage aus meiner Erfahrung heraus, dass der pos. IgA-Wert auf Chlamydien trachomatis der Grund sein müßte.
Chlamydien, ob nun C. trachomatis, C. pneumoniae oder C. psittaki, alle machen Gelenkschmerzen.
Auch Yersinien (was sehr häufig ist), Salmonellen, Mycoplasmen etc.
Ich hatte C. pneumoniae (man hat sie in den Atemwegen) und ich hatte Yersinien. Beides wohl gleichzeitig und ich hatte damals auch Gelenkschmerzen.
C. trachomatis, die Du hast, sind nur durch Sexualkontakte übertragbar. Wenn Du also seit 4 Jahren denselben Partner hast, würde dies heißen, dass Du die Infektion mind. so lange hast und Dein Partner hat sie dann auch. Es wird ja auch bei diesen Bakterien empfohlen, dass, wenn einer diese Infektion hat, beide untersucht und behandlelt werden müssen.

Möglicherweise hat das Antibiotikum, das Du gegen die Borrelien genommen hast, auch gegen C. trachomomatis gewirkt, wenn es eines war, das man auch bei dieser Infektion gibt.
Ansonsten rate ich, evtl. gezielt nochmals im Vaginalabstrich und im Abstrich der Harnleiter (Frauenarzt und Urologe sind da zuständig) den Direktnachweis der Chlamydien (z. B. mit PCR-Methode) zu versuchen. Auch Dein Freund sollte vom Urologen sich einen Abstrich machen lassen und sein Blut auf die Keime untersuchen lassen.
Es kann sein, dass die Blutwerte nach einer erfolgreichen Antibiotikabehandlung noch länger positiv bleiben. Das ist bei solchen Antikörpern manchmal der Fall.
Vielleicht ist der schwach positive Wert auf Bakterien im Urin auch ein Hinweis auf diese Keime.

Wegen der Leber:
Chemische Beruhigungsmittel (Psychopharmaka) und Antibiotika können der Leber natürlich schon zusetzen. Da bei Dir die GGT erhöht ist und die GGT ansteigt bei giftigen Substanzen könnten diese Medikamente das schon erklären, überhaupt wenn Du sie lange und /oder hochdosiert nimmst.
Ich würde, wenn es geht, alles, was nicht dringend nötig ist, mal für mind. 2 Wochen absetzen und dann nochmals die Leberwerte (nicht nur die GGT, sondern auch GLDH, GOT, GPT, Bili, Ap) bestimmen lassen. Wenn dann immer noch erhöhte Werte da sind, dann hat dies sicher andere Ursachen.
Dann würde ich raten, zu einem Leberspezialisten zu gehen.
Du hast auch etliche Symptome Leberkrankheit, die ich habe (Morbus Wilson) wie diese psychiatrischen Symptome. Wenn also die Leberwerte nicht von den Medikamenten erhöht sind, wäre auch an so eine Krankheit zu denken.
Eine weitere Ursache für erhöhte Leberwerte können auch Bakterien sein. Bei mir sinken z. B. die Leberwerte immer wenn ich Antibiotika genommen habe. Also evtl. könnten auch die Chlamydien eine zusätzliche Belastung für die Leber sein.
Mit Schuppenflechte haben meines Wissens die Chlamydien nichts zu tun. Vielleicht ist aber bei einer Schuppenflechte das Immunsystem so schwach, dass Du anfälliger bist, auf Bakterien.

Bei Schuppenflechte solltest Du keine Beta-Blocker einnehmen, denn die sollen eine Schuppenflechte verursachen können. Ich weiß nicht, ob Du Beta-Blocker schon mal genommen hast, wenn ja, könnte da die Ursache liegen (überhaupt dann, wenn evtl. eine familiäre Veranlagung zu Schuppenflechte da ist).




Gruß
margie
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“Das Fleisch, das wir essen, ist ein 2-5 Tage alter Leichnam.” - Volker E. Pilgrim, Schriftsteller

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arielle ist offline
Themenstarter Beiträge: 14
Seit: 05.01.08
Guten Morgen Margie,
ganz lieben Dank für Deine Antwort so früh am Morgen. Ich kann mir schon vorstellen, dass die Leberwerte von den Medikamenten kommen, obwohl ich versuche, die Medikamente so niedrig wie möglich zu halten. Ohne geht leider nicht. Ich habe es schon öfter probiert. Immer wenn es mir mal wieder zuviel wird und ich wissen will ob es wirklich soviel braucht. Aber es geht leider nicht ohne, ohne Zaldiar sind die Schmerzen so stark dass ich jede Bewegung, ob Finger oder Bein vermeiden muss. Und still daliegen tut auch weh. Die Lyrica weglassen habe ich auch probiert, was zur Folge hat, dass ich alles sehr laut höre, alles scheint sich hektisch um mich herum zu drehen und ich werde davon immer nervöser. Ich versuche immer nur das minimum zu nehmen, darum muss ich manchmal auch noch mit Temesta oer Lexotanil nahchhelfen damit ich normal leben kann. Meist werde ich damit nicht schläfrig sondern einfach normal ausgeglichen wie ich es war vor meiner Krankheit.
Ich frage wohl doch beim Rheumatologen einmal nach, ob man den Termin nicht vorverlegen sollte. Denn mein jetziger Mann leidet eh schon an einer sehr seltenen Form von Weichteilrheuma. Das hatte er aber bevor er mich kannte.
Er hat Metathrexat und Plaquenil und wenn er mehr Schmerzen hat oder erkältet ist muss er immer mal wieder Cortison nehmen.
Ich werde jetzt einmal nachschauen was Beta- Blocker sind und mich ein bisschen schlau machen.
Lieben Dank also für Deine Antwort. ich bin froh, wenn ich etwas über die Dinge erfahren kann.
Ich wünsche einen schönen Tag Arielle

Was ist mit mir los?

margie ist offline
Beiträge: 4.488
Seit: 02.01.05
Hallo Arielle,

bei Rheuma können schon Keime als Ursache in Frage kommen. Das wird meiner Beobachtung nach zu wenig untersucht. Man müßte, wenn man wissen will, welche Keime man hat, ja immer gezielt nach den einzelnen Keimen suchen und das ist aufwendig, kostet Geld und den meisten Ärzten ist diese Sucherei nicht wichtig, weil sie daran nichts verdienen können. Denn an Laboruntersuchungen verdienen nur die Laborärzte etwas.

Aber ich halte es für ungeheuer wichtig, dass man Keime ausschließt.
Auch Streptokokken und Staphylokokken können rheumatische Beschwerden machen. Bei den Streptokokken kann man etliche Werte im Blut untersuchen wie Anti-Streptolysin-Titer, Anti-Strepdodornase B, Anti-Streptokinase, Anti-Hyaluronidase.
Bei den Staphylokokken gibt es das Anti-Staphylolysin.
Vielleicht wäre es auch bei Deinem Mann sinnvoll, umfassend nach allen möglichen Keimen zu untersuchen. Vielleicht würde sein Rheuma sich dann bessern, wenn er mal länger (also mind. 10 Tage) ein gutes Antibiotikum eingenommen hat (evtl. auch öfters: denn ich merke bei mir, dass es mir besser geht, wenn ich öfters im Jahr Antibiotika genommen habe. Das ist aber individuell verschieden, es kommt eben darauf an, ob man ein bakterielles Problem anhand von Untersuchungen vermuten kann).

Wenn man antibiotisch gegen die atypischen Erreger vorgehen will, wie Chlamydien, Mycoplasmen, etc. wären Makrolid-Antibiotika oder Gyrasehemmer (letzere sehr teuer, aber sehr gut wirksam auch gegen andere Keime) sehr zu empfehlen.

Mit Antibiotika kenne ich mich gut aus und ich habe bei mir schon beobachtet, dass es Antibiotika gibt, die meine Gelenkprobleme verstärken, das war bei mir mit Cotrimoxazol, das, weil es billig ist, gern bei Harnweginfekten gegeben wird. Besser wären da eben Gyrasehemmer, die bei Harnwegsinfekten auch sehr gut sind, weil fast alle davon über die Niere ausgeschieden werden.
Jedoch können Gyrasehemmer auch bei Menschen mit Problemen im Gehirn Nebenwirkungen haben. Bei mir habe ich diese Nebenwirkungen noch nicht festgestellt, obwohl ich wegen M. Wilson viele Hirnprobleme habe.
Doch alle anderen Antibiotika auch haben irgendwelche Nebenwirkungen.

Beta-Blocker sind Arzneimittel, die gern bei Herzproblemen gegeben werden und die beruhigend wirken. Ich habe ein Mal eine Tablette genommen und es ging mir danach sehr gut. Man ist ruhiger und fühlt sich wohler. Aber da meine Mutter Schuppenflechte hat und im Beipackzettel davor gewarnt wird, dass bei Schuppenflechte in der Familie Beta-Blocker nicht genommen werden sollen, deshalb nahm ich diese Tabletten nicht weiter ein. Ich habe zwischenzeitlich die Befürchtung, auch Schuppenflechte zu bekommen, weil ich am Haaransatz im Nacken und hinter den Ohren krustige Ekzeme habe, die richtig schuppig sind.

Wegen Dir und wegen Deines Mannes:
Wurde bei Euch mal die Eisenspeicherkrankheit ausgeschlossen? Diese macht auch Gelenkprobleme, weil die Leber das Eisen nicht ausscheiden kann und sich das Eisen dann im Körper, auch in den Gelenken ablagert.
Auch hierzu gibt es hier im Forum eine Rubrik (Hämochromatose).

Gruß
margie
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“Das Fleisch, das wir essen, ist ein 2-5 Tage alter Leichnam.” - Volker E. Pilgrim, Schriftsteller

Was ist mit mir los?

Anne S. ist offline
Beiträge: 4.240
Seit: 28.03.05
Hallo arielle,

Wegen der Leber:
Chemische Beruhigungsmittel (Psychopharmaka) und Antibiotika können der Leber natürlich schon zusetzen. Da bei Dir die GGT erhöht ist und die GGT ansteigt bei giftigen Substanzen könnten diese Medikamente das schon erklären, überhaupt wenn Du sie lange und /oder hochdosiert nimmst.
Das kommt oft auch auf die genetische Disposition des Einzelnen an, wie Medikamente in der Leber verstoffwechselt werden.
Vielleicht könntest Du einmal die Cytochrome P450 der Leber untersuchen lassen.

Liebe Grüße
Anne S.

Was ist mit mir los?

arielle ist offline
Themenstarter Beiträge: 14
Seit: 05.01.08
Liebe Margie,
lieben Dank für Deine weiteren Ratschläge.
Als ich vor 2 Jahren die 3 Wochen Antibiotika bekam, hatte ich schon das Gefühl dass es mir sehr gutgetan hat. Nur sind eben die Gelenkbeschwerden geblieben. Aber mit der allgemeinen Erschöpfung ging es schon viel besser. Allerdings muss man dazu sagen, dass ich mich zu jenem Zeitpunkt fast mit Paracetamol vergiftet hätte, ohne es zu wissen natürlich. Ich habe beinahe ein halbes Jahr täglich 6-8 gr Paracetamol genommen weil der HA meinte, er könne mir nichts besseres geben. Erst der Rheumatologe hat mir dann zum Glück Zaldiar verschrieben, eine Mischung von Tramadol und Paracetamol, die mir die Schmerzen einigermassen nimmt. Ohne wäre es kaum zu ertragen. Manchmal mache ich einen Test, um zu sehen, ob es denn wirklich nötig ist, aber es zeigt sich immer wieder, dass es halt nicht ohne geht. Lyrica ist ja auch zum Teil Schmerzdämmend, obwohl bei mir nicht so stark, allerdings dämpft es das vegetative Nervensystem oder wie das heisst, weil dieses ganz durcheinander ist und immer auf Alarm eingestellt ist.
Ich hoffe, das jetzt der Arzt alarmiert ist und wirklich noch Tests durchführt und nach weiteren Bakterien sucht.

Ich habe mich auch über das von Dir erwähnte M.Wilson erkundigt, die Symptome scheinen aber nicht wirklich zu passen, was ich gesehen habe. Zittern fehlt bei mir und auch das Sprechen macht keine Mühe, ausser dass ich eine Zeitlang immer Wörter verwechsle, also einfach ein anderes Wort sage, als ich wollte. Auch beim Schreiben habe ich Mühe. Rechtschreibung war früher nie ein Problem für mich, heute schreiben die Finger einfach etwas anderes als ich will. Die Ärzte scheint das aber nicht zu beunruhigen. Ich hätte halt viel durchgemacht und müsste halt jetzt Geduld haben. Nur finde ich es zu einfach, alles auf die Vergangenheit zu schieben, zumal ich ja auch Psychotherapie mache und inzwischen mit den vergangenen traumatischen Jahren ganz gut klarkomme.
Die Schuppenflechte habe ich schon viele Jahre, wohl auch schon mindestens 20. Die Medikamente zum Beruhigen habe ich aber erst vor etwa 10 Jahren das erstemal genommen und nachher eine Weile nicht mehr. Das war Lexotanil, das ich manchma brauche um mich wieder auf den Teppich zu holen, wenn etwas ausserordentliches ist. Mein Nervenköstum ist überhaupt nicht belastungsfähig. Jemand, der seinen Besuch ankündigt, beschert mir schon eine schlaflose Nacht, auch wenn es lieber Besuch ist.

Das mit der Eisenspeicherkrankheit glaube ich eher nicht, das wir haben, weil die Eisenwerte normal sind, bei mir eher niedrig.
Mein Mann hat eine undefinierbare Kollagenose, er war deswegen lange im Krankenhaus. Es hat mit der Lunge begonnen und diese ziemlich beeinträchtigt. Die Gelenksprobleme sind danach hinzugekommen. Jetzt hoffe ich, dass er nicht noch mit meinen blöden Chlamyden Probleme bekommt. Aber da er schon regelmässig Methotrexat nimmt, können die ihm vielleicht nicht schaden.
Wegen Deinem Ekzem hoffe ich sehr für Dich, dass es keine Schuppenflechte sind. Ich habe sie neuerdings auch hinter dem Ohr. Aber das schlimmste finde ich, die im Ohrgang drin. Das kitzelt so unangenehm. Ich habe sehr gute Erfahrungen mit Elocom gemacht, aber wie das in Deutschland heisst weiss ich nicht. Es ist eine Art syntetisches Kortison, das aber die Haut nicht schädigt.

Liebe Anne,
Vielen Dank auch Dir, ich werde das dem Arzt vorschlagen.

Liebe Grüsse Arielle

Was ist mit mir los?
goldi
Zitat von margie Beitrag anzeigen
Hallo Arielle,

bei Rheuma können schon Keime als Ursache in Frage kommen. Das wird meiner Beobachtung nach zu wenig untersucht. Man müßte, wenn man wissen will, welche Keime man hat, ja immer gezielt nach den einzelnen Keimen suchen und das ist aufwendig, kostet Geld und den meisten Ärzten ist diese Sucherei nicht wichtig, weil sie daran nichts verdienen können. Denn an Laboruntersuchungen verdienen nur die Laborärzte etwas.
Komischerweise findet man bei Rheuma die gleiche Keime unter den vereiterten Zähnen. Die Erkrankungen der Zahnwurzeln sollten zuerst überprüft werden. Oft sind die wurzelbehandelte (tote) Zähne sowie unverträgliche Zahnmaterialien (Amalgam, Gold, Chrom) die Ursache.

goldi


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