Dauernd müde, abgeschlagen

22.02.16 19:03 #1
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muederbaer ist offline
Beiträge: 1
Seit: 22.02.16
Hallo,
seit einiger Zeit schon stoße ich bei Recherchen immer wieder auf dieses Forum und finde es sehr sachlich und, ja, erfrischend menschlich. Seit Jahren leide ich (und mehr noch vielleicht mein Umfeld) an Erschöpfung und ziemlichen Stimmungsschwankungen. Wie bei so vielen anderen, konnten die Ärzte nichts besonderes finden und schieben mich gerne in die Psycho-Ecke. Da mag was dran sein, alles hängt ja irgendwie zusammen, aber als "den" Auslöser meiner Schlappheit mag ich es nicht gelten lassen. Gefühlt ist es eher so, dass etwas mich körperlich fertig macht und das sich eben auch auf die Psyche auswirkt. Möglicherweise ein Henne/Ei-Dilemma. Und jetzt versuche ich mal alles so konkret wie möglich zu schildern. Zuerst die aktuelle Situation:

2015 habe ich mich mit Ach und Krach durch einen 10-Stundenjob gekämpft, mit dem Gefühl es wären eher 50 Stunden. Der Job an sich macht Spaß, aber ich kam immer abgeschlagen nach Hause, musste mich hinlegen, war gereizt. Ein vages Schwindelgefühl kam noch dazu. Von Dezember bis März macht die Firma Winterpause und so habe ich gedacht, das schaffe ich noch und dann kann ich mich erholen (was überhaupt bei allem was ich mache zur Denkweise geworden ist, ein wahrer Kampf). Statt sich zu bessern, hat mein Zustand sich aber eher verschlechtert. Ich laufe nicht so schnell zum Arzt, aber im Januar fühlte ich mich so mies, dass ich nach drei Jahren doch wieder mal einen Termin beim Hausarzt gemacht habe. Er ist recht jung, steht vielem im Krankheitssystem kritisch gegenüber und war mir sympathisch.

Folgendes habe ich ihm berichtet: ich schleppe mich erschöpft durchs Leben. Habe immer diffuse Schmerzen auf der linken Seite, so zwischen Nierengegend und Brust, aber nicht genau lokalisierbar. Inzwischen so ultraempfindlich, dass ich auf der linken Seite (auf der ich fast immer zum Einschlafen liege) fast nicht mehr liegen kann. Egal wie lange (oder kurz) ich schlafe, ich komme fast nicht auf, bin grantig und wie neben mir. Hinzu kommt eine unglaubliche Schwere in Oberarmen und Beinen, so als würde sich die Schwerkraft verdoppeln. Ein Gefühl, als müsste ich mich sofort hinlegen. Der Arzt ließ ein Blutbild machen und da waren alle Werte in der Norm, außer:
LDL-Cholesterin 180
Vit D3 22,70
Folsäure 1,6

Er gab mir also Folsäure-Tabletten und Vit D3 Lösung und sah mich abgesehen davon auch eher beim Psy.

Schilddrüsenwerte gibt es noch keine, die hat er vergessen anzukreuzen. Ich hatte ihm bei unserem Erstgespräch zwar gesagt, dass meine Mutter und meine Tante SD-Unterfunktion haben, aber die Blutabnahme war dann so früh am Morgen, dass wir beide nicht sehr gesprächig waren
Die Blutabnahme für die SD-Werte wird Anfang März nachgemacht.

Nach der Einnahme von Folsäure und D3 ging es mir vorübergehend besser (2-3 Tage), aber dann merkte ich schon, dass ich nach wie vor der müde Bär bin. Einschlafen ging nur noch mit Wärmeflasche und auch tagsüber rieb ich mir die linke Seite immer wieder mit Wärmebalsam ein, weil das eine gewisse Erleichterung brachte. Und damit die Möglichkeit zur Entwicklung:

Seit langem plante ich schon, unser W-lan stillzulegen und Internet wieder per Kabel zum PC zu bringen. Endlich erledigt.

Seit langem wollte ich endlich wieder lange Spaziergänge mit meinem Hund machen nur konnte ich mich nie aufraffen. Jetzt ziehe ich das schon seit drei Wochen jeden Abend durch, auch wenn der innere Schweinehund manchmal fast gewonnen hätte.

Mir ist seit langem bewusst, dass ich nicht genug Wasser trinke. Um ehrlich zu sein fast gar keins im Urzustand, nur Tee und Säfte. Unter anderem, weil unser Leitungswasser seit dem Anschluss an den zentralen Verteiler wirklich schlecht schmeckt. Dabei haben wir einen ordentlichen Brunnen im Garten, dessen Wasser ich nun gefiltert bedenkenlos trinke. So zwei Liter am Tag trinke ich seit ca 3 Wochen.

Die wiedergefundene Handlungsfähigkeit hat mich auch veranlasst einen zweiten Arzt aufzusuchen. Als Tropenmediziner, Homöopath und Notarzt schien er mir geeignet möglicherweise Licht in das vielschichtige Dunkel zu bringen. Das Treffen war ein sehr spirituelles Erlebnis, er ist Indienreisender, hat mit 72 Jahren viel Erfahrung und meinte ich solle nicht nach Ursachen suchen, ich sei schon perfekt. Und ob ich nicht selbst meine, es wäre eher die Psyche. Ich bin selbst der spirituellen Sicht der Dinge nicht abgeneigt und doch werde ich wohl auch auf der materiellen Ebene weitersuchen. Von ihm verschrieben wurde mir Silicea D12 und Nerventee. Also wieder die gleiche "Diagnose". Ende März möchte er dann einen Hildegard von Bingen-Aderlass machen.

Es geht mir zwar jetzt besser, als vor den Arztbesuchen, aber da fehlt noch etwas bzw. es ist etwas zuviel und was das ist, das hoffe ich mit eurer Hilfe herauszufinden und aufzulösen. Was mir derzeit auffällt:

- öfters leichte Kopfschmerzen, meist am Nachmittag (kann an den Wetterkapriolen liegen)
- Müdigkeit und "nicht-Aufkommen" genau wie vorher, tagsüber wie neben der Spur, abends kommt ein Energieschub
- gelegentlich starker Nachtschweiss, manchmal auch tagsüber und das riecht dann mal wie Katzenurin
- werde manchmal nachts wach und eine Hand ist total taub, wie Pudding
- der linksseitige Schmerz ist noch da, aber nicht mehr so flächig, konzentriert sich auf Höhe der untersten Rippe

Derzeit nehme ich ein:
Johanniskraut 475mg (schon seit Jahren, bringt mich zwar nicht richtig weiter, aber ohne geht´s schlechter)
Vit D3 zwischen 2000 und 4000 IE
Abwechselnd Folsäure 800 und Leinöl
Silicea D12
Mikroveda 25ml (wurde mir von einer Freundin empfohlen, die mir auch CDL empfiehlt - da bin ich aber noch nicht so weit, es auszuprobieren)

Ich stoße immer wieder auf MSM, aber auch das habe ich noch nicht probiert.

Was noch wichtig sein könnte:

- als Kind immer wieder Anginas, bis mein Vater mich einmal mit zu seinem HNO genommen hat und der fragte "schnauft das Kind immer so?" - Nasenpolypen-OP, Anginas vorbei
- ansonsten oft Kopfschmerzen und Brechen (jetzt wo ich eigene Kinder habe, sehe ich, dass das so nicht normal war)
- zweimal längere Verdauungsaussetzer (einmal nach Sturz von einem Turngerät und einmal nach Überanstrengung im Fitnessstudio)
- erste und bisher einzige Ohnmacht nach der ersten FMSE-Impfung
- mit 20 ein Autounfall, bei dem die linke Seite zusammengestaucht wurde (komplizierter Bruch im linken Femur - mit Künschner-Nagel wieder gerichtet. Seither ist das linke Bein ca. 2 cm kürzer als das rechte, Ausgleich mit Einlage)
- in 2005 dauernde Nebenhöhlenentzündung, zweite PolypenOP, seither ok
- in 2011 Reflux, SchließmuskelOP, seither OK
- seit 2011 Umstellung auf Bio-Ernährung, keine Zusatzstoffe usw.
- seit 2015 Verzicht auf Weizen und damit endlich keine Schmerzen mehr in der oberen Brustgegend, die mich bis dahin ständig begleiteten
- seit 2015 Verzicht auf Milchprodukte ausser Käse und damit eine stark verbesserte Verdauung (vorher fast täglich Durchfall)
- ich bin Raucher, ca. 5 selbstgedrehte aus unbehandeltem Tabak mit Aktivkohlefilter am Tag. Anfang 2015 habe ich es für 3 Monate ohne geschafft, was aber körperlich so gut wie nichts gebracht hat und mir dafür mental arg zugesetzt hat. Lebensfreude ade.
- Sieben Amalgamplomben sind vorhanden
- Zeckenbisse gab es immer wieder mal

Meine weitere Vorgehensweise ist wohl Schilddrüse testen lassen, auf Borreliose (scheint aber nicht ganz sicher bestimmbar zu sein, jedenfalls gehen die Ansichten darüber ja ziemlich weit auseinander) und evtl. eine Candida-Kur, weil der Pilz mir auch bei Recherchen untergekommen ist und Heisshunger auf Süßes immer wieder aufkommt. MSM scheint bei manchen Menschen ja fast Wunder zu vollbringen, vielleicht wage ich mich auch mal daran.

Ich hoffe das war jetzt nicht zu lang oder konfus und bin gespannt auf Meinungen und evtl. Tipps von Forumsmitgliedern.

Liebe Grüße aus den Alpen,

Der müde Bär


AW: Dauernd müde, abgeschlagen

julisa ist offline
Beiträge: 1.798
Seit: 20.03.09
Hallo muederbaer,

herzlich willkommen im Forum.

Schildrüsenuntersuchung wäre auf jeden Fall mal gut, unbedingt TSH, fT3 u. fT4 untersuchen u. Ultraschall machen lassen, noch besser wäre auch noch die Antikörper mit dazu.

Bei den Symptomen
- Müdigkeit und "nicht-Aufkommen" genau wie vorher, tagsüber wie neben der Spur, abends kommt ein Energieschub
denke ich auch an die Nebennieren u. eine mögliche Schwäche. Da wäre ein Tagescortisolprofil über den Speichel hilfreich. Ich empfehle da censa, gibt aber auch andere Labore.

Kann der Schmerz links evtl. noch mit dem Unfall in Verbindung stehen?

Viele Grüße
julisa


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