Fett im Stuhl, Erschöpfung, Krankheitsgefühl, ...

30.12.15 12:24 #1
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Saschki ist offline
Beiträge: 70
Seit: 02.06.09
hallo,

ich habe seit April Probleme mit der Verdauung. Ich habe oft ein komisches Druckgefühl im Bauchraum, wenig Appetit, Gewichtsverlust (mittlerweile hat es sich halbwegs eingepegelt und es sinkt nicht weiter), trägen Darm mit Tendenz zur Verstopfung, Aufstoßen von Luft, Blähungen mit abgehenden Winden, manchmal harten Bauch um den Bauchnabel, ... die Probleme schwanken aber (ich hab aber noch keinen Zusammenhang mit Nahrungsaufnahme feststellen können)...
Weiterhin Müdigkeit, Erschöpfung, Krankheitsgefühl, Unruhe, usw... alles sehr schlecht

ich war im Krankenhaus, Magenspiegelung und Darmspiegelung in Ordnung, Sono und CT auch unauffällig, Pankreaselastase >400 also ok, Amylase und Lipase ok, Leberwerte Ok, daher keine Ursache gefunden und ich wurde entlassen :(

hab dann selbst noch paar Tests auf eigene Kosten veranlasst, hier Auffälligkeiten:

-Fett im Stuhl erhöht (1x7,7g/100g - 1x 13,3g/100g) - Normwert <4,5g/100g -----(ich habe aber keinen stinkenden Fettstuhl, wie gesagt eher Verstopfung, somit hart, trotzdem schwimmt der Stuhl oft und ich muss mehrmals nachspülen)
-Beta-Carotin am unteren Grenzwert
-Folsäure am unteren Grenzwert
-Coeruloplasmin am unteren Grenzwert
-Thrombozyten immer zwischen 112.000 und 135.000 (norm ab 140.000)
-Neutralfette im Stuhl leicht vermehrt
-Homocystein leicht erhöht

(b12, eisen, Gallensäuren,.... alles in der norm)

manchmal habe ich auch nach dem Stuhlgang am Toilettenpapier nasse Flecken (kein Blut, eher wie Wasser)

vll kann mir ja jemand sagen ob z.b. die Fette im Stuhl "schlimm" sind und ob der Test überhaupt sinnvoll war (in der Schulmedizin hat noch nie jmd den Stuhl untersucht bis auf Pankreas-Elastase) - daher ist solch ein Test vll Quatsch
vll hat auch jemand eine Idee woher o.g. Probleme sonst kommen könnten

vielen Dank und guten Rutsch

AW: Fett im Stuhl, Erschöpfung, Krankheitsgefühl, ...

Tarajal ist offline
Beiträge: 4.451
Seit: 12.05.13
Hallo Saschki,

Fett im Stuhl weißt meistens mit auf eine Leberbeteiligung hin.

Dürfen wir mal fragen, wie Du Dich ernährst, also was und wieviel von was Du alles so isst und trinkst?

Und zwar möglichst genau bitte (Frühstück, Zwischenmahlzeit, Mittagessen, Kaffee, Abendbrot etc.)

Liebe Grüße Tarajal :-)

AW: Fett im Stuhl, Erschöpfung, Krankheitsgefühl, ...

margie ist gerade online
Beiträge: 4.564
Seit: 02.01.05
Hallo Saschki,

.
ich habe seit April Probleme mit der Verdauung. Ich habe oft ein komisches Druckgefühl im Bauchraum, wenig Appetit, Gewichtsverlust (mittlerweile hat es sich halbwegs eingepegelt und es sinkt nicht weiter), trägen Darm mit Tendenz zur Verstopfung, Aufstoßen von Luft, Blähungen mit abgehenden Winden, manchmal harten Bauch um den Bauchnabel, ... die Probleme schwanken aber (ich hab aber noch keinen Zusammenhang mit Nahrungsaufnahme feststellen können)...
Weiterhin Müdigkeit, Erschöpfung, Krankheitsgefühl, Unruhe, usw... alles sehr schlecht
...
Leberwerte Ok, daher keine Ursache gefunden und ich wurde entlassen :(
...
-Fett im Stuhl erhöht (1x7,7g/100g - 1x 13,3g/100g) - Normwert <4,5g/100g -----(ich habe aber keinen stinkenden Fettstuhl, wie gesagt eher Verstopfung, somit hart, trotzdem schwimmt der Stuhl oft und ich muss mehrmals nachspülen)
...
-Coeruloplasmin am unteren Grenzwert
-Thrombozyten immer zwischen 112.000 und 135.000 (norm ab 140.000)
Das sieht alles nach einem Leberproblem aus, meine ich.

Bei Leberkrankheiten ist die Fettverdauung oft gestört.
Isst Du denn viel Fleisch?
Wenn die Leber nicht gesund ist, wird das Fleisch schlechter verstoffwechselt. Das kann zur Folge haben, dass auch die Fettverdauung nicht o.k. ist.
Wenn Fleisch nicht gut abgebaut wird, entstehen Fäulnisbakterien. Diese produzieren Ammoniak und Ammoniak führt zu Störungen des ZNS.
Müdigkeit, Konzentrationsprobleme sind evtl. die Folge.
Auch Blähungen sind bei Leberproblemen häufig.

Das niedrige Coeruloplasmin wäre mit einem evtl. Morbus Wilson oder einer Genträgerschaft auf M. Wilson erklärbar.
M. Wilson ist die Kupferspeicherkrankheit, eine genetisch verursachte Leberkrankheit, die zu einer chronischen Kupfervergiftung führt.
Die Leberwerte sind nicht immer erhöht bei dieser Krankheit.

Wie waren Deine Leberwerte denn?
GPT? GOT? GGT? Cholinesterase (CHE)? Alkalische Phoshatase (AP)? Bilirubin? LDH? GLDH?

Ich sehe hier, dass bei Dir die GPT (ALAT) erhöht ist:
http://www.symptome.ch/vbboard/koenn...-diagnose.html
auffällige blutwerte: eosinophile erhöht (seit über 4 jahren!!), ALAT leicht erhöht
Das sagt dann doch schon einiges aus. Die GPT ist einer der wichtigsten Leberwerte. Wenn GPT erhöht ist, ist meist auch die Leber krank.
Wie sehen alle Leberwerte aktuell aus?
Ist evtl. AP niedrig?

Wie waren Eiweiß, Albumin, Quickwert?

Die zu niedrigen Thrombozyten können eine Folge des Folsäuremangels sein.
Aber sie können auch im Rahmen einer Leberkrankheit zu niedrig sein.
Möglicherweise bei Dir durch beides?

Beta-Carotin ist die Vorstufe von Vitamin A.
Einen Mangel an Vitamin A bekommen Leberkranke oft, weil bei Leberkranken oft Zink im Mangel ist und Zink ist zur Aufnahme von Vitamin A wichtig.

Zink ist auch der Gegenspieler zu Kupfer. Wenn man viel Kupfer hat, sinkt das Zink und umgekehrt.
Da Du niedriges Coeruloplasmin hast, hast Du vermutlich Zuviel Kupfer in der Leber.
Das Coeruloplasmin ist nötig, um das Kupfer aus dem Körper auszuscheiden. Hat man zu wenig davon (was beim M. Wilson immer so ist), so kann man Kupfer nicht ausscheiden und es reichert sich dann in der Leber an und später auch im Organismus (v. a. Gehirn).

Wurde denn das Serum-Kupfer nicht bestimmt?
Und wíe hoch genau war das Coeruloplasmin?

Nimmst Du Nahrungsergänzungsmittel ein?
Falls Du vorhaben solltest, den M. Wilson ausschließen zu lassen, so solltest Du kein Zink einnehmen. Nimmst Du Zink ein? Wieviel?

Anhand dieser Werte allein kann man natürlich noch keine Diagnose stellen und kann nur spekulieren.
Ich würde aber auf jeden Fall die Leber als Ursache in Betracht ziehen.

lg
margie
__________________
“Das Fleisch, das wir essen, ist ein 2-5 Tage alter Leichnam.” - Volker E. Pilgrim, Schriftsteller

Geändert von margie (01.01.16 um 22:52 Uhr)

AW: Fett im Stuhl, Erschöpfung, Krankheitsgefühl, ...

bestnews ist offline
Beiträge: 5.898
Seit: 21.05.11
Hallo Saschki,
Fett im Stuhl kenne ich z.B, durch Unverträglichkeit von Fructose und Gluten. Soweit ich weiss, ist das auch gerne bei Lactose der Fall. Du könntest erst mal die Tests beim Gastroenterologen in Anspruch nehmen....dann müsste man gucken, denn die sind nicht alle wasserdicht und bei der Glutensensivität gibt es keinen, da muss man durch Auslass selbst gucken.
Fructose: Der Stuhl stinkt sehr scharf, fast metallisch.
Der Fettstuhl den ich kenne, ist sehr dunkel und glänzt.
Fölsäuremangel gibt es bei Problemen mit Fructose.

Unverträgichkeiten grassieren.

Gutes Neues Jahr!
Claudia.

AW: Fett im Stuhl, Erschöpfung, Krankheitsgefühl, ...

Oregano ist offline
Beiträge: 62.210
Seit: 10.01.04
Hallo Saschki,

Claudia hat ja schon darauf hingewiesen: Gluten kann zu Fettstuhl führen, evtl. auch andere Unverträglichkeiten.
Ist bei der Magenspiegelung auch geschaut worden, ob eine Zöliakie vorliegt?

...Ursachen

Maldigestion: Die Darmzellen können das Fett aus der Nahrung nicht aufnehmen, weil es nicht richtig verdaut wurde. Grund hierfür kann ein Mangel an Gallensäure (z.B. bei einem Gallenwegsverschluss) oder ein Mangel an Bauchspeicheldrüsenflüssigkeit sein (bei einem Verschluss des Bauchspeicheldrüsengangs durch Steine oder Tumoren). Auch Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse, Mukoviszidose oder Magenentfernungen können eine Maldigestion verursachen.
Malabsorption:Trotz ausreichender Verdauung können die Darmzellen das Fett nicht aufnehmen. Die Malabsorption tritt bei Störungen im Darm (z.B. Durchfall, Whipple-Syndrom, Zöliakie, chronisch entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn) oder bei Tumoren im Verdauungstrakt auf.
Nahrungsbrei fließt direkt aus dem Magen in den Dickdarm: Bei Geschwüren, Tumoren oder Entzündungen kann sich eine sogenannte Fistel (Kanal) zwischen Magen und Dickdarm bilden. Die Nahrung kommt dann nicht ausreichend mit Verdauungssäften in Kontakt, wird dadurch nicht ausreichend verdaut und nicht in die Darmzellen aufgenommen.
Zu hoher Verzehr von Fett: Nimmt der Mensch mit der Nahrung eine zu große Menge an Fett auf, kann er dieses nicht vollständig verdauen.
...
Stuhluntersuchung (Stuhlprobe) Fett im Stuhl - Onmeda.de

Wie ernährst Du Dich denn?
Hast Du schon ausprobiert, ob Dir Enzyme helfen könnten, z.B. Kreon?

Grüsse,
Oregano
__________________
They tried to bury us. They didn't know we were seeds.

AW: Fett im Stuhl, Erschöpfung, Krankheitsgefühl, ...

bestnews ist offline
Beiträge: 5.898
Seit: 21.05.11
Die Zöliakie kann man nur unter Glutenlast diagnostizieren, wenn ich es richtg gelesen haben, warst Du schon glutenfrei bei der Diagnostik Saschki? Es müssen auch mehrere Proben an verschiedenen Stellen entnommen werden, falls eine Dünndarmbiopsie erfolgt ist.

Alles Gute.
Claudia.

AW: Fett im Stuhl, Erschöpfung, Krankheitsgefühl, ...

Saschki ist offline
Themenstarter Beiträge: 70
Seit: 02.06.09
hallo, danke für eure antworten

@tarajal

schwierig zu sagen was genau ich wann esse, weil das ja sehr unterschiedlich ist. und momentan eh wenig Appetit
grob gesagt: Frühstück - Kamillentee oder Pfefferminztee, Brot/Brötchen mit Butter oder Halbfettmargarine, meist ohne Belag, Zwischenmahlzeit - selten, manchmal Haferflocken mit Milch, Mittags wirklich die komplette Bandbreite - Nudeln, Kartoffeln, Reis, Fleisch, wenig Fisch, Gemüse, - Abends Backwaren mit Halbfettmargarine, Wurst, Käse, Salat,.... oder ähnlich wie Mittag - auch mal eine Pizza oder einen Döner...jeden Tag anders

ich trinke ausschließlich stilles Mineralwasser und ungesüßten Tee, Obst und Süßwaren meide ich meist, aber nicht immer (hatte mal einen leicht auffälligen Fructosetest - hatte auch schon einen unauffälligen - von daher weiß ich nicht ob ich eine Fructoseintoleranz habe - jedenfalls bringt's nicht merklich was wenn ich das weglasse)

@margie

ich esse Fleisch-und Wurstwaren, aber ich würde behaupten nicht übermäßig viel. aber da hat ja jeder seine eigene Meinung was viel/wenig/normal ist.

die Leberwerte sind seit 3-4 Jahren immer in der Norm. Auch nicht grenzwertig. Der ALAT-wert auch. das war früher auffällig. Alkalische Phosphatase ist im unteren Normbereich. Coeruloplasmin liegt bei 0,22 (norm ab 0,22),Kupferspiegel ist im niedrigen Normbereich wenn ich mich recht entsinne, wie andere Werte sind kann ich jetzt auf die schnelle nicht sagen, entweder Ewigkeiten nicht bestimmt oder ich finde es grad nicht, ich schaue ggf. nochmals nach
ich hatte auch mal meinen Ammoniak-Wert bestimmen lassen, dieser war unauffällig. Ich nehme keine Nahrungsergänzungen ein.

Ach was ich noch sagen wollte, zink ist schonmal auffällig gewesen, erniedrigt, aber kontrolle beim Hausarzt war ok, ist eben das Dilemma mit verschiedenen Laboren....

ich hab auch schon an die Leber gedacht, aber das hätten die doch im KH oder ambulant mal feststellen müssen, bspw. ist ein Wilson ja nicht mehr so exotisch

@bestnews und @Oregano

ich hatte einen fructosetest vor ca. 2 jahren, der war unauffällig, dieses jahr im KH war der auffällig, aber da waren auch die "Nüchternwerte" schon sehr erhöht (20) - hat aber keinen interessiert, irgendwie kam es mir so vor als wüssten die garnicht warum die den test anbieten außer um kasse zu machen
dort wurde auch ein DDFB-Test gemacht, negativ ---- 2 Monate später beim HP war dieser Test auffällig - wie kann das sein??? daher bin ich da echt sehr skeptisch, wenn bei mir jeder Test was anderes aussagt. und die angestrebte Therapie beim HP mit paar hundert Euro ist mir dann doch zu teuer wenn ich nicht 100000% weiß ob ich das habe

Glutenfrei mache ich ab und an mal eine weile, aber der richtige durchbruch war noch nicht da. es wurden mal die ganzen Antikörper bestimmt unter normaler Kost - die waren unauffällig.
ob bei der Magenspiegelung auch nach zölli geschaut wurde weiß ich nicht, ich bekam nur die info "alles ok"

ich habe auch noch keine Enzyme eingenommen, weil ich da "angst" habe was falsch zu machen oder mir mehr zu schaden

ich hoffe das war jetzt alles nicht zu unübersichtlich

liebe grüße

AW: Fett im Stuhl, Erschöpfung, Krankheitsgefühl, ...

margie ist gerade online
Beiträge: 4.564
Seit: 02.01.05
Hallo Saschki,

wie hoch ist die Alkalische Phosphatase denn?
Du schreibst sie sei niedrig.
Denn:
Beim M. Wilson ist sie niedrig und Du hast grenzwertiges Coeruloplasmin und Kupfer.
Beides hatte ich vor meiner Diagnose auf die Krankheit auch.

Typisch bei der Krankheit ist, dass man erniedrigtes Kupfer und erniedrigtes Coeruloplasmin zu Beginn hat. Wenn aber die Krankheit lange nicht entdeckt wird, d. h. lange unbehandelt bleibt, können sich diese Werte auch verändern und tendenziell ansteigen.
Du bist wenn ich richtig gerechnet habe, 35 Jahre alt?
Meist wird die Krankheit vor dem ca. 30. Lebensjahr diagnostiziert. Aber es gibt öfters Fälle, wo die Patienten bei der Diagnose auch älter sind.

Es könnte sein, dass Du eine milde Form des M. Wilsons hast oder aber Du bist Genträger dafür.
Genträger haben einen Gendefekt für die Krankheit und Erkrankte haben 2 Gendefekte.

Cholinesterase wurde noch nie bestimmt?

Zinkmangel haben Leberkranke fast immer. Und da Zink der Gegenspieler zu Kupfer ist, spricht ein Zinkmangel auch dafür, dass Du zuviel Kupfer in der Leber hast.

Natürlich ist das jetzt nur eine Vermutung, denn ohne weitere Untersuchungen kann man dazu nur vermuten.
Aber ich würde in jedem Fall die Leber genauer betrachten bei den Werten, die ich von Dir kenne und bei Deinen Symptomen.

lg
margie
__________________
“Das Fleisch, das wir essen, ist ein 2-5 Tage alter Leichnam.” - Volker E. Pilgrim, Schriftsteller


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