Verdacht auf Morbus Wilson?

04.12.15 13:39 #1
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AW: Verdacht auf Morbus Wilson?

margie ist offline
Beiträge: 4.543
Seit: 02.01.05
Hallo Daniel,

ja, das ist merkwürdig, wenn Du so hohes Hämoglobin hast.
Vielleicht ist es dann doch ein echter M. Meulenkracht?
Hast Du denn auch zu hohe Erythrozyten?

Ich würde den M. Meulenkracht genetisch untersuchen lassen, denn wenn es evtl. doch was anderes wäre, würde man es nie finden, weil man in dem M. Meulenkracht die Ursache für das erhöhte Bilirubin sieht.

Wurde denn mal das Haptoglobin bestimmt? Das ist der zuverlässigste Wert, wenn es um die Frage einer Hämolyse geht. Bei mir ist das Haptoglobin immer grenzwertig niedrig oder erniedrigt.
Erniedrigtes Haptoglobin spricht für eine Hämolyse.
Das könnte man bei Dir noch untersuchen, falls es noch nie bestimmt wurde. Es ist aber, wie Kupfer, Eisen, Ferritin, Coeruloplasmin und einige andere Werte falsch hoch, wenn man einen Infekt oder eine Entzündung hat.

Bei einer Hämolyse kann das Alpha-2-Globulin in der Eiweiß-Elektrophorese erniedrigt sein (muss aber nicht). Ist der Wert mal erniedrigt gemessen worden?

Dein Kupfer ist offenbar immer niedrig bei Dir und das ist nicht normal. Wenn Du keinen M. Wilson hast, wäre die Frage, was hast du dann?
Ob nun die Nieren als alleinige Ursache in Frage kommen? Gibt es dafür Anhaltspunkte?
Wie hoch ist der Harnstoff?
Wurde schon mal Cystatin C bestimmt?

Da Du Beschwerden hast, die man bei einem M. Wilson durchaus haben kann, würde das eher für den M. Wilson sprechen.
Oft ist beim M. Wilson die Alkalische Phosphatase niedrig. Aber sie kann bei einer Schilddrüsenunterfunktion auch höher ausfallen. Du hast doch Hashimoto? Vielleicht stört das Hashimoto die Alkalische Phosphatase.
Vielleicht stört es auch noch andere Werte bei Dir?

Ich glaube immer mehr, dass da nur hilft, wenn man eines nach dem anderen untersucht.
Vielleicht bringt das Kupfer im Urin Klarheit?

Ich werde unsicherer, je mehr Werte ich von Dir sehe.
Der relativ hohe Hämatokrit bedeutet, dass das Blut zähflüssiger ist. Das kann durch zu wenig Trinken kommen. Es kann aber auch von Nierenproblemen kommen.
Trinkst Du nicht genug?
Oder hast Du doch ein Nierenproblem?

Du schreibst oben, dass Du manchmal mit den Augen Probleme hast?
Wurde mal untersucht, ob Du einen Nystagmus (Augenzittern) hast?

Was mir noch auffällt, weil ich auch damit Probleme habe, ist Dein niedriger Ruhepuls.
Wenn Du von Ohnmachtsgefühlen berichtest, könnte das auch mit dem niedrigen Puls zusammen hängen.
Ich würde in der Kardiologie gefragt, als es um meinen Puls ging, der aber noch höher wie Deiner zu sein scheint, ob ich denn schon mal ohnmächtig gewesen sei. D. h. bei niedrigem Puls ist das offenbar eine mögliche Folge.
Vielleicht hängt dann ein Teil Deiner Beschwerden mit der Ursache für den niedrigen Puls zusammen?

Bei mir liegt vermutlich noch eine mitochondriale Krankheit vor: CPEO
Es gibt einige solcher Krankheiten. Sie sind meist genetisch verursacht.
Auch haben die Beteiligten oft Augenprobleme. Ich habe leicht hängende Augenlider. In Deinem Alter hatte ich die aber noch nicht und ich habe ab und an die Neigung zu Doppelbildern. Aber bei mir hat meine Mutter diese Beschwerden auch, so dass ich davon ausgehe, dass ich das geerbt habe.
Der niedrige Puls bei mir soll wohl auch davon kommen.

Aber ob bei Dir es in diese Richtung gehen könnte, dafür liegen eigentlich zu wenig Anhaltspunkte vor. Gibt es in Deiner Familie jemand mit ähnlichen Problemen?

Was sagen denn Deine Ärzte, woher der niedrige Ruhepuls bei Dir kommen könnte?
Das ist auch ein Ansatzpunkt, wo man weiter suchen sollte, denn vielleicht ist die Ursache des niedrigen Pulses auch die Ursache der anderen Beschwerden wie Schwindel und Benommenheit.

Wenn die innere Unruhe, die ich auch bei mir kenne, erst durch die Antidepressiva kam, so ist sie wohl eher eine Nebenwirkung davon.

Es gibt bei Dir einige unklare Symptome.
Deine Beschwerden passen auf manches: Ein M. Wilson kann man damit wohl haben, aber es könnte auch sein, dass Du nur Genträger bist und in Wirklichkeit doch eine andere Krankheit noch hast.

Ja, da bin ich als Laie nun doch etwas ratlos.
Ich kann Dir nicht wirklich einen guten Rat geben, außer dass ich selbst, wenn ich Du wäre, einfach alles, was in Frage kommt, untersuchen lassen würde.

lg
margie
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“Das Fleisch, das wir essen, ist ein 2-5 Tage alter Leichnam.” - Volker E. Pilgrim, Schriftsteller

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Austin_1982 ist offline
Themenstarter Beiträge: 16
Seit: 04.12.15
Hey!

Zumindest glaube ich genug zu trinken. Aber oft denke ich das ich zu wenig trinke oder das falsche, trinke seit 2 Jahren fast nur Wasser (stilles Mineralwasser), selten Leitungswasser. Aber das Hämatokrit ist meistens im normbereich.

Das Haptoglobin wurde scheinbar noch nie bestimmt, habe die Tage mal viel darüber gelesen. Ja mein Alpha 2-Globulin war Ende 2013 niedrig und auch Mitte 2014, da hieß es immer nur das mache nix. Habe aber jetzt gelesen das könnte ein Hinweis auf Morbus Wilson sein, aber kein Wert der da zur Diagnose gehören sollte. Der Alpha 2-Globulin Wert hat mehr mit dem Haptoglobin zu tun bzw. einer latenten Hämolyse.

Der Ruhepuls war schon mal 2011 so niedrig, ging bis auf 40 runter und da ging's mir auch schon nicht gut. Hatte dann mal Ende 2011 Fieber und da steigt ja der Puls, war dann um die 80, da war der Schwindel und das ständige Ohnmachtsgefühl zu 95 % weg. Kaum war Fieber weg und Puls wieder um die 55 herum, kamen die Symptome wieder. Es wurden schon Langzeit-EKGs gemacht mit Puls der bis auf 35 runterging, aber auch auf 120 stieg usw.! Auch bei zweitmeinungen kam nix raus, außer das ich beim Belastungs-EKG nicht ganz durchgehalten bin. Ich bin 1,87 groß und wiege 70 Kilo, also da sollte man schon mehr Puls haben. Der Blutdruck sei aber mit 130/80 ziemlich normal.

Nystagymus habe ich keinen, aber oft so eine Art wie wenn mir jemand die Augen eindrückt, meist aber nur im Winter.

Zwecks den Nieren, Probleme wären da nicht bekannt:

Harnstoff 19,0 (10 - 50)
Erythrozyten 5,18 (4,0 - 6)

Den anderen Wert Cystatin C finde ich nirgends bei meinen Werten.

Ich habe Hashimoto, aber noch keine klinische Unterfunktion. Daher denke ich das es den AP-Wert noch nicht zu sehr beeinflusst.

Das mit dem MW-Genträger habe ich mir auch schon gedacht, aber wäre dann auch das Serum-Kupfer niedrig? Angenommen ich wäre nur Genträger, dann müsste ja das Urin-Kupfer negativ ausfallen oder? Die Beschwerden von MW was man so in den Foren liest, treffen nicht so sehr auf mich zu, kann normal schreiben, rede oft zwar etwas undeutlich, liegt bei mir aber am Kreuzbiss und der langen Zunge. Aber das mit dem Genträger könnte echt sein.

Heute war die innere Unruhe sehr stark, sodass ich heute fast nach längerer Zeit wieder mal zu einem Benzodiazepin greifen wollte. Aus Respekt vor diesem Zeugs, nehme ich das maximal fünfmal im Jahr. Ich muss bei der Ernährung so aufpassen auch, esse ich Nüsse bekomme ich Angstattacken, bei viel Zucker/Süßen enorme innere Unruhe usw.!

Ernähre mich daher seit knapp 2 Jahren gesünder, aber gewisse Mängel können dadurch begünstigt werden da ich fast nur Wasser trinke, wenig Fleisch esse, keinen Fisch. Und die Kupferhaltigen Sachen gar nicht. Aber falls es echt ein Kupfermangel wäre, wäre ja das Coeruloplasmin normal denke ich.

Die Ärzte sind bei mir so sehr auf die Psyche eingeschossen, machte ein Jahr Psychotherapie, null Erfolg, außer das es den Liebeskummer dezent linderte.

Lg

AW: Verdacht auf Morbus Wilson?

margie ist offline
Beiträge: 4.543
Seit: 02.01.05
Hallo Daniel,

Du hast, wie ich auch, niedrigen Harnstoff. 19 ist schon ein niedriger Wert. Niedriger Harnstoff kann aber wieder auch ein Hinweis auf ein Leberproblem sein. Ich denke, dass Harnstoff im Zusammenhang mit Benommenheit eine Rolle spielen kann. Harnstoff spielt beim Abbau von Ammoniak eine Rolle. Ammoniak wiederum entsteht, wenn aufgrund von Leberproblemen das Eiweiß (vor allem tierisches aus Fleisch) schlechter abgebaut wird.
Du ernährst Dich schon so, wie man es einem Leberkranken empfiehlt. Wenig tierisches Eiweiß aus Fleisch ist bei Leberkranken schon sinnvoll. Wenn Du viel tierisches Eiweiß als Leberkranker isst, nimmt die Benommenheit zu.
Milchprodukte hingegen kann man als Leberkranker essen. Denn darin sind verzweigtkettige Aminosäuren. Im Fleisch sind überwiegend aromatisierte Aminosäuren.
Vielleicht ginge es Dir schlechter, wenn Du mehr Fleisch essen würdest?
Kohlenhydrate hingegen kann man essen bei einer Leberkrankheit.

Die Reaktion auf Nüsse könnte evtl. auf eine Allergie hinweisen?

Wenn Dein Alpha-2-Globulin niedrig ist, könnte das wieder für die Hämolyse sprechen und damit vielleicht doch auch für den M. Wilson.

Ich bin 1,87 groß und wiege 70 Kilo,
Menschen mit M. Wilson solle eher groß und schlank sein, behauptete mal ein Arzt, der sich gut mit der Krankheit auskennt. Zumindest scheinst Du auch etwas mit Verdauungsstörungen zu tun zu haben, wenn Du so wenig wiegst.
Das könnte wieder auf Leberprobleme hinweisen.
Dein Gesamt-Eiweißwert ist sicher nicht so hoch? Wie ist das Albumin?

Die Beschwerden von MW was man so in den Foren liest, treffen nicht so sehr auf mich zu, kann normal schreiben, rede oft zwar etwas undeutlich, liegt bei mir aber am Kreuzbiss und der langen Zunge.
Nicht alle haben die Beschwerden, die Du als typisch für MW siehst.
MW kann so viele Varianten haben. Ich schreibe auch normal und habe viele der typischen Beschwerden nicht. Manche haben oft nur ein oder 2 Beschwerden. Alle Beschwerden, die mw-typisch sind, hat keiner.
Daher würde ich keine zu hohen Anforderungen an ein "Beschwerdeprofil" stellen.

Ich bin nun kein Experte für M. Meulengracht:
Aber ich dachte, dass man bei dieser Krankheit auch erhöhte Leberwerte haben sollte? Die hast Du auch nicht.

Aber auch die Leberwerte sind oft schwer zu verstehen. Den M. Wilson kann man auch mit normalen Leberwerten haben.

Ich tendiere doch leicht zum M. Wilson bei Dir. Aber ich kann mich irren. Deine Werte sind schon nicht ganz klar.

Auch bei mir war es so, dass die Ärzte immer alles mit der Psyche erklären wollten. Ich habe auch viel Psychotherapie erfolglos hinter mir. Die Symptome, die ein M. Wilson machen kann, werden gern fehlinterpretiert. Ich habe schon öfter gehört, dass andere Patienten mit Mw auch zu Unrecht auf die Psyche behandelt wurden.
Prof. Ferenci sagte mal und ich habe auch das schon öfter gehört, dass manche Menschen mit M. Wilson vor der Diagnosestellung schon stationär in der Psychiatrie gewesen seien. Manchmal äußert sich ein M. Wilson auch nur über psychiatrische Störungen.
Wenn es sich um einen reinen psychiatrischen Wilson oder einen rein neurologischen handelt, ist die Leber auch oft noch nicht sooo stark geschädigt.

Also es könnte auch sein, dass Deine psychischen Probleme die Folgen eines MW sind, wenn Du einen hast.

Ja, es ist nicht einfach, zu Deinem Fall eine sichere Aussage zu treffen.

lg
margie
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AW: Verdacht auf Morbus Wilson?

Austin_1982 ist offline
Themenstarter Beiträge: 16
Seit: 04.12.15
Das Albumin war einmal im oberen normbereich und einmal hauchdünn drüber. Kann ich dir morgen hier ganz genau Posten. Aber niedrig was das Albumin zumindest nicht.

Ich bin schon mein Leben lang immer eher dünn gewesen, zuletzt habe ich aber grundlos 5 kg abgenommen, das ist auch komisch.

Habe erst beim Harnstoff geschaut, der ist sonst normal um die 30 herum. Im April 2015 zB 33 (10 - 50).

Und du hast also den Morbus Wilson?

Weißt du was das einzige lustige an den Namen Morbus Wilson ist? Es ist nämlich so das ich nebenberuflich noch als Discjockey und Produzent gearbeitet habe bzw. jetzt auch noch eingeschränkt bin und mein Künstlername Daniel Wilson ist.

Verdacht auf Morbus Wilson?

margie ist offline
Beiträge: 4.543
Seit: 02.01.05
Hallo Daniel,

Zitat von Austin_1982 Beitrag anzeigen
Das Albumin war einmal im oberen normbereich und einmal hauchdünn drüber. Kann ich dir morgen hier ganz genau Posten. Aber niedrig was das Albumin zumindest nicht.

Habe erst beim Harnstoff geschaut, der ist sonst normal um die 30 herum. Im April 2015 zB 33 (10 - 50).

Und du hast also den Morbus Wilson?

Weißt du was das einzige lustige an den Namen Morbus Wilson ist? Es ist nämlich so das ich nebenberuflich noch als Discjockey und Produzent gearbeitet habe bzw. jetzt auch noch eingeschränkt bin und mein Künstlername Daniel Wilson ist.
Ich bin schon mein Leben lang immer eher dünn gewesen, zuletzt habe ich aber grundlos 5 kg abgenommen, das ist auch komisch.
Du hast, je mehr ich Infos von Dir bekomme, immer mehr Dinge, die auffällig sind.
Du hast einen BMI von 20. Unter 20 wäre es Untergewicht.
Da sind 5 kg, die Du grundlos abgenommen hast, viel.
Auch das wäre ein Ansatzpunkt, den man weiter abklären sollte.
Ist der Eisenmangel in derselben Zeit, wo der Gewichtsverlust war, festgestellt worden?
Wenn ja, würde ich zu Magen- und Darmspiegelung raten.
Vielleicht hast Du ein Magengeschwür? Oder einen Polypen, der blutet?
Das würde ICH ausschließen, wenn ich völlig grundlos 5 kg abnehme. Natürlich kann es auch an anderen Dingen liegen wie an einer Malabsorption. Vielleicht verwertest Du Kohlenhydrate schlecht?
Es gibt zur Feststellung einer Malabsorption auch einige Untersuchungsmöglichkeiten:
Laborlexikon: Malabsorptions-Diagnostik >>Facharztwissen für alle!<<

Manchmal wird auch behauptet, dass Darmprobleme zu veränderten Werten beim Kupferstoffwechsel führen könnten.
Aber da man als Patient mit MW auch Darmprobleme haben kann, muss man hier vorsichtig sein. Denn mit der Feststellung von Darmproblemen allein wäre ein MW noch immer denkbar.

Das Gesamteiweiß ist das noch nie bestimmt worden?
Dass das Albumin bei Dir nicht auffällig ist, glaube ich aufgrund der obigen Angaben schon. Das geht wahrscheinlich erst runter, wenn jemand schon schwerst leberkrank ist.

Ja, vielleicht liegt der Grund in Deinen Problemen auch an einem Verdauungsproblem bei Dir?

Ja, lustig, wenn Du Dich Daniel Wilson nennst. Aber vielleicht ist gerade das ein Grund, dass Du dann doch keinen Wilson hast? Das wäre sonst sehr merkwürdig.

Ja, wie gesagt, bei Dir sind doch einige Auffälligkeiten, so dass man erst eines nach dem anderen untersuchen sollte, sonst verzettelt man sich.
Auf keinen Fall würde ich die Psychoschiene wählen. Du hast eine organische Störung und die muss man finden.
Wenn Deine Ärzte so stark auf die Psyche fixiert sind, würde ich evtl. sie darauf ansprechen und sie bitten, doch erst mal die organischen Probleme zu klären. Und wenn das nicht funktioniert, würde ich auch einen Arztwechsel in Betracht ziehen.

lg
margie
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AW: Verdacht auf Morbus Wilson?

Austin_1982 ist offline
Themenstarter Beiträge: 16
Seit: 04.12.15
Hallo!

Als das ganze vor zwei Jahren so richtig begann, nahm ich zehn Kilo ab. Generell schon seit Jahren nehme ich im Winter immer ab, um die fünf Kilo. Bis jetzt kann man sich das nicht erklären.

Das mit dem Eisenmangel ist relativ, weil das Hämoglobin passt und andere Werte auch eher dagegen sprechen und das Serumeisen sogar einmal schon ganz knapp erhöht war, aber Ferritin ist seit vier Jahren zwischen 58 und 82. Und das Serumeisen üblicherweise im mittleren Bereich.

Das mit dem Magen werden ich genauer durchsuchen lassen, falls es doch nicht der Morbus Wilson sein sollte. Der Heilpraktiker dachte da speziell an einem Helicobacter.

Ich habe Blutwerte von dem Gesamtprotrein vom September 2014:

Serumgesamtprotein 7,70 (6,6 - 8,7)
Serumalbumin 4,85 (3,6 - 4,8) *
Alpha-1 Globuline 0,27 (0,2 - 0,35)
Alpha-2 Globuline 0,45 (0,51 - 0,85) *
Beta-1 Globuline 0,45 (0,34 - 0,52)
Beta-2 Globuline 0,32 (0,23 - 0,47)
Gamma Globuline 1,36 (0,8 - 1,35)
Eisen 157,50 (60 - 150) *
Ferritin 80,70 (40 - 200)
Transferrin 270,00 (150 - 400)

Harnstoff 17 (7 - 18)
Harnsäure 4,06 (3,5 - 7,1)
Alkalische Phospatase 111 (0 - 120)

Lg

AW: Verdacht auf Morbus Wilson?

margie ist offline
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Seit: 02.01.05
Hallo Stefan,

ich bin mal wieder auf eine falsche Taste gekommen:
Alles war weg. Ein Beitrag von mind. einer halben Stunde Zeitdauer.
Dass es keine Speicherfunktion für Beiträge gibt, damit man nicht von vorne anfangen muss.

Ich melde mich noch mal. Ich muss jetzt allerdings dringend noch ein paar Dinge erledigen.

Gruß
margie
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“Das Fleisch, das wir essen, ist ein 2-5 Tage alter Leichnam.” - Volker E. Pilgrim, Schriftsteller

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margie ist offline
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Seit: 02.01.05
Hallo Stefan,


nun eine etwas verkürzte Variante, des Beitrags, den ich schon mal geschrieben hatte:
Das mit dem Eisenmangel ist relativ, weil das Hämoglobin passt und andere Werte auch eher dagegen sprechen und das Serumeisen sogar einmal schon ganz knapp erhöht war, aber Ferritin ist seit vier Jahren zwischen 58 und 82. Und das Serumeisen üblicherweise im mittleren Bereich.
Das ist bei mir ähnlich mit den Werten. Ich habe auch normales Hämoglobin, auch wenn ich bereits bei den Eisenwerten einen Mangel habe.

Die viel geäußerte Meinung, dass man einen Eisenmangel immer am Hämoglobin sehen würde, ist nämlich auch nicht immer zutreffend.
Zuerst gehen die Eisenwerte bei einem Mangel runter und erst, wenn dieser Mangel weiter besteht, kann das Hämoglobin abfallen.

Aber es gibt eine Studie (aus der Schweiz mit 90 Frauen), die zu dem Ergebnis kam, dass man bei normalem Hämoglobin und einem Eisenmangel dennoch eisenmangel-typische Beschwerden hat.
D h. man sollte Eisen auch dann substituieren, wenn es erniedrigt ist und nicht warten, bis dann endlich der Hb-Wert gefallen ist.

Ich lasse für die Beurteilung des Eisenmangels das Zinkprotoporphyrin bestimmen. Das ist meines Wissens nicht abhängig von einer Entzündung oder einem Infekt (wie es beim Ferritin der Fall ist).

In dieser Bestimmung ist der Eisenwert sogar erhöht. Aber das Eisen selbst ist nicht sooo ausagefähig. Es ist wohl zu stark von dem abhängig, was Du in den Tagen zuvor gegessen hast.

Dein obiges Alpha-2-Globulin würde wieder zu der These eines M. Wilsons passen oder zumindest könnte es ein Hinweis auf eine (latente) Hämolyse sein.

Als das ganze vor zwei Jahren so richtig begann, nahm ich zehn Kilo ab. Generell schon seit Jahren nehme ich im Winter immer ab, um die fünf Kilo. Bis jetzt kann man sich das nicht erklären.
Da solltest Du in jedem Fall dranbleiben. So ein Gewichtsverlust muss doch eine Ursache haben?

lg
margie
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Austin_1982 ist offline
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Seit: 04.12.15
Hallo!

UPDATE: Heute kam der Befund vom 24h-Harntest und der sieht wie folgt aus:

Spurenelemente im Harn: (4325 ml)

Kupfer im Harn: < 3,0 ug/l (7,0 - 40) *

Kupfer-Ausscheidung in 24 Stunden:

0,00 ug/24h (- 60)

Laut Hausarzt nun Morbus Wilson ausgeschlossen, ist laut ihm das Gegenteil. Weil ich ihn fragte warum kein man 0,00 Kupfer ausscheiden, meinte er da weil keines da sei. Mache jetzt mal einen Stuhltest auf Helicobacter.

Das mit dem 24h-Harntest ist ja gut und schön, vielleicht ein Laborfehler. Mich irritiert mein freies Kupfer: 6. Würde ja bedeuten das ich einen Überschuss von 6 habe oder etwa nicht?

Was soll ich nun tun?

Lg Daniel

AW: Verdacht auf Morbus Wilson?

margie ist offline
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Seit: 02.01.05
Hallo Daniel,

Kupfer im Harn: < 3,0 ug/l (7,0 - 40) *

Kupfer-Ausscheidung in 24 Stunden:

0,00 ug/24h (- 60)
Nein, hier stimmt etwas nicht. So wenig Kupfer hat nicht mal ein vollkommen gesunder Mensch und auch ein Mensch mit Kupfermangel würde in 24 h nicht einen Wert von 0,00µg haben.
Im übrigen sind die Kupferwerte nicht erst ab 60 µg in 24 Stunden verdächtig, sondern schon ab 40 µg.

Hast Du also 4,3 Liter gesammelt?
Wenn ja, ist das wohl der Grund, dass das Ergebnis "abartig" und wahrscheinlich auch falsch ist.

Wie hast Du denn gesammelt?
Denn einen so großen Sammelbehälter gibt es doch gar nicht, dass darin 4 Liter reinpassen.

Wieviele Sammelbehälter hast Du verwendet?
Man liest zuerst die gesammelte Menge ab.
Dann muss der gesamte Urin vor der Probenentnahme sehr gut durchmischt werden, weil sich Kupfer nach unten absetzt, wenn das nicht passiert.
Danach muss aus der gesamten gesammelten Menge eine Probe genommen werden.
Nur mal angenommen, Du hast bei 2 oder gar 3 Sammelbehältern die Probe nur aus einem Behälter genommen. Das wäre falsch.
Oder Du hast die Probe nur von oben abgeschöpft. Das wäre auch falsch


Glas darf nicht verwendet werden. Weder beim Sammeln, noch während der Probenentnahme, noch als Probenröhrchen.
Ebenso würde ich Metallgegenstände vermeiden.

Alternativ wäre die Frage, ob das Labor das Richtige war. Denn so wenig Kupfer hat ein Mensch nicht in einem 24 h Urin.
Ist es ein dt. Labor gewesen?
Wenn ja, schreibe mir doch per PN den Namen.
Ich kenne ein paar Labore schon, gerade ein paar die überregional arbeiten und mit denen ich teils negative Erfahrungen machen musste. Ich will hier aber niemanden öffentlich bloß stellen ..

Hast Du denn in den Vortagen einschließlich Sammeltag Medikamente oder Vitamine, Mineralstoffe oder andere NEMs eingenommen? Welche?
Vielleicht gab es da noch eine Beeinflussung?

Trinkst Du denn immer so viel, dass Du so viel Urin -4 Liter- sind eine große Menge hast?
Du hast doch grenzwertig hohes Kreatinin. Soll man da nicht weniger trinken?
Falls wirklich alles richtig gemacht worden ist, würde ich aus diesem zu niedrigen Kupferwert rückschließen, dass Deine Nieren tatsächlich nicht in Ordnung sind.

Ich bin gespannt, was Du zu meinen Fragen oben mitteilst.


Das mit dem 24h-Harntest ist ja gut und schön, vielleicht ein Laborfehler. Mich irritiert mein freies Kupfer: 6. Würde ja bedeuten das ich einen Überschuss von 6 habe oder etwa nicht?

Was soll ich nun tun?
Das freie Kupfer von 6 ist so hoch noch nicht.
Aber auch das kann erheblich schwanken.
Gesunde sollen ein negatives freies Kupfer haben, sagte mir mal ein Laborarzt, der in einer Klinik arbeitete, die einen sehr guten Ruf für diese Krankheit hat.

Das freie Kupfer ist sehr unterschiedlich bei den Patienten mit M. Wilson. Es hängt auch davon ab, in welchem Stadium man ist.
Ich hatte beim freien Kupfer Werte bis zu ca. 67. Aber ich hatte auch Werte um die 20 - alles vor meiner Behandlung.
Aber ich kenne Patienten, deren freies Kupfer nicht höher als ca. 20 ist bzw. war.

D. h. man kann als MW-Patient ein relativ niedriges freies Kupfer haben oder auch ein relativ hohes.
Es kann aber auch sein, dass Du Genträger bist. Aber selbst dann wäre das Kupfer im Urin höher. Da bin ich mir sicher.


lg
margie
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Geändert von margie (11.12.15 um 10:18 Uhr)


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