Schmerzen hinter den Rippen

17.04.15 22:02 #1
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casana ist offline
Beiträge: 19
Seit: 17.04.15
Hallo ihr Lieben.

Ich habe seit fünf Tagen schmerzen hinter den Rippen und weiß nicht mehr weiter.
Angefangen hat es Montags hinter dem linken Rippenbogen. Erst dachte ich es wäre der Magen. Ich fastete als einen Tag und hoffte es wäre am nächsten Morgen wieder weg. Dem war aber nicht so. Dienstags gingen die Schmerzen weiter und wurden sogar schlimmer. Ich war mir nun sicher, dass es nicht der Magen war. Es brennt, krampf und sticht hinter den Rippen. Eher seitlich Richtung Brust, manchmal ist es aber schwer zu lokalisieren.

Mittwochs war ich eh beim Hausarzt. Der tippte nach abhören auf den Magen und schickte mich mit Pantropazol nach Hause. Das half nicht. Nun begannnen die Schmerzen auch rechts.
Donnerstags sprach mich meine Physio an, evtl könnte es auch die Lunge sein. Vor zwei Monaten wurde ich am Knie operiert und da ich schon einmal eine Lungenembolie hatte, sollte man auch das besser ausschließen.
Also Freitags wieder zum Arzt.
Ich bekam also gestern eine Einweisung ins Krankenhaus zum Ausschluss Lungenembolie.
Im KH wurde ich direkt an den Monitor angeschlossen. Alle Werte waren super. EKG, Blutdruck, Puls, Sättigung perfekt. Die D-Dimere im Blut waren unauffällig, es spricht also nicht für eine Embolie.
Trotzdem wurde geröngt, das Ergebnis wurde mir nicht mitgeteilt, ich denke aber es war unauffällig.
Herz Echo auch unauffällig.

Heute bin ich auf eigene Verantwortung gegangen, denn übers Wochenende hätten die nichts mehr gemacht und eine Embolie haben die ja eh ausgeschlossen.

Was geblieben ist, sind die Schmerzen. Manchmal merke ich sie nun auch in den Rippen im Rückenbereich. Kein Schmerzmittel hilft. Ich habe im Krankenhaus Ibu und Novalgin bekomme. Keine Linderung.

Weiß jemand Rat?

AW: Schmerzen hinter den Rippen

Oregano ist offline
Beiträge: 61.734
Seit: 10.01.04
Hallo casana,

ist zum Ausschluß einer Lungenembolie auch ein CT gemacht worden?

Vor zwei Monaten wurde ich am Knie operiert
Ich könnte mir vorstellen, daß sich durch die Knie-Op (was wurde gemacht?) eine Fehlstellung entwickelt hat, so daß die Wirbelsäule anders belastet wird als vorher. Für solche Fragen würde ich als erstes zu einem guten Osteopathen gehen. Ein guter Physiotherapeut müßte das auch sehen können.

Hast Du nach der Knie-Op Gymnastik gemacht, wie z.B. hier gezeigt und in vielen anderen Links bei google?:
Übungen nach Knie-OP - so werden Sie wieder fit

Grüsse,
Oregano
__________________
They tried to bury us. They didn't know we were seeds.

AW: Schmerzen hinter den Rippen

casana ist offline
Themenstarter Beiträge: 19
Seit: 17.04.15
Hallo Oregano.

Vielen lieben Dank für Deine Antwort.
Es wurde kein CT gemacht. Die negativen D-Dimere im Blut schließen eine LE wohl aus.

Ehrlich gesagt fühlen sich meine Schmerzen nicht nach "Rücken" an und auch meine Physio hat nach einigem abtasten und Bewegungen das eher ausgeschlossen. Auch die Ärztin im Krankenhaus schloss das eher aus.
Es fühlt sich für mich auch tiefer an. Eher nach "Organ', wenn man das so spüren kann?!

Knie war eine offene OP entstehend aus einer Arthroskopie. Plikasyndrom. Ich bin bis vor vier Wochen auf Krücken gelaufem, seit dem laufe ich normal.

AW: Schmerzen hinter den Rippen

Oregano ist offline
Beiträge: 61.734
Seit: 10.01.04
Hallo casana,

ich habe aus eigenen Erfahrungen heraus nicht so viel Vertrauen in Ärzte bei Schmerzen z.B. im Knie.
Deshalb noch einmal die Empfehlung: geh' wenigstens - falls nicht schon geschehen - zu einem guten Osteopathen.

Grüsse,
Oregano
__________________
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AW: Schmerzen hinter den Rippen

casana ist offline
Themenstarter Beiträge: 19
Seit: 17.04.15
Hallo.

Alles klar, ich werde mal einen Termin bei meinem Ostheopaten machen.

Können die Nieren bis in die Rippen austrahlen? Bzw sich Schmerzen in den Nieren sich in den Rippen zeigen?

Das ist das einzige was mir sonst noch einfällt. Vermutlich habe ich eine Harnröhrenverengung. Termin beim Urologen ist allerdings erst in Ewigkeiten...

Schmerzen hinter den Rippen
Clematis
Zitat von casana Beitrag anzeigen
Alles klar, ich werde mal einen Termin bei meinem Ostheopaten machen.
Hallo Casana,

das ist in jedem Fall richtig, denn es könnte sich um eine Intercostalneuralgie handeln, die überall an den Rippen auftreten kann. An den Rippen entlang und dahinter verlaufen Nerven. Wenn diese Schmerzen, kann die Ursache im entsprechenden Segment der Wirbelsäule liegen. Da Du einige Zeit mit Krücken gelaufen bist, könnte das durch Fehlhaltungen die Ursache sein. Brennender, krampfender, stechender Schmerz paßt dazu. Siehe auch hier:
Schmerzen unter dem Rippenbogen. Cyberdoktor Patientenberatung.
Mit Hilfe der anatomischen Bilder dort kannst Du herausfinden, wo genau die Schmerzen sitzen und sie so genauer beschreiben.

Ehrlich gesagt fühlen sich meine Schmerzen nicht nach "Rücken" an und auch meine Physio hat nach einigem abtasten und Bewegungen das eher ausgeschlossen. Auch die Ärztin im Krankenhaus schloss das eher aus.
Solches abtasten, manchmal selbst ein MRT, sind wenig aussagekräftig. Osteopathen können das viel besser. Die Schmerzen können überall im Körper auftreten, da sämtliche Nervenstränge an der Wirbelsäule ihren Ursprung haben.

Manchmal merke ich sie nun auch in den Rippen im Rückenbereich. Kein Schmerzmittel hilft.
Das sind weitere Hinweise auf Nervenbeteiligung, sie strahlen weit aus und Schmerzmittel helfen nicht. Die Hämmer, die da helfen, sind so stark, daß man sich dabei wie ein Zombie fühlt.

Eine weitere Möglichkeit wäre eine Rippenfellentzündung, hier stimmt aber nur ein Symptom - beidseitig, die anderen passen nicht so recht zu diesem Bild. Wurde das bei dem Krankenhausaufenthalt abgeklärt? Oder haben die nur die Lunge untersucht?

Es kommt hier sehr auf den Ort des Schmerzes und seine Art an. Da er sich jetzt nicht mehr nur links, sondern auch rechts zeigt, kommen die o.g. eher in Frage, als etwa ein einzelnes Organ.

Ob Nierenschmerzen so weit nach unten ausstrahlen können, weiß ich leider nicht, doch ist es nicht sehr wahrscheinlich, daß gleich beide betroffen wären, also beidseitig Schmerz entsteht. Auch in den unten genannten Links tauchen Nieren nicht auf.

Das ist das einzige was mir sonst noch einfällt. Vermutlich habe ich eine Harnröhrenverengung.
Die Harnröhre hat natürliche Verengungen, weil sie sich um Organe und anderes winden muß. Meist kommt es hier nur zu Problemen, wenn Nierensteine in den Verengungen hängen bleiben. Bei diesen Schmerzen geht man "die Wände hoch". Sie könnten aber entzündet sein.

Hier findest Du eine Beschreibung der verschiedenen Ursachen und Symptome für Deine oder ähnliche Schmerzen:
Rippenschmerzen rechts oder links
Schmerzen Rippenbogen
Damit kannst Du die meisten Ursachen gleich ausschließen.

Dies gehört zwar nicht zu Deinen Fragen, aber vorsorglich, weil kaum ein Arzt darauf hinweist: Du hattest eine Lungenembolie. Geschah das während der Einnahme der Pille? Wenn ja solltest Du die Pille und sonstige hormonhaltige Verhütungsmethoden auf keinen Fall mehr anwenden. Eine Wiederholung ist sonst vorprogrammiert. Siehe auch hier: Risiko-Pille
Nicht nur die Drospirenon-Pillen sind riskant, auch ihre Vorläufer.

Gruß,
Clematis

Geändert von Clematis (18.04.15 um 13:18 Uhr)

AW: Schmerzen hinter den Rippen

casana ist offline
Themenstarter Beiträge: 19
Seit: 17.04.15
Hallo Clematis.
Intercostalneuralgie kam mir auch schon in den Sinn. Doch sollten die Schmerzen dann nicht auch Bewegungsabhängig sein? Ich merke keinen wirklichen Unterschied ob Bewegung oder nicht. Ich kenne das von meiner Mutter. Sie hat so eine Neuralgie in der Rippe. Wenn es bei ihr schlimm ist, kann sie kaum meine Tochter tragen.

Habe auch meine Krücken mal rausgeholt und getestet ob ich damit die Schmerzen herausfordern kann. Nichts.

Rippenfellentzündung kann insofern ausgeschlossen werden, als dass die Schmerzen nicht Atmenabhängig sind. Außerdem war der CRP am Donnerstag im KH im Normbereich. Hänge mal die Werte an. Die waren aber alle in Ordnung. Habe sie aus der Akte abfotografiert.

Wegen der Lungenembolie: Ich nehme eine Minipille, Wirkstoff Desogestrel, die darf wohl auch bei Thrombosegefahr genommen werden. Nehme sie vor allem zur Migräneprophylaxe.
Ach, falls wichtig oder für irgendwen interessant, ich nehme Topiramat 100mg am Tag, ebenfalls zur Migräne Prophylaxe.

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AW: Schmerzen hinter den Rippen

casana ist offline
Themenstarter Beiträge: 19
Seit: 17.04.15
Hier bin ich nochmal.

Also manchmal denke ich, es könnte doch der Magen oder ein anderes Verdauungsorgan sein.
Im Moment ist es schon fast Kolikartig. Minutenlang Ruhe. Dann wieder der Schmerz für einige Minuten. Ich scheint nun auch in die Mitte des Bauches auszustrahlen, also quasi zwischen die Rippenbögen.
Es ist wirklich sooo schwierig zu lokalisieren. Unglaublich.

AW: Schmerzen hinter den Rippen

casana ist offline
Themenstarter Beiträge: 19
Seit: 17.04.15
Und nochmal ich.
Habe gesehen die BSG ist sehr niedrig.
Könnte auf ein Leberproblem hinweisen. Uh, ein Anhaltspunkt?!

Schmerzen hinter den Rippen
Clematis
Zitat von casana Beitrag anzeigen
Intercostalneuralgie kam mir auch schon in den Sinn. Doch sollten die Schmerzen dann nicht auch Bewegungsabhängig sein?
Hallo Casana,

nicht unbedingt. Wenn die Nerven gereizt werden und das dauernd, dann schmerzen sie auch ohne begleitende neue Bewegungen.

Außerdem war der CRP am Donnerstag im KH im Normbereich. Hänge mal die Werte an. Die waren aber alle in Ordnung. Habe sie aus der Akte abfotografiert.
Das sieht alles sehr gut aus.

Wegen der Lungenembolie: Ich nehme eine Minipille, Wirkstoff Desogestrel, die darf wohl auch bei Thrombosegefahr genommen werden. Nehme sie vor allem zur Migräneprophylaxe.
Wegen der Migräne ist ein Verzicht wohl kaum machbar. Desogestrel gehört zur 3. Pillengeneration, mit der die Risiken sich verdreifachten. Zur Risikoreduzierung wäre eine Pille aus der 1. oder 2. Generation vorzuziehen, falls es die als Minipillen gibt. Dazu gehören:
1. Generation: Norethisteron und Lynestrenol
2. Generation: Levonorgestrel
ZahlenFakten
Ach, falls wichtig oder für irgendwen interessant, ich nehme Topiramat 100mg am Tag, ebenfalls zur Migräne Prophylaxe.
Zu Topiramat siehe hier:
Topiramat - DocCheck Flexikon
Das blockiert die Natrium-Kanäle. Deine Werte im Blut sind zwar prima. Doch kann dadurch sein, daß in den Zellen nicht mehr genug Natrium ankommt, was auch die Nervenzellen betreffen würde. Und Natrium ist zusammen mit Kalium das was der Körper dringend und immer braucht.

Aus dem Flexicon:
Aktionspotentiale, die durch anhaltende Depolarisation der Neuronen ausgelöst wurden, werden durch Topiramat in einer zeitabhängigen Art geblockt, was auf eine zustandsabhängige Blockade des Natriumkanals hinweist.
Beobachte bitte mal genau, ob die Schmerzen in irgendeinem zeitlichen Verhältnis zur Einnahme von Topiramat zu bringen sind. Die Wirkweise von Topiramat ist weitgehend unbekannt (bei Psychopharmaka ist das fast die Regel).

Und nochmal ich.
Habe gesehen die BSG ist sehr niedrig.
Freu Dich! Ein hoher Wert, hier über 30, signalisiert eine Entzündung, ist OK wie er ist.

Also manchmal denke ich, es könnte doch der Magen oder ein anderes Verdauungsorgan sein.
Im Moment ist es schon fast Kolikartig. Minutenlang Ruhe. Dann wieder der Schmerz für einige Minuten. Ich scheint nun auch in die Mitte des Bauches auszustrahlen, also quasi zwischen die Rippenbögen.
Und wie lange ist es her, daß Du Topiramat eingenommen hast? Das Medikament wirkt auf verschiedene Art und Weise auf die Nerven ein. Im Flexikon schau Dir die Nebenwirkungen Nervensystem an - sie kommen alle häufig vor. Die Fachinformation ist nicht zugänglich - dort werden sehr oft noch weitere Nebenwirkungen angegeben, die auch nicht im Beipackzettel stehen.

Und hier 1. Topiramat-Studien zeigen Wirkungslosigkeit mit starken Nebenwirkungen, zur Migräneprophylaxe NICHT geeignet!
Der allenfalls bescheidene Nutzen von Topiramat wird mit massiven Störwirkungen erkauft: Unter der am ehesten nachvollziehbaren Dosis von 100 mg dominieren Effekte auf das zentrale und periphere Nervensystem wie Parästhesien (51%), Müdigkeit (15%), Geschmacksstörungen, Schwindel (je 8%), Somnolenz (7%) und kognitive Beeinträchtigungen durch Konzentrationsprobleme (6%), Gedächtnis- und Sprachstörungen (je 7%) sowie gastrointestinale Störwirkungen wie Appetitlosigkeit (15%), Übelkeit (13%), Durchfall (11%) und Gewichtsabnahme (9%).8 Ebenfalls häufig ist mit Angst (5%),8 Nervosität und Depression (je 4%)9 zu rechnen. Missbrauch ist beschrieben.10,11 Im Tierversuch wirkt Topiramat teratogen und embryotoxisch.6 In Postmarketingberichten, unter anderem in der Indikation Epilepsie, werden Hypospadien bei männlichen Neugeborenen beobachtet.9 Vorsicht: Topiramat vermindert möglicherweise die Wirksamkeit oraler Kontrazeptiva.6
MIGRÄNEPROPHYLAXE MIT TOPIRAMAT (TOPAMAX MIGRÄNE)? - arznei telegramm
Und hier 2. wird Topiramat quasi zu Grabe getragen:
Cave Topiramat bei Migräne - Gefahr schwerer psychischer Störungen - arznei telegramm

Da das Arznei-Telegramm unabhängig arbeitet, kann man sich ziemlich sicher darauf verlassen.

Mit Deinen wandernden und dazu noch unterschiedlichen Schmerzen, erscheint es mir immer wahrscheinlicher, daß Topiramat zumindest teilweise dafür verantwortlich ist. Synergien zur Pille könnten das verstärken.

Nimmst Du außer Pille und Topiramat noch weitere Medikamente? Evtl. auch Nahrungsergänzungsmittel, wenn ja welche, wieviel?

Gruß,
Clematis

Geändert von Clematis (18.04.15 um 20:52 Uhr)


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