Ratlos: Schleim, Stimme, Geschmack

28.03.15 18:13 #1
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Georges44 ist offline
Beiträge: 7
Seit: 08.09.14
Hallo,
Erlaubt mir, mich kurz vorzustellen.. Mann, 56, verheiratet, 3 Kinder, eigentlich aktiv und sportlich, aber inzwischen vollkommen im Griff eines gesundheitlichen Problems, für das ich trotz zahlreicher Arztbesuche einfach keine Hilfe finde.

Ich versuche mich kurz zu fassen, in der Hoffnung, dass der eine oder andere den Post bis zu Ende liest und vielleicht mit den Symptomen irgendwas anfangen kann. Jede Hilfe und Verbesserung der aktuellen Situation wären für mich Gold wert, denn ich bin inzwischen doch recht verzweifelt.

Vor 20 Monaten, von einem Tag auf den anderen, war meine Stimme belegt und rau, ich musste mich vor/nach jedem dritten Satz räuspern. Fühlte sich eigentlich harmlos an, aber das Gefühl war mir fremd. Keine übliche Heiserkeit, eher ein immer wiederkehrendes Kribbeln auf den Stimmbändern und eine belegte, angestrengte Stimme. Nach dem Räuspern dann für einen kurzen Moment ok - und wieder von vorn.

Dazu ein sehr fremdartiger, übler Geschmack im Mund und seltsamerweise sehr viel Luft im Bauch. Auch Übelkeit, nicht extrem, eher das Gefühl als ob der Magen ständig roh und leer wäre – sehr ähnlich dem Gefühl von Heisshunger. Auch blieben beim Essen leichter Nahrungsteile diese öfters im Hals stecken. Ausgiebiges Räuspern und Husten beförderte sie dann wieder hoch (Traubenschalen etwa, Chipsstückchen usw.)

Hausarzt nach einer Woche empfiehlt HNO. HNO sagt er sieht nix, verschreibt Emser Salzspray und sagt, ich solle abwarten und mir keinen Kopf machen, das gehe wieder weg. Nach 6 Wochen Situation unverändert, also wieder zum HNO. Er sieht immer noch nix und denkt es sei dann wohl irgendwie psychisch. Gleichwohl Standardallergietests, sowie Laktose und Fruktose ohne Befund. Refluxmessung ergibt auch keinen auffälligen Wert. Also weiter abwarten.

Nach 3 Monaten wieder zum HNO, da es einfach nicht besser wird und meinen Alltag inzwischen enorm belastet. Der schickt mich ins CT zwecks Durchleuchtung des Halses – kein Befund. Schliesslich überweist er mich zum Gastroenterologen zwecks Darm- und Magenspiegelung. Wieder ohne Befund.

Nach ca 10 Monaten unveränderter Symptome gibt es allmählich eine Veränderung: Jetzt kommt öfters beim Räuspern Schleim hoch: durchsichtig mit zahlreichen grauen, vielleicht auch blassgelben Flecken gespickt. Diese Schleimklumpen sind von extrem zäher und klebriger Konsistenz, dick wie Silikon, kleben wie Pech am Finger und lassen sich 15 cm und mehr auseinanderziehen ohne abzureissen. Für mich wenigstens ein konkreter Anhaltspunkt – es ist zum Verrücktwerden all diese Symptome zu haben ohne dass irgendwas konkret nachweisbar ist..

Schleimanalyse ergibt grosse Anzahl an Leucozyten. Hausarzt schlägt Bronchoskopie vor; die wird auch durchgeführt, wieder ohne Befund. Übrigens sagt auch mein Zahnarzt, dass die Zähne in Ordnung seien, und dass meine wenigen verbliebenen Amalgamfüllungen diese Symptome seiner Erfahrung nach auch nicht erklären können.

In meiner steigenden Verzweiflung versuche ich es letztendlich noch mit traditioneller chinesischer Medizin, aber auch 12 Sitzungen Akupunktur verändern nichts zum Besseren.

So, und nun sind 20 Monate vergangen. Mein Hals schmerzt weiter jeden Tag, der abstossende Geschmack bleibt nach wie vor (vermutlich der Schleimgeschmack), die leichte Magenverstimmtheit ist auch unverändert, nur die Luft im Bauch ist weniger geworden. Leider kann man die Gedanken an die Mundhöhle und den Hals nicht abschalten – mir ist durchaus bewusst, dass es nicht zur fixen Idee werden soll, aber der Schleim, den ich alle 10 Minuten ausspucke sieht auch nicht nach fixer Idee aus. Ich habe mich sozial ein gutes Stück zurückgezogen, das Räuspern nervt verständlicherweise mein Umfeld, die schmerzende Stimme lässt mich wenig reden, die unberechenbare, dauernde Übelkeit ist auch nicht förderlich bei Einladungen und Abenden mit Freunden.

Es wäre grossartig, wenn jemand hier im Forum noch eine gute Idee, einen Vorschlag, eine mögliche Strategie hätte – so wie jetzt ist der Alltag mir doch sehr zur täglichen Last geworden.

Vielen, vielen Dank!
Georges


AW: Ratlos: Schleim, Stimme, Geschmack

Flexone ist offline
Beiträge: 176
Seit: 09.05.14
amalgam traue ich nicht über den weg. was machst du den beruflich wenn ich fragen darf, irgendwas mit dämpfen, lösemitteln etc zu tun?

Ratlos: Schleim, Stimme, Geschmack

Georges44 ist offline
Themenstarter Beiträge: 7
Seit: 08.09.14
Hallo Flexone,

Amalgam ist mir eigentlich auch verdächtig. Andererseits spricht aber einiges dagegen, zum Beispiel dass diese Symptome quasi von einem Tag zum anderen aufgetreten sind, oder auch dass ich die paar Amalgamfüllungen teilweise schon über 15 Jahre habe ohne irgendwelche Beschwerden. Vor 10 Jahren habe ich den Zahnarzt gewechselt, seitdem mache ich nur noch Kunststofffüllungen. Auch dem Zahnarzt kommt der Zusammenhang unwahrscheinlich vor und er denkt, dass ein Ausleiten des Amalgam im Moment mehr Schaden anrichten würde als dass es helfen könnte.

Beruflich bin ich keinen Dämpfen ausgesetzt, sondern Schülern (die allerdings manchmal tatsächlich das eine oder andere ausdampfen )

AW: Ratlos: Schleim, Stimme, Geschmack

ullika ist offline
Beiträge: 2.019
Seit: 27.08.13
Ich würde auf Parasiten in der Bauchspeicheldrüse tippen, aus meiner Erfahrung würde ich einen Test bei einem Heilpraktiker machen, der über ein NLS Bioresonanzgerät verfügt.

Oder du versuchst auf gut Glück eine Woche lang ohne Milchprodukte und wenn Fleisch, nur Huhn, nimmst ein paar natürliche Parasitenkräuter wie Wermut.

Vielleicht hilft dir folgender Artikel weiter:

Fleisch und Milch: ?bertr?ger gef?hrlicher Krankheitserreger
__________________
Der Weg zur Gesundheit führt durch die Küche, nicht durch die Apotheke (Sebastian Kneipp)

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Tarajal ist offline
Beiträge: 4.403
Seit: 12.05.13
Ich frage zur besseren Orientierung an, wie ernährst Du Dich, also Frühstück, Mittag, Abendessen etc.

Möglichst genau bitte und wo wir gerade dabei sind, was und wieviel von was trinkst Du so am Tag?

Liebe Grüße Tarajal :-)

AW: Ratlos: Schleim, Stimme, Geschmack

Oregano ist offline
Beiträge: 61.734
Seit: 10.01.04
Hallo Georges,

Vor 20 Monaten, von einem Tag auf den anderen, war meine Stimme belegt und rau, ich musste mich vor/nach jedem dritten Satz räuspern.
Kannst Du Dich erinnern, ob vor Beginn der Beschwerden etwas geschehen ist, was damit zusammen hängen könnte?:
- Zahnbehandlung, neue Möbel, neuer E-Smog im Haus oder in der Umgebung, Schimmel/Wohngifte im Haus oder am Arbeitsplatz, Renovierung zu Haus oder am Arbeitsplatz ... -

Wenn Du Lehrer bist, könnten sich auch die Stimmbänder überanstrengt haben. Auf jeden Fall sollte das auch mit untersucht werden, falls der HNO das nicht schon gemacht hat. Evtl. wäre ein zweiter HNO nicht schlecht...

Hier werden viele Ursachen genannt (das Amalgam würde ich trotzdem im Kopf behalten):

http://www.onmeda.de/symptome/auswur...en-9832-2.html

...
Häufige Ursachen von Heiserkeit sind:

Erkältungen und Grippe (akute Entzündung)
Überlastung der Stimme (Singen, Schreien etc.)
Rauchen
Polypen oder gutartige Wucherungen an den Stimmlippen (z. B. „Sängerknötchen“)
Diphtherie und Pseudokrupp
Lähmungen, z. B. nach Schilddrüsenoperationen
Schilddrüsenvergrößerungen
Fehlstellungen der Halswirbelsäule und des Kiefers
Allergien
Reflux-Krankheit (Sodbrennen)
Kehlkopfkrebs
psychische Ursachen
Medikamente (z. B. Kortison-Sprays, Antihistaminika)
eingeatmete Reizstoffe oder Stäube (Schutzmaske auch beim Heimwerken tragen!)

Grundsätzlich gilt: Gehen Sie zum Arzt, wenn Sie länger als 2 Wochen heiser sind. Der erste Ansprechpartner ist Ihr Hausarzt. Wenn er eine chronische Infektion ausgeschlossen hat, dann sollte er Sie an einen HNO-Arzt überweisen, der Ihren Kehlkopf z. B. mit einem speziellen Spiegel genauer inspizieren kann.

Richtiges Sprechen schont Ihre Stimme
Bei bis zu 60 % der Patienten, die mit Stimmproblemen zum HNO-Arzt kommen, lässt sich jedoch keine organische Ursache für die Heiserkeit entdecken. Vielfach ist dann einfach eine Überlastung der Stimmbänder die Ursache, z. B. durch zu lautes oder zu langes Sprechen. Das kann langfristig zu einer chronischen Entzündung der Stimmbänder führen. Dann ist nicht nur die Stimme heiser, sondern die Betroffenen klagen über ständige Schmerzen in der Halsregion.
...
http://www.fid-gesundheitswissen.de/...ten/102910832/
http://starke-stimme.de/stimmtraining-fuer-lehrer/

Grüsse,
Oregano
__________________
They tried to bury us. They didn't know we were seeds.

Geändert von Oregano (29.03.15 um 09:31 Uhr)

Ratlos: Schleim, Stimme, Geschmack

Georges44 ist offline
Themenstarter Beiträge: 7
Seit: 08.09.14
Zitat von ullika Beitrag anzeigen
Ich würde auf Parasiten in der Bauchspeicheldrüse tippen, aus meiner Erfahrung würde ich einen Test bei einem Heilpraktiker machen, der über ein NLS Bioresonanzgerät verfügt.

Oder du versuchst auf gut Glück eine Woche lang ohne Milchprodukte und wenn Fleisch, nur Huhn, nimmst ein paar natürliche Parasitenkräuter wie Wermut.
Hallo Ullika,

Weil sie schleimfördernd sind, habe ich Milchprodukte schon weggelassen, sogar über etliche Monate hinweg, aber leider ohne Erfolg.

Danke für den Tipp mit der Bioresonanzmethode. Das ist ganz sicher einen Versuch wert. Ich werde mich mal schlau machen, ob das hier in der Gegend angeboten wird.

Liebe Grüße,
Georges

Ratlos: Schleim, Stimme, Geschmack

Georges44 ist offline
Themenstarter Beiträge: 7
Seit: 08.09.14
Hallo Tarajal,

Naja, ausser dem Frühstück sind meine Mahlzeiten sehr verschieden:

Morgens eigentlich immer identisch: Eine Tasse Kaffee plus eine Scheibe Brot mit Butter und Marmelade. Dazu gab es bis vor den Symptomen jeweils Yoghurt mit Müsli. Das habe ich dann für lange Zeit beiseite gelassen, inzwischen leiste ich es mir aber wieder so an 2 oder 3 Tagen pro Woche.

Mittags ca dreimal die Woche etwas Fleisch mit Reis, Nudeln oder Kartoffeln plus Gemüse oder Salat. Die anderen Tage sind ähnlich, bloss dann statt Fleisch Tofu, Fisch, Eier, Pilze, oder auch mal einfach eine Gemüsepfanne. Dazu jeweils ein Glas Wein und nach dem Essen einen Espresso.

Abends Brot, Käse (jetzt wieder), Marmelade, gelegentlich etwas Roh- oder Kochschinken. Abends trinke ich Wasser und danach oft noch eine Tasse Früchtetee.

An der Schule steht in den Pausen morgens und nachmittags im Prinzip ein Stück Obst auf dem Programm.

Trinken insgesamt: 2 Kaffee, auf der Arbeit ca 2-3 Glas Sprudelwasser, zu Hause ca 3-4 Glas stilles Mineralwasser, 1 Glas Wein, 1 Tasse Tee.

Ausnahmen bestätigen die Regel: Einmal die Woche wird im Restaurant aus dem Glas Wein ein Viertel, am Tresen mit Freunden verliert das Mineralwasser gegen 1-2 Bier .

Liebe Grüße,
Georges

Ratlos: Schleim, Stimme, Geschmack

Georges44 ist offline
Themenstarter Beiträge: 7
Seit: 08.09.14
Zitat von Oregano Beitrag anzeigen
Hallo Georges,

Kannst Du Dich erinnern, ob vor Beginn der Beschwerden etwas geschehen ist, was damit zusammen hängen könnte?:
Hallo Oregano,

Eigentlich ist nichts besonderes passiert, ausser dass der Beginn der Beschwerden in der Tat mit einer für die Stimme stressigen Zeit übereinandergefallen ist. Es war im Sommer 2013, in der letzten Schulwoche, also nach Klassenfahrt, vielen Elternsprechstunden, Schulfest usw.

Sofort anschliessend war Ferienbeginn, so dass ich die Stimme schonen konnte, und trotzdem Räusperzwang, übler Geschmack, Übelkeit in diesen Wochen keinen Deut besser wurden. Der HNO hat die Stimmbänder untersucht und sieht eigentlich nichts Anormales.

Bei einem zweiten HNO war ich inzwischen auch, aber auch der sieht keine Stimmbandprobleme, und hat genau wie der erste keine klare Idee, woher der Schleim kommen könnte. Sein Vorschlag war evtl. eine CT der Nasennebenhöhlen durchzuführen – die habe ich aber noch nicht gemacht, auch weil ich zögere es mit den CTs zu übertreiben. Immerhin wurde erst vor ein paar Monaten der ganze Halsbereich durch die Röhre geschickt.

Das Haus habe ich von einem Umweltmedizinischen Labor untersuchen lassen. Es wurde in einem Teppich unserer Wohnstube eine hohe Konzentration an Eulan gefunden. Daraufhin haben wir den Teppich entsorgt. Das ist jetzt einen Monat her.

Liebe Grüße,
Georges

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mondvogel ist offline
Beiträge: 5.086
Seit: 07.04.10
Zitat von Georges44 Beitrag anzeigen

Hausarzt nach einer Woche empfiehlt HNO. HNO sagt er sieht nix, verschreibt Emser Salzspray und sagt, ich solle abwarten und mir keinen Kopf machen, das gehe wieder weg.
Hallo Georges,

Hat der HNO die Stimmbänder angeschaut? Wenn ja, hat er etwas Auffälliges sehen können?

(und jetzt lese ich noch die anderen Antworten - vielleicht klärt sich das in den anderen Beiträgen )

Lieben Gruß, mondvogel
__________________
"There is a crack in everything. That's how the light comes in." Leonard Cohen (RIP)


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