Dauerschwindel seit 5 Jahren

24.10.14 09:22 #1
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Dauerschwindel seit 5 Jahren

Carlita ist offline
Themenstarter Beiträge: 24
Seit: 20.10.14
So, mal wieder ein Update. Mein Mann verzichtet jetzt seit drei Tagen auf histaminhaltige Lebensmittel. Wir hatten ja gehofft, dass sich dadurch relativ schnell eine Besserung zeigen würde. Leider ist genau das Gegenteil eingetreten: ihm geht es seitdem viel schlechter, weil der Schwindel stärker geworden ist. Er fühlt sich zwar nicht mehr eindeutig nach links geneigt, aber er sagt, dass es sich nun anfühlt, als würden um ihn rum Personen stehen, die ihn ruckartig in alle Richtungen ziehen würden. Er kann sich heute kaum auf den Beinen halten.
Hat jemand eine Idee, woran das nun schon wieder liegen könnte? Gibt es eine Art Erstverschlimmerung beim Verzicht auf histaminreiche Lebensmittel?

Geändert von Carlita (31.10.14 um 13:21 Uhr)

Dauerschwindel seit 5 Jahren

Frank183 ist offline
Beiträge: 561
Seit: 29.11.09
Tja, ist schwer zu sagen. Ich selbst habe große Fortschritte gemacht, als ich anfing ein Anti-Histaminikum zu nehmen (Cetirizin). Vielleicht sollte er das mal probieren. Wenn das nichts nützt, dann ist wohl eine HIT eher nicht der Fall.

LG
Frank

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Carlita ist offline
Themenstarter Beiträge: 24
Seit: 20.10.14
Frank, Cetirizin hat er schonmal testweise genommen, das hat nichts bewirkt...

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Frank183 ist offline
Beiträge: 561
Seit: 29.11.09
Carlita ... in dem Fall vermute ich, dass HIT, sofern vorhanden, mit dem Schwindel nichts zu tun hat.

Ich selbst beschäftige mich gerade mit "episodischer Ataxie", schaut doch mal hier, ob das bekannt vorkommt:

Video "Abenteuer Diagnose: Nervenkrieg" | ARD Mediathek | Visite

Dauerschwindel seit 5 Jahren

margie ist offline
Beiträge: 4.488
Seit: 02.01.05
Hallo Carlitta,

Du hast oben geschrieben, dass Hämoglobin, Hämatokrit und Cholesterin leicht erhöht waren.

Bei erhöhtem Hämoglobin und erhöhtem Hämatokrit würde ich fragen, ob Dein Mann zuviel Eisen haben könnte?
Wurden mal folgende Werte gemessen und wie hoch waren die:
-Eisen im Serum
-Ferritin (Speichereisen)
-Transferrinsättigung

Waren mal die Leberwerte auffällig (auch nur leicht außer der Norm)?
War Leber und Milz im Ultraschall mal auffällig?

lg
margie
__________________
“Das Fleisch, das wir essen, ist ein 2-5 Tage alter Leichnam.” - Volker E. Pilgrim, Schriftsteller

Dauerschwindel seit 5 Jahren

Carlita ist offline
Themenstarter Beiträge: 24
Seit: 20.10.14
Zitat von margie Beitrag anzeigen
Wurden mal folgende Werte gemessen und wie hoch waren die:
-Eisen im Serum
-Ferritin (Speichereisen)
-Transferrinsättigung
Hallo Margie,
wir bekommen am Donnerstag dazu neue Blutergebnisse. Bisher waren die Werte immer unauffällig, bzw. wurden noch nicht getestet.
Leber und Milz wurden noch nicht geschallt, weil es dazu wohl keinen Anlass gab. Leberwerte werden aufgrund des Antidepressivums engmaschig kontrolliert.
LG

Dauerschwindel seit 5 Jahren

Carlita ist offline
Themenstarter Beiträge: 24
Seit: 20.10.14
So, hier kommen die Blutergebnisse (in Klammern die Normwerte):

fT3 3,10 (2,00-4,40)
fT4 1,74 (0,93-1,70) -> zu hoch!
TSH: 1,060 (0,270-4,200)
Cholesterin: 210 (<220)
Glucose: 96 (70-110)
Ferritin: 209,9 (30,0-400,0)
Vit D total (25 OH): 18,0 (>30,0) -> viel zu niedrig!
Pyridoxal-5-Phosphat: 6,6 (3,6-18,0)
EBV-VCA-Ak (IgG): positiv (negativ)
EBV-VCA-Ak (IgM): negativ (negativ)
EBV-EBNA1-Ak (IgG): positiv (negativ)
Borrelien-Ak (IgG): <10 (<10)
Borrelien-Ak (IgM): <18 (<18)
Mikrosomale Schilddrüsen-Ak: <10 (bis 34)
Folsäure: 5,0 (4,6-18,7)
PHOS: 2,2 (2,5-4,5) -> zu niedrig
MGS: 0,88 (0,65-1,05)
TRAK_S: 0,8 (<1,8)
Selen: 97 (BAT-Wert: <15)
Vit A: 680

Der Arzt sagte, es gäbe anhand der Werte Hinweise auf eine Schilddrüsenüberfunktion, nächste Woche wird geschallt. Ob der Schwindel davon kommen könnte konnte er allerdings nicht sagen. Desweiteren hat mein Mann ein Rezept für Dekristol bekommen, um das Vitamin D aufzufüllen. Und oh Wunder, diesmal war der Arzt sehr nett Er hatte wohl nicht damit gerechnet, dass irgendetwas im Blut auffällig sein könnte ...
Ich bin sehr gespannt, wie es weitergeht. Halte euch auf dem Laufenden!

LG, die Carlita

AW: Dauerschwindel seit 5 Jahren

tiga ist offline
Beiträge: 1.283
Seit: 16.03.10
Hallo carlita,

klasse, dass du deinen Mann so unterstützt


Zitat von Carlita Beitrag anzeigen
So, mal wieder ein Update. Mein Mann verzichtet jetzt seit drei Tagen auf histaminhaltige Lebensmittel. Wir hatten ja gehofft, dass sich dadurch relativ schnell eine Besserung zeigen würde. Leider ist genau das Gegenteil eingetreten: ihm geht es seitdem viel schlechter, weil der Schwindel stärker geworden ist. Er fühlt sich zwar nicht mehr eindeutig nach links geneigt, aber er sagt, dass es sich nun anfühlt, als würden um ihn rum Personen stehen, die ihn ruckartig in alle Richtungen ziehen würden. Er kann sich heute kaum auf den Beinen halten.
Hat jemand eine Idee, woran das nun schon wieder liegen könnte? Gibt es eine Art Erstverschlimmerung beim Verzicht auf histaminreiche Lebensmittel?

Nein, als Erstverschlimmerung würde ich es nicht einschätzen.
Ich würde das unbedingt als Hinweis sehen, dass sein Schwindel ernährungsbedingt zumindest stark beeinflussbar ist und sehe hier eine große Chance.

Ihr habt versucht histaminhaltige und histaminfreisetzende Lebensmittel zu meiden.
Das sind soo viele. Was habt ihr stattdessen gegessen?
Vermehrt Milchprodukte, vermehrt Fruchtzuckerhaltiges, vermehrt Getreide?

Ich würde Fruktose-, Sorbit-, Gluten- oder Milchunverträglichkeit dringend weiter verfolgen.
Derstreek sprach die Fructose bereits an und erwähnte Blähungen.

Aus eigener Erfahrung und der Erfahrung mir nahestehender Personen kann ich mit Gewissheit sagen, dass eine Fruktoseintoleranz sich sehr unterschiedlich äußern kann. Dabei gibt es kein eindeutiges Symptom.
Bei mir zeigten sich früher starker Blähbauch, wässrige Durchfälle, oder gänzlich unverdaute Nahrung, Akne. Später veränderte es sich und es schlug mir auf die Muskeln, Gelenke, Kopfschmerzen, Übelkeit, Konzentrationsstörungen, breiiger Stuhl, leichter Blähbauch.

Meine Mutter hingegen hatte als schwerwiegendstes Symptom „nur“ Schwindel. Dazu Herzrasen und vermehrtes Aufstoßen.
Der Stuhlgang war etwas lahm und kugelartig geformt.

Eine Freundin hatte befürchtet, dass ihre vor Jahren eigentlich besiegte Borreliose zurückkehrt.
Ihr war dauernd schwindelig, hatte schlagartige Denkstörungen, Störungen der Koordination (oft Schwierigkeiten die Hände fließend zu koordinieren, driftete beim Gehen in eine Richtung ab), Taubheitsgefühle an verschiedenen Körperstellen, Kribbeln im Gesicht vor allem um den Mund herum, kugelförmiger Stuhlgang, Stimmungsschwankungen in Richtung Lethargie, Traurigkeit, nächtliches Frieren, Unwirklichkeitesgefühle, Libidoverlust, Gelenkschmerzen, Kopfschmerzen, inneres Zittern..
Nach einigen „Experimenten“ verschwand nahezu ALLES, als sie sich sehr fruktosearm ernährte.
Als Geschenk bekam sie noch jahrelang ausgebliebene Traumerinnerung zurück.
Das einzige was nicht verschwand, waren die Kribbel- und Taubheitsgefühle im Gesicht.
Sie fand heraus, dass die bei ihr entstehen, wenn sie Kaffee mit Milch trinkt. Lustigerweise nicht bei Kaffee pur und auch nicht bei Milch pur.

Mein Gedanke zu derart unterschiedlicher Symptomatik ist:
Jeder Organismus hat seine individuellen Schwachstellen. Bei mir sind aufgrund einer anderen Erkrankung die Muskeln und das Gehirn meine größte Schwachstellen, bei meiner Freundin hat die Borreliose vor Jahren verschiedene Schäden angerichtet, die nun ihre Schwachstellen sind.
Sie war ca. 3 Jahre schwer krank. Ich halte es in ihrem Fall durchaus für möglich, dass sie die Borrelien immernoch beherbergt, ihr Körper sich aber gut regulieren kann, wenn das Milieu stimmt. Kippt ihr Körpermilieu durch die Verwertungsstörung der Fruktose in Richtung sauer und wird ihr Immunsystem permanent durch den Fruchtzucker belastet, wird haben die Borrelien (bzw. alle Erreger) ein gutes Klima, um sich wieder auszubreiten und diverse Symptome flackern wieder auf.. Vielleicht sind es aber auch „nur“ viele zurückgebliebene Schäden, die der Körper gut kompensieren kann, wenn er nicht zusätzlich durch die Fruktose belastet wird.

Mein Vorschlag wäre nun, systematisch auszutesten, welche Nahrungsmittelgruppen den Zustand deines Freundes beeinflussen.
Du erwähntest zwar, dass es ihm bei 3 Obsttagen gut ging, aber – auch aufgrund der o.g. Erfahrungen – es ist meist so, dass der Körper erstmal so eine Art Null-Linie haben muss, um überhaupt klare Signale geben zu können. Wenn permanent irgendetwas belastendes im Körper rotiert, können die Signale undeutlich werden. Man blickt nicht mehr durch, erkennt keinen zeitlichen Zusammenhang.., der Körper reagiert irgendwann, irgendwie – mal mehr, mal weniger deutlich.

Darum würde ich so vorgehen, dass eine Karenzzeit von mindestens 5 Tagen eingelegt wird, in der nur sehr reizarme Nahrung gegessen wird. z. B. Polierter, in reichlich Wasser gekochter Reis (kein Vollkornreis, so kochen, dass die vielen Inhaltstoffe ins Wasser übergehen und mit dem Kochwasser weggeschüttet werden), Geflügel, Gurke (evtl. auch gedünstet), Kartoffeln nur, wenn sie vorher geschält und geschnitten 24 Stunden in Wasser lagen. Vielleicht noch Butter und Öl, Salz.
Mehr besser nicht.

Dann einen Kalender, oder eine Wochenübersicht als Tagebuch nutzen.
Dafür eine Legende für alle Symptome und deren Schweregrad ausdenken.
Zum Beispiel für den üblichen Schwindel einen kleinen Kreis, für den zuletzt beschriebenen Schwindel ein Dreieck, für Panikattacken ein P, usw..
Das ganze kann man dann noch je nach schwere mit einem Wert von 0-10 beziffern.

Dann TÄGLICH haargenau eintragen, was wann gegessen und getrunken wurde und für die Tageszeiten morgens, mittags, abends jeweils die Symbole für Symptome und den Schweregrad eintragen.

Nach den 5-10 Karenztagen jeweils 2 Provokationstage einlegen, dann – je nach Beschwerden wieder 2-4 Karenztage.
Für die Fructose würde ich im Supermarkt Fruchtzucker kaufen und an 2 Tagen morgens auf leeren Magen einen vollen Teelöffel nehmen. Dann über den Tag immer viel Fruchtzucker in die Mahlzeiten einbauen. z.B. viel Obst, fruktosereiche Gemüsesorten, dabei aber weiterhin auf Getreide- und Milchprodukte verzichten. Pingelig das Symptom- und Ernährungstagebuch Tagebuch führen.

Dann, nach 2-4 Karenztagen z.B. 2 Milchreiche Tage einlegen (gern auch mit einer Extra-Portion Milchzucker pur), dabei auf Fruchtzucker, Getreide, Histamin verzichten.. und später das gleiche Spiel mit Getreideprodukten.

Sicher anstrengend, aber allemal einen Versuch wert.

Viele Grüße - tiga
__________________
Fragen zu Behandlungen usw. bitte öffentlich im Forum stellen.

Geändert von tiga (06.11.14 um 14:29 Uhr)

AW: Dauerschwindel seit 5 Jahren

Frank183 ist offline
Beiträge: 561
Seit: 29.11.09
Hallo Carlita,

nach meinem Verständnis ist der fT4-Wert nicht sooo maßgeblich, da das eher so das "Depot" ist, während das fT3 der "aktive" Part ist. Aber ja, die andere Werte deuten tendenziell eher Richtung Überfunktion als Unterfunktion, aber ich würde da eher keinen Zusammenhang sehen.

@tiga: ich möchte hier keinen "Hijack" begehen, aber ich würde gerne mal kurz bei FI einhaken. Bei Deiner Mutter ging da tatsächlich der Schwindel weg ? Ist ja hochinteressant. Außerdem: wie lange dauert es denn nach dem Essen, bis sich Symptome bemerkbar machen, oder ist das unterschiedlich ?

Hast jemand schon mal Xylose isomerase probiert, z.B. "Xylosolv" ?

VG
Frank

Dauerschwindel seit 5 Jahren

Highlightt ist offline
Beiträge: 470
Seit: 16.08.14
Hallo Carita,

prima, dass Ihr die Werte jetzt habt . Ja, Borreliose, Unterfunktion oder Hashimoto ist demnach sehr unwahrscheinlich, Schilddrüse schallen ist trotzdem eine gute Idee.
Dekristol: Am besten die Dosierung bzw. Dauer ausrechnen, damit Dein Mann den Zielwert erreicht und danach die Erhaltungsdosis beibehalten kann. Wichtig: Vit.D verbraucht viel Magnesium! Unbedingt (am besten abends) ausreichend Magn. einnehmen! Ich nehme -dank des Tipps von kopf- Trimagnsiumdicitrat.....es enthält mehr Magn. als nur citrat und ich vertrage es besser. Außerdem sollte man Vit. K 2 zusätzlich einnehmen bei Vit-D-Zufuhr.
Folsäure ist auch an der untersten Kante....würde ich substituieren!
Man darf nicht vergessen: Labor-Richtwerte wurden irgendwann bestimmt aus einem Durchschnitt vieler Blutwerte.....vorallem von kranken Menschen.....eher weniger von Gesunden! D.H. also, diese Richtwerte muss man deutlich kritischer lesen! Knapp grenzwertig tief ist also in Wahrheit meisteens bereits zu wenig!!

LG

Highlightt
__________________
Die höchste Form des Glücks ist ein Leben mit einem gewissen Grad an Verrücktheit.

Geändert von Highlightt (06.11.14 um 18:04 Uhr)


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