Leberwerte erhöht

06.10.14 16:55 #1
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videogame ist offline
Beiträge: 26
Seit: 26.01.12
Hallo zusammen.
Im Rahmen einer Blutuntersuchung wurden folgende Wert festgestellt:

ASAT (GOT) 154 U/I (Normwert 10-50)
ALAT (GPT) 268 U/I (Normwert 10-50)
GGT 37C 234 U/I (Normwert 10-66)

Ich männlich, über 30, schlank habe natürlich anfangs mal blöd geguckt.

Aber dann ist mir aufgefallen, um meine Migräne/Kopfschmerzen zu behandeln habe ich die letzten Tage - Aspirin Complex, Mefenaminbene, und Novalgin Tropfen genommen. Aspirin Complex auch deswegen, weil eine Verkühlung umgeistert und ich auch diese dann hatte.

Ich bin dann auf eigene Faust zur Sonografie und diese war normal. Leber, Galle, Bauchspeicheldrüse ... ok!

Ich hatte schonmal vor Jahren Leberwerte um so 180, auch wieder alle 3.

Auch damals wurde Ultraschall gemacht und nix festgestellt.

Ich bekam Legalon (Mariendistel) Kapseln und nach 3 Monaten waren meine Leberwerte in der Norm und total schön.

Jetzt meine Frage; was glaubt ihr, habe ich?

Ist das durch die Medikamente bedingt. Novalgin hört man ja nix gutes.
Aber gegen die Kopfschmerzen hats verdammt gut gewirkt.

Oder habe ich eine andere Lebererkrankung?

Kann man anhand des Typos, sprich, dass alle 3 Werte erhöht sind, irgendwas sagen in welche Richtung dass das zielt?

Ich meine nämlich mal irgendwo gelesen zu haben, wenn nur GGT erhöht ist, und die anderen normal, dann deutet das auf Alkohol hin.

Sonst bin ich gesund, gehe auch regelmäßig Plasmaspenden.

Irgendwie bin ich total verunsichert, oder sind das noch Werte die im Rahmen sind?

Wie gesagt ich hatte in der Vergangenheit manches Mal erhöhte Werte... die sich dann mit Legalon normalisiert haben, also gebe ich den Medikamenten die Schuld, wo ich aktuell keine mehr nehme.


Leberwerte erhöht

margie ist offline
Beiträge: 4.488
Seit: 02.01.05
Hallo Videogame,

nein, von den Medikamenten hast Du diese erhöhten Leberwerte vermutlich nicht.
Ich vermute, dass Du eine unerkannte Lebererkrankung hast.

Wurde Dir mal gesagt, dass Du viel Eisen hast?
Wurde mal Ferritin (Speichereisen) oder die Transferrinsättigung bei Dir bestimmt?
Eine sehr häufige Leberkrankheit ist die sog. Eisenspeicherkrankheit (Hämochromatose). Es ist eine durch Gendefekte verursachte Krankheit.

Dabei kann die Leber das Eisen aus der Nahrung nicht ausscheiden und das führt dazu, dass die Leber das Eisen solange speichert, bis sie schwer geschädigt ist. Danach gibt sie es übers Blut an den Körper ab und es werden so die Organe durch das Eisen geschädigt.
Oft haben die Betroffenen dann Gelenkprobleme und/oder Herzprobleme und einiges mehr. Auch ein Diabetes bekommen die meisten später. Ebenso kann es im Endstadium zu Leberzirrhose und Leberkrebs kommen.

Aber natürlich weiß ich nicht, ob Du diese Krankheit hast.
Dazu sollte man Deine übrigen Labor-Werte (insbes. auch die o.g.) und Deine sonstigen Beschwerden kennen.

Mein Bruder hat diese Krankheit. Ich bin Genträger dafür.
Daher kenne ich die Krankheit einigermaßen gut.

Natürlich gibt es noch andere Leberkrankheiten, die ggf. auch in Frage kämen ....

lg
margie
__________________
“Das Fleisch, das wir essen, ist ein 2-5 Tage alter Leichnam.” - Volker E. Pilgrim, Schriftsteller

Leberwerte erhöht

Oregano ist offline
Beiträge: 61.734
Seit: 10.01.04
Hallo videogame,

die erhöhten Leberwerte deuten meiner Meinung nach schon auf Probleme Deiner Leber hin. Was sagt denn der Arzt dazu?

Aus diesen Ursachen kannst Du Dir eine oder mehrere aussuchen :

...
1. Erkrankungen der Leber und Gallenwege
Akute Virusinfektionen der Leber

- Hepatitis A, B, C, D oder E. Verschiedene andere Viren.
Anstiege vom 5-fachen bis zum 100-fachen (!) des oberen Referenzbereichswertes. Der Anstieg erfolgt vor dem des Bilirubins, also vor der "Gelbsucht".
Hepatitis A: Normalisierung der Werte meist innerhalb von 6 Wochen. Hepatitis B: Sehr hohe Anstiege kommen vor; Normalisierung innerhalb von 6-12 Wochen.
Hepatitis C Anstieg meist nur bis auf maximal 20-fachen oberen Grenzwert. Infektionen durch andere, nicht primär die Leber befallende Viren (Zytomegalie, EBV, Coxsackie, Masern, Röteln, u.a.) verursachen meist nur Erhöhungen bis zum 5-fachen der oberen Referenzbereichsgrenze.
Die ALT ist bei Hepatitis meist höher als die AST. Ist die AST höher spricht das für einen schwereren Verlauf (Näheres siehe unter De-Ritis-Quotient weiter unten).
Bleiben AST und ALT länger als 6 Monate erhöht, ist dies ein Zeichen für den Übergang in eine chronische Hepatitis.
Chronische Virusinfektionen der Leber (bes. Hepatitis B und C)
Die Höhe der Aktivität von AST und ALT sagt zwar nicht immer etwas über die Schwere der Hepatitis aus, auf Dauer gesehen birgt aber die Aktivität der Enzyme Informationen über den Krankheitsverlauf: milde Formen zeigen Anstiege bist zur 2-fachen, mittelschwere Formen bis zur 9-fachen Referenzbereichsgrenze, während schwere Formen noch darüber liegen können.
Für die Entscheidung, ob eine Behandlung notwendig ist, ist der ALT Wert wichtig.
Bei der Behandlung der Hepatitis B und C zeigt der Abfall der ALT den Behandlungserfolg an. Ein Anstieg kann Ausdruck eines Rückfalls sein.

- Mitbeteiligung der Leber bei anderen Entzündungen
Lungenentzündung, Salmonelleninfektion, Toxoplasmose, Malaria u.a.: Erhöhungen bis zum 5-fachen der oberen Referenzbereichsgrenze werden beobachtet.
- Autoimmunhepatitis
Das Immunsystem richtet sich gegen die eigene Leber. Vorwiegend bei Frauen mittleren Alters.
- Alkoholischer Leberschaden (Fettleber, Alkoholhepatitis)
AST steigt meist stärker an als ALT (Näheres siehe unter De-Ritis-Quotient). Starke Erhöhung der gamma-GT.
- Leberzirrhose verschiedener Ursache
Erhöhungen vorwiegend in Schüben der Erkrankung. Dazwischen können AST und ALT trotz vorliegender Zirrhose normal oder nur gering erhöht sein.
- Gallestauungen (Cholestasen)
- Erblich bedingt, Medikamenten-verursacht, Schwangerschafts-bedingt, Autoimmunkrankheiten (primär biliäre Zirrhose, primär sklerosierende Cholangitis): eher geringe Anstiege; die gamma-GT und die AP sind stärker erhöht.
- Mechanische Verschlüsse des Gallengangs (Gallenstein, Tumor): stärkere Erhöhungen bis auf das 10-fache der oberen Referenzbereichsgrenze.
- Verschiedene Leberschädigungen in der Schwangerschaft
- Leberkrebs, Tochtergeschwülste (Metastasen) in der Leber
- Heparinbehandlung
Heparin wird zur Vorbeugung und Behandlung von Blutgefäßverstopfungen eingesetzt. Das Medikament führt oft zu einer vorübergehenden Erhöhung der Leberenzyme AST und ALT auf das 2 bzw. 3-fache der oberen Referenzbereichsgrenze.
- Medikamente
Eine Vielzahl von Medikamenten kann zur Erhöhung der AST und/oder ALT führen.
- Vergiftungen (sehr hohe Anstiege möglich)
- Chemikalien, Pilzgifte (Bei Knollenblätterpilzvergiftung Anstieg erst ca. am 3. Tag. Höhe des Anstiegs sagt nur sehr grob etwas über die Schwere des Leberschadens aus). Die AST wird meist höher als die ALT sein.
- Plötzliche Blutunterversorgung der Leber (sehr hohe Anstiege möglich)
- Schock wegen starker Blutverluste, Herzversagens, Blutvergiftung, -Verstopfung der Lungenschlagader (Pulmonalembolie).
- Mitbeteiligung der Leber bei anderen Erkrankungen = sehr häufige Ursache von (allerdings eher leichten) AST bzw. ALT Erhöhungen.
- Blutvergiftung (=Sepsis), Nierenerkrankungen, Lungenerkrankungen, rheumatische Erkrankungen, Entzündungen der Bauchspeicheldrüse, Herzschwäche u.v.a.
...
AST (=GOT),* ALT (=GPT) - bersicht

Grüsse,
Oregano
__________________
They tried to bury us. They didn't know we were seeds.

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