Benommenheit, Sehstörung, Schwäche, Schmerzen

07.09.14 11:05 #1
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Benommenheit, Sehstörung, Schwäche, Schmerzen

Kaempferin ist offline
Beiträge: 712
Seit: 10.10.12
Hallo followtheleader

Zahn-/Kiefer-/Wurzelprobleme sind sicherlich stets ernst zu nehmen und zu beheben. U.a. können solche nämlich das Immunsystem extrem stark belasten. In deinem Fall kann ich mir jedoch nicht vorstellen, dass dies dein einziges Problem ist. Im Gegenteil. Ich denke, du leidest insbesondere an einer chronischen Infektion. Dabei ist für mich leider sehr schwierig zu sagen, um welchen Erreger es sich genau handeln könnte. Mehrere Erreger könnten in Frage kommen. Im Auge behanlten würde ich z.B. Borrelien, Bartonellen, Babesien. Aber auch andere kämen in Frage.

Wie oben schon gesagt wurde, sagt ein negativer Borrelien-Test leider nichts aus. Negative Babesien und Bartonellen-Tests noch weniger. Wichtig wäre, dass solche Tests in einem dafür spezialisierten Labor durchgeführt werden (z.B. Borreliose Centrum Augsburg, Institut für medizinische Diagnostik in Berlin etc.). Aber auch dort sind aus diversen Gründen falsch-negative ERgebnisse gut möglich. Auch möchte ich immer wieder betonen, dass es nicht "nur" Borrelien gibt. Erreger wie z.B. Babesien, Bartonellen, Chlamydia pneumoniae, Mycoplasma pneumoniae u.v.m. können so ziemlich die gleichen bzw. ähnlichen Symptome auslösen und sind teils gar noch wesentlich schwieriger behandelbar!!! Am besten wendest du dich an einen Arzt auf dieser Liste, welcher sich zumindest ein bisschen mit Borrelien auskennen sollte und möglichst nach den ILADS-Richtlinien arbeitet:
Borreliose-Ärzte
Aber auch solche Ärzte kennen sich oft nicht mit allem aus, insbesondere nicht mit allen Co-Erregern. Daher ist es unerlässlich, dass du dich selbst informierst. Ich empfehle z.B. das Buch (leider nur in Englisch verfügbar): "Why can't I get better? Solving the mystery of lyme and chronic disease" von Dr. Horowitz. In diesem Bereich mit Abstand das beste Buch, was ich je las.

Liebe Grüsse

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followtheleader ist offline
Themenstarter Beiträge: 76
Seit: 22.08.14
Hallo Kaempferin

Danke für deine Antwort. Zahnprobleme kann ich nun definitiv ausschliessen, da bin ich in guter Behandlung. Amalgam hatte ich nie welches. Aber eben lange Piercings, die einerseits den Energiefluss störten und andererseits das Material auch nicht das Beste war für mich.

Borreliose ist eben so eine Sache. An einen Zeckenbiss erinnere ich mich nicht, viel im Wald oder auf Wiesen unterwegs war ich auch nicht. Ich hatte EBV durchgemacht. Was mir noch einfällt, dass ich vor etwa 1.5 Jahren einen erhöhten Pap-Wert hatte. Ich ging dann nochmals zur FA 6 Monate später und dann war er wieder normal.

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Kaempferin ist offline
Beiträge: 712
Seit: 10.10.12
Hallo followtheleader
Zitat von followtheleader Beitrag anzeigen
Borreliose ist eben so eine Sache. An einen Zeckenbiss erinnere ich mich nicht, viel im Wald oder auf Wiesen unterwegs war ich auch nicht.
Die wenigsten können sich an einen Zeckenstich erinnern. Und nur manche kriegen z.B. diese typische Wanderröte oder aber eine andere auffällige Reaktion nach einem Zeckenstich. Manche Zecken sind winzig klein. Z.B. Nymphen sind u.U. weniger als 1mm gross. Die siehst du nicht. Nur weil du dich nicht an einen Zeckenstich erinnern kannst, heisst dies leider nicht mit Sicherheit, dass du nicht doch gestochen worden sein könntest. Dies wäre natürlich nicht nur im Wald, sondern auch in Wiesen, im Garten, nahe Gebüschen etc. möglich.
Zitat von followtheleader Beitrag anzeigen
Ich hatte EBV durchgemacht. Was mir noch einfällt, dass ich vor etwa 1.5 Jahren einen erhöhten Pap-Wert hatte. Ich ging dann nochmals zur FA 6 Monate später und dann war er wieder normal.
Gut möglich, dass EBV wieder reaktiviert wurde. Ist meiner Meinung nach gar sehr wahrscheinlich. Aber dies ist nicht dein Haupterreger. Das erklärt höchstens ein paar wenige deiner Symptome. Der Haupterreger ist höchstwahrscheinlich ein Bakterium oder sonst PArasit.

Liebe Grüsse

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MiglenaN ist offline
Beiträge: 1.228
Seit: 15.05.13
Hallo followtheleader,

das sind neurologische Symptome, die viele Ursachen haben können. Vieles wurde hier schon diskutiert und untersucht, wie ich dem Thread entnehmen konnte, den ich jetzt blitzschnell überflog.

Soweit ich sehen konnte, wurde hier noch keine Umwelterkrankung in Erwägung gezogen. Eine Sensibilisierung des Nervensystems, z. B. eine MCS (=Multiple Chemical Sensitivity=Multiple Chemikalien Sensitivität) wäre eine solche Erkrankung, die die von Dir oben aufgezählten Symptome auslösen kann.

Ein guter Umweltmediziner wäre diesbezüglich ein empfehlenswerter Ansprechpartner.

Freundliche Grüße
Miglena
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Ein freundlicher Blick durchdringt die Düsternis wie ein Sonnenstrahl. (Albert Schweitzer)

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followtheleader ist offline
Themenstarter Beiträge: 76
Seit: 22.08.14
Hallo Miglena

Danke für den Hinweis. Über MCS hab ich mich auch schon informiert, aber das passt nicht auf mich. Gott sei Dank kann ich sagen.

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MiglenaN ist offline
Beiträge: 1.228
Seit: 15.05.13
Hallo followtheleader,

MCS ist nur ein Beispiel. Ich schrieb ja, dass die Ursachen vielfältig sein können. Ein Umweltmediziner untersucht alle Umweltfaktoren (Arbeitsbedingungen, Wohnumfeld, mögliche Schadstoffbelastungen etc.), die zu solchen Beschwerden wie die Deinen führen können. Deshalb solltest Du Dich an einen Umweltarzt wenden. Bei den von Dir weiter oben aufgezählten Beschwerden handelt es sich um einen Symptomenkomplex neurologischer Ausfallerscheinungen, die mit starken Beeinträchtigungen der Leistungsfähigkeit und der Lebensqualität einhergehen.

Hier noch einmal die von Dir oben genannten Symptome:

Symptome:

- Dauerbenommenheit
- Schwankschwindel (kommt und geht)
- Sehstörungen (Flimmern, alles zu hell, Schwierigkeiten mit hell/dunkel, Streifen, Kopfsteinpflaster)
- Konzentrationsprobleme
- geringe Belastbarkeit
- Nackenschmerzen (kommen und gehen)
- Müdigkeit seit Jahren schon
- generelle Schwäche
- Licht- und lärmempfindlich
- Tinnitus, der wieder verschwindet
- geschwollene Lymphknoten am Hals, mal mehr mal weniger
- gelegentlich Kopfschmerzen, eher rechts
Aus dem folgenden Post:
http://www.symptome.ch/vbboard/koenn...ml#post1035426

Ich bin kein Arzt, doch aufgrund meiner HP-Ausbildung und eigener Betroffenheit und gründlicher Beschäftigung mit medizinischer Fachliteratur und Berichten zahlreicher Betroffener kann ich Dir einen Hinweis auf Toxische Enzephalopathie (TE) bzw. Chronic Fatigue Syndrom (CFS, deutsch: chronische Erschöpfung) geben. Deshalb der Rat, einen Umweltmediziner aufzusuchen, denn die sind auf solche Krankheiten spezialisiert und können die richtige Diagnose stellen. Auch ein guter Neurologe wäre empfehlenswert, doch am besten ist die Kombination aus Neurologe und Umweltarzt.

Du solltest Deine Symptome ernst nehmen, damit Dir auch wirklich geholfen werden kann. Und das kann eben nur der richtige Facharzt.
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Geändert von MiglenaN (27.10.14 um 03:14 Uhr)

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followtheleader ist offline
Themenstarter Beiträge: 76
Seit: 22.08.14
Hallo MiglenaN

Ich weiss nicht, ob man Umweltärzte hier auch so nennt. Auf jeden Fall bin ich jetzt bei einer ganzheitlichen Ärztin in Behandlung, deren Schwerpunkte über die Schulmedizin hinaus gehen.

Die Symptome nehme ich ernst, aber bisher konnte mir niemand richtig helfen... :( Es stimmt, was du sagst. Die Lebensqualität ist enorm eingeschränkt und ich mache mir natürlich Sorgen. Neurologisch wurde abgeklärt an einer guten Klinik, aber nichts gefunden. Es hiess dann natürlich Psyche... :/

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MiglenaN ist offline
Beiträge: 1.228
Seit: 15.05.13
Psychische Symptome sind Folgen, nicht Ursachen!, einer chronischen Intoxikation des Nervensystems.

Dazu schreibt der absolute Experte Dr. Tino Merz folgendes:

“Blut abgenommen und alles, es gab keine Ergebnisse”. Nicht selten verberge sich dahinter eine “handfeste Depression”. Raymond Singer, der weltweit bekannte Neurologe, schrieb in seiner “Neuropsychological Toxikologie” (man beachte das Hauptwort heißt Toxikologie!), dass Depression die häufigste Fehldiagnose für eine toxische Enzephalopathie ist (TE = Hirnvergiftung). Das wurde 1990 publiziert, ... 2000 bis 2010 wurde viel über die Volkskrankheit Depression spekuliert, heute heißt das Spekulationsobjekt Burnout, falsch ist die medizinische Hilflosigkeit: wird der Burnout chronisch heißt die Krankheit CFS. Diese genauso wie die TE sind beide medizinisch-wissenschaftlich definiert (der Spiegel nennt das Standarddiagnose) und beide sind gemäß WHO anerkannt (ICD-10 Klassifikation: G93.3 (CFS) G92.0 (TE)). Das “anerkannt” bezieht sich auf den Rechtsbegriff des “allgemein anerkannten Stand der Wissenschaftlichen Erkenntnis”. Die Diskussion darüber blendet Wissenschaft und Recht aus: das macht die Sache so teuer und für die Betroffenen zum katastrophalen Schicksal.
weiterhin

Burnout unterscheidet sich von CFS dadurch, dass man sich vom Burnout erholen kann. Gelingt das innerhalb 6 Monaten nicht, ist es CFS, d. h. es hat sich chronifiziert. Das ist die Definition:

Hauptkriterien: rezidivierende, paralysierende Müdigkeit (Leistungsverlust > 50%), ohne Verschwinden durch Bettruhe, über mehr als 6 Monate, Ausschluss anderer Erkrankungen.
Nebenkriterien: Schlafstörungen, zeitweilig Temperatur nicht über 38,6 °C, Halsschmerzen, Lymphknotenschwellungen, Muskelschwäche, Myalgien, Arthalgien, Erschöpfung ohne Belastung, Reizbarkeit, Vergesslichkeit, Konzentrationsstörungen, Photophobie, Pharyngitis

...Seit Ende der 90er Jahre ist auch der grundlegende Pathomechnanismus aufgeklärt. Er heißt Mitochondriopathie. Die Mitochondrien sind Sonderbereiche in der Zelle (im Zytosol), die für die Lieferung biochemischer Energie zuständig sind. Sie sind das biochemische Ende der Atmungskette und machen aus Fett und Kohlehydraten Energie. Da die Nervenzellen mit Abstand die Zellen sind, die den höchsten Energieverbrauch haben, ist obiges Krankheitsbild die logische Folge. Es entsteht nun ein pathologischer Kreisprozess. Der Entdecker Pall nannte ihn ursprüngliche feedforward-cycle (feedforward ist das Gegenteil von feedback, also etwa: Selbstläufer). Er bleibt, auch wenn die Ursache nicht mehr besteht (etwa die Gifte ausgeleitet wurden). Deshalb wird auch Circulus vitiosus genannt. Das mach die Therapie so schwierig.

Die Diagnose dagegen ist leicht. Typisch ist eine erhöhte Konzentration von Stickstoffmonoxid (NO). Messbar direkt in der Atemluft oder indirekt durch Nitroverbindungen, die es erzeugt (etwa Nitrotyrosin).Die Mitochondriopathie ist also qualitativ wie quantitativ laborchemisch zugänglich. Mit dem üblichen großen Blutbild kommt man der Krankheit freilich nicht bei (das ist zumeist “unauffällig”).
Aus “Psycho” kostet mehr als 50 Mrd. jährlich | Dr. Tino Merz
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Ein freundlicher Blick durchdringt die Düsternis wie ein Sonnenstrahl. (Albert Schweitzer)

Geändert von MiglenaN (27.10.14 um 12:35 Uhr)

Benommenheit, Sehstörung, Schwäche, Schmerzen

followtheleader ist offline
Themenstarter Beiträge: 76
Seit: 22.08.14
Hallo MiglenaN

Danke für die Auszüge. In die Richtung Gifte denke ich eben momentan auch, meine Ärztin auch. Quecksilber, Blei und Cadmium kann ich aber schon ausschliessen.

Ich möchte jetzt noch ein paar Tests machen bei ihr. Einige Ergebnisse stehen noch aus. CFS passt auch nicht auf mich, da ich nicht bettlägerig bin. Burnout hatte/habe ich keines. Das Ganze schwächt mich natürlich sehr, das ist leider so. Aber es ist vor allem die Benommenheit und die Sehprobleme, sie mir so auf den Geist gehen. Die starken Schmerzen sind mittlerweile wieder weg. Also ich kann gut einkaufen gehen, etc. Nur halt an Parties oder 8 Stunden Arbeitstage ist nicht mehr zu denken. Es fühlt sich einfach so an, als ob irgendwas in mir mich niederstrecken will. Nur was es ist, das weiss ich nicht.

Geändert von followtheleader (27.10.14 um 13:38 Uhr)

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kari ist offline
Moderatorin
Leiterin Video
Beiträge: 3.088
Seit: 16.05.07
Zitat von followtheleader Beitrag anzeigen
Es fühlt sich einfach so an, als ob irgendwas in mir mich niederstrecken will. Nur was es ist, das weiss ich nicht.
Hallo followtheleader,

du hast ja nun schon viel abgecheckt und ausgeschlossen. Kaempferin hat es schon erwähnt und auch ich kann dir aus eigener langer Erfahrung mit chron. Borreliose (und anderen Erregern) und mit identischen Symptomen wie deinen nur sagen, dass man diese noch lange nicht ausschließen kann bei dir.
Testung ist nie zuverlässig, aber im guten Labor (z.B. IMD Berlin oder auch Chronikerlabor) hat man zumindest eine Chance, hinweisende Ergebnisse zu bekommen.
Hier im Forum in der Borrelioserubrik und im Wiki kannst du dich gut kundig machen.
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LG - kari


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