Neu hier aus Ostfriesland und auf Diagnosenodyssee

06.08.14 12:30 #1
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kirra123 ist offline
Beiträge: 15
Seit: 06.08.14
Hallo,
ich bin 57 Jahre und seit 3 Jahren jetzt auf intensiver Suche einer Diagnose, die meinen Krankheitsverlauf wenigstens stoppt. Ich lebe und kämpfe. Und will nicht passiv erdulden. Irgendwann werden wir finden, was die Ursache ist, vielleicht mit Eurer Hilfe?
Es gab aber natürlich früher schon eigenartige Vorkommnisse (Synkopen, gelähmter Arm 1/2 Jahr (Schlaganfall wurde ausgeschlossen)...2x Blutvergiftung mit stat. Aufnahme.....)
Meine meist kaum sichtbaren Entzündungen "wandern" ohne großartige Leukozytenerhöhungen (11-14'), aus Krämpfen und Sehnenschmerzen werden Bandscheibenvorfälle und Sehnenabrisse, 4 Rheumatologen testen und sagen "kein entzündliches Rheuma"- oder Fibromyalgie.

Cortison-Dauereinnahme 5 mg mindern die Masse an Entzündungen und helfen über die schubweisen Schmerzen, ca. alle 4 Wochen- habe ständig, aber im Schub übermäßig starke Nackenschmerzen die mich "aussschalten".
Kann generell seit zwei Jahren nur ganz kurz sitzen oder stehen, Bewegung geht meist, ansonsten erst "Würmer" entlang der HWS bis BWS-dann glühendes Messer.........

Versuche ich durchzuhalten, gibt es brettharte Myogelosen, die nur noch im Liegen mit starken Schmerztabletten auszuhalten sind- das dauert 2-3 Tage an.....
Krämpfe nachts Hände - was bis nachmittags anhält...oder monatelange Kopfschmerzen, die dann wieder "weg" sind......Waden oder Oberschenkelkrämpfe - auch das mal ja, mal nein.
Wandernde Zahnfleischentzündungen (obwohl Zähne i.O.)
Kribbeln rechts in Arm und Fuß
Durchblutungsstörungen Fußzehen
Phasen mit Herzrasen und Atemnot- EKG ok.......
Koordinationsstörungen der Füße (Treppe abwärts...?!)-momentan besser durch Knirscherschiene...
nun seltener Konzentrationsstörungen (kein IBU mehr) und Sehstörungen (Schlieren)
Einlagerungen unten am Augapfel- wenn es mir besonders schlecht geht

selten Inkontinenz (nach Krankengymnastik/Falschbewegung?) oder auch sporadisch bei Armheben....

Immer habe ich:
Bluthochdruck seit 2010 (Ramipril bessert -aber nicht immer)
Muskelzuckungen in den Waden - vorwiegend im Sitzen/Stehen (neuromuskuläre Erkrankung wurde weder ausgeschlossen noch bestätigt).
Arthroseschmerzen (HWS,LWS, Hände, Füße, Knie, Schultern bahnen sich an)
Sehnenschmerzen Hände (OP hat nichts gebracht)
Schlafstörungen (abends Valdoxan bessert)

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offizielle Diagnosen, die aber noch immer keine brechende Behandlung bewirkten
CMD, Fibromyalgie, Polyarthrose (Prednisolon 5 mg), Tendinose, bds. Tinnitus (nach 2 Hörstürzen), Bluthochdruck, Bandscheibenvorfälle HWS/LWS mit Spondylophyten und Nervenwurzelbedrängung, Fersensporn+Hallux, natürlich "psychosomatische Störung....", depressive Phasen
ein Teil Histiozytome/Lipome wurde entfernt
IGG Werte 2006 Borrelien, Yersinien, Clamydien (ist ja erledigt.....)
unspezifische Gliosen (im MRT Kopf, Klärung geplant)
Blut im Stuhl (Darmspiegelung geplant)
und jetzt neu NNR-Insuffizienz, wobei ich mit der Untersuchungsmethode und Schnelldiagnose nicht ganz einverstanden bin.

Mittlerweile über 100 Berichte aber fast immer nur Symptome- keine Ursache, auf die "alles passt".

medizinische REHA abgelehnt- soll weiter Diagnose suchen
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In der Familie kommen ähnliche unerklärliche Symptome vor......aber ?
(Hat sich meist mit tödlichem "Schlaganfall" oder Unfall erledigt..oder starken Antidepressiva, dann war keine weitere Abklärung mehr nötig.)
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Ich liege und bewege mich viel. Die Schübe kann ich nicht beeinflussen.
Keine Allergien bekannt. Früher viel Sport und harte körperliche Arbeit (mag Ursache der Arthrosen zum Teil sein), habe lange verdrängt und mich überfordert.
Nehme 5 mg Prednisolon, 10 mg Ramipril, 25 mg Valdoxan.

Versuch mit Lyrica (Nervenschmerzen?) gescheitert, zuviele Nebenwirkungen und keine Wirkung....

Krankengymnastik/Akupunktur hilft bislang nur kurzfristig.
Probeweise Verzicht auf Kohlenhydrate -leichte Besserung Allgemeinbefinden -aber nicht im Schub.

Ich denke, ich bin nicht allein mit diesen Kuriositäten - wäre schön, wenn der ein oder andere Tipp käme-
LG und Gute Besserung Euch allen- Kirra


Geändert von kirra123 (06.08.14 um 12:40 Uhr)

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Oregano ist offline
Beiträge: 61.734
Seit: 10.01.04
Hallo Kirra,

Dir kann man ja wirklich alle Daumen drücken, daß eine Diagnose und vor allem eine oder mehrere Therapien gefunden werden, die Dir weiter helfen .

Bei den Stichworten zu Deinem Beitrag steht zwar Borreliose, aber ich finde bei den Diagnosen keinen Hinweis auf Diagnostik zur Borreliose? Ist da noch gar nichts überprüft worden?

Wie sieht es bei Dir mit Gift-Belastungen (Amalgam, Pemethrin, Schimmel, E-Smog ...) aus?

Wie sieht es mit Vitamin- und Spurenelemente-Mangel aus? Was weißt Du da?

Ist die Schilddrüse gründlich untersucht worden?

Grüsse,
Oregano
__________________
They tried to bury us. They didn't know we were seeds.

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Datura ist offline
in memoriam
Beiträge: 5.003
Seit: 09.01.10
Ich finde, alles an Deiner Geschichte schreit nach chronischen Infektionskrankheiten, besonders die Borreliose schreit besonders laut, es können alle drei im Verbund sein.

IGG Werte 2006 Borrelien, Yersinien, Clamydien (ist ja erledigt.....)
Datura

Du könntest Dich intensiv hier durch die Borreliose- Einsteigerinfos durchstudieren.

Schub alle 4 Wochen, passt.

Es passt eigentlich alles auf ne unbehandelte, durch Cortison noch angeheizte Borreliose.

Antikörper wird man nicht nachweisen können, auf Grund der Cortisongabe.

LTT's könnten Aufschluss geben, Nachfragen im IMD Berlin.

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Kaempferin ist offline
Beiträge: 705
Seit: 10.10.12
Hallo Kirra

Ich kann mich meinen Vorschreibern nur anschliessen. Keine Frage. Auch ich persönlich denke, du hast es mit einer chronischen Infektion zu tun! Borrelien dürften aufgrund deiner Symptomatik sowie auch aufgrund der all 4-wöchigen „Schübe“ eine sehr entscheidende Rolle spielen. Natürlich sind (zusätzlich) auch viele andere Erreger denkbar. Meist hat man es bei einer chronischen Infektion ohnehin gleich mit mehreren Erregern zu tun.
Zitat von kirra123 Beitrag anzeigen
IGG Werte 2006 Borrelien, Yersinien, Clamydien (ist ja erledigt.....)
Ein positiver IgG besagt lediglich, dass eine Infektion vergangen ODER chronisch/persistierend ist. In der Schulmedizin sind chronische Infekte generell höchst umstritten, weshalb jeweils fälschlicherweise schnell gesagt wird, der Infekt sei vergangen… Hattest du im Jahr 2006 auch irgendwelche Symptome im Verdauungstrakt? Hast du heute keine Symptome im Verdauungstrakt? Bis anhin hast du „nur“ Blut im Stuhl erwähnt. Jedenfalls würde ich persönlich davon ausgehen, dass womöglich all diese drei Erreger dir (nach wie vor) Sorgen bereiten! Wie gesagt, Borrelien dürften dabei bei dir eine grössere Rolle spielen.
Zitat von kirra123 Beitrag anzeigen
Blut im Stuhl (Darmspiegelung geplant)
Ist zwar OK, dass eine Darmspiegelung geplant ist. Aber ich persönlich könnte mir vorstellen, dass du auch im Verdauungstrakt einen Infekt hast (welchen man bei der Darmspiegelung nicht sehen würde bzw. in seltenen Fällen höchstens deren Auswirkung). GANZ GENERELL kommen folgende Erreger mehr oder weniger oft im Verdauungstrakt vor (wobei sich natürlich auch Erreger wie z.B. Borrelien oder Chlamydien dorthin verirren können): Yersinien, Campylobacter, Shigellen, Salmonellen, Helicobacter pylori, Clostridium difficile (eher weniger), Parasiten (z.B. Würmer, Lamblien, Amöben etc.). Falls du „nur“ ein kleines bisschen Blut im Stuhl und evt. auch Juckreiz am After hast, könnte es sich um Pilze oder Parasiten (z.B. Würmer) handeln.
Zitat von kirra123 Beitrag anzeigen
In der Familie kommen ähnliche unerklärliche Symptome vor......aber ?
(Hat sich meist mit tödlichem "Schlaganfall" oder Unfall erledigt..oder starken Antidepressiva, dann war keine weitere Abklärung mehr nötig.)
Kannst du dies bitte etwas genauer erläutern? Waren/sind beispielsweise deine Kinder betroffen?
Zitat von kirra123 Beitrag anzeigen
Cortison-Dauereinnahme 5 mg mindern die Masse an Entzündungen
Cortison ist so ziemlich das Schlimmste, was man bei einer chronischen Infektion tun kann!!! Cortison wirkt zwar entzündungshemmend und kann so zumindest kurzfristig symptomlindernd wirken. Cortison unterdrückt jedoch das Immunsystem erheblich. Im Falle einer (chronischen) Infektion solltest du das Immunsystem stärken und nicht schwächen, so dass dieses mittel- bis langfristig immer noch weniger mit den Erregern klar kommt!

Tests zur Infektionsdiagnostik sind leider generell sehr unzuverlässig. Es ist wichtig, dass solche in einem spezialisierten Labor durchgeführt werden. Aber auch dort sind falsch-negative Ergebnisse aus diversen Gründen möglich. Spezialisierte Labors sind z.B. das Borreliose Centrum Augsburg sowie das Institut für medizinische Diagnostik in Berlin.

Liebe Grüsse

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Paula3
Cortison ist so ziemlich das Schlimmste, was man bei einer chronischen Infektion tun kann!!! ... Cortison unterdrückt jedoch das Immunsystem erheblich. ...
Kaempferin, das möchte ich so nicht stehenlassen: WENN sie eine NNR-Insuffizienz hat, dann hilft ihr auch das Cortison, die Infektionen in den Griff zu bekommen. 5 mg Prednisolon sind eine physiologische (!) Dosis, also keine hohe Dosis!
und jetzt neu NNR-Insuffizienz, wobei ich mit der Untersuchungsmethode und Schnelldiagnose nicht ganz einverstanden bin.
Kirra123, wenn du Zweifel an dieser Diagnose hast, dann würde ich unbedingt versuchen, auch da Sicherheit zu bekommen, denn Teile deiner Krankengeschichte passen auch zur Diagnose NNR-Insuffizienz.

Beispielsweise: Gelenkschmerzen, Fibromyalgie u.a. Die Wadenkrämpfe könnten daher rühren, daß Prednisolon (oft) Kalium senkt und niedriges K kann heftige Krämpfe machen. Auch der Tinnitus bds. und die 2 Hörstürze - könnten mit Aldosteron/ NNR-Insuffizienz zusammenhängen. Und NNR-Insuffizienz ist oft familiär, d.h. wenn einer in der Familie das hat, dann gibt es oft noch andere Familienmitglieder, die mehr oder weniger betroffen sind.

Man kann Läuse und Flöhe haben, aber wenn man die Sachen benennt, finden sich auch Wege da wieder raus!

Alles Gute

Geändert von Paula3 (07.08.14 um 07:41 Uhr)

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Kaempferin ist offline
Beiträge: 705
Seit: 10.10.12
@Paula: du hast natürlich recht! Ich hab die Sache mit der NNR-Insuffizienz überlesen!

Dennoch denke ich, du solltest nicht "nur" diese behandeln, sondern insbesondere auch mögliche Infekte.

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tomsen ist offline
Beiträge: 76
Seit: 07.07.13
Bei vielen Sachen dachte ich mir "hab ich auch" oder "hatte ich auch".

Stichwort Borreliose ist hier gefallen. Borreliose ist ein Thema über das sich nicht nur die Ärzte massiv streiten was Diagnostik wie auch Behandlung angeht sondern auch Betroffene und Angehörige.

Wenn man jetzt an Zecken denkt. Richtig. Aber auch ohne Zecken kann man sich Borreliose einfangen. Davon abgesehen merkt man die Zeckenstiche nicht unbedingt. Inwieweit sich das in der Familie übertragen kann...? Mit den ganzen Coinfektionen sicherlich teilweise möglich, man weiß aber noch nicht alles.

Ich schreibe jetzt mal was ich denke, da werden einige sicher dagegen sein und es anders sehen. Aber wäre es so einfach dann wäre hier im Forum viel weniger los....

Borrelien breiten sich vermutlich aus weil der Körper zu belastet ist, z.B. durch Gift. Könnte genetisch bedingt sein weil manche Menschen schlechte Entgifter sind. Die Borrelien vom Nachbarort lösen vermutlich andere Symptome aus als die Borrelien vor der Haustüre. Macht die Diagnostik schwer. Man weiß sicher, dass manche Borrelien ganz gezielt das Immunsystem ausknipsen können. Andere greifen wohl in den Stoffwechsel ein (siehe KPU). Viele, meine Behandler sagen ca. 95%, haben nicht nur Borrelien sondern mehrere Infektionen. Einerseits eingefangen durch die Zecken oder Überträger wie Ehrlichien, Yersinien, Bartonellen,... andererseits aktive Allerweltserreger wie z.B. Herpesviren, die beim chronisch überlasteten Immunsystem ausbrechen können. Bei mir sind es 4 Bakterien, 2 Viren und ein Pilz im Blut gewesen bei Diagnosestellung. Was da jetzt genau welche Symptome verursacht, ob bestimmte Viren tatsächlich aktiv sind - das kann man leider gar nicht so genau sagen. Ein EBV verursacht Pfeiffersches Drüsenfieber, da ist man normal 3-4 Tage etwas erkältet und gut ist, die Infektionschance ist so hoch wie man alt ist, d.h. den Virus holt sich praktisch jeder bis ins hohe Alter. Oder aber es chronifiziert sich (selten), dann gehts entlang der Nerven. Gürtelrose kann ohne Bläschen verlaufen, alles befallen. Ob dann die Borrelie ihr Gift am Nerv hinterm Auge abgibt oder der Herpesvirus das Auge angreift... wie will man das rausfinden?
Symptome der Borreliose und Coinfektionen sind vielfältig. Manche sagen, dass die Borrelien gar nicht so viel machen sondern die anderen Erreger. Würde ich mittlerweile nicht als falsch bezeichnen, vom Gefühl her waren Ehrlichien und Candida jedenfalls kein Zuckerschlecken... Symptome wandern. Sie kommen in Schüben. Bei mir ist es immer zum Monatsanfang schlecht für 5-10 Tage. Der Rest dann meist besser. Kann man 20 Tage kaum laufen vor Schmerzen, so kann man am 21. Tag urplötzlich rumrennen aber dafür schmerzt der linke Arm. Ohren pfeifen, pfeifen nicht. Nach leichter Anstrengung Hörstürze. Verdacht auf Bandscheibenvorfälle, 3x MRT sauber. Kalte Füße. Ameisenlaufen auf der Haut. Gelenkschmerzen. Sehnenschmerzen. Sehnenrisse sind möglich (hatte ich glücklicherweise nicht). Herzrasen. Angst. Knieschmerzen. Gelenkknacken bei mir extremst teilweise. Konnte nicht mehr sitzen. Anstrengungen haben mich teilweise tagelang lahmgelegt. An anderen Tagen konnte ich nicht genug Phsyiotherapie machen. Zahnschmerzen, Kieferschmerzen. Wochenlang extreme Rückenschmerzen. HWS, BWS, LWS nach Lust und Laune vom Schmerz fast gelähmt. Konnte linken Arm nicht lang hochhalten um z.B. Schirm oder Handy zu halten. Morgens Spülmaschine ausgeräumt, ganzen Tag keine Kraft mehr. Schluckbeschwerden, Bauchweh, Kopfweh, Sehprobleme. Depression. Also praktisch alles, was du auch geschrieben hast. Und immer schön im Wechsel. Und so ein unmenschliches Gefühl auf den Rippen immer und immer wieder, also ob die Nerven alle eingeklemmt wären oder der Knochen wund ist...
Bei mir kam noch hinzu: Alkohol ganz ganz schlecht, löst kleine Schübe aus. Benzodiazepine der Horror, 2-3 Wochen komplett am Rad gedreht mit Depression und Nervenschmerzen (dachte an einem Tag ich verbrenne und hab mich stundelang auf dem Boden gewälzt bis ich ins Krankenhaus kam -> Psychosomat!). 20kg dabei verloren, Essen nicht mehr vertragen. Schlaflosigkeit. Helles (!) Blut im Stuhl (eher ungefährlich). Gangunsicherheit. Und gefühlt hatte ich ein Jahr lang fast jeden Tag irgendwo Schmerzen oder ein Symptom, das ich davor noch nie hatte.

In Deutschland ist es dann so (zumindest als Kassenpatient): Zur Diagnose machst du den ELISA/IgG/IgM und erst wenn der positiv ist einen Westernblot. Ist beides positiv und passen die Symptome hast du Borreliose. Der ELISA Antikörpertest ist praktisch der aus den USA. Der ist aber von den Erfindern nur zur Forschung bestimmt, der sollte niemals zur klinischen Diagnostik verwendet werden. Das nächste Problem ist, dass die deutschen Labore nicht standardisiert sind, d.h. bei Tests haben 70% von 300 Laboren keine Borrelien gefunden wennn ich das jetzt korrekt widergebe. Beim Westernblot hat man ähnliche Probleme bei der Genauigkeit. Davon abgesehen müssen Antikörper nicht immer vorhanden sein. Es gibt auch seronegative Verläufe, d.h. kein Bluttest schlägt an trotz Infektion. Mittlerweile sind die neuen (EliSpot) LTT Tests recht gut, allerdings sollte man da auch ein Labor nehmen, das angesehen ist. Ich kann nur für Süddeutschland sprechen: Ettlingen und Augsburg sind empfehlenswert. Liquoruntersuchung weiß man mittlerweile, dass die bei Borreliose nur in 10-45% positiv ist, v.a. bei längerer Infektion. Das nächste Problem sind Ärzte, die mit den Tests was anfangen können. Auch hier sollte man Spezialisten aufsuchen, die aufgrund der Symptomatik die Coinfektionen abschätzen können und dann eine ganze Reihe Tests dafür veranlassen, ggf. aber damit auch andere Krankheiten ausschließen können. IgG, IgE / ELISA war bei mir alles immer negativ. Erst LTT dann positiv, Coinfektionen positiv. Therapie begonnen (Kräuter) und nach 5 Monaten gings dann steil bergauf. Werde aber noch paar Monate brauchen.
Falls es so wäre ist die Frage nach der richtigen Therapie. Meine Therapeuten bieten 3 Antibiosen und 2 Phytotherapien an und beraten mich dahingehend nach bestem Wissen und Gewissen. Was das richtige ist weiß man nicht, aber mir hilft es.
Standard nach Leitlinie in Deutschland ist 3 Wochen unterdosiertes Antibiotika und wer danach Symptome hat, hat halt Pech und nen Schaden von der Infektion. Je nach Coinfektionen gibt man noch andere Antibiotika hinzu. Da bei dir was von Borrelien und Coinfektionen steht nehme ich an, dass das entweder negativ war oder behandelt wurde und dann negativ war. Borrelien können aber nach zu kurzer Therapie wieder kommen bzw. sich 10 Monate im Körper schlichtweg verstecken. Nach Beratung mit Spezialistem würde ich hier die ganze Reihe an Erregern durchtesten. Auch zeigen LTT z.B. bei Chlamydien bei mir eindeutig positiv wohingegen der IgG grenzwertig positiv ist. CD57/NK Zellen ist auch ein Anhaltspunkt für ne chronische Infektion - zwar nicht der beste aber so viel mehr gibt es da halt noch nicht zum Messen. Würde mich nicht wundern wenn der Wert zu tief ist.

Warum ich das so ausführlich schreibe und auf keinen anderen Post und keine andere Meinung verweise? Weil ich die ganze Sache genau so erlebt habe, ich jedem diesen Horror ersparen möchte und meinen Weg für den richtigen halte und die Dinge so sehe wie ich es geschrieben habe und nicht so wie 40 Ärzte, die mir nicht helfen konnten. Und weil ich nur selten hier reinschaue mittlerweile...

Würde dir raten beim Borreliose und FSME Bund anzurufen. Super coole Leute, die das alles noch viel besser erklären und dir auf jeden Fall viele gute Ratschläge geben können zwecks Ärzten und auch Diagnostik.

Mir würde jetzt nur noch MS einfallen, wobei da auch die Frage gestellt wird ob eine Ursache Borrelien sein könnten - da tappt man ja noch komplett im Dunkeln. Hätte man aber vermutlich schon diagnostiziert. Wer sich gut mit Borrelien auskennt sollte das auch abgrenzen können zu anderen Krankheiten.

Als Tipp was du vielleicht einfach so machen kannst und dir etwas helfen könnte, auch wenn es keine Borreliose ist nicht verkehrt im Normalfall:
- wenn du dich eh viel bewegst... frische Luft ist gut, am besten sogar morgens vor dem Frühstück +20 Minuten laufen
- viel Grünfutter, also grüne Salate. Generell viel Obst und Gemüse wenn du es verträgst
- viel basische Ernährung (kann man googeln) und wenig Fleisch, möglichst kein Schwein
- wenig oder keine Süßigkeiten und wenig Zucker
- kein Alkohol, keine Zigaretten, keine anderen Drogen
- mindestens 2,5 Liter Wasser am Tag trinken (Tee, Kaffee, Zuckerwasser zählt nicht)
- kein Olivenöl bei Borreliose, eher Leinöl oder Hanföl (Leinöl kann man 1 EL vor dem Essen nehmen, ist sehr gut für die Nerven und ungefähr gleich gut wenn nicht besser als die Omega-3-Fisch-Kapseln für teuer Geld)
- Histamin eher meiden, bei mir (und vielen Borrelikern) ist die Intoleranz schwankend
- bei Lebensmittel nicht Unmengen an Zusatzstoffen konsumieren
- Smoothies: Also Gurke, Apfel, Salatblätter (oder Blätter von Radieschen), 1 EL Leinöl, Kiwi, Banane und 200ml Wasser mixen und trinken. Da kann man alles reinhauen und die Dinger wirken Wunder und ersetzen z.B. ein Frühstück. Rezepte gibt es unendlich im Internet.

Natürlich sind das alles Anhaltspunkte. Wenn man keine Fruktose verträgt dann ist Obst und teils Gemüse natürlich kontraproduktiv. Auch können bei anderen Krankheiten zu viel oder zu wenig Salz Probleme bereiten. Deine Medikamente kenne ich nicht, auch kenne ich mich mit NNR nicht aus. Aber gesunde Ernährung, viel Trinken und Bewegung schaden normal nicht.

PS: Borrelien benutze ich meistens als Synonym für Multiinfektionskrankheit. Wie beschrieben haben viele viele Erreger und es ist schwierig zu sagen was was auslöst.

Viel Glück und Gesundheit

Neu hier aus Ostfriesland und auf Diagnosenodyssee
Paula3
tomsen,

danke für den inhaltsreichen Beitrag. Finde, du hast sehr gut beschrieben, wie das abläuft. Und Gratulation, daß du für dich einen Weg gefunden hast.

Was die Fakten der Multiinfektionen betrifft, schließe ich mich deinen Aussagen vollkommen an.

Und die massiven Schwierigkeiten bei der Diagnostik und dann die Not, in Deutschland Ärzte zu finden, die was davon verstehen, diese bittere Erfahrung machen täglich immer mehr kranke Menschen.

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kirra123 ist offline
Themenstarter Beiträge: 15
Seit: 06.08.14
Hallo Oregano,
zunächst vielen Dank für Deine Antwort. Um einen klaren Überblick zu bieten, sollte ich wohl die Blutbefunde komplett einstellen -habe momentan Probleme mit PC, wird im Laufe der Woche behoben. Wenn es hilfreich ist, stelle ich das gerne ein- wird aber einige Mühe bereiten.

Diagnostik Borreliose:
1996 Elisa- man sagte mir, ich hätte eine Borreliose durchgemacht, wäre aber ein IGG Wert, nicht behandlungsbedürftig. Ich habe ich mich zu diesem Zeitpunkt gut gefühlt, gute Arbeit, 3 Kinder- alleinerziehend, Oma schwächelte- also verdrängt und keine Gedanken gemacht.

2006 (das erste und bislang einzige Mal, wo genauer untersucht wurde):
HLA B 27 positiv (das verstehe ich als eine lebenslange veranlagungsbedingte Immunschwäche...)
Borrelia burgdorferi-AK IGG negativ
dto IGM positiv
Westernblot IgM grenzwertig
dargestellte Banden p41 sowie relativ diskret OspC

parallel damals
Yersinien-AK (recomLine) IgG positiv ("das Ergebnis spricht für eine zurückliegende Yersinieninfektion")

Chlamydien-pneumoniae-AK IgG 2.6, IgA 0,2
Chlamydia-trachomatis-AK IgG 0,4; IgA 0,2
Enteroviren Typ 68-71 6,3VE -(darunter steht Enterovirus-IgG-AK)
Enterovirus-IgA-AK 1,5 VE
Enterovirus-IgM-AK 2.4 VE

TPHA-Test negativ
ANA IFT negativ
Brucellose negativ

Stuhluntersuchung:
normale Darmflora Yersinien und Campylobacter sp. nicht nachgewiesen, Campylobacter (EIA) negativ

Es folgte eine Überweisung zum Rheumatologen. Ausführlich geröngt,Szintigrafie, Blut- kein bzw. Rheumafaktor 7 (also nein),
Fazit: nehmen Sie Schmerzmittel. Alles Sache vom Hausarzt. Den Bericht habe ich mir leider erst Jahre später geholt=
"bei der Pat. handelt es sich um eine abgelaufene reaktive Arthritis nach Yersinien-Infektion. Hinweise auf eine rheumatoide Arthritis finden sich zum jetztigen Zeitpunkt nicht. Therapie: bedarfsweise NSAR und Krankengymnastik"

-Hausarzt: IBU, keine weitere Behandlung. Ich persönlich habe auf Schweinefleisch verzichtet-Besserung aber nicht Beschwerdefreiheit der krummgezogenen Finger.
---------
2011
Borrelien-infektionsserologie:IgG-AK negativ,IgM-AK negativ
Yersinien IgG-AK gegen YOP (E(5)), DD
IgA-Ak gegen YOP negativ- zustand nach früherem Yersinienkontakt, keine frische Infektion nachweisbar-z.Zt. keine Therapieempfehlung.

2012
Heilpraktiker: Borreliose positiv (??? Wertebezug fehlt),
Wurmbefall, schwache Schwermetallbelastung, Candida, Elektrosmog, Hormonstörungen, Zähne...fast das ganze Programm etc.= Ausleitung, Wurmkur
kurzfristige Besserung -Wurm, Schwermetall, Candida, Smog und Borreliose blieb dann bis zur letzten Untersuchung dort Nov.13 negativ.

2013 -mein letzter (4.) Rheumatologe-
Borrelien IgG <6;IgM negativ Evaluation
Yersinien IgA negativ Qual
Yersinien IgG 5 RE/ml (Norm hier <22)
etc.
nun aber Rheumafaktor auf 15
Beurteilung: "ergibt sich kein Hinweis auf eine Erkrankung aus dem rheumatischen Formenkreis. Es liegt eine Schmerzerkrankung vor. Wir empfehlen eine schmerztherapeutische Vorstellung."
------------
Dazwischen habe ich zwar viele Ärzte auf Borreliose angesprochen, aber fast alle gehen nicht darauf ein (Modekrankheit, unzuverlässig zu diagnostizieren, winken ab....etc...ich habe den Eindruck, dass es wirklich schwer zu diagnostizieren ist und sich wegen einer (noch?) fehlenden wissenschaftlichen Belegbarkeit sowie der hohen Kosten (Budget, Rechtfertigung für die Krankenkasse) vermieden wird.

Wie sieht es bei Dir mit Gift-Belastungen (Amalgam, Pemethrin, Schimmel, E-Smog ...) aus?
Amalgam entfernt, E-Smog weitgehend abgestellt=negativ, Permethrin, Schimmel noch nicht getestet bzw.schwache toxische Belastung gem. Heilpraktiker beseitigt, kein Detail vorhanden.

Wie sieht es mit Vitamin- und Spurenelemente-Mangel aus? Was weißt Du da?
25-OH Vitamin D3 =51,4 ng/ml (ich nehme seit 2012 -5000 IU tgl als Nahrungsergänzung)
B 12 wurde nur einmal äußerst widerstrebend untersucht, lag im Normbereich (habe darauf bestanden, weil ich zum damaligen Zeitpunkt mehrer Wochen die 6fache Empfehlungsdosis -oral- genommen habe als Test und es ging mir besser) -bei dem HA bin ich nicht mehr, war in der hypochondrischen psychosomatischen Schublade...."was wollen Sie denn noch alles untersucht haben.....sie waren doch schon überall.......

Ist die Schilddrüse gründlich untersucht worden?
2006 angeblich Knoten, Werte aber ok. Nachkontrolle einige Wochen später negativ.
Nachfolgend alle Ultraschall (zuletzt 2014) unauffällig, Werte schwankend, aber stets im Normbereich.

Soweit zu Deinen Fragen. Ich brauche erst wieder eine Bewegungspause...
LG

Neu hier aus Ostfriesland und auf Diagnosenodyssee

kirra123 ist offline
Themenstarter Beiträge: 15
Seit: 06.08.14
Hallo Datura,
danke für Deine Mühe.
Ich finde, alles an Deiner Geschichte schreit nach chronischen Infektionskrankheiten, besonders die Borreliose schreit besonders laut, es können alle drei im Verbund sein.
Ich vermute dies auch als Ursache, die Symptome passen ja weitgehend, ich brauche eine/n Arzt/Ärztin der dies untersuchen w i l l und k a n n.

Die nächste Anlaufstelle ist glaube ich für mich in Stade...aber der Weg...die Fahrerei......will dies mal mit meiner HA übernächste Woche besprechen.

Antikörper wird man nicht nachweisen können, auf Grund der Cortisongabe.
das ist mir neu!

LTT's könnten Aufschluss geben, Nachfragen im IMD Berlin.
..eine Erleichterung für meine Ärztin.Werde es vorbereiten.

LG Kirra


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