Unklares Beschwerdebild, Oszillopsie, Schwindel, Benommenheit

20.10.07 11:54 #1
Neues Thema erstellen
unklares beschwerdebild oszillopsie, schwindel, benommenheit... wer kann helfen?

Oregano ist offline
Beiträge: 61.734
Seit: 10.01.04
Oder eher Dr. Daunderer: "Amalgam"?

Uta

unklares beschwerdebild oszillopsie, schwindel, benommenheit... wer kann helfen?

margie ist offline
Beiträge: 4.488
Seit: 02.01.05
Hallo mungg,

Die Neuros glauben zwar immer noch daran, dass die Diagnose einer Borreliose über den Liquor zu stellen ist. Leider sind lediglich ca. 20 % der Tests aus Liquor positiv - sehr zum Leidwesen der Patienten.

Bei chronischen Infektionskrankheiten gibts eine Zweiklassenmedizin: Der informierte und der uninformierte Patient. Es empfiehlt sich, sich gut zu informieren. Aussagen ohne (wissenschaftliche) Quellenangaben in diesem Forum sind stets zu überprüfen, damit eine Krankheit nicht vorschnell ausgeschlossen wird und munter fortschreiten kann, weil sie nicht therapiert wird.
Ja, diese Ärzte haben nichts anderes im Kopf, als Patienten mit chronischen Infektionen soviel Lebensqualität wie möglich zu erhalten. Es bereitet ihnen höchstes Vegnügen ihre Existenz aufs zu Spiel setzen, weil sie plötzlich horrenden Regressforderungen von Krankenkassen ausgesetzt sind.

Diese Spezialisten wollen die Patienten nicht verrückt machen. Verrückt machen die Patienten diejenigen Wissenschaftler, die chronische Infektionen partout nicht ernstnehmen wollen. Wird nämlich eine chronische Infektion mit lapidaren Argumenten beim Patienten ausgeschlossen, bleibt nur noch die Psychoschublade. Unter dem Druck selbst an seiner Erkrankung schuld zu sein, sich nur ein bisschen zusammenreissen zu müssen, wird der Patient noch mehr krank, weil nähmlich Stress (Druck) das Immunsystem belastet und somit ein noch besseres Klima für die Erreger geschaffen wird - einfach ausgedrückt. Wer detaillierter wissen möchte, wies ungefähr funktioniert,
es ging in meinem Beitrag um EBV, nicht um Borreliose. Ich hatte auch die Symptome von EBV eingestellt und habe dabei festgestellt, dass sich doch die Symptome vieler Krankheiten sehr ähneln, dass also z. B. die Symptome von EBV, das Mandy bei sich befürchtet, die gleichen sind, wie die von Borreliose und so mancher anderen Krankheit.
Ich wollte davor warnen, nicht den Fehler zu machen, den ich früher machte, nämlich nur anhand einer evtl. fraglich positiven Blutuntersuchung und den passenden Symptomen sich gleich auf eine bestimmte Krankheit festzulegen.
Mir ging es nämlich so:
Ich hatte rd. 20 Amalgamfüllungen im Mund und die Symptome, die ich hatte, passten sehr wohl auf eine Amalgamvergiftung. Der Dimaval-Test wies ein erhöhtes Quecksilber aus und schon dachte ich, ich wäre vom Amalgam krank. Ich war jahrelang sehr engagiert in einer Selbsthilfegruppe für Amalgam. Nachdem es mir nach Jahren nicht besser, sondern schlechter ging, bekam ich Zweifel an der Diagnose "Amalgamvergiftung".

Ich versuchte nach anderen Ursachen zu suchen und kam, Du glaubst es nicht, darauf dass es wohl Borreliose sein könnte. Mir fiel wieder ein, dass ich sehr sehr lange vorher einen roten Fleck an der Wade hatte, der lange bestand und als ich Bilder des Erythema migrans sah, sagte ich mir: Genau, so hat mein Fleck damals auch ausgesehen. Also ließ ich mich auf Borreliose untersuchen. Ich hatte dann auch mal 2 Banden im Westernblot bei Antikörpern unter dem oberen Normbereich. Die eine Bande war die, die fast jeder hat und die unspezifisch sein soll, die andere war spezifischer. Aber etliche andere Untersuchungen zeigten nur eine Bande, nämlich die unspezifische.
Ich ging zu 2 Borreliosespezialisten, die mich auch auf Borreliose sofort behandelt hätten. Monatelang, wenn ich es gewollt hätte trotz der vagen Blutbefunde.

Nachdem ich aber mit Antibiotika schon viel negative Erfahrungen machte und noch dazu damit rechnen musste, auf das eine Antibiotikum allergisch zu sein, ließ ich die Behandlung nicht machen. Da ich seit dem möglichen Erythema migrans sehr sehr viel Antibiotika bekommen hatte (wegen anderer Infekte) hoffte ich, dass damit auch die evtl. Borreliose therapiert worden war.
Ich war in dieser Zeit auch sehr aktiv in den verschiedensten Borreliose-Foren und wurde auch noch nach dieser Zeit regelmäßig per E-Mail um Rat befragt.

Zufällig lass ich dann in der Folgezeit etwas über M. Wilson. Da passte alles (meine Blutwerte, meine Symptome, meine Krankengeschichte) viel besser dazu als zu Amalgamvergiftung und zu Borreliose.
Gut, die Symptome sind die gleichen bei einer Amalgamvergiftung und M. Wilson, was ja eine Kupfervergiftung ist, denn Kupfer ist wie die anderen Amalgammetalle ein Schwermetall und es ist sogar im Amalgam enthalten.

Aber es ist eine Krankheit die man lebenslänglich hat und die anders therapiert wird, als eine Amalgamvergiftung.
Nun von den Befunden her würde ich sagen, dass bei mir nahezu alles auf M. Wilson passt, aber ich werde nicht nochmals den Fehler machen zu sagen, dass ich nur diese eine Krankheit habe und ich werde immer weiter suchen, ob nicht noch andere Krankheiten zusätzlich bei mir vorliegen (eine Ärztin meinte mal, "man kann Läuse und Flöhe gleichzeitig haben" und ich gebe ihr heute noch Recht). Ich weiß z. B. auch, dass ich noch eine starke Histaminintoleranz habe, die evtl. auch einige der Beschwerden macht, die man auch beim M. Wilson haben kann, d. h. man kann bei mir bei einigen Symptomen nicht genau sagen, woher sie denn nun kommen. Aber das ist sicher nicht nur bei mir so.

Mit meinen Beiträgen oben wollte ich nur davor warnen, sich auf eine Krankheit zu "stürzen", nur weil evtl. die Symptome passen könnten. Gerade bei so Allgemeinsymptomen wie Müdigkeit, Erschöpfung, Herzrasen, Muskel-, Gelenkschmerzen, Schwindel, Kopfschmerzen muss man bedenken, dass solche Probleme bei einigen Krankheiten typisch sein können. Man kann solche Symptome bei Infektionskrankheiten wie Borreliose oder EBV haben, man kann sie bei parasitären Krankheiten evtl. haben, man kann diese Symptome auch bei M. Wilson und bei Hämochromatose (2 genetisch verursachten Krankheiten) haben und es ist schon ein kleiner Unterschied, ob man nun Bakterien, Viren oder Parasiten hat oder ob man M. Wilson oder Hämochromatose hat.
Ja, auch bei Histaminintoleranz würden etliche der Symptome auch passen und bei manchen ungenannten Krankheiten sicher auch.

Und wenn Du die Ärzte ansprichst, dass alle den Patienten nur helfen wollen, dann scheinst Du noch keine anderen Ärzte kennengelernt zu haben. Ich habe in meiner langen Krankengeschichte durchaus schon einige Ärzte kennengelernt, die ich als Scharlatane bezeichnen würde oder die zumindest nur eines im Sinn haben, viel Geld zu verdienen. Ich sage nicht, dass alle Ärzte so sind und vielleicht hattest Du bisher das Glück, nur an Seriöse geraten zu sein, dann bleibe bei denen, denn es gibt auch andere.



Gruß
margie
__________________
“Das Fleisch, das wir essen, ist ein 2-5 Tage alter Leichnam.” - Volker E. Pilgrim, Schriftsteller

unklares beschwerdebild oszillopsie, schwindel, benommenheit... wer kann helfen?

tom1 ist offline
Themenstarter Beiträge: 208
Seit: 20.10.07
Zitat von margie Beitrag anzeigen
Dann lasse Dir mal erzählen, dass ich mit 47 Jahren meine Diagnose auf M. Wilson bekam und dass M. Wilson bei den meisten Fällen zwischen dem 5. und dem 45. Lebensjahr sich erstmals bemerkbar macht, bis 45 Jahre hast Du noch 5 Jahre. Und dass es Fälle gibt, lt. Wilson-Experten auf den Veranstaltungen des M. Wilson-Vereins Deutschland, die erst mit 60 oder mit 80 Jahren auf M. Wilson diagnostiziert werden.
Ich habe auch keinen "coronarring" (=Kayser-Fleischer-Ring) und dieser Ring tritt meist erst im Endstadium und auch nur bei ca. 60 % der M. Wilson-Patienten auf. Ja, er kann sich sogar erst bilden, wenn der Patient therapiert wird (auch von so einem Fall weiß ich).
Hallo Margie,
danke für die antwort. Wie gesagt, ich war schon wegen des mw beim Arzt, er hielt es für eher unwahrscheinlich. Leider erreiche ich ihn telefonisch nicht und habe in 10 tagen erst nen Termin, er veranlasste ein gr. Blutbild und wollte auf mw testen lassen. Durch welche Untersuchung weiss ich nicht, wahrscheinlich bestimmung des Serumkupfers.Ich werde berichten wenn ich die Ergebnisse kenne.

Ich las im www dass mw meist vor dem 20. Lebensjahr auftritt, aber du hast recht es gibt auch die sog. adulte Form , die später auftritt. Den "Coronarring" weisen allerdings 90 % der Patienten mit neurologischen Symptomen auf.
Wie war das denn bei dir? Welche Symptome bemerktest du denn und wie war der Verlauf?
Wie schon ganz oben beschrieben, habe ich oft oder immer ein leicht entzündliches Gefühl (schwer zu beschreiben)im Kopf, ein leichter Druck und auch am die Augen, im MRT ist nix zu sehen ob.. Also keine entzündungszeichen.
Im liquor stellte man eine ganz leichte erhöhung des igg fest allerdings keine lokale genese, muss also aus dem Blut in die hirnflüssigkeit diffundieren, somit V.a. leichte Schrankenstörung und woher diese kommt?

Wie geht es dit denn nun, du wirst ja behandelt und wielange dauerte es bis die richtige Diagnose gestellt wurde?
Wie war denn dein Weg bis zur Diagnose?
Vielen Dank für Deine Anregungen
Tom

unklares beschwerdebild oszillopsie, schwindel, benommenheit... wer kann helfen?

margie ist offline
Beiträge: 4.488
Seit: 02.01.05
Hallo Tom,

die meisten Deiner Fragen habe ich in einer PN an Dich gerade beantwortet.
Mir geht es zwar besser, seit ich behandelt werde. An manchen Tagen geht es mir auch mal gut, doch sind immer wieder Tage dabei, wo ich das Gleichgewichtsproblem und den Schwindel stärker spüre und wo ich auch die Gedächtnisprobleme stärker habe. Dann frage ich mich, ob es richtig war, mal für ein paar Wochen die Dosis zu reduzieren, nur weil mein Hausarzt mal wieder zweifelte. Im MRT der Leber fand man bei mir nichts auffälliges, im Ultraschall ist die Leber auffällig und dann habe ich noch die Bilder aus 1996, wo ich links sogar Höcker auf der Leber habe, also irgendwie passt das MRT nicht zu den übrigen Befunden. Doch ein Experte, dem ich dies schrieb, der schrieb mir, dass ich darauf nichts geben soll, ich benötige lebenslänglich die Wilson-Therapie.
Ich bekomme aber erst seit Nov. 2006 Trientine und ich hoffe, dass sich noch einiges bessern wird in der Zukunft. Vielleicht ist meine Dosis auch nicht optimal, man versucht ja, so wenig wie nötig zu nehmen, denn Chelatbildner können dem Körper ganz schön zusetzen, wenn man sie lebenslänglich nehmen muss.
Vielleicht war ich aber auch zu spät dran mit der Diagnose, das halte ich für die wahrscheinlichste Ursache, wenn sich nicht mehr alles bessert. Und leider haben einige der Wilson-Experten gemeint, ich solle es mit Zink probieren. Ich bekam erst nach 20 Monaten Zink-Therapie den Chelatbildner, als ich zu einem Wilson-Experten ging, der Neurologe ist.
Ich hätte viel früher zu ihm gehen sollen. Ja, da muss man auch aufpassen, dass die Therapie auch effektiv ist.
Zink halte ich für ungeeignet in der Anfangszeit der Therapie. Das ist mein Fazit aus meiner Zinktherapie. Zink verhindert im wesentlichen nur, dass kein neues Kupfer hinzukommt, aber es scheint nicht viel Kupfer aus dem Körper herauszuholen und wenn man älter ist und demzufolge schon sehr viel Kupfer im Körper hat, dann ist Zink bestimmt nicht richtig.

Den Rest in meiner PN.

Gruß
Margie
__________________
“Das Fleisch, das wir essen, ist ein 2-5 Tage alter Leichnam.” - Volker E. Pilgrim, Schriftsteller

unklares beschwerdebild oszillopsie, schwindel, benommenheit... wer kann helfen?

tom1 ist offline
Themenstarter Beiträge: 208
Seit: 20.10.07
Zitat von margie Beitrag anzeigen
Ich bekomme aber erst seit Nov. 2006 Trientine und ich hoffe, dass sich noch einiges bessern wird in der Zukunft. Vielleicht ist meine Dosis auch nicht optimal, man versucht ja, so wenig wie nötig zu nehmen, denn Chelatbildner können dem Körper ganz schön zusetzen, wenn man sie lebenslänglich nehmen muss.
Vielleicht war ich aber auch zu spät dran mit der Diagnose, das halte ich für die wahrscheinlichste Ursache, wenn sich nicht mehr alles bessert. Und leider haben einige der Wilson-Experten gemeint, ich solle es mit Zink probieren. Ich bekam erst nach 20 Monaten Zink-Therapie den Chelatbildner, als ich zu einem Wilson-Experten ging, der Neurologe ist.
Hallo Margie,
danke für die ausführlicht Antwort,. Die Symptome , die du in der pn beschreibst sind meinen sehr ähnlich, doch ist es so wie du sagst, auch viele andere Erkrankungen (morbus parkinson, ms, morbus forb (??)) können solche beschwerden verursachen.
Bei mir wird auch die psychosomatik bemüht als erklärung, da bisher keine eindeutige ursache zu objektivieren war.
Was du schreibst schockt mich schon ein wenig, dass bei dir erst so spät mirt dem Chelatbildner begonnen wurde, dass Zink erst nach monaten bis Jahren eine Wirkung zeigt sollte wirklich jeder Arzt wissen oder sich anlesen können , gerade wenn der Wilson diagnostiziert wurde.
Warum zweifelt denn dein Arzt immer noch?

Was versteht man denn unter morbus Forb?
Meinst du die bestimmung des Serumkupfers ist eigentlich aussagekräftig genug??
LG tom

unklares beschwerdebild oszillopsie, schwindel, benommenheit... wer kann helfen?

margie ist offline
Beiträge: 4.488
Seit: 02.01.05
Hallo Tom,

ich schrieb von Morbus Fahr nicht Morbus Forb. Morbus Fahr ist eine Krankheit, die zum Teil ähnliche Symptome macht wie M. Wilson. Aber offenbar ohne Leberwerterhöhungen und das würde bei Dir (und auch bei mir) erst mal dagegen sprechen, es sei denn, man hätte beides, M. Wilson und M. Fahr, was ich statistisch gesehen für unwahrscheinlich halte, aber wenn man zu den wenigen Fällen gehört, die evtl. beides haben, dann nützt die Statistik einem nichts.
Also ich halte den M. Fahr, wenn er nicht auf hormonellen Störungen beruht, für schlimmer als den M. Wilson, weil man M. Fahr offenbar nicht effektiv therapieren kann und wenn man davon Demenz bekommt und weiß, dass man nichts dagegen machen kann, na ja, lieber dann den M.Wilson.

Bei dem Arzt bzw. den Ärzten, die mir anfänglich nur Zink empfohlen haben, bin ich nicht mehr. Ja, da läuft nicht immer alles glatt. Man geht zu einem Arzt, der einem vorher noch nie gesehen hat und nun soll dieser entscheiden, welche Therapie richtig ist. Dann hat man Werte, die nicht alle so eindeutig sind, sind sie wohl auch nie, bei Patienten, die schon über 40 Jahre alt sind, weil eindeutige, d. h. krasse Fälle schon in jüngerem Lebensalter aufgefallen wären durch Leberversagen.
Es ist oft nicht möglich in nur einem (manchmal sehr kurzem) Gespräch dem Arzt zu vermitteln, wie es einem geht, welche Störungen man hat. Im Sitzen mache ich auch immer noch einen recht fitten Eindruck, doch wenn man mich laufen läßt oder abrupte Bewegungen machen läßt, sieht dies schon anders aus.
Hinzu kommt, dass die Internisten unter den Wilson-Experten sich einfach nicht um die neurologischen Auswirkungen kümmern, ja die sagen, das könnten sie nicht beurteilen. Aber andererseits stören sich manche dann daran, dass man auch zu neurologischen Wilson-Experten geht, so als ob man zur Konkurrenz geht. Ja, ich habe öfters Probleme, die Ärzte zu verstehen. Das Problem ist auch, dass man versucht, möglichst wohnortnah einen Arzt zu finden und vielleicht hätte ich gleich einkalkulieren müssen, dass ich eben beim nächstgelegenen Arzt nicht beim richtigen bin. So fahre ich zu dem Arzt, bei dem ich jetzt bin, mehrere Hundert Kilometer.

Aber es wird öfters Zink am Anfang eingesetzt. Ich halte dies nach wie vor für falsch. Zink hat die wenigsten Nebenwirkungen, doch ist es eben auch weniger effektiv wie ein Chelatbildner. Ich fürchte, dass bei den Patienten, die anfänglich nur Zink bekommen, die Anamnese durch den Arzt eben lückenhaft war, denn M. Wilson ist eine Krankheit, bei der man mit "Homöopathischen Mitteln" (ist jetzt etwas übertrieben) nichts erreichen kann und wenn ein Mensch von Geburt an dieses Störung hat, dann hat er in jedem Alter schon viel Kupfer im Körper.

Mit Serumkupfer allein kann man den M. Wilson nicht bestätigen oder ausschließen.
In Deinem Alter und bei Deinen Beschwerden dürfte das Serumkupfer nicht mehr erniedrigt sein, solltest Du den Wilson haben. Ist es erniedrigt, wäre dies ein Hinweis für M. Wilson, mehr aber auch nicht. Ist es normal und das würde ich bei Dir so einschätzen, dann sagt das Serumkupfer gar nichts aus.
Erniedrigt ist das Serumkupfer solange die Leber das Kupfer noch speichern kann. Ist die Speicherkapazität erschöpft, geht das Kupfer aus der Leber heraus und im Blut (und Serum) steigt dann der Wert ständig.
Über das Blut geht es dann bevorzugt ins Gehirn, d. h. wenn jemand "Hirnsymptome" hat, dann ist das Serumkupfer schon im Ansteigen.

Wenn Du (vor allem höher dosiert) Zink einnimmst, dann sinkt allerdings das Serumkupfer auch. Zink sollte man während der Diagnostik nicht einnehmen. Bei höher dosiertem Zink darf man es aber auch nicht so einfach absetzen, denn höher dosiertes Zink ist ja eine Therapie und ein Therapieabbruch ist gefährlich, falls man M. Wilson hat.
Wissen sollten man noch, dass Zink auf das Urinkupfer auch erniedrigend wirkt und wenn man es absetzt, kann das Urinkupfer noch einige Monate lang niedriger sein als ohne Zink.
Zur Diagnostik gehört auf jeden Fall das Coeruloplasmin, das ist sogar wichtiger als das Kupfer und ganz wichtig wäre das 24h-Urin-Kupfer.
Das Leberkupfer in der Leberbiopsie ist ebenso sehr wichtig, falls die Laborwerte nicht bereits eindeutig sind.

Gruß
margie
__________________
“Das Fleisch, das wir essen, ist ein 2-5 Tage alter Leichnam.” - Volker E. Pilgrim, Schriftsteller

unklares beschwerdebild oszillopsie, schwindel, benommenheit... wer kann helfen?

tom1 ist offline
Themenstarter Beiträge: 208
Seit: 20.10.07
Hallo Margie, nun war ich bei meinem Arzt. Die Blutwerte deuten nicht auf eine Morbus Wilson, wäre auch zu einfach gewesen , leider. Was er jedoch herausgefunden haben will ist ein Verdacht auf eine Vasculitis, eine Entzündung der Hirngefässe. Mir scheint das nicht so abwegig, da ich seit dieser Beschwerden ja auch ständig ein Entzündungsgefühl im Kopf habe und auch immer ein leichtes Druckgefühl un d diese schreckliche Benommenheit. Das deutet alles auf so etwas hin. Nur ist es schwer zu objektivieren , die Hinweise sind diskret und immer am Rande der Normalität, zumindest in meinem Fall.LG Tom

unklares beschwerdebild oszillopsie, schwindel, benommenheit... wer kann helfen?

Oregano ist offline
Beiträge: 61.734
Seit: 10.01.04
Hier ein Artikel zur Vaskulitis bzw. Vaskulitiden:

Vaskulitis
Verhaengnis und Risiko unserer modernen Durchblutungsstoerungen

"People get sick from exposure to toxic chemicals in the home, in the workplace, indoors and outdoors. They sometimes suffer silently while the joy of life is diminished, while their career are ended, and the body mechanisms become dysfunctional. And they do not realize there is a link between chemical exposure and disease.

Many of these illnesses are preventable. Education is the key to prevention. Just how large a problem exists is not known at this time. But everyone is at risk. No one is safe. Not the author. Not the reader. Not anyone.." (Jacob B. Berkson, Attorney at Law, Maryland, USA, in "Canary's Tale", 1996)

Eine nicht-infektiöse Blutgefäßschädigung (Vaskulitis) ist eine reaktive Gefäßwandschädigung. Sie kann durch die verschiedensten Mechanismen und Ursachen ausgelöst werden. Die Symptomatik der nachfolgenden Durchblutungsstörung ist je nach betroffenen Organen unterschiedlich. Vaskulitis kann Haut, Schleimhäute, Muskulatur, Nieren, Magen, Darm, Leber, Herz, Hirn, Rückenmark, autonomes und endokrines (hormonelles) System, Gelenke und weitere Organe betreffen und dort schwerwiegende Beschädigungen und Funktionsstörungen hervorrufen.

Zu Beginn sind allgemeine Krankheitszeichen vorhanden wie: Konjunktivitis und Skleritis ("rotes Auge"), Rhinitis und Sinusitis (Nase und Nebenhöhlen), Stomatitis (Mundschleimhaut), allerlei Haut-Exantheme einschl. Urtikaria (Nesselsucht) und Ödeme (Schwellungen durch Histamin-Intoleranz), Kopf- und Rückenschmerz, auffällige Ermüdbarkeit.

Später kommt es zusätzlich u.a. auch zu: Hörsturz und Tinnitus, unklaren Seh- und Hör-störungen, Gewichts- Ab- oder Zunahme, Nachtschweiß, allgemeine Schwäche oder allgemeines Getriebensein, »Mononeuritis multiplex« (spez. Polyneuropathie des sensiblen und autonomen Systems), Paraesthesien (Kribbelgefühle) sowie »Restless-Legs-Syndrom« (unruhige Beine), »Burning-Feet-Syndrom« (brennende Füße).

Schließlich treten noch dazu auf: »Rheuma« (Kollagenosen: Schmerzen in Weichteilen, Muskeln, Gelenken), »Komplexes Regionales Schmerzsyndrom« (CRPS, "Sudeck" ~ unendlicher Schmerz und keiner weiß Bescheid), Magen-Darm-Probleme, Durchfälle, Ödeme, Mikro-Hämaturie (Spuren von Blut im Urin, frühe Nierenschädigung), erhöhte Blutsenkung, Hypoglykämien (Unterzuckerung durch Zucker-Intoleranz mit reaktiver Triglyceridämie), innerliche Unruhe, innerliches Beben oder Vibrieren, Herzrhythmusstörungen, Angina pectoris, eine gefährliche Neigung zu Thrombosen (aller Art - aller Blutgefäße - aller Organe!), Luftnot bei hyper-reagiblem Bronchialsystem (asthma-ähnliche Zustände), abnorme Müdigkeit, aber auch Schlaflosigkeit, erhebliche Konzentrations- und Koordinationsstörungen u.v.a.m.

Die klinischen Zeichen einer Vaskulitis (Durchblutungsstörung) variieren je nach Krankheitsaktivität und Organbeteiligung.....
Uta

unklares beschwerdebild oszillopsie, schwindel, benommenheit... wer kann helfen?

Mickybaby67 ist offline
Beiträge: 309
Seit: 04.10.07
Hallo Tom,

hat dein Arzt dir auch gesagt, was man dagegen tun kann??
Ich habe ja auch sehr oft diese Benommenheit und auch solch einen Druck im Kopf und auch oft so ein Entzündungsgefühl im Kopf, auch so als wenn zu viel Blut im Kopf ist.
Wie wurde die Diagnose gestellt, nur durch das Blutbild?
Weißt du, wa die Ursachen sind?
Frage grad soviel, weil ich mich in deinen Beschwerden wiederfinde.
Liebe Grüße und alles Gute,Mandy

unklares beschwerdebild oszillopsie, schwindel, benommenheit... wer kann helfen?

margie ist offline
Beiträge: 4.488
Seit: 02.01.05
Hallo Tom,

welche Untersuchung hat denn der Arzt gemacht, der den Verdacht auf eine Vasculitis bei Dir gestellt hat?
Ich selbst habe bei mir auch schon über diese Krankheit nachgedacht, weil ein paar meiner Symptome darauf passen.
Welche Butwerte hat er bestimmt und welche waren bei Dir auffällig?
Hast Du auch Deine Werte vom Coeruloplasmin und vom Kupfer im Serum?

Solltest Du eine Vasculitis haben, möglich ist dann sicher, dass ein Teil Deiner Beschwerden davon kommen.
Möglich ist dann aber auch, dass die Blutwerte für M. Wilson dadurch verfälscht werden. Eine Vasculitis ist ja eine rheumatische Krankheit, d. h. die Entzündungswerte steigen bei solchen Krankheiten an.
Das würde heißen, dass das Coeruloplasmin bei Dir dadurch ansteigt und ebenso das Kupfer. Solltest Du dann noch zusätzlich M. Wilson haben (ist jetzt eine theoretische Überlegung), wäre dann dies umso schwerer festzustellen, zumindest nicht an den Blutwerten (eher noch im 24h-Urin oder bei einer Leberbiopsie).
Doch hoffe ich nicht, dass Du gleich 2 schlimme Krankheiten hast.

Auf jeden Fall solltest Du auch eine evtl. Vasculitis sehr gründlich untersuchen lassen. Gehe zu Fachärzten, evtl. auch zu mehreren, denn bevor man dies behandelt, sollte die Diagnose sicher sein.

Gruß
margie
__________________
“Das Fleisch, das wir essen, ist ein 2-5 Tage alter Leichnam.” - Volker E. Pilgrim, Schriftsteller


Optionen Suchen


Themenübersicht