Lebensmittel-Unverträglichkeiten oder doch nicht?

05.06.14 14:12 #1
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Mimmili ist offline
Beiträge: 6
Seit: 29.03.14
Hallo!
Schön, dass ich dieses Forum gefunden habe!
Ich schreibe zum ersten Mal hier, nachdem ich viele Beiträge gelesen habe, um ein paar persönliche Anregungen zu bekommen über mögliche Ursachen meiner langwierigen Beschwerden. Bis jetzt konnten mir die Ärzte nur bedingt helfen.
Meine Beschwerden, die nicht alle auf einmal, jedoch regelmässig auftreten, sind:
- Unterzucker (Negativität vor den Mahlzeiten, aber manchmal auch Aggressivität nach den Mahlzeiten)
- niedriger Blutdruck
- kalte Füsse und Hände – ich vertrage aber auch Hitze nicht gut
- errötete Gesichtshaut
- Schwindel
- Winterdepression + Wetterfühligkeit
- „Nervenzusammenbrüche“
- unerklärliche Stimmungsschwankungen
- schlechte Belastbarkeit
- Eisenmangel
- Migräne
- metallischer Geruch in der Nase nach den Mahlzeiten
- unerklärliche Gewichtsabnahme, immer wieder

Ich weiss nicht, wie und ob sie miteinander zusammenhängen. Einige Beschwerden hatte ich bereits in der Pubertät, verschlechtert hat sich die Situation aber danach (ab meinem 20. Geburtstag etwa).

Dazu muss ich erwähnen, dass ich mit 19 Jahren sechs Monate lang Roaccutan (Isotretinoin) eingenommen habe. Mein Bauchgefühl sagt mir, dass das Medikament mir geschadet hat, aber ich kann es nicht mit Sicherheit behaupten. Ich sehe auch, dass mein Vater etliche Symptome wie ich hat. Vielleicht hat Isotretinoin nur einen Prozess in Gang gesetzt oder beschleunigt, der sowieso stattgefunden hätte.

Zu meiner Person: Ich bin eine 36 Jahre alte Frau, bin glücklich verheiratet, habe ein kleines Kind. Von meinem Naturell her bin ich ein unkomplizierter Mensch, der offen ist und sich leicht begeistern lässt. An guten Tagen bin ich tatkräftig und „sonnig“, an schlechten nur noch der Schatten von mir selbst.

Bis vor kurzem haben die Ärzte, die ich aufgesucht habe, immer nur die psychische Spur verfolgt und mich immer wieder in die Psychotherapie geschickt, was ich auch brav getan habe. Sicher hat die Therapie einiges gebracht, indem sie mich dabei unterstützt hat, besser mit meinen gesundheitlichen Problemen fertig zu werden. Ich hatte aber stets das Gefühl, dass die Probleme woanders liegen, nicht psychischer Natur sind. Die Psychotherapie hat nie etwas Besonderes ans Licht gebracht oder etwas „gelöst“, sie hat mir lediglich geholfen, das Beste aus der Situation zu machen.

Durch einen Ortswechsel habe ich vor kurzem eine Hausärztin gefunden, bei der ich mich menschlich sehr gut aufgehoben fühle. Zum ersten Mal fühle ich mich ernst genommen und nicht verurteilt. Sie ist auf die Idee gekommen, dass die Ernährung eine Rolle spielen könnte. So hat sie einiges untersuchen lassen, dabei ist es folgendes herausgekommen:
- Gluten:
Durch Auslassdiät haben wir gemerkt, dass ich weniger depressive Stimmungen habe. Seit Februar esse ich glutenfrei. Wenn ich jetzt versehentlich glutenhaltige Lebensmittel verzehre, bekomme ich nach wenigen Stunden Migräne oder gar Panikattacken. Durch Einnahme von Algifor 200 (Ibuprofen) verschwinden die Beschwerden komischerweise rasch wieder.
- Laktose:
Die Ärztin hat einen Gentest machen lassen, aus dem hervorgegangen ist, dass ich eine genetische Disposition für eine primäre Laktose-Intoleranz (13910CC) habe. Daraufhin hat sie mir empfohlen, alle Milchprodukte aus der Diät zu streichen. Komischerweise habe ich aber nie allzu viel Laktose zu mir genommen, ich habe eher Hartkäse gerne gegessen, wonach ich richtig süchtig war/bin.
- Allergo-Screen Basic IgG4:
Es sind etliche Unverträglichkeiten herausgekommen (darunter Gluten, Kasein, Ei, Kiwi, Mandeln). Ich habe aber gelesen, dass dieser Test umstritten ist.
Einen Fructose-Test wollte die Ärztin nicht durchführen, weil ich sonst – womöglich – nichts mehr essen könnte. Mir geht es im Moment aber sehr schlecht, habe sehr wenig Energie, obwohl ich von dem, was ich essen darf, genug esse (vor allem Gemüse, Fisch/Geflügel, Reis/Quinoa/Hirse usw.). Ich weiss nicht, ob das der Verzicht auf Käse sein soll (so eine Art Entzug), ob ich durchhalten muss (seit einer Woche esse ich keine Milchprodukte mehr), oder ob wir einfach auf dem Holzweg sind. Meine Ärztin ist sehr ausgebucht, und ich bekomme einen Termin nur alle anderthalb Monate, was nicht ideal ist.

Ich weiss, ich habe viel zu viel geschrieben. Wenn jemand jedoch alles gelesen und auch nur eine Anregung für mich hätte, darüber wäre ich sehr sehr dankbar!!

Herzliche Grüsse, Mimmili


Lebensmittel-Unverträglichkeiten oder doch nicht?

derstreeck ist offline
Beiträge: 4.124
Seit: 08.11.10
Hallo Mimmili,
- Gluten:
Durch Auslassdiät haben wir gemerkt, dass ich weniger depressive Stimmungen habe. Seit Februar esse ich glutenfrei. Wenn ich jetzt versehentlich glutenhaltige Lebensmittel verzehre, bekomme ich nach wenigen Stunden Migräne oder gar Panikattacken.
Verlass dich auf dein Bauchgefühl. Wenn es so eindeutig ist, dann würde ich auf jeden Fall meiden. Anmerkung noch dazu, eventuell könnte es auch eine allergische Reaktion sein auf einen anderen Bestandteil im Getreide.

Die Ärztin hat einen Gentest machen lassen, aus dem hervorgegangen ist, dass ich eine genetische Disposition für eine primäre Laktose-Intoleranz (13910CC) habe. Daraufhin hat sie mir empfohlen, alle Milchprodukte aus der Diät zu streichen. Komischerweise habe ich aber nie allzu viel Laktose zu mir genommen, ich habe eher Hartkäse gerne gegessen, wonach ich richtig süchtig war/bin.
Milchprodukte halte ich grundsätzlich für ungesund. Ich meide sie auch und habe dagegen deutliche Probleme mit dem Eiweiss der Kuhmilch. Wobei ich nicht streng darauf achte und kleine Mengen gelegentlich esse.

Ich weiss nicht, ob das der Verzicht auf Käse sein soll (so eine Art Entzug), ob ich durchhalten muss (seit einer Woche esse ich keine Milchprodukte mehr), oder ob wir einfach auf dem Holzweg sind.
Ich glaube eher nicht, dass es der Enzug ist, weil ich so etwas nicht hatte. Selbst wenn es was mit dem Enzug zu tun hat, dann nicht mit der Laktose. Vielleicht ist das hier die Erklärung:

"Caso-Morphine" Wenn du den Begriff in die Suchfunktion eingibst, wirst du etliche Beiträge dazu finden.

Es sind etliche Unverträglichkeiten herausgekommen (darunter Gluten, Kasein, Ei, Kiwi, Mandeln). Ich habe aber gelesen, dass dieser Test umstritten ist.
Unumstritten ist, dass dieser Test zu teuer ist. Ich hatte den auch machen lassen und bin nach vielen Lesen der Meinung, dass das kein Quatsch ist. Die IgG Antikörper sind ja nun mal da und messbar und es muss ja einen Grund geben, warum bei bestimmten Lebensmitteln IgG Antikörper ausgeschüttet werden.

Bei mir war es Milch und Ei, wobei es die Eiweisse sind. Also Butter vertrage ich und das Eigelb auch.

Es gibt Zusammenhänge zum "leaky gut". Infos findest du mit der Suchfunktion.

Einen Fructose-Test wollte die Ärztin nicht durchführen, weil ich sonst – womöglich – nichts mehr essen könnte.
Haha aber trotz Unverträglichkeit weiter Fruktose essen, das ist bestimmt gesund. Such mal mit der Suchfunktion nach Zusammenhängen "Fruktoseintoleranz - Tryptophan Serotonin Depression"

Fruktoseintoleranz kann man eigentlich durch Ausschluss und Provokation selbst raus finden. Wenn du oft Blähungen hast, ist eine FI nicht unwahrscheinlich.

vor allem Gemüse, Fisch/Geflügel, Reis/Quinoa/Hirse usw
Vergiss nicht, dass der Körper auch Fett braucht. Ich nehme Hauptsächlich Kokosöl und dann noch Butter. Auf das Kokosöl will ich dich damit aufmerksam machen.

Ansonsten noch ein paar Ideen, die bei dir auch eine Rolle spielen könnten.

Schilddrüsenfehlfunktion

Östrogendominanz, Progesteronmangel (Da gibt es Speicheltests, die aber leider nicht von der Kasse bezahlt werden.)

Vitamin D Mangel : Deinen Spiegel sollte dein Hausärztin unbedingt überprüfen.

Grüsse
derstreeck

Lebensmittel-Unverträglichkeiten oder doch nicht?

Mimmili ist offline
Themenstarter Beiträge: 6
Seit: 29.03.14
Hallo Derstreeck, merci vielmal für die rasche und ausführliche Antwort!
Ich werde sicher einiges vertiefen...

Meine Schilddrüsenfunktion ist ok.

Aber sonst...

- Das Thema "Caso-Morphine" könnte auf mich zutreffen. Ich werde versuchen, mehr Infos darüber zu bekommen. Dasselbe gilt für "leaky gut". Ich hoffe, man kann das auskurieren.

- Fruktose-Intoleranz:
Ich finde auch, das meine Hausärztin da ein wenig oberflächlich ist... Blähungen habe ich immer wieder, finde aber (ausser bei Hülsenfrüchten und Lauch) keine klaren Entsprechungen.

- Progesteron: Einen grossen Mangel hat die Ärztin tatsächlich durch Speicheltest (über Hormonselbsthilfe Elisabeth Buchner | Hauptnavigation - Herzlich Willkommen!) nachgewiesen. Vielleicht auch durch das lange Stillen meines Kindes bedingt.

- Vitamin D Mangel: Habe ich ebenfalls. Jetzt nehme ich Tabletten mit Kalzium und Vitamin D (Kalperos D3).

Merci noch einmal!

Lebensmittel-Unverträglichkeiten oder doch nicht?

derstreeck ist offline
Beiträge: 4.124
Seit: 08.11.10
Hallo Mimmili,

Ich finde auch, das meine Hausärztin da ein wenig oberflächlich ist... Blähungen habe ich immer wieder, finde aber (ausser bei Hülsenfrüchten und Lauch) keine klaren Entsprechungen.
Bei Lauch und Hülsenfrüchten spielen andere Stoffe eine Rolle, die Blähungen liegen nicht an der Fruktose.

- Progesteron: Einen grossen Mangel hat die Ärztin tatsächlich durch Speicheltest (über Hormonselbsthilfe Elisabeth Buchner | Hauptnavigation - Herzlich Willkommen!) nachgewiesen. Vielleicht auch durch das lange Stillen meines Kindes bedingt.
Meine Frau hat es beim Labor Cenca bestimmen lassen. Deine Idee mit dem Stillen ist interessant. Beim ersten Kind lief alles glatt. Sie hat lange gestillt und dann wurde sie ewig nicht schwanger und hatte einen Abgang in der 7. Woche. Ihr Progesteron ist zu niedrig aber auch ihr Östrogen.

Dazu stimmt was mit ihrer Schilddrüse nicht. Es sieht nach einer Umwandlungsstörung aus.

Kalperos D3, hab ich das richtig rausgesucht. Das sind 400 IE Vitamin D3 pro Tablette und du nimmst 2 am Tag? Das reicht lange nicht um einen Mangel zu beheben. Meine Frau hatte einen spiegel von 4 ng/ml und hatte 1 Jahr lang 5000 IE pro Tag genommen und das zweite Jahr hatte sie es unregelmässiger genommen, sagen wir rund 20 000 IE die Woche und ihr Spiegel war danach erst bei 22 ng/ml. Wichtiger als Calcium dazu zu nehmen, ist Magnesium. Trotzdem ist es besser mit einer niedrigen Dosis anzufangen und nicht zu schnell aufzufüllen. Ich würde das also erstmal so weiter nehmen und später auf ein richtiges Präparat wechseln. Sowas hier. Vitamin D3 Tropfen 2500 IE kaufen - Vitamin D Tropfen von Vitality Nutritionals - VitaminExpress Sho

Grüsse
derstreeck


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