Verdacht auf Divertikulose, Angst vor Antibiotika...

13.01.14 19:43 #1
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Franzel ist offline
Beiträge: 14
Seit: 13.01.14
Hallo,

ich hatte vor einigen Wochen mal etwas zwacken im linken, unteren Darmbereich... ging dann wieder weg... ich schob es auf Überanstrengung durch Umzug (tragen, Bohrarbeiten, Fastfood wegen fehlender Küche). Vor einigen Tagen kam es wieder, aber heftiger. Ultraschall und laut Doc eine kleine Divertikulose. Nun soll ich folgende Antibiotika nehmen, von jeder Tablette jeweils eine am Morgen und eine am Abend:

Ofloxacin 200
Metronidazol 400

So.... ich und Antibiotika... das war zu Kindeszeiten aufgrund häufiger Zahnfleischentzündungen ein starkes Team... keine Nebenwirkungen, sofortige Wirkung. Aber irgendwie... so 25 - 30 Jahre später: Habe ich doch etwas Bammel davor.. die Nebenwirkungen laut Wikipedia klingen ja (wie üblich) nicht gerade erbaulich... und das für JEDES der beiden Mittel...

Meine Frage:

Gibt es (neben viel Flüssigkeit, mehr Obst, Gemüse, nix blähendes, usw.) noch GUTE Tipps, wie man ein solches Divertikulum alternativ VERSUCHSWEISE behandeln könnte? Ich habe natürlich im Umkehrschluss auch wieder Angst davor, KEINE Antibiotika zu nehmen... nicht, dass da bedrohliche Komplikationen entstehen und ich bei Flüssignahrung am Tropf hänge.

Danke im Voraus,

Franzel, 38


Verdacht auf Divertikulose, Angst vor Antibiotika...

Oregano ist offline
Beiträge: 61.734
Seit: 10.01.04
Hallo Franzel,

mich wundert ein bißchen, daß Dein Arzt nicht erst eine Darmspiegelung vorgeschlagen hat, bevor er mit diesen Medikamenten kommt? Hat er denn Blut abgenommen?

...
Um andere Erkrankungen wie ein Reizdarm-Syndrom oder auch Darmtumoren auszuschließen, wird beim Verdacht auf eine Divertikulose die Diagnose in der Regel mithilfe einer Darmspiegelung und einer Röntgenuntersuchung mit Kontrastmitteln gestellt.

Divertikulitis

Liegt eine Divertikulitis vor – sind ein oder mehrere Darmdivertikel entzündet – ergibt sich die Diagnose bereits aus dem meist akuten Beschwerdebild der körperlichen Untersuchung und den Laborbefunden: Im Blut ist eine starke Erhöhung der weißen Blutkörperchen (Leukozytose) und eine erhöhte Senkungsgeschwindigkeit der Blutkörperchen nachweisbar. Tritt die Entzündung auf die Harnblase über, so befinden sich weiße oder rote Blutkörperchen im Urin.

Um bei einer Divertikulitis die Diagnose zu sichern, ist auch hier eine Darmspiegelung notwendig, die jedoch nur mit äußerster Vorsicht durchgeführt werden darf – denn die Darmwand ist in diesem Fall bereits stark beansprucht und möglicherweise geschädigt.
...
Divertikel im Darm (Divertikulose) Diagnose, Divertikulitis - Onmeda.de
Divertikel im Darm (Divertikulose) Therapie, Divertikulitis und Ernährung - Onmeda.de

Ist das ein Gastroenterologe gewesen? So eine Diagnose und Therapie würde ich schon noch mit einem anderen Arzt/Facharzt besprechen.

Da Du ja auch einen evtl. Zusammenhang zwischen den Umzugsarbeiten und den Schmerzen siehst, wäre vielleicht auch noch ein Besuch bei einem guten Osteopathen nützlich?
VOD e.V. - Verband der Osteopathen Deutschland

Grüsse,
Oregano
__________________
They tried to bury us. They didn't know we were seeds.

Verdacht auf Divertikulose, Angst vor Antibiotika...

Franzel ist offline
Themenstarter Beiträge: 14
Seit: 13.01.14
Danke schon einmal für die Antwort...

Also, ich warte noch bis morgen die Blutwerte ab, wurden gleich beim Ultraschall mit abgenommen. Eine Spiegelung schlug er vor, ABER gab zu bedenken, dass (so eine Divertikulose vorliegt) diese durch das einbringen von Luft dazu führen KANN, dass größere (gefährliche) Schäden am Darm entstehen KÖNNTEN. Ggf. sei ein CT von Vorteil, das dauert aber es zu bekommen und ich habe (leider) eine ENORME Angst vor Krankenhäusern (geht nur mit Beruhigungsmitteln).

Mal sehen, was die Blutwerte morgen sagen... ist von der Antibiotikatherapie nichts zu halten?

Verdacht auf Divertikulose, Angst vor Antibiotika...

Malve ist offline
Moderatorin
Beiträge: 22.473
Seit: 26.04.04
Hallo Franzel,

herzlich willkommen im Forum.

Ggf. sei ein CT von Vorteil,
- hier würde ich ein MRT (Kernspintomographie) bevorzugen; die Ergebnisse dürften genau so gut sein, außerdem gibt es keine Strahlenbelastung.

Liebe Grüße,
Malve

Verdacht auf Divertikulose, Angst vor Antibiotika...

Franzel ist offline
Themenstarter Beiträge: 14
Seit: 13.01.14
HAllo Malve,

laut Arzt und Internet soll CT jedoch aufschlussreicher sein als MRT, zumal ich keine Kontrastmittel vertrage....

Verdacht auf Divertikulose, Angst vor Antibiotika...

Datura ist offline
in memoriam
Beiträge: 5.003
Seit: 09.01.10
Der Arzt scheint mir doch recht sorgfältig zu sein, wenn er auf die Gefahren der Darmspiegelung hinweist.

Ja, warte die Blutergebnisse ab . Womöglich könntest Du auf schnellem CT bestehen, da müsste der Arzt sich um einen schnellen Termin kümmern.

Sollten Entzündungswerte erhöht sein, könnte man geneigt sein (ich wäre es), die Antibiotika zu nehmen (entzündete Divertikel im Darm sind kein Spaß), allerdings würde ich darum bitten das Ofloxacin auszutauschen gegen ein Makrolid, denn Ofloxacin ist ein Gyrasehemmer und diese können erhebliche, auch irreversible Nebenwirkungen machen (Du kannst "Gyrasehemmer" in unsere Suchfunktio0n eingeben, da wurde schon oft drüber diskutiert). Bei dem Metronidazol würde ich mir nicht die großen Sorgen machen, 800mg am Tag ist nicht die große Menge und es soll ja keine Langzeiteinnahme werden.

Grüße von Datura

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Franzel ist offline
Themenstarter Beiträge: 14
Seit: 13.01.14
Hallo Datura,

ich danke Dir für Deine Antwort. Ich versuche das mit dem CT mal, kenne ein recht gutes Zentrum die schon mal was dazwischen schieben können im "Notfall", muss ich halt nur 90km fahren aber das sollte es wert sein. Zu den Antibiotika: Kann ich nicht einfach mal erst nur das gut verträgliche(re) nehmen bzw. welches sollte mir der Doc zusätzlich aufschreiben und wie soll ich das als Patient begründen? Der fragt mich ja zu Recht, warum ich von dem Gyrasehemmer nichts halte bzw. warum ich das nicht nehmen will?

Und was ist begleitend (bei einer Diät) von "Aspecton Immun" (als eine Art Brei) zu halten? Kann das kontraindiziert sein oder hilft es dem Körper Nährstoffe zuzuführen? Habe das früher "einfach mal so" genommen und ich meine, es hätte mir insgesamt gut getan... aber was meint der Darm dazu? Und darf man im Bedarsfall Paracetamol nehmen? Ibu soll ja nicht so von Vorteil sein...

Geändert von Franzel (14.01.14 um 06:24 Uhr)

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Datura ist offline
in memoriam
Beiträge: 5.003
Seit: 09.01.10
Und was ist begleitend (bei einer Diät) von "Aspecton Immun" (als eine Art Brei) zu halten? Kann das kontraindiziert sein oder hilft es dem Körper Nährstoffe zuzuführen?
Das weiß ich nicht, keine Erfahrung.

Zu den Antibiotika: Kann ich nicht einfach mal erst nur das gut verträgliche(re) nehmen bzw. welches sollte mir der Doc zusätzlich aufschreiben und wie soll ich das als Patient begründen
Lies Dir bitte die Threads durch, die es hier dazu gibt, dann hast Du Gründe genug, musst nicht sagen, "Hab ich im Internet gelesen" sondern "meine Mutter hat Gyrasehemmer genommen, hatte so schwere nicht reversible Nebenwirkungen" usw....

Soweit ich weiß, macht es Sinn , zwei an verschiedenen Stellen wirksame AB zu nehmen, da würde ich nicht einfach eines weglassen, wohlgemerkt, wenn der Divertikel entzündet ist (oder überhaupt einer ist, kann man das im Ultraschall so genau sehen? Hast Dus Dir zeigen lassen?), aber das musst Du mit Deinem Arzt besprechen, da kann man beim besten Willen keine Ratschläge anonym im I-Net verteilen.

Und "Gut verträglich " ist relativ, es ist meiner Erfahrung und meinem Wissensstand nach besser verträglich als Gyrasememmer.

Grüße von Datura

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Franzel ist offline
Themenstarter Beiträge: 14
Seit: 13.01.14
Also laut Ultraschall, Arzt und meiner in diesen Dingen sehr bewanderten Lebenspartnerin (kommt aus dem Bereich Altenpflege und hat wohl schon alles gesehen) ist es eine Divertikulose. Tastbar ist keine Verhärtung, ich habe tendenziell Verstopfung. Kein Durchfall, keine Übelkeit, nur eben diesen teils ekelhaften Druckschmerz an eben dieser einen Stelle. Der kann aber auch mal plötzlich weg sein... was bleiben da sonst noch für Optionen? Krebs? Für mich als Hypochonder doch mehr als Angst machend... die letzten Blutwerte vor 3 Monaten waren top... auch die Immunwerte, keine Auffälligkeiten....

Verdacht auf Divertikulose, Angst vor Antibiotika...

Datura ist offline
in memoriam
Beiträge: 5.003
Seit: 09.01.10
Also, Divertikulitis und Divertikulose ist ein Unterschied, wie Du an Oreganos Ausführungen sehen kannst.

Ich bin nicht sicher, ob man bei nicht entzündeten Divertikeln prophylaktisch Antibiotika gibt, vor allem bei nur einem kleinen Divertikel?

Und man kann hier keine Diagnosen stellen, nur Tipps geben, wo man sich weiter informieren kann.

Es nützt alles nix, Du musst da mit Deinem Ärzten kooperieren, versuchen, Dich zu informieren.

Grüße von Datura


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