Blaue Flecken (fast) ohne Grund

12.12.13 11:29 #1
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Blaue Flecken (fast) ohne Grund

bullerbü ist offline
Beiträge: 126
Seit: 23.08.12
verdacht auf hämochromatose gründete sich mehr auf den hohen eisenwert. da ich seit 6 jahren in den wechseljahren bin und daher der natürliche monatliche aderlass wegfällt, werde ich das die nächsten jahre schon nochmal überprüfen lassen. vor 2 jahren waren ferritin, transferrin usw. jedenfalls unauffällig.

ich denke, bei mir hing es hauptsächlich am cipralex oder überhaupt an AD, weil ich vor jahren auch massive menstruationsblutungen bei trevilor einnahme hatte.
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Liebe Grüße von bullerbü

Blaue Flecken (fast) ohne Grund

Frank183 ist offline
Themenstarter Beiträge: 561
Seit: 29.11.09
Zitat von Clematis Beitrag anzeigen
Cetirizin hat als seltene Nebenwirkung eine Thrombozytopenie = Mangel an Thrombozyten, die für die Blutgerinnung hauptverantwortlich sind.
Aaah, das wäre natürlich möglich. Allerdings kann ich mich nicht mehr so genau dran erinnern, ob das vorher schon so war, denn ich nehme das Cet. jetzt schon gut 2 Jahre.

Habe nochmal meine alten Laborwerte rausgekramt, allerdings alle vor Cetirizin.
Thrombozyten immer ziemlich genau zwischen Unter- und Obergrenze. Ebenso Hämoglobin, Hämatokrit, MCV. MCH, MCHC. Leukozyten immer etwas erhöht, Erythrozyten immer am unteren Ende.

Und ja, man sucht ja verzweifelt Zusammenhänge und man muss aufpassen, dass man nicht welche "findet", die es gar nicht gibt. Aber damit kann ich locker leben, das ist das geringste Problem.

K1 werde ich auf jeden Fall mal probieren.

LG
Frank

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Clematis
Zitat von Frank183 Beitrag anzeigen
K1 werde ich auf jeden Fall mal probieren.
Hallo Frank,

K1 soll, wenn man den nachfolgenden Links glauben schenken kann, das am wenigsten aktive zu sein. Vitamin K ist sozugsagen der Hauptspieler für die Gerinnung. Auch K2 spielt eine wichtige Rolle... K3 wird - oder wurde? synthetisch hergestellt, davon wird allgemein abgeraten.
Sieh Dir bitte folgende Links noch an, bevor Du entscheidest, welche Form Du für Dich als am besten geeignet betrachtest:
Vitamin K: Schützt vor Blutungen, stärkt die Knochen - Onmeda.de
Vitamin K2 - Das vergessene Vitamin
Der Vitamin-Ratgeber: Alles über das Vitamin K
Vitamin K (Phyllochinon)

Gruß,
Clematis

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Frank183 ist offline
Themenstarter Beiträge: 561
Seit: 29.11.09
Hallo,

ich habe in letzter Zeit mal wieder Magnesium und Zink aufgestockt (durch NEM) und dieses Problem scheint jetzt erheblich besser geworden zu sein. Ob da allerdings ein Zusammenhang besteht, kann ich nicht sagen.

Zur Zeit habe ich einen ordentlichen blauen Fleck am Oberschenkel, aber den habe ich mir auch echt redlich verdient. Und vor allem - er ist ganz normal blau und nicht violett/schwarz wie sonst.

LG
Frank

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margie ist offline
Beiträge: 4.490
Seit: 02.01.05
Hallo Frank,

ich habe in letzter Zeit mal wieder Magnesium und Zink aufgestockt (durch NEM) und dieses Problem scheint jetzt erheblich besser geworden zu sein. Ob da allerdings ein Zusammenhang besteht, kann ich nicht sagen.
Bist Du leberkrank?
Magnesium- und Zinkmangel ist ganz typisch für Lebererkrankungen.

Blaue Flecken sind ein Zeichen einer gestörten Gerinnung und die Gerinnung wird bei Leberkrankheiten auch gestört.

seit 5 Jahren Schwankschwindel, Tinnitus, Benommenheit.
Diese Beschwerden würde ich auch bei Leberkrankheiten für möglich halten.
Evtl. wäre gar der M. Wilson (Kupferspeicherkrankheit) in Betracht zu ziehen.

Da Deine Mutter die Eisenspeicherkrankheit hat und die Eisen- und die Kupferspeicherkrankheit immer wieder in derselben Familie vorkommen, wäre es unter diesem Aspekt nicht unmöglich, dass in Eurer Familie auch die Kupferspeicherkrankheit vorkommt.

Aber vielleicht wurde diese Krankheit bei Dir schon ausgeschlossen?

lg
margie
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“Das Fleisch, das wir essen, ist ein 2-5 Tage alter Leichnam.” - Volker E. Pilgrim, Schriftsteller

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Frank183 ist offline
Themenstarter Beiträge: 561
Seit: 29.11.09
Hallo Margie,

vielen Dank für Deine Antwort, klingt sehr interessant !!!
Frage: bist Du selbst von Morbus Wilson o.ä. betroffen ?

Meine Laborwerte der Leber waren bislang immer sehr gut (GOT, gamma GT, etc.), aber vielleicht gibt es ja noch andere Werte ?

Was Du beschreibst, könnte durchaus sehr gut zutreffen. Ich konnte über M.Wilson bislang nur sehr wenig in Erfahrung bringen, die Symptome treffen teilweise zu, teilweise nicht.

Bei liegen auch Nahrungsmittelunverträglichkeiten vor, obwohl sämtliche Allergietests negativ waren. Bei ein paar Sachen weiß ich es sicher (Alkohol, ganz besonders Wein, Sekt, Kaffee, Meeresfrüchte), bei anderen bin ich mir nicht ganz sicher. Aber es ist ein wirklich erkennbares Muster, dass es mir meistens 2-4 Stunden nach dem Mittagessen (Hauptmazhlzeit) eher schlecht geht.

Übrigens habe ich auch noch nicht-diabetische Unterzuckerungen. Bein oGTT geht mein Zucker erst normal rauf, dann normal runter, fängt sich dann aber nicht wieder bei einem Wert von ungefähr 100, sondern rauscht durch bis 50 oder gar noch niedriger. Das könnte ja auch darauf deuten, dass die Glucogenese in der Leber nicht funktioniert.

Gibt es vielleicht noch andere artverwandte Krankheiten ? Was würdest Du mir für Tests empfeheln ?

LG
Frank

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margie ist offline
Beiträge: 4.490
Seit: 02.01.05
Hallo Frank,

die Reaktionen auf bestimmte Nahrungsmittel bei Dir lassen vermuten, dass Du auch eine Histaminintoleranz hast. Die habe ich auch.

Ja, ich werde auf den M. Wilson behandelt und ich weiß, dass es auch MW-Patienten gibt, die eine Histaminintoleranz auch haben.

Beim M. Wilson hat man nie alle Symptome, die in den Symptombeschreibungen genannt sind. Viele haben nur ein paar wenige davon.

Unterzuckerungen sind bei Leberkranken häufiger. Nicht umsonst wird Leberkranken deshalb auch geraten, dass sie abends noch Kohlenhydrate zu sich nehmen sollten, um den nächtlichen Unterzuckerungen vorzubeugen.

Leberwerte sind:
GGT. GPT, GOT, Bilirubin, Alkalische Phosphatase (beim MW oft ziemlich niedrig), Cholinesterase (wenn erniedrigt, liegt oft eine Zirrhose vor, aber auch schon, wenn sie noch im Normbereich liegt),
GLDH, LDH.

Leberkrankheiten verlaufen oft schubweise, so dass die Leberwerte immer wieder normal sind.

Beim M. Wilson haben viele Patienten normale oder nur leicht erhöhte Leberwerte.

Ob es artverwandte Krankheiten gibt?
Nein, das kann ich als Laie nicht sagen. Es gibt jede Menge seltener Krankheiten, das weiß ich.

Wenn es um den M.Wilson geht, hindert das eingenommene Zink eine korrekte Diagnostik.
Aber bei MW-Verdacht sollte das Zink auch nicht absetzen, denn es ist eine der Therapien für den M. Wilson. Beim Absetzen hat es bei MW-Patienten schon dazu geführt, dass enorme Verschlechterungen eingetreten sind und dass es sogar teils zu Leberversagen oder akuter Hämolyse gekommen ist.
D. h. Dir jetzt zu sagen, lasse den M. Wilson untersuchen, ist so einfach nicht. Denn ich will nicht noch Schuld sein, wenn Du durch das evtl. Absetzen des Zinks Nachteile hast, zumal Du beschreibst, dass es Dir besser geht, seitdem Du auch Zink einnimmst (Könnte man so interpretieren, dass Du evtl. doch einen M. Wilson hast oder eine andere Leberkrankheit).

lg
margie
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Frank183 ist offline
Themenstarter Beiträge: 561
Seit: 29.11.09
Hallo Margie,

noch mal vielen Dank !!!

HIT ist einigermassen wahrscheinlich. Obwohl mein DAO-Wert normal ist (sogar am oberen Ende), waren bei Histamin sowohl im Blut als auch im Stuhl deutlich erhöht. Allerdings kann ich gereiften Käse und geräucherte Wurst scheinbar ohne Probleme essen, aber Wein und Sekt sind bei mir extrem krass. Dieser Effekt tritt allerdings erst so etwa 16-20h später ein.

Seit dem ich ein Anti-Histaminkum (Cetirizin) nehme, geht es mir viieeel besser. Dafür habe ich seitdem 20kg zugenommen ... *buargh*

Auch Vitamin C und Zink hochdosiert helfen mir enorm. Auch das spricht für HIT.

Wegen Blutzucker: ich kann problemlos 24h fasten ohne dass mein Blutzuckerwert absinkt. Aber wenn ich etwas esse, rutsche ich 2-3 Stunden später in den Unterzucker. EIn Insulinom ist allerdings sicher ausgeschlossen.

Bis ich mit den NEMs angefangen habe, waren meine Symptome zu einem grösseren Teil wie bei einer hepatischen Enzephalopathie. Ich war teilweise richtig desorientiert, wusste nicht wo links und wo rechts ist, ich habe katastrophale Rechtschreibfehler gemacht. Nicht Tippfehler ! Da haben teilweise halbe Sätze gefehlt oder die Grammatik war komplett falsch und solche Sachen. Oft habe ich auch Entfernungen falsch eingeschätzt. Aber da ich kein Alkoholiker bin und eben meine Leberwerte gut waren, konnte man das *eigentlich* ausschliessen.

Aber ... mit der Leber könnte es durchaus was zu tun haben.

Frage: angenommen, es wäre (auch) MW. Wenn ich jetzt einen Chelat einnehmen würde, wie lange würde es dann dauern, bis sich mein Zustand bessern würde ?

LG
Frank

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margie ist offline
Beiträge: 4.490
Seit: 02.01.05
Frage: angenommen, es wäre (auch) MW. Wenn ich jetzt einen Chelat einnehmen würde, wie lange würde es dann dauern, bis sich mein Zustand bessern würde ?
Das ist sicher nicht bei jedem gleich.
Die Dosis muss genau stimmen, d. h. nicht zuviel und nicht zu wenig.
Es kann auch zu Anfangsverschlechterungen kommen bei einer MW-Therapie.

Man sollte einen MW nie ohne fachärztliche Kontrolle behandeln, zumindest nicht am Anfang.

Und zuerst muss man die Diagnose haben.

Du bekommt Trientine oder D-Penicillamin auch nur auf Rezept und nur diese beiden Chelatbildner werden beim MW eingesetzt oder hochdosiert Zink.
Aber bevor man hochdosiert Zink einsetzt, muss man entkupfert sein durch einen Chelatbildner und nicht bei jedem ist hochdosiert Zink sinnvoll, weil das auch von den Werten abhängt, etc.
Man muss alle Therapieformen, insbesondere Zink vor den Mahlzeiten nüchtern (eine halbe bis eine ganze Stunde vorher) einnehmen. Das kann bei manchen schon zu Magenproblemen führen.

Eine richtige Besserung tritt meist erst nach Monaten auf. Beim einen vielleicht schon nach 3 bis 4 Monaten beim anderen vielleicht erst nach 6 Monaten.
Je nachdem wie lange man die Beschwerden schon hat, kann es aber auch sein, dass sie nicht mehr verschwinden.
Daher wird immer geraten, bei Verdacht auf einen MW so früh als nur möglich die Diagnostik zu betreiben.

Bis ich mit den NEMs angefangen habe, waren meine Symptome zu einem grösseren Teil wie bei einer hepatischen Enzephalopathie. Ich war teilweise richtig desorientiert, wusste nicht wo links und wo rechts ist, ich habe katastrophale Rechtschreibfehler gemacht. Nicht Tippfehler ! Da haben teilweise halbe Sätze gefehlt oder die Grammatik war komplett falsch und solche Sachen. Oft habe ich auch Entfernungen falsch eingeschätzt. Aber da ich kein Alkoholiker bin und eben meine Leberwerte gut waren, konnte man das *eigentlich* ausschliessen.
Zur minimalen hepatischen Enzephalopathie das hier:
http://www.aerzteblatt.de/pdf/109/10/m180.pdf
Fleisch, Fisch sollte man je nach Zustand sparsam essen, die darin enthaltenen Aminsäuren sind nicht so vorteilhaft für Leberkranke. Eine kranke Leber kann das enthaltene Eiweiß nicht mehr richtig verstoffwechseln. Es kommt zu Fäulnisbakterien im Darm und zur Ammoniakbildung.
Milchprodukte hingegen sind erlaubt, da diese die günstigen verzweigtkettigen Aminosäuren enthalten.

Die Beschwerden, die Du hast, kennich teilweise auch.

Bei einer hep. Enzephalopathie wird Laktulose empfohlen. Mit niedriger Dosierung sollte man anfangen.
Auch Ornithinaspartat wird sehr empfohlen (z. B. Hepa Merz Granulat 3000 oder 6000).
Ich nehme Hepa Merz Granulat.
Laktulose verträgt nicht jeder. Aber man muss es eben probieren.

Nun, wenn Du solche Beschwerden hast, würde das schon ein Hinweis auf die Leber sein können, vor allem auch, wenn man weiß, dass Deine Mutter die Eisenspeicherkrankheit hat.
Wurden da bei Dir alle Mutationen auch durchuntersucht? Es gibt nämlich auch seltenere Mutationen.
Ich habe übrigens auch noch einen Gendefekt auf diese Krankheit.

Cetirizin nehme ich auch öfters.
Bei mir ist die DAO noch nie normal gewesen. Sie ist bei mir oft unter 2,0 und war einmal bei 7,0 bei einem Normwert ab 10,0.

lg
margie
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“Das Fleisch, das wir essen, ist ein 2-5 Tage alter Leichnam.” - Volker E. Pilgrim, Schriftsteller

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Frank183 ist offline
Themenstarter Beiträge: 561
Seit: 29.11.09
Liebe Margie,

vielen Dank für Deinen Post und sorry für die späte Antwort. Ich habe Dich nicht vergessen, sondern nur nachgedacht ... ;-)

Nun, es geht jetzt auch 6 Jahre zu, in denen ich nach einer belastbaren Diagnose suche, damit ich dann gezielt ansetze. Leider bislang vergeblich und ich stehe so langsam mit den ganzen Laboruntersuchungen etwas auf Kriegsfuss.

Deshalb versuche ich immer mehr, "heuristisch" ranzugehen, heisst, ich nehme an, es ist wäre dies oder das und "behandle" mich dann entsprechend und schaue, ob sich etwas ändert oder nicht.

Allerdings - monatelang Chelatbildner zu nehmen ... vielleicht lieber nicht, das sind nun wirklich keine Hustenbonbons ...

Der Artikel über die HE war sehr hilfreich, deshalb werde ich jetzt spontan mal Laktulose probieren und schauen was passiert. Das sollte sich relativ schnell zeigen. Aus dem Internet habe ich mir "Bifiteral Sirup" heraus gesucht. Oder hast Du einen anderen Vorschlag ?

"Eugalan" klang auch gut, weil da auch noch Probiotika enthalten sind. Allerdings stand da auf der Inhaltsliste "Lactose" und nicht "Lactulose". Das ist doch nicht das gleiche, oder ?

LG
Frank


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