Mann ist manisch - brauche Hilfe

16.11.13 12:03 #1
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Mann ist manisch - brauche Hilfe

Boni ist offline
Beiträge: 94
Seit: 17.11.13
Zitat von Sams Beitrag anzeigen
Denn -meiner Meinung nach- ist Schlaf die heilsamste "Therapie" bei Manie und auch bei bestimmten Formen der Schizophrenie.
Man bekommt aber in diesem Zustand keinen längeren Schlaf hin und der erholende Effekt von Schlaf hält nur kurz nach.

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Sams ist offline
Beiträge: 95
Seit: 07.02.11
Zitat von Boni Beitrag anzeigen
Man bekommt aber in diesem Zustand keinen längeren Schlaf hin und der erholende Effekt von Schlaf hält nur kurz nach.
Das ist ja der Haken !

Deswegen ja auch dieser kleine Nebensatz von mir:

(schade nur, dass das auch zu den schwierigsten "Übungen" gehört)
__________________
LG Sams

Mann ist manisch - brauche Hilfe

Help14 ist offline
Themenstarter Beiträge: 72
Seit: 16.11.13
Hallo,
na ja, er schläft jetzt wenigstens ein bisschen länger . Und er verhält sich zum Größten Teil so, wie ich ihn kenne. Einsichtsbekundungen hat er bisher keine erwähnt.

Aber auch das letzte Mal als er von der Manie wieder zu Normal gewechselt hat, war keinerlei Krankheitseinsicht zu erkennen. Das ist ja das Schlechte dass bei meinem Mann total die Einsicht fehlt dass er einen Manieanfall hatte. Ich hoffe das kommt noch, so dass man mal vernünftig mit ihm darüber reden kann.....

Er muss einsehen dass er die Medikamente nehmen muss um stabil zu bleiben. Ansonsten haben wir das gleiche Problem bald wieder

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Sams ist offline
Beiträge: 95
Seit: 07.02.11
Zitat von Help14 Beitrag anzeigen
[...]
Aber auch das letzte Mal als er von der Manie wieder zu Normal gewechselt hat, war keinerlei Krankheitseinsicht zu erkennen. Das ist ja das Schlechte dass bei meinem Mann total die Einsicht fehlt dass er einen Manieanfall hatte. Ich hoffe das kommt noch, so dass man mal vernünftig mit ihm darüber reden kann.....

Er muss einsehen dass er die Medikamente nehmen muss um stabil zu bleiben. Ansonsten haben wir das gleiche Problem bald wieder
Genau das ist der Punkt.
Solange er nicht erkennt, dass er an einer Krankheit leidet (bzw ein akuter Schub seiner (chronischen) Krankheit hinter ihm liegt) ist er eigentlich noch zu krank.
Auch wenn er ruhiger wird und die akute Situation hinter ihm liegt, ist der Rückfall praktisch nur eine Frage der Zeit.

Meinen Mann kann, seit der letzten akuten Situation vor ca 3 Jahren, nichts davon abhalten jeden Abend sein Medikament zu nehmen. Zwar nimmt er nur noch eine ganz geringe Dosis, aber ganz ohne traut er sich nicht, weil er Angst vor einem Rückfall hat.

Allerdings hat er zu dieser Einsicht fast 15 Jahre gebraucht. Und diese Jahre waren stellenweise nicht nur für ihn die Hölle...

Wie oft er sich verletzt hat (durch puren Zufall immer nur "leicht" bzw ohne bleibende Schäden) ist nicht mehr zählbar. Darunter gab es viele lebensgefährliche Situationen, allein Glück und dem Zufall hat er zu verdanken, dass er noch unverletzt lebt. Und das ist ihm seit der letzten Zwangseinweisung bewusst.
Meiner Meinung nach liegt das an dem letzten äußerst angstvollen "Trip", den gefährlichen und peinlichen Situationen währenddessen, zusammen mit dem richtigen Medikament in der richtigen Dosis (das muss nicht immer die Höchstdosis sein, wie in den Kliniken gern praktiziert)

Zu dem richtigen Medikament in der richtigen (niedrigen) Dosis hat er inzwischen seine Ernährung umgestellt und den Alkohol komplett weggelassen. Völlig aus freien Stücken, von sich aus.

Grob gesagt, sind Psychosen ja nichts weiter als eine Stoffwechselstörung im Gehirn...

(...)

Wenn dein Mann wirklich noch nie eine echte Krankheitseinsicht gezeigt hat, bekommt er wahrscheinlich nicht das richtige Medikament und auch nicht die richtigen Nährstoffe. (Aber lass nicht zu, dass er mehr als 2 Medikamente gleichzeitig bekommt und auch nicht immer gleich die Höchstdosen)

Und wie gesagt, Psychotherapie funktioniert erst, wenn das "Chemieproblem" im Hirn gelöst ist.

Manchmal braucht das auch einfach ein wenig mehr Zeit. Ist ja jetzt gerade mal 15 Tage her. Die Zeitspanne vom Richter mit den 6 Wochen kommt auch nicht von ungefähr! Also keine Panik.
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LG Sams

Geändert von Sams (05.12.13 um 00:52 Uhr) Grund: Entfernt, denn das weißt du ja selber.

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Help14 ist offline
Themenstarter Beiträge: 72
Seit: 16.11.13
Hallo Sams,
vielen Dank für dein Feedback. Es hilft mir schon sehr mich über das Thema auszutauschen.

Mein Mann bekommt jetzt Ergenyl 2 x 1000 mg, was ok ist und er soll noch zusätzlich 400 mg Seroquel schlucken. Das Seroquel lehnt er ab. Erst hat er es geschluckt, da ist er in seinem Zimmer
3 x umgefallen, wusste nicht mehr wo er ist, konnte sich lange nicht mehr zurechtfinden und war ständig am einschlafen (auch am Tag, im sitzen usw.)........Auch scheint es ihn irgendwie aggressiv zu machen..... Ich glaube dieses Medikament ist einfach nicht geeignet für ihn. Muss heute mal mit der Ärztin deswegen reden. Er nimmt es sowieso nicht seit ein paar Tagen. Seit er es nicht mehr nimmt normalisiert sich sein Zustand zusehend. Ach ja, vorübergehend bekommt er noch 4 x Tavor über den Tag verteilt. Das wird aber bald aufhören, da man Tavor nicht länger als eine Woche geben darf wegen der Suchtgefahr.

Was für Medis bekommt denn dein Mann? Und ist er auch ausschliesslich mit Manie erkrankt? Mein Mann bekommt keine Depressionen wie die meisten Leute. Eine reine Manie ist sehr selten - gibt es aber. Da die meisten Menschen, so auch mein Mann, sich im Zustand der Manie sehr wohl fühlen, fehlt oft die Krankheitseinsicht. Aber es ist verdammt gefährlich tagelang ohne Schlaf durch die Gegend zu schwirren und allen möglichen Blödsinn zu machen. Der Körper hält das nicht lange aus.
Wenn man schon älter ist, wie mein Mann, ist er doppelt gefährlich wegen Bluthochdruck, Schlaganfall usw.

Wenn er im Zustand einer Manie ist, fühle ich mich ziemlich hilflos und weiss nicht wie ich eine Änderung der Situation erreichen kann. Ich habe mir überlegt ob ich ihm vorschlagen soll eine Vorsorgevollmacht zu unterschreiben, damit man rechtlich schneller wichtige Schritte einleiten kann - Klinkeinweisung usw. ? Wir können uns ja gegenseitig eine ausstellen. Aber ich bin sehr skeptisch ob mein Mann da mitspielt.

Da muss ich abwarten bis er wieder total klar ist und man vernünftig mit ihm reden kann. Aber irgendetwas muss gemacht werden, damit es nicht wieder sich so lange hinzieht wenn er wieder in eine Manie verfällt.......

Es war einfach furchtbar. Der Arzt sagte erst er könne nichts machen, die Polizei auch, genauso wie das Ordnungsamt und sogar die Richterin vom Amtsgericht wollte erst nichts tun und meinte ich solle nochmal zur Polizei gehen...... Man schickte mich im Kreis herum und es tat sich nichts........

Zum Glück ist nichts schlimmes passiert, ausser dass mein Mann, ohne Grund, plötzlich aggressiv wurde und auf mich los ging. Er war auch nicht mehr zu beruhigen. Sogar als die Polizei kam hat er einfach weitergebrüllt.... Es hat mich ziemlich geschockt...... So etwas will ich nicht nochmal erleben.
Liebe Gruesse
Help14

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Sams ist offline
Beiträge: 95
Seit: 07.02.11
Zitat von Help14 Beitrag anzeigen

Was für Medis bekommt denn dein Mann? Und ist er auch ausschliesslich mit Manie erkrankt? Mein Mann bekommt keine Depressionen wie die meisten Leute. Eine reine Manie ist sehr selten - gibt es aber. Da die meisten Menschen, so auch mein Mann, sich im Zustand der Manie sehr wohl fühlen, fehlt oft die Krankheitseinsicht. Aber es ist verdammt gefährlich tagelang ohne Schlaf durch die Gegend zu schwirren und allen möglichen Blödsinn zu machen. Der Körper hält das nicht lange aus.
Wenn man schon älter ist, wie mein Mann, ist er doppelt gefährlich wegen Bluthochdruck, Schlaganfall usw.
Mein Mann hat Schizophrenie (paranoid halluzinatorische Form) und nimmt Neuroleptika (Risperidon 1mg abends).

Aber rein von Außen betrachtet, auf den ersten Blick, sieht ein akuter Schub bei ihm, der Manie deines Mannes recht ähnlich: Keine Krankheitseinsicht, Schlaflosigkeit, gesteigerter Antrieb.... Rumirren und gefährliche und peinliche Sachen machen
Die Gründe für sein Verhalten unterscheiden sich aber. Zum Beispiel benimmt er sich so, weil er u.A. Verfolgungswahn hat (das ruft meist Angst hervor). Bei deinem Mann ist es hauptsächlich Größenwahn (das macht überaus leichtsinnig) Aber das nur als ein Beispiel für die Unterschiede.

Letztendlich können unbeabsichtigt bei beiden Krankheiten sehr schlimme Dinge passieren, -halt die berühmte Fremd- und Eigengefährdung (aufgrund von Fehlwahrnehmungen). Bis die amtlich festgestellt werden kann, muss leider erst Schlimmes passieren. Dient eigentlich zum Schutz des Patienten... gewöhnlich ist aber genau das Gegenteil der Fall...

Das dein Mann sich in seinem Wahn recht wohl fühlt, macht das mit der Krankheitseinsicht tatsächlich nicht gerade leichter. Oder besser ausgedrückt: die angenehmen Gefühle, die sein Wahn erzeugt, verleiten ihn dazu das Medikament, welches ja diese angenehmen Gefühle verhindert, hin und wieder zu reduzieren/vergessen... Und ehe er es merken kann, steckt er in der nächsten akuten, manischen Phase....

Diese von dir beschriebenen schönen Phasen, also zwischen den Schüben, wie sind die genau? Ist ihm da bewusst an welcher Krankheit er leidet und das er deswegen in der Klinik war?
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LG Sams

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Help14 ist offline
Themenstarter Beiträge: 72
Seit: 16.11.13
Bisher konnten wir nur einmal kurz vernünftig über sein Problem reden. Dabei kam heraus dass er anscheinend schon als Kind ab und zu auffällig (manisch) war. Man wollte ihn mit Medikamenten behandeln, hat es dann aber doch nicht getan.

Leider verweigert mein Mann auch in seinen klaren Phasen meist ein Gespräch über die Problematik. Er blockt gleich ab und meint "alles sei schliesslich in Ordnung mit ihm. Und der Klinikaufenthalt wäre auch unnötig gewesen. usw" Es ist sehr schwierig überhaupt ein Gespräch über seine Erkrankungen anzufangen....Wie gesagt, blockt er meistens ab.

Ich hoffe aber trotzdem dass er irgendwann doch mal mit sich darüber vernünftig reden lässt. Ich denke er weiss schon dass er eine Erkrankung hat - es ist im schon bewusst - er redet nur nicht gerne darüber. Er hat ja auch fast ein Jahr lang seine Medikamente freiwillig genommen.
LG
Help 14

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Sams ist offline
Beiträge: 95
Seit: 07.02.11
Zitat von Help14 Beitrag anzeigen
Ich hoffe aber trotzdem dass er irgendwann doch mal mit sich darüber vernünftig reden lässt. Ich denke er weiss schon dass er eine Erkrankung hat - es ist im schon bewusst - er redet nur nicht gerne darüber. Er hat ja auch fast ein Jahr lang seine Medikamente freiwillig genommen.
Da wollte ich drauf hinaus.
Hätte er wirklich -auch zwischen den manischen Phasen- keine Krankheitseinsicht, dann würde das bedeuten, dass sein Medikament nicht das richtige ist und das er nie wirklich "normal" dazwischen war.
Aber das kann ja nicht sein wenn er sein Medikament so lange freiwillig genommen hat!

Ich schätze mal, deinem Mann ist das Ganze hinterher immer ziemlich peinlich und unangenehm, weswegen er auch nicht gern darüber redet. Außerdem möchte er seine Würde und deine Liebe nicht verlieren...

Und in Anbetracht der Stigmatisierungen, die mit solchen Krankheiten verbunden sind, hat er alles Recht der Welt zur Skepsis und Zurückhaltung, jedem gegenüber.

Dein Bedürfnis mit ihm darüber zu reden kenne ich nur zu gut. Ich habe aber die Erfahrung gemacht, dass es besser ist einfach nur zu sagen: "welcome back"! und abzuwarten bis er von sich aus mit dem Thema anfängt. Denn je mehr ich ihn zum Gespräch drängte, desto mehr verweigerte er es. Inzwischen verstehe ich diese Reaktion sogar....
__________________
LG Sams

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Help14 ist offline
Themenstarter Beiträge: 72
Seit: 16.11.13
Hallo Sams,
ja, dann will ich jetzt erst mal abwarten und sehen wie sich alles entwickelt. In der Zwischenzeit nimmt er jetzt auch das Seroquel 300 mg abends. Ganz schön hochdosiert - aber so ist das in der Klinik.
Leider schläft er immer nur in Etappen 2 - 3 Stunden, wacht dann auf und macht was, danach dann wieder hinlegen usw. Ich denke wenn er endlich mal durchschläft, wird sich so langsam alles wieder normalisieren. Wir werden sehen.

Mit der Einsicht das ist ein Problem, da er nur (von ihm aus gesehen) Phasen hat in denen er sich wohlfühlt............

Gestern habe ich ihn darauf angesprochen dass er ohne Schuhe und Strümpfe in der Stadt gesehen wurde.....was ja wohl auch nicht ganz normal ist, im Winter. Da meinte er nur er habe nicht gefroren und er musste seine Schuhe auslüften usw. usw. Also noch total uneinsichtig........ Es dauert halt alles seine Zeit.

Auf jeden Fall danke ich dir recht herzlich für deine Unterstützung.

LG
Help14

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Boni ist offline
Beiträge: 94
Seit: 17.11.13
Zitat von Help14 Beitrag anzeigen
Hallo Sams,
ja, dann will ich jetzt erst mal abwarten und sehen wie sich alles entwickelt. In der Zwischenzeit nimmt er jetzt auch das Seroquel 300 mg abends. Ganz schön hochdosiert - aber so ist das in der Klinik.
Als Prophylaxe würde es wahrscheinlich genügen wenn er später nur noch Valproat (Ergenyl) nimmt. Das ist nicht so ein Dröhner wie Seroquel. Absolute Therapietreue ist aber wichtig und wenn nicht ist es nicht damit getan das Valproat wieder neu anzusetzen; dazu wirkt es zu mild. Dazu gehört natürlich Krankheitseinsicht.

BTW: Valproat verringert die Anzahl der Thrombozyten und macht das Blut deswegen flüssiger. Daher ist es bei OPs wichtig das anzugeben damit die ein paar Blutkonserven mehr als normal bereithalten. Ist meiner Freundin die seit Ewigkeiten Valproat nimmt mal passiert, dass sie das vergessen hatte.

Geändert von Boni (09.12.13 um 09:38 Uhr)


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