Seit drei Wochen Magendarmgrippe -vertrage kein Lebensmittel mehr

06.07.13 22:15 #1
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Ibba ist offline
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Seit: 02.07.13
Hallo,

habe seit zwei Jahren diverse Beschwerden (Gelenkschmerzen, ziehende Hände und Füsse, Kälteschüber, Müdigkeit etc.), die ich erst einer Schilddrüsenunterfunktion zugeordnet habe.

Nachdem ich mitlerweile recht gut eingestellt bin (TSH 1,24 (0,35 - 4,50) / ft3 3 (2,0 - 4,2) / ft4 1,1 (0,80 - 1,7)), denke ich nicht, daß es damit zu tun hat. Habe es zwar bereits mit einer leichten Thyroxin-Erhöhung versucht (+12,5), hatte jedoch nach dem ersten Tag das Gefühl, daß ich den ganzen Tag "fahrig" und "rappelig" war und daß eine Steigerung zuviel des Guten ist.

Nun ist es seit fast drei Wochen so, daß ich fast gar nichts mehr essen kann ohne Beschwerden. Sowohl mein Mann als auch ich haben seit drei Wochen wohl eine leichte Magendarm-Verstimmung (weiche Verdauung, Blähungen, Magenbeschwerden), die nicht enden will, nur daß bei mir seit dieser Zeit gar nichts mehr geht (Kopfschmerzen, Müdigkeit, depressive Stimmung, Vergiftet-sein-Gefühl, Herzklopfen, geschwollene Augen und Nase, Asthma).

Zusätzlich besteht eine Gräser-,Baumpollen- und Hausstauballergie und, ganz neu festgestellt, eine Lactoseintoleranz. Ich ernähre mich seit 2 Wochen Histaminarm, seit 2 Tagen Lactosefrei, leider bisher nur leichte Besserung der Beschwerden, nach jedem Essen geht es mir schlechter.

Ich bin ziemlich verzweifelt, weil ich eigentlich kein Lebensmittel mehr vertrage, meine Lebensmittelauswahl aktuell reichlich beschränkt ist (lactosefrei und histaminarm) und es mir ziemlich bescheiden geht (ständig müde, down, Kopfschmerzen, heftiges Magendrücken, massiv Luft im Bauch, die auf die Lunge drückt, Herzklopfen, geschwollene Augen und Nase, Asthma, starkes Völlegefühl und Hunger, da ich nicht viel esse).

Daß eine Magen-Darmgrippe so lange dauern kann, davon habe ich noch nie gehört, zumal die MDG nie wirklich richtig zum Ausbruch kam (üblicherweise Erbrechen und/oder heftig Durchfall).

Eine Magenschleimhautentzündung (akut, ca 3 Wochen lang) hatte ich mal vor zig Jahren und dafür sind die aktuellen Symptome zu schwach. Als ich die Magenschleimhautentzündung damals hatte, habe ich nach jeder Mahlzeit vor Schmerzen geheult, das ist aktuell zum Glück nicht so.

Dennoch bin ich völlig von der Rolle, weil ich nichts essen kann ohne mich schlecht zu fühlen und einfach nicht weiß, was mit mir los ist...

Hat jemand eine Idee was magendarmtechnisch mit mir los sein könnte? Ich überlege auch die ganze Zeit, ob die Lactoseintoleranz (neu festgestellt) nicht bloß aufgrund meiner jetzt gestörten Dünndarmschleimhaut aktuell entstanden ist. Vor einigen Wochen habe ich noch problemlos meinen Latte macchiato geschlürft, nun vertrage ich überhaupt kein Lebensmittel mehr. Was kann da los sein?

Bin für jede Idee, jeden Tipp und jeden Rat dankbar, liebe Grüsse Ibba


Seit drei Wochen Magendarmgrippe -vertrage kein Lebensmittel meh

bestnews ist offline
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Seit: 21.05.11
Nach welcher Tabelle ernährst Du Dich histaminarm? Ich habe da nämlich schon Tabellen gesehen, wenn ich danach essen würde, hätte ich immer noch voll die Symptome, ich esse in etwa nach der, dabei glutenfrei und ohne Milchprodukte.
Milchprodutke würde ich an Deiner Stelle versuchsweis auch mal komplett meiden. Milcheiweiss ist vielleicht auch ein Thema bei Dir.
Dann kann es gut sein, dass Du auch noch ne Fructoseproblematik hast. Das verschlechtert dann noch die Histaminintoleranz. Ich habe auch alles.
Wirklich alles, wobei die FM fast schon weg ist, habe eben wieder etwas Obst gegessen

Ich würde noch komplett die Zöliakie und Glutensensibilität ausschliessen mir mal anschauen. Z. muss ein guter MagenDArmSpezi mit Antikörpertest und Gewebsentnahme machen, vorher 14 Tage viel Glutenhaltiges essen, damit der Befund auch wirklich was wird.
Glutensensiblität schliesst man nach der Zöliakie selbst durch Auslass 14 Tage lang aus. Anschliessend wieder Glutenhaltiges essen und schauen, wie es geht.

Vielleicht hilft im Moment erst mal Heilerde. Aber bitte nur einen Teelöffel pro Tag, sonst kann Dein Phosphat in den Keller gehen. Heilerde gibts in jeder Drogerie.

MSM und Vitamin C wären auch noch ne gute Idee. Bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten gibt es auch immer Mängel an bestimmten Nährstoffen, schau Dich hier mal zu den einzelnene NMU um deswegen.

Ach ja, nimmst Du momentan irgendwelche neuen Medikamente?

Alles Gute.

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Kaempferin ist offline
Beiträge: 705
Seit: 10.10.12
Hallo Ibba

Ich denke, du könntest insbesondere an einer chronischen Infektion leiden. Dass nicht gleichzeitig auch noch Nahrungsmittelunverträglichkeiten u.s.w. bestehen können, schliesse ich nicht aus. Im Gegenteil. Solche können oft die Folge von Infektionen sein. Am häufigsten tritt eine (temporäre) Histaminintoleranz auf. Je nach Erreger kann man aber plötzlich auch diverse andere Dinge (von Gluten über Laktose über ...) nicht mehr vertragen.

Nun, es gibt natürlich sehr viele mögliche Erreger, welche solche Symptome auslösen könnten. Bevor ich über einzelne Erreger nachdenke, kannst du mir vielleicht dein Krankheitsverlauf noch etwas detaillierter schildern? Meine Fragen sind konkret:
  1. Was war dein erstes Symptom vor zwei Jahren, als deine Beschwerden anfingen (z.B. Gelenkschmerzen)? Was ging dem voraus (z.B. Magen-Darm-Probleme, Erkältung/Grippe/Husten, Einnahme von verdorbenen Lebensmitteln, Blasenentzündung oder ähnliches etc.)?
  2. Die Magen-Darm-Probleme hast du "erst" seit drei Wochen? In den letzten zwei Jahren traten diese nie auf? Hast du vor Beginn der Magen-Darm-Verstimmung etwas "Unverträgliches" gegessen, vielleicht zusammen mit deinem Mann? Warst du bzw. wart ihr im Ausland? Hattest du die Magen-Darm-Verstimmung zuerst oder wurden dein Mann und du in etwa gleichzeitig krank? Sind die Symptome bei deinem Mann dieselben wie bei dir?
  3. Darf ich fragen, seit wann du deine Schilddrüsenunterfunktion hast? Ich frage mich nämlich, ob allenfalls auch diese ursprünglich durch eine Infektion ausgelöst wurde...
Zitat von Ibba Beitrag anzeigen
Eine Magenschleimhautentzündung (akut, ca 3 Wochen lang) hatte ich mal vor zig Jahren und dafür sind die aktuellen Symptome zu schwach. Als ich die Magenschleimhautentzündung damals hatte, habe ich nach jeder Mahlzeit vor Schmerzen geheult, das ist aktuell zum Glück nicht so.
Eine Magenschleimhautentzündung ist in den allermeisten Fällen auf die Bakterien Helicobacter pylori zurück zuführen. Darf ich fragen, ob dies bei dir auch der Auslöser war? Wie wurde damals diese Magenschleimhautentzündung behandelt? Bist du infolge der Behandlung sämtliche Symptome losgeworden?

Alles Liebe und gute Besserung!

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Ibba ist offline
Themenstarter Beiträge: 5
Seit: 02.07.13
Hallo Kämpferin,

vielen lieben Dank für deine Antwort.
Ich schreibe dir noch eine PN, da ich nicht genau weiß, welche Details noch wichtig sind und das ein sehr langer Text wird.


[*]Darf ich fragen, seit wann du deine Schilddrüsenunterfunktion hast? Ich frage mich nämlich, ob allenfalls auch diese ursprünglich durch eine Infektion ausgelöst wurde...[/LIST]

Vom Frauenarzt wurde vor drei Jahren festgestellt, daß mein TSH mit 2,5 etwas unoptimal für eine Schwangerschaft ist und ich bekam das erste Mal L-Thyroxin. Da ich keine Antikörper im Blut hatte (und bis dato habe), wurde davon ausgegangen, daß keine Autoimmunerkrankung vorliegt. Auch die Schilddrüsen-Sonographie ist unauffällig. Es sieht also nicht nach Hashimoto aus.
Nach der Schwangerschaft lag mein TSH-Wert ohne Thyroxin zwischen 4 bis 4,5.



[LIST=1][*]Was war dein erstes Symptom vor zwei Jahren, als deine Beschwerden anfingen (z.B. Gelenkschmerzen)? Was ging dem voraus (z.B. Magen-Darm-Probleme, Erkältung/Grippe/Husten, Einnahme von verdorbenen Lebensmitteln, Blasenentzündung oder ähnliches etc.)?

Die Gelenkschmerzen begannen innerhalb einer Diät. Nach dem Abstillen hatte ich das L-Thyroxin abgesetzt, da dies lt. Arzt nur für den Kinderwunsch notwendig war und zwei Monate später mit einer ausgewogenen Diät (1500 kcl) begonnen. Habe dann innerhalb drei Monaten (Januar bis März 2012) 8 Kilo abgenommen dann wieder normal gegessen.

Nach 6 Wochen Diät begannen die Gelenkschmerzen in den Händen, Füssen und Knien. Diese haben sich Mitte Februar 2012 (Beginn Pollensaison?, bin Allergiker) sehr langsam eingeschlichen und sind dann im August 2012 langsam wieder abgeklungen. (Ein mal mehr, mal weniger starkes Ziehen in den Händen und Füssen habe ich aber immer noch. Es fühlt sich an, als wenn Wasser eingelagert wäre, wenn ich die Fingergelenke knicke.)

Im Juni 2012 habe ich dann auf eigene Faust mit meinem noch vorliegenden Vorat L-Thyrox 50 begonnen, nachdem Hausarzt und Rheumatologe im grossen Blutbild und CRP (Entzündungswert) und CCP (Rheumafaktor) nichts Auffälliges feststellen konnten. Mir fiel der TSH-Wert ins Auge, der immer zwischen 4 und 4,5 pendelte und eindeutig von meinem Grundwert her gestiegen war und an der oberen Referenzgrenze klebte.



[*]Die Magen-Darm-Probleme hast du "erst" seit drei Wochen? In den letzten zwei Jahren traten diese nie auf? Hast du vor Beginn der Magen-Darm-Verstimmung etwas "Unverträgliches" gegessen, vielleicht zusammen mit deinem Mann? Warst du bzw. wart ihr im Ausland? Hattest du die Magen-Darm-Verstimmung zuerst oder wurden dein Mann und du in etwa gleichzeitig krank? Sind die Symptome bei deinem Mann dieselben wie bei dir?


Das Herzklopfen, das Völlegefühl und die Luft im Magendarmtrakt begannen im November 2012, nachdem ich probeweise nochmal die L-Thyrox abgesetzt und wegen einer starken Nebenhöhlenentzündung Antibiotika und Acetylstein (= blockt das DAO, soweit ich heute weiß) verschrieben bekam.

Teilweise konnte ich kaum einatmen, soviel Luft war im Magendarmtrakt und erst nach Einsetzten eines Astma-Notfall-Sprays bekam ich etwas Luft. Ich habe dann eine Zeitlang Baldrian abends geschluckt, damit ich trotz des Herzklopfens einschlafen konnte. Zum Arzt traute ich mich mit diesen absonderlichen Symptomen nicht, zumal das Ganze nach einer Woche besser wurde.

Im Januar 2013 hatte meine Familie den herumkreisenden Magendarminfekt mitgenommen, jeder von uns hatte einen Tag Erbrechen, erholte sich dann aber innerhalb von einigen Tagen wieder. Ab Januar bis Juni 2013 wurde ich dann neu eingestellt mit L-Thyrox. Innerhalb des nächsten halben Jahres hatte ich die Luft und das Herzklopfen immer mal wieder, das ging aber immer nach ein bis zwei Tagen vorbei.

In den letzten Wochen habe ich an einem Tag nach Essen einer Gemüsesuppe mit Bratwurst erneut Gelenkschmerzen gehabt, es gab immer öfter Tage in denen mein Magendarmtrakt aufgebläht war und ich Herzklopfen hatte, teilweise Durchfall. Mein Mann erzählte mir dann, daß seine Verdauung auch unregelmässig sei und er zwischendurch schon mal Durchfall und öfters Magenbrennen habe. Einen genauen Zeitpunkt können wir nicht festmachen, das begann vor ca. drei Wochen ohne Anlass (Reise etc.). Bei mir ist es seit einer Woche so, daß ich gar nichts mehr essen kann, ohne extremes schmerzhaftes Druck-/Völlegefühl, heftiges Aufgeblähtsein, leichter Übelkeit und Müdigkeit.

Die aktuellen Entzündungswerte (CRP) sind nicht erhöht, Boreliose-Testung negativ, aber das Blutbild zeigt an, daß sich das Immunsystem gerade mit einem Infekt beschäftigt.



Eine Magenschleimhautentzündung ist in den allermeisten Fällen auf die Bakterien Helicobacter pylori zurück zuführen. Darf ich fragen, ob dies bei dir auch der Auslöser war? Wie wurde damals diese Magenschleimhautentzündung behandelt? Bist du infolge der Behandlung sämtliche Symptome losgeworden?

Vor 18 Jahren hatte ich ohne erkennbare Gründe eine akute Magenschleimhautenzündung die richtig heftig war. Der Arzt hat mir damals erst leichte Säurehemmer (wie man sie auch in der Drogerie bekommt) und nachdem ich am nächsten Tag mit Tränen in den Augen wieder bei ihm stand, stärkere Säurehemmer (lt. Beipackzettel "bei Magengeschwüren") verordnet. Mit denen, Zwieback und Babygläschen habe ich mich die drei Wochen über Wasser gehalten und 12 Kilo abgenommen. Ich habe aber danach noch wochenlang nur leichte Kost vertragen. Irgendwann schien alles wieder normal. Nach einem Helicobacter Pylori wurde nicht geguckt.

Meine Mutter, bei der ich einmal die Woche zu Besuch bin, hat seit ca. einem halben Jahr mit Durchfällen zu kämpfen. Nachdem sie sich zuletzt durchchecken lassen hat (u.a. Magen- und Darmspiegelung) wurde jetzt ein Helicobacter Pylori festgestellt, den sie nun mit Antibiotika behandelt.


und liebe Grüsse
Ibba

Geändert von Ibba (08.07.13 um 05:56 Uhr)

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Kaempferin ist offline
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Seit: 10.10.12
Hallo Ibba!

Vielen Dank für deine Antwort sowie auch deine PN!
Ich denke wirklich, dass du mindestens bzw. insbesondere ein Problem mit Infektionen haben könntest. Und zwar seit Jahren...
Zitat von Ibba Beitrag anzeigen
…nachdem Hausarzt und Rheumatologe im grossen Blutbild und CRP (Entzündungswert) … nichts Auffälliges feststellen konnten…
Zitat von Ibba Beitrag anzeigen
…Die aktuellen Entzündungswerte (CRP) sind nicht erhöht, Boreliose-Testung negativ, aber das Blutbild zeigt an, daß sich das Immunsystem gerade mit einem Infekt beschäftigt.
Standardgemäss werden nur Entzündungswerte wie CRP, BSG, Leukozyten (allenfalls inkl. Untergruppen) oder ähnliches angeschaut. Aber ACHTUNG!!! Genau hier liegt der grösste Interpretationsfehler, welchen Ärzte (sowie auch Patienten selbst) regelmässig begehen!!! Diese Werte haben bei einer AKUTEN Infektion sicherlich ihre Aussagekraft. Bei CHRONISCHEN Infekten aber sind sie jedoch meistens bedeutungslos. Beispiel CRP: Dieses C-reaktive Protein ist per Definition ein AKUT-Phase Protein und folglich nur für die Diagnose von AKUTEN (bakteriellen) Infektionen geeignet. Bei länger andauernden bzw. CHRONISCHEN Infektionen jedoch zeigt das CRP in der Regel nicht (mehr) an respektive ist höchstens grenzwertig (was kaum ein Arzt zu wissen scheint!!!)! Nur wenn bei einem Patienten mit einer chronischen Infektion zusätzlich etwas Neues/Akutes hinzu kommt (z.B. Lungenentzündung, Blutvergiftung, neuer Infekt mit zusätzlichem Erreger etc.), so wird der CRP kurzfristig (wieder) ansteigen. Im Gegensatz zum CRP könnte der Tumor Nekrose Faktor (TNF) EHER einen Hinweis für eine allfällig vorliegende chronische Entzündung/Infektion geben. Ebenso diverse Zytokine. Wollte dies einfach gesagt haben, auch wenn bei dir offenbar doch etwas auf einen Infekt hindeutet (nehme an, die Leukozyten resp. eine Untergruppe davon!?).

Es tut mir leid. Aber ich hab leider wirklich sehr Mühe auf einen ganz bestimmten Erreger zu schliessen. MINDESTENS testen lassen würde ich Yersinien sowie Helicobacter pylori. Natürlich könnten genau so gut auch andere Bakterien (z.B. Campylobacter, Shigellen, Salmonellen, Borrelien), Parasiten, Pilzen oder ferner auch Viren eine Rolle spielen.

Bei einer akuten Infektion testet man die Yersinien üblicherweise mittels einem Stuhltest. Vielleicht könntest du dies auch probieren, da du derzeit in der Tat Probleme im Verdauungstrakt hast. ABER: Bitte denke daran, dass solche Stuhltests nicht immer zuverlässig sind. Ein negatives Testergebnis schliesst eine mögliche Infektion nicht sicher aus (auch wenn dies manche Ärzte behaupten)! Ich würde den Nachweis mittels Stuhltest „probieren“, jedoch im Zweifelsfall auch einen Bluttest machen lassen (z.B. LTT).

Bei Helicobacter pylori ist es ähnlich. Können diese Bakterien z.B. mittels Atemtest und/oder im Rahmen der Spiegelung nicht nachgewiesen werden, ist dies keine Garantie dafür, dass man den Erreger nicht doch haben könnte. Im Zweifelsfall würde ich auch mehrere Tests machen lassen, insbesondere z.B. auch noch einen Bluttest (z.B. LTT).
Zitat von Ibba Beitrag anzeigen
Meine Mutter, bei der ich einmal die Woche zu Besuch bin, hat seit ca. einem halben Jahr mit Durchfällen zu kämpfen. Nachdem sie sich zuletzt durchchecken lassen hat (u.a. Magen- und Darmspiegelung) wurde jetzt ein Helicobacter Pylori festgestellt, den sie nun mit Antibiotika behandelt.
Dies ist eine sehr wichtige Information. Auch die Tatsache, dass du deine Mutter regelmässig besuchst. Auch wenn ich, ehrlich gesagt, davon ausgehen würde, dass ihr beide diesen Erreger seit Jahren in euch habt (mehr oder weniger aktiv oder gar mal schlummernd), es besteht natürlich eine gewisse Ansteckungsgefahr.

Einige weitere Details schreibe ich dir per PN. Ich glaube, ich darf hier nichts von einer PN zitieren. Daher ist für mich einfacher, wenn ich dir dort noch antworte.

Alles Liebe und Grüsse!

Seit drei Wochen Magendarmgrippe -vertrage kein Lebensmittel meh

Ibba ist offline
Themenstarter Beiträge: 5
Seit: 02.07.13
Hallo Kämpferin,

ich habe zu danken, daß du dich überhaupt mit meinem Problem befasst Einiges habe ich noch nicht so genau verstanden und müsste nochmal rückfragen.


[ Wollte dies einfach gesagt haben, auch wenn bei dir offenbar doch etwas auf einen Infekt hindeutet (nehme an, die Leukozyten resp. eine Untergruppe davon!?) ]

Das ist der Befund, kann man hieraus etwas ablesen?

Leukozyten: 5,37 (4,4 - 11,3)
Lymphozyten: 52,1 (15,4 - 39,5)
Neutrophile Granulozyten (quant.): 33 (47 - 74,5)
Eosinophile Granulozyten: 2 (0-7)
Basophile Granulozyten: 1,7 (0-2,5)
Monozyten:11,2 (4,3 -11)

Ich vermute mal, der Infekt wird dann wohl den Magendarm-Trakt betreffen, mit dem ich aktuell Schwierigkeiten habe.
Der Arzt hat mir "Pantoprazol dura" verschrieben (Protonenpumpenhemmer der die Säuremenge im Magen hemmt). Nun habe ich nach dem Essen zwar nicht mehr so starke Druckschmerzen im Magen, aber immer dieses "verkatert sein" (Müdigkeit, depressive Stimmung, Völlegefühl im Darm). Nach seinem Urlaub soll eine Magenspiegelung zur Testung auf Helicobacter Pylori erfolgen (in 6 - 8 Wochen), Darmspiegelung hält er nicht für notwendig.



[ CHRONISCHEN Infektionen jedoch zeigt das CRP in der Regel nicht (mehr) an respektive ist höchstens grenzwertig (was kaum ein Arzt zu wissen scheint). Im Gegensatz zum CRP könnte der Tumor Nekrose Faktor (TNF) EHER einen Hinweis für eine allfällig vorliegende chronische Entzündung/Infektion geben. Ebenso diverse Zytokine. ]

- Tumor Nekrose Faktor (TNF)
- diverse Zytokine

Bei welchem Arzt kann ich das testen lassen? Bei einem "Arzt für Infektionskrankheiten" oder gibt es hier eine andere Bezeichnung? Wie finde ich raus, ob ein Arzt darüber Ahnung hat?



[ Es tut mir leid. Aber ich hab leider wirklich sehr Mühe auf einen ganz bestimmten Erreger zu schliessen. MINDESTENS testen lassen würde ich... ]

- Yersinien (akut: Stuhltest (nicht immer zuverlässig), chronisch: Bluttest (LTT) )
- Helicobacter pylori (Atemtest, Spiegelung (nicht immer zuverlässig, daher oft mehrere Tests nötig), Bluttest (LTT) )
- evt. Campylobacter
- evt. Shigellen
- evt. Salmonellen
- evt. Borrelien (Bluttest war negativ (nicht immer zuverlässig) )
- evt. Parasiten
- evt. Pilze
- evt. Viren

Ich lese, daß die LTT-Bluttests am sichersten sind und weniger falsch-negative Ergebnisse anzeigen. Was genau bedeutet LTT bzw. ist LTT? Welcher Facharzt nimmt soetwas ab (s. Frage oben)?

Ist der Bluttest (LTT) für Helicobacter Pylori auch recht sicher? Kann man sich dann den Stuhltest sparen? Oder übernehmen die Ärzte nicht gerne einen LTT-Test?

Bzgl. der Borrelien schreibst du, daß der gemachte Bluttest wenig zuverlässig ist. Gibt es hierzu auch einen LTT-Test bzw. ist es sinnvoll diesen abzunehmen?

In einem anderen Thread hatte ich über Chlamydophila Pneumoniae gelesen, die schwer nachzuweisen sind (am ehesten über LTT) und schwer zu bekämpfen, vor allem, da kaum ein Arzt Bescheid weiß. In Wikipedia steht, daß auch diese Art für Gelenkschmerzen verantwortlich sein kann. Sollte ich diese auch testen lassen?


Sorry für die vielen Fragen, aber für mich ist es momentan schwierig einen Weg zu finden. Da wird man von verschiedenen Ärzten immer auf die selben Sachen getestet (und die Kasse muss zahlen), aber darüber hinaus scheint es für die Docs nichts zu geben... Daher muss ich mich wohl erst informieren.

Vielen lieben Dank für deine Antwort,
Ibba

Geändert von Ibba (09.07.13 um 11:50 Uhr)

Seit drei Wochen Magendarmgrippe -vertrage kein Lebensmittel meh

bestnews ist offline
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Seit: 21.05.11
Heilerde ist auch ein Antiazida, ich würde das Mittel dem der pharmazeutischen Industrie vorziehen.... Wobei auf Verdacht Säureblocker zu verschreiben, halte ich nicht für gut, die Magensäure hat auch ne Funktion.

Müdigkeit und Depression sind typische Anzeichen einer Nahrungsmittelunverträglichkeit. Das Gluten was ich ansprach hat Dein Arzt mit Sicherheit nicht auf der Uhr, der geht davon aus, solange Dir nicht übel wird und Du nicht ständig auf Klo rennst, hast Du mit Gluten kein Problem. Wäre jedenfalls nicht ungewöhnlich. Das ist Stand von vor 20 Jahren, heute weiss man Gluten kann so ziemlich alles und jedes verursachen.

Wegen der Depression:
Ich hatte die wegen der Fructoseproblematik damals ganz übel bis hin zu Selbstmordgedanken. Das ist nicht ungewöhnlich. Mit Gluten gabs auch bei mir und bei meinem Onkel ne depressive Problematik
Bei Problemen mit Gluten, Lactose, Fructose kommt es gerne zu einem Tryptophanmangel, Serotoninmangel in der Folge, am Ende steht die Depression. Dies wissen meiner Einschätzung nach auch eher nur auf Nahrungsmittelunverträglichkeiten spezialisierte Ärzte.
Ich würde mal das Trypthophan messen lassen.

Alles Gute.

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Kaempferin ist offline
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Seit: 10.10.12
Hallo Ibba

Vorab sorry für die lange Nachricht und danke fürs Lesen!
Zitat von Ibba Beitrag anzeigen
Leukozyten: 5,37 (4,4 - 11,3)
Lymphozyten: 52,1 (15,4 - 39,5)
Neutrophile Granulozyten (quant.): 33 (47 - 74,5)
Eosinophile Granulozyten: 2 (0-7)
Basophile Granulozyten: 1,7 (0-2,5)
Monozyten:11,2 (4,3 -11)
Es tut mir leid. Aber ich bin natürlich kein Arzt. Ich kann den obigen Laborwerten nur entnehmen, dass mit deinem Immunsystem etwas nicht in Ordnung ist. Für mich ist das ein weiterer Hinweis dafür, dass es in Richtung Infekt gehen könnte. Aber basierend auf diesem Blutbild auf einen bestimmten Erreger bzw. auf eine bestimmte Erregergruppe schliessen, kann ich nicht. Ich persönlich würde einfach davon ausgehen, dass sich nur der „neue“ bzw. allenfalls wieder re-aktivierte Erreger im Verdauungstrakt bemerkbar macht. Länger andauernde Infekte zeigen sich bei solchen Werten oft nicht (mehr).
Zitat von Ibba Beitrag anzeigen
Ich vermute mal, der Infekt wird dann wohl den Magendarm-Trakt betreffen, mit dem ich aktuell Schwierigkeiten habe.
Mh, ich hätte eher vermutet, dass du gleich mit mehreren Erregern zu tun hast. Dass der Infekt gerade aktuell insbesondere im Magen-Darm-Trakt liegt, aber nicht nur. Ich gehe z.B. davon aus, dass auch der Tinnitus, die Gelenkschmerzen sowie allenfalls auch deine Schilddrüsenprobleme durch irgendwelche Erreger ausgelöst werden könnten. Dies würde natürlich bedeuten, dass Erreger nicht (mehr) nur im Verdauungstrakt liegen…

Ich habe mir deine Symptome nochmals durch den Kopf gehen lassen. Womöglich hattest du bereits als Kleinkind einen Erreger in dir, mit welchem dein Immunsystem nicht ganz klar kam. Dabei denke ich aufgrund der Symptomatik an einen Erreger im Verdauungstrakt. Beispiele dafür sind: Helicobacter pylori (betrifft meist insbes. Magen), Yersinien, Campylobacter, Shigellen, Salmonellen, Listerien, Clostridium difficile (bes. nach Antibiotika-Einnahme). Insbesondere Helicobacter pylori und Yersinien kommen relativ häufig vor und können auch – falls unbehandelt – über eine sehr, sehr lange Zeitperiode im Körper hausen und entsprechende Probleme verursachen. Neben vorig genannten Bakterien können aber auch diverse Parasiten, Pilze (z.B. Candida) und Viren im Verdauungstrakt Schaden anrichten (sowie natürlich auch ausserhalb).

Die Magenschleimhautentzündung vor 18 Jahren würde ich am ehesten dem Helicobacter pylori zuordnen. Natürlich kann das gerade so gut irgendetwas anderes gewesen sein. Aber Entzündungen im Magen sind in den häufigsten Fällen auf dieses Bakterium zurückzuführen.

Diverse Beschwerden seit 2 Jahren (inkl. Gelenkbeschwerden): Wahrscheinlich sind schon manche Symptome auch deiner Schilddrüsenunterfunktion zuzuordnen. Aber ich denke, auch hier sollte man sich überlegen, was denn eigentlich die Ursache für deine Schilddrüsenunterfunktion ist… Ich weiss nicht, ob diese Symptome noch immer vom selben Erreger ausgelöst wurden/werden, wie die Beschwerden in der Kindheit (z.B. Yersinien). Hat man jahrelang einen unbehandelten Infekt, so wird natürlich das Immunsystem immer geschwächter, und weitere Erreger können relativ einfach dazukommen, mit welchen das Immunsystem nicht mehr klar kommt. Gerade auch, wenn der Darm vom Infekt betroffen ist (der Grösstteil des menschlichen Immunsystems liegt im Darm!), dadurch die Darmflora wahrscheinlich kaputt ist und entsprechend das Immunsystem auch nur eingeschränkt funktioniert... So ist die Wahrscheinlichkeit, dass man immer mehr Erreger nicht mehr abwehren kann, relativ hoch.

Beschwerden seit ca. 3 Wochen: Womöglich wurden auch hier wieder dieselben Erreger re-aktiviert (z.B. Yersinien und/oder Helicobacter pylori). Es ist aber auch möglich, dass zusätzlich neue Erreger aufgelesen wurden (z.B. andere Bakterien wie Campylobacter oder Listerien oder aber irgendwelche Parasiten etc.).Wenn ich dich richtig verstehe, haben die Probleme im Verdauungstrakt bei deinem Mann erst vor 3 Wochen angefangen? Und auch bei dir wurden die Beschwerden „erst“ vor 3 Wochen wieder schlimmer? Womöglich spricht dies eher dafür, dass ihr beide z.B. mit obigen Erregern verunreinigte Nahrung zu euch genommen habt…
Zitat von Ibba Beitrag anzeigen
Nach seinem Urlaub soll eine Magenspiegelung zur Testung auf Helicobacter Pylori erfolgen (in 6 - 8 Wochen), Darmspiegelung hält er nicht für notwendig.
Magenspiegelung zur Testung auf Helicobacter find ich gut. Denk einfach daran: Ein negatives Ergebnis schliesst einen möglichen Infekt nicht sicher aus.

Ich persönlich würde als erstes versuchen, direkt auf irgendwelche Erreger zu testen (Yersinien, Helicobacter pylori etc.). Nur wenn dir z.B. kein Arzt glaubt oder helfen will bzw. dich in eine Psychoecke schieben möchte, würde ich z.B. TNF sowie diverse Zytokine testen lassen. Im Gegensatz zu den „Standard-Blutwerten“ sind dort nämlich meist gewisse Auffälligkeiten/Ungereimtheiten ersichtlich (wobei: bei dir zeigen derzeit ohnehin gar deine „Standard-Blutwerte“ was an…). Ich habe leider die Erfahrung machen müssen, dass sich Infektiologen (Ärzte für Infektionskrankheiten) genau so wenig mit chronischen Infekten auskennen wie alle anderen Ärzte. Mit akuten Infekten mögen die schon vertraut sein. Aber dies ist leider eine ganz andere Sache und mit länger andauernden Geschichten absolut nicht vergleichbar. An deiner Stelle würde ich vorerst alle Tests via Hausarzt machen lassen (ausser z.B. Helicobacter pylori via Gastroenterologe). Wenn man etwas findet, kann man sich noch immer auf die Suche nach einem geeigneten Spezialisten machen (was nicht einfach wird...).
Zitat von Ibba Beitrag anzeigen
In einem anderen Thread hatte ich über Chlamydophila Pneumoniae gelesen, die schwer nachzuweisen sind (am ehesten über LTT) und schwer zu bekämpfen, vor allem, da kaum ein Arzt Bescheid weiß. In Wikipedia steht, daß auch diese Art für Gelenkschmerzen verantwortlich sein kann. Sollte ich diese auch testen lassen?
Dass der Nachweis schwierig ist sowie dass kaum ein Arzt Bescheid weiss, trifft leider für ziemlich alle Infektionserreger zu (sofern die Infektion lange andauert bzw. chronisch ist). Du hast natürlich vollkommen Recht. Auch Chlamydien (insbesondere Chlamydia Trachomatis, aber auch Chlamydia Pneumoniae) können u.a. Gelenkschmerzen oder ähnliches auslösen. Sowie noch viel mehr. Ebenso diverse weitere Erreger wie z.B. Yersinien, Campylobacter, Shigellen, Salmonellen, Borrelien, Mycoplasmen, EBV etc.

Chlamydia Trachomatis wird meist bei Geschlechtsverkehr übertragen. Oft gehen z.B. Gelenkbeschwerden (natürlich sind auch viele, viele weitere Symptome möglich) irgendwelche Unterleibsprobleme voraus bzw. bestehen weiterhin (z.B. Blasen-/Harnröhrenentzündungen, diverse Unterleibsstörungen-/schmerzen, Unfruchtbarkeit u.v.m.). Da du nichts von solchen Beschwerden erwähnt hast, hätte ich persönlich nicht primär an Chlamydia Trachomatis gedacht. Aber ganz ausschliessen kann man natürlich generell nichts.

Bei Chlamydia Pneumoniae verhält es sich analog. Diese Bakterien werden meist in der Luft übertragen. Daher beginnt ein solcher Infekt oft (aber auch nicht immer) mit irgendwelchen Symptomen im Hals-Nasen-Ohren oder aber Lungenbereich (z.B. Husten, Sinusitis, Halsschmerzen, Kehlkopfentzündungen, Bronchitis, Lungenentzündung etc.).Im späteren Verlauf können sämtliche anderen Körperteile und Körperzellen betroffen sein. Da bei dir eher „irgendetwas im Verdauungstrakt“ am Anfang stand, hätte ich persönlich auch nicht primär an Chlamydia Pneumoniae gedacht. Aber auch dies kann man natürlich nicht ganz ausschliessen.
Zitat von Ibba Beitrag anzeigen
Ich lese, daß die LTT-Bluttests am sichersten sind und weniger falsch-negative Ergebnisse anzeigen. Was genau bedeutet LTT bzw. ist LTT? Welcher Facharzt nimmt soetwas ab (s. Frage oben)? Ist der Bluttest (LTT) für Helicobacter Pylori auch recht sicher? Kann man sich dann den Stuhltest sparen? Oder übernehmen die Ärzte nicht gerne einen LTT-Test?
Das Problem mit den Lymphozyten-Transformations-Tests (LTT's) ist, dass auch diese nicht 100% sicher und aussagekräftig sind. Auch werden diese Tests unter Fachkräften nach wie vor sehr kontrovers diskutiert. Manche Ärzte arbeiten z.B. bei Patienten mit chronischen Beschwerden fast nur mit solchen Werten. Andere Ärzte jedoch können damit gar nichts anfangen. Ich bin mir nicht sicher. Aber ich glaub "früher" waren solche Tests wirklich noch wenig brauchbar. Natürlich wurden diese immer weiter entwickelt. Der heutige stark verbesserte Qualitätsstandard ist wohl noch immer wenig bekannt... Ich weiss nicht, woher du bist. Aber z.B. in der Schweiz werden solche Tests nicht durchgeführt. Auch können die meisten Ärzte solche Laborwerte nicht richtig interpretieren. Zudem wäre ich davon ausgegangen, dass solche LTT’s von der Kasse eher nicht übernommen werden!? Müsste man abklären… Ist nur meine persönliche Meinung (sowie wahrscheinlich auch die Meinung von ganz wenigen Ärzten). Aber gerade bei chronischen Infekten lassen sich manche Erreger EHER mittels LTT nachweisen, wobei andere Methoden oftmals versagen bzw. eher falsch-negative Ergebnisse liefern. Aber wie gesagt, der Goldstandard ist das auch nicht. Im Gegenteil. Aber meiner Meinung nach stehen derzeit für viele Erreger leider gar keine besseren/zuverlässigen/aussagekräftigen Tests zur Verfügung. LTT's können übrigens z.B. im Institut für medizinische Diagnostik (IMD) Berlin gemacht werden (IMD Berlin: Start). Sicherlich gibt es noch andere Labors dafür. Beim IMD in Berlin hatte ich beispielsweise mal ein „LTT Profil Viren und Bakterien“ gemacht. Dieser Sammeltest umfasste diverse Bakterien (Chl. Trachomatis, Chl. Pneumoniae, Helicobacter pylori, Staphylokokken, Streptokokken, Yersinien), Viren (Cytomegalie, EBV, Herpes-simplex 1 und 2, humanes Herpesvirus, Varizella Zoster), Pilze (Candida) und Parasiten (Giardia lamblia, Toxoplasmose). Ein Arzt hat mir mal gesagt, dass solche Sammeltests im Vergleich zu Einzeltests (z.B. wenn man aus bestimmten Blutröhrchen nur 1 Erreger testet) nicht immer ganz exakte Resultate liefern. Keine Ahnung. Aber womöglich könnte dies weitere Hinweise geben, in welche Richtung es eher gehen könnte… Ich hab auch schon mal von einem „LTT Praxisprofil“ gehört, welches glaub ich noch mehr Erreger umfasst. Müsstest aber beim IMD nachfragen.
Zitat von Ibba Beitrag anzeigen
Bzgl. der Borrelien schreibst du, daß der gemachte Bluttest wenig zuverlässig ist. Gibt es hierzu auch einen LTT-Test bzw. ist es sinnvoll diesen abzunehmen?
Ja, z.B. das oben genannte IMD bietet einen LTT für Borrelien an. Beim Sammeltest „LTT Profil Viren und Bakterien“ war der aber nicht dabei. Den musste ich separat in Auftrag geben und bezahlen. Vom Borreliose Centrum Augsburg (Home: BCA-clinic) habe ich auch schon sehr Positives gehört. Die scheinen auch mit „neusten“ Methoden zu arbeiten, bieten u.a. auch einen LTT für Borrelien an und sind insbesondere auf Borrelien sowie Co-Infektionen „spezialisiert“ (Anmerkung: ich selbst habe mit dem Labor in Augsburg keine Erfahrung).

Aufgrund der oben erwähnten „Nachteile“ der LTT’s, da du derzeit wirklich (wieder) Probleme im Verdauungstrakt hast (und dadurch die "konventionellen Tests" etwas "sicherer" sein dürften) sowie insbesondere um mühsame Diskussionen mit Ärzten zu umgehen, würde ich die Erreger, welche üblicherweise den Verdauungstrakt befallen erst mal auf „üblichem“ Weg testen lassen (d.h. meist mittels Stuhltest oder was auch immer der Arzt vorschlägt). Mit den Erregern meine ich mind. Helicobacter pylori und Yersinien sowie evt. auch Campylobacter, Shigellen, Salmonellen, Listerien und ferner Clostridium difficile etc. Auch Candida könnte man im Stuhl testen, wobei ich mir nicht vorstellen kann, dass dies deine „Hauptsorge“ sein könnte. Natürlich könnten auch Parasiten und andere Erreger eine Rolle spielen. Es tut mir leid. Aber ich weiss auch nicht recht, wo ich beginnen würde...

Wenn du mit den "konventionellen Tests* nicht weiterkommst bzw. wenn du auch sonst „finanzielle Reserven“ hast, würde ich an deiner Stelle auch irgendeinen LTT-Sammeltest versuchen und schauen, ob der dich vielleicht weiter bringen könnte.
Ist leider alles ein „Ausprobieren“. Sowohl bei der Diagnostik als auch später bei der effektiven Behandlung. Alles ist mühsam…

Ich wünsche dir alles Gute! Liebe Grüsse

Geändert von Kaempferin (10.07.13 um 14:30 Uhr)

Seit drei Wochen Magendarmgrippe -vertrage kein Lebensmittel meh

bestnews ist offline
Beiträge: 5.703
Seit: 21.05.11
Gelenksschmerzen treten gerne im Zusammenhang mit Gluten auf, auch damit hatte ich vor glutenfrei zu tun, auch mein Onkel, der ist mit über 60 seine Hüftgelenksarthrose unter glutenfrei fast los geworden, den letzten Rest hat das MSM, organischer Schwefel gebracht.
Schilddrüsenbprobleme hatte ich auch, ne Freundin hat die noch mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten, das geht sehr oft Hand in Hand, dazu kommt noch gern KPU. Autoimmunkrankheiten, psychische Probleme.
Parasiten können Nahrungsmittelunverträglichkeiten auslösen. Leider werden die Parasiten häufig mit Labortests nicht erfasst! Deshalb wird oft bei Verdacht auf Parasiten eine Parasitenkur gemacht. Man kann mit MSM bestimmte Parasiten beseiten, kostet kaum was und ist bestens verträglich. Ansonsten mal googeln nach anderen Möglichkeiten oder aber Lisbe hier anfragen, die kennt sich ganz gut aus.

Alles Gute.

Seit drei Wochen Magendarmgrippe -vertrage kein Lebensmittel meh

Ibba ist offline
Themenstarter Beiträge: 5
Seit: 02.07.13
Hallo bestnews,

[Heilerde ist auch ein Antiazida, ich würde das Mittel dem der pharmazeutischen Industrie vorziehen]

Danke für deinen Tipp. Da Heilerde auch die Schleimhaut unterstützen soll, habe ich mir jetzt eine Packung Luvos geholt.


Anbei mal meine weiteren Testergebnisse:

Die Magen-Darm-Spiegelung war ohne Befund, das Blutbild und die Pankreas-Elastase sind in Ordnung.
Einzig eine sekundäre/erworbene Lactose-Intoleranz (Blutzuckertest positiv / Gentest negativ) wurde festgestellt.

Darmflorastatus
Erhöht:
pH-Wert 7,5 (5,5 - 6,5)
Escherichia coli 7x10/\8 (1x10/\6 - 9x10 /\7)
Erniedrigt:
Enterococcus species 3x10/\5 (1x10/\6 - 9x10/\7)
Lactobacillus species 1x10/\5 (1x10/\5 - 9x10/\7)

Verdauungsrückstände
Erhöht:
Fett 5g/100g (< 3,5)
Eiweiss 1,4g/100g (< 1)
Zucker (2,8g/100g) (< 2,5)
Erniedrigt:
Stärke 4,7g/100g (9-13)
Wasser 74 g/100g (75-85)

Malabsorption/Entzündung
Alpha-1-Antitrypsin 98,9 (< 27,5) deutlich erhöht
Calprotecin 128,9 (< 50) deutlich erhöht


Schleimhautimmunität:
Sekretorisches IgA > 7.500 (510-2040) deutlich erhöht
Beta-Defensin: < 10 (19,6 - 46,4) deutlich vermindert.


Gesamtbeurteilung:
- Instabiles Darmmileu
- Hinweis auf Kohlenhydrat-Intoleranz (hohe Zuckerausscheidung)
- Hinweis auf gestörte intestinale Permeabilität (Leaky Gut)
- Hinweis auf enzündliche o. tumoröse Darmerkrankung (Koloskopie empfohlen)
- Hinweis auf Abwehrreaktion des intestinalen Mukosaimmunsystems

Kann jemand etwas hierzu sagen?

[Müdigkeit und Depression sind typische Anzeichen einer Nahrungsmittelunverträglichkeit. Das Gluten was ich ansprach hat Dein Arzt mit Sicherheit nicht auf der Uhr, der geht davon aus, solange Dir nicht übel wird und Du nicht ständig auf Klo rennst, hast Du mit Gluten kein Problem. Wäre jedenfalls nicht ungewöhnlich. Das ist Stand von vor 20 Jahren, heute weiss man Gluten kann so ziemlich alles und jedes verursachen.]

Leider habe ich den Verdacht, daß der Gastroenterologe nicht so mega gründlich war, als er gesehen hat, daß die Schleimhäute bei Magen- und Darm auf den ersten Blick nicht entzündet waren. Er hat zwar (relativ gleichgültig) gesagt, er hätte Proben ins Labor geschickt und diese seien wie zu erwarten, negativ gewesen.

Allerdings habe ich gelesen, daß man für das Feststellen einer "leichten Gluten-Empfindlichkeit" mehrere Biopsien aus dem Dünndarm benötigt, die akribisch ausgewertet werden müssen. Dieses Vorgehen muß gesondert vom Gastroenterologen angefordert werden, sonst wird vom Labor wohl automatisch nur oberflächlich analysiert, sofern die Entzündung nicht von vorneherein deutlich sichtbar ist (Zöliakie). Aus diesem Grund würden leichte Gluten-Empfindlichkeiten so selten diagnostiziert.


[Dies wissen meiner Einschätzung nach auch eher nur auf Nahrungsmittelunverträglichkeiten spezialisierte Ärzte.
Ich würde mal das Trypthophan messen lassen.]


Guter Tipp, das nehme ich in meine Liste (Was muss noch untersucht werden) auf.

Viele Grüsse
Ibba


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