CFS-ähnliche Symptomatik durch 2 "Alkoholexzesse"?

15.06.13 16:20 #1
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braindamage ist offline
Beiträge: 5
Seit: 15.06.13
Hallo liebes Forum,

ich möchte hier mal meine Geschichte niederschreiben, vielleicht um mal eure Meinung dazu zu hören, vielleicht auch einfach nur um als abschreckendes Beispiel zu dienen. Vielleicht gibt es aber sogar Leute mit ähnlichen Erfahrungen. Ich habe überraschend wenig zum Thema Langzeitschäden von einmaligen Alkoholexzessen gefunden, aber hier sind wir ja alle mehr oder weniger anonym, vielleicht "trauen" sich ja nur wenige. Sorry schonmal vornweg wenn's etwas länger wird!

Zu mir, ich bin m, 26j und war davon die ersten 25Jahre meines Lebens fast immer kerngesund bis auf kleine Zipperlein wie Heuschnupfen, Kurzsichtigkeit u. krummen Rücken, die mich nicht weiter in meiner Lebensqualität eingeschränkt haben. Ich hatte/habe einen tollen Job, nebenbei sogar noch ein Abendstudium fast fertig gebracht und privat passt auch alles, mein Leben schien rosig, ich führte das schöne Leben eines Durchschnitts-Kerls mit ausreichend Freizeit, gelegentlichen Parties am Wochenende mit üblichem, nicht übermäßigem Alkoholkonsum, vielen Freunden, einer guten Karriereaussicht etc. Ich trieb regelmäßig Sport. Mein Immunsystem war Top Fit, vielleicht bekam ich einmal alle 1-2 Jahre eine Erkältung die recht schnell abklang.

Es fing an Ende Oktober letzten Jahres, als ich eine Art Halskratzen bekam, keine richtige Erkältung. Ich habe dummerweise erst ca. ein dreiviertel Jahr vorher angefangen unregelmäßig zu Rauchen, an manchen Tagen gar nicht, an anderen ein paar Zigaretten, bei Parties und Events konnte das dann aber schonmal ne Schachtel pro Tag werden. Gelegentlich habe ich zwischendurch auch gekifft. Es sei noch dazu gesagt, selbst in meiner Jugend habe ich NIE Zigaretten geraucht. Auch das Rauchen von Gras vorher in meinem Leben kann ich wahrscheinlich an einer Hand abzählen.

Nungut, nachdem ich ein erstes Halskratzen bekam, stellte ich das Rauchen komplett ein und machte ansonsten weiter wie bisher. In den nächsten Tagen wurde aus dem Halskratzen eine handfeste Bronchitis (Eigendiagnose - was ich beim Husten dann teilweise aus der Lunge geholt habe, war echt eklig!), ich bekam Probleme mit der Atmung und ich lies dies von einem Arzt abchecken, Diagnose grippaler Infekt. Nungut, nichts bedenkliches, dachte ich mir. Mehr Tee trinken und ein bisschen Schonung. Auf Arbeit (Bürojob) war sowieso nicht viel los. Paar Tage später war ich mit ein paar Freunden im Kino und anschließend mit nem Kumpel noch in ner Bar, ich denke, an dem gesamten Abend kam ich auf 1/3 Flasche Barcardi Cola Mix und 3 große Cocktails. Ich bin betrunken heim geturkelt, am nächsten Morgen hab ich mich ziemlich schlecht gefühlt. Mir fiel außerdem auf, dass meine Lymphknoten unter den Achseln geschwollen waren, was auch nie wirklich verschwunden ist. Nachdem ich ein bisschen Wasser getrunken hatte, musste ich mich übergeben, obwohl im Magen schon nicht viel mehr außer Wasser war. Soweit auch nichts überraschendes. Am Abend ging es mir schonwieder besser.

Nach diesem Tag bekam ich allerdings Magenprobleme und einen merkwürdigen, leichten Druck aufm Kehlkopf. Ich hatte das Gefühl, Kieselsteine gegessen zu haben, obwohl ich mich schonend ernährte. Der Doc verschrieb Magensäurehemmer, die gefühlt nichts gebracht haben. Ich bekam einen erhöhten Puls nach dem Essen. Außerdem schlichen sich leichte Muskelschmerzen in den Armen. Nach einer Woche hatte ich während einer entspannten Autofahrt abends fast eine Art Kreislaufzusammenbruch, die Hände und Füße wurden schwitzig und kribbelig, Schweißausbruch, ein Gefühl nahe der Ohnmacht. Ich fuhr ins Krankenhaus und lies mich durchchecken, alle Blutwerte bestens. Mir ging es nach ein paar Stunden auch schon etwas besser und ich bin heim. Am nächsten Tag ging ich zum Hausarzt, der ein paar weitere Bluttests veranlasst hat, in denen z.B. EBV, HIV und noch ein paar andere Sachen ausgeschlossen wurden. Fieber hatte ich auch nicht, Blutdruck und -zucker i.O.

Die folgenden Wochen waren durchwachsen, ich hatte aber das Gefühl, ganz langsam auf dem Wege der Besserung zu sein, was schonmal merkwürdig war. Wann war ich denn schonmal länger als 2 Wochen krank. Ich habe mich gesund ernährt und weiter komplett aufs Rauchen verzichtet und auch erstmal auf weitere Arztbesuche verzichtet. Was weiter blieb, waren die Atemprobleme, außerdem fühlte ich mich ein bisschen erschöpfter als sonst, von den Magenproblemen blieb nach 3 Wochen nur zurück, dass ich alle 30min Rülpsen muss. Etwas nervig, aber das geht schon irgendwann wieder vorbei, dachte ich mir. Im Nachhinein bin ich mir ziemlich sicher, dass sich diese Beschwerden alle erst nach besagtem Kino- und Bar-Abend eingeschlichen haben. Habe ich zum damaligen Zeitpunkt allerdings nicht in Zusammenhang gebracht.

Immernoch davon überzeugt, dass sich diese Beschwerden schon noch geben werden, rückte die Weihnachtsfeier der Firma näher, die nach den Erfahrungen der letzten Jahre immer ein ein großes Fest war - nettes Ambiente, gute Musik, leckeres Essen und gut gemixte Cocktails - alles auf Firmenkosten, sowas lässt man sich nicht entgehen.
Ich fühlte mich nicht wirklich schwer krank, also bin ich hin und es wurde an dem Abend wirklich einiges getrunken. Ich denke ich kam auf zwei Bier und 5-6 Cocktails. Ich muss dazu sagen, ich habe mich dort wirklich nicht abgeschossen , es gab Leute, die einiges mehr intus hatten. Trotzdem bin ich gut angetrunken nachts gegen 3Uhr mit dem Taxi nach Hause.
Der nächste Tag war die Hölle. Glücklicherweise hatte ich Urlaub, ich kam erst ca. 16Uhr aus dem Bett und fühlte mich wirklich zerstört, kaputt, kraftlos, ziemlich benommen. "So beschissen hast du dich nach ner Feier noch nie gefühlt" dachte ich mir, aber ok, ich war eben immernoch leicht angeschlagen und dachte mir, das braucht etwas länger. Der Alkohol war mit 99,9999%iger Wahrscheinlichkeit nicht gepanscht, also ich glaube auch nicht an ne Methanolvergiftung o.ä., sonst gäbs noch viele andere mit ähnlichen Problemen. Allerdings verschwand dieses Gefühl kaum und es kamen wiedermal in den folgenden Tagen - über die Weihnachtstage - weitere Symtome dazu, ich bekam abermals einen wirklich schmerzhaften Druck im Hals/Kehlkopfbereich und diese Benommenheit verschwand nicht. Im Gegenteil.

In den folgenden Wochen ging es weiter bergab. Bedrückendstes Symptom war/ist diese permanente Benommenheit, ein Gefühl als würde man nicht richtig aufwachen, als wären im Kopf ein paar Erlebniskanäle verstopft, eine Art geistiger Tunnelblick, als würde ich völlig neben mir stehen. Ich lies dies auch von einem Augenarzt checken, der mir allerdings beste Augen attestierte ohne Sehfeldeinschränkung. Es gesellten sich im Laufe der nächsten Wochen nach besagtem Weihnachtsfeier-Abend allerdings weitere Sehstörungen dazu. Ich konnte keine geometrischen Muster mehr richtig verarbeiten, ein permanentes Augenflimmern und -rauschen, sehen von Doppelbildern bei allem, was nicht direkt im Zentrum des Sichtfeldes liegt, später auch noch Mouches Volantes vor allem im Rechten Auge, die ich vorher noch nie hatte. Einen permanenten Tinnitus bekam ich auch, leichtes Muskelzucken, als würden ständig Stromstöße durch meinen Körper geschickt werden, und im Kopf weiterhin das Gefühl, als tobt dort ein Wirbelsturm. Schon bei leichten Reizen, z.B. dem Vibrieren meines Handys in der Hose, empfand ich das als schmerzhaft im Kopf. Das Muskelzucken ist allerdings nach ein paar Wochen wieder verschwunden. Es gesellte sich eine schon mittlerweile starke Erschöpfung ohne vorherige Anstrengung hinzu, die Tage- oder wochenweisen Schwankungen unterliegt.
Mein Hausarzt spielte da noch mit und neben weiterhin gesunder Ernährung, testen verschiedener NEM (ohne irgend einen Effekt) startete ich eine Ärzteodysee, ich ging zum HNO, Kardiologen, Gastroenteorologen, es wurde ein Schädel MRT gemacht, diverse Bluttests auf Borreliose etc, Endokrinologen mit umfangreichen Bluttests, Sonografien der Schilddrüse etc, alles ohne Befund, alle Blutwerte bestens. Kommentar meines Hausarztes war schlussendlich "Sie haben nichts, freuen sie sich doch darüber" und da ich dem widersprach, fing er natürlich damit an, mich in die Psycho-Ecke zu schieben. Auch für einen Neurologen stand nach 2 minütigem Anamnesegespräch fest, dass ich eine Angststörung habe, nachdem ich ihm vor allem von meinen neurologischen Beschwerden berichtete - schönen Dank!

Mich damit nicht zufrieden gebend ging ich zu einem Heilpraktiker, der umfangreiche Bluttests veranlasste. Auch danach war ich nicht wirklich schlauer, nur sein Geldbeutel deutlich voller. Auch zum Zahnarzt bin ich gegangen, das OPT war unauffällig, n kleines Loch hat er gefunden und behoben... Ich habe seit meiner Kindheit schon ca. 5 Amalgamfüllungen und ein Goldinlay - aufgrund der plötzlichen Beschwerden halte ichs aber für weniger wahrscheinlich, dass das der Auslöser sein kann, so viele Stories man auch über Amalgam hört. Werde die Amalgamfüllungen trotzdem demnächst unter dem üblichen 3fach Schutz austauschen lassen und danach über ne Ausleitung nachdenken.

Seit ein paar Monaten haben sich die Beschwerden nicht verändert. Ich mache zur Zeit eine Antibiotikatherapie seit ca 6 Wochen, da einer der Ärzte von einer chronischen Infektion ausgeht. Ich bemerke keine Symtomveränderung außer, dass mir ziemlich schwindlig ist, wenn ich die volle Dosis Minocyclin 2x100mg nehme - wohl eine bekannte Nebenwirkung. An "guten Tagen", wenn die Erschöpfung nicht allzu stark ist mache ich sogar Sport, was sich gefühlt sogar noch positiv auswirkt. Die bei CFS beschriebene Symtomverschlechterung nach vorheriger Anstrengung kann ich also bei mir nicht bestätigen, ansonsten treffen aber nahezu alle Kriterien zu.

Ich zähle nochmals Stichpunktartig auf, was mich besonders in meiner Lebensqualität einschränkt.

- permanente Benommenheit, ein Gefühl als wäre man nicht ganz anwesend, nicht mehr "mittendrin" sondern nur noch "dabei"... Schwer zu beschreiben und wenn mir jemand sowas vor 6 Monaten erzählt hätte, hätte ich mir NULL drunter vorstellen können...
- permanenter Kopfdruck wechselnder Lokalisation, geht auch teilweise in leichte bis starke Kopfschmerzen über
- dazu die oben erwähnten sehr deutlichen Sehstörungen --> durch diese und die Benommenheit auch
--> starke Konzentrationsstörungen und
--> am Anfang sogar Panikattacken ausgelöst durch diese eingeschränkte Wahrnehmung
außerdem
- Tinnitus, sehr hochfrequent, morgens sehr deutlich, im Laufe des Tages ggf. aufgrund der Umgebungsgeräusche nicht mehr so stark wahrnehmbar, jedoch nie komplett weg.
- jeden morgen vor dem Aufstehen schon eine Erschöpfung ähnlich dem Gefühl, gestern einen Marathon gelaufen zu sein. Insbesondere die Oberschenkel schmerzen teilweise. Wie gesagt glaube ich aber, zumindest die Erschöpfung durch Pacing (leichten Sport) etwas reduzieren zu können.

Ich bin weiterhin beruflich aktiv, wobei ich da ganz klar abgebaut habe und mit den beschriebenen Symtomen eher auf Arbeit das nötigste hinbekomme, an ein berufliches Weiterkommen ist nicht zu denken, auch mein Abendstudium bekomme ich wohl nicht fertig.
Schon nachdem das mit der Benommenheit angefangen hat, bin ich relativ schnell auf CFS gestoßen, und die Eigendianose anhand meiner Symptome würde ich mir schon geben - obwohl es da ganz klar deutlich schlimmere Fälle als meinen gibt, insbesondere was die Erschöpfung angeht. Ich komme noch durch den Alltag, aber eher gezwungenermaßen, nichts macht mehr wirklich Spaß und ich werde durch diese nervige, veränderte Wahrnehmung am Tag mind. 200x an meine Symptome erinnert.

Am Anfang konnte ich mir auf die ganze Story keinen Reim machen, Rückblickend muss ich aber ganz klar feststellen, dass meine Symptomverschlechterungen nach den beschriebenen Abenden mit reichlich Alkohol aufgetreten sind, und ich denke mir mittlerweile sehr oft "MAN WIE BLÖD BIST DU DENN GEWESEN!", "SELBST SCHULD!", würde gern die Zeit zurück drehen und den Mist rückgängig machen etc. Ich denke aber, damals habe ich das einfach nicht wissen können - oder wer hat in seinem Bekanntenkreis jemanden, der nach einmaligem großzügigen Alkoholkonsum solch gravierende, bleibende Schäden davontrug? Man hört ja immer mal wieder von Jugendlichen und deren Komasaufen, das im Krankenhaus endet. Aber solche Langzeitschäden davon?
Ich trinke seit der Weihnachtsfeier keinen Alkohol mehr -erstens überhaupt kein Interesse mehr, da ich mich eh schon wie besoffen fühl, und zweitens weil ich ganz klar die Bedenken hab, es schlimmer zu machen. Ein Mal habe ich's noch probiert (einen Cocktail) und die nächsten 24Stunden war die Benommenheit NOCH viel stärker. Muss nicht mehr sein.

Ich kann noch dazu sagen, ich war im Frühling noch im Urlaub, 2 Wochen ab in die Sonne, es war an sich ein wunderschöner Urlaub, nur auch dort hatten die Symptome weit ab des Alltags vollen Bestand, also ich würde psychische Belastungen als Ursache einfach mal pauschal ausschließen.

Falls jemand von euch noch eine Idee hat, was ich noch ärztlich abchecken lassen könnte, nehme ich diese gern an, mache mir allerdings mittlerweile wenige Hoffnungen. Ich denke ganz klar, dass ich mir selbst mit diesen beiden Party-Abenden irreversible, teils neurologische Schäden zugefügt habe. Davon hatte ich zwar vorher noch nie gehört, ich schätze mal, dass es selbst krassen Alkoholikern nach einiger Trockenzeit besser geht als mir, aber nen anderen Zusammenhang erkenne ich nicht. Auf der anderen Seite habe ich weiterhin das Gefühl, ich müsste nur den "Stöpsel" in meinem Kopf/Körper finden und lösen, dann ginge es wieder bergauf!!!
Ich kann aber mir auch gut vorstellen, dass da irgendwas schon in mir geschlummert hat, und ich durch meine Unvorsichtigkeit das ganze nur forciert habe. Schließlich hab ich vorher im Leben auch so einige Hangover gehabt, ohne dass mir Tage später noch so besch..eiden ging.

So long,
LG
braindamage

CFS-ähnliche Symptomatik durch 2 "Alkoholexzesse"?

MiglenaN ist offline
Beiträge: 1.205
Seit: 15.05.13
Hallo und willkommen braindamage,

die Kombination von Amalgam, Alkohol und Kiffen ist sehr problematisch und wäre eine mögliche Erklärung für Deine Symptome.

Bitte auch das Gold im Mund beachten, denn es gibt Gold-Allergien, die man nicht unterschätzen sollte. Außerdem soll Gold und Amalgam eine besonders heimtückische Kombination sein, da Gold und Quecksilber sowie die anderen Metalle im Amalgam ihre Giftwirkung gegenseitig potenzieren und dadurch ihre krank machende Wirkung erhöhen sollen (dazu siehe Toxikologe Dr. Daunderer, im Buch Gifte im Alltag).

Grüße, Miglena
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Ein freundlicher Blick durchdringt die Düsternis wie ein Sonnenstrahl. (Albert Schweitzer)

CFS-ähnliche Symptomatik durch 2 "Alkoholexzesse"?

Magg ist offline
Beiträge: 1.782
Seit: 26.06.10
Ich denke ganz klar, dass ich mir selbst mit diesen beiden Party-Abenden irreversible, teils neurologische Schäden zugefügt habe.
Das war vermutlich nur der letzte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat. Als Ursache würd ich das ausschließen.

Antibiotika einfach mal so einwerfen, ohne zu wissen was man behandelt, ist absolut irrsinnig. Vermutete Infektion hin oder her, das sind keine Bonbons.

Ideen meinerseits:

Candida/Parasiten
Amalgam
Irgendeine andere Darmerkrankung
Borreliose

Mit Sicherheit:

Vitamin/Mineralstoffmangel
B12-Mangel

CFS-ähnliche Symptomatik durch 2 "Alkoholexzesse"?

tiga ist offline
Beiträge: 1.283
Seit: 16.03.10
Hallo braindamage,

Zitat von braindamage Beitrag anzeigen
Seit ein paar Monaten haben sich die Beschwerden nicht verändert.

An "guten Tagen", wenn die Erschöpfung nicht allzu stark ist mache ich sogar Sport, was sich gefühlt sogar noch positiv auswirkt. Die bei CFS beschriebene Symtomverschlechterung nach vorheriger Anstrengung kann ich also bei mir nicht bestätigen, ansonsten treffen aber nahezu alle Kriterien zu.
Ich bin von ME/CFIDS/CFS betroffen und beschäftige mich daher sehr intensiv mit dieser Thematik.

Solange neben sehr vielen weiteren Punkten folgender Punkt NICHT zutrifft

Neuroimmunologische Entkräftung nach Belastung
(Post-Exertional Neuroimmune Exhaustion - PENE): zwingend erforderlich


kann es kein ME/CFIDS/CFS sein!

Neben vielen anderen Kriterien ist dieser Punkt DAS KARDINALSYMPTOM.
Wie dort schon steht, ist dieser Punkt ZWINGEND ERFORDERLICH.
Du schreibst selbst, "nahezu alle" Kriterien treffen zu. Es müssen aber alle zutreffen - und eben allen voran das Leitsymptom.
Um einen Vergleich anzustellen: Es wäre sonst so, als würde man sagen, man habe Migräne, aber nie Kopfschmerzen

Aus meiner Sicht kannst du den Gedanken an diese schwere Erkrankung getrost ad acta legen.



- jeden morgen vor dem Aufstehen schon eine Erschöpfung ähnlich dem Gefühl, gestern einen Marathon gelaufen zu sein. Insbesondere die Oberschenkel schmerzen teilweise. Wie gesagt glaube ich aber, zumindest die Erschöpfung durch Pacing (leichten Sport) etwas reduzieren zu können.

Für einen ME/CFIDS/CFS-Betroffenen ist es ein Ding der Unmöglichkeit, seine Erschöpfung oder Schmerzen durch Sport reduzieren zu können!
Im Gegenteil. Dadurch würde sich alles verschlimmern.
PACING bedeutet, niemals über die Grenzen der gegebenen körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit hinaus zu gehen, weil dies zu einer massiven Symptomverschlimmerung führt.

Neuroimmunologische Entkräftung nach Belastung
(Post-Exertional Neuroimmune Exhaustion - PENE): zwingend erforderlich.


Bei diesem Hauptmerkmal handelt es sich um die pathologische Unfähigkeit, bei Bedarf genügend Energie zu produzieren, verbunden mit hervorstechenden Symptomen vorwiegend in neuroimmunologischen Bereichen.


Die Charakteristika sind:

1. Deutliche, schnelle körperliche und/oder kognitive Erschöpfbarkeit als Reaktion auf Belastung; auch minimale Belastungen wie Aktivitäten im Alltagsleben oder einfache mentale Aufgaben können entkräftend sein und einen Rückfall verursachen.

2. Symptomverstärkung nach Belastung: Das heißt, akute, grippe-ähnliche Symptome, Schmerzen und eine Verschlimmerung anderer Symptome.

3. Die Entkräftung nach Belastung kann sofort nach der Aktivität auftreten oder verzögert erst nach Stunden oder Tagen.

4. Die Erholungszeit ist verlängert und bedarf üblicherweise 24 Stunden oder länger.

5. Die niedrige Schwelle körperlicher und mentaler Erschöpfbarkeit (mangelndes Durchhaltevermögen) führt zu einer erheblichen Verminderung des vor Beginn der Erkrankung vorhandenen Aktivitätsniveaus.

Bei Interesse kann st du dich hier nochmal in die aktuellen Internationalen Konsenskriteriein einlesen:
august11_3

Dabei sind die Angaben zu beachten, wieviele der jeweiligen Symptome bei den einzelnen Kategorien zutreffen müssen.


Der Schilderung deiner Beschwerden zufolge lesen sich deine Beschwerden für mich wie eine fast bilderbuchartige Histaminintoleranz.
Gerade Alkohol kann nach Konsum starke Beschwerden auslösen.

Hier kannst du dich einlesen:
HIT > Symptome

Das Thema ist sehr komplex und umfangreich.
Im Gegensatz zu ME/CFIDS/CFS trifft beim Beschwerdebild einer Hitaminose eher das Motto "alles kann - nichts muss" zu.
Die Symptomatik kann sehr unterschiedlich ausfallen.
So haben z.B. viele HI-Betroffene keine auffälligen Verdauungsbeschwerden, während bei anderen dort der Schwerpunkt liegt; tränenden Augen, laufende Nase kommen vor, betreffen aber viele mit HI wiederum nicht, während bei anderen Vordergründig Konzentrationsprobleme, Schwindel, Muskelzuckungen auftreten..


Wenn du eine Histaminintoleranz hast, wäre die Suche nach möglichen Ursachen / Auslösern der nächste Schritt.

Alles Gute

tiga
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Fragen zu Behandlungen usw. bitte öffentlich im Forum stellen.

Geändert von tiga (15.06.13 um 17:58 Uhr)

CFS-ähnliche Symptomatik durch 2 "Alkoholexzesse"?

braindamage ist offline
Themenstarter Beiträge: 5
Seit: 15.06.13
Hallo zusammen,

erstmal danke für eure Antworten. Auf ein paar Dinge möchte ich dabei noch eingehen.

Zitat von Magg Beitrag anzeigen
Antibiotika einfach mal so einwerfen, ohne zu wissen was man behandelt, ist absolut irrsinnig. Vermutete Infektion hin oder her, das sind keine Bonbons.
Hi Magg, ich bin in meinem Text nicht weiter ins Detail gegangen. Ich schrieb "vermutete" Infektion, weil sie nach meiner Auffassung nicht bewiesen ist. Ich bin selbst Naturwissenschaftler und deswegen eigentlich mit meinen Überzeugungen recht nah an der Schulmedizin und vermutete, dass es im Endeffekt eine Infektion (bakteriell oder viral) ist, mit der mein Körper nicht ganz fertig geworden ist. In einem Sammel-LTT hatte ich recht hohe Werte auf Chlamydia pneumonia, was ein Arzt schon für einen Beleg hielt. Der Standard-Elisa-Bluttest dagegen war negativ. Da scheiden sich die Geister... Einer der beiden Tests muss deswegen falsch bzw. falsch interpretiert worden sein. Ich wollte aber auf jeden Fall nichts unversucht lassen, und da mein Verdauungstrakt (bis auf das Verschlussproblem vom Magen, wodurch ich ständig rülpsen muss) im Gegensatz zu vielen anderen Körperteilen noch 1a funktioniert, habe ich mich darauf eingelassen und bisher keine großen Probleme. Schon klar, dass es keine Bonbons sind, du wirst aber sicherlich verstehen, dass ich in meiner Situation einiges in Kauf nehmen würde, um die Gesundheit wieder herzustellen.

Zitat von Magg Beitrag anzeigen
Ideen meinerseits:

Candida/Parasiten
Amalgam
Irgendeine andere Darmerkrankung
Borreliose
Candida hatte ich auch vermutet, hatte allerdings auch mit systemischen Antipilzmitteln und entsprechender Diät keine Symptomveränderung festgestellt. Borreliose würde ich auch ausschließen - obwohl ich zwischendurch FEST der Überzeugung war, damit die Ursache für all meine Beschwerden gefunden zu haben - weil ich weder den typischen Zeckenstich hatte (ok der ist nur in 50% der Fälle nachweisbar), noch war ein Bluttest darauf positiv, und ich hatte den ELISA und LTT machen lassen. Nur Lumbalpunktion mit Liquoruntersuchung hatte ich noch nicht... Weiß auch nicht ob das wirklich Sinn macht. Wie gesagt, das Thema Amalgam werde ich weiter verfolgen.

Zitat von tiga Beitrag anzeigen
Neben vielen anderen Kriterien ist dieser Punkt DAS KARDINALSYMPTOM.
Wie dort schon steht, ist dieser Punkt ZWINGEND ERFORDERLICH.
Du schreibst selbst, "nahezu alle" Kriterien treffen zu. Es müssen aber alle zutreffen - und eben allen voran das Leitsymptom.
Um einen Vergleich anzustellen: Es wäre sonst so, als würde man sagen, man habe Migräne, aber nie Kopfschmerzen

Aus meiner Sicht kannst du den Gedanken an diese schwere Erkrankung getrost ad acta legen.
Hi Tiga, ich habe in letzter Zeit viel über CFS gelesen und auch einiges hier im Forum verfolgt. Mir ist bewusst, dass das im Grunde ein MUSS Kriterium ist und es für die meisten "tödlich" ist, dem Körper zusätzliches abzuverlangen. Mag sein, dass ich dann kein CFS habe. Ich möchte mich sowieso nicht auf diese Diagnose versteifen, denn im Endeffekt bringt es nichts, da die Wissenschaft trotz einiger interessanter Studien offensichtlich im großen und ganzen immernoch im Dunkeln tappt. Ist ja nicht umsonst ein "Syndrom", weil keiner die genaue Ursache kennt und man nur verschiedene Vermutungen anstellt. Ich könnte mich auch in die Fibro-Ecke stellen, denn dort sind undefinierte Muskelschmerzen, wie ich sie habe, und auch ein paar empfindliche Tenderpoints, im Grunde an der Tagesordnung und die Symptome mit CFS verschwimmen an einigen Stellen auch. Im Endeffekt bin ich im Moment einfach "happy", die körperliche Erschöpfung durch leichten Sport bessern zu können. Heißt aber auch nicht, dass ich voll ins Fitness Programm wie früher einsteigen kann. Leider ist die körperliche Erschöpfung noch eher erträglich als die ganzen Neuro-Symptome, gegen die ich gar nichts machen kann.

Zitat von tiga Beitrag anzeigen
Der Schilderung deiner Beschwerden zufolge lesen sich deine Beschwerden für mich wie eine fast bilderbuchartige Histaminintoleranz.
Gerade Alkohol kann nach Konsum starke Beschwerden auslösen.
[...]
Wenn du eine Histaminintoleranz hast, wäre die Suche nach möglichen Ursachen / Auslösern der nächste Schritt.
Danke für den Hinweis, das hatte ich noch gar nicht auf dem Schirm. Der Sache werde ich auf jeden Fall mal nachgehen und berichten!

LG
braindamage

CFS-ähnliche Symptomatik durch 2 "Alkoholexzesse"?

tiga ist offline
Beiträge: 1.283
Seit: 16.03.10
Hallo braindamage,

ich möchte dir nicht absprechen, dass es dir schlecht geht. So ist mein Post nicht gemeint .
Aber zu wissen, dass CFS definitiv nicht mit einer Besserung DURCH Aktivität in Verbindung steht halte ich für wichtig. Wie du gelesen hast sind die Behandlungsmöglichkeiten rar und die Zukunftsaussichten dünn...

Was mir noch ergänzend zu meinem geäußerten Verdacht der Histaminintoleranz einfällt und mir in den Sinn kommt, weil du von häufigem Aufstoßen berichtest: Helicobacter Pilory könnte auch eine HI und entsprechend diverse Beschwerden auslösen.

Gruß - tiga
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CFS-ähnliche Symptomatik durch 2 "Alkoholexzesse"?

Magg ist offline
Beiträge: 1.782
Seit: 26.06.10
Ich schrieb "vermutete" Infektion, weil sie nach meiner Auffassung nicht bewiesen ist.
Ja eben, es bringt aber nichts, irgendein Antibiotika einzuschmeissen, ohne zu wissen welchen Erreger man behandelt. Sprich wenn du von einer bakteriellen Infektion ausgehst, wirkt gegen Antibiotika xy gegen bestimmte Bakterienstämme, aber andere eben nicht. Du tust auch deiner Darmflora keinen Gefallen und leistest dem vielleicht vorhandenen Candida vorschub. Daher würde ich lieber die Tests nochmal machen.

EBV?

Candida hatte ich auch vermutet, hatte allerdings auch mit systemischen Antipilzmitteln und entsprechender Diät keine Symptomveränderung festgestellt.
Systemische Antimykotika wirken nicht im Darm, wo die ganzen Pilze eben sitzen. Daher ist das nicht verwunderlich. Eine Diät plus Antimykotika führt auch in der Regel zu Verschlechterung, weil eine sog. Jarisch-Herxheimer Reaktion auftritt.

CFS-ähnliche Symptomatik durch 2 "Alkoholexzesse"?

MiglenaN ist offline
Beiträge: 1.205
Seit: 15.05.13
tiga:
Zitat
Was mir noch ergänzend zu meinem geäußerten Verdacht der Histaminintoleranz einfällt und mir in den Sinn kommt, weil du von häufigem Aufstoßen berichtest: Helicobacter Pilory könnte auch eine HI und entsprechend diverse Beschwerden auslösen.

Gruß - tiga
Hallo tiga,
gibt es dafür wissenschaftliche Erkenntnisse/Belege?

Grüße, Miglena
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CFS-ähnliche Symptomatik durch 2 "Alkoholexzesse"?

Kaempferin ist offline
Beiträge: 705
Seit: 10.10.12
Hallo braindamage

Zitat von braindamage Beitrag anzeigen
Ich mache zur Zeit eine Antibiotikatherapie seit ca 6 Wochen, da einer der Ärzte von einer chronischen Infektion ausgeht.
Ich bin äusserst überrascht, dass du diese Diagnose erhalten hast – wenn auch nach langer Ärzteodyssee! Eine chronische Infektion wird nämlich (insbesondere mangels verfügbaren zuverlässigen/aussagekräftigen Tests) in der Regel gar nicht bzw. viel zu spät diagnostiziert. Viel eher wird eine chronische Infektion mit irgendeiner „psychischen/psychosomatischen Erkrankung“ verwechselt!!!
Auch ich gehe anhand deiner Schilderungen schwer davon aus, dass du im Wesentlichen eine chronische Infektion haben könntest. Dabei scheinen insbesondere dein Kopf inklusive Hirn, Augen und Ohren davon betroffen zu sein. Es gibt leider sehr viele Erreger, welche solche oder ähnliche Symptome verursachen können. Meist sind bei einer (chronischen) Infektion auch mehrere Erreger im Spiel. Ich kann dir natürlich nicht sagen, was dir am Ehesten Sorgen bereiten könnte. Bei deinen Symptomen würde ich aber MINDESTENS an die Bakterien „Chlamydia Pneumoniae“ und/oder „Mycoplasma Pneumoniae“ denken. Auch die „Epstein-Bar-Viren“ könnten eine Rolle spielen. Aufgrund deiner Probleme im Verdauungstrakt würde ich als erstes an „Helicobacter pylori“ denken. Bei den Lymphknoten, Magenproblemen und dem Rülpsen bin ich nicht sicher, wie ich dies einordnen würde. Aber sonst: Insbesondere Chlamydia Pneumoniae und/oder Mycoplasma Pneumoniae könnten die meisten deiner Symptome auslösen, und zwar mit links! Sowie noch viele, viele mehr! Bei Magenprobleme/Rülpsen hätte ich am Ehesten Helicobacter pylori verdächtigt. Borrelien gibt es natürlich auch noch. Vergiss bitte nicht, es existiert kein 100% zuverlässiger Test. Ein negatives Testergebnis ist keine Garantie dafür, dass du den Erreger nicht doch haben könntest. Ich persönlich würde aufgrund deiner Symptome jedoch ohnehin zuerst an die erwähnten Chlamydien und/oder Mycoplasmen denken.
Zitat von braindamage Beitrag anzeigen
In den nächsten Tagen wurde aus dem Halskratzen eine handfeste Bronchitis (Eigendiagnose - was ich beim Husten dann teilweise aus der Lunge geholt habe, war echt eklig!),
Welche Farbe hatte das Sekret, welches du da aus der Lunge geholt hast (gelblich/grünlich, weisslich/klar….)?
Zitat von braindamage Beitrag anzeigen
ich bekam Probleme mit der Atmung und ich lies dies von einem Arzt abchecken, Diagnose grippaler Infekt.
Weisst du noch, wie dein Arzt auf den grippalen Infekt kam? Hat er im Blut irgendetwas Spezielles gesehen (z.B. erhöhte Entzündungswerte etc.)? Hat er eher von einem viralen oder bakteriellen grippalen Infekt gesprochen?
Zitat von braindamage Beitrag anzeigen
Schon nachdem das mit der Benommenheit angefangen hat, bin ich relativ schnell auf CFS gestoßen, und die Eigendianose anhand meiner Symptome würde ich mir schon geben - obwohl es da ganz klar deutlich schlimmere Fälle als meinen gibt, insbesondere was die Erschöpfung angeht.
Selbst wenn du (auch) CFS hättest: Dies wäre meiner Meinung nach nur ein Name für zumindest einige deiner Symptome. Dies ist aber nicht die Ursache. Hinter CFS dürfte meist (wenn nicht gar immer) eine chronische Infektion stehen!
Zitat von braindamage Beitrag anzeigen
Ich denke ganz klar, dass ich mir selbst mit diesen beiden Party-Abenden irreversible, teils neurologische Schäden zugefügt habe.
Ist nur meine Meinung. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass alleine diese Party-Abende Schuld haben. Du sagst selbst, du hattest bereits VORHER Symptome. Dass sich diese durch Alkohol verstärken konnten, leuchtet mir irgendwie ein. Weisst du, manche Erreger haben den Alkohol sehr gerne. Der ist quasi DAS Futter und könnte den Erreger u.U. helfen sich blitzschnell zu vermehren und sich nachfolgend auszubreiten. Die Entwicklung von (temporären) Nahrungsmittelunverträglichkeiten (insbesondere von Histaminen wie Alkohol!) ist bei chronischen Infektionen übrigens völlig „normal“!
Dass du durch Alkohol/Drogen, Amalgan oder andere Schwermetalle und Schadstoffe nicht zusätzlich belastet sein könntest, würde ich keinesfalls ausschliessen und bei Notwendigkeit entsprechend behandeln. Ich persönlich würde einfach insbesondere an eine Infektion denken.
Zitat von braindamage Beitrag anzeigen
In einem Sammel-LTT hatte ich recht hohe Werte auf Chlamydia pneumonia, was ein Arzt schon für einen Beleg hielt. Der Standard-Elisa-Bluttest dagegen war negativ. Da scheiden sich die Geister....
Gerade bei CHRONISCHEN Infektionen gibt es leider gar keine 100% zuverlässigen sowie aussagekräftigen Tests. Ich selbst hatte/habe u.a. Chlamydia Pneumoniae. Aus diversen Gründen würde ich mich ausschliesslich AM EHESTEN auf das LTT-Resultat verlassen! Darf ich fragen, wie hoch dein entsprechender LTT-Wert war? Da du auch von Problemen im Verdauungstrakt verichtet hast: Ich nehme an, beim Sammeltest hast du auch einen LTT für Helicobacter pylori gemacht!? War dieser Wert i.O.? Und der LTT für EBV?
Zitat von braindamage Beitrag anzeigen
Candida hatte ich auch vermutet, hatte allerdings auch mit systemischen Antipilzmitteln und entsprechender Diät keine Symptomveränderung festgestellt.
Darf ich fragen, welches systemische Antipilzmittel du eingenommen hast? Habe ich es richtig verstanden, dass du darauf gar keine „Reaktionen“ hattest (z.B. Verschlimmerung der Symptomatik, erhebliche „Nebenwirkungen“, grippeähnliche Zustände, Müdigkeit etc.)? Ich frage deshalb, weil z.B. Fluconazol auch antibiotisch wirkt, z.B. insbesondere gg. Chlamydia Pneumoniae!
Die alleinige Einnahme von Minocyclin reicht zur Bekämpfung von einer CHRONISCHEN Chlamydia Pneumoniae Infektion in der Regel nicht aus. Aufgrund des komplizierten Lebenszyklus dieser Bakterien ist eher der Einsatz von mehreren Antibiotika angezeigt. Informieren kannst du dich z.B. hier: Chlamydia Pneumoniae: | Infos zu Chlamydophila Pneumoniae oder Welcome Chlamydia Pneumoniae Help and Treatment. | Cpnhelp.org (letzteres sehr informativ, aber nur in Englisch verfügbar).

Alles Gute und liebe Grüsse

Geändert von Kaempferin (17.06.13 um 00:01 Uhr)

CFS-ähnliche Symptomatik durch 2 "Alkoholexzesse"?

braindamage ist offline
Themenstarter Beiträge: 5
Seit: 15.06.13
Zitat von tiga Beitrag anzeigen
Helicobacter Pilory könnte auch eine HI und entsprechend diverse Beschwerden auslösen.
Gruß - tiga
Hmm - mein LTT auf Helicobacter Pilory könnte nicht negativer sein. SI = 1.0
Zitat von Kaempferin Beitrag anzeigen
Welche Farbe hatte das Sekret, welches du da aus der Lunge geholt hast (gelblich/grünlich, weisslich/klar….)?
Hi Kaempferin,
Leuchtgelb!!! Übrigens hatte ich vor ca. 2 Wochen wieder so eine Bronchitis durchgemacht. Auch wieder mit gelbem Zeugs... Ging aber diesmal deutlich schneller von statten (vielleicht weil ich im Mom auf AB bin) Ich war zwar während der Zeit auch sehr platt aber nach 1 Woche war das fast überstanden. Mir sagt das, dass im Grunde mein Immunsystem ganz gut arbeitet, wenn's mal was zu tun bekommt (Infektion), aber mein Körper kämpft noch mit irgend etwas anderem... Weswegen ich das Thema Schwermetallbelastung doch im Moment ganz interessant finde.
Zitat von Kaempferin Beitrag anzeigen
Weisst du noch, wie dein Arzt auf den grippalen Infekt kam? Hat er im Blut irgendetwas Spezielles gesehen (z.B. erhöhte Entzündungswerte etc.)? Hat er eher von einem viralen oder bakteriellen grippalen Infekt gesprochen?
Erhöhte Entzündungswerte gab's "leider" nie, CRP und anderes immer unauffällig. Das mit dem grippalen Infekt war eine Vermutung seinerseits anhand meiner beschriebenen Symptome. Damals hatte er mir auch 3 Tage Azithromycin verschrieben, was mir auch nichts gebracht hatte. Danach ging er eben von nem viralen Infekt aus, bei dem man ja mit Antibiotika weniger Erfolg hat. Das war seine Begründung, warum das Azi nicht angeschlagen hat.
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Gerade bei CHRONISCHEN Infektionen gibt es leider gar keine 100% zuverlässigen sowie aussagekräftigen Tests. Ich selbst hatte/habe u.a. Chlamydia Pneumoniae. Aus diversen Gründen würde ich mich ausschliesslich AM EHESTEN auf das LTT-Resultat verlassen! Darf ich fragen, wie hoch dein entsprechender LTT-Wert war? Da du auch von Problemen im Verdauungstrakt verichtet hast: Ich nehme an, beim Sammeltest hast du auch einen LTT für Helicobacter pylori gemacht!? War dieser Wert i.O.? Und der LTT für EBV?
Ich war am Anfang selbst Feuer und Flamme für den LTT. Mittlerweile weiß ich nicht mehr, ob man sich wirklich darauf verlassen sollte.
Meine LTT Werte:
- für Borreliose und EBV alles unter 2, wie gesagt für Helicobacter auch
- CPn 14
- Candida um die 40
Daraus könnte man natürlich schließen, dass ich total mit Candida-Pilzen verseucht bin, oder aber auch einfach, dass mein Immunsystem die Pilze relativ gut im Griff hat. Was im Endeffekt stimmt, kann dir wohl nichtmal das IMD sagen. Ich persönlich glaube nicht an eine Pilzinfektion, die meinem Körper zu schaffen macht. Wenn bei meinem Körper im Moment noch was richtig gut funktioniert, dann ist das die Verdauung. Keine Nahrungsmittelunverträglichkeiten etc, keine Bauchschmerzen, keine Verdauungsprobleme. Höchstens minimal Laktoseintoleranz, bei größeren Mengen Milch (>0.3L) geht das Gegrummel im Bauch los, das hab ich aber schon seit meiner Kindheit und nachdem ich das einmal gecheckt hatte, nie mehr Probleme damit. Das ständige Rülpsen führt der Gastro nach einer Magenspiegelung auf ein Verschlussproblem meines Magens zurück, da ist angeblich der Muskel, der das normalerweise dicht macht, nicht mehr so fit.. Der hat da wohl auch was abbekommen -warum konnte er mir nicht sagen. Hat mir nur noch ne Packung von den Magensäurehemmern verschrieben, die auch vorher schon nichts gebracht haben.

Ich persönlich würde wirklich gern mal den Sammel-LTT von einem sich gesund und fit fühlenden Menschen sehen (aber dafür ist der Spaß dann doch zu teuer) - für den einen oder anderen Heilpraktiker würden da sicherlich schwer behandlungsbedürftige Ergebnisse rauskommen...

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Darf ich fragen, welches systemische Antipilzmittel du eingenommen hast? Habe ich es richtig verstanden, dass du darauf gar keine „Reaktionen“ hattest (z.B. Verschlimmerung der Symptomatik, erhebliche „Nebenwirkungen“, grippeähnliche Zustände, Müdigkeit etc.)? Ich frage deshalb, weil z.B. Fluconazol auch antibiotisch wirkt, z.B. insbesondere gg. Chlamydia Pneumoniae!
Ich hatte mal zwei Wochen Itraconazol genommen. Außerdem nehme ich seit knapp 3 Wochen die Kombi Minocyclin/Fluconazol, ganz schön große, teure Geschosse, auch aus den von dir beschriebenen Gründen (zur Behandlung der CPn), wie gesagt weder bei Itra noch bei der jetzigen Therapie ohne irgend eine Veränderung. Die täglichen Schwankungen der Erschöpfung und Schmerzen jetzt mal ausgenommen, die sind zu willkürlich und schon vor den Therapien in selbem Umfang aufgetreten.

Zitat von Kaempferin Beitrag anzeigen
Die alleinige Einnahme von Minocyclin reicht zur Bekämpfung von einer CHRONISCHEN Chlamydia Pneumoniae Infektion in der Regel nicht aus. Aufgrund des komplizierten Lebenszyklus dieser Bakterien ist eher der Einsatz von mehreren Antibiotika angezeigt. Informieren kannst du dich z.B. hier: Chlamydia Pneumoniae: | Infos zu Chlamydophila Pneumoniae oder Welcome Chlamydia Pneumoniae Help and Treatment. | Cpnhelp.org (letzteres sehr informativ, aber nur in Englisch verfügbar).
Alles Gute und liebe Grüsse
Habe mich natürlich vorher auch auf diesen Seiten schon gut informiert und werde deswegen die AB Therapie noch weiter fortführen. Gibt ja doch so einige Leute, die erst nach längerer Behandlungszeit eine Verbesserung feststellen durften. Ich versteife mich aber nicht auf das Thema CPn, im großen und ganzen klingt's mir einfach "too much" für meine Brain-Symptome.
LG und einen guten Start in die neue Woche
braindamage


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