Übelkeit und eine Art »Vernichtungsgefühl« …

25.05.13 16:15 #1
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chrisagd ist offline
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Hallo!

Mir ist seit sieben Jahren immer wieder übel und schwindelig (eine Art »Vernichtungsgefühl«) … ich war bei zig Ärzten. 2011 war es dann weitestgehend verschwunden, 2012 kam es wieder und seit Weihnachten kann ich überhaupt nicht mehr rausgehen.

Das ganze hängt offensichtlich mit der Halswirbelsäule zusammen – wenn ich den Kopf anlehne oder mich hinlege, werden die Symptome deutlich gelindert oder verschwinden ganz.

Von vier Ärzten, die ich zuletzt konsultiert habe, habe ich jetzt auch die Diagnose einer Atlasfehlstellung erhalten (ist auch im Röntgenbild klar zu sehen). Allerdings haben alle bisherigen Maßnahmen entweder nichts gebracht oder haben die Symptome nur noch verschlimmert – darunter diverse Physiotherapien, Atlastherapie nach Arlen, Atlastherapie nach Gutmann/Biedermann, Chiropraktik (auch American Chiropractic), Osteopathie und so weiter und so fort …

Deshalb habe ich jetzt auch schon eine HWS-Instabilität vermutet – zumal es im Hals ständig knackt. HWS-Übungen mit einem Theraband sind auch nach hinten losgegangen – letzten Montag nach Buch gemacht, seitdem ist mir praktisch durchgehend kotzübel. Wenn ich isostatische Übungen mache, scheint (wenn ich sie in Vorwärtsrichtung mache) auch etwas im Nacken zu blockieren – ich muss dann den Kopf nach hinten »freiknacken« …

Fällt dazu jemandem noch etwas ein? Ich bin verzweifelt …

Mir fallen lediglich noch folgende Optionen ein: Cortisoninjektionen an C1/C2 im CT-Scanner (wurde schon von C3 bis C6 gemacht, hat aber nichts gebracht) … Proliferationstherapie … aber ich weiß auch nicht mehr, an wen ich mich noch wenden soll. Viele Ärzte nehmen das überhaupt nicht ernst … ein Orthopäde hat mich geschlagene zwei Stunden warten lassen und mir dann kurz und knapp gesagt, ich solle viel trinken … ein Allgemeinmediziner meinte, ich müsse wohl damit leben … und einige meinten auch, es sei psychosomatisch – allerdings hat eine zweijährige Therapie nichts gebracht und auch eine aktuelle Therapie hat bisher nichts gebracht …


Übelkeit und eine Art »Vernichtungsgefühl« …
Männlich Windpferd
Hallo Chris,

ich glaube, Du brauchst noch nicht zu verzweifeln.

Ich würde zunächst mal die Hals-Arterien (alle!) untersuchen lassen mit Doppler-Sonographie. Das müßte bei Dir wohl in unterschiedlichen Lagen gemacht werden. Geht auch transcraniell, so daß auch der Blutzufluß im Schädel erkennbar wird.

Man kann auch die Intimadicke messen - das ist ein Verfahren, das bisher wohl überwiegend an Unikliniken zur Verfügung steht.

Traditionell werden sog. Sandberg-Aufnehmen gemacht. Auf denen sieht man eventuelle seitliche Verlagerungen des Dens (C2 gegenüber C1). Eine derartige Verlagerung läßt sich aber m.W. nicht beheben.

Du kannst Dich auch gut bei Dr. Bodoi Kuklinski informieren. Er hat sich sehr eingehend mit diesem Thema beschäftigt; seine Empfehlungen gehen bis zu einer bestimmten Art von Kissen und zu einfachen, isometrischen HWS-Übungen. Es ist sehr einleuchtend, daß Kräftigung der Muskeln die HWS stabilisiert. Dazu kannst Du im Forum viel finden, mehrere Threads.

Als letzte Methode wird Teilversteifung der HWS vorgeschlagen; das würde ich mir sehr gut überlegen.

Liebe Grüße
Windpferd

Übelkeit und eine Art »Vernichtungsgefühl« …

chrisagd ist offline
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Seit: 01.01.08
Ein Angiogramm wurde schon gemacht … ohne Befund. Isostatische Übungen haben bisher nichts gebracht … eher im Gegenteil. Kissen habe ich auch ohne Ende …

Übelkeit und eine Art »Vernichtungsgefühl« …
Männlich Windpferd
Hallo Chris,

noch der Hinweis auf das Buch von Bodo Kuklinski: "Das HWS-Trauma. Ursachen, Diagnose, Therapie", 2006. Empfehlenswert.

Du schreibst, Du hättest viel Kissen. Ja gut - aber es geht nicht um die Anzahl der Kissen sondern um eine Art Faltung. Ich glaube, da kann Genauigkeit helfen.

Du schreibst von "isostatischen" Übungen. Ich gestehe, ich weiß nicht, wie die gehen. Ich kenne isometrische Übungen.

Schließlich fällt mir CCSVI ein, "Chronische Cerebro-Spinale Venöse Insuffizienz", die häufig - aber nicht nur - mit MS in Zusammenhang gebracht wird. Sie wird üblicherweise operiert (u.a. in Frankfurt), was aber nicht von dauerhaftem Erfolg sein soll. Dr. Dietrich Klinghardt hat andere Behandlungsmöglichkeiten entwickelt.

Hast Du eigentlich Ausfälle, Parästhesien im Versorgungsgebiet vin C1-3?

Liebe Grüße
Windpferd

Übelkeit und eine Art »Vernichtungsgefühl« …

chrisagd ist offline
Themenstarter Gesperrt
Beiträge: 58
Seit: 01.01.08
Ja … ich meinte auch verschiedene Kissen … Nackenkissen und sonstwas.

Ausfälle habe ich keine … nur Übelkeit. Und manchmal dieses »Vernichtungsgefühl« … eine Art Schwindel (aber doch kein Schwindel). Ich kann problemlos alles machen …

Ich war bei drei Angiologen … alle drei meinten, es gäbe kein Problem mit der Blutversorgung. Es wurden auch zwei Doppler-Sonographien gemacht … ein MRT-Angiogramm … alles ohne Befund.

Übelkeit und eine Art »Vernichtungsgefühl« …

mondvogel ist offline
Beiträge: 5.086
Seit: 07.04.10
hallo Chrisagd,

das klingt schon übel.

Also ich hatte vor ca 12 Jahren ganz schlimme Beschwerden von der HWS ausgehend, mit manchmal Schmerzen, manchmal Schwindel, auch so eine tiefe Hoffnungslosigkeit empfand ich...es ging mir jahrelang schrecklich.

Eingerenkt wurde ich öfter; das half kurzfristig.

Dann fing ich mit Taichi an - und merkte das tut mir gut... Es ging mir zunehmend besser. Es hat vielleicht 2 Jahre gedauert - dann hatte ich keine Beschwerden mehr....

Ich wünsche alles Gute, mondvogel
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"There is a crack in everything. That's how the light comes in." Leonard Cohen (RIP)

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chrisagd ist offline
Themenstarter Gesperrt
Beiträge: 58
Seit: 01.01.08
Hi, Mondvogel!

Tai-Chi habe ich auch zwei Jahre lang gemacht … aber momentan geht es nicht mehr …

Übelkeit und eine Art »Vernichtungsgefühl« …

mondvogel ist offline
Beiträge: 5.086
Seit: 07.04.10
Zitat von chrisagd Beitrag anzeigen
Hi, Mondvogel!

Tai-Chi habe ich auch zwei Jahre lang gemacht … aber momentan geht es nicht mehr …
Das ist schade....Gruß movo
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"There is a crack in everything. That's how the light comes in." Leonard Cohen (RIP)

Übelkeit und eine Art »Vernichtungsgefühl« …

margie ist offline
Beiträge: 4.488
Seit: 02.01.05
Hallo Chrisagd,


wenn Du schon so viele Therapien betr. die HWS gemacht hast und keine dauerhaft das Problem beseitigt hat, kommen dann diese Beschwerden nicht vielleicht von etwas anderem?

Als erstes wollte ich auf evtl. "Angina pectoris"-Anfälle hinweisen.
Bei Verkrampfungen der Herzkranzgefäße können solche Anfälle auftreten.
Dabei kann man Übelkeit und ein Vernichtungsgefühl haben, aber auch Atemnot, Thoraxschmerzen, Rückenschmerzen, Schweißausbrüche, etc.


Ansonsten würde ich auch mal nach internistischen Ursachen fragen:
Wie sehen Deine Blutwerte aus?
Erythrozyten
Hämoglobin
MCV
Bilirubin
Ferritin
Transferrinsättigung
Vitamin B12
Folsäure
Haptoglobin (falls schon bestimmt)
Leberwerte wie GPT, wie GGT, wie GOT, wie Alkalische Phosphatase, wie Cholinesterase
Eiweißelektrophorese


Du schreibst, dass diese Beschwerden, d. h. die Übelkeit und das Vernichtungsgefühl immer wieder kommen. Wie oft? Täglich? Einmal die Woche?
Treten sie zu bestimmten Zeiten auf? Morgens oder abends?
Besteht ein Zusammenhang zum Essen? D. h. hast Du zuvor z. B. viel Eiweiß, viel Fett oder anderes gegessen?
Gibt es während dieser Attacken noch andere Symptome wie Schüttelfrost, Bauchschmerzen, Kopf-, Rückenschmerzen, Blutdruckabfall, etc.
Ist der Magen in Ordnung?

Ist die Verdauung in Ordnung?
Kannst Du problemlos viel tierisches Eiweiß (Fleisch) essen?
Verträgst Du fettreiches Essen?
Was verträgst Du evtl. nicht?

Hast Du evtl. neurologische Probleme wie Gefühlsstörungen oder Zittern?
Ist die Muskulatur in Ordnung, d. h. keine schnelle Ermüdung, keine Muskelschmerzen?

Welche gesundheitlichen Probleme hast Du sonst noch?

Ich würde nach so vielen Therapieversuchen betr. die HWS prüfen, ob die Ursachen nicht anderswo liegen könnten.


LG
Margie
__________________
“Das Fleisch, das wir essen, ist ein 2-5 Tage alter Leichnam.” - Volker E. Pilgrim, Schriftsteller

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chrisagd ist offline
Themenstarter Gesperrt
Beiträge: 58
Seit: 01.01.08
Hi!

Wie gesagt … alles andere wurde abgeklärt. Bis zum Erbrechen … bis hin zur Magenspiegelung und allen nur denkbaren Blutwerten. Es liegt am Nacken – zumal sich die Symptome darüber auch auslösen lassen …

Es gibt keinerlei anderen Symptome – nur Übelkeit und eine Art Schwindel (aber nicht dergestalt, dass sich alles dreht … oder eine Gangunsicherheit auftritt).

Als es damals anfing gab es ab und zu (sehr selten) auch migräneartige Auren …

Derzeit ist es ein Auf und Ab … es gibt Tage ohne Übelkeit, dann wieder ganze Wochen mit ständiger Übelkeit … meist nimmt sie gegen Abend ab, aber auch nicht immer … sobald der Kopf entlastet ist, verschwinden die Symptome (oder lassen stark nach) …


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