Jahrelange Odyssee, bis heute keine Diagnose

15.05.13 20:08 #1
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Jahrelange Odyssee, bis heute keine Diagnose

Mola Ram ist offline
Themenstarter Beiträge: 6
Seit: 15.05.13
Hallo!

@Stinson 90: Ich wurde depressiv, weil ich einerseits körperliche Beschwerden hatte, andererseits aber auch rein psychische Strapazen ertragen musste.
Das Ganze wurde dann zum Teufelskreis. Dennoch sehe ich mich grundsätzlich als "Gute-Laune-Typ" und werde/wurde so auch von meinen Mitmenschen bestätigt.

Die Behandlung in der Psychatrie umfasste Gruppengespräche, sportliche und künstlerische Aktivitäten und sehr viel Freizeit, die ich meist mit Lesen, Sport und neuen Bekanntschaften unter anderen "Pflegefällen" ausfüllte. Ich habe zu jener Zeit bedeutend weniger gegessen als sonst.

Seit der Therapie habe ich den Stress, so wie ich ihn vormals hatte, nicht mehr verspürt. Wie bereits angeführt, bin ich mental so fit wie noch nie und kann mit Stresssituationen oder sonstigen Ärgernissen fast problemlos umgehen. Dass ich öfter mal "Hänger" habe, führe ich einerseits auf meine nach wie vor labile körperliche Verfassung zurück (Stichwort "Hormone"???", andererseits liegt es natürlich auch daran, dass ich mich bezüglich Lebensqualität oftmals sehr eingeschränkt fühle (welch Wunder!). Wenn man z. B. mehrere Wochen lang am Wochenende nichts unternehmen kann, weil man einfach total matt und schlapp ist, dann zehrt das natürlich schon an der allgemeinen Stimmung.

@Oregano: Ja, das meinte ich. Ehrlich gesagt, bin ich skeptisch, ob 1 Woche histaminarme Ernährung ausreichen wird, um die Eigendiagnose zu stellen. Meine körperliche und geistige Konstitution kann sich stündlich, täglich, wöchentlich oder monatlich um 180 Grad wenden. Gestern Abend zum Beispiel war ich so gut drauf wie schon seit ca. einem halben Jahr nicht mehr, und heute bin ich so hundemüde, dass ich fast beim Duschen eingeschlafen wäre. Während ich diese Zeilen schreibe, versuche ich mich mit Kaffee einigermaßen auf Trab zu bringen. Ohne läge ich jetzt schon im Bett. Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich diese Symptomatik auf das momentan doch sehr wechselhafte Wetter schieben.

Anbei weitere Befunde.

Gruß

Sven
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Oregano ist offline
Beiträge: 61.734
Seit: 10.01.04
Hallo Mola Ram,

das Wetter macht ja auch Kapriolen zur Zeit, und ich denke schon, daß es eine Rolle spielt bei der Müdigkeit.
WENN Du eine HIT hättest, wäre das Kaffeetrinken falsch, denn auch Kaffee führt zu erhöhtem Histamin .

Der Anfang einer Eliminationsdiät in Bezug auf Histamin ist immer erst einmal die Kenntnis von den Nahrungsmitteln, die Probleme machen können ...

Grüsse,
Oregano
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They tried to bury us. They didn't know we were seeds.

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Mola Ram ist offline
Themenstarter Beiträge: 6
Seit: 15.05.13
Hallo Oregano,

sämtliche NMU's samt Beschwerdebildern und Ernährungsplänen kann ich dir im Schlaf rauf und runter beten, glaube mir. Deswegen weiß ich auch, dass ich ohne stationäre Betreuung niemals eine strikte HI-Diät durchziehen könnte.

Dass mit dem Kaffee ist mir natürlich bewusst; allerdings möchte ich mich nicht unnötig quälen, solange ich keinen handfesten Beweis habe, dass 1, 2 Tassen Kaffee pro Tag meine Symptomatik verschlechtern.

Und das tun sie halt nicht. Ich sehe da leider/Gott sei Dank keinen Zusammenhang.

Ich studiere seit zig Monaten meine Ernährungsweise und Beschwerdebilder, aber ich komme auf keinen grünen Zweig. Es ist, als würde mein Körper willkürlich verrückt spielen. Es gibt nur ein paar Konstanten (u. a. Wetterfühligkeit, Sport und dessen Folgen, siehe Symptomliste), bei denen ich ungefähr weiß, wo ich dran bin. Der Rest taucht scheinbar nach Zufallsprinzip auf.

Es ist zum Mäusemelken...

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mondvogel ist offline
Beiträge: 5.086
Seit: 07.04.10
Guten Abend Mola Ram,

erst einmal mit ziemlicher Verspätung ein herzliches Willkommen hier im Forum.
Du bist ja inzwischen hier schon angekommen und hast interessante Antworten erhalten, was mich sehr freut.

Manche deiner Symptome lassen mich an eine Hormonentgleisung denken, manche erinnern mich z.B. an Schilddrüsenunterfunktion.
Aber dazu passen wiederum andere nicht mMn....
Habe ich etwa überlesen, wie die SD- Werte sind und ob auch ein Ultraschall der SD gemacht wurde....?

Ganz liebe Grüße, Mondvogel
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"There is a crack in everything. That's how the light comes in." Leonard Cohen (RIP)

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Stinson 90 ist offline
Beiträge: 250
Seit: 07.05.13
Ok, wenn du dich ja mental fit fühlst und du hauptsächlich wegen deiner körperlichen Misere nicht gut drauf bist (was bei mir genauso ist, doch ich weiß jetzt wie ich wieder gesund werde), würde ich an deiner Stelle einfach körperlich unterstützen.

Meiner Erfahrung nach machen nur zwei Faktoren chronisch krank: Vergiftung und Mangel. Bei mir hat sich auch herausgestellt, dass ich schwermetallvergiftet bin (einerseits durch Amalgamfüllungen meiner Mutter -> Übertragung in der Schwangerschaft, andererseits durch Zahnspange usw.)

Hast du dir mal meine Empfehlungen durchgelesen?

PS. Wenn du deinem Körper diese Belastung wegnimmst und ihn aufbaust, wirst du auch wieder gesund!

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wackybee ist offline
Beiträge: 14
Seit: 14.05.13
Hi Sven
Ich kann dir nicht sagen, was du tun solltest. Aber lass mich meinen Weg beschreiben.

Meine ersten 40 Jahre waren fern von gut und böse. Psychisch und physisch missbraucht, um es kurz zu benennen, bin auch zum 3. Mal verheiratet.

Ich bekam zeitlebens bei grossem Stress Herpes simplex, struppiges Haar, brüchige Nägel, Magen-Darmschwierigkeiten, spontanes Kopfweh (schneiden), Abszesse, Lungen- und Verdauungsprobleme.
Mit 39 mein 1. Zusammenbruch mit Panik Attacken, Agoraphobie, schwerer Depression und weiteren 3 Diagnosen. 2 Monate unter der Käseglocke der Klinik und ich war wieder fit. Genau genommen für ungefähr 8 Wochen. Durch meinen zweiten Mann so unter Druck gestellt mit psychischer und physischer Erziehung. Scheidung (Problem beseitigt) und es ging mir so viel besser.

Aber der Körper vergisst nie. In meinen Augen hat jeder Körper ein Memory. Er speichert. Als Stehaufmännchen (bin sicher, du bist auch eins) immer lachend gleich weiter im Kampf.
Je länger ich durchhielt, desto mehr Kraft musste ich aufwenden, meinen Standard leisten zu können. Was natürlich den Körper noch mehr auslaugt. Juli 10 geheiratet, dann 2. Zusammenbruch im August 10. Diagnose schweres Burnout Stufe 9- 12 von 3 unabhängigen Ärzten bestätigt. Auch positive Ereignisse können den Körper auslaugen oder als Auslösen fungieren.

3 Mal Klinik, keine oder wenig Besserung, bis dann ein Adrenal Fatigue entdeckt wurde.
Symptome:
Andauernde Müdigkeit trotz Pusher, Sport, gesunder Ernährung über Monate, psychologischer Betreuung und viel Freizeit, die ich meistens mit Plauderei, Spielen und Büchern gefüllt habe.

Mein Körper ist aufgegangen wie eine Semmel im Backofen. Gesagt wurde mir, dass mein Körper dermassen unter Dauerstress steht, übermässig Cortisol freischüttet und diese als Zucker (Fettreserve) lagert. Wodurch dann auch bei diversen Bluttests eine schwache Form von Diabetes entdeckt wurde. Habe heute normale Werte.

Die Botenstoffe (Serotonin, Nor-Adrenalin usw.) arbeiten nicht. Also Hemmer reingeschüttet, um wieder Reserve zu bauen. Hat nichts gebracht. Beim Austrittstest war meine Psyche voll im Normbereich, meine Physe noch immer fern von gut und böse.

Unterdessen wurde festgestellt, dass mein vegetatives Nervensystem erschöpft ist. Auch dies wird von den Ärzten meistens totgeschwiegen. Obwohl dies bemerkbar wie auch erklärbar ist.

Unser Körper ist ein Lebewesen. Wenn etwas nicht richtig arbeitet, kommt ein anderes vermehrt zum Zuge. Und laugt sich aus. Und auch dieses wird dann von einem Dritten unterstützt. So geht es weiter, bis etliche Organe einfach nur noch erzwungenermassen arbeiten. Irgendwann kommt der Zusammenbruch, je nach dem wie stark er Kampfeswille ist.

Blutkreislauf spielt verrückt: von tief zu hoch innert Sekunden
Verdauung macht nicht mehr mit: keine Hungergefühle mehr, Kampf etwas runter zu würgen
Der Körper fällt in Hyperventilation
Inneres Frieren
Kaltes Schwitzen
Gefühlswelt wird taub
Migräneartige Kopfschmerzen (hatte vorher sehr selten Kopfschmerzen)
Gedankenkreisen (Unverständnis, warum es so ist wie es ist)

Heute wird mein vegetatives behandelt mit Massagen, Physio und schwimmen und viel liegen und schlafen, dank meiner wunderbaren Ärztin, die immer an mich geglaubt hat und mit niemals als Simulant abgestempelt hat. Ich solle nur machen, wozu ich gerade Lust habe, um meinen Körper positiv aufzuladen.

Es ist eine lange Reise wieder gesund zu werden. Aber ich werde mein Leben wieder zurückbekommen. Ich merke es und ich weiss es. Und das selbe wünsche ich mir für dich!!!!

Bleib stark, lass dir die Zeit, die du brauchst. Du hast noch ein lange Leben vor dir.

Alles Liebe Wackybee

Ohh, doch einen Rat möchte ich dir geben. Beim Speicheltest mach doch bitte einen Tagestest. Wird genauer, wenn du den Verlauf der Botenstoffe mit misst.
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Das innere Leuchten kommt nicht von alleine, aber stellt alles andere in den Schatten!!

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Mola Ram ist offline
Themenstarter Beiträge: 6
Seit: 15.05.13
@wackybee: Oh je, du Arme. Du hast mein vollstes Mitgefühl! Ich hoffe, dass es dir mittlerweile auch wieder besser geht?

Wenn ich mir deine Beschwerden und Auslöser so durchlese, so erkenne ich mich darin wieder!

Ich denke, ich bin momentan in genau der Phase meines Lebens, in der ich etwas Entscheidendes umkrempeln werde, bzw. schon verändert habe.
Mit anderen Worten: Ich bin auf dem richtigen Weg, da bin ich mir sicher; nicht zuletzt seit dem ich die Therapie hinter mir habe und weiß, dass ich manches einfach akzeptieren sollte (mein Beschwerdebild und die letzten schlimmen Erlebnisse) (und werde!).

Andererseits bin ich gegenüber Ärzten sehr misstrauisch geworden und hinterfrage jedwede Diagnose oder Ratschlag.

@Oregano: Entgegen deiner Empfehlung mache ich momentan quasi einen Provokationstest hinsichtlich Histamin. Ernähre mich seit Tagen von überwiegend sehr histaminreichen Lebensmitteln samt Liberatoren. Das Ergebnisse werde ich Ende dieser Woche posten, kann aber bis jetzt abgesehen von einer sich anbahnenden Erkältung nicht klagen.

@wackybee: Ich habe ein Hormonprofil (Cortisol, DHEA, Testosteron, Progesteron und Estradiol) geordert.


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