Probleme mit den Füßen und Zehen

01.05.13 18:58 #1
Neues Thema erstellen
Probleme mit den Füßen und Zehen

Kullerkugel ist offline
Beiträge: 6.671
Seit: 01.06.10
Die Veranlagung dazu, die Fussform kann man schon im Kleinkindalter sehen.
Mit geeignetem Schuhwerk und vor Allem mit Gymnastik kann die Entwicklung etwas verzoegert werden.
Wer kann heute noch immer barfuss laufen?

Mich wuerde interessieten, wie die Zusammenhaenge sind bei dem gesteigerten Knochenwachstum an der Gelenkstelle.
Manche haben das Problem ja nur einseitig bzw. Solch Knochenwachstum auch an anderen Gelenken.

LG K.
__________________
LG K.

Probleme mit den Füßen und Zehen

Joachim ist offline
Beiträge: 1.944
Seit: 14.04.08
Zitat von Kullerkugel Beitrag anzeigen
Die Veranlagung dazu, die Fussform kann man schon im Kleinkindalter sehen.
Nein, kann man nicht, weil sich der kindliche Fuß noch deutlich vom erwachsenen Fuß unterscheidet. Bei Kindern sind die Fußgewölbe noch nicht vorhanden, sie haben zunächst Plattfüße. Die eigentliche Fußform entwickelt sich erst, wenn die Füße ihre eigentliche Aufgabe wahrnehmen, die Muskulatur aufgebaut und die Fettpolster der Sohle abgebaut werden. Das ist dann auch spätestens der Zeitpunkt, an dem die Mütter beginnen, ihren Kindern die ersten Socken und Schuhe anzuziehen und damit beginnt das Problem. Kinder können nämlich nicht sagen, wann der Schuh zu eng ist und so beginnen hier bereits häufig die ersten Deformationen. Selbst zu enge Söckchen sorgen schon für Veränderungen der Fußform. Das, was wir bei Kleinkindern sehen, ist also nicht mehr die eigentliche natürliche, sondern bereits eine durch die frühkindlichen Schuhe veränderte Fußform.

Mit geeignetem Schuhwerk und vor Allem mit Gymnastik kann die Entwicklung etwas verzoegert werden.
Das mag sein, aber man kann die Erkrankung damit nicht aufhalten. Es gibt mittlerweile Schuhe, mit denen eine solche Entwicklung nicht eintritt, aber die entsprechen in der Regel nicht den modischen Anforderungen.

Wer kann heute noch immer barfuss laufen?
Jeder, der in der Lage ist, seine Schuhe auszuziehen. Oder was sollte jemanden davon abhalten?

Mich wuerde interessieten, wie die Zusammenhaenge sind bei dem gesteigerten Knochenwachstum an der Gelenkstelle.
Da ist kein gesteigertes Knochenwachstum, es ist der Metatarsal I Knochen, der nach außen drückt. Schau mal hier: http://www.gvle.de/kompendium/fuss/0...EBV0009501.gif

Manche haben das Problem ja nur einseitig bzw. Solch Knochenwachstum auch an anderen Gelenken.
Es gibt sicher pathologisches Knochenwachstum, aber mit dem HV hat das nichts zu tun.
__________________
Liebe Grüße, Joachim. (Alles, was ich schreibe, ist meine persönliche Meinung.)

Probleme mit den Füßen und Zehen

Oregano ist offline
Beiträge: 61.734
Seit: 10.01.04
Manch Einer läuft inzwischen mit den "Schuhlingen" durch die Gegend. Ich kann mir vorstellen, daß das ganz gut sein kann; - aber wahrscheinlich nicht für jeden.

Barfuss laufen: Sind Barfuss-Schuhe wirklich besser? - FIT FOR FUN

Grüsse,
Oregano
__________________
They tried to bury us. They didn't know we were seeds.

Probleme mit den Füßen und Zehen

Joachim ist offline
Beiträge: 1.944
Seit: 14.04.08
Hallo Oregano

Prinzipiell sind solche Minimalschuhe schon deutlich gesünder, allerdings muss man dabei ein paar Dinge wissen:

- Nicht alles, was sich Barfuß- oder Minimalschuh nennt, ist auch ein solcher. Gerade die renommierten Marken haben da einiges an unbrauchbarem Schuhwerk auf den Markt gebracht. Wichtig ist eine sehr dünne Sohne und keine Sprengung - weder vorne noch hinten.

- Normale Schuhe führen durch die Sprengung zu einer Verkürzung der Achillessehne und einem Abbau der Wadenmuskulatur. Das ist teilweise so schlimm, dass manch einer schon Beschwerden hat, wenn er nur barfuß stehen muss. Wer auf solche Schuhe umsteigt, muss sich daher im klaren sein, dass es Zeit dauert, bis sich das wieder angepaßt hat. Deshalb sollte man das langsam angehen.

- Normale Schuhe führen zu dem heute leider als normal angesehenen Fersengang, bei dem mit der Ferse zuerst aufgetreten wird. Wer sich das dank Schuhen von Kindheit an antrainiert hat, gewöhnt sich das nicht gleich wieder ab. In Barfußschuhen ist ein Fersengang nur bei sehr langsamem Gehen möglich, man tritt normalerweise mit dem Ballen zuerst auf.

- Minimalschuhe haben zwar einige Vorteile, aber auch ein paar Nachteile (die sie aber mit konventionellen Schuhen teilen). In erster Linie den Nachteil, dass die Sohle normalerweise wasser und damit luftdicht ist. Das führt zu feuchten Füßen, was wiederum Pilzen und Bakterien ein ideales Klima verschafft. Es gibt nur wenige Minimalschuhe, die diesen Nachteil (fast) nicht haben, bspw. Luna Sandals oder Huaraches, die nur aus einer Sohle und etwas Schnur bestehen. Noch akzeptabel in dieser Hinsicht sind BeNats, Beachwalker und SoleRunner, jedenfalls bei kühlerem Wetter. Die im Artikel gezeigten Vibram Five Fingers sind allerdings bekannt dafür, ein ziemlich feuchtes Milieu zu erzeugen. Das mag aber auch daran liegen, dass sie in der Regel als Laufschuhe getragen werden und bei sportlichen Tätigkeiten steigt die Temperatur in einem Schuh durch die Reibung schon mal auf 50°C an - bei rund 50% höherer Schweißproduktion.

Der ideale Minimalschuh ist eigentlich der Anti-Shoe, der hier beworben wird und den ich auch regelmäßig trage... :
__________________
Liebe Grüße, Joachim. (Alles, was ich schreibe, ist meine persönliche Meinung.)

Probleme mit den Füßen und Zehen

mondvogel ist offline
Beiträge: 5.086
Seit: 07.04.10
Zitat von Joachim Beitrag anzeigen
Wichtig ist eine sehr dünne Sohne und keine Sprengung - weder vorne noch hinten.
Hallo Joachim, was bedeutet "Sprengung"?

gruß, MondvogeL
__________________
"There is a crack in everything. That's how the light comes in." Leonard Cohen (RIP)

Geändert von mondvogel (05.05.13 um 09:58 Uhr)

Probleme mit den Füßen und Zehen

Oregano ist offline
Beiträge: 61.734
Seit: 10.01.04
Danke für das Video zum "Anti-Shoe" .

Grüsse,
Oregano
__________________
They tried to bury us. They didn't know we were seeds.

Probleme mit den Füßen und Zehen

Joachim ist offline
Beiträge: 1.944
Seit: 14.04.08
Hallo Mondvogel,

Normalerweise liegt der Fuß überall flach auf dem Boden auf und wenn man geht, dann ist er so flexibel, dass er sich der Bewegung anpaßt. Schuhe haben aber eine weitgehend starre Sohle, die diese Bewegung des Fußes verhindert. Da man aber eine Abrollbewegung benötigt, erhöht man vorne die Zehen und hinten die Ferse. Die Sprengung ist damit im Grunde die Differenz zwischen der Höhe der Sohlen an Rückfuß und Vorfuß bzw. zwischen Vorfußsohle und Höhe der Zehenspitzen. Es gibt also eigentlich zwei Sprengungen.
__________________
Liebe Grüße, Joachim. (Alles, was ich schreibe, ist meine persönliche Meinung.)

Probleme mit den Füßen und Zehen

Oregano ist offline
Beiträge: 61.734
Seit: 10.01.04
Die OP ist heute weitgehend Routine und nicht allzu risikobehaftet, aber danach musst du auf jeden Fall einige Wochen an Krücken einplanen.
Hallo Joachim,

das stimmt nicht mehr. Die Operierten bekommen gleich nach der Op so einen ganz besonders aparten "Schuh" mit dicker, fester Sohle und Klettverschluß, mit dem sie dann ca. 6 Wochen durch die Gegend laufen dürfen. Immerhin ist Autofahren damit möglich. - Wenigstens habe ich das in der Verwandschaft so erlebt.

Grüsse,
Oregano
Angehängte Grafiken
Dateityp: jpg IMG_7711.jpg (309,1 KB, 8x aufgerufen)
__________________
They tried to bury us. They didn't know we were seeds.

Probleme mit den Füßen und Zehen

Joachim ist offline
Beiträge: 1.944
Seit: 14.04.08
Hallo Oregano,

Ich kenne den Schuh, er steht bei uns im Keller.
Meine Frau wurde letztes Jahr am HV operiert.

Edit: Wie hatten einen anderen Schuh, als den auf deinem Bild. Unserer hatte eine völlig flache Sohle, die Ferse war nicht erhöht.

Die Operierten bekommen gleich nach der Op so einen ganz besonders aparten "Schuh" mit dicker, fester Sohle und Klettverschluß, mit dem sie dann ca. 6 Wochen durch die Gegend laufen dürfen.
Ja - aber mit Krücken...

Der Schuh immobilisiert den Fuß, damit der Knochen heilen kann. Du kannst (und darfst) damit erst einmal überhaupt nicht auftreten und musst daher zwingend mit Krücken laufen. Der Schuh selbst ist so unbeweglich wie ein Skistiefel. Man kann den Fuß zwar in Lauf der Zeit etwas mehr belasten, aber abrollen ist damit völlig unmöglich.

Immerhin ist Autofahren damit möglich. - Wenigstens habe ich das in der Verwandschaft so erlebt.
Wenn der linke Fuß betroffen ist und man ein Automatikauto hat, kann ich mir das noch vorstellen. Aber Kupplung treten geht damit gerade am Anfang sicher nicht und beim rechten Fuß das Gaspedal treten auch nicht. Das wäre auch nicht ungefährlich, denn der Schuh ist relativ breit und verhakt sich dank der Klettbänder gerne mal irgendwo. Ich kann aber verstehen, wenn jemand versucht, damit Auto zu fahren - meine Frau hat auch den Tag gefeiert, an dem sie das erste Mal wieder fahren konnte.
__________________
Liebe Grüße, Joachim. (Alles, was ich schreibe, ist meine persönliche Meinung.)

Geändert von Joachim (05.05.13 um 09:39 Uhr)

Probleme mit den Füßen und Zehen

Oregano ist offline
Beiträge: 61.734
Seit: 10.01.04
Hallo Joachim,

Der Schuh immobilisiert den Fuß, damit der Knochen heilen kann. Du kannst (und darfst) damit erst einmal überhaupt nicht auftreten und musst daher zwingend mit Krücken laufen.
Wie gesagt: ich habe es anders erlebt: ohne Krücken, quasi von Anfang an, und bis jetzt (6 Monate) ist alles soweit ok.

Grüsse,
Oregano
__________________
They tried to bury us. They didn't know we were seeds.

Weiterlesen

Optionen Suchen


Themenübersicht