Ziehen in den Unterarmen, einschlafende Beine und mehr....

27.10.12 08:31 #1
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Casadero ist offline
Beiträge: 104
Seit: 09.01.11
Hallo,

ich habe hier schon mal über meine Probleme berichtet, aber aktuell wandelt sich das alles irgendwie. Ich mach`s mal so kurz als möglich:

Männlich, 37, Raucher, 181cm, 110kg, seit 3 Jahren Angststörung. Als die Angst ausgebrochen ist (Auslöser war eine heftige, allergische Reaktion auf Penicilin, hervorgeholt durch sehr scharfes Essen, so damals der Arzt), habe ich 35 Kilo in 5 Monaten abgenommen, mich dann aber wieder berappelt.

Es lief dann 1 Jahr ganz gut, ausser das ich nervende Zwangsgedanken als Begleiterscheinung der Angst hatte. Dagegen bekam ich "Amisulprid", ein Neuroleptikum, in einer eher geringen Dosis von 50mg am Tag. Das wirkte bombe, alle dummen Gedanken weg, ich fühlte mich gut, nicht gedeckelt oder ähnliches. Nur wurde ich immer dicker. Nach 3 Monaten dann Amisulprid auf ärztlichen Rat abgesetzt. Mir ging es weitere 3 Monate ohne irgendwelche Medikamente blendend, ich verlor wieder Gewicht, hatte keine Ängste, keine Zwangsgedanken, grübelte nicht ständig oder beobachtete jedes Zwacken in meinem Körper.

Nur kamen an einem Tag die Zwangsgedanken wieder. Ich nahm Amisulprid erneut in 50mg über den Tag verteilt, Gedanken waren weg. Dieses Mal waren die Nebenwirkungen jedoch deutlich spürbar: Schwere Beine und Arme, Gelenkschmerzen, allgemeine Versteifung. Neurologe riet zum Absetzen. 2 Tage nach dem Absetzen zittern, Muskelzucken. Neurologe riet zur erhöhten Einnahme (75mg). Das ging 2 Tage gut, bis meine Schläfen krampften, meine Bronchien zusaßen, ich kaum noch Luft bekam. Im Krankenhaus klare Aussage: "Krampf durch Neuroleptikum, sofort absetzen!". Gleichzeitig bekam ich "Sertralin" (ein AD), dass ich in 10mg Schritten einschlich. Nach 5 Tagen ging es mir erstaunlich gut, ich hatte wieder "Licht". Am Abend dann kribbelte kurz vorm Einschlafen mein Körper, als ich komplett eingeschlafen war schreckte ich hoch mit einem dumpfen Kribbeln im gesamten Körper (so, als sei alles eingeschlafen).

Das passierte 2 mal in der Intensität. Danach hatte ich Nesselfieber sichtbar auf den Unterarmen. Also Sertralin (als Auslöser laut Hautärztin) wieder abgesetzt. Seit dem geht es bei mir irgendwie körperlich bescheiden:

- Erst kribbelte und piekste es im ganzen Körper
- Dann brannten verschiedene Hautstellen, meist jedoch Arme und Beine
- Zu sehen ist nichts, keine Rötungen, keine Schwellungen
- Neuerdings schlafen meine Arme und Beine extrem schnell ein
- Wenn ich mich bewege, geht es deutlich besser
- In bestimmten Liegepositionen: Deutlich besser
- Extreme Nacken- und Rückenverspannungen (durch die ständige Angst)
- Manchmal Gelenkschmerzen (wie nach schwerem Tragen), manchmal brennen in den Gelenken (Knie, Ellenbogen)
- Bei konzentriertem Lesen (z.B. am PC) manchmal Augenbrennen
- Gegen die Angst (die wieder da ist) nehme ich Bedarfsweise Clonazepam (Rivotril)

Folgendes wurde bisher untersucht:

- Rheuma: Negativ
- Borelliose: Negativ
- Diabetes: Laut Arzt negativ
- Blutwerte okay, leichte Entzündung (Nasennebenhöhlen)
- Stuhl und Urin: Absolut unauffällig, keine Pilze, Bakterien, Keime
- Schilddrüsenwerte: Top, kein Hashimoto
- Hormonwerte: Absolut top, wie bei einem 25-jährigen (O-Ton Arzt)
- MRT Kopf: Keine Auffälligkeiten, kein Tumor
- Orthopäde stellte extreme Versteifung im Nacken fest, machte aber nix
- Sinusitis: Diagnose vorhanden, leichte Entzündung. Bekam Kortisonnasenspray, davon trockneten aber die Augen aus
- Subjektiv das Gefühl, das mir Gluten nicht gut tut
- Subjektiv das Gefühl, dass durch das Kortisonnasenspray das Hautbrennen besser wurde, warum auch immer
- Allergietest steht noch aus
- Ein Heil- und Chiropraktiker erkannte an meinen Augen Eisenmangel, nehme sporadisch "Floradix" (Kräuterblut), soll aber "Gelum Tropfen" nehmen
- Nach Renken und Schröpfen beim Heil- und Chriopraktiker war es für einen Tag etwas besser

Seit dem die Angst wieder da ist, kann ich auch wieder nichts oder wenig essen, mein Magen bläht sich schnell auf, ich werde nach leichtem Essen entweder müde oder total unruhig, das ich einen Reizmagen habe weiß ich. Langsam macht mich das echt kirre, ich fühle mich wie ein 80-jähriger mit Ganzkörperrheuma. Mal sind beide Unterarme sehr schwer, mal brennt die Haut, mal schlafen die Beine ein wenn ich stehe. Wie gesagt: In Bewegung ist das alles weg, aber den ganzen Tag draussen rumlaufen ist auch nicht immer möglich.

Es gibt aber auch die seltenen Tage, da ist alles weg, kein Ziehen, kein Brennen, kein Kribbeln. Das sind meist die Tage an denen ich (mal) nicht zum Arzt renne um alles nur erdenkliche abklären zu lassen. Stressbedingtes einschlafen der Beine? Oder doch alles nur Entzug? Oder Durchblutungsstörungen? So langsam sind die Nerven runter und ich weiß nicht mehr was ich tun soll. Und das Clonazepam (Rivotril) macht im Moment auch nur müde. Manchmal ist mir auch dezent übel, dafür sind dann die anderen Symptome verschwunden, gegen die Übelkeit helfen "Iberogast" Tropfen sehr gut.

Habt Ihr eine Vermutung? Vitaminmangel (B12)? Oder irgendetwas anderes auf das kein Arzt kommt? Wovor ich große Angst habe ist "MS", aber das wird doch nicht "Knall auf Fall" nach Absetzen eines Medikamentes ausgelöst? Denn damit fing defakto alles an: Absetzen des Amisulprid, Einnahme mit schnellem Absetzen des Sertralin nach 5 Tagen (wegen des Nesselfiebers). Als das alles anfing, war ich in der neurologischen Notfallaufnahme. Junge Ärztin nahm Blut ab, machte sensorische Tests, schickte mich wieder mit "da ist nix" nach Hause. Gestern war ich wieder da (wegen der einschlafenden Beine). Nach 3,5 Stunden warten die gleiche (arrogant wirkende) Ärztin, keine Untersuchung, hat mir Angst gemacht (und sie kennt meine Angsterkrankung), sie wolle mich dabehalten und Nervenwasser ziehen und ich solle mich jetzt zack-zack entscheiden, Sie hätte noch 4 weitere, WIRKLICHE Notfälle.... und Betten wären eigentlich auch keine frei.... es wirkte, als wolle sie mir bewusst angst machen damit ich NICHT bleibe, den Eindruck hatte auch meine Partnerin. Ich kam nicht einmal dazu zu schildern, dass es bei Bewegung oder in bestimmten Lagen besser ist. Meine Vermutungen: 1) Durchblutungsstörungen oder 2) Irgendein eingeklemmter Nerv, aber scheinbar nimmt sich dessen keiner richtig an. Die Orthopäden verbiegen und verdrehen mich nur ein wenig, stellen keine Einschränkungen fest und meinen dann da können nix sein (was ich anders empfinde)....

Bin echt ratlos im Moment....


Geändert von Casadero (27.10.12 um 09:15 Uhr)

Ziehen in den Unterarmen, einschlafende Beine und mehr....

Malve ist offline
Moderatorin
Beiträge: 22.477
Seit: 26.04.04

Ziehen in den Unterarmen, einschlafende Beine und mehr....

Casadero ist offline
Themenstarter Beiträge: 104
Seit: 09.01.11
Hallo,

die kenne ich.... und es hilft mir nicht. Akut ist das Brennen der Haut und einschlafende Beine... das hatte ich noch nie und kommt nicht mit "Angst" konform... themenbezogene Antworten wären (wenn möglich) nett und hilfreicher...

Ziehen in den Unterarmen, einschlafende Beine und mehr....

mondvogel ist offline
Beiträge: 5.086
Seit: 07.04.10
hallo, Casadero

ist das Brennen der Haut am ganzen Körper oder an speziellen Stellen (Dermatome)? dann könnte es tatsächlich ein eingeklemmter Nerv sein.

Eine Frage: Bewegsts Du Dich genug?

Liebe Grüße, Mondvogel

(Ich habe nicht ALLES gelesen; nur hier!,denke ich mal....)
__________________
"There is a crack in everything. That's how the light comes in." Leonard Cohen (RIP)

Geändert von mondvogel (27.10.12 um 14:01 Uhr)

Ziehen in den Unterarmen, einschlafende Beine und mehr....

Malve ist offline
Moderatorin
Beiträge: 22.477
Seit: 26.04.04
Hallo Casadero,

die kenne ich.... und es hilft mir nicht
das weiß ich; es kommt mir darauf an, dass diejenigen Mitglieder, die Dir antworten möchten, in den angegebenen Threads vielleicht wichtige Hintergrundinformationen finden können.
Manchmal gibt es Fragestellungen, die in einem vorhergehenden Thread bereits angegangen worden sind.

Liebe Grüße,
Malve


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