Divertikulitis, wahrscheinlich Morbus Crohn

23.06.12 13:52 #1
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Divertikulitis, wahrscheinlich Morbus Crohn
Mimer
Themenstarter
Hallo bestnews,

herzlichen Dank für Deine umfangreiche Information. Über HIT werde ich mich noch ein wenig mehr kundig machen. Zusammenhänge tun sich auf.

Zu meinem Krankheitsbild bin ich noch auf folgende Bemerkungen gestoßen:
Welche Faktoren der Umwelt zur verbreiteten Entwicklung des Morbus Crohn in Gesellschaften mit hohem hygienischem Standard führen, ist unklar. Möglicherweise führt ein Befall mit bestimmten Parasiten – beispielsweise Würmern – zu einer spezifischen Modulation der Immunantwort, die verhindert, dass die Entzündungsreaktion chronisch wiederkehrt. Es existieren andere Hypothesen wie die Schädigung der Darmbarriere durch die zunehmende Exposition gegenüber Detergentien wie Seifen, Weichmachern oder Emulgatoren, die dazu beitragen könnten, die Barrierefunktion der Darmwand zu schädigen und so dem Eindringen von Bakterien der normalen Darmflora Vorschub zu leisten. Wahrscheinlich sekundär ist, dass die Darmflora bei Morbus-Crohn-Patienten verändert ist: Im Vergleich zu Gesunden findet man eine deutliche Reduktion der Anzahl verschiedener Bakterienspezies.

Das Risiko der Entwicklung eines Morbus Crohn ist bei Rauchern doppelt so hoch wie bei Nichtrauchern. Eine Beendigung des Rauchens wirkt sich in der Regel günstig auf den Krankheitsverlauf oder auf die Rezidivrate nach einer Operation aus.

Früher vermutete Zusammenhänge mit einer spezifischen Ernährung wie vermehrter Gebrauch von raffinierten Zuckersorten bei MC-Patienten werden heute als sekundär erachtet, da viele Morbus-Crohn-Patienten aufgrund der Entzündungen im Dünndarm eine generell verminderte Resorption und damit eine schlechtere Nahrungsverwertung aufweisen.

Es ist bekannt und dennoch in der gängigen Behandlungspraxis zumeist unterschätzt, dass emotionale Belastungen Veränderungen der Darmfunktionen und abdominelle Beschwerden wie Bauchschmerzen und Durchfälle auslösen oder verstärken können. Psychosozialer Stress kann in erheblichem Maße zur Symptomauslösung oder -verstärkung führen. Es wird angenommen, dass bei den chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen psychosozialer Stress auch zu einer Fehlregulation der Immunantwort und – bei entsprechender Veranlagung – zur Krankheitsaktivierung führt. Dieser Stress kann bei Morbus-Crohn-Patienten zum Auftreten erneuter Entzündungen führen. Für Morbus-Crohn-Patienten ist es daher sehr ratsam, sich offen mit den symptomauslösenden Stressfaktoren auseinanderzusetzen und dabei auch den Dialog mit Therapeuten und für die Thematik zugängliche Ärzte zu suchen.
Weichmacher und Stress als Auslöser, Rauchen als Beförderer. Nun gut, soviel dazu.

Herzlichst
Michel

Divertikulitis, wahrscheinlich Morbus Crohn
lisbe
Ich wäre hier ganz besonders vorsichtig (!):

Welche Faktoren der Umwelt zur verbreiteten Entwicklung des Morbus Crohn in Gesellschaften mit hohem hygienischem Standard führen, ist unklar. Möglicherweise führt ein Befall mit bestimmten Parasiten – beispielsweise Würmern – zu einer spezifischen Modulation der Immunantwort, die verhindert, dass die Entzündungsreaktion chronisch wiederkehrt.
Ich kenne nichts, was mehr dem Darm schadet als die guten alten Würmer. Es handelt sich in diesen Fällen nicht so um die Modulation, wie m.E. um eine Manipulation des Immunsystems. Jedoch wird in unseren, hygienischen Breitengraden gerade das Problem der Würmer völlig ausgeblendet obwohl wir sie meistens einfach auf dem Schoss sitzen haben. Wie sieht es bei Dir aus mit Haustieren? Dafür würde auch sprechen, dass die Herkunft der Divertikel nicht gänzlich geklärt ist. Die Ernährung scheint einer der Gründe, so dass die Umstellung nur richtig sein kann - damit bist Du bei vielen Beschwerden auf dem richtigen Weg.
Nach meiner Ansicht gehört zur Besserung Deines Problem ausserdem die Darmreinigung, sowie tägliche - zu Anfang sogar zwei - Einläufe pro Tag. Diese Ausstülpungen müssen unbedingt sauber werden, damit eine erneute Entzündung verhindert werden kann.

Grüße!

Divertikulitis, wahrscheinlich Morbus Crohn

bestnews ist offline
Beiträge: 5.702
Seit: 21.05.11
Hallo MIchel,
wenn Du länger Unverträglichkeiten hast, die nicht berücksichtigt werden ist auf jeden Fall die Hit nicht weit....

Du bist offenbar sehr aktiv, das ist super, weiterso und weiter suchen.
Manchmal dauert es Monate, Jahre ehe man im web entscheidend fündig wird, meine Erfahrung.

Weichmacher etc. halte ich auch für sehr problematisch.

Natürlich ist Stress ein Faktor, der ungünstig ist, aber ich halte den Stress eher für das kkeinere Übel in aller Regel.

Schau mal hier, ich habe Gluten und Morbus Chron eingegeben und fand schnell das:

Deutsche Morbus Crohn / Colitis ulcerosa Vereinigung e.V.: DCCV-Forum

Du wirst mit etwas Zeit viel mehr finden dazu.

Übrigens wenn Du eine Zöliakie hast, dauert es ca. 2 Jahre ehe sich der Darm unter glutenfrei wieder erholt hat!

Tschö und mach weiter so!

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tiga ist offline
Beiträge: 1.283
Seit: 16.03.10
Hallo lisbe,
ich würde all deine Aussagen unterstreichen, aber bei dieser hier:
Zitat von lisbe Beitrag anzeigen
sowie tägliche - zu Anfang sogar zwei - Einläufe pro Tag. Diese Ausstülpungen müssen unbedingt sauber werden, damit eine erneute Entzündung verhindert werden kann.
wäre ich seehr vorsichtig!
Die Schleimhaut bei Divertikeln kommt einem aufgeblasenen Luftballon gleich, um es mal zu versinnbildlichen, wobei recht unkalkulierbar ist, wie "aufgeblasen" oder "dünn" die Schleimhaut an den einzelnen Divertikeln ist.
Hier mittels einer Darmspülung zusätzlichen Druck auszuüben halte ich für riskant, zumal schon eine lebensgefährliche Ruptur stattgefunden hat.

Hier gibt es bestimmt schonendere Alternativen, um den Darm zu pflegen.

Lieben Gruß - tiga

Divertikulitis, wahrscheinlich Morbus Crohn
lisbe
Zum Teil gebe ich Dir recht, denn die meisten Einläufe mit 2l auch für mich etwas zu oversized scheinen und unnötig vielleicht das Gedärme weiten. Ich persönlich favorisiere die nach Max Gerson, also Kaffeeinläufe mit max 1l Inhalt. Kaffee-Einlauf hat zusätzlich den Nutzen, dass die Gallenwege geöffnet werden und die oben angesprochenen Toxine besser ausgespült werden können. Einläufe können die 'versteinerten' Reste an- bzw. auflösen. Vielleicht lohnt es sich tatsächlich bei einem Arzt oder HP, die z.B. Hydrokolontherapien anbieten, gezielt nachzufragen, denn Tigas Argument lässt sich auch nicht mal eben vom Tisch wischen.

Gruss!

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Freesie ist offline
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Stv. Leiterin Video
Beiträge: 1.224
Seit: 22.07.09
Hallo Michel,

Zitat von Mimer Beitrag anzeigen
Danke für den Tip mit Stevia, der leider etwas bitter schmeckt.
da geb ich dir absolut Recht, mir schmeckt das fertige Stevia auch nicht, es erinnert mich geschmacklich sogar an Süßstoff . Vielleicht hab ich aber auch nur das falsche erwischt, mittlerweile gibt es ja mehrere Anbieter von Stevia. Hier noch eine Seite mit Infos und auch Rezepten
Infoseite zu Stevia rebaudiana

Aus den Blättern der Steviapflanze lässt sich ein leckerer Tee zubereiten, wenn man viele Steviastängel zu Tee verkocht bekommt man einen extrem süßen Sud, der sich im Kühlschrank einige Wochen hält und mit dem sich dann vieles anderes (z.B. Tee) süßen lässt.

Vor 3 Jahren habe ich angefangen mir mein Stevia selbst zu ziehen. Ich kaufe mir im Frühjahr eine Steviapflanze und verwende diese den Sommer über frisch und trockne immer wieder welche als Vorrat für den Winter.

Bezüglich Gluten kann ich BestNews nur zustimmen. Auch wenn es mir darmtechnisch seit Jahren "supergut" geht, hatte ich doch immer noch Probleme mit zu viel Luft im Darm. Nachdem ich die Hinweise von BestNews bzgl. Gluten gelesen hatte, habe ich radikal auf jegliches Getreide verzichtet und verwende seit Monaten statt Brot nur noch Reiswaffeln mit dem Erfolg, dass die Blähungen verschwunden sind.

Diese Diät wirst du vermutlich auch schon kennen?
Die Spezielle Kohlenhydratdiät (SCD) - Ernährung bei Morbus Crohn, Colitis Ulcerosa, Zöliakie, Reizdarm, Divertikulitis, Pankreasfibrose, Schizophrenie, Autismus

Ansonsten könnte ich dir nur noch den Tipp geben dich in die Hände eines klassisch homöopathisch arbeitenden Arzt/Heilpraktiker zu begeben. Diese Behandlungsmethode hat bei mir sowas wie ein kleines Wunder bewirkt.

LG
Freesie
__________________
Wir haben die Erde nicht von unseren Eltern geerbt, sondern von unseren Kindern geliehen. (indianische Weisheit)

Geändert von Freesie (25.06.12 um 09:32 Uhr)

Divertikulitis, wahrscheinlich Morbus Crohn
Mimer
Themenstarter
Hallo Freesie,

vielen Dank für diesen tollen Ernährungslink. Ich hatte zwar schon von dem Zusammenhang zwischen Darm, Verdauung und Gehirnfunktion gehört, aber noch nicht von dieser speziellen Diät.

Insbesonder diese Aussage aus dem Buch von Elaine Gottschall Der Zusammenhang zwischen Darm und Gehirn, fand ich hochinteressant. Nicht nachtvollziehbar ist für mich, dass gerade dieser Part des Buches in der Übersetzung ins Deutsche weggelassen wurde.

Anstatt diese Erkrankungen als hoffnungslos zu erachten, ist es besser, die Vielzahl dieser Psychosen und Neurosen als Reaktionen auf biologische Faktoren zu betrachten, die häufig ihre Ursache in der Verdauung haben und in der Psychiatrie berücksichtigt werden müssen. Diese toxische Ursache wird viel zu häufig vernachlässigt.

Bereits 1923 benannte Baruk einen schädlichen Stamm von Darmbakterien (E.coli - ein normaler Bewohner des Darmtrakts), die ein Gift produzieren, welches sich auf das Nervensystem auswirkt. Baruk folgerte, dass diese Toxizität einen krankhaften Schlaf mit Deliriumszuständen hervorruft, welche eine Art psychische Geistesverwirrung oder Schizophrenie zur Folge hat.
Etwa zur selben Zeit berichteten die Ärzte Buscaino von der neurologischen Klinik der Universität in Neapel, dass die meisten Schizophrenen die ein oder andere Form von Darmerkrankungen aufwiesen, ausgenommen manisch depressive Patienten. Außerdem entdeckten sie, dass die Darmbakterienstämme von Schizophrenen abnormal waren.
Die Ärzte Buscaino folgerten daraus:

Wahre Schizophrenie (nicht nur einige schizophrene Syndrome) sind die Folge einer chronischen Vergiftung durch psychotoxische Faktoren, die im Darm produziert werden.
We weiß, wieviele Menschen mit psychiatrischen Syptomen herumlaufen, und diverse Psychopharmaka verabreicht bekommen, denen eine einfache, natürliche Diät helfen könnte. Nicht auszudenken, was die für Konsequenzen hätte.

Sie liest sich auf den ersten Blick etwas arbeitsintensiv an. Ich werde sie aber auf alle Fälle ausprobieren, eventuell etwas abgewandelt, da ich eine Getreidesorten offenbar inzwischen vertrage, wenn auch nicht im Übermaß. Wahrscheinlich muss man ausprobieren. Sehr bedauerlich, dass ich diese Information nicht früher hatte.

Der "Süßstoff", der dort empfohlen wird, reines Saccharin, ist mir noch etwas suspekt, da ich mich inzwischen über die Schädlichkeit von Süßstoff informierte. Werde weitersuchen, wie es sich damit verhält.

Herzlichst
Michel

Geändert von Mimer (25.06.12 um 21:01 Uhr)

Divertikulitis, wahrscheinlich Morbus Crohn
Mimer
Themenstarter
Zu Süßstoffen fand ich mehrere Links. Zu Saccharin nur wenig:
Saccharin

Saccharin ist chemisch gesehen ein Benzoesäuresulfimid und der älteste Süßstoff auf dem Markt. Als Lebensmittelzusatzstoff ist Saccharin mit der europäischen Zulassungsnummer E 954 zugelassen. Die tägliche Aufnahmemenge, die als unbedenklich gilt, beläuft sich auf 5 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht. Saccharin ist ungefähr 500-mal süßer als Haushaltszucker, kann aber in hohen Konzentrationen leicht bitter schmecken. Es wird heute hauptsächlich als Natrium-Saccharin eingesetzt, das immer noch 450–mal süßer als Zucker ist. Saccharin ist hitze– und gefrierbeständig und bewahrt auch in wässriger oder säurehaltiger Lösung seine Süße.
Aspartam | Sssstoff mit Nebenwirkungen

USA: Kokosnuss verboten!

Gift in Softgetränken

Ernhrung, Vegetarismus

Grün ist das neue Süß

Inzwischen ist mir beinahe jegliche "Süße" fast vergällt.

Herzlichst
Michel

Divertikulitis, wahrscheinlich Morbus Crohn
lisbe
Hier 'neues' zu Aspartam:

In der Europäischen Union wurde Neotam am 12.01.2010 als Süßstoff und Geschmacksverstärker, mit der E-Nummer E961, in Nahrungsmitteln zugelassen. Neotam kann und soll andere Süßstoffe wie z.B. Aspartam ersetzen, da es für die Industrie noch preiswerter als Aspartam ist. Wie es auf die Gesundheit wirkt, war noch nie relevant.

Neotam (E961) wird aus Aspartam und 3,3-Dimethylbutyraldehyd synthetisiert und ist quasi der Nachfolger von Aspartam. Es ist 7.000 – 13.000 mal süßer als Zucker und 30 – 60 mal süßer als Aspartam (E951).

Farm-Wars, Übersetzung von John Schacher:

Neotam hat ähnliche Struktur wie Aspartam und scheint ausserdem noch toxischer zu sein als Aspartam. Diese potenzielle Zunahme in der Giftigkeit will offenbar die Tatsache wettmachen, dass weniger in Diät-Getränken konsumiert wird. Wie im Fall Aspartam ergeben sich dadurch große Sorgen bezüglich der allmählichen neurotoxologischen und immunotoxlogischen Schäden aus der Kombination der Formaldehyd-Metaboliten (in äußerst niedrigen Dosen toxisch) sowie der excitotoxischen Aminosäure. (Holisticmed.com)
Neues aus Monsantos Giftküche: Neotam, das verbesserte Aspartam | Gesundheitliche Aufklärung

Zu dem obigen:
Bereits 1923 benannte Baruk einen schädlichen Stamm von Darmbakterien (E.coli - ein normaler Bewohner des Darmtrakts), die ein Gift produzieren, welches sich auf das Nervensystem auswirkt.
Und ähnlich verhält es sich z.B. mit Darmparasiten. Ferdinand Flury beschrieb die Toxizität am Beispiel der Spulwürmer bereits 1912. Ferner beschrieb er in seiner Arbeit die Tatsache, dass Darmparasiten Unmengen an Bakterien und Viren in den menschlichen Körper transportieren. Nicht nur die Ausscheidungen selbst sind für uns toxisch, auch sie selbst.

Grüße!

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Mimer
Themenstarter
Zitat von Freesie Beitrag anzeigen
Ansonsten könnte ich dir nur noch den Tipp geben dich in die Hände eines klassisch homöopathisch arbeitenden Arzt/Heilpraktiker zu begeben. Diese Behandlungsmethode hat bei mir sowas wie ein kleines Wunder bewirkt.
Hallo Freesie,

ich habe in Deinem Profil gelesen, dass Du mit Hompohathie deutlich bessere Heilungserfolge erlebst, als mit klassischem Cortison. Magst Du mir sagen, welche Kügelchen Du da erhältst?

Herzlichst
Michel


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