Armjucken - erhöhte Leberwerte

29.08.07 19:14 #1
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Gertraud ist offline
Beiträge: 8
Seit: 28.08.07
Vor 4 Jahren hat mein rechter Unterarm zu jucken begonnen, was regelrechte Kratzorgien auslöste. Der Juckreiz hat sich in einigen Wochen auch in den rechten Oberarm und auf den linken Oberarm gelegt. Nach Besuch eines Internisten wurde ein GGT von 221 festgestellt. Eine angeratene Leber-punktierung wurde nicht zugelassen. Nach einer Bioresonanzbehandlung ist eine Besserung eingetreten, die aber nur 1/2 bis 3/4 Jahr andauerte. Gleichzeitig wurde auch eine Weizenallergie festgestellt. Bei konstanter Diät und Einnahme von Dinkelbackwaren, natürlich kein Alkohol, treten die wenigsten Beschwerden auf. Bei Aufregungen oder Streß beginnt sofort der Juckreiz. Drruck am Unterbauch (Leber) ist manchmal vorhanden. Appetit ist immer vorhanden. Bei 2-3 maliger Weizennahrung sofort Juckreiz. Es wurde bisher lediglich Kreon bzw. Legalon eingenommen. Die GGT Wert liegen immer zwischen 250 - 290. Von der Ärzteschaft konnte bisher kein Hilfe gefunden werden. Was tun?
Gertraud

Armjucken-Leberwerte

Oregano ist offline
Beiträge: 61.734
Seit: 10.01.04
Hallo Gertraud,
willkommen im Forum !

Wenn die GGT erhöht ist, deutet das meistens auf eine Erkrankung der Leber bzw. Galle hin:

ERHÖHUNG:
1. Erkrankungen der Leber und der Gallenwege
Galle-Stauung (siehe auch weiter oben)
Mechanische Verlegung der größeren Gallengänge außerhalb der Leber (Gallenstein, Tumor, Verengungen anderer Ursache).
GGT oft höher als 10-fache obere Referenzbereichsgrenze. GGT meist weitaus stärker erhöht als AST (GOT). GGT/AST-Quotient fast immer über 3.
In der Leber verursachter Galle-Rückstau (Leberentzündung, Medikamente, Schwangerschaft u.a.).
Anstiege nicht so hoch wie im vorigen Punkt.

Leberentzündung (Hepatitis)
Durch Viren verursachte Hepatitis (z.B. Hepatitis A, B, C)
Bei akuter (=schnell verlaufender) Hepatitis Anstieg bis etwa 5-fach möglich, aber normalerweise immer niedriger als Anstieg der AST (GOT) und ALT (GPT). Nur wenn eine Galle-Stauung zur Hepatitis dazukommt (=cholestatische Verlaufsform), dann ist die GGT etwa gleich hoch werden wie AST und ALT.
Bei chronischer (lang andauernder) Hepatitis kann die GGT ebenfalls gleich hoch oder höher als AST und ALT sein.
Alkoholische Hepatitis
GGT meist viel höher als AST oder ALT. Kann durch Alkoholexzess ausgelöst werden.

Leberzirrhose
Die alkoholbedingte Leberzirrhose zeigt im Durchschnitt höhere Werte (bis 10-fache Erhöhung) als die durch eine Virus-Hepatitis verursachte Zirrhose.

Fettleber
Verfettung der Leber entsteht bei allgemeiner Fettsucht, Zuckerkrankheit, Alkoholismus oder durch Medikamente. Manchmal auch ohne erkennbare Ursache. GGT erhöht, AST und ALT normal oder leicht erhöht.

Krebs in der Leber
Leberkrebs und Absiedelungen von anderen Tumoren (Metastasen) erhöhen die GGT. Hohe Anstiege sind möglich. Eine normale GGT schließt Tumorabsiedelungen in der Leber praktisch aus.

Alkohol (Näheres siehe weiter oben) und Medikamente
Alkohol und sehr viele Medikamente können die GGT erhöhen. Das kann grundsätzlich 2 völlig verschiedene Ursachen haben:
Alkohol und Medikamente können die Bildung der GGT in die Höhe treiben (GGT Erhöhung aber kein Leberschaden). GGT meist bis weniger als auf das 3-fache der oberen Referenzbereichsgrenze erhöht. AST, ALT meist nicht erhöht.
Alkohol und Medikamente können die Leber schädigen. GGT kann stärker ansteigen, AST und ALT meist ebenfalls erhöht.

Gifte


2. Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse
Aus verschiedenen Gründen kann bei Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse auch die GGT erhöht sein.
Verlegung des Galle-Abflusses bei Tumoren der Bauchspeicheldrüse, Schädigung der Bauchspeicheldrüse und Leber bei Alkoholismus. Wie weit GGT aus der Bauchspeicheldrüse selbst eine Rolle spielen kann, ist noch nicht endgültig geklärt.

3. Andere Erkrankungen
Meist leichte Erhöhungen. Die Ursache ist bei manchen Erkrankungen noch nicht eindeutig geklärt.

Herzinfarkt
Nierenerkrankungen
Zuckerkrankheit
Erkrankungen des Gehirns (Tumor, Blutungen)
Verbrennungen (Höhepunkt nach ca. 10 Tagen)
Schilddrüsenüberfunktion oder Einnahme von Schilddrüsenhormonen

gamma-GT (gamma-Glutamyl-Transferase) - Übersicht

Wenn Du weißt, daß Du Weizen nicht verträgst, könnte es evtl. sein, daß Du teilweise oder ganz Dinkel auch nicht sonderlich gut verträgst. Dinkel ist die Urform des Weizens und enthielt einstens wenig Gluten (Klebereiweiß in Getreiden). Heute wird der Dinkel glutenreich gezüchtet, so daß er teilweise genauso schlecht vertragen wird wie Weizen. - Ich spreche jetzt von der Guten-Intoleranz, nicht von einer Weizenallergie. Das sind zwei verschiedene Begriffe (s. Forums-Wiki).
Viele Menschen meinen, dass die Bezeichnungen „Lebensmittelallergie“ und „Lebensmittel –Intoleranz“ den gleichen Sachverhalt bezeichnen. Das trifft jedoch nicht zu: Man darf Weizenallergie und Gluten-Intoleranz nicht verwechseln! Das erste ist eine Nahrungsmittel-Allergie auf modernen Weizen, das zweite eine Intoleranz gegenüber Gluten, das u.a. vorkommt in Weizen, Roggen, Gerste, Dinkel und ebenso in Kamut Getreide
allergy
Wie ist denn die Weizen-Allergie festgestellt worden? Und sind andere Nahrungsmittel auch ausgetestet worden?

Kannst Du Dich an ein Ereignis vor ca. 4 Jahren erinnern, eben, bevor das Jucken anfing, z.B. eine Zahnbehandlung, einen Umzug, neue Möbel, neue Arbeitsstelle ....?

Was hast Du in den Zähnen drin? Seit wann?

Grüsse,
Uta

Armjucken-Leberwerte

Gertraud ist offline
Themenstarter Beiträge: 8
Seit: 28.08.07
Hallo Uta!
Danke für die prompte Antwort. Deine Stellungnahme hat bereits beim Lesen wieder verstärkt den Juckreiz ausgelöst. Im Wesentlichen ist mir das bekannt, aber jeder Spezialist möchte nur aufschneiden.
Auf Deine Frage fällt mir ein, daß ich vor ca. 18-20 Jahren bei einer Feier ein eiskaltes Bier trank, daß in der Folge Kolliken auslöste und sich erst nach ca. 1 1/2 Jahren wieder besserte. Das ganze Leiden ist stark mit meiner Psyche verknüpft und vertrage keine Aufregung. Allerdings ist mein Gebiss voll von diesen Amalgan-Blomben was ich nun schnellstens ändern will. Weiters wurde beim Theaterspiel, was jetzt seit 3 Jahren nicht mehr der Fall ist, vor jedem Auftritt, als Lampenfieberunterdrücker ein Schnaps mit den allen Darstellern getrunken. Dieser Unfug wurde bereits auch schon in Betracht gezogen.

Liebe Grüße

Gertraud

Armjucken-Leberwerte

Oregano ist offline
Beiträge: 61.734
Seit: 10.01.04
Hallo Gertraud,
wenn Du den Mund voller Amalgam hast, könnte das schon die Ursache für die Juckerei sein. Denn das Quecksilber im Amalgam tut der Leber und den Nieren gar nicht gut und sammelt sich ja im Körper an.

Wenn übrigens ein Bier evtl. auch Auslöser für die Juckerei ist, ebenso wie ein Schnaps, könntest Du auch eine Histaminintoleranz (HIT) haben. Dazu gibt es auch ein Forums-Wiki.

Bevor Du nun aber voller Schwung an die Entfernung der Amalgamplomben gehst, ist es wichtig, daß Du Dich erst einmal sehr genau mit dieser ganzen Problematik beschäftigst.
Am besten kaufst Du Dir erst das Buch hier:
Bücher von Amazon
ISBN: 3898815226

und schaust Dich hier im Forums-Wiki um. Die genannten Schutzmaßnahmen sind sehr wichtig, sonst kommst Du vom Regen in die Traufe!

Grüsse,
Uta

Armjucken-Leberwerte

margie ist offline
Beiträge: 4.488
Seit: 02.01.05
Hallo Gertraud,

wer hat die Leberpunktion nicht zugelassen?
Bei so hohen Werten rate ich, selbst leberkrank und allergiegeplagt, dringend zu einer Punktion. Ich würde die Punktion an einer Uniklinik machen lassen (Leberambulanz). Es gibt dort auch erfahrene Ärzte, die so etwas machen, falls Du Angst vor der Punktion hast. Man muss nur vorher fragen.

Das Jucken kommt von der kranken Leber, sonst von nichts. Allergien hat man bei einer kranken Leber natürlich auch, denn wenn die Leber krank ist, ist das Immunsystem geschwächt und Allergien entstehen bei einem geschwächten Immunsystem. Und natürlich können Allergien auch mal Juckreiz verursachen. Aber als ich die heftigsten Kratzattacken hatte, da hatte ich gleichzeitig auch die höchsten Leberwerte.
Wenn man nicht aufklärt, welche Leberkrankheit es ist, kann man keine Therapie bekommen, denn erst muss man wissen, was die Ursache ist und dies kann man oft nur durch eine Punktion klären.

Wurde denn mal an Speicherkrankheiten gedacht? Ich meine Eisenspeicher- und Kupferspeicherkrankheit? Diese Krankheiten werden von vielen Ärzten gern übersehen. Bei diesen Krankheiten kann die Leber Eisen bzw. Kupfer nicht ausscheiden und dies führt zu einer starken Leberschädigung.
An Unikliniken gibt es hierfür oft Spezialambulanzen.
Die Eisenspeicherkrankheit (Hämochromatose) ist leichter festzustellen, evtl. kann ein Hinweis das Ferritin im Blut sein und man kann dann einen Gentest machen.

Schwerer hingegen ist die Diagnostik bei der Kupferspeicherkrankheit (M. Wilson), die ich habe. Doch gerade bei dieser Krankheit wäre eine Leberpunktion wichtig, denn man kann das Kupfer im Lebergewebe messen und dann weiß man meist, ob man die Krankheit hat.
Allerdings sollte man für die Diagnostik an eine Wilson-Ambulanz gehen, denn die meisten Ärzte kennen die Krankheit nicht. Auch Hepatologen haben mich schon abgewiesen mit dem Hinweis, sie kennen sich damit nicht aus.
Evtl. würde bei der Kupferspeicherkrankheit schon ein 24 Stundensammelurin mit einer Kupferbestimmung einen ersten Hinweis geben. Doch um dieses Ergebnis zu bewerten, wäre es auch wichtig, dass man in eine Wilson-Ambulanz geht.
In Deutschland findet man hier Adressen:
www.morbus-wilson.de/klinik.html
Übrigens für weitere Informationen gibt es hier im Forum je eine Rubrik für diese beiden Krankheiten.

Sollten diese Krankheiten noch nicht von Fachärzten (s.o.) ausgeschlossen worden sein, so würde ich vor einer Leberpunktion noch entsprechende Fachambulanzen aufsuchen, denn man sollte eine Leberprobe ggf. auch auf den Eisen- und/oder Kupfergehalt untersuchen und dies wiederum sollten Ärzte tun, die damit Erfahrung haben. Zuvor würden dann noch einige Blut- und Urinuntersuchungen erfolgen, die den Verdacht evtl. bekräftigen oder auch nicht.
Bei der Kupferspeicherkrankheit kann man auch Probleme mit den Nerven haben, sowohl neurologische als auch psychiatrische. Wenn man solche Probleme hat, würde evtl. auch im Auge der sog. Kayser-Fleischer-Ring sich bilden, den man beim Augenarzt ausschließen lassen sollte. Ist er vorhanden, so ist dies fast schon die Diagnose für die Kupferspeicherkrankheit. Doch viele Patienten haben den Ring nicht und haben die Krankheit dennoch.

Evtl. kann man auch mit einer "Mini-Bauchspiegelung" die Leber ansehen. Das soll auch relativ harmlos sein, man kann sich dabei auch nur örtlich betäuben lassen und kann sich die Narkose dadurch ersparen (was für die Leber sicher ganz gut ist).

Eine Untersuchung, die die gesetzlichen Kassen noch nicht bezahlen, die aber viel aussagt, ist, das "Fibroscan". Es ist ähnlich wie eine Ultraschalluntersuchung nur dass mit Stosswellen gemessen werden kann, ob die Leber eine Zirrhose hat. Man kann aber da auch nicht feststellen, woher die Zirrhose kommt, dazu braucht man Gewebeentnahmen.

Also ich würde immer zu einer Leberpunktion oder einer Bauchspiegelung mit Probeentnahme raten bei hohen Leberwerten. Alles andere ist "Rätselraten", das man evtl. mit dem vorzeitigen Tod bezahlt, denn eine kranke Leber kann nun mal auch zum Leberversagen, zu einer Hämolyse etc. führen.
Amalgam mag zwar nicht gesund sein, doch Leberwerte in dieser Höhe bekommt man davon nicht. Ich selbst war vor ca. 11 Jahren auch mal der Meinung, das Amalgam könnte meine gesundheitlichen Probleme verursacht haben, nur wußte ich damals noch nichts über meine wirkliche Krankheit. Amalgam kann vielleicht bei einer kranken Leber noch zu zusätzlichen Störungen führen, weil für die Leber dann jedes Gift zuviel ist, aber die Leber wird nicht so krank durch Amalgam. Es wären dann ca. 75 % der Bevölkerung wohl leberkrank, wenn Amalgam so etwas verursacht.

Gruß
margie
__________________
“Das Fleisch, das wir essen, ist ein 2-5 Tage alter Leichnam.” - Volker E. Pilgrim, Schriftsteller

Armjucken-Leberwerte

margie ist offline
Beiträge: 4.488
Seit: 02.01.05
Hallo Gertraud,

was mir noch einfiel:
Wurde denn eine Rechtsherzschwäche mal ausgeschlossen? Denn diese kann z. B. zu einer Leberzirrhose führen, was sich auch durch hohe GGT-Werte äußern kann.
Man kann dies durch einen Ultraschall des Herzens wohl feststellen, evlt. sogar auch beim Ultraschall der Leber.

Und wenn nur die GGT erhöht ist, würde ich auch prüfen, ob dies nicht durch Medikamente mitverursacht wird. Dass es nur durch Medikamente kommt, glaube ich nicht, denn eine gesunde Leber verträgt auch so einiges an Medikamenten. Ich kenne Menschen, die nehmen starke Medikamente ein und ihr GGT-Wert ist einstellig!

Gruß
Margit
__________________
“Das Fleisch, das wir essen, ist ein 2-5 Tage alter Leichnam.” - Volker E. Pilgrim, Schriftsteller

Armjucken-Leberwerte

Oregano ist offline
Beiträge: 61.734
Seit: 10.01.04
Was ich gerade denke: solange Amalgamfüllungen immer wieder Quecksilber abgeben, ist die Leber sowieso belastet. Insofern reicht dann eine zusätzliche Belastung und die Leberwerte steigen endgültig an.

Gruss,
Uta


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