Mein Eisenstoffwechsel - kann mir jemand bei der Interpretation helfen?

08.12.09 19:43 #1
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Mein Eisenstoffwechsel - kann mir jemand bei der Interpretation helfen?

pita ist offline
Beiträge: 2.883
Seit: 08.04.07
Hallo Kate

Bei meiner Schwester wurde im Sommer 2006 Hereditäre Hämochromatose mit einem Ferritin von >300 ng/ml festgestellt und mit Aderlässen behandelt.
Der Hepatologe empfahl, dass Verwandte 1. Grades Transferrinsättigung, Ferritin und Leberwerte kontrollieren lassen.

Diesbezüglich war nur die Transferrinsättigung auffällig. Meine drei Werte stammen von Juli 06, August 07 und Juni 09.
Ich lasse sie also nur in grösseren Abständen kontrollieren und weiss, dass ich nach der Menopause etwas vermehrt ein Auge drauf haben muss.

Im Herbst 06 wurde ein kleiner Aderlass von ca. 200ml durchgeführt, seither nicht mehr. Für mich selbst bedeutet das also eher das Wissen um eine genetische Disposition, als dass ich unter einer Krankheit mit entsprechenden Symptomen leiden würde.

Im Herbst 02 (und auch schon früher) waren Hämoglobin und Hämatokrit erhöht. Dem wurde aber nicht näher nachgegangen.

Reduziert könnte man sagen, ich habe eine Veranlagung zu "dickem Blut".
Dies werde ich in Zukunft mit Aderlässen nach Hildegard in Schach halten .

Liebe Grüsse
pita

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Kate ist offline
Themenstarter Moderatorin
Beiträge: 10.141
Seit: 16.11.04
Danke, Pita - interessant

Es scheint also öfter mal solche unklaren Situationen zu geben, wo man "ein Auge drauf haben muss" Ein erhöhtes Hämatokrit oder Hämoglobin hatte ich noch nie - eher im Gegenteil. Insofern werde ich auf diese Sache wohl nur ganz ab und an mal ein Auge werfen. Gibt ja noch genug anderes.

Liebe Grüße
Kate

P.S. Noch eine neugierige Frage: Werden die Aderlässe (nach Hildegard) von der Kasse bezahlt bei der entsprechenden Indikation?
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Meine Aussagen basieren auf eigenen Erfahrungen/Recherchen und stellen keinen medizinischen Rat dar.

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pita ist offline
Beiträge: 2.883
Seit: 08.04.07
Genau Kate, dieses Thema kannst du wohl wirklich in den Hintergrund verschieben .

Bei uns in der Schweiz werden schulmedizinische Aderlässe über die Grundversicherung der Krankenkasse, alternativmedizinische Aderlässe über die entsprechende Zusatzversicherung (sofern diese Therapiemethode bei ihr anerkannt ist) abgerechnet, wenn der/die TherapeutIn eine entsprechende Anerkennung hat. Alles ein bisschen kompliziert - wie könnte es auch anders sein .

Liebe Grüsse
pita

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Spooky ist offline
Beiträge: 2.108
Seit: 13.12.06
Normale Aderlässe zahlt die Kasse. Ich bekomme sie mittlerweile nur noch alle 6-9 mOnate.

Gruß
Spooky

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knutpeter ist offline
Beiträge: 1.646
Seit: 18.07.09
Hallo Kate,

Du schreibst:

Evtl. Gelenkschmerzen an verschiedenen Gelenken, insbesondere Grund-und Mittelgelenke des Zeige-und Mittelfingers, bei Belastung zunehmend
dann deutet das doch auf entzündliche Vorgänge in Deinem Körper. Dann ist Ferritin als akut Phasen Protein sicher erhöht? Ohne CRP keine Ferritinaussage.

Im übrigen ist Ferritin, wie schon geschrieben, neben Harnsäure ein wichtiges körpereigenes Antioxidans, daher sind auch höhere Werte zu akzeptieren.

Ich denke Dein Hb/Hk könnte doch auch etwas höher liegen. Warum soll sich Dein Herz schwerer tun als nötig?

vG Peter

Geändert von knutpeter (12.12.09 um 16:56 Uhr)

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Kate ist offline
Themenstarter Moderatorin
Beiträge: 10.141
Seit: 16.11.04
Hallo zusammen,

sorry, hatte hier länger nicht reingeschaut, weil ich es für abgehakt hielt.

Danke für Eure Antworten Es gibt also einen "normalen"/schulmedizinischen und einen alternativmedizinischen (Hildegardschen?) Aderlass. Interessant Merke ich mir, falls es mal relevant werden sollte.

Zitat von knutpeter
Evtl. Gelenkschmerzen an verschiedenen Gelenken, insbesondere Grund-und Mittelgelenke des Zeige-und Mittelfingers, bei Belastung zunehmend
dann deutet das doch auf entzündliche Vorgänge in Deinem Körper.
Diese Schmerzen sowie meine Muskelschmerzen sind so gut wie weg seit ich Vitamin D substituiere. Ein kürzlicher Labortest bescheinigte mir einen nicht unerheblichen Mangel an 25-OH-Vitamin D. Dieser kann diese Symptome auch verursacht haben. Zudem waren es wechselnde Gelenkschmerzen, plötzlich da, plötzlich wieder weg. Nur die Finger taten mir in letzter Zeit konstant weh, das ist aber weg.

Dann ist Ferritin als akut Phasen Protein sicher erhöht?
Nein, siehe Eingangsbeitrag.

Ohne CRP keine Ferritinaussage.
Das Ziel der Untersuchung war die Kontrolle des Eisenstoffwechsels, speziell Ausschluss Hämochromatose. Die wichtigsten Werte dazu sind soweit ich weiß Eisen, Ferritin, Transferrin (und daraus berechnet die Transferrinsättigung). Mein Arzt hat noch ein großes Blutbild draufgelegt, mehr aber nicht. Ich hoffe doch, dass das so aussagekräftig ist, die Betroffenen hier haben es mir im Grunde ja auch bestätigt. Die beiden im Eingangsbeitrag verlinkten Tabellen enthalten auch kein CrP. Es war übrigens bisher bei mir immer normal.

Ich denke Dein Hb/Hk könnte doch auch etwas höher liegen.
Für eine Frau im menstruierenden Alter ist der HB nicht schlecht, im übrigen schwankt der offensichtlich und lag auch schonmal bei 13,5. Auch der HK schwankt und lag auch schon höher. Grundsätzlich habe ich auch mal gehört, dass höhere Werte da garnicht so vorteilhaft sind (?)

Warum soll sich Dein Herz schwerer tun als nötig?
Wie meinst Du das? Und was sollte ich tun, um ihn höher zu kriegen? Eiseneinahme kommt bei den Werten nicht infrage. Was noch da sein könnte, ist - je nach derzeitiger (vermutlich leider großer) Höhe des nitrosativen Stresses - ein funktioneller B12-Mangel. Dies hat ja auch einen Einfluss auf die Blutbildung.

Gruß
Kate
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Geändert von Kate (25.12.09 um 12:50 Uhr) Grund: Zwischenspeicher wegen Rechnerabstürzen

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knutpeter ist offline
Beiträge: 1.646
Seit: 18.07.09
Hallo Kate,

alles Gute für das neue Jahr.

Zu Deinem Beitrag, ich verstehe nicht wie Du bei diesen Eisenwerten auf den Verdacht einer Hämochromatose kommst? Dazu müßte Dein Eisenspiegel schon vielmehr erhöht sein. Ferritin ist in Protein gebundenes Eisen [Speichereisen] dieser Wert ist zu niedrig und sollte über 100 ng/ml liegen. Transferrin ist der Eisentransporter zu den Rezeptoren, er ist ua. bei Entzündungen erniedrigt. Daher meine Ausage über CRP, Dein Ferritin von 56 könnte dabei schon erhöht sein und nicht dem wirklichen Wert entsprechen. Die zur Zeit, nach meiner Meinung besten Arbeiten, über den Eisenhaushalt sind von G. Weiss. www.antibiotikamonitor.at/05_6/05_6_04.htm

vG Peter

Geändert von knutpeter (07.01.10 um 18:50 Uhr)

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margie ist offline
Beiträge: 4.553
Seit: 02.01.05
Hallo,

Ferritin ist in Protein gebundenes Eisen [Speichereisen] dieser Wert ist zu niedrig und sollte über 100 ng/ml liegen
Das sehen Experten für Hämochromatose aber nicht so:
Ferritin, das höher als 50 ist, belastet die Leber. Ein Mensch sollte nach deren Auffassung ein Ferritin von ca. 50 haben, das reiche vollkommen aus.

Der Wert von 56 von Kate ist also ganz gut, wenn er nicht im Rahmen einer Entzündung oder eines Infektes (das könnte man an dem dann oft erhöhten CRP erkennen) falsch hoch sein sollte. D. h. ohne Entzündung/Infekt ist der Wert von 56 o.k.

Ich wurde im Rahmen der Familienuntersuchung auf Hämochromatose untersucht, nachdem bei meinem Bruder eine solche festgestellt worden war. In diesem Zusammenhang führte ich einige Gespräche mit den Ärzten der nächsten Uniklinik, die in Bezug auf Hämochromatose in Deutschland einen guten Namen haben.

Gruß
margie
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“Das Fleisch, das wir essen, ist ein 2-5 Tage alter Leichnam.” - Volker E. Pilgrim, Schriftsteller

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knutpeter ist offline
Beiträge: 1.646
Seit: 18.07.09
Hallo Margie,
ich sehe das so, unter HH steigt das Eisen im Körper von Normal 4-5g auf über 50 g, Nach Absättigung des Ferritins (wann?) wird zelltoxisches Eisen in Leber, Milz und Gewebe deponiert. Zu den Werten siehe Pschyrembel CD-Ausgabe 261:

Hämochromatose
Diagnostik
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Parameter normal Hämochromatose

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Serum

Eisen (μg/dl) 60 – 180 180 – 300

Transferrinsättigung (%) 20 – 50 55 – 100

Ferritin (μg/dl)

Männer 20 – 200 300 – 3000

Frauen 15 – 150 250 – 3000

Lebergewebe

Eisenkonzentration[1] 300 – 1500 3000 – 30 000

Eisenindex[2] <1 ,1 >1 ,9

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vG Peter

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andrea182 ist offline
Beiträge: 24
Seit: 03.06.08
Hallo an alle,
verstehe das alles noch nicht so genau mit Euren Bezeichnungen. Bin gerade dabei mich schlau zu machen. Ich hatte mir auch so meine Gedanken über meine Eisenwerte gemacht. Bei mir steht im Laborbericht den Sollwert von
37 - 145 ug/dl Ist 205 ug/dl
Meine Leberwerte sind gerade noch im Sollbereich.
Sollte ich da schon was unternehmen?
Oder brauch ich da noch weitere Untersuchungen.
Wer kann mir da helfen?
Würde mich auf eine Antwort sehr freuen.
LG Andrea


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