Aderlass Erlebnisse (nichts für Ängstliche)

23.10.08 14:30 #1
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sonnemond ist offline
Beiträge: 74
Seit: 02.04.07
Hallo

auf Wunsch hier ein paar Erlebnisse zum Thema "Aderlass" währen meiner Australienreise.

Ich hatte kurz bevor wir nach Australien gingen um einmal um den Kontinent zu schaukeln meine Diagnose bekommen. Es wurde mir geraten sofort mit den Aderlässen zu beginnen, auch in Australien.

Ich dachte mir : kein Problem, gehe einfach in den grösseren Städten zu einem Arzt und der erledigt das ohne Diskussion.
Leider stellte sich dann heraus das Ärzte in Australien kein Blut abnhemen dürfen was über die "normale" Menge für ein Laboruntersuch hinaus geht.
Es wurde mir dann geraten es in einem Spital zu versuchen. Leider wurde mir dort gesagt dass ohne Überweisung eines Arztes nichts möglich sei

Ich hatte aus der Schweiz ein Schreiben in englischer Sprache bei mir das bestätigte das ich an Hämochromatose leide und Aderlässe brauche. Die Australische bürokratie wollte aber ohne Gentest eines ihrer Labore keine Aderlässe machen. Ein Arzt im Spital sagte dann, ich solle doch zum Red Cross ( Rotes Kreuz ) gehen und mich als Blutspender melden .... ohne dort natürlich etwas von meiner Krankheit zu erwähnen, so würde ich zu meinem Aderlass kommen. HALLO ? dies tat ich natürlich nicht.

Als ich dann in der Pampas war versuchte ich es in einem kleinen Buschkrankenhaus ( ein 4 Mann / Frau Betrieb ). Die waren superfreundlich und wollten mir helfen, leider besassen sie aber keine so dicken Kanülen und ich musste ca. 1,5 Stunden an einer dünnen Nadel hängen um die 0.5 Liter Blut abzulassen.

Diese ganze Geschichte wiederholte sich im selben Ausmass noch ca. 10 mal während meiner Reise, es wurde schon fast zum "running gag" das ich sagte : komm heute versuchen wir wieder irgend jemandem mein Blut anzudrehen

Es ist schon etwas fragwürdig dass niemand in der Lage war trotz meines eindeutigen Befundes die Aderlässe durchzuführen. Der Hammer war aber, dass ich von den Spitälern die nicht helfen konnten eine Rechnung in die Schweiz bekommen hatte , von denjenigen die freundlicherweise halfen jedoch nicht.


Also, überlegt es Euch gut bevor ihr während der Aderlasstherapie auf Reisen geht


Gruss Dani

p.s. die hygienischen umstände in den Buschkrankenhäusern habe ich mal diskret beiseite gelassen
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"look at the sun and you wont see the shadows"

Aderlass Erlebnisse ( nichts für ängstliche ) :)

pita ist offline
Beiträge: 2.886
Seit: 08.04.07
Hallo Dani

Danke für deinen Reisebericht der etwas besonderen Art .

Zitat von sonnemond Beitrag anzeigen
Ein Arzt im Spital sagte dann, ich solle doch zum Red Cross ( Rotes Kreuz ) gehen und mich als Blutspender melden .... ohne dort natürlich etwas von meiner Krankheit zu erwähnen, so würde ich zu meinem Aderlass kommen. HALLO ? dies tat ich natürlich nicht.
Hast du noch andere Diagnosen zu bieten, bei denen man nicht zur Blutspende zugelassen wird?

Wenn nein, wäre das eine absolut gute Möglichkeit gewesen!
Immer wieder gibt es Aufrufe zur Blutspende, wegen akutem Mangel an Blut.
Dein Blut hat "nur ein bisschen mehr Eisen" zu bieten. Das ist nicht "ansteckend" - sondern unter Umständen wäre das ein grosser Vorteil. Einem Patienten, der bei einer Operation einen grösseren Blutverlust hatte, wäre die Extra-Portion Eisen wohl höchst willkommen.

In der Schweiz kenne ich bisher eine Patientin, die in Basel offiziell zur Blutspende zugelassen ist.

In Deutschland gibt es Menschen, die dafür kämpfen, dass dies möglich wird.

Zitat von sonnemond Beitrag anzeigen
Diese ganze Geschichte wiederholte sich im selben Ausmass noch ca. 10 mal während meiner Reise, es wurde schon fast zum "running gag" das ich sagte : komm heute versuchen wir wieder irgend jemandem mein Blut anzudrehen

Also, überlegt es Euch gut bevor ihr während der Aderlasstherapie auf Reisen geht

p.s. die hygienischen umstände in den Buschkrankenhäusern habe ich mal diskret beiseite gelassen
Tsts - jetzt, wo's so richtig spannend wird, brichst du den Bericht ab .
Auf jeden Fall scheint die Diagnose kurz vor der Abreise, deine Australien-Reise um ein paar Erlebnisse bereichert zu haben .

Liebe Grüsse
pita

Aderlass Erlebnisse ( nichts für ängstliche ) :)

sonnemond ist offline
Themenstarter Beiträge: 74
Seit: 02.04.07
Zitat von pita Beitrag anzeigen

Hast du noch andere Diagnosen zu bieten, bei denen man nicht zur Blutspende zugelassen wird?

Liebe Grüsse
pita
Hallo Pita

nein, nichts anderes. Aber mir wurde immer wieder gesagt das sie das Blut von Hämochromatose Patienten nicht verwenden dürfen / wollen.
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Aderlass Erlebnisse (nichts für Ängstliche ) :)

Sine ist offline
Beiträge: 3.368
Seit: 15.10.06
Hallo Sonnemond.

Zum Thema Blutspende: Es gibt medizinisch gesehen keinen Grund der dagegen spricht, das Blut von Hämochromatosebetroffenen zur Blutspende zuzulassen.
Was dagegen spricht, ist der Grundsatz der Freiwilligkeit und Uneigennützigkeit, der beim Blutspenden scheinbar im Vordergrund steht.
Wir handeln demzufolge zu eigenem Nutzen und das macht unser Blut nicht akzeptabel...
Dass Mangel an Blutkonserven herrscht, ist scheinbar weniger stark zu gewichten
Es gab schon eine Petition zum Thema, scheinbar nicht erfolgreich.

Aber hier geht es ja um Aderlasserlebnisse!
Vielen Dank für deine Erzählung, gerne würde ich mehr drüber lesen.
Erfahrungen im Buschkrankenhaus interessieren mich auch!

Liebe Grüsse, Sine

Aderlass Erlebnisse ( nichts für ängstliche ) :)

Herznacherblut ist offline
Beiträge: 3
Seit: 26.08.13
"In der Schweiz kenne ich bisher eine Patientin, die in Basel offiziell zur Blutspende zugelassen ist."

Es gab bis vor kurzem mindestens deren zwei; der andere war ich. Nun haben haben die mich aus der Spenderliste gestrichen. Weil die Gründe dafür nicht sehr einleuchtend waren, habe ich nochmals nachgefasst und warte auf die entsprechende Antwort.

Gruss

Herznacherblut


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