Generell schlechte Schwermetallausscheidung bei Hämochromatose?

18.10.07 11:35 #1
Neues Thema erstellen

Claudia S. ist offline
Beiträge: 592
Seit: 18.05.07
Hallo mal wieder,

ich beschäftige mich gerade intensiv mit dem Entgiftungsordner im Amalgamforum und stieß im Forum auf folgende Aussage von Margie:

Mir wurde von einem Wissenschaftler zumindest geschrieben, dass ein Gendefekt auf die Kupferspeicherkrankheit auch eine verminderte Ausscheidung einiger anderer Metalle nach sich zieht, weil das Ausscheidungssystem der anderen Metalle identisch ist mit dem Ausscheidungsystem von Kupfer. Er nannte neben Kupfer beispielhaft Metalle wie Chrom, Vanadium und hält es für möglich, dass auch Zinn dazu gehört.
Meine Frage dazu an sie lautete:
Weißt Du, ob selbiges auch für die Eisenspeicherkrankheit gilt? Gilt das auch für Quecksilber?
Die konnte sie mir leider nicht beantworten. Wisst ihr etwas darüber?

Etliche KPUler, wie ich, haben ja u.a. zusätzlich noch eine Metallspeicherkrankheit und sind meist auch mit Kupfer und Amalgam(folgen) übermäßig belastet.

Vermutlich sind KPUler mit einer Speicherkrankheit ganz besonders schwer betroffen von eingelagerten Metallen, auch Quecksilber. Denn bei mir war in der Haaranalyse trotz Ausbohren ohne Schutz überhaupt kein Quecksilber nachweisbar, da alles prima eingelagert ist, weil ich eine massive Ausscheidungsstörung habe.

Was auch noch interessant wäre: Wenn man regelmäßig wöchentlich eine generelle Entgiftung mit medizinischer Kohle macht, reinigt man über das Blut und den Verdauungstrakt auch die Leber und die Niere von Schadstoffen und Schwermetallen, da sie dann endlich gespeicherte Giftstoffe an das gesäuberte Blut abgeben können und nichts mehr aufnehmen müssen.

Das soll zur Entgiftung dieser Organe von Quecksilber sehr gut funktionieren. Eigentlich müsste die Leber dabei doch auch überschüssiges Eisen abgeben oder? Vielleicht kann man dadurch neben der Befreiung von anderen Schadstoffen auch einen Teil der Eisen- und Kupferüberschüsse loswerden und muss nicht ganz so oft zum Aderlass marschieren .

Viele liebe Grüße
Claudia

Generell schlechte Schwermetallausscheidung bei Hämochromatose?

Sine ist offline
Beiträge: 3.368
Seit: 15.10.06
Liebe Claudia.
Ich habe keinen blassen Schimmer!
Allerdings ein paar Überlegungen dazu:
Ich verstehe die Sache mit der Eisenspeicherkrankheit folgendermassen:
Es beginnt damit, das wir Hämochromatösler das Eisen ungehemmt aufnehmen im Dünndarm.
Das heisst, dass bei " Normalos " scheinbar da eine gewisse Sperre eingebaut ist.
Und da unser Körper weiss, dass er viel Eisen abkriegt, verteilt er das auch schon ab einem Ferritinwert von 50 ( neuere Zahlen sind sogar niedriger) erstmal in der Leber, später, wenn noch mehr kommt, auch an anderen hübschen Örtchen im Körper.
Es beginnt also nicht mit Speichern, sondern mit ungebremster Aufnahme.
Ob das zum Beispiel bei der Kupferspeicherkrankheit auch so ist, weiss ich nicht.
Ausserdem habe ich kürzlich eine Theorie gelesen, dass bei einem Eisenüberschuss gleichzeitig das Kupfer erniedrigt sein könnte. Leider wurde diese Theorie noch nicht bestätigt.
Bestimmt kann pita noch etwas zu der ganzen Sache beitragen, ich bin gespannt!
Liebe Grüsse, Sine

P.S.: Ausserdem macht es mir jetzt, nach der intensiven Aderlassphase nichts aus, selten einmal zur Ader gelassen zu werden. Ich sehe das dann ganz allgemein als " therapeutischen Aderlass " an.

Generell schlechte Schwermetallausscheidung bei Hämochromatose?

Claudia S. ist offline
Themenstarter Beiträge: 592
Seit: 18.05.07
Hallo Sine,

Margie sagte mir mal, dass MWler in einer bestimmten Uniklinik alle auf Eisenspeicherkrankheit gengetestet werden, da offensichtlich ein Zusammenhang besteht und man durchaus auch beides haben kann.

Manchmal hat einer in der Familie die eine und ein anderer die andere Variante. Es schient also eine Verbindung zwischen den beiden Speicherkranheiten zu geben.

Ich habe übrigens, wie die meisten KPUler, auch zu hohes Kupfer, Coeruloplasmin gerade auf Grenzwert nach unten, Kupfer im Blut auch relativ wenig, freies Kupfer bei Mitte 30. Ab 40 besteht Wilson-Verdacht.

Auch ich sehe meinen Aderlässen (nach Hildegard und den Mondphasen), vor allem wegen dem zusätzlichen Reinigungseffekt, inzwischen wesentlich gelassener entgegen. Trotzdem wäre ich froh, wenn sich die Häufigkeit schneller reduzieren würde.
Vor der Nadel fürchte ich mich nicht mehr, nur vor den Folgen für den Kreislauf etc.. Bin ohnehin im Moment mitten in den Wechseljahren und schon wegen der Hormonschwankungen extrem nervös und schlapp.

Eigentlich müsste neben dem Schwermetallentzug eine Entleerung der Eisen- und Kupferspeicher der Leber eine logische Folge von Kohleanwendungen sein. Das wäre dann eine neue Methode, mehrere Fliegen mit einer Klappe zu schlagen, vor allem für die medigebeutelten MWler .

Viele Grüße
Claudia

Generell schlechte Schwermetallausscheidung bei Hämochromatose?

pita ist offline
Beiträge: 2.886
Seit: 08.04.07
Hallo Claudia

Hier nur mal ein kurzes Zitat, (habe momentan wenig Zeit):
Während der Eisen-Gehalt des Körpers über die Resorptionsrate im Dünndarm gesteuert wird, reguliert die biliäre Ausscheidung die Kupfer-Homöostase des Körpers.
Kupfer-Stoffwechsel und Morbus Wilson
Liebe Grüsse
pita

PS: Ob Eisen mit Kohle ausgeleitet werden kann - da hab ich absolut keine Ahnung....
Wäre natürlich interessant, mehr darüber zu erfahren.

Generell schlechte Schwermetallausscheidung bei Hämochromatose?

Claudia S. ist offline
Themenstarter Beiträge: 592
Seit: 18.05.07
Hallo Pita,

wenn ich das richtig verstanden habe, ist bei Hämochromatose die ungehemmte Aufnahme von Eisen aus der Nahrung durch den Dünndarm das Problem.

Bei Kupfer scheint es eher ein Ausscheidungsproblem, also zu wenig Ausscheidung, über den Stuhl zu sein oder?
Wie auch immer, bei beiden werden die überschüssigen Stoffe in der Leber etc. gespeichert. Die Reaktion auf Kohle dürfte damit die gleiche sein.

Bleibt noch die Frage, ob man auch bei Eisenspeicherkrankheit wie bei MW generell Probleme hat mit Schwermetallüberladung.
Da die Krankheiten eine gewisse genetische Verwandtschaft haben, könnte das sein.

Vielleicht ist es auch einfach so, dass Leute mit den Speicherkrankheiten eine superschlechte generelle Entgiftungsfunktion haben. Bei mir und meiner Familie mütterlicherseits ist das ganz offensichtlich der Fall: Kein Amalgam in HMA nachweisbar trotz Ausbohren ohne Schutz, gleichzeitig sehr niedrige Mineralwerte, das deutet auch eine massive Entgiftungsstörung hin. Auch sonst büßen wir für jede kleine Sünde wochenlang.

Wäre interessant zu wissen, ob andere Hämos das auch bei sich beobachtet haben.

Meinen mit 42 Jahren relativ niedrigen Ferritin-Ausgangswert von 240 schreibe ich auch darauf zurück, dass ich knapp 40 Jahre glutenüberempfindlich war und das nicht wusste.
Wegen der schlechten Resorption bei geschädigtem Dünndarm ist - neben allen anderen Nährstoffen - vermutlich auch Eisen nicht so aufgenommen worden, wie es normalerweise wäre. Inzwischen hat sich der Dünndarm erholt und nimmt vermutlich mehr auf.

Auch bei KPU hat man eher einen zu niedrigen Eisenwert. Da meine Perioden schon immer sehr unregelmäßig und eher schwach waren (bei KPU nicht ungewöhnlich), kann der niedrige Ferritinwert davon nicht positiv beeinflusst worden sein. Nur bei den Geburten habe ich wegen Scheidenschnitt (Glocke) und Kaiserschnitt einiges an Blut gelassen, sonst nicht.

Viele liebe Grüße
Claudia

Generell schlechte Schwermetallausscheidung bei Hämochromatose?

margie ist offline
Beiträge: 4.564
Seit: 02.01.05
Hallo Claudia,

Du hast ein Ferritin von 240 oder meinst Du 24,0 ?
Wie hoch ist der Normbereich des Labors?
Die Normbereiche, die ich kenne, liegen etwa so:
(µg/l) Frauen: 25-150| Männer: 30-300

Also meines Wissens sind 240 (wenn es kein Schreibfehler ist) viel zu viel, wenn man von einer unteren Normgrenze von ca. 20 µg/l ausgeht. Anmerkung: Siehe unten
Und wenn Du noch keine Wechseljahre hast, dann sind 240 meiner Meinung nach ein Hinweis auf eine Hämochromatose, es sei denn und deshalb frage ich nach dem Normbereich des Labors, dass das Labor andere als die gängigen Normbereiche hat.

Mein Bruder (und bei Männern sind die Normwerte höher definiert als bei Frauen) hatte bei seiner Diagnose der Hämochromatose einen Wert von 330.

Ich wurde ja auch auf Hämochromatose untersucht, habe auch die Mutation C282Y, bin aber nur Genträger, d. h. ich habe nur einen Gendefekt und mein Ferritin liegt selten über 40 µg/l.
Man hatte mir und meiner Familie damals in der Spezialambulanz gesagt, dass Ferritinwerte über 50 nicht gut für die Leber sind. Die Normbereiche seien zwar höher, aber für die Leber ist alles eine Belastung, was über 50 rausgeht. Man sollte also, wenn man einen Ferritinwert von 50 hat, nicht noch auf die Idee kommen, Eisentabletten einnehmen zu müssen.
Man muss aber beim Ferritin auch aufpassen, denn es ist ein sog. "akute-Phase-Protein", d. h. wenn man Entzündungen, Infektionen hat, steigt es an und täuscht dann evtl. eine gute Eisenversorgung vor.

Aber zu Deiner Frage
Bleibt noch die Frage, ob man auch bei Eisenspeicherkrankheit wie bei MW generell Probleme hat mit Schwermetallüberladung


Ich hatte kürzlich unter dem Thread "Leberreinigung" geschrieben, dass ich gelesen habe, dass man auch bei der Hämochromatose vermehrt mit Ausscheidungsstörungen bei anderen Metallen rechnen müsse. Hier habe ich die Fundstelle, die gemeint war.
Dazu sei zu sagen, dass Transferrin offenbar das Transportprotein für Eisen ist (wohl vergleichbar dem Coeruloplasmin beim Kupferstoffwechsel), aber auch teilweise für Chrom, Kupfer, Mangan und Zink als Transportprotein fungiert, so jedenfalls lt. folgender Fundstelle:
Laborlexikon: Transferrin >>Facharztwissen für alle!<<

Physiologie:
Transportprotein für Eisen:
zwei Bindungsstellen für dreiwertiges Eisen à 1 g Transferrin bindet 1,4 mg Eisen
mit geringerer Affinität werden auch Spurenelemente wie Chrom, Kupfer, Mangan und Zink gebunden
Ist also Transferrin erniedrigt, werden vermehrt die o.g. Metalle gespeichert, wenngleich nicht so stark wie das Eisen (<--mit geringerer Affinität!).

Wenn nun jemand Genträger ist für beide Krankheiten, dann wäre dies meines Erachtens auch schon sehr ungünstig für die Ausscheidung anderer Metalle, wohl auch der Amalgammetalle. Dass Quecksilber und Zinn nicht genannt sind, heißt nicht unbedingt, dass die Transportproteine Transferrin oder Coeruloplasmin diese beiden Metalle nicht auch "transportieren", sondern ich würde sehr stark vermuten, dass man diese Zusammenhänge noch gar nicht untersucht hat. Da solche Untersuchungen von "Schulmedizinern" vorgenommen werden und das Amalgamproblem von Schulmedizinern in der Regel nicht als ein Problem gesehen wird, werden wohl die Amalgammetalle - Kupfer mal ausgenommen, aber Kupfer ist ja auch ein Metall, das im menschlichen Körper regulär in Spuren vorkommt - gar nicht untersucht worden sein.

Es gibt ganz sicher die Kombination, Hämochromatose und M. Wilson, das weiß ich, weil auf einer Vereinsversammlung ein Arzt einen solchen Patienten mal direkt angesprochen hat.
In unserer Familie gibt es darüber hinaus, Hämochromatose und M. Wilson bei verschiedenen Personen und möglicherweise auch noch in einer Person (evtl. mein Bruder, der Hämochromatose hat, der sich aber auf M. Wilson nicht untersuchen lassen will).

Gruß
margie

Anmerkung: Habe leider erst nach diesem Beitrag gesehen, dass Du ja die Eisenspeicherkrankheit hast! Sorry!
__________________
“Das Fleisch, das wir essen, ist ein 2-5 Tage alter Leichnam.” - Volker E. Pilgrim, Schriftsteller

Gelenkbeschwerden

margie ist offline
Beiträge: 4.564
Seit: 02.01.05
Hallo Claudia,

erst heute entdecke ich Deine Fragen vom 31. 7. 07. an mich.
Leider habe ich nicht immer die Zeit alle Threads weiter zu verfolgen.
Ich will die wichtigsten Fragen dennoch beantworten.
Vorab:
Dass Ärzte nicht in der Lage sind, Laborbefunde zu interpretieren, selbst wenn schon ein Hinweis daneben steht, ist leider normal.
Ich telefoniere gundsätzlich selbst mit dem Labor oder suche im Netz, das ist wesentlich sinnvoller, leider.
Du hast also die Ärzte auch schon "näher" kennengelernt. Auch ich telefoniere selbst mit dem Labor....

Ich stimme Dir zu, dass Kupfer auch ein Teil des Problems bei KPU ist, vielleicht haben KPUler tatsächlich die schwächere Ausprägung von MW in Form nur eines defekten Gens, also heterozygot.
Aber die Leitsymptome von MW wie Tremor, Sprech- und Schreibprobleme etc. sind absolut nicht identisch mit denen von KPU, manche Symptome überschneiden sich allerdings.
Man muss beim M. Wilson keinen Tremor haben und auch keine Sprech- oder Schreibprobleme. Ich bin regelmäßig auf den Veranstaltungen des M. Wilson-Vereins und da gibt es viele Patienten, die diese Symptome auch nicht haben.
Es gibt eben verschiedene Varianten beim M. Wilson und wenn man nur Genträger sein sollte, dann hat man die Symptome in allenfalls milderer Form.
Aber man hat beim M. Wilson nie alle Symptome, die die Symptombeschreibungen beim M. Wilson enthalten!! ich weiß, dass dies wohl der häufigste Fehler ist, von Menschen, die evtl. am Wilson erkrankt sind, wenn die die umfangreichen Symptombeschreibungen durchlesen, denken sie wohl oft: Ach, das hab ich doch gar nicht alles, also kann ich den M. Wilson nicht haben.
Doch das kann ein ganz schöner Irrtum sein.

Aber, wenn ich die Symptome von KPU durchlese, (siehe:
http://www.symptome.ch/wiki/index.ph...ste_Pyrrolurie )
da würde ich wetten, dass so viele Beschwerden ein Mensch allein auch nicht haben kann, oder?


Du fragst nach meinen Harnsäurewerten:
Meine Harnsäurewerte sind meist im unteren Normbereich oder darunter.
Meine Regel bekam ich mit ca. 12 Jahren und hatte sie bis 45 Jahre.
Aber für welche Krankheit ist dies wichtig? Meines Wissens ist das Osteoporose-Risiko bei Frauen umso höher, je kürzer die Zeit vor den Wechseljahren war.


Wenn die Werte von Tag zu Tag um 100% schwanken können und daher mind. 2 24h Urinproben nötig sind (bei 4 betroffenen Personen wären das 4x2x30 Euro für den Test), gebe ich vielleicht 240 Euro aus und bin hinter auch nicht schlauer.
Also, wenn ein Verdacht auf M. Wilson besteht und wenn es nur ein vager Verdacht ist, z. B. typische Beschwerden vorhanden sind, ein Leberwert erhöht ist oder die Leber oder Milz sonstwie auffällig sind, dann sollte doch die Laboruntersuchung für das Urinkupfer auf Kassekosten erfolgen.
Das Urinkupfer kostet meines Wissens ohne Nebenkosten als IGEL-Leistung ca. 24 Euro mit dem einfachen Satz. Das ist schon viel und ich verstehe, dass man das nicht unbedingt bei einer ganzen Familie auf eigene Kosten machen will.
Aber es könnte ja sein, dass bereits bei der ersten Untersuchung sich ein hoher Wert ergibt und dass dies dann ein Grund wäre, dass die Kasse nicht nur die erste Untersuchung zahlt, sondern auch die Kontrolluntersuchungen. Man könnte dann an das Labor sicher auch noch im nachhinein eine Überweisung senden, wenn es noch im gleichen Quartal ist.

Als erstes würde ich das Coeruloplasmin bestimmen lassen. Das kostet 10,49 Euro (beim einfachen Satz) und das ist der wichtigste Wert zunächst. Man darf aber keine Infektion, Entzündung bei der Blutentnahme haben und darf keine Hormone einnehmen, weil beides den Wert erhöht.
Doch würde ich stets versuchen, Argumente zu sammeln, die ich dem Arzt, der die Diagnostik machen soll, erzählen würde und ich würde versuchen, alles auf Kassekosten zu bekommen. Ist sicher leichter gesagt, als getan. Ich weiß... Evtl. kann man ja noch zu einem weiteren Arzt gehen. Vom Fachgebiet her wären Neurologen/Psychiater und die Leberärzte bzw. Gastroenterologen zuständig. Vielleicht sind die eher bereit, eine Ausschlussdiagnostik zu machen.


Da unsere Blutwerte regelmäßig um 14 liegen und damit als normal gelten, wird die Kasse den Urintest nicht zahlen. Ich habe bisher auch keine Symptome wie Tremor etc..
Auch ich habe keinen echten Tremor. Ich habe allenfalls mal gelegentlich ein Zittern der Beine beim Sitzen oder eine wackelige Hand beim Tragen einer vollen Tasse (und ich kann dies oft nicht tun, ohne etwas zu verschütten).Aber das ist kein richtiger Tremor. Sicher gibt es Patienten, die Zittern wie die Parkinson-Patienten. Aber, wie schon gesagt, das Zittern muss man beim Wilson nicht haben.

Bei AWMFonline habe ich zwei interessante SAchen über MW entdeckt: Das Manifestationsalter soll zwischen dem 5. und 45. Lebensjahr liegen. Deckt sich das mit Deinen Erfahrungen?
Mit Manifestationsalter ist ja der Beginn der Krankheit gemeint, der dürfte schon in diesem Rahmen liegen. Ich hatte mit 32 Jahren erstmals ein Zittern, das ich nur in bestimmten Ausnahmesituationen hatte, also wenn ich sehr sehr aufgeregt war oder beim Sport immer wieder mal.
Aber ein dauerhafter Tremor hatte ich nie.
Es soll aber auch Fälle geben, die erst mit 60 oder sogar 80 Jahren auf M. Wilson diagnostiziert wurden, wobei ich dann vermute, dass diese Menschen auch bereits mit spätestens 45 Jahren ihre ersten Probleme mit der Krankheit hatten, dass sie aber zunächst fehldiagnostiziert wurden.


Richtig sicher ist wohl ein Radiokupfertest, aber ob das bei unserer hohen Grundbelastung an Problemen nun auch noch sein muss, ich weiß nicht. Musste schon einen Radiotest der Schilddrüse über mich ergehen lassen.
Radiokupfertest:
Von der Strahlenbelastung ist er meines Wissens wie eine Schilddrüsenszintigraphie zu bewerten.
Auch ich habe den Test nicht gemacht, da jeder Test immer auch Fehlerquoten hat. Wenn man Pech hat, lautet dann die Aussage, ja, sicher sind wir bei Ihnen nicht mit dem Ergebnis.
Ich denke, das ist bei fast jedem Test möglich. Natürlich, wenn er eindeutig positiv ist, dann hat man vielleicht "Glück" im Unglück.


Der häufigste Gendefekt 1069Q soll immerhin 30-60% der MW-Betroffenen identifizieren. Was kostet so ein Test?
Zu den Kosten weiß ich nicht viel. Es kommt wohl auf das Labor an.
Wenn ich dies vorhätte, würde ich raten, dies bei Laboren zu erfragen, die solche Tests häufiger machen. In Deutschland weiß ich, dass Prof. Dr. Schmidt aus Münster solche Tests macht. In Österreich werden bei Prof. Ferenci in Wien diese Untersuchungen gemacht.

Ah, jetzt sehe ich erst, dass Du ja homozygot bist für Hämochromatose. Das hatte ich vergessen, ich habe nämlich heute auf einen Deiner Beiträge entsprechende Fragen gestellt, weil Du einen recht hohen Ferritinwert hast. Tut mir leid, ich hatte dies schon wieder vergessen....Ja, das mit dem Kurzzeitgedächtnis ist so ein Problem, das man beim M. Wilson eben haben kann, aber natürlich auch bei anderen Krankheiten.

Gruß
margie
__________________
“Das Fleisch, das wir essen, ist ein 2-5 Tage alter Leichnam.” - Volker E. Pilgrim, Schriftsteller

Generell schlechte Schwermetallausscheidung bei Hämochromatose?

margie ist offline
Beiträge: 4.564
Seit: 02.01.05
Hallo Claudia,

mir fiel beim Lesen Deiner Beiträge oben noch etwas auf, zu dem ich einige Hinweise geben möchte:
Ich habe übrigens, wie die meisten KPUler, auch zu hohes Kupfer, Coeruloplasmin gerade auf Grenzwert nach unten, Kupfer im Blut auch relativ wenig, freies Kupfer bei Mitte 30. Ab 40 besteht Wilson-Verdacht.
Dazu aus dem Buch von G. Brewer (dem amerikanischen Wilson-Experten):
Beim normalen Menschen liegt der Wert des freien Kupfers bei 10 bis 15 µg/100ml Blut (d.s. 10-15µg/dl). Bei unbehandelten Wilson-Patienten ist er oft viel höher, vielleicht zwischen 25 und 50 µg. Die Behandlung sollte diesen Wert allmählich senken. Ich betrachte alle Werte unter 25µg als akzeptable Kontrollwerte.
Brewer beschreibt darin die Kontrollmethoden bei der Behandlung mit Trientine, aber Du siehst, dass er Werte über 25µg als Werte eines unbehandelten Wilsons sieht.

Und hier zur Berechnung des freien Kupfers:
Diagnose

freies Kupfer > 10 µg/dl Formel: (Serumkupfer in [µg/dl])-(Cp [mg/dl]×3) -- die Formel gilt nur bei niedrigem Cäruloplasmin

Auch hier geht man davon aus, dass ein freies Kupfer von >10µg/dl bereits auffällig ist.
Also Dein Wert des freien Kupfers von Mitte 30 ist da schon ganz schön verdächtig, würde ich behaupten.


Du schreibst, Dein Coeruloplasmin sei am Grenzwert nach unten, dann liegt es also um die 20mg/dl. Das hieße, es ist bereits wilsonverdächtig.

Hier zur Höhe des Coeruloplasmins auf Seite 11:
http://www.klinikum.uni-heidelberg.d...ag1-skript.pdf
Darin ist ein Coeruloplasmin von unter 23 mg/dl bereits als verdächtig genannt.
Mein niedrigster Wert lag bei 16 mg/dl, wobei ich aber überwiegend Werte zwischen 20mg/dl und 30mg/dl habe.

Es gibt da allerdings noch eine gewisse Unsicherheit bei der Bestimmung von Coeruloplasmin:
Die in Deutschland bzw. Europa angewendeten Methoden sollen lt. einem Wilson-Experten, der mir dies schrieb, ungenauer sein und auch in Deutschland werden bereits mind. 2 verschiedene Methoden angewendet. Am häufigsten die nephelometrische und an der Uniklinik Heidelberg wird die "turbidimetrische immunologische" angewendet, die bei mir tendenziell niedrigere Werte ergibt. Dort wurde bei mir auch der Wert von 16mg/dl gemessen.
Ich vermute, dass man in den USA die genaueren Methoden zur Bestimmung von Coeruloplasmin hat. Doch denke ich nicht, dass die Methoden so stark abweichend sind, denn die Berechnung des freien Kupfers wird in Europa durchaus verwendet.

Und was bei der Bestimmung von Coeruloplasmin auch eine Rolle spielt, ist, ob ein Vitamin-C-Mangel vorliegt. Vitamin-C-Mangel soll das Coeruloplasmin erhöhen.

Also mit Deinen Werten würde ich Dir sogar raten, Dich auf M. Wilson untersuchen zu lassen und zwar auf Kassekosten. Ich meine, Deine Werte sind verdächtig genug, um dies zu rechtfertigen.
Genträger für M. Wilson bist Du höchstwahrscheinlich mit einem Coeruloplasmin am unteren Normwert. Ich würde Dir sogar raten, mit Deinen Werten Dich in einer guten Wilson-Ambulanz mal vorzustellen. Dort würdest Du sicher auf Kassekosten untersucht werden.



Gruß
margie
__________________
“Das Fleisch, das wir essen, ist ein 2-5 Tage alter Leichnam.” - Volker E. Pilgrim, Schriftsteller

Gelenkbeschwerden

Claudia S. ist offline
Themenstarter Beiträge: 592
Seit: 18.05.07
Hallo Margie,

besser spät als nie :-). Wenn man in verschiedenen Bereichen des Forums aktiv ist, entgeht einem schon mal die eine oder andere Antwort. Das geht nicht nur Dir so und hat garantiert nichts mit schlechtem Gedächtnis etc. zu tun. Auch KPUler haben übrigens ein schlechtes Kurzzeitgedächtnis .
Ich schreibe auch nur im Forum, wenn ich wirklich Zeit habe. Manchmal bin ich einige Tage gar nicht im Forum und lese auch die Mails nicht. Bin ein Etappenarbeiter :-).

, wenn ich die Symptome von KPU durchlese, (siehe:
http://www.symptome.ch/wiki/index.ph...ste_Pyrrolurie )
da würde ich wetten, dass so viele Beschwerden ein Mensch allein auch nicht haben kann, oder?
KPU ist meines Erachtens nur ein Teil des Problems, denn mit KPU sind bei vielen sehr viele Begleiterkrankungen verknüpft, z.B. Hashimoto, Speicherkrankheiten, PCB, Diabetes etc..
Insofern ist die Diagnose KPU eine echte Hilfe, wenn man dann den Kamsteeg und im Forum liest, was damit zusammenhängen kann und entsprechende Tests veranlasst.
Bei mir wäre die Eisenspeichergeschichte frühestens entdeckt worden, wenn ich nach den Wechseljahren Beschwerden entwickelt hätte.

Es gibt auch die These, dass KPU zum einen erblich ist, zum anderen aber auch eine Folge von Schwermetallvergiftung sein kann und/oder von HWS-Instabilitäten. Bei mir würden alle drei Möglichkeiten zutreffen.

Ich habe an die Schwermetallthese als Henne und KPU etc. als Ei zunächst nicht geglaubt. Aber nach dem Studium im Entgiftungsbereich der Amalgamis und der Seiten von Daunderer könnte es schon so sein.
Für die Therapie ist es meines Erachtens schnurz, was zuerst da war. Es müssen die fehlenden Vitalstoffe substituiert werden und es muss konsequent entgiftet werden.

Ich halte es für wahrscheinlich, dass durch die Entgiftung die Autoimmunerkrankungen verschwinden (davon spricht auch Daunderer, allerdings versteht er unter Entgiftung nicht ganz das Gleiche wie ich) und nicht mehr so viele KPU-Medis nötig sind.

Hast Du Dich mal auf KPU testen lassen? Wäre ja interessant für uns.

Du fragst nach meinen Harnsäurewerten:
Meine Harnsäurewerte sind meist im unteren Normbereich oder darunter.
Meine Regel bekam ich mit ca. 12 Jahren und hatte sie bis 45 Jahre.
Aber für welche Krankheit ist dies wichtig? Meines Wissens ist das Osteoporose-Risiko bei Frauen umso höher, je kürzer die Zeit vor den Wechseljahren war.
Das mit den Harnsäurewerten habe ich leider vergessen, ich hatte etwas dazu gelesen in Zusammenhang mit Kupfer.

Der Regelbeginn bei Dir war normal, die Menopause deutlich zu früh. Das deutet darauf hin, dass Dein Körper mit 12 noch in einer recht guten Verfassung war und nicht sehr unter Kupfer etc. gelitten hat. Kupfer scheint sich erst später negativ ausgewirkt zu haben.

Es ist bekannt, dass stark gestresste Frauen, also auch Kranke, ihre Regel sehr spät bekommen und sehr früh wieder "verlieren".
Bei mir scheint es genauso zu laufen: Erste Regel mit 15 Jahren (ich war auch schon als Kleinkind ständig krank und nicht voll belastbar), permanent unregelmäßige Perioden, die unter Stress (Abitur) bis zu 3 Monate weg blieben. Beginn Wechseljahre bereits mit 40, seither bemerke ich eindeutige Symptome (Pickeln wie ein Teenager, Hämorrhoiden melden sich wieder, gesteigert nervös, Angstanfälle, kreisläufig, geschwollene Brüste etc.). Vermutlich bin auch ich mit 45 durch damit.

Also, wenn ein Verdacht auf M. Wilson besteht und wenn es nur ein vager Verdacht ist, z. B. typische Beschwerden vorhanden sind, ein Leberwert erhöht ist oder die Leber oder Milz sonstwie auffällig sind, dann sollte doch die Laboruntersuchung für das Urinkupfer auf Kassekosten erfolgen.
...
Als erstes würde ich das Coeruloplasmin bestimmen lassen. Das kostet 10,49 Euro (beim einfachen Satz) und das ist der wichtigste Wert zunächst. Man darf aber keine Infektion, Entzündung bei der Blutentnahme haben und darf keine Hormone einnehmen, weil beides den Wert erhöht.
Doch würde ich stets versuchen, Argumente zu sammeln, die ich dem Arzt, der die Diagnostik machen soll, erzählen würde und ich würde versuchen, alles auf Kassekosten zu bekommen. Ist sicher leichter gesagt, als getan. Ich weiß... Evtl. kann man ja noch zu einem weiteren Arzt gehen. Vom Fachgebiet her wären Neurologen/Psychiater und die Leberärzte bzw. Gastroenterologen zuständig. Vielleicht sind die eher bereit, eine Ausschlussdiagnostik zu machen.
Ja, das ist schon ein Kreuz mit den Laborkosten. Ich habe all Deine Berichte über MW-Symptome und auffällige Laborwerte gelesen und kann mich nicht als MW-Fall darin wiederfinden.
Zur Sicherheit bin ich bei einem spezialisierten Internisten gewesen, der in einer Krebs-Tagesklinik arbeitet und sich daher sehr gut mit US auskennt.
Er hat den ganzen Bauchraum beschallt und fand keinerlei Hinweis auf einen Leberschaden. Er war aber gewillt, das Coeruloplasmin und auf meinen Hinweis (von Dir) das GLDH bestimmen zu lassen, obwohl er es für unnötig hielt. Die Leberwerte sind meist im Normbereich gewesen, manchmal GOT oder GPT leicht darüber.
GLDH war mit 2,8 (bis 4,8) normal, Coer. auf Grenzwert nach unten bei 0,20. Zusammen mit dem Kupfer im Serum (14,6) ergab sich ein freier Kupferwert von 34,1, also im Graubereich. Anhand dieser Werte war er nicht zu weiterer Diagnostik bereit.

Aus diesen Werten schließe ich: Ich bin - wie die meisten KPUler - eindeutig mit Kupfer belastet, aber MW scheint es nicht zu sein, allenfalls Genträger.
Ich werde daher die KPU-Behandlung durchziehen bei gleichzeitiger Entgiftung mit Kohle und dann sehen wir weiter, wie sich die Werte entwickeln.

Wenn meine Kohle-Theorie stimmt, also dass sie auch überschüssiges Kupfer und Eisen aus der Leber über das Blut mitnimmt, müsste schon auf diesem Weg eine Entlastung möglich sein. Außerdem sollen Mangan, B6 und B12 auch Kupfer ausschwemmen. Das reicht natürlich nicht, wenn man MW hat, aber für Leute in der Grauzone könnte es reichen. In ca. einem Jahr wissen wir mehr .

Vielen Dank für Deine wie immer ausführlichen Antworten!

Alles Gute
Claudia

Generell schlechte Schwermetallausscheidung bei Hämochromatose?

Claudia S. ist offline
Themenstarter Beiträge: 592
Seit: 18.05.07
Hallo Margie,

habe Dir eben unter Gelenkbeschwerden im Hämochromatoseforum geantwortet.
Kurzfassung: Ja, ich habe Hämochromatose. Die 240 als niedrigen Wert zu bezeichnen kommt daher, dass die meisten bei der Feststellung der Erkrankung wesentlich höhere Werte und bereits Beschwerden haben.

Der Internist wollte anhand des niedrigen Coeruloplasmins, der anderen normalen Werte und des US-Ergebnisses keine weiteren Untersuchungen unterstützen, hält MW für unwahrscheinlich.
Tue ich auch, da ich keine Symptome habe, bereits 42 bin und KPUler meist erhöhtes Kupfer haben.

Daher werde ich zunächst die KPU-Therapie machen und gleichzeitig Entgiftung mit Kohle und dann nach ca. einem Jahr überprüfen lassen, wie sich Hashi, Eisenspeicher und Kupferwert entwickelt haben.

Ich gehöre leider zu den extrem empfindlichen Personen, die fast gar nichts mehr vertragen und könnte daher ohnehin nicht auf allen Fronten gleichzeitig kämpfen, das würde mein Körper nicht mitmachen.
Die Kohletherapie soll bei vielen sehr schnell den Allergiepegel deutlich senken, das wäre schon eine Erleichterung für mich. Ich könnte meinen strengen Diätplan lockern und schon dadurch und durch die Entgiftung vitaler werden.

Soweit mein Therapieplan für die nächsten Monate. Vielen Dank für Deine Tips!

Liebe Grüße
Claudia


Optionen Suchen


Themenübersicht