Kaltgepresst bedeutet nicht, dass das Öl unraffiniert ist.
Auch nach der Kaltpressung kann das Öl noch Raffinationsschritten unterworfen sein und selbst wenn das Öl als „kaltgrepresst und unraffiniert“ angeboten wird, ist das keine Garantie für ein besonders hochwertiges Öl.
Leider gibt es eine Ausnahme, die nicht deklarationspflichtig ist. Die Behandlung mit heißem Wasserdampf ist nach dem Lebensmittelgesetz erlaubt, so dass „echte“ kaltgepresste und unraffinierte Öle auf dem Markt eher die Ausnahme sind, als die Regel.
Aus den Leitsätzen für Speisefette und Speiseöle:
„Nicht raffinierte Speisefette und -öle werden durch Ausschmelzen oder schonende mechanische Verfahren wie Pressen oder Zentrifugieren gewonnen. Sie können gewaschen und/oder mit Wasserdampf behandelt, getrocknet und filtriert oder zentrifugiert sein. Sie sind jedoch weder entsäuert noch gebleicht oder desodoriert“.
►Wer die Raffination ablehnt, kommt an nativen Ölen aus Bio-Anbau nicht vorbei oder er kennt die Produktionsverfahren des Herstellers.
Vierter Kritikpunkt: Kaltgepresst und unraffiniert bedeutet nicht, dass in dem Öl keine ungesunden und leicht verderblichen Inhaltsstoffe enthalten sind.
Die Verarbeitung ist zwar ein wichtiger Eckpunkt für die Erhaltung der wertvollen Inhaltsstoffe, das Öl aber selbst kann immer nur so gut sein, wie die Pflanzenstoffe aus denen man sie gewinnt.
Daraus ergeben sich vor allem zwei Probleme:
a) Fettmoleküle haben die Eigenschaft, Umweltgiftstoffe und Chemikalien aus Pflanzenschutzmitteln und Klärschlämmen zu binden
