GlutenCHECK zur Feststellung einer Glutenunverträglichkeit?

14.11.09 22:30 #1
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Oregano ist offline
Beiträge: 62.657
Seit: 10.01.04
Kennt jemand diesen Test?:

glutencheck.com

GlutenCHECK ist deutschlandweit der erste Heimtest zum Nachweis der Zöliakie anhand einer Blutprobe. Durch die komfortable Anwendung zuhause können Sie mit einer Sicherheit von mehr als 97% feststellen, ob auch Sie an Zöliakie (auch Getreide- oder Weizenallergie) leiden. Anhand eines einzigen Bluttropfens aus der Fingerspitze weist GlutenCHECK die Antikörper (anti- tTG IgA), die eine Zöliakie anzeigen, nach. Der Nachweis dieser Antikörper ist besonders sicher, denn die anti-tTG IgA Antikörper erzielen eine besonders hohe Sensitivität im Ergebnis: somit weist GlutenCHECK auch solche Fälle von Zöliakie nach, die mit einer Biopsie nicht festgestellt werden können (z.B. die so genannte silente Zöliakie). Der Test zeigt Ihnen das Ergebnis innerhalb von 5 Minuten an, so dass sie schnellstmöglich reagieren können.
Da GlutenCHECK nicht der Verschreibungspflicht unterliegt, kann er einfach und unkompliziert im Online-Shop oder in Apotheken, Reformhäusern sowie bei Heilpraktikern bezogen werden.
Gruss,
Uta

Geändert von admin (06.05.14 um 16:09 Uhr)

GlutenCHECK zur Feststellung einer Glutenunverträglichkeit?

Glutenlady ist offline
Beiträge: 83
Seit: 20.11.09
Ich kann von diesem Check nur abraten , er ist teuer und NICHT anerkannt . Wer eine gesicherte Diagnose haben möchte der sollte die Qual der Biopsie auf sich nehmen . Vorteil Gesicherte Diagnose , Recht auf Schwerbehinderung30% hinzu kommen dann noch den Miteinbezug bei Folgeschäden

GlutenCHECK zur Feststellung einer Glutenunverträglichkeit?

Joachim ist offline
Beiträge: 1.944
Seit: 14.04.08
Man kann eine Zöliakie nur durch eine Biopsie eindeutig nachweisen, deshalb wird das Testergebnis auch nicht anerkannt. Solche Tests schwimmen einfach nur auf der momentanen Allergie / Glutenintoleranz Welle mit, um Geld zu machen.

Ich rate davon ab, solche Tests zu machen, weil dadurch möglicherweise Krankheiten diagnostiziert werden, die gar nicht existieren, bzw. bestehende Krankheiten nicht erkannt werden. Die Diagnose einer Krankheit liegt immer in den Händen eines ausgebildeten Arztes - zumindest das können sie sehr viel besser als ein Heimtest.

Die Glutenintoleranz / Zöliakie wird übrigens nicht durch Gluten verursacht, sondern durch langjährige Ernährungsfehler. Das Gluten kann nichts dafür, daß der Organismus plötzlich nicht mehr damit umgehen kann.
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Liebe Grüße, Joachim. (Alles, was ich schreibe, ist meine persönliche Meinung.)

Geändert von Joachim (21.11.09 um 10:59 Uhr)

GlutenCHECK zur Feststellung einer Glutenunverträglichkeit?

Mobubu ist offline
Beiträge: 45
Seit: 29.02.08
Zitat von Joachim Beitrag anzeigen
Die Glutenintoleranz / Zöliakie wird übrigens nicht durch Gluten verursacht, sondern durch langjährige Ernährungsfehler. Das Gluten kann nichts dafür, daß der Organismus plötzlich nicht mehr damit umgehen kann.
Stimmt definitiv nicht!, Kinder, werden recht kurz nach der Getreide-Beikost mit entsprechenden Antikörpern gegen Gliadine diagnostiziert. Gluten ist übrigens wahrscheinlich für sehr viele Menschen nicht unbedenklich. Es ist eben ein eher schwer knackbares Peptid, das irgendwann, weil es so ins Blut gerät, Abwehrreaktionen hervorruft. Gleiches gilt v.a. für Kaseine, Hühnerei-Peptide und weitere Proteine - eben die Hauptallergene. Ur-Ursache für die individuelle Unverträglichkeit ist also der Grad der Störung der Eiweißverdauung (unvollständige Eiweiß-aufspaltung in Aminosäuren und nicht nur in Peptide). Dafür wiederum gibt es viele Ursachen, wie z.B. der Mißbrauch von Antibiotika oder der Einfluss von Giften/Schwermetallen, psychischem Stress, einseitiger oder falscher Ernährung, Magen(säure)problemen etc. Die Permeabilität des Darmes erhöht sich im Teufelskreis von Gärung/Fehlbesiedelung/Abwehrreaktion und damit verstärkt sich die immer mehr (fehlgeleitete) Immunreaktion .. etc. Daraufhin zeigen sich dann allerlei Krankheitsbilder.
Ich empfehle jedem Darmkranken eine mehrwöchige Schonkost mit gedünstetem Gemüse (v.a. Karotten), Geflügel, Kartoffeln, Olivenöl sowie Blattsalat. Verzichtet werden sollte gänzlich auf Rohkost, glutenhaltige Getreide, ganz unbedingt: Vollkorn, evtl. Milchprodukte.
Gute Gesundheit!

GlutenCHECK zur Feststellung einer Glutenunverträglichkeit?

Oregano ist offline
Themenstarter Beiträge: 62.657
Seit: 10.01.04
Danke für Deine Meinung, Glutenlady. Von Deinem Nick her nehme ich an, daß Du Probleme mit Gluten hast? Wie bist Du darauf gekommen?

Zöliakie scheint nicht immer mit den typischen Symptomen einher zu gehen:

In den letzten Jahren wurden durch die Etablierung der Zöliakieserologie (Abbildung 1) in die Diagnostik und deren Einsatz bei Screeninguntersuchungen neue Manifestationsformen der Zöliakie nachgewiesen. Gleichzeitig erweiterten die Studien von Marsh das histologische Spektrum der Zöliakie (Abbildung 2); neben duodenaler Schleimhaut mit kompletter Zottenatrophie (Typ 3) sind bei Zöliakiepatienten (unabhängig von der Schwere der Symptomatik) auch rein infiltrative (Typ 1) und hyperplastische (Typ 2) Mukosaveränderungen nachweisbar (8).
Neben der klassischen Zöliakie werden zunehmend atypische, stumme und latente Zöliakieformen beobachtet. Bei der atypischen Zöliakie stehen Symptome im Vordergrund, die keiner gastrointestinalen Organmanifestation entsprechen. Beispielsweise fiel in der Klinik des Autors eine 15-jährige Patientin mit Morbus Down, Erythema nodosum, Hyperlipämie, Hypokalzämie und IgA-Nephropathie (Abbildung 3) auf. In einem anderen Fall wurde bei einem siebenjährigen Mädchen eine pulmonale Hämosiderose mit einem Hämoglobinabfall auf 3,8 g/dl (bei nächtlichem Husten mit Blutbeimengungen), einer Vitalkapazität von 46 Prozent des Sollwertes und eisenbeladenen Makrophagen in der bronchoalveolären Lavage diagnostiziert. Bei beiden Patienten war die Gliadin-/Endomysium-Serologie hoch positiv, bioptisch wurde eine Typ-3-Mukosaläsion nach Marsh nachgewiesen und unter glutenfreier Diät bildeten sich Symptomatik und serologischer Befund zurück. Ferner ergab eine Studie, dass bei Patienten mit unklarer neurologischer Grunderkrankung in 35 Prozent eine Zöliakie nachweisbar ist (3). Es gibt zahlreiche Berichte über Erkrankungen insbesondere aus dem genetischen, rheumatischen und autoimmunen Formenkreis, die mit einer Zöliakie assoziiert sind (Tabelle). Diese Patienten zeigen meist keine oder nur eine geringe gastrointestinale Symptomatik.
www.aerzteblatt.de/V4/archiv/artikeldruck.asp?id=29756

Gruss,
Uta

GlutenCHECK zur Feststellung einer Glutenunverträglichkeit?

Joachim ist offline
Beiträge: 1.944
Seit: 14.04.08
Stimmt definitiv nicht!,
Jaja... Da wird mit drei einfachen Worten die ärztliche Erfahrung an über 50.000 Patienten mal eben so vom Tisch gefegt...

Dafür wiederum gibt es viele Ursachen, wie z.B. der Mißbrauch von Antibiotika oder der Einfluss von Giften/Schwermetallen, psychischem Stress, einseitiger oder falscher Ernährung, Magen(säure)problemen etc.
Meine Rede. Dann sind wir uns ja einig...

Ich empfehle jedem Darmkranken eine mehrwöchige Schonkost mit gedünstetem Gemüse (v.a. Karotten), Geflügel, Kartoffeln, Olivenöl sowie Blattsalat. Verzichtet werden sollte gänzlich auf Rohkost, glutenhaltige Getreide, ganz unbedingt: Vollkorn, evtl. Milchprodukte.
Und auf welcher Erfahrung basiert diese Empfehlung?
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Liebe Grüße, Joachim. (Alles, was ich schreibe, ist meine persönliche Meinung.)

GlutenCHECK zur Feststellung einer Glutenunverträglichkeit?

Susi forte ist offline
Beiträge: 356
Seit: 17.10.09
Hallo !

Die Diagnose Zöliakie richtet sich nach dem Schweregrad der Erkrankung.
Alles andere ist schlicht eine "Glutenintoleranz" .

Und eine Biopsie muss nicht zwangsläufig etwas darüber aussagen, ob man eine Zöliakie hat. Kommt wohl auf den Arzt drauf an und worauf der Patient im Getreide reagiert. Viele reagieren auf die Proteine, die die Pflanze für Fraßfeinde produziert.
Ab gesehen davon gibt es in der klassischen Schulmedizin ja nur die Gluten-Laktose- , Glukose- und Fruktoseintoleranz.
Dabei gibt es Leute, die sehr viel mehr Intoleranzen haben.
Da ist dann die Frage, woher ein Arzt das wissen möchte, weshalb die Darmzotten atrophiert sind.

Das wollte ich nur mal so anmerken.
Wenn man drauf reagiert, kann man das recht gut selbst herausfinden.
Man muss es ja nur mal für eine gewisse Zeit weglassen und den Rest der Ernährung beibehalten.
Bei mir dauerte das nur einen Tag, da war ich ein anderer Mensch. Muss aber auch dazu sagen, dass ich fast krankenhausreif war, keine Nährstoffe kamen mehr an, da hat sich mein Körper gleich aufs glutenfreie gestürzt.

Lg, Susi

GlutenCHECK zur Feststellung einer Glutenunverträglichkeit?

Joachim ist offline
Beiträge: 1.944
Seit: 14.04.08
Hallo Susi,

Die Diagnose Zöliakie richtet sich nach dem Schweregrad der Erkrankung. Alles andere ist schlicht eine "Glutenintoleranz" .
Eben. Die GI ist schlicht eine Zöliakie, bei der es noch nicht zu degenerativen Veränderungen der Darmschleimhaut gekommen ist. Mit anderen Worten, eine Zöliakie die sich noch in der Phase der funktionellen Störung befindet.

Und eine Biopsie muss nicht zwangsläufig etwas darüber aussagen, ob man eine Zöliakie hat.
Die Biopsie ist in der Medizin die einzig sichere Methode eine Zöliakie zu diagnostizieren. Alles andere sind Vermutungen, die natürlich auch schon ausreichen können, um eine Therapie einzuleiten. Wer allerdings meint, die Krankheit mit Glutenverzicht sinnvoll behandeln zu können, ist auf dem Holzweg und wird sich früher oder später mit weiteren Krankheiten herumschlagen dürfen.

Kommt wohl auf den Arzt drauf an und worauf der Patient im Getreide reagiert. Viele reagieren auf die Proteine, die die Pflanze für Fraßfeinde produziert.
Die Menschen verzehren seit rund 30.000 Jahren Getreide und haben überhaupt keine Probleme mit irgendwelchen Enzyminhibitoren oder Lektinen, die mittlerweile sogar als positiv angesehen werden. Jede Hochkultur der Erde basiert auf mindestens einer Getreideart und das wäre wohl kaum möglich gewesen, wenn Getreide zu Krankheiten führen würde.

Tatsächlich entstehen die modernen Krankheiten GI und Zöliakie nicht durch den Verzehr von Gluten (oder Lektinen oder Enzyminhibitoren), sondern durch den langjährigen Verzehr vitalstoffarmer Mehlkonserven - eben Auszugsmehle - und anderer raffinierter Kohlenhydrate, allen voran Fabrikzucker. Das Problem ist also nicht das Getreide, sondern die Mehlkonserven, die wir seit 120 Jahren verzehren. Übrigens nicht nur für GI und Zöliakie, sondern auch für die meisten anderen Krankheiten.

Die Lektine haben damit überhaupt nichts zu tun, was sich schon darin zeigt, daß eine Zöliakie bei Verzehr von echten Vollkornprodukten und dem Verzicht auf Fabrikzucker nicht auftritt und durch eben eine solche Ernährung auch dauerhaft geheilt werden kann, solange noch keine bleibenden morphologischen Veränderungen der Darmschleimhaut aufgetreten sind.

Ab gesehen davon gibt es in der klassischen Schulmedizin ja nur die Gluten-Laktose- , Glukose- und Fruktoseintoleranz.
Dabei gibt es Leute, die sehr viel mehr Intoleranzen haben.
Da ist dann die Frage, woher ein Arzt das wissen möchte, weshalb die Darmzotten atrophiert sind.
Weil nur die Zöliakie zu den typischen Veränderungen der Darmzotten und den typischen schaumigen Stühlen führt. FI und LI haben andere Symptombilder.

Man muss es ja nur mal für eine gewisse Zeit weglassen und den Rest der Ernährung beibehalten.
Damit kann man herausfinden, ob man an einer Intoleranz leidet. Eine ursächliche Therapie ist das nicht, es werden lediglich Symptome unterdrückt. Das ist zwar auch eine notwendige Erleichterung, ändert aber alleine nichts an der Krankheit.
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Liebe Grüße, Joachim. (Alles, was ich schreibe, ist meine persönliche Meinung.)

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Mobubu ist offline
Beiträge: 45
Seit: 29.02.08
Zitat von Joachim Beitrag anzeigen
Und auf welcher Erfahrung basiert diese Empfehlung?
Auf z.B. meiner eigenen . Wer heilt, hat doch Recht, oder? Zumindest für mich selber...
Ich war u.a. Veganer, Rohköstler, Eiweiß-Diätler á la Wendt, Orthomolekular- und Vollkornfreak, letzteres so wie Du. Habe immer jeweils gedacht, das ist es!! War es aber nicht, mir ging es immer schlechter, Verdauung, Gicht Arthritis, Durchfall, Schilddrüse UF/ÜF, Unterzucker etc.
Seit geraumer Zeit, ca. 1 Jahr, esse ich *wieder* gutbürgerliche traditionelle Schonkost (s.o.) mit viel Fleisch und Fisch, dabei kein Gluten und keine Milch - und ich bin völlig Symtomfrei und wirklich topfit. Ich dachte, Amalgam wäre bei mir die Ursache, aber es war wohl aus heutiger Sicht das Getreide mit Gluten, Lektinen (v.a. WGA) und Phytinsäure, die schwer verdauliche Rohkost, der viele Fruchtzucker in Südfrüchten, die widernatürlich Milch, die den Darm außer Betrieb setzten und damit auch meine allgemeine Gesundheit.
Ich denke, jeder braucht wohl etwas anderes zu essen aber die jeweilige ethnische Tradition ist bedeutender als völlig neue, teils spinnerte Ernährungsrichtungen. Extremisten wie Wandmaker oder Konz haben sich selber ad absurdum geführt, da sie sich aus gesundheitlichen Gründen mit gutbürgerlicher Kost und Supplements im Geheimen aufpeppeln mussten. Außerdem gab es so viel Anpassung und Evolution, dass heute kein (Natur-)Volk mehr ohne Erhitzung der Nahrung auskommt. Weiter hilfreich fand ich übrigens Trennkost (effiziente Verdauung) und Blutgruppendiät (interessante Antikörperreaktion-Assoziation).
Habe hier nur zufälligerweise mal reingeschaut und wollte Euch den Tipp eines Geheilten geben. Alles Gute allen! Und Vollkorn essen wirklich weltweit nur die Deutschen seit ein paar Jahren. So wie Vollkorn bei uns zubereitet wird, ist er geradezu gefährlich (Mineralstoffräuber) und das Gluten v.a. des Weizens ist mit Sicherheit ein Risiko für die meisten. Darüber hinaus, Finger weg von Soja (v.a. bei SD-Problemen), Zucker (v.a. Fruktose/HFCS) und - Alkohol...

GlutenCHECK zur Feststellung einer Glutenunverträglichkeit?

Joachim ist offline
Beiträge: 1.944
Seit: 14.04.08
Natürlich bist du symptomfrei, du meidest ja den Auslöser. Aber vielleicht wird dir irgendwann mal bewußt, daß es einen Grund dafür geben muß, daß dein Organismus plötzlich nicht mehr mit dem Gluten zurechtkam...

Ich teile deine Ansichten in keinster Weise, weil meine und ärztliche Erfahrungen ihnen mehr als deutlich widersprechen, aber ich will dir auch nichts ein- oder ausreden. Du mußt den Weg gehen, den du für richtig hältst.
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Liebe Grüße, Joachim. (Alles, was ich schreibe, ist meine persönliche Meinung.)


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