Pyrethroide

12.01.12 16:53 #1
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Oregano ist offline
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Es gibt zwar schon einige Threads, in denen Pyrethroide vorkommen, aber ich denke, dieses Giftzeug verdient einen eigenen Thread.

Informationen kann man hier lesen:

http://www.symptome.ch/vbboard/koenn...tml#post260060
http://www.symptome.ch/vbboard/gifte...hrin-haus.html
http://www.symptome.ch/vbboard/koenn...tml#post503397
http://www.symptome.ch/vbboard/candi...tml#post471198

Bayer stellt u.a. Pyrethroide her, nachdem das DDT ja verboten wurde.

Hier ein Link dazu:
Nervengift gegen Motten und Menschen

BAYER-Pyrethroide töten Insekten und machen Menschen krank


Über 130 Tonnen pyrethroidhaltiger Insektizide werden Jahr für Jahr in heimischen Stuben ausgebracht. Die vermeintlich harmlosen Mittel werden zur "Ungeziefer-Bekämpfung" in Büros, Schlafzimmern und Flugzeugkabinen versprüht. Der Leverkusener BAYER-Konzern ist weltweit einer der führenden Produzenten von Pyrethroiden. BAYER- Vorstandschef Schneider erklärte, diese Mittel könnten "umweltverträg-
lich eingesetzt werden". Doch mittlerweile mehren sich die Stimmen, die ein totales Verbot von Pyrethroiden fordern. Denn diese Stoffe haben sich als hochtoxische Nervengifte entpuppt - lebensgefährlich nicht nur für Mücken und Motten, sondern auch für Menschen.

Von Volker Rekittke

Nachdem DDT gegen die massive Propaganda von BAYER (DDT rettet Leben, weil es Malaria übertragende Mücken tötet) verboten wurde, setzt der Konzern seit Mitte der achtziger Jahre massiv auf Pyrethroide. Das sind synthetische Nachbauten eines natürlichen Wirkstoffs, der aus der Blüte der Chrysantheme gewonnen wird. Schon in der Antike war die insektizide Wirksamkeit dieses Mittels bekannt. Allerdings sind die künstlich in Chemielabors hergestellten Nervengifte von einem anderen Kaliber als der pflanzliche Blütenextrakt, der unter Sonnenlicht rasch seine giftige Wirkung verliert. Das langlebige synthetische Nervengift Permethrin etwa zählt in den USA zu den 50 giftigsten Stoffen und gilt als krebserzeugend. Und während sich WissenschaftlerInnen in der Bundesrepublik noch über die Langzeitwirkungen des Gifts auf Organe und Nervensystem streiten, werden immer mehr Fälle von Pyrethroid-Geschädigten bekannt.

Gudrun Plank aus Worpswede klagt inzwischen gegen die Herstellerfirma eines Anti-Floh-Mittels sowie die Tierärzte, die ihr das Spray verkauft hatten. "Völlig ungefährlich" sei das Insektizid, wurde ihr gesagt. Und so versprühte Plank drei Liter des Giftes über mehrere Wochen nach Anweisung in ihrer Wohnung - so lange, bis alle Katzen-
flöhe tot waren. Nach nur vier Wochen traten die ersten Vergiftungser-
scheinungen bei der 55-jährigen Malerin auf. Ärzte bescheinigten ihr "Nerven- und Muskelschäden, Gleichgewichtsstörungen sowie erhebliche Leistungsveränderungen durch toxische Stoffe". Ihr Anwalt ist optimistisch, daß seine Mandantin vor Gericht Erfolg hat: "Obwohl das Bundesgesundheitsamt schon Ende der achtziger Jahre vor Langzeit-
pyrethroiden in Innenräumen gewarnt hatte, haben hier weder Tierärzte noch Hersteller ausreichend über die Anwendung des Mittels und seine Folgen informiert." Im Gegenteil: Die Gebrauchshinweise seien geradezu "verharmlosend und irreführend".

Bereits seit einem Jahr ermittelt die Frankfurter Staatsanwaltschaft in einem Großverfahren gegen mehrere Unternehmen, darunter eine Sparkasse und die LUFTHANSA. Die Kabinen und Cockpits von Flugzeugen wurden bislang alle 100 Tage mit einem permethrinhaltigen Mittel ausgegast. Die Konzentrationen in der Wischprobe erreichen leicht 690 Milligramm pro Quadratmeter, eine geradezu atemberau-
bende Menge. Außerdem verlangen weltweit 36 Länder, darunter Australien, Indien und Argentinien, daß vor jeder Landung in der Kabine ein Insektizid versprüht wird. Seit die Frankfurter Ermittlungen im vergangenen Herbst bekannt wurden, haben sich bei der Unabhängigen Flugbegleiter Organisation bereits mehr als 80 Stewardessen und Stewards gemeldet, die über die typischen Symptome einer Pyrethroidvergiftung klagen. Ein medizinischer Gutachter bestätigte den Ermittlern, daß die Erkrankungen auf eine chronische Erkrankung mit Pyrethroiden zurückzuführen seien.
Pyrethroide

Grüsse,
Oregano

Pyrethroide

Oregano ist offline
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Hier noch eine Kurz-Zusammenfassung:

... Pyrethroide werden in der Land- und Forstwirtschaft und in der Zierpflanzenproduktion viel verwendet.
Eine große Rolle spielen diese Schadstoffe in Mitteln für Haus und Garten. Sie sind in Gelsensprays, Ameisenplättchen, -pulvern und –sprays, Mottenschutz, Mitteln gegen Blattläuse auf Rosen und in Hundehalsbändern enthalten. Die meisten Elektro-Verdampfer gegen Fliegen und Mücken arbeiten mit Pyrethroiden.

Diese Produkte müssen gekennzeichnet sein, das heißt, es muss draufstehen, welche Wirkstoffe drinnen sind. Allerdings sind (durchaus erlaubte) Angaben wie 3,4,5,6-Tetrahydrophthalimidomethyl-(1RS)-cis,trans-chrysanthemat (= Tetramethrin) nicht gerade konsumentInnenfreundlich.

Pyrethroide sind in Holzschutzmitteln und in Textilien enthalten. Wollteppiche und als Dämmstoff eingesetzte Wolle werden mit Permethrin und Cyfluthrin1 gegen Motten und Teppichkäfer geschützt. Ein sehr großer Teil der Wollstoffe wird nach Angaben der Industrie mit Pyrethroiden behandelt.
Für das Zeichen „Wollsiegel Qualität“ ist ein Motten- und Käferschutz vorgeschrieben

2. Pyrethroide werden viel in Großküchen, in Lebensmittel verarbeitenden Betrieben, in öffentlichen Räumen wie Hotels, Restaurants und Büros verwendet. Flugzeuge werden mit Pyrethroiden ausgesprüht. Manche Länder verlangen, dass Personal und Passagiere vor der Einreise mit Insektiziden besprüht werden, um das Einschleppen von Krankheiten zu vermeiden. Dafür werden vor allem Pyrethroide verwendet.

Auch Medikamente gegen Kopfläuse und Milben können Pyrethroide enthalten.
Die Bekämpfung von Schaben, Flöhen, Wanzen und Pharao-Ameisen durch professionelle erfolgt häufig mit Pyrethroiden.
www.greenpeace.at/uploads/media/Pyrethroide.pdf

Grüsse,
Oregano

Pyrethroide
Clematis
Weitere Informationsquellen:
"Gesundheitsgefährdung
Pyrethroide sind hochwirksame Nervengifte. Bei Pyrethroid-Vergiftungen wurden folgende Gesundheitsschäden beobachtet:
  • Reizungen der Haut: Kribbeln, Juckreiz, Brennen
  • Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Müdigkeit
  • Nervenschäden wie z. B. Zittern, Zuckungen, Krämpfe, Koma
  • Gefahr eines Lungenödems"
Pyrethroide Nervengifte

"Babys und Kleinkinder reagieren auf Nervengifte besonders empfindlich, weil ihr Nervensystem noch nicht ausgereift ist. Pyrethroide reichern sich im Gehirn an. Kurz nachdem man Pyrethroiden ausgesetzt war, können die Gifte im Blut gemessen werden, sie werden aber relativ schnell abgebaut. Bei Langzeitbelastungen können sie im Fettgewebe gespeichert werden." (Greenpeace)
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Besondere Empfindlichkeit von Kindern

Möglicherweise sind Neugeborene und Kinder durch Pyrethroide stärker gefährdet als Erwachsene; entsprechende Hinweise kommen aus Tierversuchen. Dies könnte mit einem Mangel an Entgiftungsenzymen im Neugeborenenorganismus zusammenhängen. (Quelle Allum)
Pyrethroide als Mottenschutz: EGGBI e.V.
Viele Erkenntnisse zur Giftigkeit von Pyrethroiden stammen aus arbeitsmedizinischen Untersuchungen, beispielsweise an Forstarbeitern, an Arbeitern mit Pyrethroidkontakt in der Verpackungsindustrie, an Schädlingsbekämpfern usw. Auch die Auswertung ärztlicher Meldungen bei Vergiftungen nach § 16e des Chemikaliengesetzes haben dazu beigetragen, toxische Wirkungen von Pyrethroiden bei akuter und chronischer Einwirkung zu charakterisieren (Michalak u. Mit., 1999).

Symptome bei Vergiftungen
Natürliches Pyrethrum und synthetisch hergestellte Pyrethroide sind in erster Linie neurotoxisch, sie wirken als Nervengifte. Bei akuter Einwirkung in entsprechend hoher Konzentration rufen sie vorwiegend Reizungen und Rötungen der Haut und Schleimhaut, Kribbeln und Jucken, Augenbrennen und Atemwegsreizungen hervor.

Wirkungen auf das periphere Nervensystem stehen also im Vordergrund. Diese Empfindungen sind auf die exponierten Hautstellen begrenzt und bilden sich rasch wieder zurück, eine dauerhafte Schädigung wurde bisher nicht beobachtet. Bei chronischer Einwirkung werden das periphere und das zentrale Nervensystem beeinträchtigt, was sich unter anderem in Sensibilitätsstörungen, Kopfschmerz, Schwindel, Angst, Seh- und Hörstörungen, sowie Beschwerden im Magen-Darm-Trakt (Übelkeit) äußern kann (Michalak und Mitarb. 1999). In Tierexperimenten mit hohen Pyrethroid-Dosen sind abhängig vom Pyrethroid-Typ (s. unter "Beschreibung") verschiedene Vergiftungsbilder beobachtet worden:
  • Pyrethroide vom Typ I (beispielsweise Permethrin, Allethrin und Bioresmethrin) erzeugen ein so genanntes T-Syndrom. T steht hierbei für Tremor (Zittern). Es ist vorwiegend das periphere Nervensystem betroffen.
  • Bei Pyrethroiden vom Typ II (beispielsweise Cypermethrin und Deltamethrin) kommt es zum so genannten CS-Syndrom. Das Kürzel CS steht für Choreoathetosis und Salivation, d. h. für unkontrollierte Bewegungen und erhöhten Speichelfluss. Es ist vorwiegend das zentrale Nervensystem betroffen.
Beim Menschen sind diese Unterschiede nicht beschrieben worden. Ein aktuelle Literaturstudie (Frühjahr 2015) zu möglichen gesundheitlichen Auswirkungen einer Belastung mit Pyrethroiden stammt von A.-M. Saillenfait et al. (2015). Die Autoren betonen, dass es bisher nur wenige Studien zu chronischen Wirkungen im Niedrigdosisbereich gibt und dass deren Ergebnisse widersprüchlich sind. Die gegenwärtige Pyrethroid-Forschung konzentriert sich auf reproduktionstoxische Effekte (Samenqualität, Geschlechtshormone, Schwangerschaftsverlauf) sowie auf neurobiologische Auswirkungen bei Exposition in utero.

Besondere Empfindlichkeit von Kindern
Möglicherweise sind Neugeborene und Kinder durch Pyrethroide stärker gefährdet als Erwachsene; entsprechende Hinweise kommen aus Tierversuchen. Dies könnte mit einem Mangel an Entgiftungsenzymen im Neugeborenenorganismus zusammenhängen.

Weitere Wirkungen
Neben den neurotoxischen Wirkungen des Pyrethrums und der Pyrethroide soll die lokale Wirkung von Pyrethrum als Kontaktallergen nicht unerwähnt bleiben. Sie wird möglicherweise durch Verunreinigungen mit Sesquiterpenlactonen verursacht. In der Arbeitsmedizin ist auch ein "Pyrethrumasthma" bekannt. Der Vergleich "Pyrethrum - Pyrethroide" zeigt hier anschaulich, dass Naturstoffe nicht automatisch "gut" und künstlich hergestellte Stoffe automatisch "schlecht" sind.

Belastung mit Pyrethroiden
Im Folgenden soll anhand einiger typischer Anwendungssituationen aufgezeigt werden, welche gesundheitlichen Auswirkungen eine Pyrethroidbelastung haben kann. Dabei sollte allerdings berücksichtigt werden, dass kommerzielle Mittel neben Pyrethroiden in der Regel noch weitere Wirkstoffe, sowie Lösemittel und Zusatzstoffe enthalten, die ebenfalls gesundheitsrelevant sein können. Über (denkbare) Wechselwirkungen der Wirkstoffe untereinander ist bisher wenig bekannt. Schließlich dürfen die Dauer der Exposition und die Menge der tatsächlich aufgenommenen Wirkstoffe/Schadstoffe nicht außer acht gelassen werden.
https://www.allum.de/stoffe-und-ausl...ndheitsrisiken
Gruß,
Clematis


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