Neue gebaute Wohnung, was hilft?

06.05.10 23:52 #1
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dickie ist offline
Beiträge: 375
Seit: 30.09.09
So jetzt benötige ich mal ein paar Tips von Euch: ich ziehe bald in eine neu gebaute Wohnung, eigentlich freue ich mich sehr. Heute war ich zum ersten Mal in der Wohnung, es war heute die Abnahme vom Bauträger.
Ich bin sehr empfindlich auf Chemikalien aller Art, soviel vorne weg.
Die Wohnung selber schien in Ordnung zu sein, im Treppenhaus und gerade im Keller hat es aber sehr gestunken, all das ist aber erst vor zwei Wochen fertigestellt worden und gast wohl gerade kräftig aus.
Zur Sicherheit will ich aber trotzdem in die Wohnung einen Luftreiniger stellen, es ist Fertigparkett verklebt, mit einem Zwei-Komponenten Kleber, der Boden ist jetzt seit einem Monat drin.
Wir ziehen in drei Wochen ein.
Hat jemand von Euch Erfahrungen mit Luftreinigern gemacht? Könnt Ihr eine bestimmte Marke empfehlen und warum? Es geht vor allem darum evtl. VOCs rauszufiltern vom Boden und von den Farben an der Wand.
Jetzt über den Sommer werde ich auch kräftig lüften, ich will aber von vorneherein kein Risiko eingehen, weil ich auch eine chronische Lebererkrankung habe.
Wer hat also mit MCS hat Erfahrungen, auch mit Einzug in eine neu erbaute Wohnung gemacht und den Luftreinigern? Oder spezielle Anstriche etc.?
Vielen Dank für Eure Antworten!

Neue gebaute Wohnung, was hilft?

Datura ist offline
in memoriam
Beiträge: 5.002
Seit: 09.01.10
Hallo, dicki, das Wiki hast Du schon gelesen?

Wohngifte ? Symptome, Ursachen von Krankheiten - Forum, Hilfe, Tipps zu Gesundheit

Ich habe MCS und mit Hepaluftreinigern keine guten Erfahrungen gemacht (Hab sie wieder verkauft- ist allerdings jetzt 10 Jahre her, vielleicht sind sie jetzt besser. Diese Motoren schaffen ja auch nicht unerhebliche Wechselfelder.) Fenster auf (wenn Du gute Außenluft hast) ist besser.

Gute Filter gibts auch hier:
Luftreiniger, Aktivkohlefilter, Ersatzfilter, Luftreiniger Hepa gegen Pollen und Hausstaub

Dort gibts auch ein Forum, wo man nach Erfahrungen fragen kann.

In eine Neugebaute Wohnung würde ich nicht ziehen, schon das "Fertigparkett mit Zweikomponentenkleber" lässt mir die Haare zu Berge stehen. Außerdem die eingeschäumten Fenster und vieles mehr.

Die Wände sind sicher mit Kalksandstein gebaut? Die sind plangeschliffen und mit Kunstharzkleberhaltigem Mörtel geklebt. Das gast zwar nach einigen Jahren aus (auch die Isocyanate aus den Schäumen).

Kannst Du mal in der Wohnung schlafen, ums auszuprobieren? Oder sind die Verträge schon geschlossen und es gibt kein zurück mehr? dann hilft nur ausprobieren, verdrängen und notfalls wieder umziehen.

Viel Glück
Krissi

Neue gebaute Wohnung, was hilft?

dickie ist offline
Themenstarter Beiträge: 375
Seit: 30.09.09
Danke erstmal aber ganz so schlimm ist es nicht. Die Wände sind aus Ziegel, die Fensterrahmen sind nicht eingeschäumt ( ein Fensterahmen steht noch offen ohne Putz) da konnte man das sehen.
Auch der Zwei Komponenten kleber ist wohl nicht ganz so schlimm. Ich war gestern zwei Stunden in der Wohnung, und es ging ohne Übelkeit. Im Gegensatz zum Keller....
Ich habe auch schon Kontakt mit einer Baubiologin, die auch schon meinte, daß notfalls ein Luftreiniger her muß. Habe heute mit einer Firma telefoniert, die so ein System anbieten, der Preis ist halt kraß...
Jetzt über den Sommer wird sowieso gelüftet, die Wohnung ist am Stadtrand, die Luft draussen also ok.
Ich habe leider keine andere Wahl, als dort hinzuziehen, die Wohnung liegt näher zur Arbeit meines Mannes und zu meinen Schwiegereltern. Und die Wohnung hat mein Schwiegervater gekauft und uns angeboten, dort einzuziehen. Die Miete ist dann sehr günstig und es liegt im Grünen, hier in der jetzigen Wohnung bin ich mitten in der Stadt, das Fenster zur Straße kann man sowieso nicht mehr öffnen, es ist also auch nicht so rosig. Ausserdem ist hier im Altbau die Leitungsspannung zu hoch, also zuviel Strom auf den Leitungen, was sicher auch nicht so toll ist.
Leider bin ich mit der Leber krank und kann mich nur sehr eingeschränkt kümmern. Und die Familie glaubt mir natürlich nicht, daß ich so empfindlich auf Chemikalien bin.
Ich werde jetzt mal die Links durchklicken, danke dafür!

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Datura ist offline
in memoriam
Beiträge: 5.002
Seit: 09.01.10
Was ist denn das für ein außerirdischer Bauherr, der die Fenster nicht einschäumt und nicht mit Kunstharzkleber "mörtelt"? Gratuliere!

Vielleicht ist die Wohnung tatsächlich in Ordnung, ich weiß auch, dass es äußerst schwierig ist, eine gesunde Wohnung zu finden.

Wenns geht, würde ich die Wände mit Streichlehmputz streichen, gibts im Ökobaubarkt. Da kannst Du vieles schonmal reduzieren (Tapetenkleister, Rauhfaser, Farbe- ist für chemieempfindliche alles nicht ohne).

Viel Glück!!
Alles gute
Krissi

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Adrijan ist offline
Beiträge: 27
Seit: 27.04.10
Wichtig ist, aber das du schon selbst angemerkt, ist gutes Lüften.

Ich würde mir einen Ventilator ins Haus/Fenster stellen, dann ist die Luftwechselrate höher.


Den Keller solltest du nur Nachts lüften, wenn es draußen kälter als drinnen ist.
Wenn es draußen warm ist, die Fenster des Kellers geschlossen halten.
Ansonsten lauern schon die Schimmelpilze.

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dickie ist offline
Themenstarter Beiträge: 375
Seit: 30.09.09
Ja das mit dem Ventilator habe ich mir auch schon überlegt. Das mit dem Keller wußte ich nicht, ich dachte eher an Lüften im Sommer tagsüber und nachts zu wegen der Feuchtigkeit am frühen Morgen...
Ich habe ja jetzt schon einen Venta Luftwäscher, mit dem bin ich sehr zufrieden, was die Luftqualität betrifft. Allerdings nur mit einem selbst konzipierten Reinigungsmittel, auf das der Firma bin ich allergisch. Aber in der neuen Wohnung ist Styropor an den Aussenwänden, ein Luftbefeuchter wird da wohl eher nachteilig sein und die dann evtl zu hohe Luftfeuchte ist auch wieder nichts.
Wegen den Luftreinigern: ich werde wohl den IQAir Luftfilter nehmen, habe da heute mit der Vertriebsfirma telefoniert. Die hätten mir das "Luxus"modell empfohlen, welches 1500 Mille kostet. Das filtert wohl alles raus, auch Lösungsmittel. Aber der Preis übersteigt meine Schmerzgrenze bei weitem. Es wird wohl das "günstiger" Modell für 1100 Mille werden. Am liebsten hätte ich ein bestimmtes Gerät aus Amerika, kost nur die Hälfte und ist wohl auch sehr gut. In den USA wird auch diese ganze Geschichte mit Chemikalienempfindlichkeit viel ernster genommen, die Geräte sind auch durch die Bank VIEL billiger. Hier habe ich das Gefühl, daß einem das Geld ein bischen aus der Tasche gezogen wird. Nach dem Motto, da benötigt jemand ein spezielles Gerät und er ist sicher bereit aufgrund seiner Erkrankung, viel Geld dafür zu bezahlen. Daweil hat man gerade in einer gesundheitlich belastenden Situation meistens Ebbe in der Kasse ( mir gehts halt so)... Das Problem was ich auch habe ist, mein Mann ist Pollenallergiker, im Sommer lüften geht nur begrenzt und ich will nicht die Fenster mit dieser Pollennetzgeschichte überspannen, auch wieder nur Plastik und obs wirklich hilft?
Die Baufirma hatte wohl ganz früher Ärger wegen Schadstoffen in den Materialien und da wurden wohl einige Konsequenzen gezogen. Wir haben sogar Holzfenster und keine Plastikfenster.
Aber gesund ist sicher immer noch was anderes, siehe Bodenbelag.
Eigentlich wäre ich gerne in ein Genossenschaftsprojekt hier in München gezogen, die haben einen ganzen Wohnkomplex "öko" gebaut. Leider konnte ich da die Familie nicht überzeugen....

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pita ist offline
Beiträge: 3.128
Seit: 08.04.07
Zitat von dickie Beitrag anzeigen
Ich habe ja jetzt schon einen Venta Luftwäscher, mit dem bin ich sehr zufrieden, was die Luftqualität betrifft. Allerdings nur mit einem selbst konzipierten Reinigungsmittel, auf das der Firma bin ich allergisch.
Hallo dickie

Mich würde deine selbst konzipierte Rezeptur interessieren .

Liebe Grüsse
pita

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Oregano ist offline
Beiträge: 63.690
Seit: 10.01.04
Hallo dickie,

die Venta-Luftwäscher haben eine hervorragende Werbung, aber nicht unbedingt einen hervorragenden Ruf. Es ist sicher gut, daß Du dein eigenes Reinigungsmittel kreiert hast, denn die Rezeptur des Mittels von VENTA scheint mir dubios und ist auch nicht herauszukriegen.

Ich denke, man muß sehr vorsichtig mit diesem Luftwäscher sein, weil er wirklich häufig gereinigt werden muß, damit die Sache hygienisch einwandfrei bleibt und weil zu viel Wasser auch wiederum nichts taugt.

http://www.symptome.ch/vbboard/gifte...denen-sto.html

Grüsse,
Uta

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dickie ist offline
Themenstarter Beiträge: 375
Seit: 30.09.09
Ha da kann ich aber doch mein Wissen weitergeben ( habe ein wenig Ahnung von Chemie, ist also durchdacht). Folgendes: damit der Luftwäscher funktioniert, muß die natürliche Spannung des Wassers aufgehoben werden, dh es muß Seife mit dazu. Eine kleine Menge reicht da schon. Wegen der Bakterien und Schimmelpilze ist es folgendes: das Reinigungsmittel sollte kein Zuckertensid sein, auch keine Verdicker oder sowas enthalten. Wegen meiner Parfumallergie auch keinen Duftstoff. Ein Reinigen und kompletter Wasserwechsel zweimal in der Woche, wenn das Ding über Nacht läuft, sollte sogar theoretisch reichen,weil: das Wasser ist kalt, und durch das System findet eine ständige "Durchlüftung" statt. Aber jetzt kommt der Clou: normales Haushaltsalz mit Jodzusatz ( nicht mit Fluor und nicht mit Folsäure, auch kein Meersalz, es muß raffiniert, also gereinigt sein) mit ins Wasser kippen, etwa 100 - 300 gr pro Wasserfüllung. Das Salz und der geringe Jodgehalt reichen völlig aus, um jedes Wachstum zu verhindern.
Um einen Effekt für die Atemluft zu erhalten, habe ich am Anfang 500 gr ins Wasser gekipppt, was zuviel war. Da hat sich das Salz dann auch am Ventilator gesammelt und die Reinigung war dann eklig. Ausserdem ist die Halteschraube des Ventilators gerostet. Trotzdem ist aber nichts kaputt gegangen. Am Anfang dachte ich noch, daß der Motor wegen dem Salz kaputt gehen könnte, war aber nicht. Das Ding läuft und läuft.
Als Seife nehme ich ein Bio Geschirr Hand Spülmittel ohne alles ( hier in München von Tagwerk) ich hatte aber am Anfang das Spüli von DM ohne Duftstoffe, das ging auch. Es reichen zwei oder drei Tropfen, sonst schäumt es schonmal wie in der Badewanne...
Mit der Qualität der Verarbeitung des Gerätes bin ich sehr zufrieden, wie gesagt, es hat einen "Salzschaden" überlebt, was schon was heißt. Und die Qualität der Luft verbessert sich sehr. Man muß nur aufpassen, daß wenn man im Neubau wohnt, die Luft nicht zu feucht wird, am besten mit einem Hygrometer. Die Duftölmischungen von Venta von Taoasis kann ich empfehlen, damit habe ich gute Erfahrungen gemacht,greift auch nicht das Plastik an. Aber das Reinigungsmittel der Firma ist wirklich eine Frechheit: ursprünglich habe ich das natürlich auch benützt, mit der Wirkung, daß ich grünen Algenbewuchs im Gerät hatte. Und zwar nach zwei Tagen. Der Kundendienst der Firma hat nur mit den Schultern gezuckt, und gemeint, da hilft nur alle zwei Tage das Wasser wechseln. Das habe ich halt nicht auf mir sitzen lassen und mir obiges überlegt, und wie gesagt, es funktioniert prima. Teilweise haben wir das Wasser zehn Tage oder länger drin, nix stinkt, nix wächst. Die kleinste Stufe ist prima, man kann damit auch schlafen. Mein Mann hat definitiv weniger Probleme mit seiner Pollenallergie, wenn das Ding über Nacht läuft. Mir gefällt das System auch gut, weil es keine Matten hat. Die Systeme mit Matten lehne ich ab, weil sich da Bakterien und Pilze sammeln ( selbst mit Silber versetzt) und das verdunstet man dann direkt in die Luft. Ich verstehe auch nicht, warum Venta offensichtlich das Problem mit dem Reinigungsmittel nicht in den Griff bekommt.


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