BfR zu Formaldehyd

12.05.06 21:30 #1
Neues Thema erstellen
BfR zu Formaldehyd

Oregano ist offline
Themenstarter Beiträge: 63.714
Seit: 10.01.04
Hallo trikl,
gut, daß Du so frei von Ängsten vor Giften bist. Es möge so bleiben!

Die KATALYSE u.a. scheint das anders zu sehen:
Formaldehyd


Die "Allround-Chemikalie" F. (chemische Formel: HCHO oder CH2O) ist ein wasserlösliches, sehr reaktionsfreudiges, säuerlich-stechend riechendes Gas.

Es gehört zur Gruppe der Aldehyde und kommt meist in 35 %iger wäßriger Lösung als Formalin in den Handel. F. ist als Grundstoff für industrielle Synthesen von großer wirtschaftlicher Bedeutung, u.a. weil es leicht polymerisierbar und daher gut als Ausgangsstoff für Kunststoffe geeignet ist.

In Deutschland werden rund 600.000 Tonnen/Jahr hergestellt. F. wird in zahlreichen Produkten wie Kunststoffen, S. werden durch Verpressen von Holzspänen unter Zugabe von Bindemitteln hergestellt. Spanplatten, Textilien, Als Leder werden Tierhäute bezeichnet, die durch chemische Behandlung (Gerben) fest, flexibel, dehnbar, porös und haltbar gemacht werden. Leder, Kleb- und Schaumstoffen, Der Anwendung von K. und Körperpflegemitteln liegt der Wunsch zugrunde, die gesunde Frische der Jugend zu erhalten, besonders hervorzuheben oder auch nur vorzutäuschen. Kosmetika und Körperpflegemitteln, Der Farbeindruck wird durch Farbmittel (Pigmente) hervorgerufen, welchen, um sie als Mal-F. verwenden zu können, Bindemittel zugemischt sind. Farben, Wasch- und Reinigungsmitteln eingesetzt. In der Medizin wird F. zur Unter D. versteht man die Abtötung oder weitgehende Reduzierung der Zahl von Erregern übertragbarer Krankheiten. Desinfektion, Unter S. versteht man das irreversible Inaktivieren aller vermehrungsfähiger Mikroorganismen. Sterilisation und Konservierung verwendet. Die Chemikalienverbotsverordnung schreibt vor, dass Wasch-, Reinigungs- und Pflegemittel mit mehr als 0,1 % F. sowie Textilien mit mehr als 0,15 % gekennzeichnet werden müssen.

F. entsteht auch als Nebenprodukt bei fast allen Verbrennungsprozessen (v.a. bei Holzfeuerstätten) und ist sowohl in Abgasen von Autos und Gasbrennern als auch im Das Rauchen von Tabakwaren stellt nicht nur für den Rauchenden eine große Gesundheitsgefährdung dar, sondern erfüllt durch den Zwang zum Passivrauchen in Innenräumen den Tatbestand einer langfristigen Körperverletzung. Tabakrauch zu finden. Die natürliche Konzentration von F. in kontinentaler Reinluft liegt bei etwa 0,001 ppm, für Den Landesregierungen ist nach Bundesimmissionsschutzgesetz die Möglichkeit gegeben, bestimmte Gebiete zu B. zu erklären, in denen durch Luftverunreinigungen in besonderem Maße schädliche Umwelteinwirkungen hervorgerufen werden können. Belastungsgebiete ergeben sich durchschnittliche Konzentrationen von etwa 0,01 ppm.

Der Einsatz von F. in Baustoffen und als Inhaltsstoff in Harnstoff-Formaldehyd-Harzleimen bei der Herstellung von Möbeln, Spanhölzern, Tischlerplatten, Sperrhölzern und sonstigen Holzwerkstoffen sind die häufigste Ursache für die Schadstoffbelastung in Innenräumen. Auch säurehärtende Lacke und UF-Ortsschäume können zur F.-Belastung beitragen. V.a. in Innenräumen sind F.-Belastungen gesundheitlich relevant, meist werden F.-Konzentrationen von 30-80 µg/m3 in Innenräumen gemessen.

In Abhängigkeit von den Emissionsquellen können auch bis zu 3.000 µg/m3 erreicht werden. Zwei siehe Tabakrauch.Zigaretten erhöhen in einem 30 m3 großen Wohnraum die F.-Konzentration um bis zu 100 µg/m3. Zur Begrenzung der max. zulässigen Konzentration in Innenräumen wurde 1997 vom Das B. (BGA) war bis 1994 die zentrale staatliche Forschungseinrichtung Deutschlands auf dem Gebiet der öffentlichen Gesundheitspflege.Bundesgesundheitsamt ein Richtwert von 0,1 ppm bzw. 0,12 mg/m3 empfohlen. Zur Umsetzung dieser Empfehlung wurden u.a. Richtlinien zur Klassifizierung von S. werden durch Verpressen von Holzspänen unter Zugabe von Bindemitteln hergestellt. Spanplatten (E1, E2 usw.) hinsichtlich ihrer F.-Abgabe erarbeitet.

F. ist in der MAK-Liste unter Abschnitt III-B „Stoffe mit begründetem Verdacht auf krebserzeugendes Potential“ aufgeführt. Der MAK-Wert ist auf 0,5 ppm bzw. 0,6 mg/m3 festgesetzt. Die Stoffe bzw. Faktoren, die einen Krebs verursachen können.karzinogene Wirkung von F. wurde in Tierversuchen bei Ratten und Mäusen bei hohen Konzentrationen nachgewiesen. Bei Große Gruppe einzelliger, haploider (einfacher Chromosomensatz, Chromosomen) Organismen, oftmals mit Plasmiden, aber ohne echten Zellkern.Bakterien, Insekten und bestimmten Pflanzen sowie menschlichen Zellkulturen ließen sich mutagene Wirkungen nachweisen. Ein Risiko der Fruchtschädigung ist bei Einhaltung des MAK-Wertes nicht zu befürchten (MAK-Liste Abschnitt C). Da Untersuchungen bei empfindlichen Personen bereits eine Beeinträchtigung des Wohlbefindens ab 0,05 ppm aufzeigen, erscheint eine Herabsetzung der R. besitzen ein wesentlich geringeres Maß an Verbindlichkeit als Grenzwerte. Richtwerte dringend notwendig.

Die Geruchsschwelle (stechend) von F. liegt bei 60 µg/m3. Erste körperliche Reaktionen bei einer F.-Belastung können schon ab 0,03 ppm auftreten und äußern sich in Augen- und Schleimhautreizungen (Schwellung der Nasenschleimhäute, Hustenreiz), weiter können Atembeschwerden und unspezifische Symptome wie Unwohlsein und Kopfschmerzen auftreten. Längerfristig kann F. allergische Reaktionen gegen andere Substanzen begünstigen ("Promotoreffekt"). Allergien durch F. entstehen nur bei direktem Kontakt mit flüssigem F. (F. ist die 35-40%ige wäßrige Lösung von Formaldehyd, die z.B. für Desinfektionsmaßnahmen (Desinfektion) eingesetzt wird. Formalin ) und zählt zu den häufigsten Berufsallergenen und kann eine allergische Kontaktdermatitis (Typ IV) und einen Kontakturtikaria (Typ I) auslösen.
Umweltlexikon-online.de: Formaldehyd

Formaldehyd

Natürlich gibt es Menschen mit einem intakten Immunsystem, die mit Formaldehyd keine Probleme haben. Wobei Langzeitwirkungen anders aussehen können als das Befinden nach kurzzeitiger Exposition.
Es gibt aber viele Menschen, die sowieso schon empfindlich auf Chemikalien reagieren, weil sie einfach zu vielen davon ausgesetzt waren und sensibilisiert darauf sind. Unsere Umwelt ist ja nicht gerade die sauberste,und irgendwann wird es eben dann zu viel für den einen oder anderen. Meiner Meinung nach gibt es von den "anderen" inzwischen mehr als von den "einen"...

Gruss,
Uta

BfR zu Formaldehyd
u.s.
Zitat von Alanis Beitrag anzeigen
uta, das ist echt entmutigend. man möchte am liebsten in den wald ziehen, und selbst dort ist man vor gift nicht sicher.
warum tun sie uns das nur an?
Ich denke, "wir" tun uns das selbst an, schließlich kaufen "wir" den ganzen Mist ja auch. Die Nachfrage regelt das Angebot. Man kann heute nur gesund einkaufen, wenn man weiß, was krank macht. Also kommt es letztendlich immer auf die Aufklärung der Bevölkerung an. Jedoch ist das Problem bei Umweltgiften, dass sie primär auf das Gehirn wirken (Buchtipp: Christopher Williams: Endstation Gehirn). Daher ist es ein Teufelskreis. Nur Intelligente können die eigene Hirnschädigung mit einem vergifteten Gehirn durchschauen. Praktisch bedeutet das Selbstkritik - nach Giftentfernung und -meidung versteht man plötzlich die anderen mit ihrem dekadenten Umgang mit der eigenen Gesundheit nicht mehr.

ciao

-Ulf

BfR zu Formaldehyd

Alanis ist offline
Beiträge: 2.343
Seit: 02.03.04
@trikl: ja, find ich schön, dass du deinen spaß hast, trikl. aber die leute, die allgemein so krank sind, dass sie auf fast alle chemikalien überempfindlich reagieren, finden das sicher weniger lustig. mich eingeschlossen -.-

@u.s.: ich finde, dass es einem mit der entscheidung für giftfreie nahrungsmittel nicht gerade einfach gemacht wird, eben durch die versteckten gifte. auch wenn man es weiß, ist es manchmal kaum möglich, es zu vermeiden. es ist auch nicht jeder finanziell fähig, sein haus giftfrei zu renovieren oder ggf. einfach umzuziehen, so ist doch die realität. alles andere ist doch wunschdenken.

BfR zu Formaldehyd
u.s.
Einfach ist es sicher nicht, da hast Du recht. Wenn man es nicht mehr schafft, ist es leider Schicksal.


Optionen Suchen


Themenübersicht