Schadstoffarme Hausrenovation?

28.11.04 13:09 #1
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Elfe ist offline
Beiträge: 719
Seit: 08.10.04
hallo zusammen!

- ist das überhaupt möglich?

Wir ziehen nächsten Herbst in das uralte renovationsbedürftige Haus meiner verstorbenen Oma. Ich möchte, dass das Haus bei der Renovation nicht neu mit Schadstoffen belastet wird, da ich wahrscheinlich sensibel darauf reagieren würde. Ich habe schon eine Schadstoffbelastung in meiner Vorgeschichte, und habe Probleme damit. Ich möchte in Zukunft möglichst schadstoffarm leben... (tja, wer will das wohl nicht, gelle)

Worauf muss ich nun bei der Renovation achten?

Im ganzen Haus werden die Wände und Decken abgelaugt (alles Holzwände) und frisch gestrichen:

- gibt es sozusagen "Bio"-Farben um die Wände frisch zu streichen?

Die Holzböden werden überall abgeschliffen und versiegelt oder poliert.
Wir bekommen neue Fenster, neue Plattenböden, eine neue Küche und ein neues Bad.

- worauf muss ich achten?

Ich bin sehr froh um Eure Hilfe, Tips, Erfahrungswerte, Links etc.

ganz herzliche Grüsse und vielen Dank...
Elfe

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Schadstoffarme Hausrenovation?

jontev ist offline
Beiträge: 83
Seit: 21.02.04
Zweites Hallo an Elfe im alten Haus,
wie alt ist das Haus denn genau? Du schriebst irgendwo was von 1950, das wäre ja noch eher neu oder war das die letzte Sanierung?
Wenn eine große Sanierung durchgeführt werden soll, ist der Rat eines oder einer Baubiologin, die sich das Haus auch ansehen kann, durchaus zu empfehlen. Ich habe z.B. vor einigen Jahren auf diesem Weg vom Heizen mit Holzpellets gehört, was ich sehr empfehlen kann und von der Benutzung von Heizleisten statt der meist üblichen Heizkörper, was ich auch sehr empfehlen kann..
Es gibt eine Menge Baumaterialien, die schadstoffarm sind, meistens leider auch ziemlich teuer. Aber wenn geplant ist,in dem Haus viel (Lebens-)Zeit zu verbringen, ist es sehr wichtig, dass man sich nicht allzu sehr mit unverträglichen oder krank machenden Stoffen umgibt.
In Öko-Test findest Du zu sehr vielen Baumaterialien Tests, die meist auch beschrieben, auf welche Stoffe man achten soll, welche möglichst nicht in Wohnräume sollen usw. (Bei einer Generalsanierung ist zu überlegen, ob ggf. auch das Rohrsystem erneuert werden kann, wenn vielleicht ohnehin viel aufgerissen und neu verlegt wird?? Ist jedenfalls jetzt vernünftiger als in ein paar Jahren.)
In den meisten größeren Städten gibt es einen (oder mehrere) Naturbauläden, es gibt das alternative Branchenbuch in D (ich habe nicht im Kopf, ob Du aus D bist oder aus CH?). Dort findest Du auf jeden Fall Anregungen, was z.B. Farben, Holzfußböden etc. betrifft.
Alles Holz im Haus sollte so wenig wie möglich behandelt sein, je weniger Farbe oder Beize etc. drauf ist, desto weniger Schadstoffe daraus können ausdampfen. Unbehandeltes bzw, unversiegeltes Holz kann auch zur Regulierung der Luftfeuchtigkeit in Räumen beitragen.
Wände können auf Lehmbasis verputzt werden, Gipsputz ist auch eine passable Möglichkeit.
Die Feuchträume so wenig wie möglich versiegeln bzw. zufliesen, da so die Wände nicht "atmen" bzw. Feuchte ausgleichen können. Fliesen nur da, wo direkt Spritzwasser zu erwarten ist, also nicht an der Decke oder auf der ganzen Höhe des Bades.
Bei vielen Baustoffen kann man sich auch auf das eigene Gefühl verlassen: riechen sie gut (also nicht scharf, "chemisch" oder so, dass sie ein "Schnüfflerherz" erfreuen), fassen sie sich gut an (kein Juckreiz auf der Haut oder in den Augen oder ist gar Schutzkleidung zur Verarbeitung ratsam)?
Auch Baumaterialien, die wir in Verkleidungen oder sonstwo angeblich sicher "verstecken", kommen irgendwann wieder ans Tageslicht und belasten spätestens dann andere Menschen - wie die Bleirohre uns.
Auch bei Möbeln, Teppichen oder anderen Bodenbelägen lieber vorsichitg sein. Darüber wurde im Forum ja schon manchmal diskutiert.
Erstmal liebe Grüße von meiner Lebnsbaustelle - Jontev.


Schadstoffarme Hausrenovation?

Elfe ist offline
Themenstarter Beiträge: 719
Seit: 08.10.04
hallo jontev!

Vielen Dank für Dein Interesse und die guten Tips! Hmmm, ich hab eigentlich schon gestern zurückgeschrieben, aber es ist irgendwie wieder weg...?!? :? Schade, denn ich hab ziemlich viel geschrieben... hm, grübel, was hab ich denn geschrieben... %)

Also, das Haus muss so gegen die 200 Jahre alt sein. Es war früher ein Laden und wurde um 1900 in ein Wohnhaus umgebaut. (Mein Grossvater ist 1905 in seinem späteren Ehe-Schlafzimmer zur Welt gekommen und im gleichen Zimmer 1989 verstorben!) Ich glaube ca. 1950 kamen die sanitären Anlagen dazu. Es wurde seither nie oder kaum irgendwas renoviert, soviel ich weiss. Es sieht zur Zeit wirklich ziemlich heruntergekommen aus. Aber es macht nichts, ich liebe dieses Haus und würde es so gerne wieder herstellen und darin leben, wenn es dann inwendig fast wie neu ist...

Eine Baubiologin zuziehen finde ich eine sehr gute Idee. Es ist halt sicher wieder mal eine finanzielle Frage... mein Vater wird das wohl kaum bezahlen wollen, ich glaube, er steht nicht so auf Baubiologie... %) Er hatte aber bis vor kurzem ein Baugeschäft und müsste sich eigentlich schon etwas auskennen. Mal sehen...

Eine neue Heizung will er nicht installlieren, obwohl die auch ziemlich alt ist. Man kann mit Oel oder mit Holz heizen, aber für Holzpellets bräuchte es dann eine Spezialheizung, oder? Es ist übrigens eine Zentralheizung mit Heizkörper in jedem Zimmer.

Was mich zur Zeit mehr wurmt, ist die Tatsache, dass das Haus nicht isoliert ist. Ich bin der Meinung, dass man in den meisten Zimmern die Aussenwände (also inwendig) isolieren und zBsp. täfern oder verputzen sollte. Und der Dachboden: Isolationsmatte drauf und Boden drüber. Vom Budget her entscheide ich mich lieber für die Isolation als für ein zweites Badezimmer... was meinst Du? Die Heizkosten sind ja sonst immens... Mein Mann will das Holz lieber nicht natur belassen, er will am liebsten alles weiss streichen, damit alles heller wirkt. Mir persönlich gefällt aber das naturbelassene Holz sehr gut und ich will so wenig Farbe (Chemie) wie möglich. Wie ist es wohl mit einer hellen Lasur? Hellt das gut auf und kann dann das Holz noch atmen?

Die vielen Holzböden (Bretterböden und ein Parkettboden im Wohnzimmer) sollen abgeschliffen bzw. poliert und versiegelt werden. Es sollte ja auch möglichst pflegeleicht sein. Im Eingangsbereich, Küche und Bad hingegen kommt ein Steinplattenboden hin.

Ich freu mich sehr auf die Renovation und finde es toll, dass wir mitbestimmen können bei der Auswahl der Materialien... Das Haus gehört ja meinem Vater und wir werden zur Miete sein. Nur mein Mann ist leider nur halb so begeistert... schade! Ich hoffe er lässt sich noch etwas anstecken von mir! :)

Wie stehts denn bei Dir, auf Deiner Lebensbaustelle? ;) Wohnst Du auch in einem alten Haus?

Also dann mal liebe Grüsse
Elfe
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Oregano ist gerade online
Beiträge: 63.709
Seit: 10.01.04
Hallo Elfe,
das ist eine wunderschöne Aufgabe, die Du da vor Dir hast, wenn auch keine einfache.
Vielleicht hilft Dir dieses Heft von Öko-Test ein Stück weiter beim Informieren:
http://www.verbrauchernews.de/artikel/0000017437.html ?

Ich finde es sehr wichtig, daß man weiß, wie z.B. Böden letztlich versiegelt werden (im Lack ist viel Chemie...), oder wie Fliessen geklebt werden, oder wie man ein Dach isoliert usw.
Da hat sich in den letzten Jahren viel getan...

Grüsse,
Uta :)

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Elfe ist offline
Themenstarter Beiträge: 719
Seit: 08.10.04
Herzlichen Dank, Uta! Ich schau da gleich mal rein! :)

Einen wunderschönen Tag wünscht Dir
Elfe ;)
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Pius Wihler ist offline
Beiträge: 1.019
Seit: 24.09.04
Wouw, hier hast du aber ein grosses Thema angeschnitten.

Zuerst ein Hinweis auf den Satz von deinem Mann, dass er offenbar nicht so begeistert ist. Unterschätze diese Botschaft nicht und investiere zuerst in diesen Teil, da du sonst viel Herzblut in DEIN "Familienhaus" investierst und dies für ihn nie die selbe Bedeutung hat wie für dich. Eure Beziehung solte dadurch nicht belastet werden.

Nun zum Thema Bauen. (Niedrigenergie-Planen war früher mein Beruf)
Ich spreche dabei dich, Elfe, nicht persönlich an.
Ich kann nicht gross darauf eingehen, will nur einige Sachen zur Anregung mitgeben.
Ich finde es gut, darauf zu achten, sich nicht unnötig zusätzlich zu belasten. Manchmal erscheint mir die Baubiologiewelle auch wie ein ins "Aussen" verlagertes, inneres Problem.

In einer TV-Dok über Baubiologie sagte der Moderator am Schluss: "Wenn nur EINE Person in diesm Haus raucht, können Sie das soeben gehörte alles wieder vergessen, denn damit bringen Sie die grösste Schadstoffbelastung wieder ins Haus". Folglich kann Mann/Frau viel Geld sparen beim (Baubiologisch-) Bauen und es dafür fürs Rauchen ausgeben... ;)

Das "Atmen" der Wände wird völlig überbewertet. Das Abführen von Raumfeutigkeit (darum geht es vor allem beim Lüften und erst als zweites um den Sauerstoff) muss über das kurze "Stosslüften" geschehen. Der im maximalen mögliche Feuchtetransport durch "atmende" Wände liegt POTENZEN auseinander!!

Ich möchte dich davor warnen, dein Haus INNEN zu isolieren. Wenn das nicht richtig ausgeführt wird, kannst du es damit innert weniger Jahre "zu Tode" sanieren. Wenn die Dampfsperren nicht Luftdicht abgeklebt werden, gibt es Kondensationsprobleme, und die Balkenauflager können abfaulen, weil der Kondensationspunkt durch die Innenisolation nach innen verlagert wird! ~0 Ja, genau sollten deine Augen jetzt auch aussehen... :) Also lieber nichts, als etwas falsches.
Prüfe, ob du das Haus AUSSEN isolieren kannst, dann hast du bei richtiger Ausführung keine bauphysikalische Probleme! Das kann ich die sehr empfehlen.
Wenn alle Gebaüde in der Schweiz isoliert würden, könnte pro Jahr die Hälfte des Heizölverbrauchs eingespart werden. Diese Menge entspricht einen Zisternenwagenzug von 2000 km Länge pro Jahr!!! (=Sizilien bis London!)

Versiegelungen sind genau zu prüfen, wegen Ausdünstungen.

Falls Bleirohre drin sind: unbedingt auswechseln.

Nun, das reicht mal. Lieber jetzt etwas verunsichern, gut überlegen, als nachher etwas bereuen.
Trotzdem viel Freude wünscht dir Pius

Betr. verschwinden von Beiträgen: ich schreibe "offline". Dann kopiere ich den Beitrag zuerst, vor ich neu verbinde; so hab ich ihn dann noch, wenn er verschwunden sein sollte. Ev. kannst du ihn mit "zurück" auch nochmals finden. Ich kenne dieses Problem und kann es so lösen.
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Gib einem Hungernden einen Fisch, und er hat zu Essen für einen Tag.
Lehre ihn angeln, so hat er zu Essen für das ganze Leben.

Einen schönen Tag wünscht Dir Pius

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jontev ist offline
Beiträge: 83
Seit: 21.02.04
Hallo Elfe,
einen Gruß zum Advent an Dich.
Euer Haus ist ja wirklich richtig alt und hat für Dich sicherlich und naturgemäß einen anderen Stellenwert als für Deinen Mann.
Das Zusammenleben mehrerer Generationenin einem Haus ist dann ja auch schon wieder so ein "großes" Thema, egal, ob das Haus neu oder alt ist, wobei bei einem neuen Haus vielleicht bei der Planung bestimmte Wünsche und Bedürfnisse der verschiedenen Familien berücksichtigt werden können.
Ich wünsche Euch jedenfalls, dass es für alle ein gutes Wohnen und Leben in dem alten Haus werden kann. Für mich hätte das jedenfalls auch etwas faszinierendes.
Mein Haus ist kein neues mehr, aber alt würde ich es auch nicht nennen, rund 55 Jahre hat es wohl erlebt. Seit ich/wir vor 20 Jahren dort eingezogen sind, hat das Bauen nicht aufgehört bzw. wurde nur immer mal von Zeiten intensiverer Berufstätigkeit unterbrochen.
Den Dachboden habe ich auch teilweise isoliert, kommendes Jahr soll es weiter gehen. Derzeit ist es einfach zu schnell dunkele, als dass ich abends da noch was tun könnte und an den Wochenenden will ich auch Zeit für die Kinder haben.
Pius hat Recht, es wird zuerst versucht, die Außenwände auch außen zu isolieren, nur, wenn das nicht geht (z.B. bei -womöglich denkmalgeschütztem- Fachwerk außen o.ä.) kann man sich über einbe Innenisolierung Gedanken machen.
Und das Lüften sollte m.M. auch in erster Linie über Fenster öffnen per Stosslüftung oder kurzzeitigem Durchzug erfolgen.
Ich bin auch keine Freundin von technisch geregelter Be- und Entlüftung. Das ist aber eine Bauchsache bei mir, ich mag einfach nicht noch mehr Technik (die ja auch irgendwann repariert werden muss und immer Strom verbraucht) im Haus, wenn man noch Fenster (bei einem alten Haus sind z.B. nach außen öffnende Fenster sehr passend und auch sonst zu empfehlen - die schließen sich fester, wenn der Wind drauf drückt im Gegensatz zu den Kipp-Drehern nach innen) hat, die sich öffnen lassen und so auf "gute, alte Art" vernünftig und preisgünstig lüften kann.

Im viel belaufenen Bereich sind Steinfußböden wirklich günstiger, weniger empfindlich und leichter zu reinigen. Holz kann(muß?) abgeschliffen werden, ich würde es dann nur z.B. mit Hartöl ölen und nicht versiegeln. Aber das ist nur eine Möglichkeit. Wenn es mehr im Innenbereich liegt, ist es ja auch nicht den stärksten Belastungen ausgesetzt. Außerdem finde ich "Spuren des Lebens" in gewissem Maß durchaus schön.

Meinst Du mit der Isolierung des Dachbodens, dass im Spitzboden eine begehbare Ebenen angelegt und diese isoliert werden soll? So ähnlich habe ich`s gemacht, damit ich den Spitzboden nicht mit heize. Es soll auch fürs Haus gut sein, wenn es nicht bis in den letzten Winkel ausgebaut ist, sondern einen Puffer unterm Dach hat zwischen dem kalten Außen und dem beheizten Innen.
Bei der Heizung denke ich, dass man natürlich eine noch nicht sehr alte und gut funktionierende Anlage nicht rausreißen muß, aber wenn ohnehin eine Erneuerung ansteht, durchaus über Alternativen wie Holz (Stückholz) oder eben Pellets nachdenken kann. Pellets haben den Vorteil, dass die Anlage ziemlich automatisch läuft, was für Menschen, die z.B. berufstätig sind, ja ziemlich sinnvoll ist.

Vermutlich ist es wie mit den meisten Dingen im Leben: "Fundamentalimus" bringt meistens wenig oder wenig Gutes. Aber viele der im nomalen Handel angebotenen Baustoffe enthalten Gift- oder Reizstoffe. Nicht jede und jeder reagiert auf alles, aber irgendwann ist bei den meisten das Maß voll. U.a. darum finde ich es schon sinnvoll, auf umwelt- und menschenfreundliche Baustoffe zu achten. Das heißt nun doch nicht implizit, dass ich Probleme vom Innenins Außen verlagere. Das eine funktioniert nicht ohne das andere.
Es gibt übrignes Möglichkeiten, Balken und Holz entweder mit Ölen oder Lasuren zu behandeln, die weiße Farbpigmente enthalten und das Holz oder die Möbel weiß aussehen lassen und die Holzmaserung dabei noch durchscheint. Ich habe es bisher nicht so gemacht, weil ich das Holz so mehr mag, aber vielleicht läßt sich da ja mit Deinem Mann ein Kompromiss schließen?
Zu bedenken wäre bei allem "Einfärben", dass sich der Geschmack womöglich über kurz oder lang ändert und Farbe ab geht meist sehr viel schwieriger als Frabe drauf.
Soviel erstmal. Liebe Grüße - Jontev.


Schadstoffarme Hausrenovation?

Elfe ist offline
Themenstarter Beiträge: 719
Seit: 08.10.04
halli-hallo Pius!

Ja, Du hast schon recht, mein Mann muss einverstanden sein, sonst bringt das Ganze überhaupt nichts... das Problem ist nur, dass er sich nicht entscheiden kann, also immer wieder nur ein Jain hervorbringt ;) . Er sieht halt vor allem, wie das Haus JETZT aussieht inwendig und "müffelt"... und kann sich kaum vorstellen, wie das renoviert aussehen soll. Ich hingegen hab da keine Mühe, ich kann mir das Haus in allen Variationen wunderbar vorstellen und kann vor dem inneren Auge damit spielen. Ich versuchs ihm auszumalen, aber er kommt da nicht mit. Auch die Umbaupläne helfen ihm nicht gross weiter. Er sieht nur altes Holz, alte, herunterblätternde Farbe, graue Ecken und Wände, muffiges Bad, hässlich, alles hässlich. :p :D Er sagt, er unterschreibe den Vertrag erst, wenn es dann renoviert ist, und er es mit eigenen Augen betrachten kann. Das geht natürlich nicht, denn mein Vater will es bis dann vermietet haben. Und ausserdem, wenn wir das so machen würden, könnten unsere Wünsche ja nicht berücksichtigt werden, wie zBsp. menschenfreundlich "bio"renoviert. Das ist ja ein Spezial-Extrawunsch...

Was meinst Du übrigens mit "Manchmal erscheint mir die Baubiologiewelle auch wie ein ins "Aussen" verlagertes, inneres Problem" ? Und Rauchen tun wir übrigens nicht! Gäste werden draussen rauchen müssen. Da bin ich hart und konsequent.
Das mit dem Stosslüften werde ich auch im Haus berücksichtigen. Ich mach das schon jetzt in unserer Wohnung etwa 4 x täglich. Ich mag keine abgestandene Luft, da wird mir schlecht.

Zur Isolation: Es ist ein Riegelhaus, man darf da also nix aussen hinpflastern. Okay, eine einzige Hinterseite ist nicht geriegelt, sondern geschindelt. Da könnte man etwas machen, aber bringt denn das etwas, nur auf einer Seite? Und dann vielleicht der Rest inwendig? Ist das eine Möglichkeit? Ich kann ja dann mit dem Wallholz hinter den Arbeitern stehen, damit die Dampfsperren sicher luftdicht abgeklebt werden! ~0 :p :D

Vielen herzlichen Dank für Deine Tips und Anregungen! :)
Liebe Grüsse und vorweihnachtliche Grüsse, Elfe

Saluti Jontev!

Auch Dir einen Adventsgruss! ;)

Naja, wir werden dann nur 2 Generationen sein im Haus, also mein Mann und ich und unser Kind (und evtl. noch ein Kind in Produktion ;))... die Grosseltern, die darin lebten, sind verstorben. Zuletzt meine Oma, sie ist vor bald 2 Jahren gestorben, seither steht das Haus leer. In ihrem Schlafzimmer steht noch immer ihr Bett mitsamt Inhalt. Ich hab beim Anheben der Decke ihr Pyjama gefunden, das sie in ihrer letzten Nacht noch getragen hat. Es riecht nach Oma, ganz vertraut, als wäre sie noch da! Schon seltsam. Unter dem Kopfkissen ein Nastüchlein, ebenfalls mit vertrautem Oma-Geruch. Der versetzt mich jeweils Jahrzehnte zurück in meine Kindheit, als ich bei ihr in den Ferien war, oder jeden Mittwoch um 11:30 Uhr nach der Schule bis abends bei ihr verbrachte.
Das löst ein Gefühl der Geborgenheit und Angenommensein bei mir aus... :)

Es ist übrigens ein grosses Haus mit ca. 10 Zimmern und etlichen Kämmerchen und einem grossen Dachboden. Der Keller ist ziemlich gruftig-muffig... mit zahlreichen Spinnen und Spinnweben ~0! Davor hats mir schon als Kind gegraust.
Ich möchte gerne das Haus für eine ca. 10-köpfige Kinderspielgruppe nutzen. Und als Tagesmutter Pflegeplätze für Kinder anbieten. Das Haus soll wieder mit Kinderlachen gefüllt werden!

Zur Isolation und auch zur Stosslüftung hab ich Pius etwas geschrieben.
Die Fenster: das Haus hat ja Vorfenster, wie Du sie beschreibst, nach aussen öffnend. Mein Vater will sie durch neue, doppelverglaste Fenster ersetzen. Ich hab aber schon gehört, dass "zu gute Fenster" für ein schlecht oder gar nicht isoliertes Haus nicht passen, da es dann Kondensationswasser gibt. Stimmt das wohl? Und stimmt das auch, wenn jetzt das Haus leicht isoliert wird, wie ich es beschrieben habe?

Das mit dem von Dir beschriebenen Puffer im Dachboden erscheint mir einleuchtend. Ich hatte aber mehr an den ganzen Dachboden gedacht, also so, dass er nicht mitgeheizt wird. Damit die Wärme im unteren Stock bleibt, da wo die Kinderzimmer und der Spielgruppenraum sein wird.

Zum Holzfussboden: ihn nur zu ölen, und nicht zu versiegeln, hört sich gut an. Ist er dann pflegeleicht? Ich meine, kann ich dann den Boden nass und mit einem sanften Putzmittel nass wischen? Dann muss man ihn wahrscheinlich hin und wieder frisch ölen, nicht wahr? Das hat man früher auch so gemacht. Da wurde das ganze Haus frisch gebonert und gewachst... ächz und so. Könnte mir ein bisschen zu viel werden... :(
Zum Glück gibts in der Küche, Bad und im Hauseingang Steinplattenboden! Da hats übrigens jetzt schon uralter Steinboden drin, der kommt raus.

Die Heizung kann man mit Öl oder mit grossen Holzstücken füttern. Das Öl muss man etwa 2 - 3 x jährlich nachfüllen, das Holz 2 - 3 x täglich nachfüllen, was etwas häufig ist, ich bin ja auch nicht immer zu Hause. Pellets sind sicher besser, wenn das so automatisch läuft. Falls die Heizung aussteigen sollte, appelliere ich dann für Pellets! ;)

Holz ölen oder lasieren mit weissen Farbpigmenten scheint mir auch die beste Lösung zu sein für Decken und Wände. Ist dann also eine Lasur unschädlich? Es wird halt sehr aufwändig, da ja alles noch mit alter hässlicher dicker Farbe bedeckt ist. Mein Vater wollte eigentlich alles nur etwas anlaugen und darüber weiss streichen. Aber ich will das nicht. Die alte Farbe soll ganz weg und das Holz hervorgeholt werden. Aber eben, stell Dir vor, praktisch das ganze Haus ist so! Das wird sicher teuer... (@)

Wie alt sind denn Deine Kinder? Meiner ist 3 Jahre alt und ganz schön lebhaft.
Ich schick Dir ganz herzliche Grüsse an Deine Lebensbaustelle in der Adventszeit!
Elfe
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Seid lieb gegrüsst von Elfe

Schadstoffarme Hausrenovation?

jontev ist offline
Beiträge: 83
Seit: 21.02.04
Hallo Elfe,
das ist ja wirklich ein Riesenhaus, mit Riesenarbeit und vielleicht auch Riesenkosten??
Kann schon verstehen, dass Dein Mann da vorsichtig ist.
Aber diese Fragen kann Euch niemand abnehmen.
Vielleicht ist es eine Möglichkeit, manchmal finanzielle Notwendigkeit, alles nach und nach zu erneuern.
Zur Dachbodenfrage: so, wie Du es vorhast, ist eben der ganze Dachboden der Puffer zwischen beheizt (Erdgeschoss) und richitg kalt (draußen). Wenn er ungenutzt bleiben soll, ist er als Puffer jedenfalls nützlich.
Bei mir sind noch zwei kleine Dachgeschosswohnungen im Obergeschoss und dann gibt`s den Spitzboden. Vermutlich ist mein Haus nicht ganz so groß...
Den geölten Boden kann man feucht (nicht nass) wischen und vermutlich im Abstand von mehreren Jahren nachölen, ich hab's bei mir aber noch nicht gemacht.
Wichtig ist, dass er nicht allzu heftig verschmutzt (z.B. nur mit Hausschuhen in diese Räume gehen), Flecken lassen sich aber meistens (wenn's nicht grade Holunder, rote Beete o.ä. ist) abwaschen, möglichst bald. Und ein bisschen muss man eben die Alterung, Nachdunklung sowieso und auch hin und wieder Lebensspuren in Form von Flecken oder kleineren Beulen mögen.
Beim Isolieren will ich zur Innenisolierung lieber noch mal nachlesen. Vom Gefühl her wäre ich da aber vorsichtig. Wie dick sind denn die Hauswände?
Wärmedämmung ist zweifellos wichtig und energiesparend, aber man muss aufpassen, dass man sich damit nicht Feuchtigkeit in die Räume holt bzw. diese nicht mehr rauslässt und dadurch die Bausubstanz schädigt.
Wenn sowieso neue Fenster rein müssen, sollten sie auch gut isolieren (die Stosslüftung kennst Du ja), aber übertreiben ist auch hierbei nicht angebracht. Mir wäre nur wichtig, dass die Fenster aus Holz, nach außen öffnend und von einem mittelguten Isowert (früher hiess das mal k-Wert in D) sind. In den Schlafräumen habe ich die Zwischenräume zwischen Fenster und Bausubstanz übrigens nicht ausschäumen lassen, sondern mit Wolle, Jute, Hanf ausgestopft. Ziemlich mühsam, darum habe ich es bei den Räumen, in denen nicht geschlafen wird, gelassen.

Meine Kinder sind schon richtig groß (zwischen 25 und 15), wohnen aber noch alle hier im Haus. Und ein Enkelchen bringt die positive Energie hinein, die nur so ganz kleine Kinder ausstrahlen können.

Liebe Grüße - Jontev.


Schadstoffarme Hausrenovation?

Oregano ist gerade online
Beiträge: 63.709
Seit: 10.01.04
Hallo Elfe,
ich habe heute gehört, daß Bleirohre in alten Häusern gelassen werden können, daß man aber zusätzliche neue Rohre für die Frischwasserversorgung einziehen soll, damit man sich über das Trinkwasser keine Belastung holt.
Mir erscheint diese Idee logisch...

Gruß,
Uta :)


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