Bienen- und Insektensterben

24.02.17 16:11 #1
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Bienen- und Insektensterben

MaxJoy ist offline
Beiträge: 1.673
Seit: 18.03.16
Hier mal ein Artikel, der meine Ansicht stützt:

Insektensterben in Deutschland: Unheil im Anflug - für uns alle - Wissen - Tagesspiegel

Fazit: Wir wissen im Augenblick nicht, was die genauen Ursachen für das Insektensterben sind, weil schlicht die Daten fehlen. Alle schnellen Schuldzuweisungen sind pure Ideologie, blinder Aktionismus führt zu nichts.

Das soll jetzt aber niemanden davon abhalten, sich Gedanken zu machen, wie man im persönlichen Bereich etwas für die Natur tun kann. In jedem Haushalt gibt es 1000 Möglichkeiten, beispielsweise Energie zu sparen, Umweltgifte und Abfall zu vermeiden und den Garten naturfreundlicher zu gestalten.
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Bienen- und Insektensterben

Felis ist offline
Beiträge: 5.379
Seit: 14.08.10
Zitat von MaxJoy Beitrag anzeigen
Hier mal ein Artikel, der meine Ansicht stützt:



Fazit: Wir wissen im Augenblick nicht, was die genauen Ursachen für das Insektensterben sind, weil schlicht die Daten fehlen. Alle schnellen Schuldzuweisungen sind pure Ideologie, blinder Aktionismus führt zu nichts.


Dein Fazit.
Da zum nochmaligen studieren.
Von jemandem, der sich langjährig und bestens damit auskennt.
Hast du es dir angeschaut. Ganz?
Gut!

Zitat von Felis Beitrag anzeigen

Professor Randolf Menzel ist Neurobiologe und Zoologe der Freien Universität Berlin.
Der Wissenschaftler und Autor erforscht seit Jahrzehnten die Intelligenz der Bienen.
Neonicotinoide und ihre Auswirkungen... :

http://www.rennertshofen.de/Imkereiv...ert%20wird.pdf
Liebe Grüße von Felis
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Geändert von Felis (24.10.17 um 07:02 Uhr)

Bienen- und Insektensterben

damdam ist offline
Beiträge: 2.221
Seit: 02.10.10
Es gibt viele Ursachen die ein Insektensterben bewirken und die angegangen werden müssen. Diese Ursachen sind seit jahren bekannt (da gibt es genügend Studien, seit Jahren/Jahrzehnten). Dann gibt es ja auch noch Synergieeffekte, die sollten in diesem Forum ja bestens bekannt sein.
Ergo: Das an Ursachen minimieren, was man schon kennt und wenn dann keine Trendwende in Sicht ist, hat man in der Forschung bis dahin ja hoffentlich neue Erkenntnisse gewonnen.

Viele Grüße

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Kayen ist offline
Beiträge: 5.057
Seit: 14.03.07
Zitat von Anahata77 Beitrag anzeigen

Kayen, du kannst jetzt schon starten Ich habe in den letzten 2 Wochen Schneeheide und Christrosen gepflanzt. Insekten/Bienen/Hummeln freuen sich drüber - aktuell und sobald es wieder etwas wärmer wird. Und gerade kurz nach dem Winter brauchen sie so viel Futter wie möglich (Bienen/Hummelvölker werden gegründet bzw wieder aufgebaut) ich werde daher auch bald wieder ein paar Weinkisten mit Blumenzwiebeln bestücken, die dann pünktlich zum Frühjahr kommen


Was ich mir noch anschaffen will in diesem Herbst ist ein Insektenhotel. Da hab ich mich aber noch nicht für eines entscheiden können

mmmh, leider kann ich noch nicht so richtig starten, da meine Blumen noch in voller Blütenpracht sind und ich diese dann nicht wechseln mag, Anahata.
Wenn kein Frost ist, blühen die Blümchen manchmal bis zum Frühjahr durch. Ich kann allerdings die Christrosen schon mal seitlich zurecht stellen.

Das Insektenhotel ist eine Superidee
Ich habe mir dahingehend auch schon einiges angeschaut. Allerdings weiß ich nicht, ob das Hotel, ähnlich dem Vogelhäuschen, überhaupt angenommen wird. Daher habe ich beschlossen, den Versuch mit Holzblöcken zu starten und mit einem Bohrschrauber etliche Löcher (5-7 mm) selbst zu bohren. Und im nächsten Jahr gibt es dann, falls die Holzhütten angenommen werden, eine Insektensuite

Liebe Grüße von Kayen
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Felis ist offline
Beiträge: 5.379
Seit: 14.08.10
Hier ist die homepage der AG Menzel - Neurobiologie an der freien Uni Berlin.
AG MenzelÂ*•Â*Fachbereich Biologie, Chemie, Pharmazie

Hier die Publikationen der AG Menzel:
Publikationen • AG MenzelÂ*•Â*Fachbereich Biologie, Chemie, Pharmazie


Vorträge und Interviews mit Professor Menzel:
Vorträge & Interviews • AG MenzelÂ*•Â*Fachbereich Biologie, Chemie, Pharmazie

->
Ein Interview mit ihm vom Mai 2017 im Stern:
https://www.stern.de/panorama/wissen...n-7447860.html

Tatsächlich hat sich der Rückgang in den letzten drei Jahrzehnten erheblich beschleunigt. Immer weniger Bienenvölker schaffen es, den Winter zu überstehen. Die Suche nach Erklärungen dafür hat im Lauf der Zeit seltsame Blüten hervorgebracht, vermutlich, weil es ein so komplexes Problem ist. Aber einiges kann man mittlerweile ausschließen: die Handystrahlung und den Elektrosmog zum Beispiel. Es gibt auch keine geheimnisvollen Sonnenflecken, die Bienen schädigen. Und der Klimawandel hat aus meiner Sicht ebenfalls keinen maßgeblichen Einfluss. Denn Honigbienen können sich enorm gut an extrem unterschiedliche Klimabedingungen anpassen.
An erster Stelle stehen die in der Landwirtschaft massiv eingesetzten Pflanzenschutzmittel. Auch die Verarmung unserer Landschaft ist für die Bienen ein großes Problem: Monokulturen nehmen zu, natürliche Standorte wie Auwälder, Magerrasen oder Hecken mit vielfältigem Nahrungsangebot gehen zurück. Ein dritter wichtiger Faktor ist der Befall durch Varroa-Milben. Diese Parasiten stammen ursprünglich aus Ostasien.

Sie schwächen die Westlichen Honigbienen und können eine Reihe von Krankheiten auslösen und verstärken. Doch daran werden sich die bei uns heimischen Bienen im Laufe der Zeit ebenso anpassen wie die Östlichen Honigbienen. Bei den Pflanzenschutzmitteln sind vor allem sogenannte Neonicotinoide, das sind nikotinähnliche Gifte, problematisch.
Die Wirkung der Neonicotinoide hängt natürlich mit der Giftdosis zusammen. Etwas höhere Konzentrationen führen tatsächlich dazu, dass ein Tier nicht mehr koordiniert fliegen kann, Krämpfe bekommt und nicht richtig wahrnimmt, wo es ist. Das hat schon etwas von einem Vollrausch. Bei geringen Dosen, die heute auf vielen Feldern fast durchgängig vorherrschen, merkt man zunächst nichts Auffälliges. Aber leicht geschädigte Bienen können oft nicht mehr richtig auf ihr Gedächtnis zugreifen, etwa auf eine Erinnerung, die ihnen hilft, zum Stock zurückzufinden. Das ist dann eher mit einer mittelschweren Alzheimer-Erkrankung vergleichbar. Auch wenn nur ein Bruchteil der Individuen betroffen ist, führt das über einen längeren Zeitraum dazu, dass die gesamte Kolonie nicht mehr ausreichend Widerstandsfähigkeit hat, um über die Winterperiode zu kommen. So ein Bienenstaat, der aus rund 50.000 Tieren besteht, kann zwar einiges wegstecken, auch den Verlust von ein paar Tausend Arbeiterinnen. Aber kommt dann noch schlechtes Wetter hinzu, ein mangelhaftes Nahrungsangebot, Varroa-Befall oder eine Virusinfektion, kollabiert das System.
Sind auch Wildbienenarten und Hummeln betroffen?

Die Honigbienen sind nur die Spitze des Eisbergs. Wildbienen und Hummeln reagieren sogar noch wesentlich empfindlicher auf die Neonicotinoide und andere Pestizide. Die Honigbienen sind ein Indikator für ein weit größeres Problem, das uns lediglich nicht so sehr auffällt: das Verschwinden vieler anderer Insekten aus unserem Lebensraum.
Viele Bauern wissen gar nicht so recht, welch ungeheure produktive Leistung Honig- und Wildbienen sowie Hummeln als Bestäuber vollbringen. Für Getreide und Mais werden sie zwar nicht benötigt, sehr wohl aber beim Anbau von Obst, Gemüse, Nüssen und Raps. Wenn im Obstanbau die Befruchtung der Blüten durch die Bienen und andere Insekten wegfällt, können die Bauern das Geschäft vergessen. Der Wert dieser Bestäubungsleistung liegt geschätzt weltweit zwischen 15 und 50 Milliarden Euro pro Jahr.

Zitat von Kayen Beitrag anzeigen
Und im nächsten Jahr gibt es dann, falls die Holzhütten angenommen werden, eine Insektensuite
In unserem botanischen Garten haben sie dieses Jahr mit Freude und Stolz im Gesicht (habe sie strahlen gesehen, das war so toll anzuschauen) ein Wildbienen/Insektenhaus aufgestellt.
Ich war öfters dort. Der Bezug fiel aber so mager aus...
Warten wir ab bis nächstes Jahr.
Ich finde eure Pflanzbemühungen und Unterschlupf gewähren klasse. MaxJoys Garten-/Lebensbemühungen auch ....

@ damdam:
Ergo: Das an Ursachen minimieren, was man schon kennt und wenn dann keine Trendwende in Sicht ist, hat man in der Forschung bis dahin ja hoffentlich neue Erkenntnisse gewonnen.
Ja, genau. Da ist die Politik gefordert.....

Liebe Grüße von Felis
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Geändert von Felis (23.10.17 um 18:14 Uhr)

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Felis ist offline
Beiträge: 5.379
Seit: 14.08.10
Randolf Menzel:
In seinen Träumen verwandelt sich Randolf Menzel manchmal in eine Biene. „Ich kann dann rüttelnd fliegen wie ein Insekt, ich nehme UV-Licht wahr und erkenne das Polarisationsmuster des Lichts am Himmel“, berichtet der Neurobiologe von der Freien Universität (FU) Berlin. Ein solches Erlebnis hatte er erstmals Ende der 60er-Jahre, als er an seiner Doktorarbeit über das Farbensehen der Bienen arbeitete. Bis heute kehrt das Traummotiv wieder.
Neurobiologe Randolf Menzel: Der Bienen-Versteher | Berliner Zeitung



Randolf Menzel hat getestet, wie Neonicotinoide auf Bienen wirken und fand heraus, dass schon kleine Mengen davon die Navigation und das Gedächtnis der Insekten stören: „Sie finden dann wesentlich schlechter zum Stock zurück und können sich auch nicht mehr in ihrer Tanzsprache ertragreiche Futterquellen mitteilen.“
Für derartige Experimente arbeitete er vor gut 15 Jahren erstmals mit der Industrie zusammen. Es sollte die einzige Kooperation dieser Art bleiben, denn die Erfahrungen, die der Forscher machte, waren übel. Als er der Firma über seine Erkenntnisse berichtete, zweifelte man seine Protokolle an, verlangte die Herausgabe der Originaldaten und pochte darauf, dass er die Daten in keiner Weise verwenden dürfe.
Neurobiologe Randolf Menzel: Der Bienen-Versteher | Berliner Zeitung ©2017


Darum sei es jetzt höchste Zeit zu handeln. „Es ist noch nicht zu spät, aber wir sollten nicht mehr lange warten“, sagt Menzel. Er habe überlegt, ob er sich einer Naturschutzorganisation anschließen soll, aber die Idee verwarf er rasch wieder. Der Professor engagiert sich für den Schutz der Bestäuber lieber auf seine Art. Nicht als Interessenvertreter, sondern als Experte, der Fakten und Argumente liefert.
– Quelle: http://www.berliner-zeitung.de/26912574 ©2017
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Geändert von Felis (24.10.17 um 07:01 Uhr) Grund: Experte. Argumente. Fakten :-*

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Kayen ist offline
Beiträge: 5.057
Seit: 14.03.07
Herzallerliebst wie der Professor selbst zum Bienchen wurde:



Felis, weisst Du auch woher er seine Meinung nimmt, dass Funkstrahlung ausgeschlossen werden kann?
Ich finde auf seiner Homepage dahingehend nichts, nur, dass sie selbst elektromagnetische Felder aufbauen.



Falls nicht, ist nicht schlimm, dann muss ich eben weitergraben.
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MaxJoy ist offline
Beiträge: 1.673
Seit: 18.03.16
Ich finde Professor Menzels Feldforschungen zu den Bienen sehr interessant und akkurat, seine Argumente überzeugen mich.

Der allgemeine Insektenschwund von 75% ist aber in Naturschutzgebieten gemessen worden, weit weg von mit Pflanzenschutzmitteln und Unkrautvernichtern behandelten Feldern. Eigentlich müssten Insekten da ideale Bedingungen vorfinden. Warum verschwinden sie auch da in diesem Maße? Wie kann man die Natur noch besser schützen als durch Naturschutzgebiete?
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damdam ist offline
Beiträge: 2.221
Seit: 02.10.10
Naturschutzgebiete sind oft zu klein. Insekten brauchen oftmals verschiedene Lebensräume in den verschiedenen Lebensphasen, die müssen also alle nah beinander sein. Wenn da benachbart leergeräumte Ackerflächen stehen (Herbst bis Frühjahr) oder einseitig mit Ackerpflanzen bewachsende Äcker, finden die Insekten da nicht das vor, was sie brauchen für Nahrung, Eiablage...

Dazu kommt, dass früher Flächen halt einfach mal "rumgestanden" sind, wo nichts passiert ist. Heute wird viel mehr Intensivlandwirtschaft betrieben und der Trend setzt sich ja fort, obwohl Naturschützer seit Jahren dagegen argumentieren.
Dazu insgesamt Zunahme des Flächenverbrauchs.
Indikator: Siedlungs- und Verkehrsfläche | Umweltbundesamt
Es gibt beim Umweltbundesamt einen Umweltatlas, ich finde ihn aktuell aber nicht mehr. Da kann man alles mögliche an Trends und Entwicklungen feststellen, sehr spannend.

Die Zunahme des Flächenverbrauchs bedeutet, dass es immer weniger natürlichen Lebensraum gibt, und damit auch weniger Pflanzen, die Insekten und andere Tiere brauchen. Es gibt auch eine zunehmende ZErschneidung von halbwegs geeignetem Lebensraum durch immer mehr Strassen. Diese hindern Pflanzen und Insekten an der Ausbreitung, Ausbreitung und Vernetzung ist aber notwendig für ein langfristiges Überleben.

Auch einfach mal Flächen sich selbst überlassen ist weniger geworden. Sei es jetzt Ackerrandstreifen oder auch das Grünzeug, was aus der Pflasterrinne wächst, was der penible Hausbesitzer von heute, "der was auf sich hält", natürlich immer sofort entfernt... Selbst in der Stadt hab ich gesehen, dass Flächen, wo unter Bäumen, neben Gebüsch früher einfach "Unkraut" wuchs, jetzt zunehmend die Flächen mit "hübschen" Gartenpflanzen bepflanzt werden. Mag schön sein für manches Auge, aber für viele Insekten ist es halt nicht die Nahrung, die sie brauchen (Brennesseln!). Derselbe Trend in Gärten...

Dann nochmal zu den Schutzgebieten: Die Pestizide, die von außen reinschwappen gerade bei kleinen Schutzgebieten wurden ja schon erwähnt. Andere Verschmutzungen dürften da auch eine Rolle spielen. Und die Entfernung von Schadstoffeinträgen allein schützt auch nicht, selbst der Himalaya ist ja nicht mehr unbelastet.

Nachtrag: Was also fehlt ist mehr Naturschutz auf der gesamten Fläche, das kann man nicht nur an Naturschutzgebiete "delegieren". Die Schutzgebiete müssten größer sein, mehr miteinander verbunden sein. Die Bevölkerung müsste sich was Naturschutz angeht, mehr auskennen. Solange es noch belächelt wird und als Luxus abgetan wird, wie es einige machen, wird es nie besser werden.
Und Naturschutz setzt weniger Umweltverschmutzung voraus.

Viele Grüße

Geändert von damdam (23.10.17 um 22:15 Uhr)

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Felis ist offline
Beiträge: 5.379
Seit: 14.08.10
Zitat von Kayen Beitrag anzeigen
Herzallerliebst wie der Professor selbst zum Bienchen wurde:


Ja, mir ging da auch das Herz auf.
Er ist schon 76 Jahre alt. Wir brauchen ihn noch ganz lange.
Gerade jetzt. Ich wünsche ihm ein sehr langes Leben, bei guter Gesundheit.
Für ihn selbst, aber auch für die Bienchen und damit auch für uns

Ich finde es sehr gut, dass er nicht in die Naturschutzverbände eingetreten ist, sondern als Forscher und absoluter Top-Fachmann seine Qualifikation und seine Leidenschaft einsetzt, um das, was da auf uns zukommt, zu stoppen.

Seine Erfahrungen mit der chemischen Industrie sind eine enorm wertvolle Sache.
Er weiß, mit wem man es dort zu tun bekommt und auch wie das ausschaut.
Felis, weisst Du auch woher er seine Meinung nimmt, dass Funkstrahlung ausgeschlossen werden kann?
Ich finde auf seiner Homepage dahingehend nichts, nur, dass sie selbst elektromagnetische Felder aufbauen.
Nein, das weiß ich leider noch nicht.
Das würde mich auch sehr interessieren, weil ich in diese Richtung auch meine Gedanken habe und hatte, ähnlich wie du Kayen.
Wenn du da was findest, das sich im Thema Mobilfunk/Ausschluss Ursachen irgendwie auf ihn bezieht oder mit ihm im Zusammenhang erwähnt wird, dann wäre ich froh.

Mir ist bei den links und Quellen wichtig, dass ich sie einschätzen kann.
Ich habe da meine "Vertrauten" - bei mir fremden Seiten/Quellen bin ich erst einmal immer sehr skeptisch.
Es wird so viel spekuliert, gestreut und auch unseriös weiter gegeben.

Seriosität ist hier absolut wichtig, da es um eine große Sache geht.


Zitat von MaxJoy Beitrag anzeigen
Der allgemeine Insektenschwund von 75% ist aber in Naturschutzgebieten gemessen worden, weit weg von mit Pflanzenschutzmitteln und Unkrautvernichtern behandelten Feldern. Eigentlich müssten Insekten da ideale Bedingungen vorfinden. Warum verschwinden sie auch da in diesem Maße? Wie kann man die Natur noch besser schützen als durch Naturschutzgebiete?
Ferneintrag durch Gifte, MaxJoy. Der Wind transportiert die Partikel einfach überall da hin, wo nicht genug "Schutzwälle" sind, um den Wind abzuhalten.
Dazu passt auch die Beobachtung der Stadtimker.
Die in den Städten gehaltenen Bienenvölker sind gesünder und in besserem Zustand als ihre Familie auf dem Land.
Je nach Stadt und Stadtlage, werden Gifte hier nicht in dem Ausmaß hinein getragen, wie es in den Naturschutzgebieten der Fall ist. Dazu kommt, dass Menschen in den Städten auch vermehrt auf Bienenweiden/Schmetterlingsweiden achten.

Dazu etwas vom Nabu.
Da mag sich einer fragen: Wie kann es sein, dass Merkmale intensiver landwirtschaftlicher Nutzung einen derartigen Einfluss auf den Zustand von Fluginsekten in Schutzgebieten haben können? Als Antwort muss man sich nur vor Augen halten, dass die untersuchten Fallenstandorte in Schutzgebieten aufgestellt wurden, die zu über 90 Prozent von Intensiv-Landwirtschaft umgeben sind und eine Insellage aufweisen. Dabei gehört dieser Umstand zur Normalität der heutigen Kulturlandschaft und des hiesigen Schutzgebietsnetzes: 60 Prozent aller Naturschutzgebiete sind hierzulande kleiner als 50 Hektar. Durch ihre Insellage und durch die im Verhältnis zu ihrer Fläche langen Außengrenzen sind sie so stark von ihrer Umgebung beeinflusst, dass äußere Einflüsse wie der Eintrag von Pestiziden oder Dünger nicht ausreichend abgepuffert werden können. So liegt es nahe, dass durch Praktiken der intensiven Landwirtschaft der Erhaltungszustand vieler Schutzgebiete massiv beeinträchtigt wird – und nicht zuletzt der von Insekten.
Viele Naturschutzgebiete in Deutschland werden damit ihrem Zweck nicht gerecht, den Schutz von Natur und Landschaft rechtsverbindlich festzusetzen, um ihren Teil „zur Erhaltung, Entwicklung oder Wiederherstellung von Biotopen oder Lebensgemeinschaften bestimmter wild lebender Tier- und Pflanzenarten“ (§ 23 Abs. 1 BNatSchG, Abs.1) beizutragen.
Zitat von damdam Beitrag anzeigen
Naturschutzgebiete sind oft zu klein. Insekten brauchen oftmals verschiedene Lebensräume in den verschiedenen Lebensphasen, die müssen also alle nah beinander sein. Wenn da benachbart leergeräumte Ackerflächen stehen (Herbst bis Frühjahr) oder einseitig mit Ackerpflanzen bewachsende Äcker, finden die Insekten da nicht das vor, was sie brauchen für Nahrung, Eiablage...
Dazu kommt, dass früher Flächen halt einfach mal "rumgestanden" sind, wo nichts passiert ist. Heute wird viel mehr Intensivlandwirtschaft betrieben und der Trend setzt sich ja fort, obwohl Naturschützer seit Jahren dagegen argumentieren.
Ganz genau. Neulich bin ich einer goldenen Acht begegnet (oder einem Postillion).
Allerdings musste ich in eine höhere Lage fahren. Bei uns unten steht der Mais fast vor der Haustüre - da finde ich keine mehr.
Die goldene Acht ist der Schmetterling des Jahres 2017.
Wer mag kann sie da anschauen:
https://www.welt-der-schmetterlinge....ias_hyale.html

Das Tierchen saß auf dem Boden im Gras.
Gerade an den wenigen Quadratmetern Wiese, die ein lieber Mensch hat stehen lassen für sie.
Es legte Eier ab.
Ringsherum jedoch war alles abgemäht. Leer gefegt.
Erstens gab es kaum mehr Nahrung für die zwei armen kleinen herumflatternden Schmetterlinge.
Zweitens: wenn nun als Beispiel die Wiese für Ackerbau umgebrochen wird nach der Eiablage, oder das Gras ganz abgemäht wird - dann kann nichts mehr schlüpfen, da es zerstört wird.

Dann nochmal zu den Schutzgebieten: Die Pestizide, die von außen reinschwappen gerade bei kleinen Schutzgebieten wurden ja schon erwähnt. Andere Verschmutzungen dürften da auch eine Rolle spielen. Und die Entfernung von Schadstoffeinträgen allein schützt auch nicht, selbst der Himalaya ist ja nicht mehr unbelastet.
Ja, Ökologie findet nicht im hermetisch abgeriegelten Raum statt.
Das wird immer wieder vergessen bzw. ausgeklammert.

Sicher kennen einige von euch das Saharastaub-Phänomen."Blutregen".
Staub aus der Sahara landet über die Windbewegungen bei uns.
Wieso sollten mit Neonicotinoid belastete Stäube von angrenzenden Feldern da nicht bis ins Herz eines Naturschutzgebietes getragen werden?

Liebe Grüße von Felis
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Was man liebt, das möchte man bewahren.

Geändert von Felis (24.10.17 um 07:05 Uhr)


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