Schimmel an Stellen, an die ich nicht ran komme...

19.03.12 11:19 #1
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AndromiX ist offline
Beiträge: 61
Seit: 13.06.08
Hallo.
Ich hab ein Schimmelproblem im Wohnzimmer... :(

Zur Vorgeschichte:
Es handelt sich um eine Mietwohnung. Das gesamte Wohnzimmer ist holzvertäfelt und liegt direkt unter den Dachschindeln (Altbau). Der VORmieter hat aus irgendwelchen Gründen die gesamte Vertäfelung mit normaler Wandfarbe weiß gestrichen.
Jetzt gab es im Februar, wo es so lange so kalt war, einen Frostschaden an der Dachisolierung. Sprich an einer Wohzimmerwand bildete sich auf der gesamten Länge bis etwa einen Meter Höhe Kondenswasser. Ich hab in der Zeit, bis die Isolierung repariert wurde (ca. 1 Woche) jeden Morgen das Kondenswasser abgewischt, weil an der Wand unter anderem unser Sofa steht. Zwischen Dachschräge und Sofa ist aber noch gut 1 Meter platz, da das Sofa recht hoch ist und die Dachsträge bis zum Fußboden reicht. Also genug Luft zum zirkulieren.
Allerdings haben wir heute entdeckt, dass aus einigen Rissen in der Farbe schwarzer Schimmel kommt. Unter der dicken Farbschicht hat die Holzvertäfelung das Schimmeln angefangen, weil es eben keine Holzfarbe, sondern ganz normale Wandfarbe ist, durch die keine Luft kommt.

So... was mach ich da nun?
Den Vermieter werde ich über das Unglück noch informieren... aber damit geht der Schimmel nun auch nicht weg. Ich hab zwar gestern mit Essigessenz und Desinfektionsmittel die Vertäfelung abgeputzt, doch ich trau der Schimmelangelegenheit nicht.
Was kann man da noch tun? Gibt es da gute Anti-Schimmelmittel, die ich auf Holz und Farbe anwenden kann? Bisher kommt der Schimmel auch nur aus Rissen in der Farbe (was zum Glück nicht viele sind, da die Vertäfelung erst vor 2 Jahren gestrichen wurde).

Ich hab nen kleinen Sohn und mir graut es schon davor, wenn der anfängt hinter dem Sofa herum zu krabbeln.

Grüße
AndromiX

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derstreeck ist offline
Beiträge: 4.165
Seit: 08.11.10
Hallo,

Weiss nicht, ob dir das jetzt weiter hilft aber ich würde so eine Wohnung sofort kündigen.

Grüsse
derstreeck

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Jutta Maria ist offline
Beiträge: 81
Seit: 19.12.11
Versuche es mal hier
AGO Natrlicher Reiniger - Moosentferner, Schimmelentferner, Algenentferner, Fernhaltespray, Fugenkratzer, Kalkentferner

ich habe im Bad gute Erfolge erzielt. Der Schimmelstop ist auch auf Holz anwendbar.
Frag aber besser direkt bei der Firma an.
Gruss

Jutta

Schimmel an Stellen, an die ich nicht ran komme...
kopf
ich würde per einschreiben mietminderung mitteilen . für den fall ,dass in angemessener zeit ,meinetwegen 4 wochen, der schaden nicht behoben wird .
dauerauftrag,einzugsermächtigungen sind zu widerrufen .
LG

Schimmel an Stellen, an die ich nicht ran komme...

Ulrike ist offline
Beiträge: 1.005
Seit: 28.04.08
Hallo Andromix,

Was ist Schimmel?

Die gebräuchliche Bezeichnung "Schimmel" stellt keinen systematischen Begriff dar, der eine Einordnung als eigene Gruppe im Pilzsystem zuläßt. Vielmehr handelt es sich um die Bezeichnung für verschiedene Pilze, die wir in bestimmten Lebensräumen bzw. auf bestimmten Substraten beobachten. Es handelt sich also um einen Sammelbegriff für Mikropilze, die sich rasch vermehren und Ihren Nährboden, mit einem für das Auge sichtbaren Pilzgeflecht, überziehen. Diese Pilzgeflechte dienen der Vermehrung über Sporen und können recht unterschiedlich aussehen: Weiß, farbig, schimmernd, samtig, flaumig, watteartig, wollig oder fädig. Die Klassifizierung der unterschiedlichen "Schimmel" ist selbst für Experten oft sehr schwierig. Häufige Schimmelpilzspecies sind Penicillium, Aspergillus, Cladosporium, Fusarium, Alternaria, Mucor und Rhizopus. In bezug auf die menschliche Gesundheit gibt es eher harmlose aber auch schädliche Schimmelpilze. Manche Schimmelpilze bilden hoch giftige Stoffwechselprodukte - z.B. bilden Aspergillen - insbesondere Aspergillus flavus - krebserregende Aflatoxine.
Wir wissen jetzt nicht, ob "Dein" Schimmelpilz nun eher harmlos oder hoch gefährlich ist.

Gesundheitliche Auswirkungen

Die gesundheitlichen Auswirkungen der Sporen sind abhängig von
- der Anzahl der Sporen
- der sporenproduzierenden Schimmelpilzart
- der gesundheitlichen Verfassung des Menschen



Bei immungeschwächten Personen können Pilzsporen Erreger von Pilzerkrankungen (Mykosen) sein.

Schimmelpilzbestandteile in Form bestimmter Eiweißkomplexe können allergische Reaktionen auslösen.

Pilzgifte (z. B. Aflatoxine, Anthrachinone) sind möglicherweise Verursacher von unspezifischen gesundheitlichen Problemen wie Kopf- und Gliederschmerzen, Schleimhautreizungen und erhöhter Infektanfälligkeit.

Mikrobiologisch produzierte organische Verbindungen (MVOC) verursachen, aufgrund ihres moderigen Geruchs, ein schlechtes Raumklima.
Als typische Erkrankungen bei Personen, in Zusammenhang mit Schimmel in Wohnräumen, gelten Atemwegserkrankungen (79%), Infektanfälligkeit (52%) und Müdigkeit/Antriebsstörungen (40%). Besonders Kinder gelten als Risikogruppe.
Aus:Schimmelpilz-Test

Mich stimmt es sehr nachdenklich, dass zum Teil eine Schimmel-Pilz-Sanierung nur mit speziellem Atemschutz und Ganzkörperoveralls gemacht werden darf.

Auf jeden Fall sollte der Vermieter umgehend informiert werden. Ich würde auch wissen wollen., welcher Schimmelpilz denn da gerade wuchert. Die zusätzliche Feuchtigkeit könnte auch nur eine Problematik offensichtlich gemacht haben, die aber bereits (unbemerkt) vorhanden war.
Gegebenenfalls würde ich auch ausziehen.

Liebe Grüße

Ulrike
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Ein Wunder passiert nicht gegen die Natur, sondern gegen unser Wissen von der Natur.

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AndromiX ist offline
Themenstarter Beiträge: 61
Seit: 13.06.08
Danke für die Beiträge.

Also ausziehen klappt grade aus diversen Gründen nicht.
Der Vermieter ist zum Glück einer, der sich um sowas kümmert. Hätte der Vormieter hier die Vertäfelung nicht gestrichen, hätt ich das Holz problemlos behandeln können. Der Vermieter war deswegen auch ganz schön sauer auf den Vormieter.

Heut hab ich ihn nicht erreicht. Es wäre eben nur schön, wenn das Schimmelproblem so gelöst werden kann und nicht die gesamte Vertäfelung runter muss. Das wäre für uns ärgerlich und für den Vermieter erst recht.

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Ulrike ist offline
Beiträge: 1.005
Seit: 28.04.08
Hallo Andromix,

wie lange wohnt ihr denn jetzt schon in der Wohnung?

Hätte der Vormieter hier die Vertäfelung nicht gestrichen, hätt ich das Holz problemlos behandeln können. Der Vermieter war deswegen auch ganz schön sauer auf den Vormieter.
.....hätt ich das Holz problemlos behandeln können.
Zuerst wäre da aber zu klären, ob eine Behandlung des Holzes überhaupt ein Schimmelpilz-Problem lösen könnte. Das was ihr jetzt sehen könnt, sind ja nur die Hyphen. Die eigentliche Gefährdung findet aber im "unsichtbaren" Bereich statt und geht von den Sporen aus. Die unsichtbaren "Absonderungen" sind das Problem. Bloß können diese unsichtbaren Absonderungen der Sporen auch schon über längere Zeit stattgefunden haben. Die Holzverkleidung könnte doch auch ein "Sichtschutz" für eine bereits bestehende Schimmelpilz Kolonie gewesen sein. Allein die besondere Veränderung die wir mit "Feuchtigkeit" beschreiben, beinhaltet gewissermaßen doch auch eine Veränderung der Rahmenbedingungen, unter der ein Schimmelpilz "gut" gedeiht.
...einen Frostschaden an der Dachisolierung. Sprich an einer Wohzimmerwand bildete sich auf der gesamten Länge bis etwa einen Meter Höhe Kondenswasser)
"Frostschaden an der Dachisolierung" ist ja nun auch weit auslegbar. Tritt das Phänomen häufiger im Zusammenhang mit Frost auf ? Was genau an der Dachisolierung hatte durch Frost überhaupt einen Schaden nehmen können?

Hier noch mal ein link der sich mit dem Wachstum von Schimmelpilzen beschäftigt: Wachstumsprozesse von Schimmelpilzen- Schimmel-Untersuchung

Also, wenn es wirklich nur ein "reiner Feuchteschaden" war, dann würde ich auch nicht unbedingt ausziehen (obwohl dieser ja auch immer zu einem Schimmelpilzschaden führen kann). An besagter Wand würde ich auch mal unter der Täfelung nach schauen wollen. Im Hinterkopf hätte ich aber auch diese Symptomatik:

Typ IV: Hierbei liegt keine Antikörperreaktion zugrunde, sondern eine Irritation von zellulären Botenstoffen. Symptome sind z.B. Migräne, Müdigkeit, Konzentrationsstörungen, Magen-Darm- Beschwerden, Autoimmunerkrankungen, Neurodermitis etc.


Ich würde den Hauswirt fragen, ob das der erste Wasserschaden "dieser Art" war.
Ich würde wissen wollen, ob es sich um eine Art von "Gebäudefehler" handelt. Pilze haben es gern feucht. Wenn es jetzt aber aus bautechnischen Gesichtspunkten (Fragen der Isolation, des Gasaustausches, der Dichtigkeit....) an manchen Stellen zu einem höheren Feuchtigkeitsgehalt innerhalb des Mauerwerks kommt, dann ist schon davon auszugehen, dass sich da auch die Schimmelpilze bevorzugt aufhalten werden. Dann "wohnen" sie sozusagen im Mauerwerk.
Ich würde jedenfalls schon eine Antwort auf die Frage haben wollen, ob es sich um einen Wasserschaden oder einen Schimmelpilzschaden handelt.

Falls es sich um ein wiedergekehrtes Problem gehandelt haben sollte, dann solltet ihr euch umgehend auf die Suche nach einer anderen Wohnung begeben.
Wird dem Schimmelpilz nach einem Wasserschaden durch Trocknung nur die Feuchtigkeit entzogen, bildet der Pilz Überdauerungsorgane aus. In dieser Phase können Schimmelpilze Mengen an Sporen sowie MVOC`s produzieren.
Wir erinnern uns, dass die Sporen das Problem sind und nicht die, wenn auch sichtbaren, Hyphen. Denen kann man auch nicht mit "anderer Farbe" zu Leibe rücken.

Liebe Grüße

Ulrike
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Datura ist offline
in memoriam
Beiträge: 5.002
Seit: 09.01.10
Hallo, Ulrike hat schon alles geschrieben. Ich möchte unterstreichen, dass das Holz runter muss , um überhaupt zu sehen, was an und in der Wand los ist.

Ich würde ausziehen.

Datura

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AndromiX ist offline
Themenstarter Beiträge: 61
Seit: 13.06.08
Eine Verspätete Antwort

wie lange wohnt ihr denn jetzt schon in der Wohnung?
Seit Juli 2011. Damals war definitiv nirgends Schimmel zu sehen. Das ist erst seit Januar diesen Jahres.

"Frostschaden an der Dachisolierung" ist ja nun auch weit auslegbar. Tritt das Phänomen häufiger im Zusammenhang mit Frost auf ? Was genau an der Dachisolierung hatte durch Frost überhaupt einen Schaden nehmen können?
Also, wir wohnen in einem Altbau. Das Haus hat schon seine 200 Jahre auf dem Buckel. Der jetzige Besitzer (und Vermieter) hat es vor gut 30 Jahren gekauft und komplett restauriert. Die Dachpfannen wurden runter genommen und das gesamte Dach mit irgendwelchen Spezialplanen abisoliert. Allerdings wurden damals die Dachpfannen nicht ausgetauscht. Jedenfalls hatten wir im Herbst nen ziemlich fiesen Sturm hier, wo der benachbarte Baum arg gegen das Dach geschlagen hat (der Baum wurde danach gestutzt). Jedefalls hat wohl der Baum einige Dachpfannen gelockert. Dann hat es im Januar lange und viel geregnet. Dabei ist dann wohl Wasser unter die Dachpfannen gelaufen. Durch das Wasser und den starken Frost im Februar ist die Isolierung kaputt gefroren. So kam das Wasser rein.
Der Dachdecker, der kurz darauf da war, hat zwar die Isolierung erneuert, aber nicht nach den Dachpfannen geschaut.
Nachdem wir das dem Vermieter wieder gesagt haben, hat der Dachdecker dann auch die losen Dachpfannen wieder repariert. Jetzt kommt kein Wasser mehr durch.

Der einzige andere Wasserschaden, war nen Rohrbruch in der Wand


Ich werd mich nochmal mit dem Vermieter kurz schließen, ob das Holz runter muss. Wenn dann ist das ja seine Aufgabe.


Aber... ich hab in dem ganzen Zusammenhang noch eine Frage:

Wie "schnell" können die Schimmelsporen zu Gesundheitsschäden führen?
Ich hab ja vor zwei Wochen, als ich den Schimmel entdeckt habe, gleich mit Antischimmelspray die Wand behandelt und danach nochmal kräftig desinfiziert.
Dafür musste ich aber zwischen Sofa und Schimmelwand herum kriechen und war also auch sehr nahe an der "Substanz". Jetzt hab ich seit gut einer Woche Leberbeschwerden und seit drei Tagen einen ganz minimalen Gelbstich in den Augen (Stuhl und Urin sind aber normal). Beim Arzt war ich auch schon vorstellig (Blutergebnisse kommen in zwei Tagen).
Mir kam vorhin, wo ich wieder über die Ursachen meiner Beschwerden nachgedacht habe, der Gedanke, dass das vielleicht vom Schimmel kommen könnte. Wäre das in so kurzer Zeit denkbar? Und auch gleich so massiv?

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Juppy ist offline
in memoriam
Beiträge: 1.494
Seit: 07.11.09
Zitat von AndromiX Beitrag anzeigen

Dafür musste ich aber zwischen Sofa und Schimmelwand herum kriechen und war also auch sehr nahe an der "Substanz". Jetzt hab ich seit gut einer Woche Leberbeschwerden und seit drei Tagen einen ganz minimalen Gelbstich in den Augen (Stuhl und Urin sind aber normal). Beim Arzt war ich auch schon vorstellig (Blutergebnisse kommen in zwei Tagen).
Mir kam vorhin, wo ich wieder über die Ursachen meiner Beschwerden nachgedacht habe, der Gedanke, dass das vielleicht vom Schimmel kommen könnte. Wäre das in so kurzer Zeit denkbar? Und auch gleich so massiv?
Hallo Andromix,
denkbar ist auch , dass es von dem Schimmelspray kommt.
Die sind alle sehr giftig und durch das einatmen kann die Leber gechädigt werden.
Wobei sie sich nach einiger Zeit wieder regeneriert und gesund wird.
Auch die Schimmelsporen könnten die Ursache sein.

Gruss
Juppy


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