Schlaganfall + Magenblutungen - Gibt es Alternativen zu ASS?

17.05.12 10:52 #1
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Arosa ist offline
Beiträge: 170
Seit: 13.08.11
Hallo,
ich hatte schon im Oktober über den Schlaganfall meines Bruders berichtet.
Sein Zustand ist seither eine Berg- und Talfahrt.
Momentanes Tal:
Wegen Magenblutungen im Krankenhaus. Ursache (noch) unbekannt. Wohl kein Geschwür.
Natürlich denke ich jetzt über die Medikamente nach. Er bekommt
Blutdrucksenker (Lyrica und Bisoprolol) ASS, Esomoprazol (Magenschutz,2xtgl.) Kalinordesmol, Magnetrans und - seit 3-4 Wochen - Sertralin(Antidepressivum).

1. Theorie nach Googeln: Sertralin und ASS verstärken die Blutungsneigung, da gibt es entsprechende Studien.
Der Hausarzt lehnt diese Theorie kategorisch ab, ohne Erklärung, wahrscheinlich wg. Magenschutz.
2. Theorie: Magenschutz funktioniert nicht. Dies war schon immer ein Problem der Verabreichung, denn er bekommt alles über die Magensonde und früher wollte der Magenschutz (damals Omeprazol) nicht durch den Schlauch und wir haben alles Mögliche probiert.) Vielleicht ist auch jetzt der Magenschutz nicht angekommen, ich muss die Verabreichung überprüfen, geschieht im Heim.
3. Theorie: Heliobacter. Muss im Krankenhaus überprüft werden.

Frage ist auch: Welche Alternativen gibt es zum ASS?
@FataMorgana, Du sprachst mal von ASS Cardio; verringert das die Blutungsneigung? Die von Dir genannte Liste der verbotenen Medikamente habe ich auch nicht gefunden.

Interessieren würde mich auch, wer in der Medikamentenfrage das letzte Wort hat, der Arzt oder der Patient, v.a. wenn letzterer im Heim ist, also wem müssen die Pfleger gehorchen?
Viele Grüße
Arosa

Schlaganfall + Magenblutungen - Gibt es Alternativen zu ASS?
Esther2
Zitat von Arosa Beitrag anzeigen
Interessieren würde mich auch, wer in der Medikamentenfrage das letzte Wort hat, der Arzt oder der Patient, v.a. wenn letzterer im Heim ist, also wem müssen die Pfleger gehorchen?
Natürlich dem Patienten - vorausgesetzt, es gibt keinen Vormund. Dann ist es aber immer noch der Vormund. Der Arzt hat - glaub ich - nur dann das letzte Wort, wenn Zeit eine Rolle spielt, keine Patientenverfügung vorliegt etc.

LG, Esther.

P.S.: ASS erhöht definitiv die Blutungsneigung, mit und ohne Magenschutz.

Schlaganfall + Magenblutungen - Gibt es Alternativen zu ASS?

FataMorgana ist offline
Beiträge: 1.575
Seit: 09.12.10
Frage ist auch: Welche Alternativen gibt es zum ASS?
@FataMorgana, Du sprachst mal von ASS Cardio; verringert das die Blutungsneigung? Die von Dir genannte Liste der verbotenen Medikamente habe ich auch nicht gefunden
Hallo Arosa
Also Apsirin und ebenso Aspirin Cardio erhöhen die Blutungsneigung. M.E. alles, was das Blut verdünnt, erhöht auch die Blutungsneigung. Der Magenschutz hat darauf keinen Einfluss...abgesehen davon habe ich vom Magenschutz argen Schwindel und Uebelkeit bekommen.
Ich kann nur von mir erzählen: Ich bekam ASS Cardio aufgrund Vorhofflimmern, um einem Schlaganfall vorzubeugen (da ich auf jenste Medikamente mit Einfluss auf den Rhythmus nur mit Nebenwirkungen, aber nichts positivem reagierte). Nach rund 2 Jahren mit ASS Cardio bekam ich trotzdem einen Hirnschlag. Danach wurde unmittelbar vorerst Heparin gespritzt und gleichzeitig Marcoumar gegeben. Marcoumar erhöht ebenfalls die Blutungsneigung, d.h. ich z.B. habe in unregelmässigen Abständen blaue Flecke...an Orten, wo man sich nicht stossen kann. Allerdings sind das die 'harmloseren' Blutungen. Neu gibt man in Deutschland Dabigatran zur Blutverdünnung. In der Schweiz ist es für mein Problem noch nicht zugelassen (zum Glück?)
Was ich weiss, ist, dass man (HA und Psychologen) mir häufig Antidepressiva geben wollte. Wen wunderts, dass ich depressiv war nach den ganzen Untersuchungsmarathons. Jedoch haben die Kardiologen immer wieder abgelehnt, denn das wäre zu kritisch. Also die Kombi Blutverdünner und Antidepressiva ist mehr als nur ungefährlich. Ein amüsantes Schauspiel, wenn sich diesbezüglich die Aerzte untereinander streiten und belehren wollen, wenn man denn nicht betroffen wäre.
Was den Betablocker angeht...nach DER Menge an Betablockern, die ich schlucken musste, weil laut Schulmedizin nur mit Betablockern der Puls zu senken sei, jedoch mein (bilderbuchmässiger) Blutdruck dadurch jeweils in gefährliche Tiefen kam. Die haben mir im Spital vor und bei der letzten Katheterablation dermassen viel Betablocker gegeben, dass ich Kollaps hatte und wiederbelebt werden musste - habe OP-Bericht vorliegen! Und dies nur deshalb, weil die Schulmedizin Betablocker vorschreibt bei zu hohem Puls!?!

Zusammenfassend würde ich meinen, dass Dein Bruder gefährlich viele Medikamente zu sich nehmen muss und dieser Cocktail vielleicht einfach nicht gesund ist. Aber ich kann Dir natürlich bei weitem nicht sagen, was man weglassen kann.

Bezüglich der Medikamentenliste, welche ich übrigens hier im Forum entdeckt hatte: Schick mir doch bitte eine PN mit Deiner E-Mail-Adresse, dann schick ich Dir die Liste.

Alles Gute und liebe Grüsse
FataMorgana

Geändert von FataMorgana (17.05.12 um 14:41 Uhr)

Schlaganfall + Magenblutungen - Gibt es Alternativen zu ASS?

Krankenhaushasser ist offline
Beiträge: 288
Seit: 15.09.10
Meine Muter hat damals Clopidogrel (Plavix) anstatt ASS bekommen, weil sie Magenbluten hatte. In wieweit das sondengängig ist, weiß ich aber nicht. Am besten in der Apotheke fragen.

Es gibt auch ASS Protekt - das ist besser für den Magen aber nicht sondengängig.

Lt. Wikipedia:
Im Vergleich zu Acetylsalicylsäure sind Nebenwirkungen im Magen-Darm-Trakt unter Clopidogrel seltener.

Lt. Hausarzt: aber schlechter fürs Budget, weil teurer.

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Arosa ist offline
Themenstarter Beiträge: 170
Seit: 13.08.11
Hallo FataMorgana,
danke für die rasche Antwort.
Das hört sich ja ziemlich heftig an, was Du durchlaufen hast. Vor allem die Sache mit den Betablockern.
Ich habe inzwischen von Iscovor Plavia als alternativem Blutverdünner gehört, bzw. Generika (Clopidogrel). Trotzdem noch ziemlich teuer, was natürlich erklärt, warum die sich nicht durchsetzen.
Antidepressiva: Ich persönlich bin auch sehr sehr skeptisch, aber ich habe eine sehr gute Freundin, die ohne mothers little helper nicht mehr arbeiten kann. Und Arbeit aufgeben geht auch nicht. Und die hat auch wiederum eine Freundin, die ADs nimmt. Ich persönlich versuche, die Härten auszuhalten, z.B. die, die jetzt meinem Bruder widerfahren.
Denn wo sind sonst die Grenzen? Wieviel Leid lässt man zu? Ab welchem Schmerz drückt man mit Pillen weg? Und es ist doch gruslig, wenn Menschen in schrecklichen Situationen nicht mehr adäquat reagieren, sondern Witze machen, oder? Aber das muss jeder selbst entscheiden. Vielleicht ändere ich meine Meinung noch.
Ja mein Bruder nimmt ein gefährliches Pharma-Cocktail zu sich, und das Absurde ist, wenn man mit Ärzten darüber reden will, bräuchte man vorher eine psychologisch-rhetorische Schulung, um etwas zu erreichen. Die, die die Ärzte auch nicht haben, wenn sie mit uns reden.
Ich wünsche Dir alles Gute.
Viele Grüße
Arosa

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FataMorgana ist offline
Beiträge: 1.575
Seit: 09.12.10
Hallo Arosa

Die AD's....meine Schwester ist abhängig seit 11 Jahren. Heisst ja, die machen nicht abhängig, was ja so stimmen mag. Aber als sie damit aufhören wollte, waren die Absetzsymptome so stark, dass sie sie freiwillig wieder genommen hat. Aber selbst damit ist sie jetzt akut nicht vor einer weiteren Depression verschont geblieben. Und die ist ganz schön deftig.
Die Mittel, die Du beschreibst (Clopidogrel) kennt man hier nicht. Von daher guter Rat teuer?
Ich an Eurer Stelle würde wohl mal den HA wechseln. Wenn einer nur was behauptet, aber keine Erklärung abgibt, wär er für mich unten durch...also versteh mich recht, vorausgesetzt es besteht überhaupt die Möglichkeit eines Wechsels.
Dann frage ich mich: Besteht das Risiko eines erneuten Hirnschlages noch? Also wie gross ist der Zwang Blutverdünner nehmen zu müssen? Sowas muss man Euch erklären.

LG FataMorgana

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Arosa ist offline
Themenstarter Beiträge: 170
Seit: 13.08.11
Hallo Silke, danke für die Antwort, unsere Antworten haben sich wohl gekreuzt, hab' s vorher gar nicht gesehen.
Es wäre also rauszukriegen, ob das Plavix hinsichtlich Bluten etwas bringt. Der Hinweis mit dem Apotheker ist gut, wir kennen einen schon ewig, den frage ich morgen.

Hallo FataMorgana, ich glaub auch, dass man ganz schlecht von ADs wegkommt. Aber das soll mein Bruder selbst entscheiden.
Hausarzt wechseln ist schwieirg, denn dort im Heim gibt' s nicht viel Auswahl. Außerdem, ich kann mir denken, dass er sich persönlich/fachlich angegriffen fühlt, er habe die Wirkung der Medikamente nicht im Blick. Ich versuche ihn mal diesbezüglich zu versöhnen.
Ob ein Hirnschlagrisiko noch besteht? Keine Ahnung. Ich dachte, Schlaganfallpatienten blieben ihr Leben landg unter Blutdrucksenkern und Blutverdünnern.
Viele Grüße
Arosa

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FataMorgana ist offline
Beiträge: 1.575
Seit: 09.12.10
Hallo Arosa

Also ich hab schon gehört, wenn die Ursache für den Schlaganfall behoben ist, dass man dann ohne Blutverdünner auskommt. Jedoch weiss ich nicht bei welchen Faktoren das wäre...gibt ja diverses, was einen Hirnschlag auslöst.
Ich würd mal fragen.
LG FataMorgana


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