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Was hat der 23andme Test gebracht

25.03.15 11:40 #1
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hypo88 ist offline
Beiträge: 97
Seit: 12.11.12
Ich möchte mal eine Umfrage starten und habe die Antwortmöglichkeiten absichtlich einfach gehalten.

Man kann über 23andme seinen Speichel einschicken und die Rohdaten dann über z.B. Nutrahacker auswerten lassen. So kann man herausfinden, für welche Krankheiten ein besonderes Risiko besteht oder welche Nährstoffe der Körper besser oder schlechter verwertet.


Was hat der 23andme Test gebracht
Clematis
Zitat von hypo88 Beitrag anzeigen
So kann man herausfinden, für welche Krankheiten ein besonderes Risiko besteht oder welche Nährstoffe der Körper besser oder schlechter verwertet.
Hallo Hypo88,

mal eine Gegenfrage: Hast Du Dich mal gründlichst damit auseinandergesetzt, wie Gene funktionieren, wie sie untereinander kommunizieren, wie sie ihre Funktionen an die gerade gültigen Bedürfnisse und die vorliegenden Bedingungen anpassen, wie wandelbar sie sind und noch so einiges mehr?

Eingesandtes Material für einen Gentest stellt immer nur eine Momentaufnahme dar, d.h. des Moments in dem die Probe genommen wird. Gene passen sich an, verändern laufend ihre Funktionen, arbeiten immer mit anderen Genen zusammen und immer auch mit unterschiedlichen Genen. Sie stellen ein riesiges Informationsnetzwerk dar. D.h. im Umkehrschluß, daß ein einzelnes Gen und seine Eigenschaften wenig bis garnichts über die jetzige und künftige Entwicklung aussagt. Diese Tatsachen werden von der Genlobby schlichtweg verschwiegen und oft sogar bei der Forschung selbst ignoriert.

Ein Beispiel dazu: ein japanisches Pharmaunternehmen veränderte die Genetik eines Bakteriums so, daß dieses fortan eine bestimmte Substanz herstellte, die in einem Medikament Verwendung fand. Zunächst verlief alles wie geplant und das Medikament war hilfreich. Doch ca. 1 Jahr später hatten sich die Todesfälle, die durch dieses Medikament verursacht wurden auf 150 summiert. Das konnte man sich nicht erklären. Daraufhin untersuchte man die Gene des Bakteriums nochmals und stellte fest, daß die Gene, von den Forschern unbemerkt, ihre Funktion geändert hatten. Sie stellten jetzt nicht mehr die gewünschte Substanz her, sondern eine völlig andere, die giftig war. Diese war für die Todesfälle verantwortlich. Das Medikament wurde vom Markt genommen.

Das ist ein klarer Beweis dafür, daß Gene sehr wandlungsfähig sind und man sich keineswegs darauf verlassen kann, daß sie maschinenmäßig immer gleich funktionieren.

Ein weiterer Beweis: Man ging ursprünglich davon aus, daß etwa ein Pestizidresistenz-Gen im Mais, nicht auf Weizen überspringen und dort überleben könne. Das hat sich als falsch erwiesen. Die manipulierten Gene können auf jede beliebige Pflanze überspringen - das wurde ausnahmsweise mal sauber und wissenschaftlich nachgewiesen. Das manipulierte Gen kann sich demnach an die Verhältnisse in so ziemlich jeder beliebigen Pflanze anpassen. Ob es dabei in der neuen Pflanze ebenfalls Pestizidresistenz verursacht - das erforschte man nicht oder es wurde zumindest nicht publiziert, es könnte da auch etwas völlig anderes bewirken.

Angenommen Du bekommst einen Gentest mit der Aussage, daß Du ein Krebsgen hast. Du wirst Dich dann Dein Leben lang davor fürchten, daß Du Krebs bekommst, sonst wärest Du nicht menschlich. Doch die Angst vor Krebs kann Dich krank machen, d.h. diese Angst kann tatsächlich dazu führen, daß Du Jahre später Krebs bekommst.

Doch kurz nach dem Gentest hat das ursprünglich vorhandene Krebsgen längst seine Funktion geändert und fördert jetzt vielleicht Deine Verdauung oder anderes. Du hättest Dich also die ganzen Jahre umsonst gegrämt und Angst gehabt.

Aber nun hast Du trotzdem Krebs - das nennt man "Eine sich selbst erfüllende Prophezeiung!"

Als in den 80ern die AIDS-Hysterie aufkam, hörte ich mit meinen regelmäßigen Blutspenden auf. Warum? Weil ich erfahren hatte, daß ein HIV-Test gemacht und mir das Ergebnis mitgeteilt würde. Obwohl ich schon damals nicht so recht an AIDS glaubte, war ich mir überhaupt nicht sicher, ob ich mit einem positiven HIV-Test würde umgehen können. Ob mich nicht doch Ängste überwältigen würden. Wohlgmerkt - ich glaubte nie an den HIV-Wahn, trotzdem war ich unsicher. Also keine Blutspenden mehr, kein HIV-Test und keine Ängste, die mich hätten krank machen können, denn Angst schwächt auch das Immunsystem und hätte so eine "sich selbst erfüllende Prophezeiung" werden können.

Liebe symptome.ch-Fans: die Gentests werden in den Himmel gelobt und eines sollte Euch klar sein - es geschieht mittels Halbinformationen - es geschieht um Geld damit zu verdienen - es geschieht ohne Skrupel zu haben - es geschieht nicht zu Eurem Nutzen, sondern zum Nutzen von Big-Pharma!

Wenn sich diese "selbst erfüllenden Prophezeiungen" dann in der Realität zeigen, dann verdient BIG-Pharma nochmals ein Heidengeld mit der Behandlung ihrer gutgläubigen Opfer! Ihr wißt längst wie skrupellos Big-Pharma vorgeht und ANGST schüren ist deren wichtigstes Werkzeug! Der Gentest ist hierfür ein ausgezeichnetes Instrument! Wie bei den Impfungen und vielem anderen auch.

BEVOR IHR EINEN GENTEST MACHEN LASST, DESSEN ERGEBNIS EUCH IN ANGST UND SCHRECKEN VERSETZEN KANN, ÜBERLEGT EUCH GUT, OB IHR MIT EINEM KREBS-, AIDS-, MULTIPLE SKLEROSE- ODER ANDEREM BÖSEN GEN UMGEHEN KÖNNT, OB EUCH DAS ERGEBNIS "AM A.... VORBEI GEHT", WENN NICHT, LASST ES LIEBER BLEIBEN!!!

Dies zu schreiben brannte mir auf der Seele - denn bei der Gentest-Euphorie zeigt sich allzu deutlich, wie gutgläubig so viele hier noch sind. Hier ist viel mehr Mißtrauen gegenüber den Aussagen der Gen-Lobby angebracht. Gutgläubigkeit kann hier nur allzu leicht ins gesundheitliche Unglück führen.

Gruß,
Clematis

AW: Was hat der 23andme Test gebracht

Johanna ist offline
Beiträge: 885
Seit: 09.08.06
Hallo Clematis

Ich gebe dir durchaus recht, dass die Psyche eine grosse Rolle spielt und Angst krank machen kann.

Was die Genetik betrifft, so bringst du jedoch einige Dinge durcheinander.

Genetik, definiert als die Abfolge der Nukleotide in der DNS ist für einen Menschen ziemlich stabil. Das heisst, die Sequenz die du bei der Befruchtung bekommen hast bleibt auch so. Natürlich gibt es in einigen Zellen Mutationen davon, das heisst einzelne Zellen können an einzelnen Stellen in der DNA ein anderes Nukleotid eingebaut haben.
Und ein bestimmtes Krebsgen wird dein ganzes Leben lang ein Krebsgen bleiben und nicht plötzlich Verdauung fördern. Einzig, es kann in gewissen Zellen seine Funktion verlieren, wenn dort eine Mutation stattfand.

Das mit den Bakterien ist eine andere Geschichte.
Hier geht es um eine Bakterienart, nicht um ein einzelnes Individuum. Bakterien haben einen Lebenszyklus von einigen Minuten bis Stunden. Dementsprechend wenn die heute gezüchtet werden hat sich die *Population* morgen schon verändert, sie sind quasi "evoluiert". Das heisst was bei deiner Geschichte passiert sein musste ist, dass sich die Bakterienpopulation verändert hat. Anscheinend hat es bei einigen Bakterien eine Mutation gegeben und die Bakterien haben sich dann vermehrt, so dass nach einiger Zeit praktisch nur noch Bakterien mit dieser Mutation da waren.

Wenn man also einen Gentest macht und als Ergebnis bekommt, dass man die "Brustkrebs-Mutation" hat (wie z.B. Angelina Jolie), so hat man tatsächlich ein erhöhtes Risiko. Das Gen wird sich nicht plötzlich "zurück ändern" und wieder "gesund werden". Die Frage ist nur, ob die Krankheit ausbricht, und das ist natürlich von vielen Faktoren abhängig.
Ich bin aber mit dir einig, Clematis, das ich solche erhöhten Risken auch nicht unbedingt wissen wollte. Aber das muss am Ende jeder für sich selber entscheiden.

Liebe Grüsse,
Johanna

Was hat der 23andme Test gebracht
Clematis
Zitat von Johanna Beitrag anzeigen
Genetik, definiert als die Abfolge der Nukleotide in der DNS ist für einen Menschen ziemlich stabil.
Hallo Johanna,

vielen Dank für die Richtigstellung.

Das "ziemlich stabil" wirft allerdings für mich noch Fragen auf. Würde die Mutation in einer Zelle sich nicht auch auf weitere Zellen übertragen? Ich weiß nicht mehr genau wie schnell sich unsere Zellen erneuern - alte sterben ab und neue entstehen und das in relativ schneller Abfolge. Bei diesem Vorgang kann sich dann doch einiges ändern oder nicht?

Da Du gut Bescheid zu wissen scheinst, würde mich auch interessieren, wie man z.B. ein Krebsgen identifiziert hat. Weil es bei Krebskranken häufiger vorkommt als bei Anderen? Dann würde sich für mich die Frage stellen, was war zuerst da - der Krebs oder das Krebsgen?

Wie findet man in den Hunderttausenden Gensequenzen eines, das eine bestimmte Krankheit auslösen soll? Und welche Kriterien liegen der Identifikation zugrunde?

Könntest Du mir einen Link nennen, wo man das genau nachlesen kann?

Herzliche Grüße,
Clematis

Was hat der 23andme Test gebracht

Johanna ist offline
Beiträge: 885
Seit: 09.08.06
Hallo Clematis

Zitat von Clematis Beitrag anzeigen
Das "ziemlich stabil" wirft allerdings für mich noch Fragen auf. Würde die Mutation in einer Zelle sich nicht auch auf weitere Zellen übertragen? Ich weiß nicht mehr genau wie schnell sich unsere Zellen erneuern - alte sterben ab und neue entstehen und das in relativ schneller Abfolge. Bei diesem Vorgang kann sich dann doch einiges ändern oder nicht?
Mit ziemlich stabil meine ich, dass von einer Zellteilung zur nächsten der grösste Teil (99.99... %) korrekt kopiert und weitergegeben wird. Du hast aber schon recht, wenn es in einer Darmwand-Stammzelle eine Mutation gibt, dann wird die auch auf durch Zellteilung entstehenden "Tochter"zellen übertragen. Wenn also die Mutation ein Krebsgen betrifft, dann könnte das schon relevant sein. Wenn es jedoch eine Mutation in einem Gen ist, das z.B. nur in Neuronen "abgelesen" wird, dann ist es ziemlich wurscht.

Zitat von Clematis Beitrag anzeigen
Da Du gut Bescheid zu wissen scheinst, würde mich auch interessieren, wie man z.B. ein Krebsgen identifiziert hat. Weil es bei Krebskranken häufiger vorkommt als bei Anderen? Dann würde sich für mich die Frage stellen, was war zuerst da - der Krebs oder das Krebsgen?
"Krebsgene" sind meistens Tumorsuppressoren oder Proto-Onkogene.
Tumorsuppressoren sind Gene, die für Proteine kodieren, die Tumorwachstum verhindern. Wenn aber dieses Gen mutiert ist, kann es sein, dass es nicht mehr funktioniert und darum das Tumorwachstum nicht mehr verhindern kann.
Proto-Onkogene sind Gene, die für Proteine kodieren, die Zellwachstum fördern (was ja in manchen Bereichen auch nötig ist!). Wenn das Gen mutiert ist, kann es sein, dass das Protein hyperaktiv ist, also zu viel arbeitet oder sich nicht mehr ausschalten lässt. Und dies fördert dann eben Tumorbildung.
Deine letzte Frage kann ich leider nicht beantworten. Kannst du sie noch anders formulieren?

Zitat von Clematis Beitrag anzeigen
Wie findet man in den Hunderttausenden Gensequenzen eines, das eine bestimmte Krankheit auslösen soll? Und welche Kriterien liegen der Identifikation zugrunde?
Dafür kann man z.B. eine so genannte Assoziationsstudie (Association Study) machen. Das heisst man sucht viele Menschen mit der Krankheit und viele gesunde Menschen. Und dann vergleicht man deren Genom. Natürlich gibt es zwischen all diesen Menschen viele Unterschiede und Mutationen. Man sucht also nach Mutationen, die nur bei der Krankheit oder nur beim Gesunden vorkommen. (Vereinfacht erklärt. In der Realität ist es natürlich noch ein bisschen komplizierter )

Zitat von Clematis Beitrag anzeigen
Könntest Du mir einen Link nennen, wo man das genau nachlesen kann?
Hm. Nicht direkt. Das meiste ist was ich kenne ist auf Englisch. Aber wenn du bei Wikipedia über Tumorsuppressoren und Proto-Onkogene liest ist das vielleicht ein Einstieg.

Liebe Grüsse,
Johanna

Was hat der 23andme Test gebracht

Tesla101 ist offline
Beiträge: 115
Seit: 23.06.13
Zitat von Johanna Beitrag anzeigen
Hallo Clematis

Genetik, definiert als die Abfolge der Nukleotide in der DNS ist für einen Menschen ziemlich stabil.
Hallo Johanna,

Genetik ist die Vererbungslehere. Ich glaube, du meinst das Genom. Dann stimmt die Aussage. Nur vielleicht die Schlussfolgerung nicht.

Denn über die Epi-Genetik können Gene sich "verändern" (Modifizierung, z.B. Methylierung). Und so können sie bei unveränderter Sequenz an- oder ausgeschaltet werden. Das passiert unter anderem durch Umweltfaktoren wie Stress, Ernährung, Gifte...

Somit hat Clematis nicht ganz unrecht, dass im Bereich der Gene so einiges in Bewegung ist.

Ob dieser 23andme Test sinnvoll ist? Ich denke, man kann da bruchstückhaftes Wissen über die eigene Gesundheit bekommen. Bis solche Tests wirklich Sinn machen, werden meiner Meinung nach noch ein paar Jahre ins Land ziehen.
Begründung meiner Meinung: Nicht nur unser eigenes Genom spielt eine Rolle für unsere Gesundheit, sondern das gesamte Mikrobiom. Das Mikrobiom ist die Gesamtheit allen Erbguts, das in und auf unserem Körper zu finden ist. Also auch das gesamte Erbgut aller Lebewesen in und auf uns.

Viele Grüße
Tesla101

AW: Was hat der 23andme Test gebracht

Johanna ist offline
Beiträge: 885
Seit: 09.08.06
Hallo Tesla

Ja da hast du natürlich recht. Es müsste Genom und nicht Genetik heissen.

Mir ist auch klar, dass es Epigenetik gibt. Und dass die Gene "ein- und ausgeschaltet" werden können. Aber sie verändern nicht so drastisch ihre Funktion, wie das Clematis beschrieben hatte.

Ich denke auch, dass neben dem Genom und der Epigenetik auch das Mikrobiom eine grosse Rolle spielen kann.

Liebe Grüsse,
Johanna

Was hat der 23andme Test gebracht
Clematis
Zitat von Johanna Beitrag anzeigen
"Krebsgene" sind meistens Tumorsuppressoren oder Proto-Onkogene. Tumorsuppressoren sind Gene, die für Proteine kodieren, die Tumorwachstum verhindern. ...
Hallo Johanna,

vielen herzlichen Dank für die ausführliche Antwort.

Deine letzte Frage kann ich leider nicht beantworten. Kannst du sie noch anders formulieren?
Eigentlich war das eine Analogie: Was war zuerst da, die Henne oder das Ei?

Nun fand ich unter Mitochondriopathie folgende Aussage:
Es kann jedoch genauso eine erworbene Mitochondriopathie vererbt werden, wenn ein hoher Anteil der Mitochondrien der befruchteten Eizelle durch Umwelteinflüsse (irreversibel) geschädigt wurde.
Als Laie könnte ich mir vorstellen, daß jemand, der kein "Krebsgen" hat, dann aber trotzdem an Krebs erkrankte -Auslöser für diese Krankheit gibt es in der Umwelt, Lebensmitteln usw. ja reichlich- dann durch die Krebserkrankung plötzlich "Krebsgene" hat. Dabei stellt sich für mich die Frage, ob man bei der Forschung unterscheiden kann, ob der Krebs das Krebsgen erschaffte oder das Krebsgen dazu führte Krebs zu bekommen.

Zu Tumorsuppressoren gibt die deutsche Wikipedia nicht viel her, ich verstehe es jedoch so, daß dies Proteine sind, die von den Proto-Onkogenen gesteuert werden. Arbeiten sie Richtung Tumorbildung, geht das vom Gen aus. Sie können aber auch selbst geschädigt sein, unabhängig vom Onkogen.

Zu Proto-Onkogenen ist Wikipedia.de etwas ergiebiger. Demnach sind das die Vorläufer der Onkogene.

Protoonkogene Onkogene entstehen durch Veränderungen von Gensequenzen (Mutationen), die für das normale Zellwachstum, die Zellteilung und die Zelldifferenzierung eine Rolle spielen. Die sogenannten Protoonkogene sind Vorstufen von Onkogenen und werden durch schädliche Einflüsse (ionisierende Strahlung, chemische Substanzen oder Viren) in die krebserzeugende Form verwandelt. Es sind heute mehr als 100 (Stand: 2004) Protoonkogene bekannt. Alle Zellzyklus-Kontrollgene sind potentielle Protoonkogene, da ihre Veränderung bzw. Dysfunktion den Verlust der Kontrolle über die Zellteilung bedeuten kann.

Protoonkogene werden anhand der durch sie kodierten Proteine in mehrere Gruppen eingeteilt:
Protoonkogene sind normale Gene, die in jeder Zelle vorkommen und Proteine kodieren, die Wachstum, Teilung und Differenzierung einer Zelle kontrollieren und steuern. Viele Komponenten, die das Wachstum einer Zelle beeinflussen, können als Protoonkogene angesehen werden. Mutiert ein solches Gen, kommt es im häufigsten Fall zu einem Funktionsverlust, die Zellteilung wird nicht mehr gefördert und die Zelle kann sich nicht mehr teilen. Meist zieht das den programmierten Zelltod, die sogenannte Apoptose, nach sich, was für den Organismus kein Problem darstellt, da sich normalerweise genügend andere teilbare Zellen in der Nachbarschaft befinden. Es gibt aber auch die Möglichkeit, dass durch die Mutation des Protoonkogens die Zellteilung gefördert wird. Es kann passieren, dass durch Chromosomenumlagerungen ein Wachstumsgen unter den Einfluss eines Promotors gerät, der normalerweise stark aktivierend wirkt. So sind z. B. die Promotoren der Immunglobuline in der Lage, Protoonkogene zu Onkogenen zu aktivieren und damit zur Entstehung von Tumoren beizutragen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Onkogen
Meines Erachtens bedeutet das von mir fett Hervorgehobene, daß wir keineswegs mit einem Proto-Onkogen oder Onkogen bzw. Krebsgen geboren werden müssen, um später Onkogene in uns zu haben. Sie können jederzeit durch äußere oder innere Einflüsse entstehen. Obendrein können dann auch noch die Tumorsuppressoren, entweder in Abhängigkeit der Onko-Protogene oder Onkogene und unabhängig von diesen, Fehlfunktionen entwickeln.

HTLV 1 und 2 sind Retroviren. Ob diese überhaupt eine Krankheit auslösen können ist bis heute in der Wissenschaftlergemeinde heftig umstritten. Dazu kann man die Arbeiten von Prof. Dr. Peter Duesberg nachlesen. Er forscht seit ca. 30 oder 40 Jahren dazu.
https://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Duesberg

Mit ziemlich stabil meine ich, dass von einer Zellteilung zur nächsten der grösste Teil (99.99... %) korrekt kopiert und weitergegeben wird.
Das ist nachvollziehbar - der Kopiervorgang dürfte korrekt ablaufen, vorausgesetzt er wird durch andere Vorgänge nicht beeinflußt und davon kann man nicht unbedingt ausgehen. Es gibt einfach zu viele Einflüsse, die hier stören können.

"Krebsgene" sind meistens Tumorsuppressoren oder Proto-Onkogene. Tumorsuppressoren sind Gene, die für Proteine kodieren, die Tumorwachstum verhindern. Wenn aber dieses Gen mutiert ist, kann es sein, dass es nicht mehr funktioniert und darum das Tumorwachstum nicht mehr verhindern kann.
Versucht man die Reihenfolge zu sehen, sieht es so aus, daß zunächst Proto-Onkogene die Onkogene codieren und diese beiden wiederum die Tumosuppressoren - Proteine mit verschiedenen Funktionen. Wie aus den zitierten Textstellen hervorgeht, können auf allen Ebenen Störungen auftreten, u.a. auch abhängig von Umwelteinflüssen, Ernährung, allgemeinem Gesundheitszustand usw.

Dafür kann man z.B. eine so genannte Assoziationsstudie (Association Study) machen. Das heisst man sucht viele Menschen mit der Krankheit und viele gesunde Menschen. Und dann vergleicht man deren Genom. Natürlich gibt es zwischen all diesen Menschen viele Unterschiede und Mutationen. Man sucht also nach Mutationen, die nur bei der Krankheit oder nur beim Gesunden vorkommen. (Vereinfacht erklärt. In der Realität ist es natürlich noch ein bisschen komplizierter )
Sicher ist es im Detail komplizierter. Doch bei solchen, letztlich statistikbasierten Verfahren, bin ich immer sehr skeptisch. Da kann völlig unbeabsichtigt viel zu viel hinein- oder herausgelesen werden, was faktisch mit diversen Berechnungsfaktoren verfälscht werden kann. Das fängt bekanntlich schon mit den Auswahlkriterien für den Personenkreis an.

Obwohl ich sehr gesucht habe, konnte ich im Internet keine deutschen aussagekräftigen Informationen finden, was bei einem Gen-Test tatsächlich gemessen wird. Hier in englisch:
Genetic testing is "the analysis of chromosomes (DNA), proteins, and certain metabolites in order to detect heritable disease-related genotypes, mutations, phenotypes, or karyotypes for clinical purposes."[5] It can provide information about a person's genes and chromosomes throughout life. Available types of testing include:
Genetic testing - Wikipedia, the free encyclopedia
Analysiert werden also Chromosomen, Proteine, Metaboliten, dabei wird nach Genotypen, Mutationen, Phenotypen oder Karyotypen gesucht. Dazu wird unter anderen der PCR-Test von Kary Mullis eingesetzt. Dieser wertet letztlich Proteine aus, wie auch der Elisa und Western-Blot. Alle diese Proteintests sind umstritten, weil sie sehr ungenau sind und zu zahlreichen falsch-positiven Ergebnissen führen. Welche weiteren Testverfahren was genau messen, dazu sagen die Hersteller der Tests leider nichts. Das sollte uns sehr nachdenklich stimmen.

Das meiste ist was ich kenne ist auf Englisch. Aber wenn du bei Wikipedia über Tumorsuppressoren und Proto-Onkogene liest ist das vielleicht ein Einstieg.
Englisch wäre mir sogar noch lieber, sprachlich kein Problem. Wikipedia ist für einen Überblick geeignet, m.E. aber nicht für echte, saubere wissenschaftliche Texte. Da pfuschen zu viele in den Texten herum. Wenn Du mir also einen guten Link nennen könntest, kann ich mich von dort aus weiterhangeln. Dafür wäre ich sehr dankbar.

Liebe Grüße,
Clematis

Was hat der 23andme Test gebracht

Johanna ist offline
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Seit: 09.08.06
Hallo Clematis
Zitat von Clematis Beitrag anzeigen

Meines Erachtens bedeutet das von mir fett Hervorgehobene, daß wir keineswegs mit einem Proto-Onkogen oder Onkogen bzw. Krebsgen geboren werden müssen, um später Onkogene in uns zu haben. Sie können jederzeit durch äußere oder innere Einflüsse entstehen. Obendrein können dann auch noch die Tumorsuppressoren, entweder in Abhängigkeit der Onko-Protogene oder Onkogene und unabhängig von diesen, Fehlfunktionen entwickeln.
(...)
Versucht man die Reihenfolge zu sehen, sieht es so aus, daß zunächst Proto-Onkogene die Onkogene codieren und diese beiden wiederum die Tumosuppressoren - Proteine mit verschiedenen Funktionen. Wie aus den zitierten Textstellen hervorgeht, können auf allen Ebenen Störungen auftreten, u.a. auch abhängig von Umwelteinflüssen, Ernährung, allgemeinem Gesundheitszustand usw.
Nicht ganz.
Damit unser Körper funktionieren kann, haben wir sehr viele verschiedene Gene (ca. 25 000). Diese sind der "Bauplan" für die Proteine. Proteine sind "molekulare Maschinen", die Dinge herstellen, verarbeiten, transportieren etc. können.
Tumorsuppressoren-Gene kodieren also für Tumorsuppressoren-Proteine und Protoonkogene für "Protoonkogen"-Proteine (ich glaub das Wort gibt es nicht).

Tumorsuppressor-Proteine haben die Aufgabe, Tumorwachstum zu verhindern.
Protoonkogen-Proteine haben die Aufgabe Zellteilung zu fördern. Die beiden sind also quasi Gegenspieler zueinander. Es braucht natürlich beides. In manchen Situationen und im gesunden Masse Zellteilung, aber nicht zu viel, sonst ist es ein Tumor.

Bei Krebs oder einem Tumor ist dieses Gleichgewicht gestört. Also entweder arbeiten die Protoonkogen-Proteine zu fleissig und die Tumorsuppressor-Proteine zu wenig fleissig. Die Ursache ist wahrscheinlich jeweils eine Mutation. Und damit sind wir wieder bei der Genetik.

Dieser Link könnte dir weiter helfen:
http://www.cancer.org/oncogenes-tumo...and-cancer-pdf

Diser Link ist etwas detailierter, dafür auch schwieriger:
Proto-Oncogenes and Tumor-Suppressor Genes - Molecular Cell Biology - NCBI Bookshelf
Hier geht es auch um Mutationen in den Protoonkogenen und Tumorsuppressoren.

Liebe Grüsse,
Johanna

Geändert von Johanna (10.04.15 um 21:29 Uhr) Grund: Link ergänzt

Was hat der 23andme Test gebracht

Johanna ist offline
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Hallo
Nochmals ich....
Zitat von Clematis Beitrag anzeigen
Eigentlich war das eine Analogie: Was war zuerst da, die Henne oder das Ei?

Nun fand ich unter Mitochondriopathie folgende Aussage:
Als Laie könnte ich mir vorstellen, daß jemand, der kein "Krebsgen" hat, dann aber trotzdem an Krebs erkrankte -Auslöser für diese Krankheit gibt es in der Umwelt, Lebensmitteln usw. ja reichlich- dann durch die Krebserkrankung plötzlich "Krebsgene" hat. Dabei stellt sich für mich die Frage, ob man bei der Forschung unterscheiden kann, ob der Krebs das Krebsgen erschaffte oder das Krebsgen dazu führte Krebs zu bekommen.
Eigentlich gibt es solche "Krebsgene" nicht. Also nicht im Sinn von ich hab sie nicht und ein Krebspatient hat sie. Krebsgene sind "normale" Gene, die wenn sie mutiert sind, Krebs auslösen/fördern. Also wir alle haben das jeweilige Gen. Die Frage ist nur, ob es "gesund" ist, oder ob es eine gefährliche Mutation hat.

Und da hast du recht. Mutationen können durch Umweltfaktoren ausgelöst werden. Beispielsweise durch Strahlungsschäden, Gifte etc.

Die Reihenfolge ist also immer so:
"gesundes/normales" Gen -> Mutation (= "Krebsgen") -> Krebs/Tumor

es kann jedoch auch vorkommen, dass man schon von Geburt an Träger einer Mutation ist. Dann entfällt der erste Schritt im Schema oben.

Apropos Huhn/Ei: Viele Krebsmedikamente und -therapien (Bestrahlung) sind selber auch wieder krebserregend. Was dann natürlich so eine Art Teufelskreis geben kann...
also: Mutation -> Krebs/Tumor -> Behandlung -> Mutationen an anderen Körperstellen -> Krebs/Tumor

Liebe Grüsse,
Johanna


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