Me/cfs

13.04.14 01:55 #1
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hitti ist offline
Beiträge: 1.894
Seit: 26.02.12
Zitat von Gini Beitrag anzeigen
diese Ursache wirkt sich über epigenetische Prozesse aus, und nicht über SNPs
Da hast Du natürlich recht, aber die Traumatisierung meiner Mutter hatte schon 6 Monate vor der Schwangerschaft begonnen.
Auch meine Oma väterlicherseits hatte schon von Kindesbeinen an viele schwere Schicksalsschläge zu verkraften. Ihren Schilderungen nach hingen v.a. die Kindheitserlebnisse ihr viele lange Jahre schwer nach. Paßt schon mit den SNPs.
Paule meint sicher, dass durch Traumatisierungen epigenetisch die SNPs an- oder ausgeschaltet werden.

Das kann bedeuten, dass Du zwar SNPs ohne Risikoallele hast, aber dass sie dennoch nicht funktionieren, weil sie eben wie es so schön genannt wird "ausgeschaltet" wurden, oft auch vorgeburtlich.

Wenn die SNPs epigenetisch funktionsunfähig sind, dann bestehen wohl auch Möglichkeiten diese wieder funktionsfähig zu bekommen bzw. "anzuschalten".

Dazu gibt es auch bereits Bücher und einen Epigenetik-Newsletter etc.

Wichtig ist meines Erachtens der Unterschied zwischen einer klassischen Mutation und einer epigenetischen Einschränkung.

LG

hitti

AW: Me/cfs

Gini ist offline
Beiträge: 1.032
Seit: 18.04.09
Hallo hitti,

ich habe paule schon richtig verstanden. Ich weiß um die Epigenetik und das An- und Abschalten von Genen durch Umwelteinflüsse, und den Unterschied zu Mutationen.

Aber ich hatte bis jetzt die Vorstellung (wird mir erst jetzt bewußt, daß das eine Vorstellung war), daß epigenetische Veränderungen der Vorfahren sich auch irgendwie vererben können. Warum sollten sie sich nicht irgendwann in Mutationen niederschlagen, irgendwie muß es ja auch zu Mutationen kommen.

Wenn man ein bißchen querliest, gibt es einiges, was der klassischen Genetik widerspricht. Da ist noch ein großes Forschungsland.

LG Gini


hitti ist offline
Beiträge: 1.894
Seit: 26.02.12
Zitat von Gini Beitrag anzeigen
Aber ich hatte bis jetzt die Vorstellung (wird mir erst jetzt bewußt, daß das eine Vorstellung war), daß epigenetische Veränderungen der Vorfahren sich auch irgendwie vererben können. Warum sollten sie sich nicht irgendwann in Mutationen niederschlagen, irgendwie muß es ja auch zu Mutationen kommen.
Ich denke, weiß es aber nicht sicher, dass beides möglich ist.

Unterschied ist meines Wissens nach, dass epigenetische "Blockierungen" bei Dir auch wieder gelöst werden können und Mutationen ggf. nur durch Nahrungsergänzungsmittel und präventive Diät etc. beeinflusst oder umgangen werden können.

Ob Du nun von Deinen Vorfahren epigenetische Veränderungen oder Mutationen mit bekommen hast, kann in der Ausprägung der Symptomatik ggf. gleich aussehen. Und dies zu unterscheiden, dabei kann Dir ein Gentest und die mögliche Interpretation etwas weiter helfen, auch wenn es noch sehr viele Unklarheiten und gegensätzliches dazu gibt.

Beispiel: Wenn Dir ein Bein fehlt (wie Mutation), nutzt Dir die Physiotherapie beim Laufen lernen alleine wenig. Wenn Du eine Prothese (z.B. NEM) bekommst, sieht das schon anders aus. Wenn Du aber aus irgendwelchen Gründen die Beine nicht richtig oder nur schwer bewegen kannst (wie epigenetische Blockierung), dann kann Physiotherapie Dir vielleicht ausschlaggebend helfen.

Aber zuerst merkst Du "nur", dass Du nicht wie andere laufen kannst.

Klar siehst Du in dem Beispiel natürlich vorher, ob Dir eins oder beide Beine fehlen oder ob Du mit Deinen Beinen nur nicht laufen kannst. Aber stell Dir das mal mit den Allelen vor. Vielleicht hilft es Dir ein wenig.

LG

hitti


denda ist offline
Beiträge: 64
Seit: 21.09.11
Hallo gini,

vielen Dank für deine Antwort.

Ich hoffe sehr, dass mein Hausarzt einsehen wird, dass ein Test mit Hydrocortison definitiv mal Sinn machen würde- vor allem in Anbetrecht der Vordiagnostik. Und ich hoffe auch, dass er es- wie auch immer- abrechnungstechnisch hinbiegen kann.

Ich muss sagen, dass ich (durch zu häufige Rückschläge allerdings ziemlich verhalten) da wirklich ein bißchen hoffnungsvoll auf Hydrocortison blicke.
Vielleicht kann ich meine Symptomatik damit wirklich etwas verbessern, und evtl. sogar meine Schlafstörungen (das wäre ein wahrgewordener Traum für mich).
Mit der individuellen Dosierung das fügt sich dann sicherlich mit etwas Fingerspitzengefühl ganz von selbst.

Ich bin im Laufe der Erkrankung allerdings schon öfters auf so Baustellen gestießen bei denen es von der Ärzteschaft hieß, dass es einen riesigen Unterschied im Wohlbefinden machen würde- letzlich war das eigentlich immer nicht der Fall.
Z.B. bei einem TSH von 3,6. Meine damalige Ärztin sagte mir, dass gar nichts anderes möglich wäre, dass ich mich bei einer ideal eingestellten Schilddrüse (ca. 1,0) massiv besser fühlen würde. Das Ende vom Lied: Auch mit einem TSH von 1,1 ging es mir keinen Deut besser....
Da bin ich jetzt natürlich etwas vorsichtig mit den Hoffnungen die ich in Hydrocortison stecke.

Aber es stellt ein neue Chance dar positiven Einfluss auf meinen Zustand zu nehmen, und darüber freue ich mich; das gibt mir eine gewisse Zuversicht.

Was mich noch interessiert: Welche Schlafmittel haben dir geholfen, hat dir beispielsweise Circadin (also Melatonin) weitergeholfen?

Danke und Beste Grüße

denda


denda ist offline
Beiträge: 64
Seit: 21.09.11
@denda:
wenn dein Cortisol zu niedrig ist, dann kann dein Blutzuckerspiegel absinken, was dazu führt, dass verstärk Katecholamine augeschüttet werden -> Nervosität -> Schlafstörungen
-> vor dem Schlafengehen essen - und zwar keine leichtverdaulichen Kohlenhydrate!!
Hallo paule,

da ich ehemaliger Kuklinski-Patient bin, habe ich mir ein Spätstück schon seit langer Zeit angewöhnt. Allerdings half mir das beispielsweise bei den Schlafstörungen überhaupt nicht weiter. Es hat sicherlich genau den Effekt den du beschreibst, und sorgt physiologisch sicherlich für einen stabileren nächtlichen Zustand, aber über das verminderte Hungergefühl hinaus hat sich bei mir leider kein Effekt eingestellt. Da ich aber aufgrund des vielen Wachwerdens verstärkt zu Hunger Nachts neige (im Schlaf wird ja auch ein Hormon ausgeschüttet welches Hungergefühl unterdrückt) bleibe ich beim Spätstück a la Kuklinski.

Beste Grüße
denda

AW: Me/cfs

hitti ist offline
Beiträge: 1.894
Seit: 26.02.12
Zu Schlafproblemen:

Habt Ihr vielleicht auch schon mal GABA (eine Aminosäure) ausprobiert?

Mir hat es sehr geholfen, manch anderen nicht. Wie das eben so ist...

Sind die Schlafprobleme bei Euch/Dir mit innerer Unruhe verbunden?


denda ist offline
Beiträge: 64
Seit: 21.09.11
Hallo hitti,

ja, GABA habe ich auch mal längere Zeit genommen. Es hat bei mir das Muskelzucken deutlich verringert, aber auf den Schlaf selbst keinen positiven Effekt gehabt.

"Innere Unruhe" im seelischen oder ängstlichen Sinne kenne ich eigentlich nur in ganz besonders schlimmen Phasen von mir, in denen dann einfach auch die Nerven blank liegen wegen des teils unerträglichen körperlichen Zustandes. In diesen Phasen schlafe ich auch immer meist auch immer nochmal etwas schlechter als im "Normalzustand".

Aber in aller Regel bin ich SEHR entspannt und habe auch i.d.R. keine Probleme mit dem Abschalten oder Kopfkino/Gedankenkarussel. Diese Grund-Entspannung hilft mir allerdings nur beim Einschlafen- die Durchschlafproblematik scheint davon nicht beeinflussbar zu sein.
"Selbst" Benzos helfen hier nicht, es scheint mir, dass es irgendwas mit dem autonomen Nervensystem und/oder Neurotransmittern zu tun hat.

Was mir zum GABA noch einfällt: Ich habe immer ca. 10-15 min. nach der Einnahme (meist 750mg) ein paar Atemzüge eine richtige kleine "Atemdepression"- dann fällt es kräftemäßig deutlich schwerer Durchzuatmen und ich bekomme schwerer Luft.
Auch habe ich in dieser Zeit immer ein Kribbeln in den Nerven.
Naja, es passt halt zu der Wirkweise des Zeugs.

Beste Grüße
denda


hitti ist offline
Beiträge: 1.894
Seit: 26.02.12
Zitat von denda Beitrag anzeigen
Was mir zum GABA noch einfällt: Ich habe immer ca. 10-15 min. nach der Einnahme (meist 750mg) ein paar Atemzüge eine richtige kleine "Atemdepression"- dann fällt es kräftemäßig deutlich schwerer Durchzuatmen und ich bekomme schwerer Luft.
Auch habe ich in dieser Zeit immer ein Kribbeln in den Nerven.
Hallo denda,

wenn wirkt, dann hat es oft diese kurzen Begleiterscheinungen. Das gehört quasi dazu und ist eher ein gutes Zeichen.

Am besten wirkt es, wenn ca. 45 Minuten vorher nichts gegessen worden ist. Und dann kommt das Kribbeln natürlich auch noch auf Deine persönliche Dosis an.

Vielleicht passt ja bei Dir als super ausgeglichener Typ eine andere Aminosäure besser? Klinghardt hat da doch so einen Fragenbogen, der kursiert hier auch im Netz/Forum.

Hast Du denn in Deinen kurzen Schlafphasen einen eher leichten oder dann auch tiefen Schlaf?

LG

hitti

AW: Me/cfs

Gini ist offline
Beiträge: 1.032
Seit: 18.04.09
Was mich noch interessiert: Welche Schlafmittel haben dir geholfen, hat dir beispielsweise Circadin (also Melatonin) weitergeholfen?
Hallo denda,

als mir der Stromschlag den Schlaf zerstört hatte, haben die natürlichen Mittel nichts mehr geholfen. Mirtazapin ist seitdem mein Schlafmittel.
Ich dosiere dann aber 30-45 nach der Einnahme mit Melatonin, Baldrian, GABA etc nach, und schlafe daraufhin dann auch ziemlich rasch ein.

Mein Vater reagiert auf Benzos übrigens auch überhaupt nicht, auf Mirtazapin aber wesentlich besser, wenn auch nicht ganz optimal.

LG Gini

AW: Me/cfs

frankf ist offline
Themenstarter Beiträge: 91
Seit: 20.08.08


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