Vegan vs. Paleo bei Methylierungsstörungen

05.03.14 11:50 #1
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Vegan vs. Paleo bei Methylierungsstörungen

Zitrone ist offline
Beiträge: 1.026
Seit: 12.10.09
Ich habe den thread hier nur überflogen. Was mich manchmal wundert ist die Diskutierwut. Warum nicht einfach mal vegan probieren und dann paleo! Ich habe vegetarisch und dann Richtung vegan gelebt und das erste Stück Fleisch war danach trotz aller ethischer Bedenken ein Segen für meinen Körper. Beliest man sich im englischsprachigen Inet findet man zunehmend Berichte von "konvertierten" Veganern, wo die Blutwerte sich immer weiter veschlechtert haben. Unter Paleo Ernährung kam die Vitalität wieder.

Trotzdem möchte ich sagen, dass ich beide Ernährungsweisen toll finde! Denn beide vermeiden in aller Regel processed foods. Es sind bewusste gesunde Ernährungsarten, ob nun mit Fleisch, Fisch und Eiern oder ohne. Vegan ist immer noch besser als konventionell und ich habe hohen Respekt vor ethisch sensiblen Menschen. Ich weiss nur, dass mein Körper Tierprodukte braucht. Ausnahme sind Milchprodukte! Alles, was ich also tun kann, um Ethik und Gesundheitsaspekte unter einen Hut zu bekommen ist darauf zu achten, dass das Tier, was ich verzehre, wenigstens ein halbwegs schönes Leben hatte. Nachdenklich hat mich in dem Zusammenhang auch gemacht, wie viele Tiere durch Ackerbau ums Leben kommen (Getreidefelder... beim Abmähen sterben unzählige Tiere). Und im Grunde ist eine Kuh nichts anderes als ein Grashüpfer oder? Beides Lebewesen.

Vielleicht wäre ein thread wie: wie ging es euch besser? Mit Paleo oder mit veganer Ernährung ... interessant. Denn darum geht es doch: darum, dass wir uns gesund und vital fühlen und nicht um Spekulationen dazu, ob der Mensch mal eher Fleischesser war oder eher nicht.

Vegan vs. Paleo bei Methylierungsstörungen

margie ist offline
Beiträge: 4.567
Seit: 02.01.05
Hallo Zitrone,

Denn darum geht es doch: darum, dass wir uns gesund und vital fühlen und nicht um Spekulationen dazu, ob der Mensch mal eher Fleischesser war oder eher nicht.
Im wesentlichen stimme ich Dir zu.
Im wesentlichen deshalb, weil bei mir noch der ethische Aspekt (-Tierschutz zum einen und Vermeidung von Tod durch Hunger zum zweiten, weil bei ausschließlicher vegetarischer Ernährung der Menschheit der Ertrag aus dem Anbau pflanzlicher Lebensmittel für alle Menschen reichen würde-) eine Rolle spielt.

Wenn ich in meinen Beiträgen verstärkt auf die Frage eingegangen bin, dass der Mensch ursprünglich kein Fleischesser war, dann deshalb, weil die Paleo-Vertreter hier im Forum die Paleo-Diät damit begründen, dass der Mensch schon immer ein Fleischesser gewesen sei (was eben nicht stimmt) und Fleisch für ihn daher das Allerbeste sei.

Gut finde ich immer, wenn man darauf achtet, dass das tierische Nahrungsmittel, das man verzeht, aus artgerechter Haltung stammt.
Ich kann hoffen, dass sich wenigstens dieser Trend fortsetzt und dass die Fleischesser lieber weniger Fleisch und dafür aber höher wertiges Fleisch essen. Denn das Fleisch aus artgerechter Haltung soll doch auch besser schmecken.

Nur ist es auch so, dass bei bestimmten Krankheiten den Menschen das Essen von Fleisch einfach nicht gut tut, so dass das Ausprobieren in aller Regel da nicht mehr weiter hilft.
Ich selbst war früher auch Fleischesser und war schon damals leberkrank. Das Umstellen auf vegetarische Ernährung hat meinem Verdauungssystem gut getan und meiner Denkleistung (-> weniger Ammoniak) auch.
Milchprodukte im Übermaß sind sicher genauso wenig verträglich wie wenn ich andere Produktgruppen im Übermaß konsumiere.
In Maßen gegessen, würde ich von Milchprodukten nicht abraten. Ich glaube, dass man nur dann etwas nicht oder kaum verträgt, wenn man z. B. einen Gendefekt hat. Z. B. Gendefekte auf Lactoseintoleranz oder Fructoseintoleranz. Andere Intoleranzen (z. b. die durch H2-Atemtest festgestellten) und auch Allergien sind oft nur vorübergehend.

Bei Milchprodukten kommt es bei der Verträglichkeit auch darauf an, was ich davon esse.
Reine Milch zu trinken, ist m. E. am wenigsten verträglich. Wohingegen Natur-Joghurt m. E. gut verträglich ist.

D. h. insoweit rate ich auch auszuprobieren, Intoleranztests immer wieder zu überprüfen, d. h. zu weiderholen und nicht voreilig den Speiseplan auf ein Minimum zu kürzen und damit eine einseitige Ernährung in Kauf zu nehmen.

LG
Margie
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“Das Fleisch, das wir essen, ist ein 2-5 Tage alter Leichnam.” - Volker E. Pilgrim, Schriftsteller

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Zitrone ist offline
Beiträge: 1.026
Seit: 12.10.09
Margie, was mich zum Nachdenken gebracht hat: es gibt viele Veganer, denen es erst grandios ging mit ihrer Ernährung (ich nehme an, dass das nicht daran lag, dass sie Fleisch weg gelassen haben, sondern daran, dass sie zum einen Milchprodukte weg gelassen haben und zum anderen sich generell bewusster (mehr Obst und Gemüse etc) ernährt haben, aber nach einigen Jahren kommen die gesundheitlichen Probleme massiv. Bei denen, die sich Paleo ernähren ist die Bilanz hingegen durchgehend sehr positiv. Möglicherweise liegt es daran, dass die Paleo Bewegung noch sehr jung ist und nach Jahren merkt man doch, dass es auch da an etwas fehlt. Aber zunächst mal merke ich einfach, wie viel besser es mir damit geht und ich bin jemand, der das Vegetariertum verteidigt hat bis aufs Blut.

Was mich auch bestürzt sind die sich häufenden Berichte von Entwicklungsverzögerungen bei vegan ernährten Kindern... die oft die Eltern dazu bewegen, nicht nur ihren Kindern, sondern auch sich selbst wieder Fleisch- und Fischprodukte zu geben.

Man könnte jetzt in der Argumentation weitere 100 Gründe für Veganismus finden und genauso viele für Paleo. Am Ende zählt: womit geht es mir besser!

Und was die Ethik angeht: siehe Grashüpfer/Kuh-Vergleich. Intensiv bewirtschaftete Weizenfelder: da geht eine Artenvielfalt verloren, was einfach nur traurig ist... ganz zu schweigen von den Tieren, die dabei alle zu Tode kommen (Insekten, Kriechtiere, Kleintiere etc etc.). Noch schlimmer ist es ja bei Soja. Aber ich glaube, das essen heutzutage selbst Veganer nicht mehr oder?

Vegan vs. Paleo bei Methylierungsstörungen

malk ist offline
Beiträge: 1.188
Seit: 26.08.11
Zitat von Zitrone Beitrag anzeigen
Margie, was mich zum Nachdenken gebracht hat: es gibt viele Veganer, denen es erst grandios ging mit ihrer Ernährung (ich nehme an, dass das nicht daran lag, dass sie Fleisch weg gelassen haben, sondern daran, dass sie zum einen Milchprodukte weg gelassen haben und zum anderen sich generell bewusster (mehr Obst und Gemüse etc) ernährt haben, aber nach einigen Jahren kommen die gesundheitlichen Probleme massiv.
Ich war auch mal Vegatarier bis hin zum Veganer, mir ging es damit auch gut. Ich nehme an, dass es daran lag, dass ich bewusster aß. Der Körper kann auch Mangel über viele Jahre kompensieren, daher möchte ich auch betonen, dass ich vermehrt darüber lese, wie ehemalige Veganer durch Fleisch wieder gesund wurden. Dies möchte ich als Hinweis betonen. Denn diese Forum soll ja zum Informationsaustausch dienen und nachher soll keiner sagen, "das hat mir keiner gesagt".

Hier die Geschichte einer Frau die Asthma und ähnliches mit veganer Ernährung weg gebracht hat (der positive Aspekt) . Nach 10 Jahren veganer Ernährung aber sehr krank wurde (der negative Aspekt) und durch tierische Produkte mit viel Fett und rotem Fleisch gesund wurde:

I was extremely reluctant to eat red meat since I had been vegan for 10 years and it was such a huge part of my life. I decided that if this was the ticket, that my life was not worth suffering so that an animal could not suffer. There is suffering everywhere all over the world, humans and animals alike, and all I can do is make the best choice that is available to me. So, that was going to be eating red meat. I was afraid it would rot in my stomach like the rumor that is passed around in vegan circles, and exactly what happens to your protein when you have low stomach acid (like most vegans probably do). What I found was that not only did my body digest it easily, but it made me feel good after eating it. I had this mental clarity and energy that I had not felt in months.
Quelle: My Story – Part I | Autoimmune Paleo

PS: Dies ist eine einzelne Geschichte, ich sage nicht, dass dies auf alle zutreffen muss und ich will auch niemanden überzeugen, jedoch hinweisen will ich schon.

Geändert von malk (11.03.14 um 12:49 Uhr)

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malk ist offline
Beiträge: 1.188
Seit: 26.08.11
Zitat von Zitrone Beitrag anzeigen
Und was die Ethik angeht: siehe Grashüpfer/Kuh-Vergleich. Intensiv bewirtschaftete Weizenfelder: da geht eine Artenvielfalt verloren, was einfach nur traurig ist... ganz zu schweigen von den Tieren, die dabei alle zu Tode kommen (Insekten, Kriechtiere, Kleintiere etc etc.).
Und ganz zu schweigen von den Pflanzen die da zu Tode kommen. Mir wurde als Kind der Wert eines JEDEN Lebewesens gelehrt. Für mich ist jeder Grashalm genau so wertvoll, wie eine Kuh oder Ameise.

Für mich persönlich macht es daher moralisch keinen Unterschied ob ich eine Pflanze töte oder ein Tier.

(Die Massenzuchtmethoden von Tieren UND PFLANZEN, sind antürlich ein Thema).

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malk ist offline
Beiträge: 1.188
Seit: 26.08.11
Zitat von margie Beitrag anzeigen
Wenn ich in meinen Beiträgen verstärkt auf die Frage eingegangen bin, dass der Mensch ursprünglich kein Fleischesser war, dann deshalb, weil die Paleo-Vertreter hier im Forum die Paleo-Diät damit begründen, dass der Mensch schon immer ein Fleischesser gewesen sei (was eben nicht stimmt) und Fleisch für ihn daher das Allerbeste sei.
Nach dieser Argumentation ist kein Tier ein Fleischfresser, denn die ersten tierischen Lebewesen (der Ursprung vom Ursprung) waren alle samt Pflanzenfresser, weil es noch keine Tiere gab. Somit hat jedes Raubtier vegetarische Vorfahren. Erst mit der Zeit hat sich dies gewandelt (Tiere wandelten sich langsam zu Fleischfresseren mit all den typischen Merkmalen).

Der homo sapiens war meines Wissens schon immer ein Allesfresser, seit es den homo sapiens gibt, werden Speerspitzen gefunden und die wurden bestimmt nicht zur Getreideernte verwendet.

Man muss das genauer betrachten: Nicht der Mensch sondern unsere Vorfahren (Primaten) waren (wahrscheinlich) reine Pflanzenfresser und unsere tierischen Vorfahren begannen Fleisch in den Nahrungsplan aufzunehmen (das haben auch wieder Untersuchungen an Knochen vor kurzem gezeigt). Diese Vorfahren haben wir zum Beispiel mit den Chimpansen gemeinsam, die auch Fleisch fressen. Übrigens fressen die auch Fleisch von Artgenossen aus anderen Gruppen.

Eine Theorie besagt, dass genau die Aufnahme von Fleisch erst jenes Gehirnwachstum möglich gemacht hat, dass den inteligenten Menschen (homo sapiens) entstehen ließ. Dort wird argumentiert, dass man für Gehirnwachstum viel Fett benötigt (Gehirn besteht aus Fett und nicht aus Kohlehydraten). Daher unsere Intelligenz.

Auch wird derzeit beobachtet, dass unsere Gehirne in einem ängstlich machendem Ausmaß schrumpfen(!!!) über die Generationen. Hier wird auch vermutet, dass dies mit der schlechten Ernährung zusammenhängt uns insbesondere mit der fehlenden Aufnahme von tierischen Fetten.

Geändert von malk (11.03.14 um 13:09 Uhr)

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margie ist offline
Beiträge: 4.567
Seit: 02.01.05
Hallo Zitrone,

Zu Deinen folgenden Ausführungen bin ich etwas anderer Meinung:
Nachdenklich hat mich in dem Zusammenhang auch gemacht, wie viele Tiere durch Ackerbau ums Leben kommen (Getreidefelder... beim Abmähen sterben unzählige Tiere). Und im Grunde ist eine Kuh nichts anderes als ein Grashüpfer oder? Beides Lebewesen.
Nur dienen die meisten Ackerflächen zum Anbau von Soja, Weizen und Mais als Futter für das Rindvieh.
D. h. das Kleingetier kommt weit überwiegend beim Anbauen und Ernten des Mastviehfutters um, weil man ungeheure Mengen Futter braucht, um ein Rindvieh groß zu mästen und bei dem steigenden Fleischkonsum der westlichen Welt nehmen die Anbauflächen stetig zu.

siehe
Ernährung: Unsere Gier nach Futter | ZEIT ONLINE
Allein 40 Tonnen Soja sollen jährlich importiert werden.


Die Flächen auf denen das Futter-Soja angebaut wird, stehen in der 3. Welt dann für die einheimische Bevölkerung nicht mehr zur Verfügung.

Und was die Ethik angeht: siehe Grashüpfer/Kuh-Vergleich. Intensiv bewirtschaftete Weizenfelder: da geht eine Artenvielfalt verloren, was einfach nur traurig ist... ganz zu schweigen von den Tieren, die dabei alle zu Tode kommen (Insekten, Kriechtiere, Kleintiere etc etc.). Noch schlimmer ist es ja bei Soja. Aber ich glaube, das essen heutzutage selbst Veganer nicht mehr oder?
Soja dient in allererster Linie als Futter für die Rindviehzucht, d. h. die dafür verwendeten Flächen dienen somit den Fleischessern.
Es wird importiert, oft aus Ländern, die sehr arm sind und denen dann diese Anbauflächen zur Deckung des eigenen Bedarfs an Lebensmitteln fehlen.

Fleisch - Rinderknast und Sojawahnsinn

Argentinien produziert Agrarprodukte für das Sechsfache der eigenen Bevölkerung, aber keine Arbeitsplätze. Der schnelle Reichtum mit Exportsoja für europäische Kühe verführt, aber macht das Land kaputt. Mit angepasster Technologie und Biosorten können Bauern ohne großes Kapital in Würde leben“, sagt Julio Catullo vom INTA
Bei Weizen bzw. Getreide dürfte es gemischt sein, d. h. Getreide wird als Viehfutter aber auch für Mehle benötigt.
Mais wiederum dient in erster Linie als Viehfutter.
Ich komme aus einer kleinen Landwirtschaft, in der auch Rindvieh und Schweine groß gezogen wurden und weiß wie man Vater früher (vor 1990) seine Tiere fütterte. Er verwendete aber damals noch kein Soja.

Es ist m. E. eher umgekehrt - zumindest solange die Zahl der Fleischesser stetig zu- statt abnimmt:
Nicht hauptsächlich wegen der pflanzlichen Nahrung für den Menschen sterben viele Kleintiere, sondern überwiegend wegen der Produktion von Mastviehfutter.
Natürlich tut es mir um jedes Tier leid, das von uns Menschen getötet wird.

Dass man aber Tiere nur deshalb aufzieht, um sie nach kurzer Zeit, zu schlachten, ist doch noch eine ganz andere Dimension der Tierquälerei für mich.
Und auch bei artgerechter Haltung geht es nicht ohne Tierquälerei.

LG
Margie
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“Das Fleisch, das wir essen, ist ein 2-5 Tage alter Leichnam.” - Volker E. Pilgrim, Schriftsteller

Vegan vs. Paleo bei Methylierungsstörungen

margie ist offline
Beiträge: 4.567
Seit: 02.01.05
Hallo Malk,

Und ganz zu schweigen von den Pflanzen die da zu Tode kommen. Mir wurde als Kind der Wert eines JEDEN Lebewesens gelehrt. Für mich ist jeder Grashalm genau so wertvoll, wie eine Kuh oder Ameise.
....
Für mich persönlich macht es daher moralisch keinen Unterschied ob ich eine Pflanze töte oder ein Tier.
Sicher sollte man die Natur achten und nicht mutwillig zerstören.
Nur, dass wir Menschen von irgend etwas auch uns ernähren müssen, ist auch wieder klar.

Ich finde, dass Tiere, die eine Psyche haben, die ein Schmerzempfinden haben, die Qualen erleiden können, schützenswerter sind, als z. B. eine Getreideähre oder ein Blumenkohl auf dem Feld.
Dazu gehören in aller Regel die Tiere, die der Mensch auch zum Verzehr tötet.

Ich weiß, dass eine Grenzziehung auch schwierig ist. Sind z. B. Zecken Tiere, die man schützen will oder soll?

Aber ich will auch nicht zu sehr vom eigentlichen Thema abweichen.

Wie sich die Entwicklung im Tierreich abgespielt hat, d. h. ob Raubkatzen früher Pflanzenfresser waren, damit habe ich mich auch noch nie beschäftigt. Mag sein, dass es so war.
Aber der Mensch war, bevor er mit der Jagd angefangen hatte, weit überwiegend ein Pflanzenfresser. Vielleicht hat er mit der Hand auch mal einen Fisch aus einem Gewässer gefangen. So mag es angefangen haben, als er sich dem Verspeisen von Tieren zuwandte.
Später hat er dann gejagt. Es wird teils behaupet, dass er dies auch durch Mißernten tun musste, denn der Selbterhaltungstrieb wird ihn wohl bei Mißernten dazu gebracht haben.

Was die Schimpansen angeht:
Auch diese sind weit überwiegend Pflanzenfresser. Dass es auch bei den Affen welche gibt, die mehr Tiere als andere jagen (sofern sie dazu von ihrer Anatomie her überhaupt in der Lage sind), mag so sein.
Irgendwo las ich, dass Schimpansen in der Regel deutlich unter 5 % an tierischer Nahrung zu sich nehmen würden.

Aber letztlich sollte das für das eigentliche Thema auch eher nebensächlich sein. Denn was früher war und wie es heute ist, ist doch ein Unterschied.

Dein Einwand, dass das Gehirn des Menschen durch das tierische Fett sich gut weiter entwickelt hat, mag nicht ganz falsch sein. Nur frage ich mich, wieso dann die Raubkatzen, die ja ausschließlich Fleischfresser sind, es nicht so weit gebracht haben, dass sie mit uns Menschen mithalten können?
Das spräche m. E. eher dafür, dass der Mensch dadurch, dass er eher ein "Allesfresser" ist, sich zu dem entwickelt hat, was er heute ist. D. h. dass an dieser Entwicklung auch der pflanzliche Anteil in der Nahrung eine große Rolle spielt. Denn auch die Schimpansen, die mit dem Menschen wohl am meisten verwandt sind, sind meines Wissens ziemlich intelligente Tiere. Und die essen noch heute überwiegend pflanzliche Nahrung (wenn sie diese ausreichend angeboten bekommen).

Hochwertige Fette gibt es sehr viele, die aus Pflanzen gewonnen werden und die werden z. B. bei Leberkrankheiten vor den tierischen Fetten empfohlen.
D. h. dem Gehirn werden die pflanzlichen Fette sicher genauso gut tun, wie die tierischen.

Wenn das Gehirnschrumpfen durch eine verminderte Fettaufnahme kommen sollte, so kann dies durch Ernährungsfehler sowohl bei Vegetariern, Veganern als auch bei Fleischessern möglich sein. Ich kann mir aber aucn nicht vorstellen, wie man zu dieser Problematik zu verläßlichen Daten kommen will. Denn ob Gehirne schrumpfen oder nicht, dazu müßte man sehr viele Faktoren untersuchen, d. h. man wird nicht allein nur die Fettaufnahme betrachten können, wenn man nach Ursachen sucht.
Die Tatsache, dass heutzutage viele Menschen mit z. B. einer Erbkrankheit, die zu Hirnschrumpfung führt, durch Therapien überleben und diese Menschen sich fortpflanzen (früher wären sie gestorben), kann da mit reinspielen.
Ebenso gibt es in unserem Industriezeitalter viele Möglichkeiten, giftigen Substanzen ausgesetzt zu sein, die sich negativ auf das Gehirn auswirken.
D. h. es gibt da sicher verschiedene Denkansätze für evtl. negative Entwicklungen.

Aber ich würde dieses Thema auch nicht von allen denkbaren Seiten beleuchten. Das würde hier zu weit führen, denke ich.

Ich vermute, dass bei der Frage, welche Ernährungsform jemand wählt, auch mit ein Grund der ist, dass man nicht zu viel Zeit für das Zubereiten der Ernährung verwenden will. Sich veganisch zu ernähren, erfordert viel mehr Disziplin, Planung und auch Verzicht. Mit "Verzicht" meine ich, dass es leider immer noch so ist, dass ein Veganer, wenn er z. B. in Urlaub fährt, nicht einfach in ein Lokal zum Essen gehen, gehen kann und er dort auch die Einkaufsmöglichkeiten für Veganer so schnell nicht finden wird, wenn es solche in Urlaubsgebieten überhaupt schon gibt.
D. h. ein Veganer wird evtl. weniger in Urlaub fahren oder ist gezwungen, anders Urlaub zu machen, z. B. mehr in Deutschland.
Vielleicht scheitern auch manche Veganer und Vegetarier an dieser Ernährungsform, weil sie sich nicht ausreichend damit beschäftigen und wenn man als Vegetarier nur Pudding und Quark isst, wird man schnell dieser Ernährungsform überdrüssig.
Das Lebensmittelangebot ist in wohl allen Ländern hauptsächlich auf die Fleischesser ausgerichtet. D. h. als Fleischesser muss man sich keine Gedanken machen, wo man was am besten einkaufen kann und man findet ein Überangebot an Lebensmitteln, seien es Fertiggerichte, seien es Gerichte auf der Speisekarte in Restaurants etc.

Will ein Vegetarier in Deutschland vegetarisch essen gehen, so muss er entweder in das vegetarische Restaurant der nächsten Großstadt oder aber er muss mit "Käsespätzle und Salat" im Restaurant um die Ecke vorlieb nehmen, wobei ich mir da noch nicht ganz sicher wäre, ob nicht doch tierische Zusätze enthalten sind.

Ich denke, dass das praktische Problem viele, die beim Essen eines Schnitzels doch ab und zu ein schlechtes Gewissen haben, davon abhält, Vegetarier zu werden.
Viele wissen auch gar nicht, dass es sehr schmackhafte vegetarische Gerichte gibt, die vielleicht dem einen oder anderen auch besser schmecken würden als "Schnitzel, Pommes und Salat".
Ich denke z. B. an Gemüseaufläufe, die ich besonders gern esse.

So, nun will und muss ich aber noch etwas Produktives heute tun.
Ich will mich hier im Thread auch nicht mehr so oft äußern, damit andere sich auch zu Wort melden können und andere Gedanken einbringen können.

LG
Margie
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“Das Fleisch, das wir essen, ist ein 2-5 Tage alter Leichnam.” - Volker E. Pilgrim, Schriftsteller

Geändert von margie (11.03.14 um 14:56 Uhr)

Vegan vs. Paleo bei Methylierungsstörungen

Zitrone ist offline
Beiträge: 1.026
Seit: 12.10.09
Ja, Margie, all deine Argumente hatte ich auch noch vor ein paar Monaten. Ich esse aber kein Fleisch, wo das Futter Soja, Weizen und Mais ist. Paleo Anhänger essen nur grasgefüttertes Fleisch, womit auch dieses Argument entkräftet ist. Deshalb sterben bei mir tatsächlich weniger Tiere als in der Zeit, als ich Vegetarier war. Ich esse kein Getreide mehr und auch kein Rind, was mit demselben gefüttert wurde. Das gleiche gilt für Soja etc. Ich verweise nochmal darauf, welche Riesenanzahl von Tieren unter die Mähdrescher bei der Ernte von Weizen etc. kommen.

Ich glaube einfach, dass man die Ernährungsform Paleo probieren muss. Viele Argumente könnten sich dann erledigen. Ich für meinen Teil habe (abgesehen von anfänglich starken ethischen Bedenken) gespürt, dass es das ist, was mein Körper braucht. Ich habe mich satt gefühlt. Als ob mein Körper das bekommt, was er braucht! Als Vegetarier habe ich unglaubelich viele Hülsenfrüchte (schlecht verdaulich, Blähungen) gegessen. Ebenfalls Weizenprodukte (Blähbauch) und Milchprodukte (Ausschläge, schlechte Haut, strohige Haare). Habe mir das jahrelang schön geredet, weil ich dachte: ich lebe ethisch "besser" als andere und dazu noch sehr gesund. Ja, gesünder als vielleicht die Mehrzahl derjeniegen, die in den Industriestaaten leben. Aber definitiv UNGESUND, was die wirklichen Bedürfnisse meines Körpers anging.

Vegan vs. Paleo bei Methylierungsstörungen

margie ist offline
Beiträge: 4.567
Seit: 02.01.05
Ja, Margie, all deine Argumente hatte ich auch noch vor ein paar Monaten. Ich esse aber kein Fleisch, wo das Futter Soja, Weizen und Mais ist. Paleo Anhänger essen nur grasgefüttertes Fleisch, womit auch dieses Argument entkräftet ist.
Tun das wirklich alle Paleo-Anhänger, dass sie nur grasgefüttertes Fleisch essen?
Und wird bei Rindern, die auf Weiden gehalten werden, nicht - auch nicht zeitweise - anderes Mastfuter zugefüttert?

Wenn, nur mal angenommen, alle derjenigen, die bisher Fleisch aus Massentierhaltung noch essen, auf "Paleo" umsteigen wollten, d. h. nur grasgefüttertes Fleisch essen wollten, gäbe es doch die Gras-Flächen für so viele Tiere gar nicht, oder?

Ich denke schon, dass es für die Umwelt und die Tiere gut wäre, wenn die Tiere nur Weidefutter bekämen.
Nur, ob das auch machbar wäre für die Fleischversorung (fast) aller Menschen der Welt?
Die Einschränkung "fast" deshalb, weil ich glaube, dass es immer Veganer und Vegetarier geben wird.

LG
margie
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