Vegan vs. Paleo bei Methylierungsstörungen

05.03.14 11:50 #1
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Vegan vs. Paleo bei Methylierungsstörungen

margie ist offline
Beiträge: 4.567
Seit: 02.01.05
Die Argumentation der Paläodiät ist nun: Der Mensch und seine Vorfahren sind seit mindestens 2,6 mio Jahren an Mischkost angepasst. Er konnte sich nicht innerhalb von nur 10.000 Jahren an Getreide&Co anpassen, daher die gesundheitlichen Probleme.
Zu diesen Theorien, dass der Mensch sich in "nur" 10000 Jahren nicht an Getreide und Co anpassen konnte, gibt es aber auch andere Meinungen, die davon ausgehen, dass Anpassungen an andere Nahrungsformen in viel kürzerer Zeit möglich seien. Ich weiß nicht mehr, wo ich das gelesen habe.

Aber nur weil der Mensch in der Steinzeit das Jagen und Fleischessen angefangen hat, muss das doch nicht heißen, dass er sich nicht in wesentlich kürzerer Zeit an andere Nahrungen anpassen kann?
Er isst eben nur einige Jahre länger Fleisch, was aber nicht heißt, dass der menschliche Organismus sich nicht in kurzer Zeit an andere Ernährung anpassen kann.

Ich las sogar, dass man aus Funden abzuleiten glaubt, dass die Menschen schon in der Steinzeit Getreide gemahlen hätten. Vermutlich gab es damals also auch schon Getreide in irgendeiner Form.

Aber ich denke, dass das müßig ist, über solche Details zu spekulieren.
Denn die Entscheidung, was wir heute für die richtige Ernährung halten, wird davon sicher nur unterschwellig beeinflusst.

LG
Margie
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“Das Fleisch, das wir essen, ist ein 2-5 Tage alter Leichnam.” - Volker E. Pilgrim, Schriftsteller

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margie ist offline
Beiträge: 4.567
Seit: 02.01.05
Im Tierreich regelt sich die Zahl der Nachkommen auch zumeist über das Futterangebot .
Nicht nur im Tierreich ist das so.
Dadurch dass in Deutschland bzw. Europa soviel Fleisch nachgefragt wird, muss, weil hier die Anbauflächen für das Mastviehfutter schon lange nicht mehr ausreichen, aus den armen Ländern Soja importiert werden. D. h. die Anbauflächen, die die Menschen dort benötigen würden, um sich selbst zu ernähren, werden für "unseren" Luxus des überhöhten Fleischkonsums "verschwendet".

Und ebenso würden, wenn es keine (oder deutlich weniger) Mastviehhaltung in der gesamten Welt geben würde, die Anbauflächen vermutlich reichen, um alle Menschen mit Gemüse, Getreide, etc. zu versorgen und es müsste vermutlich keiner mehr hungern (oder zumindest viel weniger Menschen würden hungern).
D. h. je größer die Nachfrage nach Fleisch in den Industrieländern wird, umso mehr Menschen hungern in den übrigen Ländern, da sich die Anbauflächen nicht vermehren lassen oder nur vermehren lassen, wenn dafür Wälder abgerodet werden (was auch nicht gut ist).

LG
Margie
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Kullerkugel ist offline
Beiträge: 6.671
Seit: 01.06.10
Liebe margie,

ich klinke mich hier aus.....Du liest anscheinend (zu ) viel ?

In D wird sehr viel mehr Fleisch produziert als nachgefragt. Es ist ein gutes Geschäft, es wird überall hin verkauft.
In meiner Gegend und auch ander wo wehren sich die Menschen zunehmend gegen immer neue , furchtbare Massenställe .
Deine Sicht ist mir etwas zu einfach.

Alles Gute !
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LG K.

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margie ist offline
Beiträge: 4.567
Seit: 02.01.05
In D wird sehr viel mehr Fleisch produziert als nachgefragt. Es ist ein gutes Geschäft, es wird überall hin verkauft.
Sage ich doch. Wenn in D mehr produziert wird, als in D direkt nachgefragt wird, wird es sicher nicht weggeworfen, sondern dorthin verkauft (benachbartes Ausland), wo auch eine Nachfrage herrscht.
Aber die Fleischproduktion ist doch eher zunehmend anstatt rückläufig, oder? Ich betrachte da nicht D allein, sondern man muss, was die Fleischproduktion und -nachfrage anbelangt, wohl alle Industrieländer gemeinsam betrachten.

In meiner Gegend und auch ander wo wehren sich die Menschen zunehmend gegen immer neue , furchtbare Massenställe .
Auch das unterstützt meine Behauptung, dass die Nachfrage nach Fleisch nicht sinkt.
Aber da die Anbauflächen fürs Futter in D eher abnehmen als zunehmen, muss dann eben das Futter aus Dritte-Welt-Ländern importiert werden.

Was habe ich denn nun so Falsches behauptet? Ich verstehe Deinen Einwand nun gar nicht.

LG
Margie
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dadeduda ist offline
Beiträge: 1.503
Seit: 23.08.12

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Kullerkugel ist offline
Beiträge: 6.671
Seit: 01.06.10
Na ich habe Dich so verstanden, als würde nur so viel mehr Fleisch produziert werden müssen ( auf Kosten hungernder Menschen weltweit ) WEIL wir immer mehr Essen wollen . Hier und in Nachbarländern. Ich habe Deine Ausführungen als Vorwurf empfunden ?

Dem ist doch gar nicht so. Es sind die Unternehmen, die immer mehr Fleisch produzieren wollen und es gut weltweit verkaufen wollen.
Die Menschen leiden hier auch unter diesen Bedingungen der Massenhaltung, nicht nur die armen Tiere.
Methangase und Ammoniak verpesten die Umgebung der Ställe und hinterlassen Schäden , enormer Aufwand an Verkehr , enormes Gülleaufkommen, die Felder können gar nicht so viel schlucken, das Grundwasser wird verunreinigt .....um nur Einiges zu nennen.
Und dann wird Schweinefleisch für 2,22 E das Kilo verschleudert.....und massenhaft weg geworfen .

Dabei wollen immer mehr Menschen gutes Fleisch aus artgerechter Haltung in der Nähe konsumieren. In überschaubarer Menge. Man müßte dafür kein Futter aus der ganzen Welt hier ankarren.

Von einem gut gezogenem Schwein kann eine vernünftig essende Familie fast ein Jahr lang zehren.....und so ein Schwein könnte noch durch Küchenabfälle, Gartenfrüchte und ein paar Rüben oder Kartoffeln zusätzlich großgezogen werden.
Wir bräuchten wieder mehr regional erzeugte Lebenmittel.
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LG K.

Geändert von Kullerkugel (11.03.14 um 21:45 Uhr)

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margie ist offline
Beiträge: 4.567
Seit: 02.01.05
Hallo K.K.,

Na ich habe Dich so verstanden, als würde nur so viel mehr Fleisch produziert werden müssen ( auf Kosten hungernder Menschen weltweit ) WEIL wir immer mehr Essen wollen . Hier und in Nachbarländern. Ich habe Deine Ausführungen als Vorwurf empfunden ?
Vorwurf ist schon nicht ganz falsch, aber nicht gegen Dich, sondern gegen diejenigen, die mit ihrem hohen Fleischkonsum nach Fleisch aus Masttierhaltung die Masttierproduktion jweiter ankurbeln. Denn natürlich wird die Masttierhaltung nur dann zurückgehen, wenn die Nachfrage nach Fleisch aus dieser Haltung abnimmt. D. h. die Menschen, die selbst nach viel Fleisch aus dieser Haltung nachfragen, dürfen sich nicht beschweren über die negativen Auswirkungen daraus.

Es gibt sicher eine steigende Nachfrage nach Fleisch aus artgerechter Haltung.
Aber es gibt noch sehr viele Menschen, die Fleisch aus Massentierhaltung essen, sei es, dass sie sich Fleisch aus artgerechter Haltung nicht leisten können oder auch nicht leisten wollen, weil es ihnen egal ist, wie das Tier gelebt hat oder weil sie sich der Problematik gar nicht bewußt sind (aus Desinteresse).
Ich glaube nicht, dass die Nachfrage nach Fleisch aus artgerechter Haltung schon sooo riesengroß ist, auch wenn sie eine zunehmende Tendenz sicher hat.

Und die Menschen, die Fleisch aus Masttierhaltung essen, die essen wohl oft auch sehr viel Fleisch (und könnten sich diesen hohen Fleischkonsum aus artgerechter Haltung wohl kaum leisten).
Ich will nun nicht über "Einwanderer" negativ reden, aber ich habe hier in meinem Umfeld, wo viele "Russland-Deutsche" leben, schon festgestellt, dass diese einen sehr hohen Fleischkonsum haben. In den Ländern, wo sie herkommen, ist es wohl so, dass dort viel mehr Fleisch konsumiert wird und diese Gewohnheiten werden hier natürlich auch beibehalten.

Also ich glaube durchaus, dass die Nachfrage nach Fleisch aus Masttierhaltung immer noch sehr hoch ist und die dagegen sicher relativ geringe Nachfrage nach Fleisch aus artgerechter Haltung sehr hinterherhinkt, trotzdem sie sicher zunimmt.

Die Firmen, die Tierfabriken errichten, werden sich sicher ausgerechnet haben, dass sie das darin produzierte Fleisch auch gut absetzen können.
Natürlich sollten solche Fabriken hier nicht gebaut werden dürfen, wenn das Fleisch daraus exportiert wird.

Generell bin ich natürlich gegen solche Tierfabriken und die, die sie bauen.
Ich habe schon wiederholt nach Berichten im Fernsehen über Tierquälerei z. b. bei "Wiesenhof", Anzeige bei der zuständigen Staatsanwaltschaft gegen das jeweilige Unternehmen erhoben - ich denke, wenn das viele tun, zeigt es sicher auch eine gewisse Wirkung.

Aber ich bin nun auch etwas müde, weiter über das Thema zu schreiben. Es gibt auch nicht so viel mehr zu schreiben, was nicht bereits erwähnt wurde.
Ich muss mich auch aus Zeitgründen in der nächsten Zeit zurück ziehen, weil sich viel Unerledigtes
bei mir angesammelt hat.

LG
Margie
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ADo ist offline
Weiblich ADo
Beiträge: 3.093
Seit: 06.09.04
Hallo,

Ich las sogar, dass man aus Funden abzuleiten glaubt, dass die Menschen schon in der Steinzeit Getreide gemahlen hätten. Vermutlich gab es damals also auch schon Getreide in irgendeiner Form.
Ja, Gräsersamen und Urgetreide. Aber nur zu bestimmten Jahreszeiten und wenig ergiebig. Auch die Früchte gab es nur zu ihrer Reifezeit und waren noch nicht veredelt, d.h. kleiner und saurer, als unsere heutigen Sorten. Tiere liefen das ganze Jahr in der Gegend rum.
Sesshaft waren die meisten Stämme auch noch nicht und hatten darum auch keine Vorratshaltung. Bestenfalls konnten Fleisch und einige Beeren in der Sonne getrocknet und dann mitgenommen werden.

LG
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alibiorangerl ist offline
Beiträge: 8.919
Seit: 09.09.08
Wuhu,
kam wohl auch drauf an,
Zitat von ADo Beitrag anzeigen
... zu bestimmten Jahreszeiten ...
wo diese Gruppe Menschen lebte, also in welchen Klimazonen (wo mindestens 2 oder eben mehr Ernten möglich waren/sind); Obendrein muss man bedenken - wir leben aktuell am Ende einer Kaltzeit, es wird ja wieder wärmer (Achtung, Spoiler-Alarm "Klima-Wandel" )
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» Optimismus ist nur ein Mangel an Information. « – Heiner Müller

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Zitrone ist offline
Beiträge: 1.026
Seit: 12.10.09
Die Diskussion um Massentierhaltung ist völlig unpassend, da Paleo diese ablehnt und das Fleisch aus artgerechter Weidehaltung kommt. Diese gebetsmühlenartigen immer wieder vorgebrachten Argumente von Vegetariern sind manchmal anstrengend, denn auf zahlreiche Argumente wird garnicht eingegangen. Das Ethikschild wird hoch gehalten für Kühe und Schweine, aber nicht für die abertausenden Kleintiere, die im Mähdrescher zerstückelt werden (Stichwort Weizen, Soja). Paleo heisst kein Getreide und kein Soja. Weder zugefüttert bei den Rindern noch direkt.

Ich stimme natürlich zu, dass dem einen vielleicht das eine gut tut und dem anderen das andere. Allerdings lehne ich mittlerweile ab, dass etwas bewertet wird, was so in genau der Form noch nicht probiert wurde.

Und als Fazit für mich: es war ein langer Weg, aber ich empfinde Vegetariertum auch ein Stück weit als scheinheilig (wenn die Gründe ethischer Natur sind). Es wird in Kauf genommen, dass zahlreichen Mutterkühen ihre Kleinen entrissen werden, damit wir ihre Milch saufen können. Hat schon mal jemand diese Szenen gesehen? Sie zerreissen einem das Herz. Die Kühe werden derart aufgeputscht, um soviel Milch zu produzieren (Stichwort hier auch Hormone), dass ich einfach nicht nachvollziehen kann, wie man das eine als ethisch ok und das andere als ethisch unkorrekt bezeichnen kann. Ferner verstehe ich nicht, wie man Milchprodukte noch als gesund ansehen kann.

Und dann last but not least kommt es nicht darauf an, dass alle Menschen auf dieser Welt völlig minderwertig irgendwie noch ernährt werden. Für mich geht am Ende Qualität vor Quantität. Die Getreideproduktion und Sojaproduktion boomt ja eben, um die Welternährung zu sichern (eh eine Farce und Anbetracht dessen, wie viele Kinder jeden Tag verhungern!!!), aber was bringt es uns denn? Monokulturen, Zivilisationskrankheiten, Autoimmunkrankheiten. Allein der Anstieg von Zöliakie Kranken ist erschreckend.

In dem Sinn wünsche ich allen eine gute Gesundheit und den für sich selbst stimmigsten Weg.


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