Genetische Tests (Erfahrungs- und Gedankenaustausch)

26.09.13 18:02 #1
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Genetische Tests (Erfahrungs- und Gedankenaustausch)

Brigitka ist offline
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Nein Eva, die liefern die Test-Kits nur an Adressen in UK oder Irland. Habe ich eben hier nachgelesen: https://www.23andme.com/en-gb/about/tos/

Da braucht es schon Bekannte in UK, oder man muß da mal Urlaub machen.

Und es gibt wohl auch keine Möglichkeit über England an die genetischen Auswertungen nachträglich ranzukommen

VG, Brigitka

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evalesen ist offline
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Hallo Brigitka,

Echt? Das wußte ich nicht. Ich habe 2 Bekannte, die derzeit den Gentest über UK machen, ich habe noch kein Feedback. LG Eva

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janni81 ist offline
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Hmm das ist leider sehr ärgerlich mit dem teuren Versand.

Außerdem habe ich auch bedenken einer amerikanischen Firma meine DNA zu geben. Den Amis kann man nicht trauen. Mit Apple werden Fingerabdrücke gesammelt. Mit Facebook die Gedanken und Meinungen. Mit Google weiß man wonach die Person sucht. Und NSA und Co. sammeln sowieso alles.

Genetische Tests (Erfahrungs- und Gedankenaustausch)

Brigitka ist offline
Beiträge: 1.803
Seit: 06.04.09
Zitat von evalesen Beitrag anzeigen
Echt? Das wußte ich nicht. Ich habe 2 Bekannte, die derzeit den Gentest über UK machen, ich habe noch kein Feedback. LG Eva
Hhhhm, vielleicht klappt es ja trotzdem und sie haben es nur geschrieben um sich juristisch abzusichern? Da steht nämlich auch:

4. Eligibility

You may not use the Services and may not accept the TOS if:
you are not of legal age to form a binding contract with 23andMe; or
you are a person barred from receiving the Services under the laws of the country in which you are resident or from which you use the Services.
4. Teilnahmeberechtigung

Sie dürfen die Services nicht nutzen und kann die TOS nicht anerkennen, wenn :
Sie nicht volljährig sind , einen verbindlichen Vertrag mit 23andMe bilden; oder
Sie sind eine Person, von der Gewährung der Leistungen nach dem Recht des Landes, in dem Sie ansässig sind oder von dem aus Sie die Dienste nutzen ausgeschlossen.
(Hervorhebung von mir)

Tja, wenn ich da an unser deutsches Gentechnikgesetz denke....

Heute morgen habe ich noch ein bißchen weiter auf der englischen Seite gelesen und bin auf einen Artikel aus Wired über Anne Wojcicki,der Gründerin von 23andme, gestoßen. Die Geschichte über ihre Oma, die ihren 15 Monate alten Sohn ins Krankenhaus bringen mußte.
Die besorgte Oma, die am nächsten Morgen dort anrief, bekam gesagt, er sei im Leichenschauhaus und sie könne kommen um ihn dort abzuholen.

Anne Wojcicki bekam von ihrer Mutter immer einehämmert, daß man sich unbedingt selbst um seine Gesundheit kümmern muß

"My mum doesn't trust the system and she hammered it into me that you can't just trust that somebody is going to do the right thing for you. If you want to have the best health outcome, you need to be in charge of your health."
Mich hat das sehr berührt, auch weil meine Eltern und vor allem meine Mutter, auch so lange krank waren. Ich habe sie soviel leiden sehen, und habe selbst schon soviel gelitten (kein Wunder , habe doch einige Gendefekte mitbekommen, wobei das nicht das einzige ist, falsche Arztbehandlungen haben das alles kräftig potenziert)

Genau diese Einstellung habe ich auch mitbekommen, wenngleich mir das nicht soo explizit gesagt wurde.

In dem Artikel steht, daß der Test Anfang 2013 noch 300 dollar gekostet hat. Durch Spenden konnten sie den Preis auf 99Dollar drücken.

Hier ist der Artikel: The extraction process: meet 23andme's Anne Wojcicki (Wired UK)

Ich finde, das ist eine Riesenchance.

Wenn ich im Bekannten oder Verwandtenkreis davon erzähle, bekomme ich immer nur zu hören: Das will ich gar nicht wissen. Aber es ist nicht nur die Angst vor ev. negativen Ergebnissen, es ist auch die ganze Einstellung nicht selbst verantwortlich sein zu wollen.
Wobei das zugegebermaßen auch durchaus eine Last ist, aber so schlecht wie das Gesundheitssystem nun mal ist, möchte ich wirklich das Recht haben, alles zu wissen.
Und das deutsche Gentechnikgesetz ist eine unverschämte Zumutung. Das trieb sogar solche skurrilen Blüten, daß mir der Leiter eines Pharmakogenetikinstitutes, von dem ich eine bessere Kopie meines Genbefundes haben wollte, mir die nicht schicken wollte. Weil er das nach dem Gesetz nicht an Patienten schicken darf. sondern nur an den einsenden Arzt. Der war aber in Urlaub. Mein HA hatte eine Kopie per Fax bekommen, die konnte man nicht nochmal kopieren, dann wäre alles schwarz geworden.
Wollte das aber schnell an den Kuklinski schicken.
Obwohl ich dem von Genetikinstitut sagte, ich kenne das Ergebnis bereits und ihm anbot daraus vorzulesen, war er nicht bereit das rauszuschicken.

VG, Brigitka

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de bear ist offline
Beiträge: 961
Seit: 16.06.13
Ja, die Schulmedizin ist ein supertolles Geschäftsmodell, das ist keine Frage. Da leben viele Leute sehr gut davon. Und je mehr Leute chronisch krank sind, um so besser läuft das Geschäft. Da liegt es an uns nicht mehr mitzumachen, und andere Wege zu gehen. Im 3. Jahrtausend ist Selbstverantwortung der Schlüssel zur Heilung und zu guter Gesundheit.

LG de bear

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evalesen ist offline
Beiträge: 3.039
Seit: 20.08.09
Zitat von Brigitka Beitrag anzeigen
Hhhhm, vielleicht klappt es ja trotzdem und sie haben es nur geschrieben um sich juristisch abzusichern? Da steht nämlich auch:
Danke für Dein Info! Das stimmt bestimmt, da die beiden Bekannten von mir den Test vor 2 Wochen abgeschickt haben, und nichts davon gesagt haben, daß da was nicht geklappt hat.

Zitat von Brigitka Beitrag anzeigen

Anne Wojcicki bekam von ihrer Mutter immer einehämmert, daß man sich unbedingt selbst um seine Gesundheit kümmern muß

Mich hat das sehr berührt, auch weil meine Eltern und vor allem meine Mutter, auch so lange krank waren. Ich habe sie soviel leiden sehen, und habe selbst schon soviel gelitten (kein Wunder , habe doch einige Gendefekte mitbekommen, wobei das nicht das einzige ist, falsche Arztbehandlungen haben das alles kräftig potenziert)
Das tut mir sehr leid, Brigitte. Damals hat es viele Informationen leider noch nicht gegeben. Die Umwelt ist zwar toxischer, aber das Informationszeitalter schafft uns auch viele Möglichkeiten.
Anne Wojcicki schreibt, daß sie sich wünscht, daß z.B. jeder mit seinem Gentests, wo Medikamentenunverträglichkeiten dokumentiert sind, zu seinem Arzt geht, damit er keine Medikamente bekommt, die er keine für ihn schädlichen Medikamente bekommt.

Zitat von Brigitka Beitrag anzeigen
In dem Artikel steht, daß der Test Anfang 2013 noch 300 dollar gekostet hat. Durch Spenden konnten sie den Preis auf 99Dollar drücken.
Anfangs hat er 999 Dollar gekostet. Die Auswertungen werden für Forschungszwecke verwendet, das sollte jedem klar sein.

Zitat von Brigitka Beitrag anzeigen
Wenn ich im Bekannten oder Verwandtenkreis davon erzähle, bekomme ich immer nur zu hören: Das will ich gar nicht wissen. Aber es ist nicht nur die Angst vor ev. negativen Ergebnissen, es ist auch die ganze Einstellung nicht selbst verantwortlich sein zu wollen.

VG, Brigitka
Bei mir haben ihn ein paar Bekannte gemacht. Sie sind sehr froh, weil sie jetzt wissen, was ihre Schwachstelle ist, und was sie besonders stärken müssen.
Die Health risks sagen ja nicht aus, woran wir erkranken werden. Sie sagen uns, wenn wir uns ungesund ernähren, wenn wir z.B. rauchen oder trinken, wenn wir ständig Streß haben, wenn wir toxischen Belastungen ausgesetzt sind usw., also, wenn wir irgendwelchen chron. Belastungen ausgesetzt sind, was unsere Schwachstelle ist, und wo es uns am ehesten anpackt. Bei mir sind das Darm und Nerven lt. Gentest, und genauso ist es. Ich weiß auch jetzt, daß das z.T. genetisch bedingt ist, und ich das lebenslang gut unterstützen muß.

LG
Eva

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evalesen ist offline
Beiträge: 3.039
Seit: 20.08.09
aktueller Artikel von Chris Kresser zum Gentest:

Why Your Genes Aren’t Your Destiny

Zu einer Zeit glaubten Wissenschaftler, unsere DNA hielt den Schlüssel zur Verhinderung und Umkehr Erkrankungen in der Hand. Aber wir wissen jetzt, dass unsere Umwelt, nicht unsere Gene der wichtigste Faktor für die Gesundheit sind.
Dr. Francis Collins, Direktor des US National Institutes of Health, hat die Beziehungen zwischen Genetik und der Expositionen in einem einzigen, prägnanten Satz zusammengefaßt:
Gene laden die Waffe, aber Umwelt drückt sie ab.

Expositionen sind: Umwelt / nichtgenetische Expositionen ** vom Augenblick der Empfängnis an **. Es bezieht sich nicht nur auf das, was Sie jetzt tun, sondern was Sie alles in Ihrem Leben getan haben, und sogar, was Ihre Eltern vor bzw. bei der Konzeption gemacht haben, die Schwangerschaftsumwelt der Mutter usw. All diese Einflüsse haben einen großen Einfluss darauf, wie Ihre spezielle Gene programmiert sind, was zum Ausdruck bringt, dass eine andere Person mit den gleichen Genen, die in einer anderen Umgebung geboren wurden, nicht die gleichen Themen wie Sie haben, obwohl sie die gleichen Gene haben.
Gene haben einen starken Einfluss auf unsere Anfälligkeit für Krankheiten. Aber genetische Dispositionen werden sich oft nur in Anwesenheit bestimmter Umweltfaktoren manifestieren.
Die Erkenntnis, dass Umwelt, nicht Genetik,der wichtigste Faktor für die menschliche Gesundheit und Krankheit ist, bringt eine starke Botschaft der persönlichen Ermächtigung und Verantwortung. Wenn unsere Gene die einzige Determinante für unsere Gesundheit wären, gäbe es nicht viel Motivation, unsere Umwelt zu optimieren. Aber da wir wissen, dass die Entscheidungen, die wir in unserem Leben treffen, zu 90 Prozent unser Risiko für Krankheit und frühen Tod beeinflussen, haben wir einen starken Grund, Maßnahmen zu ergreifen, um unsere Gesundheit zu verbessern.


Ich glaube, dass für die meisten Menschen die folgenden vier Bereiche die wichtigsten Einflussfaktoren sind:
1. Diät
2. Körperliche Aktivität
3. Schlaf
4. Stressmanagement
Wir haben eine überwältigende Menge an Forschung, die den Einfluss dieser vier Bereiche auf unsere Gesundheit bestätigen. Und ich habe auch die größte Wirkung dieser Faktoren in meiner Arbeit mit Hunderten von Patienten gesehen.
Ich benutze Gentests in meiner Praxis, aber ich begleite sie immer mit Funktionstests. Am Beispiel Methylierung: ich habe Menschen mit Mutationen in Methylierungs-Genen ohne Methylierungthemen (niedrige Folsäurederivaten, SAM, SAH, GSH, etc.) gesehen, und ich habe Menschen mit funktionellen Methylierungsproblemen gesehen ohne nennenswerte Mutationen. Die genetische Information kann hilfreich sowohl für Diagnose und Behandlung, aber ich glaube, nicht ausschließlich, man muß auch die Funktionstests machen. Wenn man die Gentest verbindet mit Funktionstests, dann wissen wir, welche genetischen Mutationen wir haben, und das kann ein hilfreiches Werkzeug sein, aber diese Daten sollten nie isoliert verwendet werden, um Behandlungsentscheidungen zu treffen.

Genetische Tests (Erfahrungs- und Gedankenaustausch)

hitti ist offline
Themenstarter Beiträge: 1.894
Seit: 26.02.12
Zitat von evalesen Beitrag anzeigen
aktueller Artikel von Chris Kresser zum Gentest:

Why Your Genes Aren’t Your Destiny
...
Ich glaube, dass für die meisten Menschen die folgenden vier Bereiche die wichtigsten Einflussfaktoren sind:
1. Diät
2. Körperliche Aktivität
3. Schlaf
4. Stressmanagement
Wir haben eine überwältigende Menge an Forschung, die den Einfluss dieser vier Bereiche auf unsere Gesundheit bestätigen. Und ich habe auch die größte Wirkung dieser Faktoren in meiner Arbeit mit Hunderten von Patienten gesehen.
Das finde ich nun wieder etwas seltsam, da das genau die vier Punkte sind, die man in jeder Zeitschrift lesen kann und als erstes auch von Arzt und Therapeuten zu hören bekommt. Jeder meint zwar unter "Diät" was anderes und Chris Kresser sicher auch was gut durchdachtes, aber dass er nun damit die meisten seiner Patientin heilt, finde ich doch so niedergeschrieben etwas seltsam. Natürlich haben diese vier Bereiche viel Einfluss auf unsere Gesundheit, aber gerade hier im Forum tummeln sich doch auch einige Patienten, die all diese Bereiche seit Jahren vorbildlich abdecken und dennoch sehr krank sind.

Ich finde, das kann so sehr falsch interpretiert werden.

Zumindest unter Bereich 1 "Diät" sollte mehr ausgeführt werden, damit es sich von einer einfachen Apotheken- oder Frauenzeitschrift unterscheidet.

Ich reagiere ehrlich gesagt mittlerweile nach all den Erfahrungen mit dem aus- oder unausgesprochenen Satz "Bewegen Sie sich mal, essen Sie etwas weniger und gesund und planen Ruhepausen mit ein, dann wird es Ihnen sicher bald besser gehen" sehr empfindlich :-)

Genetische Tests (Erfahrungs- und Gedankenaustausch)

Libero ist offline
Beiträge: 441
Seit: 20.02.14
Diese Infos decken sich auch mit dem, was Dr. Strunz immer sagt: Ernährung, Bewegung, Meditation.

Er legt seinen Patienten immer den Steinheitmenschen als Vorbild ans Herz: Tier jagen, heimschleppen, essen, Ausruhen, Dösen, Beeren sammeln und sofort essen (ohne Kühlschrank und auch nicht einkochen), Löcher in die Luft starren (und eben nicht TV glotzen )usw.
Somit bewegen und ernähren sich die Menschen genetisch korrekt (hab das jetzt mal sehr vereinfacht widergegeben).

Liebe Grüße
Libero

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evalesen ist offline
Beiträge: 3.039
Seit: 20.08.09
Zitat von hitti Beitrag anzeigen

Zumindest unter Bereich 1 "Diät" sollte mehr ausgeführt werden, damit es sich von einer einfachen Apotheken- oder Frauenzeitschrift unterscheidet.

Ich reagiere ehrlich gesagt mittlerweile nach all den Erfahrungen mit dem aus- oder unausgesprochenen Satz "Bewegen Sie sich mal, essen Sie etwas weniger und gesund und planen Ruhepausen mit ein, dann wird es Ihnen sicher bald besser gehen" sehr empfindlich :-)
Hallo Hitti,

Mich hat das auch irritiert, ich finde auch, das sollte erörtert werden.

Grundsätzlich stimmt, was er schreibt: wenn diese 4 Punkte ein Leben lang berücksichtigt werden, von den Eltern und von uns, sind die Mutationen egal. So verstehe ich das.

Wenn wir bzw. unsere Eltern uns ungesund ernährt haben, UND es spielen Umweltexpositionen eine Rolle, dann kommt es darauf an, welche Gene wir haben, ob wir krank werden oder nicht.
Wenn wir krank sind, ist Diät natürlich zuwenig, die Maßnahmen, die er in seiner Praxis anwendet (Darmaufbau mit RS-Paket, SIBO, Methylierung, HPA-Achse etc.) sollen die Prozesse umkehren, damit wir in Zukunft mit artgerechter Diät und natürlich Vermeidung von Expositionen wie z.B. Amalgam nicht mehr krank werden.

Auch er beschreibt es so, daß das Gute ist, daß Krankheiten fast immer zu 100% reversibel sind.

Kresser beschreibt, daß er selbst chronisch schwer krank war, nachdem er in Asien bei seinen Ausbildungen zunächst an einem akuten Infekt, der sich dann chronifiziert hat, erkrankt ist, also ähnlich wie bei vielen bei uns. Nach den üblichen Ärzteodysseen hat er bei dem Darmkonzept, das wir im RS-Thread nachbauen, dauerhafte Hilfe gefunden, auch er erst nach Jahren. Dadurch ist ihm die zentrale Rolle des Darms, aber auch über die Ausbildung in Asien, bewußt geworden.

Liebe Grüße, Eva


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