Genetische Tests (Erfahrungs- und Gedankenaustausch)

26.09.13 18:02 #1
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Genetische Tests (Erfahrungs- und Gedankenaustausch)

Samuela ist offline
Beiträge: 262
Seit: 16.11.12
Wenn ich mich recht erinnere schreibt Yasko auch, dass es von weiteren Faktoren abhängt, ob Enzyme nun funktionieren wie sie sollen. Wenn das Enzym jedoch gar nicht oder in einer anderen Version vorhanden ist, dann ist damit eine gewisse Grundlage gegeben.

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Datura ist offline
in memoriam
Beiträge: 5.003
Seit: 09.01.10
Johannes Huber, Michael Klentze:

"Die revolutionäre SNIPs - Methode" S. 15, 16

Dort werden die Zusammenhänge so erklärt:

Ähnlich ist es auch bei den Genen, Auch diese können in individuellen Nornwarianten vorkommen» was man als »Polymorphismus« (oder amerikanisch kurz und prägnant als »Snip«) bezeichnet, was eigentlich »Vielgestaltigkeit« heißt: ein und dieselbe Sache - in dem Fall das Gen - in unterschiedlicher Gestalt.
Die Vielgestaltigkeit erklärt nicht nur die Individualität unter den Menschen und stellt nicht nur ein kosmetisches Problem dar, sondern ist manchmal mit Vorteilen, manchmal mit Nachteilen für den Status der persönlichen Gesundheit verbunden. So existieren Normvarianten von einem bestimmten Gen, das eine Frau vor der östeoporose (Knochenschwund) schützt oder bei einem Mann das Risiko für das Prostatakarzinom (Krebserkrankung der Vorsteherdrüse) mindert.
Bei diesen Polymorphismen handelt es sich nicht um Mutationen im eigentlichen Sinn, sondern um Normvarianten, die sich während der Evolution auf normalem Weg entwickelten und die keine Krankheiten vorhersagen.» wohl aber mitunter eine Risikokonstellation definieren, gegen die man etwas machen kann. Insofern unterscheidet sich die Polymorphismusunter-suchung deutlich von den Mutationsdiagnosen, wo es bekanntlich darum geht, eine Krankheit schon im Vorhinein zu erkennen. Polymorphismen verkünden keine Krankheit, sondern nur eine Neigung dazu bzw. auch einen besonderen Schutz, den man von der Natur gegen manche Probleme in sich trägt. Insofern gestattet es die Kenntnis dieser Genvarianten leicht» eine maßgeschneiderte Vorbeugemedizin zu konzipieren. Bei jeder Art von Krankheitsprävention ist der Zeitpunkt ein entscheidendes Kriterium: Je früher man vorbeugt» desto wirkungsvoller, Polymorphismen trägt man zwar von Geburt an in sich, aber die eventuell damit verbundenen Risiken kommen oft erst in fortgeschrittenem Alter zum Tragen; die Genvariante ruht lange Zeit und wird erst später aktiviert. Ist sie aber frühzeitig bekannt, ist es viel eher möglich, mit Erfolg auszugleichen und gegenzusteuern.
Besondere genetische Konstellationen finden sich typischerweise in geografisch oder kulturell eng begrenzten Regionen, wo eine tradi-tionsbewusste Bevölkerung über lange Zeit »unter sich« geblieben ist.
»-
Was wir wollen (ich auch, mit meinem Diabetes- Risiko und meiner Lipoproteinämie a = Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko), ist, die Genvarianten zu unseren Gunsten umschalten. Dazu ist es meiner Meinung nach estrem wichtig, diese Genvarianten zu kennen, einfach erstmal zu wissen, dass es sie gibt und Wege zu kennen, wie man umschalten kann, ich halte diese Sache für außerordentlich sinnvoll.

Wenn man diesen Mechanismus der Epigenetik verstanden hat, ist in meinem Fall klar, was zu tun ist, hab durch das lesen des Buches einen ordentlichen Tritt bekommen, meine Risiken abzustellen und es beglückt mich nahezu, dass ich nicht ausgeliefert bin, demnächst einen Schlaganfall zu bekommen oder Dement zu werden (noch ein Risiko, wenn ich nicht konsequent bin).

Grüße von Datura

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Binnie
Hallo Datura,

ich denke letztlich muss das wohl jeder für sich selber entscheiden, wieviel er über seine genetischen Veranlagungen wissen möchte. Weiterhin denke ich, dass manchmal "Nicht-Wissen" auch schützen kann. Und auf vieles kommt man im Laufe der Zeit eh, auch ohne genetischen Test selber, (vielleicht sogar eher zum richtigen Zeitpunkt ?), sofern man allgemein aufmerksam beim Thema Gesundheit ist.

Ich möchte jedenfalls keinesfalls, dass Dritte auch über dieses Wissen über meine genetischen Voraussetzungen verfügen! Keiner weiß heute, oder kann sich wahrscheinlich auch nur in Ansätzen vorstellen, was in einigen Jahren mit diesem Wissen u.U. getrieben wird. In den KZs gab es ja so allerhand Versuche, u.a. auch solche mit der Angst, und dass die reine Angst vor einer Krankheit, oder sonstigem, einen Menschen auf Dauer tatsächlich in eine schwere Krankheit oder sogar in den Tod treiben kann...

Viele Grüße
Binnie

Geändert von Binnie (10.01.14 um 10:36 Uhr)

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Samuela ist offline
Beiträge: 262
Seit: 16.11.12
Deshalb benont Yasko mehrfach, dass nur die Polymorphismen untersucht werden sollten, die man bereits positiv beeinflussen kann. Das ist vielleicht der Punkt, den man sich überlegen sollte, und insofern ist es vielleicht auch ganz gut, dass 23andme im Moment keine Interpretationen der Daten mehr anbieten darf. Die für uns relevanten Polymorphismen im Methylierungszyklus und verwandten Gebieten können wir bereits beeinflussen. Ich möchte mir diese Möglichkeit nicht entgehen lassen, denn ich sehe ja, wie weit mich das bisherige Herumstochern im Nebel gebracht hat.

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de bear ist offline
Beiträge: 961
Seit: 16.06.13
Würde es nicht doch Sinn machen einen eigenen Thread für Gentests betreffend Methylierung zu haben? Es war ja gut gemeint das Methylierung aus dem Titel zu löschen, aber wäre es nicht nervenschonender für alle einen extra Thread zu haben wo man die individuellen SNPs und was konkret man degegen macht bzw. machen kann zu besprechen? Das geht in der allgemeinen Gentest-Debatte doch sehr leicht unter.

LG de bear

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Samuela ist offline
Beiträge: 262
Seit: 16.11.12
Bin ich auch dafür! Aber im Moment warten wir glaub ich noch auf die passende Rubrik für den Thread, oder? Wie siehts da eigentlich aus? Haben ja einige was zu geschrieben, auch Mods. Wer setzt das nun um?

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evalesen ist offline
Beiträge: 3.039
Seit: 20.08.09
ich verlinke hier einen Thread von Gini, der gut zum Thema Gentest paßt:

http://www.symptome.ch/vbboard/cfids...tml#post451686

LG
Eva

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admin ist offline
Administrator
Beiträge: 19.793
Seit: 01.01.04
Huch, was ist denn hier passiert?
Offenbar ein Thema, das viele anspricht und verspricht, viele Threads zu versammeln.
Das ist gut und kommt dem Vorschlag sicher entgegen.

Möchte mir mal jemand kurz den aktuellen Stand Eurer Absprache zusammenfassen? (oder die vorgeschlagenen Varianten)
Wie könnte die Rubrik heissen?
Wo könnte sie hingehören?
Welche Unterrubriken könnten Sinn machen?

Das würde mir helfen, das zu überblicken und als Entscheidungsvorbereitung zu nehmen.

Gruss, Marcel

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Karolus ist offline
Beiträge: 1.937
Seit: 29.05.08
Grüätzi mitenand

Hier ist ein Artikel aus der FAZ zu unserem Thema:
Aus für Gentests: Erbe gut, alles gut? - Feuilleton - FAZ

Falls schon gepostet, bitte einfach kurz melden. Dann lösche ich den Beitrag.

Ciao Karolus

P.S. Weiss jemand vielleicht zufällig, ob es schlimm ist, wenn man das bereits mit Speichel gefüllte Proberöhrchen 4 Tage liegen lässt, bevor es auf den Weg zurück in die Staaten geht?
__________________
Schreibe nur von meinen Erfahrungen. Bin kein HP, Arzt oder Jurist!

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Samuela ist offline
Beiträge: 262
Seit: 16.11.12
An dem gesamten Vorgang war nicht ein einziger Arzt beteiligt, weder an der Aufklärung und der Entnahme der genetischen Probe noch an der Beratung und der Mitteilung des Ergebnisses.
Made my day!! Klar, wenn da kein Arzt dran beteiligt ist, dann kann das natürlich alles nur blanker Unsinn und hochgefährlich sein!

Nicht falsch verstehen Karolus, danke trotzdem fürs Posten!
Der Artikel entspricht allerdings nicht dem aktuellen Stand: Gentests werden weiterhin gemacht, nur die Auswertung durch 23andme erfolgt vorerst nicht mehr.


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