Unklare Krankheitsursache = Kampf an allen Fronten

04.07.11 16:25 #1
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Lilie ist offline
Beiträge: 257
Seit: 19.03.08
Ich musste heute viel nachdenken über all die Menschen, die an irgendwelchen Symptomen unklarer Ursache leiden und Tag für Tag kämpfen.

Ich meine Menschen mit Symptomen, die ihren Alltag so sehr beeinflussen, dass sie ihr bisheriges Leben nicht mehr fortführen können, nicht mehr arbeiten können (oder nur unter starken Schmerzen), nichts mehr genießen können, normale Dinge nicht mehr ohne Hilfe oder gar nicht mehr schaffen etc.

Solche Menschen haben es, meiner Meinung nach, doppelt schwer. Neben dem kraftraubenden Kampf den Alltag irgendwie zu bewältigen, kommt der Kampf um die Ursache bzw. Diagnose.
Ärzte sind oft nur eine Hilfe bei der Diagnose der üblichen oder allgemein bekannten Erkrankungen. Vielleicht können sie in 99% helfen, also eine Ursache/Diagnose festmachen und behandeln, aber dann bleiben immer noch 1% übrig, bei denen sie nicht weiter wissen.

Diese Menschen forschen meist (nachdem sie noch weitere Ärzte mit dem gleichen Ergebnis besucht haben) alleine weiter, oft im Internet, in Foren wie diesen.

Dort bekommen sie verschiedene Hinweise, Tipps, Meinungen etc. und haben es schon wieder schwer: Sie müssen alles filtern und sich das heraussuchen, bei dem sie meinen, dass es ihnen helfen könnte.

Hinzu kommt der finanzielle Faktor. Ursachenforschung auf eigene Faust ist sehr teuer. Wie viele Untersuchungen/Behandlungen, kann man sich leisten? Was bringt einen weiter, wofür lohnt es sich Geld auszugeben?

Und mit jedem Tag an dem sich nichts an den Symptomen ändert, man nichts erreicht hat, schwinden die Kräfte und schwindet auch die Hoffnung. Wie lang kann man das noch durchhalten? Wird man jemals die richtige Ursache/Behandlungsmethode finden? Wird es schlimmer werden und man irgendwann sterben? Oder gibt man vorher auf, weil man irgendwann physisch, psychisch und finanziell am Ende ist?

Ich finde, dass solche Menschen wirklich schlimm dran sind. Wenn sie Glück haben, ist da jemand an ihrer Seite, der ihnen bei ihrem Kampf hilft und zu ihnen steht. Wenn sie Pech haben, sind sie alleine oder werden von Angehörigen damit alleine gelassen.

Alles in allem bleibt ihnen nur eins: immer weiter suchen, offen sein für alles, probieren was geht, kämpfen, hoffen und versuchen sich irgend woher Kraft zu holen für die nächsten Wochen, Monate, schlimmstenfalls sogar Jahre.

Ich möchte an dieser Stelle sagen, dass mein voller Respekt allen gehört, die noch nach der Ursache oder einer hilfreichen Behandlungsmethode ihrer Symptome suchen. Gebt nicht auf!!!

LG
Donau

P.S. Ich würde gern eure Meinung/Erfahrung zu dem Thema hören, egal ob ihr „betroffen“ seid oder nicht.

Unklare Krankheitsursache = Kampf an allen Fronten

mondstaub ist offline
Beiträge: 53
Seit: 10.04.09
Zitat von Donau Beitrag anzeigen
Gebt nicht auf!!!
Hallo Donau,

Du sprichst mir aus der Seele. Es ist genau so, wie Du es beschreibst. Wenn ich mit meinen Schmerzen alleine dastehen würde, ich wäre schon völlig verzweifelt. Aber ich habe das Glück, dass mir meine Familie und andere liebe Menschen zur Seite stehen und mich in allem unterstützen. Ohne diese Hilfe hätte ich den Kampf sicherlich schon aufgegeben. Da bei mir die Ärzte mit ihrem Latein am Ende sind, forsche auch ich im Internet in verschiedenen Foren und habe hier und in anderen Foren schon viel Hilfe, Tipps und auch moralische Unterstützung erhalten. Und dafür bin ich unendlich dankbar. Selbst so ein kleiner Satz wie „Gebt nicht auf !!!“ bestärkt mich immer wieder, nicht zu resignieren, sondern weiter zu kämpfen.

Ganz herzlichen Dank für deinen Beitrag Donau.


Liebe Grüße
mondstaub
__________________
Der verlorenste Tag aller Tage, ist der Tag, an dem man nicht gelacht hat!

Unklare Krankheitsursache = Kampf an allen Fronten

Crizei ist offline
Beiträge: 367
Seit: 29.03.08
Zitat von Donau Beitrag anzeigen
Gebt nicht auf!!!


Liebe Donau,

heue nur so viel: Auch ich sage danke für den treffend formulierten Beitrag!

Liebe Grüße!

Unklare Krankheitsursache = Kampf an allen Fronten

engelin1 ist offline
Beiträge: 52
Seit: 04.07.11
Unklare Krankheitsursache = Kampf an allen Fronten
Sicher haben es kämpfende Menschen schwer ihren Alltag zu bewältigen, denn der Kampf im Außen kostet viel Energie, die sich nutzen ließe. Statt ständig nach dem Verursacher zu suchen und ihn draußen nicht zu finden, könnte sich solch ein Kämpfer z.B. einmal eine Ruhepause gönnen.

In dieser Kampfpause hätten dann alle Gefühle einmal die Chance sich zu zeigen, die vor lauter Kämpfen und suchen in den Hintergrund gedrängt worden sind.

Einfach mal weich zu atmen ist ein probates Mittel, wieder zu sich selbst zurück zu finden. Jeder Kämpfer kehrt irgendwann nach Hause zurück. Der eine eher, der andere später. In dem Moment endet der Kampf und es darf sich zeigen, was IST.

Das, was IST zeigt ganz klar, was diesem Kämpfer fehlt, wonach er lechzt.

Nach Aufmerksamkeit.
Aufmerksamkeit für sich selbst.

In dem Augenblick, wo der Kämpfer seine Aufmerksamkeit von der Außenwelt abzieht und ins eigene Herz lenkt, beginnt er bereits zu gesunden, weicher zu atmen und sich selbst wieder zu spüren.

Obwohl ich hier nichts Neues schreibe, wird manchem Kämpfer jetzt klar, das es so IST. Kampf endet. Leben beginnt.

Liebe Grüße
engelin

Unklare Krankheitsursache = Kampf an allen Fronten

Oregano ist offline
Beiträge: 63.695
Seit: 10.01.04
Hallo engelin,

In dem Augenblick, wo der Kämpfer seine Aufmerksamkeit von der Außenwelt abzieht und ins eigene Herz lenkt, beginnt er bereits zu gesunden, weicher zu atmen und sich selbst wieder zu spüren.
Da bin ich mir nicht so sicher.
Natürlich ist es immer gut, bei chronischen "Zuständen", Schmerzen, daraus resultierender Angst durch Atmen zu sich zu finden - wenn das möglich ist.
Ob das allerdings tatsächlich zur Gesundung führt, wage ich zu bezweifeln.
Ich denke, daß es ein Miteinander von Diagnostik, Therapie und anderer Hilfsmöglichkeiten geben sollte, damit ein Mensch gesund wird.
Aber es sollte auf keinen Fall vor lauter Atemübungen, Meditation, Stressentspannung und ähnliche Methoden versäumt werden, auch konkrete Maßnahmen wie z.B. Entgiftung zu ergreifen. Das ist meine Meinung.
Wohl dem, der in so einer verzweifelten Situation Hilfe von außen bekommt.

Als Beispiel zu dem , was ich meine:
Wer in einem mit VOC verseuchten Haus lebt, muß dieses Haus sanieren oder verlassen, um gesund zu werden.
http://www.symptome.ch/vbboard/gifte...compounds.html

Grüsse,
Oregano

Unklare Krankheitsursache = Kampf an allen Fronten

engelin1 ist offline
Beiträge: 52
Seit: 04.07.11
Zitat von Oregano Beitrag anzeigen
Hallo engelin,

Da bin ich mir nicht so sicher.
Natürlich ist es immer gut, bei chronischen "Zuständen", Schmerzen, daraus resultierender Angst durch Atmen zu sich zu finden - wenn das möglich ist.
Ob das allerdings tatsächlich zur Gesundung führt, wage ich zu bezweifeln. Ich denke, daß es ein Miteinander von Diagnostik, Therapie und anderer Hilfsmöglichkeiten geben sollte, damit ein Mensch gesund wird.
Aber es sollte auf keinen Fall vor lauter Atemübungen, Meditation, Stressentspannung und ähnliche Methoden versäumt werden, auch konkrete Maßnahmen wie z.B. Entgiftung zu ergreifen. Das ist meine Meinung.
Wohl dem, der in so einer verzweifelten Situation Hilfe von außen bekommt./url]

Grüsse,
Oregano
Hallo Oregano,

ich reiche dir hier meine Erfahrung. Jeglicher Zweifel stört das Vertrauen in die eigene Heilkraft, die nur von innen kommen kann. Nur wenn ich NICHT 100%ig bei mir bin, haben Zweifel eine Chance, mein Vertrauen in mich selbst und meine Heilkraft zu erschüttern. Und sie tun es auch. Und zwar so lange, bis ich mir selbst 100%ig vertraue. Dann erst kann die Heilkraft wirken. Und sie tut es auf ihre Weise.

So wie alle Krankheiten aus dem Kampf mit mir selbst und der Welt entstehen, so enden sie einfach irgendwann, indem ich selbst aufhöre gegen etwas zu kämpfen. Es ist so einfach und so wirkungsvoll selbst für sich zu sorgen.

Zu deinem letzten Einwand:
Solange Meditationen, Atemübungen, Stressentspannung usw. nur dazu benutzt werden, die Situation erträglicher zu machen, nicht aber die Ursache des Mißstands zu beheben, ist kein Wille zur Genesung da.
Die Ursache wird nur weiter verschleiert, weil ich mich nicht traue, wirklich hinzuschauen. Genesung entsteht von selbst, wenn ich KLAR erkenne, wo ich mir selbst bzw. der Heilkraft noch im Wege stehe.

Erst wenn ich mich traue, dem kränkenden Dämon in die Augen zu sehen und erkenne, das ICH ihm Macht und Kraft verliehen habe mich zu drangsalieren, um bestimmte Erfahrungen zu machen, kann ich auch für Abhilfe sorgen. Dazu braucht es Ruhe und das weiche Atmen, in dem alles auftauchen darf, was jetzt IST.

ICH kann dann in mir das Gedanken- oder Gefühlsmuster FÜHLEN, das sich scheinbar automatisch zu wiederholen scheint und kann es bewusst abstellen, indem ich ihm nicht mehr folge. Das braucht allerdings meine bewusste Aufmerksamkeit, sobald ich merke, das dieses Muster erneut auftaucht. Denn bin ich nur für Augenblicke unbewusst, gebe ich dem Muster oder Dämon erneut die Chance mich zu überrumpeln und bin wieder im Kampf verstrickt.

Die Umwelt zeigt mir diese Verstrickung im Außen recht plastisch, weil sie in dieses Spiel verwoben ist und ganz in meinem Sinne handelt, damit ich mich endlich daraus lösen kann. Hab ich dieses Muster wirklich erlöst, kommt es mir auch von außen nicht mehr entgegen bzw. löst keine Resonanz mehr in mir aus. Und es sieht so aus, als hätte es dieses Muster nie gegeben.

Liebe Grüße
engelin

Unklare Krankheitsursache = Kampf an allen Fronten

Kayen ist offline
Beiträge: 5.057
Seit: 14.03.07
Liebe Engelin,

Du hast Deinen Beitrag schön dargestellt.

Jedoch denke ich, wenn der Kampf aufgegeben wird, muss man aufpassen dass man nicht in so eine Art Resignation und Hoffnungslosigkeit verfällt und wie kann man da am besten entgegenwirken ohne den Kampf wieder aufzunehmen?

Lieben Gruss
Kayen
__________________
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Unklare Krankheitsursache = Kampf an allen Fronten

engelin1 ist offline
Beiträge: 52
Seit: 04.07.11
Zitat von Kayen Beitrag anzeigen
Liebe Engelin,

Du hast Deinen Beitrag schön dargestellt.

Jedoch denke ich, wenn der Kampf aufgegeben wird, muss man aufpassen dass man nicht in so eine Art Resignation und Hoffnungslosigkeit verfällt und wie kann man da am besten entgegenwirken ohne den Kampf wieder aufzunehmen?

Lieben Gruss
Kayen

liebe Kayen,

danke für deinen Hinweis! Ja, es geht auch ohne den Kampf wieder aufzunehmen, aber anders, als wir es gewohnt sind.

Das Herz ist der RAUM, in dem Heilung stattfindet. Dazu reicht es, das ich mir diesen Raum zunächst vorstelle, dann bewusst darin eintrete, ganz so wie im Traumgeschehen auch. Ich erschaffe ihn mir also zunächst selbst.

Dieser Raum wird sich, sobald ich ihn betrete mit allem Möglichen füllen, das jetzt meiner Aufmerksamkeit bedarf, vielleicht, wie in deinem Beispiel auch mit Hoffnungslosigkeit und Resignation. Das darf so sein. Ich drücke es nicht weg.

Ich lasse einfach alles mit mir DA sein in diesem Raum und atme damit. Nur ATMEN und mir all dessen GEWAHR SEIN, was jetzt DA IST. Ohne irgendetwas zu TUN. Ohne irgendetwas auszuschliessen. Einfach damit SEIN.

Schon das ich damit BIN ist genug Veränderung, die ich nicht aktiv bewirken kann. Sie geschieht einfach. Durch NichtsTUN - einfach durch Anerkennung dessen, was jetzt gerade DA IST. Jedes Detail darf sich präsentieren, bis ich diesen Raum wieder verlasse.

Und wenn ich wie in deinem Beispiel Hoffnungslosigkeit und Resignation eine Weile in mir RAUM gebe, können sie ganz sanft offenbaren, was mir zuvor verschlossen gewesen ist. (siehe auch mein Gedicht: Depression)

Ich nenne das bewusstes ATMEN oder weich ATMEN. Der Unterschied zum sonstigen Atmen ist im Atemrhythmus zu spüren, der weich und sanft fließt, während ich im Herzens-Raum präsent bin und mich dem widme, was gerade meine Aufmerksamkeit braucht.

Liebe Grüße
engelin

Unklare Krankheitsursache = Kampf an allen Fronten

Crizei ist offline
Beiträge: 367
Seit: 29.03.08
Zitat von engelin1 Beitrag anzeigen
.


Obwohl ich hier nichts Neues schreibe..... Kampf endet. Leben beginnt.

Jetzt habe ich mir den hilfreichen Beitrag von Donau noch einmal durchgesehen:

Ich habe nirgendwo gelesen, dass sie von Kampf „gegen“ was schreibt. Kampf per se ist nichts Schlechtes, es kommt nur auf die Energie-Qualität an, die dafür aufgewendet wird.

Also kämpfen f ü r – im Gegensatz zu kämpfen g e g e n oder auch
Macht einsetzen für - oder gegen etwas.
Es kommt immer wieder darauf an, wie, mit welcher Einstellung jemand einen Text versteht.

In der Dualität hat alles ein Für und Wider. Es kommt immer auf die Absicht an, wie und wofür etwas verwendet wird.

Kämpfen für eine Sache bedeutet für mich Leben, Aufwärts-Entwicklung! Und damit bin ich voll bei mir. Auch beim Nichtstun kann ich bei mir sein – und durch nicht Handeln (oder nicht Kämpfen) im dafür notwendigen Augenblick die Verantwortung abgeben bzw. einem anderen aufbürden. Das kann Stagnation bedeuten und damit für alle Beteiligten möglicherweise negative Folgen haben.

Zu mir jedenfalls ist dieser Beitrag nur positiv und aufbauend herüber gekommen.

Liebe Grüße!

Unklare Krankheitsursache = Kampf an allen Fronten

Lilie ist offline
Themenstarter Beiträge: 257
Seit: 19.03.08
Hallo ihr Lieben,

schön, dass ihr mir alle geantwortet habt. Ich habe leider gerade nicht so viel Zeit, aber ich wollte kurz sagen, dass crizei das so verstanden hat, wie ich es gemeint habe.
Mir ist schon klar, dass Meditationen, Atemübungen, Stressentspannung, Aufmerksamkeit für sich selbt usw. gut sind, um sich zu entspannen und dass sie durchaus ihren Teil zur Gesundung beitragen können, dennoch glaube ich nicht, dass man damit Krankheiten heilen kann (ich lass jetzt mal psychische Erkrankungen außen vor).

Mit Kampf meinte ich die Kraft sein Leben zu bewältigen trotz Schmerzen oder anderen sehr beeinträchtigenden Sypmtomen und bei seiner Suche nach mögliche Ursachen oder hilfreichen Behandlungsmöglichkeiten nicht so schnell aufzugeben. Denn es ist ja leider meistens so, dass das behandeln schwer fällt, wenn die Ursache(n) unbekannt sind.

Der Kampf richtet sich nicht gegen irgendwas, es ist mehr ein Einsatz für sich selbst (für seine Gesundheit).

Natürlich ist zum Beispiel bei einer chronischen Erkrankung, kein Kampf gegen diese angesagt, sondern eher Akzeptanz und Integration in den Allltag.

LG
Donau


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