Psychisches Problem?

10.03.11 09:17 #1
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didgeridoo ist offline
Beiträge: 13
Seit: 10.03.11
Hallo zusammen! Ich weiß nicht genau, was mein Problem ist.
Ich leide immer sehr stark unter zurückweisung und Liebeskummer, habe das Gefühl, dass das bei mir heftiger als bei anderen ist. Ich fange immer an zu grübeln und das geht dann über wochen vielleicht Monate. Meine beziehungen scheitern auch meist recht schnell. Alleine die letzten beiden: vorletztes Jahr habe ich mich in eine Frau mit argen psychischen problemen verliebt (was mir aber erst gar nicht bewusst war), das wurde ein hin und her, dass mich sehr verletzt hatte. Dann wollte ich erst mal für mich sein, aber lernte letztes jahr eine wirklich tolle Frau kennen, mit der ich nach einem halben jahr nur virtuellem Kontakt dann eine Fernbeziehung aufgebaut habe. Sie war auch in mich verliebt, alles schien sich super zu entwickeln. Aber dann hatte sie kaum noch Zeit, weil sie fast nur arbeitete und wir 200 km auseinander wohnen. Sie stellte alles in Frage, sagte aber sie sei aufrichtig in mich verliebt. Ich wollte es schaffen und auch in Ruhe angehen, habe ihr aber dann doch die Pistole auf die brust gesetzt, weil ich ihr nicht mehr glaubt, dass sie wirklich in mich verliebt sei. seit 4 wochen ist schluss und obwohl ich zwischendurch immer wieder das gefühl hatte, es sei so besser, falle ich manchmal in heftige grübelei zurück, die mir Lebensfreude und Konzentration auf anderes nimmt. Ich denke, dass mein Problem nicht das scheitern dieser Beziehung ist, aber die art wie ich darunter leide. Ich fühle mich, als fehlt mir plötzlich ein Teil von mir, die Farbe sei aus mir rausgegangen, alles erscheint grau. Ich denken, mancheiner wird jetzt an eine Depression denken, aber das ist bei mir normalerweise nicht so, immer nur wenn gescheiterte Beziehungen im Spiel sind. Wenn ich mal nicht unglücklich verliebt bin, geht es mir eigentlich meistens gut, kann mich auch für Dinge begeistern. Und in der Zeit, als die Beziehung zu dieser Frau gut gelaufen ist (trotz Einschränkungen wegen ihrer Arbeit) habe ich mich richtig, richtig gut gefühlt.

Psychisches Problem?

Jeanne1704 ist offline
Beiträge: 29
Seit: 10.02.10
Hallo Digderidoo,

ich würde mir mal keine allzu grossen Sorgen machen. Ich denke das der Aufschlag aus dem Himmel der Verliebtheit (grandioser Hormoncocktail im Körper) in die Normalität ziemlich hart ist und das bei Jedem. Auch in längeren Beziehung die Bestand haben gibt es diesen Vorgang und viele Paare trennen sich sogar aus diesem Grund. Wenn der Körper halt die Glückshormone zurückfährt, wird alles grauer und gleichmässiger.

Wenn Du nun ins Grübeln kommst und zurück denkst an deine Beziehung empfinde ich es als normal. Im Gegenteil sogar, als unnormal würde ich es empfinden wenn Du übergangslos in den Alltag zurückkehren kannst.

Allerdings würde ich versuchen an dem Problem Angst vor Zurückweisung, Verlassenheit etwas arbeiten. D.h. Deine Persönlichkeit stärken. Wenn jemand klammert um den Partner zu halten, passiert i.d.R. das Gegenteil.

glg jeanne

Psychisches Problem?

didgeridoo ist offline
Themenstarter Beiträge: 13
Seit: 10.03.11
Jeanne, ich danke dir für deine antwort! Es ist aber halt so, dass bei mir die Gefühle nicht zurückgefahren sind, ich hätte die Beziehung von mir aus auch nicht beendet, wollte immer einen weg finden. Und nun grübele ich verstärkt, was ich hätte anders machen können etc.

Mit der Angst vor Zurückweisung, Verlassenheit hast du absolut recht. Ich habe da auch schon Fortschritte gemacht gegenüber früher. Habe in der Beziehung sogar große Lockerheit bessessen, obwohl wir uns nicht oft sehen konnten, manchmal eine woche nichts voneinander hörten etc.
Nur am Schluss kam ich mit der Situation nicht klar und habe ihre Gefühle einfach in Frage gestellt. Und hier bin ich mir nicht sicher, ob ich da zu massiv war oder das wirklich berechtigt war.

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Jeanne1704 ist offline
Beiträge: 29
Seit: 10.02.10
Hi Digderidoo,

ist es denn schon so lange her? Ich meine 4 Wochen sind doch nicht wirklich lang.
Was glaubst Du wäre wenn Du anders entschieden hättest? Hätte sich die Situation verändert?
Wie ich lese grübelst Du was Du hättest anders machen können, aber es gab doch bestimmt auch Dinge die Dein Partner hätte anders machen können?

Diese Fragen entstehen wohl in jedem von uns nach gescheiterten Beziehungen. Vielleicht ist es eine Art von Verarbeitung unserer Gefühle und vielleicht lernen wir dadurch auch für die Zukunft.

glg

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didgeridoo ist offline
Themenstarter Beiträge: 13
Seit: 10.03.11
Natürlich hat sie Fehler gemacht, nämlich den, dass sie der Beziehung plötzlich nicht mehr genug Raum in ihrem Leben gelassen hat. Und da kommen bei mir Gefühle hoch wie "ich war nicht gut genug", "nicht liebenswert genug, sonst hätte sie gekämpft" etc.
Ich weiß nicht, wie und ob es anders gelaufen wäre, wenn ich einfach noch ein wenig gewartet und beobachtet hätte. Und das ist auch ein Problem, ich denke die ganze zeit daran, wie es anders hätte laufen können.

Psychisches Problem?

Jeanne1704 ist offline
Beiträge: 29
Seit: 10.02.10
Guten Morgen Didgeridoo,

du kannst mir glauben das mir solche Gedanken nicht fremd sind, ich denke das jeder an bestimmten Stellen seines Lebens unter Selbstzweifel leidet. Wichtig ist es allerdings nach einer gewissen Zeit diese Gedankengänge zu unterbrechen. Du könntest z.B. dir immer mal wieder deine guten Eigenschaften vor Augen führen, dich ablenken durch z.B. Sport, dir Bestätigung in anderen Bereichen holen. Es gibt auch recht gute Bücher die auch nett geschrieben sind.

Ich bin auch nicht der Meinung das man mit abwarten sooo viel erreicht. Gerade der weibliche Part ist recht intuitiv, wohl biologisch zu erklären, sodas schon bemerkt wird wenn etwas im 'Busch' ist. In solchen Situationen zu schweigen und die Gründe nicht auf den Tisch zu legen kann auch fehlinterpretiert werden. Daher halte ich es grundsätzlich für sinnvoll bei Problemen immer das Gespräch zu suchen. Also hast du wohl richtig gehandelt.

lg jeanne

Psychisches Problem?

didgeridoo ist offline
Themenstarter Beiträge: 13
Seit: 10.03.11
Guten Morgen Jeanne!
Bei mir ist das aber manchmal extrem ausgeprägt, wenn die holde weiblichkeit im Spiel ist. Und die Krux dabei: ich bin attraktiv, intelligent, witzig, charmant, geistreich (ich weiß eigenlob stinkt, aber ich soll mir ja meine guten eigenschaften vor augen führen ).
Sport, werde ich auch verstärkt wieder machen, wenn das wetter ja jetzt besser wird, wird wieder gejoggt. Aber ich grüble auch beim joggen
Was meinst du für Bücher? Zu dem Thema? Welche gibt es da? Ich habe gestern angefangen "das Geheimnis des Herzmagneten" zu lesen.

Bei ihr war ja etwas im Busch, nicht bei mir. Ihr Alltag hat sie Zweifeln lassen und ich habe das Gespräch gesucht, traurig, dass es am schluss nur noch über Internet und Telefon lief, weil wir es nicht geschafft haben uns zu treffen. Das war auch der Grund, warum ich ihr die Pistole auf die Brust gesetzt habe, weil ich das nicht mehr ertragen konnte. Ihr wurde das zuviel. Ihre Zweifel, ob eine Fernbeziehung noch sinn macht und ihr selbstgemachter Druck mir nicht das bieten zu können, was ich will. Ich denke aber, ich hätte noch abwarten können, bis wir es vielleicht doch geschafft hätten uns zu sehen.

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nicht der papa ist offline
Beiträge: 4.533
Seit: 18.11.09
Zitat von didgeridoo Beitrag anzeigen
.., ich denke die ganze zeit daran, wie es anders hätte laufen können.
Mein Mann sagt immer, der Herr Hätte ist gestorben. Meine Mutter sagte immer- Hätte der Hund nicht gesch*****, hätte er auch den Hasen bekommen.

Wenn man sich anders hätte verhalten können, dann hätte man das getan. Man tut doch immer das, was man in einer Situation meint tun zu müssen.
Deshalb finde ich diese Hätte-Betrachtungsweise grundsätzlich falsch.

Besser ist es mMn. sich zu fragen, was man in Zukunft anders/besser machen kann.
Für den Hund gilt entsprechend, er sollte sein Geschäft besser vor der Hasenjagd erledigen. Dann klappts auch mit dem Hasen.

Ob das, was man sich an zukünftigen besseren Verhaltensweisen im stillen Kämmerlein zurecht gelegt hat, dann in einer entsprechenden neuen Situation tatsächlich auch hinhaut ist wieder eine ganz andere Geschichte. Denn dann kommen die Gefühle ins Spiel, durch die wir meinen uns auf eine bestimmte Art verhalten zu müssen.

Insgesamt gebe ich zwar meiner Vorschreiberin recht. Eine Frau, mit der Du 6 Monate zusammen warst und die Du dann nach 4 Wochen vergessen hast, die hat auch vorher nicht wirklich viel bedeutet.

Aber hier kommt doch ganz entscheidend dazu, dass sie den Schlussstrich gezogen hat, was nun mal immer das eigene Selbstbewusstsein trifft.
Denn zwangsläufig heisst dies, dass man der Person die Schluss gemacht hat mit all seinen Eigenheiten nicht genug bedeutet hat um die Beziehung weiter fortführen zu wollen.
Wäre also unnormal, dadurch nicht getroffen zu werden.
__________________
Jeder muß mit den Konsequenzen leben, die sich aus seinen Entscheidungen ergeben. gerold 2.1.11

Psychisches Problem?

Jeanne1704 ist offline
Beiträge: 29
Seit: 10.02.10
Ein Buch welches ich leidenschaftlich gelesen hab ist

Robin und das positive Fühlen von Ella Kensington

einfach leicht und flüssig zu lesen, gute Laune verbreitend und es hilft trotzdem so manchen Gang unserer Gedanken zu verstehen.

Momentan lese ich

Liebe dich selbst und es ist egal wen du heiratest

Schon schwieriger im Lesestoff, aber enthält auch viele Denkansätze wie es mit dem Ego aussieht.

Ansonsten auch

Sorge dich nicht - lebe von Dale Carnegie
absolut lesewert

Und da du es ja schaffst dir gute Eigenschaften zuzuschreiben, gewähre deinem Hirn ruhig noch etwas Zeit diese Beziehung zu bewerten. Die Zeitspanne ist immer vom Menschen abhängig und Nicht der Papa bestätigt ja auch, das 4 Wochen noch nicht zuuu lang sind

lg jeanne

Geändert von Jeanne1704 (12.03.11 um 11:12 Uhr) Grund: rechtschreibfehler :)

Psychisches Problem?

didgeridoo ist offline
Themenstarter Beiträge: 13
Seit: 10.03.11
Ich denke euch beide für eure Worte, die mir auch viel geben.
ich habe nur das Gefühl, dass bei mir eine lange Zeit vergeht, bis ich diese Beziehung verarbeitet habe.
Das mit dem "hätte" stimmt natürlich, aber ich mache mir ein klein wenig auch selbstvorwürfe. Und der Gedanke, dass bei mir immer irgendwas komisches passiert, wenn ich vorher das Gefühl habe, ich könnte mal Glück haben, belastet mich auch ein wenig.


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