Was wird aus mir?

14.04.10 00:46 #1
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Was wird aus mir?
Weiblich Guitarhero
Themenstarter
Viellicht kennst du den Spruch: Man kann verzeihen, aber nicht vergessen...

Was wird aus mir?
Weiblich Guitarhero
Themenstarter
Ich kann einfach keine Freude mehr empfinden...

Was wird aus mir?

Shelley ist offline
Beiträge: 10.451
Seit: 28.09.05
ja guitarheroine,

man kann die vergagenheit nicht vergessen. doch man kann sie als chance nehmen und das beste daraus machen.

das ist allemal besser, als freude zu verlieren und wut gegen widersacher zu hegen.

viele liebe grüsse von shelley
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IchDiskutierNichtMitIdioten.ErstZiehnSieMichAufIhrNiveauRab, DannSchlagen'sMichMitIhrerErfahrung.

Was wird aus mir?
Weiblich Guitarhero
Themenstarter
Ich möchte ein besseres Leben. Ich will, dass es mir gut geht. Ich möchte eine Therapie machen, doch wie soll das gehen, wenn ich jeden für schlecht und böse halte? Ich will keinen schlechten und bösen Menschen etwas von mir erzählen. Ich glaube bei mir würde eine Therapie sowieso nichts bringen. Dort müsste ich bestimmt von meiner Vergangenheit erzählen, da es mir ja wegen der Vergangenheit hauptsächlich schlecht geht. Aber ich will und kann niemandem etwas von meiner Vergangenheit erzählen, das geht niemanden was an.
Dann würde eine Therapie gar nix bringen, oder?

Was wird aus mir?

dafi ist offline
Beiträge: 73
Seit: 25.02.10
Hallo,

Du möchtest ein besseres Leben und möchtest auswandern.
Das ist ja alles recht und schön, nur würde ich an deiner Stelle zuerst
die Vergangenheit aufarbeiten.
Hast du im Forum hier auch kein Vertrauen ?
Hier bist du anonym und kannst sehr wohl über deine Vergangenheit
schreiben.
Und ich denke, wenn du dir den ganzen Müll von der Seele schreiben kannst,
hilft dir das schon ein schönes Stück weiter um auch wieder die Wohnung zu verlassen und auf Menschen zuzugehen. ( Ohne Mißtrauen ).
Im Forum sind bestens geschulte Moderatoren und auch Mitglieder die vielleicht in einer ähnlichen Situation sind, wie du und dir Tipps geben können.

Also, spring über deinen Schatten und versuche es wenigstens !

Liebe Grüsse

dafi

Was wird aus mir?
Weiblich Guitarhero
Themenstarter
Hallo dafi

Ich weiss nicht ob ich hier im Forum Vertrauen habe. Vielleicht schon einbisschen, sonst würde ich hier gar nichts schreiben, aber eigentlich vertraue ich ja niemandem.
Obwohl ich hier anonym bin, habe ich ständig Angst, dass jemand weiss, dass ich hier schreibe und alles liest oder in Zukunft jemand wissen wird, dass ich hier bin. Und wenn ich von meiner Vergangenheit, die ja eigentlich meine Lebensgeschichte ist, schreiben würde, dann ist das ja für jeden zugänglich und ich weiss ja nicht wer hier alles liest.

Weisst du, ich muss nicht mehr oft daran denken was war, weil ich es immer versucht habe zu verdrängen und vergessen. Aber wenn ich darüber schreiben würde, dann muss ich mich erinnern und wenn ich mich damit intensiv auseinandersetze, dann ist es so wie wenn ich das alles nochmal erlebe, aber ich will das alles nicht noch einmal erleben.

Guitarheroine

Was wird aus mir?

Shelley ist offline
Beiträge: 10.451
Seit: 28.09.05
hallo guitareroine,

ob dir eine therapie helfen würde oder nicht, kann ich nicht beurteilen.

was mir hilft, ist ein erfahrener priester, welcher schon weit umd ei welt gekommen ist - mehr als psychotherapeuten - und dementsprechend schon sehr viel erfahren und erlebt hat.
mit ihm zu sprechen kann mich nicht weinen könnend zum heulen bringen, mich nicht lachen könnend zum lachen bringen, mir kraft werden, tödliche zeiten zu überstehen, aber auch immer dann etwas bringen, wenn ich praktische lebensfragen haben.

ja; ich vertraue ihm.

ich denke, das ist eine grundvorausetzung.

einem psychiater oder psychotherapeuten?

so einem habe ich noch nie vertraut. ich erzähle zwar alles, doch ist das kein vertrauen. bei denen habe ich das gefühl, dass sie "falsch" sind.

ich meine; die schreiben berichte über einem. berichte, welche man als die person, um die es geht, nicht lesen darf.
sie besprechen sich hintenrum mit hausärzten und mit weiss ich nicht noch wem.
sie hocken hinter ihrem papier, auf das sie fleissig dinge kritzeln, während man am erzählen ist.
was schreiben sie? das darf man nicht sehen! schliesslich ist es ihr geheimnis.
was aber, wenn sie einem falsch verstanden haben und falsche dinge aufschreiben? was, wenn man zu schnell spricht, sie nicht mitkommen mit schreiben und so vielleicht gerade die relevanten dinge unter gehen?

wie kann man solchen leuten vertrauen?

bei meinem priester ist es was ganz anderes!

er hört zu. er hört wirklich zu, ohne hinter seinem block versteckt, den blick nach unten gerichtet, die beine übereinander geschlagen, etwas verkrampft zu schreiben beginnt.

er schaut mir in die augen. er schaut mich an. wie ich bin, wie ich mich bewege, wie ich mich nicht bewege.

erzähle ich etwas, kommt nach seinem intensiven zuhören sofort eine passende reaktion, welche auf mein ausgesprochenes passenden bezug nimmt.
nicht wie bei einem psychiater, welcher irgendwelche unnützen dinge von sich gibt, mit denen man nichts anfangen kann.


Zitat von Guitarheroine Beitrag anzeigen
Obwohl ich hier anonym bin, habe ich ständig Angst, dass jemand weiss, dass ich hier schreibe und alles liest oder in Zukunft jemand wissen wird, dass ich hier bin.

ja du. mir geht es genau gleich. und trotzdem schreibe ich da praktisch alles und vor allem intimes über mich.

und weisst du was?

ich depp sage sogar menschen aus meinem echten leben, dass ich hier schreibe.

mann, mann, mann.

ich bekam schon probleme mit betreuungspersonen, welche erfahren haben, dass ich hier schreibe, weil ich so naiv war und die seiten einer person davon zeigte.

wie kann man nur so megadoof sein?

andererseits denke ich dann wieder:
das bin ich. was ich schreibe, sei es noch so intim, gehört zu mir. es ist teil von mir. ich stehe hinter meinem sein. ich bin so und wer mich wirklich versteht, der wird mich so akzeptieren, wie ich bin. wer mich nicht versteht, hat es gar nicht verdient, meinen respekt und meine sympathie zu bekommen. soll er denken, was er will.

aber eben; wenn man so im berufsleben ist, kann es vielleicht schon dumm sein, wenn man dann aus dem jobb gemobbt wird oder so.
oder wie bei mir, wo ich anderweitig probleme bekam.

ich denke, wenn du aber niemandem mitteilst, dass du hier schreibst: spionieren die dir nach? haben sie nichts gescheiteres zu tun in ihrem leben?
ich meine; schon nur wenn sie dich suchen würden, um deine intimitäten zu lesen, damit sie sie missbrauchen können, haben ein problem.
sollen sie sich lieber um sich kümmern, statt andere wegen ihrem sein zu verurteilen. wenn sie schon unbedingt die dinge lesen wollen, sollen sie sie akzeptieren, wie reife menschen das tun. alles andere wäre nur niederträchtig.
und ja; viele menschen sind leider so.
unter diesen vielen menschen gibt es aber auch die wenigen, welche dich akzeptieren und lieben werden, trotz all deinen makeln.
das sind genau solche menschen, welche genug reif (erwachsen) sind, um es zu verdienen, dass du mt ihnen zu tun hast.

wo man solche menschen findet?

das ist schwer zu sagen.
aber man findet sie.
man findet sie eher, wenn man offen und ehrlich auf die leute zu geht.
so schafft man sich zwar viele feinde, aber auch um so mehr freunde.

ist dir schon aufgefallen, dass es menschen gibt, welche alles nur so halbe freundschaften haben, aber dafür auch nur so halbe feindschaften?
und dann gibt es die, welche wirklich intensive freunde haben und bei einem gewissen kreis menschen beliebt sind, dafür aber im gegenzug um so grössere und um so mehr feindschaften haben. das sind auch die, welche eher speziell sind. entweder mag jemand diese spezialität oder er mag sie eben nicht.
langweilige menschen sind einfach langweilig. wer will sich schon mit jemand langweiligem anfeinden oder anfreunden? da gibt es nichts zu feinden und nichts zu freunden.

je mehr man von dir erfährt, um so mehr bekommt man einen einblick in dich hinein und kann so entscheiden, ob man dein freund oder dein fein werden will.


Zitat von Guitarheroine Beitrag anzeigen
Weisst du, ich muss nicht mehr oft daran denken was war, weil ich es immer versucht habe zu verdrängen und vergessen. Aber wenn ich darüber schreiben würde, dann muss ich mich erinnern und wenn ich mich damit intensiv auseinandersetze, dann ist es so wie wenn ich das alles nochmal erlebe, aber ich will das alles nicht noch einmal erleben.

ich habe es shcon angedeutet:
verdrängen und vergessen ist nicht der weg.
ich habe von dir das gefühl, als wollest du vor deiner vergangenheit flüchten.

willst du das?

willst du ein lebenlang auf der flucht sein?

willst du heimatlos sein ein leben lang?

ich habe es dir schon erwähnt:

nimm deine vergangenheit. nimm deine schlimmen erlebnisse. nimm sie als chance. als chance, daran zu wachsen und zu reiffen.

ja; es wird hart sein.

und auch da könnte dir ein reifer mensch dabei helfen.

bei mir ist es mein priester. (ich bin nicht kirchlich.)

ich lege es dir wirklich ans herz!

bitte, bitte, nimm alles das schlimme als chace!

nicht jeder hat schlimme dinge erlebt. nicht jeder kann darüber zu stehen lernen! es sind genau die erlebnisse, welche dich stark machen! welche dir die chance geben, als reifer, starker, erwachter, aufrichtiger, ausgegeglichener mensch aus deinem zustand heruas zu kriechen, aufzustehen und ein zu hause an ort und stelle zu finden. ohne ein leben lang vor den dingen flüchten zu müssen.

bitte versuch wirklich, darüber zu stehen.
du wirst sehen, dass es dich stark macht.
an einem langweiligen leben ohne jegliche ereignisse kann man nicht gut wachsen.

dadurch, dass du viel schatten erfahren hast, wirst du um so besser sehen, welches licht da ist, damit es überhaupt schatten gibt. wer nie gelitten hat, der weiss nicht, was es bedeutet, von leid befreit zu sein.

aber du! du weisst es! dank all dem schlimmen kannst du lernen, das licht zu sehen und erkennen, was anspruchslose freude und wirkliches glück ist.
das kann nicht jeder.
wer nicht weiss, was schmerz ist, der weiss nicht, was es bedeutet, die dankbarkeit zu erfahren, welche entsteht, wenn man den schmerz überwunden hat.
du weisst es. du weisst es, wenn du erkennst, dass du es wissen kannst.
das wirst du aber nicht durch verdrängen und vergessen.
vielmehr wirst du gross werden, wenn du deine chance erkennst und verzeihen kannst. aus tiefem herzen verzeihen und nicht nur in worten.
du wirst lernen, in menschen, welche dir schlechtes angetan haben, gutes zu finden.

bitte vertrau mir, dass es mir ernst ist mit dem, was ich dir schreibe.

du wirst es schaffen gelernt zu haben, darüber zu stehen und dich nicht mehr von all dem negativen beeinflussen zu lassen. werde im unter-, noch im überbewusstsein.

viele liebe grüsse; deine shelley
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Weiblich Guitarhero
Themenstarter
Ich merke wie ich dabei bin, verrückt zu werden. Es passiert einfach und ich weiss nicht was es ist. Niemand sonst kann es merken und dadurch höre ich nicht auf verrückt zu werden. Es hat nicht erst jetzt begonnen. Ich erinnere mich, dass mit mir schon als kleines Kind etwas nicht in Ordnung war. Niemand bemerkte etwas, da es noch nicht ausgeprägt war. Selbst ich nicht. Und jetzt.. jetzt passiert es und ich kann nichts dagegen unternehmen, weil ich nicht weiss was genau passiert.

Was wird aus mir?

Shelley ist offline
Beiträge: 10.451
Seit: 28.09.05
ja da kann ich dann auch nicht helfen, wenn nicht mal du weisst, was da los ist.

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Juliette ist offline
Beiträge: 4.666
Seit: 23.04.06
Hallo Guitarheroine,

was du beschreibst hört sich für mich wie eine soziale Phobie an. Da herauszukommen, das kann man schaffen, aber man muss dafür einiges Wissen haben über das Unterbewusstsein und wie es funktioniert.
Hier wurde schon einmal EFT angesprochen. Dies wäre eine Methode, mit der du selbst arbeiten könntest. Aber es wäre auch wichtig einen Therapeuten zu haben. Da gibt es Unterschiede und die Chemie muss stimmen. Deshalb hat man fünf Probesitzungen und wenn es nicht passt, kann man sich an jemand anderen wenden.

Es ist möglich, dass es eine Ursache für dein Verhalten gibt, man kann es sich aber auch durch Gedanken und Bewertungen selbst aneignenen. Das Unwohlsein im Umgang mit anderen Menschen entsteht, wenn man etwas als schlecht bewertet. Du sagst, dass du anderen misstraust, dass du sie als schlecht ansiehst. Dein Gefühl spiegelt dir genau das wieder. Es kann sich erst bessern, wenn du die Menschen anders bewertest.
Und wenn du noch einen Schritt weitergehst, dann kannst du so denken, dass du dich in den meisten Situationen gutfühlen kannst, egal wie der andere ist.
Aber das braucht Zeit und Übung.

Eine andere Methode ist die Hypnose, bei der man über die Tiefenentspannung zu der Ursprungssituation zurückkehrt und herausfindet was man in einer schlimmen Situation einmal gedacht hat. Kennt man diese Glaubenssätze und kann sie verarbeiten, dann können Ängste schnell verschwinden, denn im Grunde genommen möchte man dieses Gefühl vermeiden, was nicht besonders schön ist.

Empfehlen könnte ich auch die Bücher von Doris Wolf. Sie erklären sehr gut wie das Unterbewusstsein funktioniert und wie man damit umgehen kann.

Grüsse von Juliette

Geändert von Juliette (20.12.10 um 09:57 Uhr)


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