Ich möchte in meinem Umfeld etwas verändern, damit es mir besser geht

24.10.09 20:15 #1
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Ich möchte in meinem Umfeld etwas verändern damit es mir besser geht

Sonora ist offline
Beiträge: 3.015
Seit: 10.09.08
Hallo, liebe inchiostra!

Wie schön, dass du dich mal wieder gemeldet hast!

Viele liebe Grüße
Sonora

Ich möchte in meinem Umfeld etwas verändern damit es mir besser geht

inchiostra ist offline
Themenstarter Beiträge: 2.078
Seit: 16.07.09
Eine gute Gelegenheit. Mein Sohn ist heute Abend mal bei Freunden. So kann ich mal an den Computer, ohne dass er ständig neben mir steht.

Ja, aber was will ich eigentlich schreiben?

Es ist soviel passiert. Gutes und weniger gutes.

Immerhin wohne ich noch hier. Ich weiß nicht, wie oft mein Mann in den letzten Monaten gesagt hat "Hau doch ab", ich brauche dich nicht". Ich übe es, mich nicht darüber aufzuregen. Funktioniert manchmal.

Manchmal "reize" ich ihn wohl so doll, dass er auch schlimmeres sagt wie, man sollte dich die Treppe runterschmeissen, oder dich tot hauen.
Das klingt echt schlimm.
Ich nehme das nicht mehr ernst. Es prallt an mir ab.
Es ist seine Art, weil er eben nicht reden kann, sich zu wehren.

Wie hatte meine Therapeutin gesagt, als ich ihr sagte, dass mein Mann mich geschlagen hat, ich würde es porvozieren. Das ist immer noch in meinem Kopf.
Habe sie leider immer noch nicht angerufen. Das hätte ich schon gerne noch einmal erklärt bekommen.

Mit ihm darüber reden, klappt immer noch nicht, weil er es auch ständig abstreitet. Was mich sehr wütend macht.

Eigentlich ziehe ich im Moment nur mein Ding durch.
Seit ich jetzt genau weiß wo mein Hauptproblem liegt, befasse ich mich nur damit.

Ich kann nicht bei einer Sache bleiben.

Habe ich eine Sache angefangen, ist gleich eine andere Sache interssanter und ich fange die nächste Sache an.
Darum war ich auch immer so unter Druck. Mein Haushalt ein ständiges Chaos. Bekomme dann immer ein schlechtes Gewissen, wenn ich die vielen angefangenen Arbeiten sehe. Das ist echt schlimm.

Noch heute weiß ich nicht, auch jetzt beim Schreiben, was denn jetzt am wichtigsten ist. Das versuche ich jetzt immer zu sortieren. Wohl gemeint ich versuche es.

Ich verstehe jetzt in den ganzen Therapien, was sie meinten mit meinen vielen Baustellen. Schon da war ich in jedem Gespräch von 1000 Sachen am reden.
Klar, das ich dann oft überfordert war.

Auch in Gesprächen bin ich schnell überfordert, weil ich, wenn ich rede immer denke ich vergesse gleich was ich sagen will. Darum unterbreche ich auch oft in Gesprächen.

Warum ich zum Schluß zu keiner Feier mehr wollte, verstehe ich jetzt besser.
Wenn mehr als 2 Leute am Tisch reden, bin ich überfordert. Ich kriege alles von den anderen mit, auch das, was mich nichts angeht. Darum kann ich mich dann nicht auf mein Gegenüber konzentrieren. Das macht mich dann immer sehr wütend, oder sogar traurig.
Mit meiner Familie bekomme ich dann leicht Ärger.

Wenn ich z.B. zum Arzt ging, mußte ich auch immer einen Zettel mitnehmen. Traute mich aber oft nicht, das dann abzulesen.
Von Ärzten habe ich im Moment die Nase voll.
Gehe nirgendwo hin im Moment. Vielleicht mal diesen Monat werde ich meine Schilddrüsenwerte mal testen lassen. Wieder einen neuen Arzt suchen.
Seit einem Jahr glaubte mir keiner, dass ich auf diese Schilddrüsen tabletten allergisch reagiert habe. Keiner nahm mich ernst. Ein ganzes Jahrlang nur Schmerzen und Juckerei. Der ganze Bauch und keiner wollte es sich anschauen oder mir glauben, wenn ich sagte wovon es kommt.Vor ein paar Monaten habe ich sie dann einfach abgesetzt, und siehe da, die Schmerzen und juckerei sind seitdem weg.
Sowieso bin ich der Meinung, dass vieles bei mir von der Ernährung kommt und allergisch reagiere. Sogar auf Kamillentee.

Dann versuche ich meine negativen Gedanken, wenn ich zeitig dran denke, in positive Gedanken umzusetzen.
Das ist auch noch in Arbeit, und zwar mit meinem Sohn.
Den habe ich gut darangeführt, dass er schon viel weniger aggressiv ist.

Das sind alles ganz kleine Schritte.

Ich versuche das Haus freundlicher zu gestalten.

Ach ja, einen Job suche ich mir auch. Will es einfach nochmal versuchen. Kriege nur kein gescheites Foto hin. Sehe einfach noch zu verkrampft und traurig aus.

Am Montag habe ich mit meinem Sohn aufgeräumt und sauber gemacht. Er war voller Tatendragk, sogar etwas zu doll aufgedreht. Ich putzte unten alle Böden, bis ich dann, als ich unter dem Eßtisch sauber machte anfing zu weinen. Ich war echt fertig. Mein Sohn massierte meine Schultern (lieb von ihm). Seine Meinung war, dass ich keine Hilfe annehmen könnte. Hm, denke ich noch drüber nach.
Das sind noch die Momente, die mich nachdenklich machen.

Dann war ich gestern so sauer, weil mein Mann nur rumsaß und ich machte wieder zuviel.Dachte ich so. Er bekam kein Essen und ich schlug die Türe zu. Dazu muß ich sagen, dass mein Sohn auch noch zu dieser Zeit 14 Uhr im Bett lag.

Da kommt meine Wut immer mal durch. Zu Recht oder zu Unrecht.
Ich denke, dass noch so einiges aus der Vergangenheit bei mir immer mal wieder anklopft. Immerhin weiß ich nicht was mit meiner Mutter ist. Lebt sie noch? Das schwirrt schon noch in meinem Kopf, denke ich.
Bin einfach zu feige, mich darum zu kümmern. Habe ich meine Schwester damit alleine gelassen. War oder ist es richtig?

Vielleicht habe ich aber auch damit abgeschlosssen und es akzeptiert?

Täglich bin ich dabei etwas zu verändern, damit es mir besser geht.
Heute baute ich einen Schrank ab, den ich in den Flur stellen will. Dann will ich den kleinen Wintergarten für den Sommer herrichten.
Dazu holte ich mir die Hilfe meines Sohnes. Früher machte ich das alleine.

Vorgestern malte ich den ganzen Abend eine Jahresliste. Dort trage ich alles ein, was wir monatlich ausgeben. Dieser Plan ist riesengroß. Ich werde ihn dann aufhängen.

Das wollte ich schon soo lange machen. Immer wieder nahm ich es mir vor. Es klappte nie.
Ich brauche alles schriftlich, mit Zetteln, bunt ,Unterstreichungen in Büchern etc.
Mein Ziel ist es zu sehen, was wir so ausgeben und endlich das Heizungsgeld sparen. Das gab mein Mann nämlich jährlich immer aus, und im Winter mußten wir frieren.

Mein Motto im Moment ist: Ich hasse es hier zu sein, ich liebe es oder ich verändere es.

Das war mal wieder ein Beitrag auf meinem Weg.

Falls ich mal wieder nicht an den Computer kann ( er mag es eben nicht so gerne) wünsche ich schonmal ein frohes Osterfest und ganz liebe Grüße an alle

Liebe Grüße inchiostra

Ich möchte in meinem Umfeld etwas verändern damit es mir besser geht

Sonora ist offline
Beiträge: 3.015
Seit: 10.09.08
Hallo, liebe inchiostra!

Schön, dass du dich meldest! Ich musste öfter an dich denken.

Sag mal, kann es vielleicht sein, dass du hochsensibel bist? Schau doch mal in unseren Thread dazu, vielleicht gehörst du ja auch in "unseren Club". Ich gehöre auch dazu! Wenn das sein sollte, dass du hochsensibel bist, könntest du viel über dich erfahren und auch darüber, warum du so bist, wie du bist, und nicht anders (und dass das auch gut ist).

Bei "zart besaitet" kannst du einen Test machen, dann weißt du mehr. Vielleicht hast du ja Lust, mal dort hineinzuschauen!

Die Seite für Hochsensible Menschen HSP
HSP Test

http://www.symptome.ch/vbboard/umgan...ibilitaet.html

Dass dein Mann so eklig zu dir ist, tut mir furchtbar leid! Dabei hast du dir so viel Mühe gegeben!

Ich schick dir eine liebe Umarmung!

Viele liebe Grüße
Sonora

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Pius Wihler ist offline
Beiträge: 1.019
Seit: 24.09.04
Liebe inchiostra

es freut mich, dass dir mein Beitrag etwas Beihilfe geben kann....

Das sind schon happige Aussagen, die dein Mann da raus lässt. Finde es gut, dass du sie als "sein Problem" betrachten kannst und so dich nicht reinziehen lässt.
Und rede doch nochmals mit deiner Therapeutin, wie sie das gemeint habe, damit du das nicht unnötig rumträgst.

Das Buch heisst wirklich: "LASS mich, Verlass mich nicht". "ADHS und Partnerschaft".
und ist von Cordula Neuhaus im dtv erschienen. Kann ich dir/euch wirklich empfehlen.
__________________
Gib einem Hungernden einen Fisch, und er hat zu Essen für einen Tag.
Lehre ihn angeln, so hat er zu Essen für das ganze Leben.

Einen schönen Tag wünscht Dir Pius

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Sonora ist offline
Beiträge: 3.015
Seit: 10.09.08
Hallo inchiostra!

Eine liebe Freundin, die sich gut damit auskennt, hat mich gebeten, dir zu sagen, dass viele deiner Symptome mit dem Morbus Basedow zusammenhängen könnten und dass es wichtig ist, dass du daraufhin optimal behandelt wirst. Dann könnte es dir körperlich und seelisch vielleicht viel besser gehen!

Liebe Grüße
Sonora

Ich möchte in meinem Umfeld etwas verändern damit es mir besser geht

inchiostra ist offline
Themenstarter Beiträge: 2.078
Seit: 16.07.09
Hallo liebe Senora,

freue mich auch, mal wieder von dir zu hören.

Leider geht es mir seit ein paar Tagen nicht so gut. Habe aber heute Abend mal kurz die Gelegenheit an den Computer zu kommen.

Du könntest Recht haben mit der HSP. Morbus Basedow natürlich auch. Oder beides. Oder ADHS.Vielleicht auch Borderline mit sozialer Phobie.

Letztes Jahr schickte ich meiner Tochter einmal einen Ausschnitt über HSP, weil ich auch davon überzeugt war.
Noch vor ein paar Tagen klebte ich auch diesen Artikel in mein neues ADHS Buch.

Diesen HSP Test habe ich gemacht. Ich habe 282 Punkte.

Lieb von dir, mir euren Club vorzuschlagen.
Habe darüber nachgedacht.
Ich möchte doch lieber gerne in "meinem Tread" bleiben.
Wie soll ich das jetzt erklären? Vielleicht so. Ich war schon in Selbsthilfegruppen, Kliniken und Therapien. wo ich irgendwann bemerkte dort nicht richtig zu sein.
Ich habe jahrelang darunter gelitten, in den Augen der Ärzte und meines Mannes eine Borderlin zu sein.

Ich selber fühlte mich nie so. Sogar der Test sagte wenig aus. Ich blieb aber eine.
Aber nur aus diesem Grund, weil es mir alle Türen öffnete. "Ach eine Borderlinerin, die kriegt Therapie und kann in die Klinik wann sie will. War so.
Mit HSP oder soziale Phobie z.B., oder Depressionen kam ich nicht weiter.

Also, wenn ich z.B. in den Club von HSP reinschaue, rede ich dann nur über HSP.
Fakt ist, ich mag es glaube ich einfach nicht mehr hören.
Sicher, man braucht sensible Menschen, aber es kann auch ein Fluch sein.

Ich habe mich eben wohl sehr auf ADHS fixiert, wo ich nämlich überzeugt bin, das ADHS etwas von HSP, Borderlein, soziale Phobie, Depressionen hat.
Das ganze, inclusive meiner Colitis ulcerosa erzeugt ja auch Stress.

Ich soll die ganzen Jahre in meinem Mann meinen Vater gesehen haben. Ich wäre nicht erwachsen geworden.
Habe Angst vor Nähe.

Auch bei meinem Sohn hieß es während seiner ganzen Schulzeit, er wäre dort nicht richtig.
Was kommt raus, man ist einfach nur anders. Das können die anderen nicht ab.
Ich habe bisher mein ganzes Leben nie darüber nachgedacht, warum jemand etwas zu mir sagt z.B. "du benimmst dich aber kindisch", wenn ich mal beim abwaschen singe. Ich war dann immer sehr traurig und zog mich zurück.
Jetzt denke ich darüber nach , warum derjenige das zu mir sagt. Vielleicht, weil er nicht so sein kann wie ich?
Wenn ich mal beim abwaschen singe, dann bin ich doch in diesem Moment glücklich denke ich. Der andere, weil er vielleicht unzufrieden ist, wertet mich ab und sagt dann ich benehme mich albern.

Das habe ich mir nehmen lassen. Mal kindisch zu sein.
Hätte darüber lachen statt weinen sollen.

"Du machst mich Krank, sagt mein Mann oft." Wieso ich??
Weil ich so bin??

Meine Tochter sagte, wie sie hier vor ein paar Wochen wohnte, ihr zuhause wäre die Hölle gewesen.
Ja, für mich leider auch. Für uns alle.
Das spricht für eine ADHS Familie, wo sie alle leiden auf ihre Art.
Was mich wundert ist, dass meine Tochter genauso wie ich so empfindlich auf meinen Mann reagiert. Das heißt, wir beide werden sehr aggressiv wenn mein Mann ißt.
Das verstehe ich einfach nicht. Mein Mann sicher auch nicht, was ihn wohl verunsichert.

Liebe Senora, jetzt habe ich doch so einiges geschrieben.
Ich muß und möchte in meinem Tread bleiben, weil ich dann das Gefühl habe von meinem Weg abzugehen.
Ja, so kann ich das erklären. Endlich hab ichs.
Ich würde nur wieder anderen helfen wollen und von mir weggehen. Was ich ja immer getan habe.

Zum Beispiel heute habe ich meinen Schreibtisch aufgeräumt. Alles störende weggetan. Ich verfolge den Plan, den ich mir in meinem ADHS Buch gemacht habe.
Alles was unerledigt ist, erzeugt bei mir ein schlechtes Gewissen. Jetzt muß ich es aushalten und dafür sorgen, dass der Schreibtisch so bleibt wie er ist. Er sah sonst sehr schlimm aus wie viele Ecken im Haus.
Auch den Wintergarten habe ich fertig. Vielleicht bin ich sogar deswegen so erschöpft.

Was ist ja schon erwähnt habe bei ADHS ist es sehr schwer bei der Stange zu bleiben.

Was ich im Moment brauche ist "nur" ein Plan.
Ich nehme mir seit X Jahren vor morgens oder abends bestimmtes zu mir zu nehmen. Am nächsten Tag habe ich es vergessen. Also räume ich alles störende aus dem Weg, damit ich nicht so abgelenkt werde und schreibe mir alles erst einmal auf, damit es mir besser geht.

Puh, jetzt bin ich doch reif für das Bett. Ich schlafe ja so unregelmäßig.

Lieber Pius Wihler, ich habe mich auch über deine Antwort gefreut. Gehe das nächste Mal darauf ein.

Ganz liebe Grüße und frohe Ostern
eure inchiostra

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Sonora ist offline
Beiträge: 3.015
Seit: 10.09.08
Ich habe bisher mein ganzes Leben nie darüber nachgedacht, warum jemand etwas zu mir sagt z.B. "du benimmst dich aber kindisch", wenn ich mal beim abwaschen singe. Ich war dann immer sehr traurig und zog mich zurück.
Jetzt denke ich darüber nach , warum derjenige das zu mir sagt. Vielleicht, weil er nicht so sein kann wie ich?
Wenn ich mal beim abwaschen singe, dann bin ich doch in diesem Moment glücklich denke ich. Der andere, weil er vielleicht unzufrieden ist, wertet mich ab und sagt dann ich benehme mich albern.

Das habe ich mir nehmen lassen. Mal kindisch zu sein.
Hätte darüber lachen statt weinen sollen.
Hallo, liebe inchiostra!

Wow! Das ist toll!!! Ich freue mich riesig, dass du das für dich rausgefunden hast!

Wegen dem HSP-Club das hast du falsch verstanden. Ich finde auch, dass du deinen eigenen Thread weiterführen solltest, du siehst das völlig richtig. Hier bist du "zuhause". Ich dachte nur, dass du vielleicht Spaß hättest, manchmal in den anderen Thread zu schauen und dort vielleicht mal manchmal ein wenig zu plaudern.

Hoffentlich hast du bald wieder Kraft, uns etwas zu schreiben, ich freue mich immer sehr, wenn ich von dir höre!

Viele liebe Grüße
Sonora

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Oregano ist gerade online
Beiträge: 63.711
Seit: 10.01.04
"Du machst mich Krank, sagt mein Mann oft." Wieso ich??
Weil ich so bin??
Hallo Inchiostra,

was sagt denn Dein Mann, wenn Du ihn fragst, warum er meint, daß Du ihn krank machst?

Gruss,
Uta

Ich möchte in meinem Umfeld etwas verändern damit es mir besser geht

inchiostra ist offline
Themenstarter Beiträge: 2.078
Seit: 16.07.09
Guten Morgen,

mein Mann ist auf dem Wege nach Köln und meine Tochter ist wieder in den Süden und mein Sohn schläft noch.
Wir haben das Bett meines Sohnes auf den Dachboden geschafft, wo er eine ganz gemütliche Ecke hat zum schlafen. Ohne Computergedöns und Zigarettenqualm. Das war seine Idee. Dadurch kann ich jetzt mal an den Computer.

Ich nutze die Chance und sortiere mal meine Gedanken.

Muß mich ganz schön konzentrieren um überhaupt etwas zu schreiben. Wirklich. Ich mache seit Monaten alles mit mir selber ab. Das ist ja vielleicht auch das, was mich irritiert. Zu tun was ich denke und fühle.
Vielleicht wehre ich mich innerlich dagegen wie früher immer zu fragen, ob es richtig ist was ich tue, denke oder fühle.
Vielleicht wehrt sich mein Inneres dagegen anders zu denken und zu fühlen. Statt hilflos, unsicher oder traurig jetzt stark, selbstsicher und fröhlich.

Habe angefangen eine Liste zu schreiben was ich eigentlich für Wünsche habe. Mir fiel auf, das mir eher die Wünsche der anderen einfielen. Die Liste ist noch sehr kurz, aber ich denke darüber nach.

Hallo liebe Sonora. Ich habe auch noch einmal darüber nachgedacht was du über den HSP Club gesagt hast.
Ja, es wäre schon schön mit einigen zu reden die verstehen wovon ich rede. Ich kenne ja niemanden. Sind ja alle "angeblich" so stark und unempfindlich.
Darum vertehst du mich ja auch sicher, wenn ich mal schreibe und findest es gut und richtig.
Dann fühle ich mich immer in meiner Wahrnehmung verstanden. Ich glaube, ich habe auch am Anfang oft geweint, wenn du mich mal gelobt hast.
Schließlich wurde ich bisher mein ganzes Leben als Krank bezeichnet, weil ich eben anders fühle, denke und überhaupt. Du bist auch eine ganz liebe.

Es ist jetzt genau 1 Jahr her seit meiner letzten Therapie. Die dauerte ja 3 Monate. Seit dem nehme ich keine Medikamente mehr. Keine Schlafmittel, Beruhigungsmittel oder sonstiges. Habe ich aus meinem Kopf gelöscht.
Das war die erste Therapie wo es nicht darum ging ruhiggestellt zu werden. Da ging es um mich.

Trotzdem hat sie mich irritiert. Wie du Pius Wihler sagtest, ich würde noch einiges mit mir rumtragen. Stimmt.
Das ich andere Personen herausfordere mich zu schlagen z.B. Das tue ich, aber ich habe nie gefragt, warum ich es tue. Ich werde die Therapeutin auch noch fragen. Wann weiß ich nicht. Irgendwtwas scheint mich davon aber abzuhalten, sonst hätte ich es ja getan.
Da ich aber auf mich hören will, lasse ich es erst einmal.
Vielleicht habe ich Angst vor einer noch "blöderen" Aussage. Die Therapeutin hat sich auch kein eigenes Bild dieser Personen die mich geschlagen haben, gemacht.
Mein Mann z.B. ist sehr jähzornig.
Mein Sohn wäre vor ein paar Tagen beinah selber auf ihn los.

Liebe Uta. Meinen Mann zu fragen wie er es gemeint hat ich würde ihn Krank machen, habe ich noch nicht gefragt.
Auch da befürchte ich eine Antwort, die mich wieder verletzt. Er würde es abstreiten, abwerten oder wie auch immer. Ich muß mich auf diese Fragen vorbereiten um gut und sicher zu reagieren.

Nicht immer gleich abhauen oder rumschreien, was ich immer noch leider nicht im Griff habe.

Mein Sohn sagte übrigens vor ein paar Tagen, dass er nicht dafür kann aggressiv zu sein und beleidigend. Er würde in eine Klink gehen.
Dann ein paar Tage später ist es wieder vergessen.

Vorgestern habe ich mal wieder kurz geweint. Mein Sohn sitzt da und redet die ganze Zeit ich wäre verkrampft und depressiv. Er hörte nicht auf und meinte noch er hätte kein Mitleid mit mir. Das machte er solange, bis ich ihn aus dem Zimmer schickte. Danach war ich so wütend. Schmiß wieder alle Türen und später seinen Aschenbecher aus dem Fenster. Der jetzt zerbrochen daliegt. Da habe ich ihm verboten unten im Haus zu rauchen.
Ich war echt sehr wütend. Das bin ich komischerweise sehr oft, wenn ich mit ihm rede.
Mir fällt manchmal seltsamerweise auf, dass mein Sohn mich an meinen Bruder erinnert. Ehrlich. Sie haben charakterlich eines sehr große Ähnlichkeit.

Zur Information, wenn ich weine bin ich wütend.

Gestern kam mein Sohn ständig zu mir hin, wollte mich massieren etc. Dann will er wieder, dass alles in Ordnung ist.
Es ist nichts in Ordnung. Er steht erst mittags auf. Geht morgens werst ins Bett, wenn andere zur Arbeit gehen. Trinkt jeden Abend wieder seit einer Woche Bier und Whisky und raucht viel.
Gestern Abend sagte ich ihm wieder wie sch...ich das finde, wenn er jeden Abend meint es zu brauche. "Er würde es auch morgens trinke, wenn er das Geld dafür hätte, sagte er mir".
Ich bin wütend auf meinen Mann, der ihm das Bier kauft und den Tabak. Dann auch noch abtut es wäre normal.

Ich weine zwar jetzt nicht, aber ich glaube in mir steckt noch ne Menge wut die ich unterdrücke.

Zur Zeit mache ich soviel, weil ich es ablehne zu jammern. Ich denke genug gejammert zu haben.

Als kleines Beispiel. Den Sperrmüll auf der Terrasse, der da schon seit 2 Jahren liegt, habe ich gestern selber weggeräumt. Er stört mich, weil es scheusslich aussieht und stinkt. Außerdem ist im Winter das Wellblech abgeflogen und jetzt ist alles naß.
Ich mußte mir in diesen 2 Jahren ständig Ausreden anhören, es nicht wegzuräumen wie so vieles im Haus auch.
Gestern habe ich es einfach selber gemacht, auch wenn es etwas zu schwer war für mich. So mache ich es im Moment mit allen Sachen.
Stört mich die Jacke meines Mannes, weil sie vor Dreck alleine steht, nehme ich sie und stecke sie in die Maschine.

Als ich meinem Mann sagte, dass mich es stört, wenn alles dreckig ist und stinkt sagte er nur; " Dann hau doch ab!"
Das tat mir zwar diese Tage weh, da kamen mir schon die Tränen.
Ich habe es geschafft, den Wintergarten so herzurichten, dass er sofort wieder in Ordnung ist nach dem Essen.
Bei meinem Sohn bemerke ich, dass er es registriert und für sich umsetzt. Er räumte sein Zimmer aus, damit er mehr Platz hat und es leichter sauberzuhalten ist.

Bevor ich an den Computer ging, sah ich eine Seite meines Sohnes, wo er sich informierte wann man Alkoholiker ist. Er beschäftigt sich damit, was ich ja mit meiner "Meckerei" bezwecken will. Das er darüber nachdenkt so abhängig vom Computer, Zigaretten und Alkohol zu sein.

Ich habe diese Tage in einem Buch gelesen, das man sich Sorgen macht, wenn man nichts dagen unternimmt. Man kann sich Sorgen machen, darüber nachdenken und handeln. Mache ich mir Sorgen und tue nichts dagegen, dann ist es nicht gut für mich.
Ich versuche alles was möglich ist aus dem Weg zu räumen, damit es mir besser geht. Auch wenn es jetzt mal zuviel ist.

Als meine Tochter diese Woche hier war ging sie mit mir endlich mal ins Kino. Ich hatte mich so gefreut, wie sie es mir sagte. Ich hätte heulen können.
An dem Tag aber, als wir da waren lief er nicht nachmittags. Wir machten dann einen Stadtbummel. Was noch schöner war und wir gingen am nächsten Tag ins Kino.
Das waren zwei Tage hintereinander, wo ich ohne aufzuwachen geschlafen habe. Das war es, was ich gebraucht habe. Das mal jemand Zeit für mich hatte. Ich habe es mir ja seit Jahren gewünscht, aber es klappte nie.

Was mich bei meiner Tochter immer noch traurig macht, sie wirft mir jedesmal, wenn sie hier ist, vor, ich hätte mich trennen sollen.
Ich kann einfach nicht erklären, warum ich, sowie mein Mann auch, eine so seltsame Beziehung führe.
Warum wir zusammen sind und bleiben.
Sogar die letzte Therapeutin schickte mich zu ihm zurück, obwohl ich alles so schlimm finde.
Eigentlich möchte ich noch zum Abschluß sagen, stritt sich meine Tochter mehr mit meinem Mann als ich.
Die beiden Vater und Tochter sind so anstrengend am Tisch, dass ich oft nichts sage. Sie regt sich so doll über ihren Papa auf. Ich habe auch bemerkt einmal, wie sie ganz fertig war und Ängste zeigte. Sie macht sich sehr große Sorgen ihr Vater stirbt plötzlich, weil er nicht auf sich achtet. Er ißt zuviel und hat kaum Bewegung.

Übrigens, mein Schreibtisch ist imer noch leer. Jetzt brauche in morgens immer nur, wenn es stört, mit meinem Pulloverärmel drüberzuwischen.Jetzt im Sommer ohne Ärmel und mit hellen Sachen mal sehen.

Was mir besonders bei meinem Mann auffällt, ist, dass er zu nichts Lust hat.
Er wurde gestern zum Geburtstag eingeladen. Mich wollen sie ja nicht dabei haben. Dann hören wir immer nur, jetzt muß ich da hin, ich habe keine Lust usw. Mein Sohn redet ebenso. Ich soll aber depressiv sein.
Auch, das er jetzt 2 Tage heute und morgen jemandem etwas abholen soll, gefällt ihm nicht. Er sagt, dass er es nicht will, tut es aber trotzdem.
Mich wollte er auch nicht heiraten, wollte keine Kinder Haus etc. Hat er aber alles.

Ich werde aber diese 2 Tage Ruhe genießen. Ich bin froh, das ich mal hier 2 Stunden ohne Störung am Computer "reden" konnte.
Vielen Dank fürs "Zuhören" und ich wünsche denen einen schönen sonnigen Tag.

Ganz liebe Grüße
inchiostra

Ich möchte in meinem Umfeld etwas verändern damit es mir besser geht

Sonora ist offline
Beiträge: 3.015
Seit: 10.09.08
Hallo, liebe inchiostra!

Als ich deine Zeilen gelesen habe, hatte ich das Gefühl, dass du viel selbstsicherer und selbstbewusster bist als am Anfang des Threads! Es ist so toll, was du dir in der Zeit alles erarbeitet hast – an Erkenntnissen und auch an einer anderen Handlung in bestimmten Dingen! Darüber freue ich mich riesig!

Ich glaube, wenn du dir genügend Zeit gibst, wirst du dir nach und nach immer mehr innere Freiheit erkämpfen. Du bist auf einem richtig tollen Weg!

Viele liebe Grüße
Sonora


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