Aufarbeitung psychischer Probleme

07.02.07 06:43 #1
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Carrie ist offline
Beiträge: 3.747
Seit: 21.05.06
Okay...ich frage mich manchmal ob ich überhaupt je körperlich gesund werden kann wenn ich immer noch so viele psychische Probleme im Keller habe. Leider kann ich mir keine HP-Sitzungen oder sowas leisten, meine Verhaltenstherapie vor ein paar Jahren hat auch null gebracht...also schreib ich es wenigstens mal alles runter was meine Psyche stören könnte. Manchmal hilft es ja schon sich alles wirklich bewusst zu machen.
Also: Ich wurde vier Jahre nach meiner Schwester geboren (die übrigens gesund und munter ist und keine großen Probs hat). Ich weiß noch, dass ich irgendwann mal mitbekommen hat, wie meine Großeltern, die nebenan wohnen, zu meiner Mutter gesagt haben, dass mein Vater mich ja gar nicht mehr wollte, als sie schwanger war. ich nehme an, die Ehe war damals schon im Eimer. Ich kann mich an keine einzige ZUneigungs-Szene oder ähnliches zwischen meinen Eltern erinnern. Meine Mutter ist Hausfrau, extrem ängstlich (ich musste kämpfen damit ich mit dem Fahrrad zur Schule fahren durfte...als ich einen Tag eine Extrastunde hatte und vergessen hatte das meiner Mutter zu erzählen, haben sie sich gleich alle auf die Suche nach mir gemacht, als ich nicht nach Hause gekommen bin...). Mein Vater hat viel gearbeitet, ich hab ihn eigentlich nur im Urlaub und an Feiertagen gesehen. Ich weiß noch, wenn ich spät abends im Bett lag und die Tür hörte, dass er endlich nach hause gekommen war (von der Arbeit oder von wo auch immer her...).
Mein Vater hat immer sehr viel Alkohol getrunken. Und sehr viel Fleisch gegessen. Wir sind oft aneinander geraten, zum Beispiel wenn er im Urlaub einen Hummer gekauft hat und ihn lebend in kochendes Wasser tun wollte und ich protestiert habe (ich bin mit 16 Vegetarierin geworden). Leider hab ich immer eher still protestiert, d. h. ich habe dann geschwiegen, mich zurücjgezogen, ignoriert.

Von der Grundschuke hab ich einmal in Erinnerung, dass ich plötzlich völlig grundlos losgeheult habe beim spielen. Ich spielte Pferd, ein Mädchen ritt auf mir und ich heulte los und meine Mutter musste mich abholen.
In der Grundschule war ich noch recht aufgeweckt, beteiligte mich viel am Unterricht, hatte viele Freunde. Aber ich hatte null Hobbies, spielte meist zuhause oder bei einer Freundin.
Dann kamen die Zahnfüllungen (zum Glück nur in den Milchzähnen) und meine Augen wurden superschlecht.
Mit Brille ins Gymnasium und dann ging es steil bergab. Ich beteiligte mich nicht mehr am Unterricht...die erste 4 im Zeugnis (Religion)...ich wurde extrem schüchtern und fast autistisch. Mit 14 verliebte ich mich unsterblich in meinen Lehrer, der mich über 7 Jahre nicht loslassen sollte... Ich hab dermaßen gelitten. Ich schätze er war mein Halt, mein weißer Ritter der mich aus meiner furchtbaren Familiensituation retten sollte... Natürlich war ich in seinem Unterricht noch stummer als sonst...gegen Ende der Schulzeit hab ich ihm dann gestanden, dass ich ihn liebe...hat natürlich nichts geändert. Jahre nach meinem Abi hat er mich besucht und wir haben miteinander geschlafen. Da war ich aber nicht mehr verliebt und ich konnte ihn nun endgültig abhaken.
Jedenfalls war ich in der Schule Außenseiter. Ich war hässlich, mit Brille, ungeschminkt, uncoole Klamotten, ich hatte nie einen Freund (ich himmelte ja einen Lehrer an). Ich hatte ein paar gute Freunde, mit denen ich heute immer noch Kontakt habe.
Ich war extrem unsicher und da man das merkte, war ich perfektes Opfer für Lästereien und so.
Ich aß extrem viele Süßigkeiten, war aber jahrelang trotzdem dünn.. aber ich würde schon sagen dass ich ab 14 erste Essstörungen entwickelte. Da begann ich meine erste Diät, hungerte mich knochig für die Klassenfahrt. Auf der Fahrt fraß ich dann Kuchen und Süßigkeiten en masse. Als ich dann dem Lehrer gebeichtet hatte, dass ich ihn liebe, fraß ich danach ohne Rücksicht auf Verluste... und nahm über 10 Kilo zu.
Ich hatte im Übrigen etwa ab 16 angefangen furchtbar angefangen zu schwitzen... (alle Symtpome, die ich bisher so aufgeführt habe, kommen vom Amalgam wie ich heute denke)...Mit 17 ließ ich mir ein erstes Tattoo machen, meine Mutter unterschrieb. Der war ich sowieso mittlerweile ziemlich egal.
Meine Schwester machte eine Ausbildung, war tagsüber aus dem haus und am Wochenende bei ihrem Freund. Sie zog aus, als ich so 17 oder 18 war. Meine Eltern trennten sich als ich 16 war. Die Ehe war ja schon vorher im Eimer...mein Vater hatte im Keller sein PC-Labor eingerichtet, wo er sich wenn er nicht auf der Arbeit war, verkroch...wir Kinder nutzten den PC natürlich auch (wenn ich mir das vorstelle... in dem dunklen muffigen Keller vor dem PC...das ist doch kein Ort, wo man Kinder alleine lässt...). Dort lagen dann allerlei Sexzeitschriften von meinem Vater rum, Bierdosen etc. Dort unten habe ich mein erstes Bier probiert. Zum Glück hat's nicht geschmeckt, ich war wohl 12 oder so. Ich durchwühlte neugierig alle Sachen und Hefte... und fand Briefe an meinen Vater, die ich gelesen habe (ich weiß, das hätte ich nicht tun dürfen. Ich war etwa 15)... sie waren von einer Frau, mit der mein vater eine Affaire hatte. Ich schrieb alles in mein tagebuch. Und stellte später fest, dass meine Mutter mein Tagebuch las. Sie war zu dem Zeitpunkt schon sehr depressiv...hat auchn zig Amalgamfüllungen, körperliche Beschwerden usw.
Bevor ich es vergesse...noch ein paar Momente wo ich den Alkoholismus meines Vaters besonders mitbekommen habe: wenn er nachts betrunken durch mein Zimmer torkelte (er musste da durchgehen um ins Elternschlafzimmer zu kommen...meine Mutter schlief schon seit ich etwa 14 war oder früher unten im Wohnzimmer). Ich hörte dann meinen vater in seinem Bett vor sich hin murmeln und fluchen wie unglücklich er hier war und dass er das hier lieber verlassen wollte... usw. Ich erinner mich an diese Nacht besonders weil ich gezittert ahbe wie nie zuvor in meinem Leben. Ich weiß nicht wie alt ich war, aber ich habe gezittert ohne Ende. Andere Male kam er betrunken mit einer Schüssel Salat an mein Bett abends und ich musste ihm nzuhören und Salat essen (komischerweise aß er Massen an Fleisch und auch viel Rohkostsalat)...
Ansonsten überhäufte er uns Kinder mit Bergen an Geschenken zu Weihnachten und an geburtstagen und fuhr jedes Jahr in teure Urlaube mit uns... Ersatz für ZUneigung. Kann mich nicht erinnern, dass er mal mit mir gekuschelt hat...meine Mutter eigentlich auch nicht...
Na ja...also dann zog mein Vater aus und wenig später meine Schwester und ich war zuhause mit einer völlig fertigen Mutter, die weinte und depressiv war und der Rollentausch begann. ich musste mir mein Mittagessen selbst kochen, sie stand nicht mehr morgens mit uns auf, wenn ich zur Schule musste (ich musste in meinem Zimmer frühstücken, denn im Wohnzimmer schlief ja meine Mutter...das Elternschlafzimmer blieb leer). Die Wohnung versiffte immer mehr, die Dusche ging kaputt und wurde nie repariert so dass ich in der Badewanne duschen musste...Ich versuchte meine Mutter zu trösten zu unterstützen und opferte mich auf. Ich hatte Bücher über den Buddhismus gelesen und dachte, das wäre die ideale Möglichkeit, jemandem zu helfen...
Ich hatte immer noch keine Hobbies, war nachmittags meist zuhause...erlebte mit, wie meine Mutter neue Bekanntschaften mit nach Hause brachte...wie meine Großeltern (ihre Eltern) sich immer mehr von ihr abwandten...ich war jeden nachmnittag zum Tee bei meinen Großeltern aber auch mit denen krachte es bei mir...sie verstanden nciht meine Rebellionsversuche, meine ZUflucht im Buddhismus etc...
ich erinner mich an die schönsten 3 Wochen als meine Mutter auf Kur in Sylt war. Meine Großeltern waren zu der Zeit im Urlaub. Ich genoss diese Zeit so sehr. ich putzte das Haus, räumte auf, kaufte ein und fühlte mich wohl. Da war ich wohl 17 oder 18. Leider kam meine Mutter frühzeitig wieder, weil sie es dort nicht ausgehalten hatte... und das Chaos begann von neuem. Sie hatte schwere Neurodermitis und wohl auch Candida, denn sie musste auch ständig aufstoßen und so... ich weiß noch dass es mich nur vor ihr geekelt hat irgendwann.
Meinen Vater sah ich zu der Zeit kaum... meine Mutter bat mich einmal ich solle einen Zettel für den Anwalt unterschreiben...mir war klar, dass das was gegen meinen Vater war, wusste aber nicht recht, was... unterschrieb. ich war ja auch noch böse auf meinen Vater und sah in meiner Mutter nur das OPfer.
DAnn endlich war die Schule aus... und ich zog aus in eine andere Stadt zum studieren. Ich hatte schon ein schlechtes Gewissen meine Mutter ganz alleine zu lassen, aber es war die verdammt beste Entscheidung die ich treffen konnte. Ich war immer noch sehr unsicher, hatte Panikattacken und Depressionen. Wechselte das Studienfach, fand keinen Anschluss, kaum Freunde. Aber ich kämpfte mich durch, zwang mich selbstbewusster zu werden. Im ersten Semester meines neuen Fachs sprach ich an der Bushaltestelle einen Kommilitonen an...hätte ich mich früher nie getraut... er ist bis heute mein bester Freund hier.
Ich ging zu meiner Hausärztin wegen den Depressionen...hatte ne Schilddrüsenunterfunktion...nahm Jodtabletten...machte eine Verhaltenstherapie....ich wurde gaaanz langsam sicherer, aber ich hatte immer noch körperliche und psychische Beschwerden... bis ich dann heftigen Durchfall bekam und mein Weg mich über Lactoseintoleranz-Verdacht über Candida-Verdacht zum Amalgam führte.
Zu meinem Vater habe ich heute ein ganz gutes Verhältnis. Wir sehen uns selten, er unterstützt mich finanziell und es ist immer noch kühl irgendwie... wir geben uns zum Abschied die Hand und umarmen uns erst seit kurzem... ich hatte auch immer das Gefühl, dass meine Schwester eher sein Liebling war...sie kommt nicht nur optisch eher nach ihm, sie ist auch wie er Fleischesser und so weiter. ich weiß noch dass ich als Kind mir BOxkämpfe mit meinem Vater im Fernsehen angesehen habe und vorgegeben hab, dass ich das gerne ghucke....wohl um die Zneigung meines Vaters zu gewinnen.
Ich hatte auch immer das Gefühl, dass meine Großeltern meine Schwester lieber mochten...weil sie nicht so rebellisch war wie ich...
Heute habe ich ein sehr gutes Verhältnis zu meinen Großeltern. Ich habe vertsnaden, dass sie andere Ansichten haben und habe mich arrangiert. Heute sind sie mein Elternvorbild, die sind seit über 50 Jahren verheirate und ich habe sie sehr lieb. Mit meiner Mutter sprechen sie leider nicht mehr, obwohl mein Großvater ihr vor kurzem ein Friedensangebot gemacht hat (bei ihm gab es den Verdacht auf Darmkrebs)...
Meine Mutter ist immer noch ein Wrack und es tut mir weh sie so zu sehen, denn ich gklaube dass ein Großteil davon kommt dass sie dieses Amalkgam im Mund hat. Sie hat schwere Hautprobleme, Darmprobleme, Depressionen und so weiter. Sie war mehrmals in der psychiatrischen Abteilung, aber sie ließ sich nicht helfen, weigert sich, Pillen und so zu schlucken, hat Angst vor allem. Geht einmal am Tag raus zum einkaufen wenn sie es schafft und bleibt sonst zuhause... In der Psychiatrie hat sie ihren Freund kennen gelernt, der auch psychische und physische Probleme hat...den ganzenn Tag schläft, raucht wie ein Schlot, sein Geld verspielt, keinen JOb hat... und einmal sogar in einem Anfall die Glasscheibe der Haustür eingeschlagen hat. Meine Großmutter hat panische Angst vor ihm, denn sie wohnen ja im selben haus. Das Haus gehört meinen Großeltern, aber sie wolen meine Mutter nicht rauswerfen..
Ich leite zur Zeit aus nach Klinghardt und es geht langsam aufwärts. ich werde selbstbewusster, hatte seit einem halben Jahr keine Depressionen mehr. Geblieben ist eine Menschenscheu, die sich aber bessert. Eine feste Beziehung hatte ich bisher nicht (bin 24), nur allerlei Affairen, die eher selbstzerstörerisch waren... Und vor allem mit älteren Männern (Vaterkomplex).
Autoaggressivität hatte ich übrigens ganz schlimm früher. Ich verletzte mich selbst mit glühenden Messern und sowas. Hab die Unterarme voll mit Narben (die meine HP hoffentlich entstört hat). Das mache ich aber seit Jahren nicht mehr... aber ein bißchen Masochismus ist geblieben. Ich fühle mich unwert (geliebt zu werden etc), obwohl ich weiß dass ich es nicht sollte. Aber es dauert bis Gefühle den gedanken folgen.
Ich habe sehr oft das Gefühl nichts geleistet zu haben. Studiere und werde finanziell unterstützt...habe null Bock auf das STudium, aber bin zu feige es abzubrechen weil ich meinen Vater nicht enttäuschen will (oje ist das krank). Na ja jetzt schreibe ich meine Magisterarbeit und ziehe diese letzten Monate durch und dann mache ich nur noch was ich wirklich will. Habe ich mir ganz fest vorgenommen. Ich hoffe nur noch dass ich diese Ausleitung bald hinter mir ahbe und den Candida loswerde. Das hemmt mich auch eine Beziehung zu beginnen, ich schäme mich für meine körperkichen Symptome.
So, jetzt mache ich erstmal Pause. Mir fäüllt sicher noch ne Menge anderes ein...
Ich erwarte hier keine großen Kommenatre oder Ratschläge oder so (falls es überhaupt einer alles liest...), ich möchte nur alles mal aufschreiben bzw. erzählen...Vielelicht werden mir dann noch ein paar Verhaltensmuster deutlich.

Aufarbeitung psychischer Probleme

Shelley ist offline
Beiträge: 10.451
Seit: 28.09.05
hallo carrie,

sorry, dass ich dir nichts scheiben kann!
ich kann deine geschichte nicht nachvollziehen.
ich sehe nicht, was es da psychisch gross auf zu arbeiten gibt, auch wenn du schreibst, dass die familiensituation furchtbar gewesen sei.

gibt es da etwas furchtbares, was du nicht geschrieben hast? oder was meinst du mit furchtbarer familiensituation.
haben deine eltern gestritten?
flogen die fetzen?
haben sie die kinder geschlagen oder eingesperrt?
wurden sie sexuell übergriffig?
wurdet ihr bedroht? (wir bringen dich um.)
wünschten euch die eltern schlimme dinge? (wünschten sie zum beispiel, dass du fast verrecken wirst vor schmerzen?)
wurdet ihr mir schlimmen schimpfworten bezeichnet? (wurdet ihr zum beispiel teufel, eckel, dreckweib, biest, tyrann, satan, etc. genannt?)
gibt es wirklich ncihts, das du uns verheimlichst?
warum hast du dich selbst verletzt?
warum fühltest du dich wertlos?
sagten deine eltern, du würdest eh nix hinkriegen im leben?
wurdest du sonst erniedrigt von den eltern?
ich habe nicht verstanden: hat dich dieser lehrer 7 jahre lange vergewaltigt, oder warst du einfach verliebt in ihn?
warum hattest du fast keine freunde?
haben es die eltern verboten?

sorry; aber ich kann da wirklich vieles nicht nachvollziehen und deswegen kann ich dir auch nicht helfen.

viele liebe grüsse von shelley
__________________
IchDiskutierNichtMitIdioten.ErstZiehnSieMichAufIhrNiveauRab, DannSchlagen'sMichMitIhrerErfahrung.

Aufarbeitung psychischer Probleme

Sine ist gerade online
Beiträge: 3.371
Seit: 15.10.06
Guten Morgen, liebe Carrie.
Da sitze ich nun und bin perplex nach dieser Lektüre.
Sehr vieles hätte ich auch so erzählen können. Dein Schritt, dies alles aufzuschreiben und zwar öffentlich, ist ein Schritt in die richtige Richtung.
Man sieht auch, dass du dir viele Gedanken machst und Zusammenhänge siehst.
Mach einfach weiter so, du wirst sehen, dass dich viele Menschen verstehen können. Und vertraue darauf, dass dies der Anfang von einer Entwicklung zum Besseren ist!
Liebe Grüsse, Sine
... Eben sehe ich Shelleys Beitrag. Ich glaube, wir können hier ganz schön ins diskutieren kommen

Aufarbeitung psychischer Probleme

Carrie ist offline
Themenstarter Beiträge: 3.747
Seit: 21.05.06
Hallo shelley...
ich erwarte nicht dass mir jemand hilft.
Ich verstehe auch nicht ganz was Du nicht verstehst... tut mir leid wenn ich keine großen Traumata vorzuweisen habe...es muss nicht immer Gewalt im Spiel sein um psychische Schäden davonzutragen. ich denke es ist für Außenstehende immer schwer nachzuvollziehen was man erlebt hat und das ist auch nicht meine Absicht gewesen. Ich will auch kein Mitleid oder so.
Ich habe Deine Geschichte nicht gelesen, vielleicht hast Du so schlimme Dinge erlebt wie Du gefragt hast...
Jedenfalls gibt es psychisch viel bei mir was ich aufarbeiten muss. Natürlich gibt es immer schlimmere Fälle. Aber auch ich habe gelitten und leide immer noch. Vielleicht siehst Du meine Geschichte auch als eine ziemlich normale KIndheit an, denn das ist es heutzutage leider oft.
Eltern müssen einem keine schlimme Dinge sagen oder sowas tun...fast noch schlimmer ist das was sie nicht sagen und nicht tun.

Hallo Sine,
ja genau das habe ich vor. Einfach alles mal rauslassen. Aufschreiben. Und das öffentlich. Vielleicht sieht noch jemand anderes ein Detail, das ich übersehe oder ähnliches...

Ich habe jetzt erstmal nur aufgeschrieben was mir so spontan alles eingefallen ist. Da ist sicher noch mehr. Ich werde diesen Thread halt nutzen um das alles mal aufzuschreiben. Als ob ich es einem Therapeuten erzähle...

LG Carrie

Aufarbeitung psychischer Probleme

Shelley ist offline
Beiträge: 10.451
Seit: 28.09.05
hallo carrie,

ich hatte einfach plötzlich gedacht, dass es da noch etwas gibt, was du nicht geschrieben hast.
deswegen habe ich nachgefragt.
nicht aus anderen gründen.

und ja; ich würde es gerne besser verstehen alles, was du schreibst.
vielleicht werde ich das später ja mal.
ich würde zum beispiel gerne wissen, warum dich diese sachen zu hause dazu führen konnten, dass du dich selbst verletzt hast.
weil man hört nur, dass das leute machen, welche vergewaltigt wurden oder so ähnlich. du schreibst aber nichts davon.
viel mehr schreibst du, dass dein vater nie mit dir gekuschelt hat.
will eine tochter mit ihrem vater kuscheln?



warum willst du mit einem besoffenen vater kuscheln?
verstand ich das richtig, dass es so war?
es kam für mich aus deinem schreiben so rüber...

viele liebe grüsse von shelley
__________________
IchDiskutierNichtMitIdioten.ErstZiehnSieMichAufIhrNiveauRab, DannSchlagen'sMichMitIhrerErfahrung.

Aufarbeitung psychischer Probleme

stewie ist offline
Beiträge: 62
Seit: 07.12.06
hallo Carrie

Eine spannende Geschichte.

Ich finde es wichtig dass du dein Schicksal selber in die Hände nimmst.
Den nur du selber kannst dir helfen. Wir können vielleicht ein paar Inputs geben, aber ändern musst du es schon selber.
Lerne dich zu lieben und du wirst geliebt. Ändere deine selbstzerstörerischen Gedanken, dein Umfeld wird sich ändern. Finde das Geheimniss der Bedinungslose Liebe

Aufarbeitung psychischer Probleme

stewie ist offline
Beiträge: 62
Seit: 07.12.06
Hallo hier noch ein Text:


Ich liebe dich wie du bist, während du auf der Suche bist nach deiner eigenen besonderen Art,
mit der Welt um dich herum in Beziehung zu treten.
Ich ehre deine Entscheidungen, auf welche Weise du deine Lektion lernen möchtest.

Ich weiß, dass es wichtig ist, dass du genau der Mensch bist, der du sein möchtest,
und nicht der, den ich oder andere erwarten. Es ist mir klar, dass ich nicht weiß, was für dich das Beste ist, obwohl ich manchmal meine, es zu wissen.
Ich war nicht dort, wo du warst, und ich habe das Leben nicht aus deinem Blickwinkel gesehen.
Ich weiß nicht, welche Lernaufgaben du dir ausgesucht hast, noch wie oder mit wem du sie lösen möchtest,
noch welche Zeitspanne du dir da vorgenommen hast.
Ich habe nicht aus deinen Augen geblickt, wie könnte ich also wissen, was du benötigst.

Ich lasse dich durch die Welt gehen, ohne deine Handlungen in Gedanken oder Worten zu beurteilen.
Die Dinge, die du sagst oder tust, betrachte ich nicht als Irrtum oder Fehler.
Von meinem Punkt aus sehe ich, dass es vielerlei Möglichkeiten gibt,
die verschiedenen Seiten unserer Welt zu betrachten und zu erfahren,
ich akzeptiere rückhaltlos jede deiner Entscheidungen in jedem beliebigen Augenblick.
Ich fälle keinerlei Urteil, denn wenn ich dir dein Recht auf deine Entwicklung abspräche,
so würde ich damit dasselbe auch mir und allen Anderen absprechen.

Jenen, die einen anderen Weg wählen als ich, auf den ich vielleicht nicht meine Kraft und Energie lenken würde, werde ich doch niemals die Liebe verweigern, die Gott in mich gesenkt hat,
damit ich sie der ganzen Schöpfung schenke. Wie ich dich liebe, so werde auch ich geliebt.
Was ich säe, das werde ich ernten.

Ich gestehe dir das universale Recht auf freie Entscheidungen zu, deinen eigenen Pfad zu wandeln
und voranzuschreiten oder eine Weile auszuruhen, je nachdem was für dich gerade das Richtige ist.
Ich werde mir kein Urteil erlauben, ob diese Schritte groß oder klein sind, leicht oder schwer,
aufwärts oder abwärts führen, denn das wäre nur meine eigene Sichtweise.
Es könnte sein, dass ich dich tatenlos sehe und dies für wertlos halte, und doch könnte
es sein, dass du großen Balsam in die Welt bringst wie du so dastehst,
gesegnet vom Lichte Gottes. Nicht immer kann ich das größere Bild der göttlichen Ordnung sehen.

Denn es ist das unveräußerbare Recht aller Lebensströme, ihre eigene Entwicklung selbst zu wählen,
und ich anerkenne voll Liebe dein Recht, deine Zukunft selbst zu bestimmen.
In Demut beuge ich mich der Erkenntnis, dass das, was ich für mich als das Beste empfinde,
nicht bedeutet, dass es auch für dich das Richtige sein muss.
Ich weiß, dass du genauso geleitet wirst wie ich und dem inneren Drang folgst,
der dich deinen Pfad erkennen lässt.

Ich weiß, dass die vielen Rassen, Religionen, Sitten, Nationalitäten und Glaubenssysteme in unserer Welt
uns großen Reichtum bescheren und uns aus solcher Vielheit großen Nutzen und viele lehren ziehen lassen.
Ich weiß, dass wir jeder auf einmalige Weise lernen, wie wir Liebe und Weisheit
zu dem großen Ganzen zurückbringen können. Ich weiß,
dass wenn etwas nur auf eine Art getan werden könnte, es hierzu nur eines Menschen bedürfte.

Ich will dich nicht nur dann lieben, wenn du dich so verhältst, wie es meiner Vorstellung entspricht
Und wenn du an die gleichen Dinge glaubst wie ich. Ich begreife, dass du in Wahrheit mein Bruder, meine Schwester bist, auch wenn du an einem anderen Ort geboren wurdest und an einen anderen Gott glaubst als ich.

Die Liebe, die ich fühle, gilt der ganzen Welt Gottes.
Ich weiß, dass jedes lebende Ding ein Teil Gottes ist, und tief drinnen hege ich Liebe für jeden Menschen,
jedes Tier, jeden Baum und jede Blume, jeden Vogel, jeden Fluss und jeden Ozean und für alle Geschöpfe in aller Welt.

Ich verbringe mein Leben in liebendem Dienst und bin dabei das beste Ich, das ich sein kann, und ich verstehe die Vollkommenheit göttlicher Wahrheit immer ein bisschen mehr
und werde immer glücklicher in der Heiterkeit
BEDINGUNGSLOSER LIEBE.

Sandy Stevenson
Die Vervielfältigung und Weitergabe dieses Textes ist erlaubt und erwünscht

Ich wünsche dir viel Kraft auf deinem Weg.
Stewie

Aufarbeitung psychischer Probleme

Oregano ist offline
Beiträge: 63.685
Seit: 10.01.04
Hallo Carrie,
ich glaube, daß Du schon ein paar ganz große Schritte in die richtige Richtung gemacht hast und auch weiter machst. Du hast die Atmosphäre bei Dir zu Hause sehr gut geschildert: wie ein trübes Netz, in dem alle verfangen waren/sind, und aus der es schwierig ist, ohne Schäden oder auch falsche Hilfe (Alkohol) herauszukommen. Aber Du hast es geschafft, und Du hast etwas geschafft, was ich bewundere: Du teilst keine Schuld zu sondern siehst die Verhältnisse recht nüchtern. Das zeigt, dass Du schon Abstand gewonnen hast und Dein eigenes Leben lebst.
Ich wünsche Dir dabei weiter viel Glück.

Uta

Aufarbeitung psychischer Probleme

Juliette ist offline
Beiträge: 4.666
Seit: 23.04.06
Liebe Carrie,

ich verstehe dich und deine Handlungsweise voll und ganz. Ich schließe mich Uta's Meinung uneingeschränkt an.
Auch die Psyche wirkt wie Gift, wenn man sie mit trüben Gedanken und mit Altlasten belastet. Belastet heißt das sie genauso krank machen können wie Amalgam ect.
Aber du bist auf dem besten Weg das zu ändern. Solche Sachen gehen nicht von heute auf Morgen, brauchen Zeit, Schritt für Schritt.
Du hast dich selbst erkannt und weißt am Besten wo du an dir arbeiten musst, was du ja auch tust.

Ich wünsche dir viel Kraft und Mut und ganz viel Eigenliebe

Juliette

Aufarbeitung psychischer Probleme

stewie ist offline
Beiträge: 62
Seit: 07.12.06
warum willst du mit einem besoffenen vater kuscheln?


@shelley ..uta hat das richtig formuliert...keine Schuld zuweisen..lies mal bedinungslose Liebe... wenn man das mal kapiert hat dann ist man einen grossen Schritt weiter gekommen.

Ur(teile) nicht denn es ist trennen und es führt uns weg von unserer Schöpfung.

alles Liebe für eine bessere Welt


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