Welche Folgen hat es, wenn ein Mensch einer ungeliebten Arbeit nachgehen muss?

22.04.09 14:35 #1
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Welche Folgen hat es, wenn ein Mensch einer ungeliebten Arbeit nachgehen muss?
Männlich Sternenstaub
Themenstarter
Zitat von Maus7 Beitrag anzeigen
Hallo Sternenstaub.. ich denke, wenn der Mensch einer ungeliebten Aufgabe nachgehen muss und das regelmässig, vielleicht sogar das ganze Leben hindurch macht, schadet er sich und der ganzen Welt.

Ich wurde jedenfalls durchs ständige verhasste Zurschulegehen und Zurarbeitgehen krank, körperlich und seelisch. Seit ich nicht mehr arbeite, nehme ich alles ganz anders wahr, erlebe die Jahreszeiten, bin viel mehr im Flush. Aber ich sehe auch die gestressten Mitmenschen vielmehr und die Enge. Fühle mich einsam, weil alle immer nur am arbeiten sind und ihnen helfen und mitmachen kann man ja denn auch nicht. Ich bin soooooooo traurig!!!!!!!!!!:-((((
Meine liebe Maus,
es ist schön, dass Du hier ins Forum gefunden hast und da will ich Dich auch mal herzlichst mit ein paar begrüßen.

Schau mal, jetzt hast Du hier her gefunden, dies ist schon einmal etwas ganz positives, denn hier sind sehr viele gute und liebe Menschen versammelt, die gerne helfen und für andere da sind.

Das Leben ist etwas sehr kostbahres und beinhaltet Aufgaben, die man gestellt bekommt.

Ich bin mir sicher, dass alle Probleme, die Du jetzt vor Augen hast gelöst werden können.
Zuallererst ist es wichtig was für Dich im Moment das Allergrößte Problem darstellt! Daran sollte, so denke ich zuallererst gearbeitet werden, damit der großte Druck, der auf Dich lastet sich ersteinmal verringert und Du wieder tief durchatmen kannst in Hoffnung auf eine für Dich positive und erfüllende Zukunft.

Ich weiß ein bisschen etwas davon, wie diese Welt ist und weiß auf der anderen Seite auch, dass es viele Wege gibt, darin zurecht zu kommen.

Auch für Dich gibt es Wege, die es Dir ermöglichen Freude und Spass am Leben zu haben.

Der Weg, wie Du mit allem besser und besser zurechtkommen kannst ist vorhanden.

Ich denke, das Du hochsensibel bist und Dir viel zu herzen nimmst! Kann dies stimmen?

Für den Moment wünsche ich mir für Dich sehr viel neue und ein warmes Licht, dass Dir Hoffnung schenkt.

Du bist hier zumindest nicht alleine und bald wirst Du es auch anderweitig nicht mehr sein...bitte habe ein klein wenig Geduld, dann wirst Du schon sehen, wie es besser und besser wird.

Hast Du vieleicht Interesse daran, ein bisschen von Dir zu schreiben, von Deiner Kindheit, von Deinen Gefühlen als Kind...und was sich alles getan hat bis heute also Deine Geschichte?

Es gibt viele Möglichkeiten, gute Menschen kennen zu lernen und ich bin mir auch sicher, dass Du diese Menschen auch kennen lernen wirst.

Bitte fühle Dich nicht so einsam wir werden alle gemeinsam einen Weg finden, dass es dir bald viel besser geht und Du haben wirst.

Ganz herzliche und sehr liebe Grüße schickt Dir Sternenstaub und noch ein paar dazu.

Geändert von Sternenstaub (26.04.09 um 22:35 Uhr)

Welche Folgen hat es, wenn ein Mensch einer ungeliebten Arbeit nachgehen muss?

Maus7 ist offline
Beiträge: 318
Seit: 24.04.09
@mezzadiva: Ich bin grade dabei, dies zu tun, was Du mir rätst. Aber es geht meist schief, ich kenne immer noch keine Leute, mit denen ich wirklich gern zusammen bin. Es ist alles immer nur so oberflächlich, ich bin einfach unfähig, mich wirklich Menschen zu nähern. Oder vielleicht sind auch die Menschen um mich herum unfähig, sich mir wirklich zu nähern. Ich denke, Beziehungsunfähigkeit ist in unseren Landen ziemlich weit verbreitet. Und immer wieder kommen Rückfälle und meistens mit schlimmeren Gedanken als zuvor. Ich bin jetzt beispielsweise daran, die ersten konkreten Selbstmordplanungen vorzunehmen, was mir jeweils Erleichterung verschafft. Ich kann dann auch weinen, richtig, erleichternd, um mich. Ich bin fähig, diesen Zustand noch eine Weile zu durchstehen, aber ich weiss nicht, wie lange.

Ich weiss, dass ich da harte Brocken von mir gebe, die vielleicht manche von Euch auch tief betreffen. Ich weiss nicht, was ich tun soll. Ich bin verzweifelt. Ich bin ausgelaugt. Es braucht immer mehr Kraft, noch etwas zu tun und nochmals zu einem weiteren Termin mit irgendjemandem zu gehen, immer wieder meine Geschichte zu erzählen und auf Unverständnis, Zeitdruck und hohe Kosten zu stossen. Oder auf Teilheilungen, die einem zuerst Kraft und Zuversicht zu geben scheinen und dann umso grössere Enttäuschung, wenn die schlechten Gedanken wieder in grösserer Stärke erscheinen. Vorallem sind es nicht die Nachbarn, die einem helfen, sondern meist Personen, die weit weg wohnen. Ich finde, uns fehlt die soziale Struktur, wo ältere Personen sich anerbieten, die jüngeren zu begleiten und zu beraten, sie zu unterstützen und für sie da zu sein. Wenn man eine intakte Familie hat, in der so eine Person sich befindet, hat man ja Glück, aber wenn man dies nicht hat, hat man ziemlich Pech. Es ist eben schon so, dass einige Individuen halt dazu da sind, zu leben, und andere, zu sterben. Klar, jeder muss schlussendlich sterben, aber manche eben etwas früher. Umständehalber! Da kann niemand etwas dafür! Nur ist es bei uns leider so, dass man sich selbst nur umbringen kann und muss, denn das nimmt einem niemand hier ab. Ausser man trifft auf einen Mörder, der den Knast oder die Flucht oder auch den Selbstmord oder den Tod in Kauf nimmt, um seinen Gefühlen Luft zu machen.

Ich habe wirklich ziemlich viele Todesgedanken und hatte auch früher schon einen gewissen Hang zu allem, was mit Tod zusammenhing. Knochen, Totenköpfe, halbtote Menschen und Tiere, die mich in ihrem Todeskampf jeweils faszinierten. So krank!

Heute kann ich es nicht ansehen, wenn etwas oder jemand leiden muss. Ich muss wegsehen. Seit ich das erlebt habe. Es macht mich krank. Oder so.

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Mauszuhaus ist offline
Beiträge: 13
Seit: 05.03.09
Hej Maus, magst du mit mir schreiben, private nachricht erlaubt?

sei herzlich gegrüsst von mauszuhaus

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Maus7 ist offline
Beiträge: 318
Seit: 24.04.09
@Mauszuhaus: Ja, wer bist Du denn?

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mezzadiva ist offline
in memoriam
Beiträge: 955
Seit: 06.04.06
Hallo Maus,

deine Offenheit finde ich beeidruckend. Mich hast du damit nicht erschreckt, denn es ist gerade drei Monate her, dass ich mich sehr intensiv mit dem gleichen Thema beschäftigt habe.

Ein paar Gedanken dazu:
Es ist alles immer nur so oberflächlich, ich bin einfach unfähig, mich wirklich Menschen zu nähern. Oder vielleicht sind auch die Menschen um mich herum unfähig, sich mir wirklich zu nähern. Ich denke, Beziehungsunfähigkeit ist in unseren Landen ziemlich weit verbreitet.
Viele Menschen haben Angst, sich auf andere einzulassen. Wieder andere haben zuwenig Geduld. Es kommt vieles zusammen. Jemanden zu finden, der wirklich ein enger Freund und Vertrauter werden kann, dauert meistens etwas länger und erst in einer Phase wo man einen Menschen wirklich braucht, merkt man, welche der Bekannten die echten Freunde sind. Solche Menschen gibt es und wir können sie auch finden. Vertraue darauf, mach dich immer wieder neu auf die Suche. Geh behutsam, aber ehrlich mit neuen Bekanntschaften um. Irgendwann ist die Perle dabei.

Ich habe wirklich ziemlich viele Todesgedanken und hatte auch früher schon einen gewissen Hang zu allem, was mit Tod zusammenhing. Knochen, Totenköpfe, halbtote Menschen und Tiere, die mich in ihrem Todeskampf jeweils faszinierten. So krank!
Nicht krank, nur anders. Der Tod gehört zum Leben wie die Geburt, das eine ist der Eingang, das andere der Ausgang. Wohin, darüber gehen die Ansichten auseinander. Durch meine Beschäftigung mit dem Thema bin ich zu der Erkenntnis gelangt, dass wir in nichts so hilflos sind wie im Sterben. Es ist uns in unserer Kultur offiziell verboten, den Tod zu wählen. Er wird in dieser Gesellschaft nur akzeptiert, wenn er uns ereilt, auf welchem elenden Weg auch immer. Ich finde das mittlerweile völlig absurd. Es ist uns geradezu verboten, unser Leben wirklich selbst zu bestimmen, in dem wir auch so sterben wie wir möchten und dann wann wir möchten.
Frühere Kulturen besaßen dieses Wissen, sie konnten ihren Abschied aus dem Leben genauso bewusst zelebrieren wie das Leben selbst. Aber nein, der Mensch muss ja mit allen Mitteln hier behalten werden, solange es eben geht und ohne dass die Qualität dieser Existenz dabei von irgendeinem Interesse wäre.

Aber da du ja nun einmal noch hier bist: Was könnte denn ein Anstoß sein, dass du wieder Lebensfreude gewinnen kannst? Wo genau hängt's denn bei dir? Neigst du zu Depressionen? Hast du es schon einmal mit Psychotherapie versucht?

Hier im Forum haben wir schon sehr oft Zusammenhänge zwischen chronsich depressiven, negativen Gemütszuständen und Belastungen durch Umweltgifte, Schwermetalle oder Allergien/Unverträglichkeiten beobachtet. Bist du schon mal auf den Gedanken gekommen, in dieser Richtung ein bisschen zu schauen?

Meine Einstellung ist: alles Schwere, was mir im Leben begegnet, enthält die Aufgabe, nach der Lösung zu suchen, die es leichter macht. Und es gibt garantiert, auch nach hundert Versuchen, immer noch mögliche Lösungswege, die noch offen sind.
Sonst wärst du nicht mehr hier und auch nicht in diesem Forum.
Mach dich auf die Suche, du kannst nur gewinnen!

Gruß
mezzadiva

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mezzadiva ist offline
in memoriam
Beiträge: 955
Seit: 06.04.06
Nebenbei ein Buchtipp:

Neale Donald Walsh: Gespräche mit Gott

Ich lese gerade den dritten Band, die ersten beiden kenne ich nicht.
Kann die Lektüre aber nur wärmstens empfehlen. In diesen Gesprächen wird vieles geradegerückt und aus ganz neuer Sicht betrachtet, was in Religion und Gesellschaft als unerschütterliches Gesetz gilt. Sehr erfrischend zu lesen und macht Mut, das Leben aus einer neuen Perspektive zu betrachten - im Denken unabhängiger zu werden.

Welche Folgen hat es, wenn ein Mensch einer ungeliebten Arbeit nachgehen muss?

Maus7 ist offline
Beiträge: 318
Seit: 24.04.09
Naja, wenn ich fasziniert bin vom Leiden anderer Kreaturen, finde ich es schon krank. Aber solche Gefühle kommen sicher daher, dass eben der Tod bei uns tabuisiert und ausgeklammert wird, wie Du ja erwähnt hast.

Wenn man dann der Faszination Tod nachgeht und schliesslich damit konfrontiert wird, kann sich die ganze Sache wieder ins Lot rücken lassen, denke ich.

Ich wurde jetzt mit dem Tod konfrontiert und bin auf eine Schieflage gestossen, die ich in mir hab'. Und ich bin nicht die einzige.(Ich meine jetzt damit nicht Dich!)

Ich bin todtraurig.

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Hexe ist offline
Beiträge: 3.844
Seit: 13.07.07
Zitat von Maus7 Beitrag anzeigen
Naja, wenn ich fasziniert bin vom Leiden anderer Kreaturen, finde ich es schon krank.

Wenn man dann der Faszination Tod nachgeht und schliesslich damit konfrontiert wird, kann sich die ganze Sache wieder ins Lot rücken lassen, denke ich.

Ich wurde jetzt mit dem Tod konfrontiert und bin auf eine Schieflage gestossen, die ich in mir hab'. Und ich bin nicht die einzige.(Ich meine jetzt damit nicht Dich!)

Ich bin todtraurig.
Hallo Maus,


darf ich dich fragen: was genau bedeutet das wenn du schreibst du seist fasziniert vom Leiden anderer Kreaturen? Wie kann ich mir das vorstellen?

Und natürlich ist es ein großer Unterschied ob man den Tod von "aussen" betrachten kann, ohne emotional in die Situation verwickelt zu sein (also Tod und Leid von "fremden" Wesen), oder ob man hautnah spürt wie Tod und Leid sich anfühlen, weil es Wesen betrifft mit denen man sich verbunden fühlt.

Mit der Zeit lernt man dann zu sehen, dass man zwar das Leid bei fremden Wesen nicht bei sich selber spürt, es aber für diese "fremden" Wesen und ihr Umfeld genauso real exisstiert wie das Leid für dich und dein Umfeld. Der einzige Unterschied dabei ist eben, dass du persönlich das eine selber spürst, und das andere nur weisst, aber (zum Glück) nicht spüren musst.

Das ist aber eine Sache, die braucht Zeit zu reifen, und ich finde es durchaus normal dass nicht jeder da auf der gleichen Stufe startet. Denn wir alle haben eine unterschiedliche Geschichte.

liebe Grüße von hexe

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coronna
Hey,

ich muss sagen, dass kann ich leider alles sehr gut nachempfinden... Bin seit meiner Schulzeit Mobbingopfer (ich wehre mich aber!) und kenn das Gefühl ziemlich gut, das man hat wenn man morgens aufstehen und zur Arbeit gehen muss, wo dann ein Chef auf einen wartet, der einen Hasst einfach weil man ist wer man eben ist. Und der einen das auch bei jeder Gelegenheit spüren lässt. Ich bin fast fertig mit meiner Lehre und meine Gegenwehr gegen meinen Chef (habe das Gespräch gesucht und mich auch direkt gewehrt) hatten schließlich nur die Auswirkung, das ich zwar nicht mehr angeschrien werde, aber ich genau merke das alle Freundlichkeit (vom Chef) einfach nur geheuchelt ist. Das ist auch kein besseres Gefühl.

Ich war so oft davor alles hinzuschmeißen, zu kündigen und am liebsten wäre ich abgehauen. Einfach irgendwo hin. So viel Hass macht einen einfach kaputt. Und ich hab auch irgendwie so richtig keine Lust auf meinen Job, aber dann dhoch lieber einen Spatz in der Hand als ne Taube auf dem Dach. Ich muss sagen, den eigenen Traumjob zu bekommen ist heutzutage fast unmöglich. Ich glaube, es müssen so einige Menschen in diesen sauren Apfel beißen - und wenn es wen tröstet - in dieser Sache ist mein Herz ganz bei euch.

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Maus7 ist offline
Beiträge: 318
Seit: 24.04.09
@Hexe: Hallo Hexe! Das kannst Du Dir so vorstellen, dass Du angezogen bist von leidenden Kreaturen. Du hast zwar Mitleid mit ihnen, aber Du fühlst Dich einfach angezogen und schaust ihnen gern bei ihrem Leid zu. Z.B. sterbende Tiere, ein Tier oder Mensch in einer Notlage, das/der sich nicht mehr befreien kann und sterben wird oder sich verletzen wird. Du würdest ihm helfen, wenn Du könntest, aber wenn nicht, dann schaust Du einfach zu und spürst ein Interesse in Dir und eine Neugier und nicht irgendwie Mitgefühl. Ist vielleicht ein bisschen schwer zu erklären. Ich wusste nur immer: ich bin nicht traurig oder bestürzt, wenn ich sowas sehe, sondern eben interessiert und fast freudig im Herzen (so à la: Ah, es passiert was nicht alltägliches! Etwas spannendes! Etwas, das man auch im Fernsehen sieht! Etc.)

Wie Du schon gesagt hast, ist es wohl etwas, das man lernen muss und kann und das reifen muss. Inzwischen habe ich jemanden getroffen, in den ich verliebt war und der sehr fest gelitten hat. Seither spüre ich die obengenannten Gefühle nicht mehr. Seither ist es Mitgefühl, das ich spüre, wenn ich jemand oder etwas leidendes sehe. Aber ich habe damit auch ein Leid kennengelernt, das ich nicht verstehen kann, das ich nicht "verarbeitet" habe, das mich nicht weiterkommen lässt. Wieder könnte ich weinen. Was soll ich tun? Ich weiss es nicht.


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