Was für eine Ironie!

17.04.09 15:14 #1
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Was für eine Ironie!

Johanna ist offline
Beiträge: 885
Seit: 09.08.06
Hallo Batterie

Ich hab mir deinen Thread mehr oder weniger genau durchgesehen. Du bist wirklich in einer verzwickten Situation :-/.

Sehr wahrscheinlich kommen viele deiner psychische und physischen Probleme von deiner Familiensituation. Vielleicht ist es die einzige Lösung wenn du deine Familie endgültig verlässt, also ausziehst meine ich?

Ich bin selber hochbegabt und weiss aus eigener Erfahrung, dass es nicht nur Vorteile mit sich bringt. Ich habe beispielsweise wegen meiner Unterforderung an abnormer Müdigkeit gelitten. Da fehlte mir dann auch die Motivation überhaupt noch irgendwas zu tun.
Wichtig ist, dass du dich selber immer wieder forderst, da du dies ja von anderen Leuten nicht erwarten kannst. Du kannst dir ja im künstlerischen Bereich Aufgaben ausdenken, die du dann machst. Bist du vielleicht auch perfektionistisch veranlagt? Dann bietet das zusätzliches Potential.

Mir hat es sehr geholfen dem Mensa-Verein beizutreten (Mensa Switzerland - The High IQ Society oder MinD - Mensa in Deutschland: Startseite). Man muss sich das wie eine Art Selbsthilfegruppe vorstellen. Ich habe Leute kennen gelernt, die ähnliche Probleme hatten wie ich, oder die ähnliches in ihrer Schulzeit erlebt haben. Ich muss mich dort auch nicht verstellen und ich darf offen zugeben, wenn mich etwas langweilt, ohne dass ich befürchten muss, ausgelacht oder als arrogant beschimpft zu werden.
Übrigens wird bei einem richtigen IQ-Test auch kein Allgemeinwissen getestet. Es werden zum Beispiel Fragen zum räumlichen Vorstellungsvermögen, logischem Denken und Mathematik gestellt (beim Schweizer Mensa-Eintrittstest) und meistens hat es auch Sprachteile.

Wie schon von jemand anderem erwähnt könnte bei dir auch ein ADS vorliegen. Oftmals kann man die Symptome ganz oder teilweise durch eine geeignete Ernährung in den Griff kriegen. Schau dich doch mal hier in der ADS-Rubrik um.

Wenn du davon träumst, schlank zu sein, dann solltest du das vielleicht mal in Angriff nehmen. Das würde dich zudem auch fordern/fördern...

So, genug für heute. Meine Gedankengänge sind so spät abends eh ziemlich wirr...
Gruss
Johanna

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fragesteller ist offline
Gesperrt
Beiträge: 34
Seit: 13.05.09
du bist fürs leben gestraft, dass du ständig als marionette genutzt wurdest. das wird dir langsam klar und deine mutter versucht dich immer noch für unreif, gar dumm zu verkaufen. dass da hass in dir hochsteigt, ist vollkommen normal. die innere einsamkeit macht dir zusätzlich schaffen, deine beginnende verzweiflung artet in fremdenhass aus.
alles was du hast, hat nun dich.
lasse dies nicht mehr zu. es bringt dich nicht weiter. krank bist du nicht, deine erlebnisse haben dich nur fürs leben stark gemacht. ein anderer blickwinkel.
selbst deine mutter wäre nicht mehr in der lage dich weiter auf den boden zu pressen, du bist stark geworden. stark musst du jetzt sein. das leben ist ein spiel, spielst du defensiv/offensiv? was wolltest du als kind schon immer machen/mit wem wolltest du schon immer was machen? du hast nun gelernt wie eine marionette funktioniert, was weisst du damit anzufangen? du brauchst erstmal einige zeit für dich alleine, um kraft und kopf zu tanken.

Geändert von fragesteller (17.05.09 um 00:31 Uhr)

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fragesteller ist offline
Gesperrt
Beiträge: 34
Seit: 13.05.09
Zitat von Johanna Beitrag anzeigen
...Wie schon von jemand anderem erwähnt könnte bei dir auch ein ADS vorliegen. Oftmals kann man die Symptome ganz oder teilweise durch eine geeignete Ernährung in den Griff kriegen. Schau dich doch mal hier in der ADS-Rubrik um.
Johanna
ADS, Borderline oder Autismus sind keine Schwächen, im Gegenteil. Gerade Frauen stehen daraufhin viele Tore offen. In vielen Situationen verursachen Syndrome jedoch Probleme, man muss nur - eine weitere Stärke - versuchen seine Schwächen zu erkennen und lernen mit ihnen lernen umzugehen.
Fehler bei sich zu nicht zu akzeptieren - DAS macht krank. Einsamkeit macht krank.

Jeder Mensch trägt einen Teil Autismus, BL, ADS in sich. In unterschiedlichem Maße. Sich einem Psychologen unterzuordnen/ihm zu vertrauen/ihm zuzustimmen ihn ist wohl der schlimmste Tod.

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Oregano ist offline
Beiträge: 63.688
Seit: 10.01.04
Sich einem Psychologen unterzuordnen/ihm zu vertrauen/ihm zuzustimmen ihn ist wohl der schlimmste Tod
Diese Behauptung kann ich so nicht unterschreiben.
Wenn man von einem Psychologen DAS Heil erwartet in dem Sinne "jetzt mach mich mal gesund", dann klappt das sicher nicht. Denn dann wird das Muster "Mami und Papi dürfen mich benutzen" ja weitergeführt, wenn auch unter etwas anderen Vorzeichen.

Wenn ich aber Anregungen aus einer Psychotherapie (dabei kommt es wesentlich auf den Psychologen/Psychotherapeuten an) annehme und dann damit weiter arbeite, indem ich meine Fähigkeiten und Unfähigkeiten integriere, dann kann das sehr sinnvoll und hilfreich sein.
Deshalb prüfe, wer sich bindet: es muß stimmen zwischen Therapeut und Klient.

Gruss,
Uta

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Akku ist offline
Beiträge: 1
Seit: 17.05.09
@ Batterie,

„Null Einsatz für die Schule“ kenne ich. Ich habe zu Hause niemals etwas für die Schule gemacht. Schriftliche Aufgaben habe ich in der Stunde vorher erledigt. Während des Studiums habe ich in einem Fach, in dem es noch nie die Abschlussnote „1“ gab, diese Note erhalten. Und das, obwohl ich die letzten 12 Monate diese Vorlesungen nicht besucht habe. Ich habe also mit Deiner Situation gewisse Erfahrungen.

„Intelligenz“ heisst „Probleme lösen“. In Deinem Alter wusste ich das noch nicht und hatte wie jeder andere auch verschiedene Probleme. Heute kann ich registrieren, dass ich im „Lösen von Problemen“ erfolgreich bin. Ich habe keine Probleme. Alles ist optimal. Taucht ein neues Problem auf, stürze ich mich darauf wie ein Berserker und zerstäube es.

Das ist Dein Ziel. Du wirst es nicht mit einem Ruck erreichen, aber Du hast ja reichlich Zeit. Irgendwann wirst Du mit dem Problemlösen beginnen. Im Moment könntest Du Dir zum Beispiel, immer der Reihe nach, folgende Aufgaben vorknöpfen: Erstens Vergnügen daran finden, möglichst wenig Geld auszugeben. Zweitens ausziehen. Drittens 50 kg abnehmen. Es sind „einfache“ Aufgaben, die Dir sowohl Erfolgserlebnisse als auch erste Erfahrungen im Problemlösen schenken. Wenn alles erledigt ist (vielleicht in 2 oder 3 Jahren) suchst Du Dir eine Aufgabe, die etwas schwieriger ist.

Der Akku drückt Dir die Daumen.

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Manuela ist offline
Beiträge: 1.510
Seit: 31.03.08
Hallo fragesteller,

Dein Zitat:"Sich einem Psychologen unterzuordnen/ihm zu vertrauen/ihm zuzustimmen ihn ist wohl der schlimmste Tod."

Dem kann ich nicht zustimmen. Zum Glück gibt es Psychologen. Mit einem Psychologen ist es wie mit dem Hausarzt usw., die Chemie muss stimmen. Ich behaupte sogar, dass das Verhältnis zum Psychologen noch wichtiger ist als zum Hausarzt.

Was viele vergessen, wenn sie einen Psychologen aufsuchen ist, dass eine Therapie kein Spaziergang ist und man hart an sich arbeiten muss. Eine Therapie verläuft in verschiedenen Phasen und man darf nicht glauben, dass der Therapeut einen gesund hexen kann.

Liebe Grüße Manuela

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Rudi Ratlos ist offline
Beiträge: 2.071
Seit: 01.02.08
Hallo Batterie,
die Frage nach deiner Mutter sollte herausfinden, ob du deine Probleme vielleicht ererbt haben könntest, z.B. eine mitochondriale Schädigung. "Überforderung", "Übergewicht" und auch "hohe Intelligenz" können Zeichen hierfür sein, denn letzte entsteht nicht selten als Kompensationsleistung in Reaktion auf persönliche Probleme.
.


@: Uta und Manuela,
Fragesteller schrieb von "unterzuordnen/ihm zu vertrauen/ihm zuzustimmen", insofern kann ich ihm durchaus zustimmen (zustimmen ). Denn auf diese Sozialverhältnisse läuft eine solche "Therapie" doch zu allermeist hinaus. Wer solche Verhältnisse sucht, braucht nicht zu Psychologen gehen, da gibt es seit jahrtausenden ganz andere Angebote.
__________________
Gruß
Rudi

Medizinisches Dummi ich, gebe keinen Rat, schreibe allein von eigenem Elend.

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Oregano ist offline
Beiträge: 63.688
Seit: 10.01.04
Ich finde, es ist ein großer Unterschied zwischen "unterordnen" und "vertrauen" . Denn genau darum geht es doch oft:
Unterordnen wird oft auch schon von der sozialen Umgebung gefordert (Eltern, Schule, Job...) und kann sehr unglücklich machen, weil die eigene Person dabei zu kurz kommt. Außerdem heißt ständiges "sich unterordnen" für mich, daß viel eigene Kreativität sich erst gar nicht entwickeln kann, daß der Mensch dann ständig in einer Art Opposition verharrt, was sehr viel Kraft kostet und letztlich keine Kraft mehr für eigene Initiative übrig läßt. - Es ist doch ein großer Unterschied zwischen sich "unterordnen" und selbst entscheiden, in welche Ordnung ich mich begeben möchte.

Vertrauen dagegen hilft beim Leben sehr. Es bedeutet nicht, daß man z.B. den Therapeuten machen läßt und selbst nichts tut. Für mich bedeutet Vertrauen: Vertrauen in die Welt aufgrund guter Erfahrungen mit Menschen und eben der "Welt". Damit fällt die ständige Opposition/Angst/Sperre/Furcht gegenüber neuen Dingen im Leben einfach weg und Mensch kann sich mit Neugier und Kraft an neue Dinge wagen - auf eigene Verantwortung (beim sich-unterordnen besteht die Gefahr, daß man die Verantwortung immer bei anderen beläßt und damit immer am Vergangenen festhängt).

Daß es bei allen möglichen Therapeuten auch Nieten gibt, ist ein anderes Thema.

Gruss,
Uta

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Manuela ist offline
Beiträge: 1.510
Seit: 31.03.08
Zitat Uta:"
Vertrauen dagegen hilft beim Leben sehr. Es bedeutet nicht, daß man z.B. den Therapeuten machen läßt und selbst nichts tut. Für mich bedeutet Vertrauen: Vertrauen in die Welt aufgrund guter Erfahrungen mit Menschen und eben der "Welt". Damit fällt die ständige Opposition/Angst/Sperre/Furcht gegenüber neuen Dingen im Leben einfach weg und Mensch kann sich mit Neugier und Kraft an neue Dinge wagen - auf eigene Verantwortung (beim sich-unterordnen besteht die Gefahr, daß man die Verantwortung immer bei anderen beläßt und damit immer am Vergangenen festhängt)."

Absolut meine Meinung. Der Therapeut hilft sich neu zu orientieren und wieder Halt im Leben zu bekommen. Ein Therapeut ist nicht dazu da Probleme zu beseitigen, aber die Sichtweise wird verändert.

Mich würde interessieren ob Menschen, die vehement gegen Psychotherapeuten sind, selbst schon eine längere Therapie gemacht haben und wenn ja, welche Erfahrungen sie gemacht haben. Vielleicht sollte man das mal demnächst als neuen Thread thematisieren.

Liebe Grüße Manuela

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Rudi Ratlos ist offline
Beiträge: 2.071
Seit: 01.02.08
In Hollywoodfilmen geht es immer dann zur Sache, wenn eine Figur die Worte "Vertraue mir!" spricht. Dann kann der Zuschauer zu 100% sicher sein, dass der Filmheld gerade hintergangen wird.

Vertrauen ist etwas, über das wir viel schreiben könnten, das führt hier jedoch zu weit ab. Psychologen gehören nicht zu der Sorte Menschen, denen gegenüber ich vertrauen würde.
__________________
Gruß
Rudi

Medizinisches Dummi ich, gebe keinen Rat, schreibe allein von eigenem Elend.


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