Von einem Therapeuten traumatisiert

21.02.08 17:52 #1
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von einem therapeuten traumatisiert

meike kraft ist offline
Themenstarter Beiträge: 214
Seit: 12.08.07
ach kathy
ich komm aus oldb. u. von daher "mon moin", aber ich bin auch mit dem rheinland vertraut, da sagt man zum abschied "tschö wa".

dein bild ist so göttlich u. ich hab einen solchen spaß dran.

an sonsten.... von wegen thema "geduld"..... die hab ich bei meinem rheuma u. den diesbezüglichen schüben u. bei borreliose u. halt bei so ganz vielen anderen themen
ABER bei trauma.......
da werde ich immer unsicherer, ob ich nicht wirklich eine behandlung durchlaufen muß/soll. freunde haben mich ganz lieb mit material versorgt u. ein freund ist therapeut u. schrieb mir, wie wichtig es sei, daß es nicht "chronifiziert", weil es dann schwieriger alles wird.
eine freundin (ebenfalls therapeutin) hat mich ebenfalls lieb mit lesematerial versorgt, damit ich mal lese u. neue entscheidungen treffen kann u. ich bin schwer ins grübeln gekommen u. da oben in meinem gehirn arbeitet es ganz schlimm.
ich hab noch keine ahnung, wie ich mich entscheiden soll, weil ich ja keine realen kontakt mehr so mag u. sich dann alles bei mir zusammenzieht. ich hab auch keinerlei vertrauen REAL, wenn ich mich da einem thera aussetzen soll (freunde können natürlich keine thera durchziehen).

derzeit lese ich häppchenweise, was man mir überlassen hat, damit ich zu einem urteil finde u. ggf. umsetze.

neeeee kathy, es ist nicht meine zeit, muß ich dir ehrlich berichten.....

da geh ich nun mal erst ins bettchen u. dann schauen wir mal weiter.
schlaf gut und bis morgen dann
meike

von einem therapeuten traumatisiert

Kathy ist offline
Beiträge: 3.383
Seit: 06.03.07
Hallo Meike

"tchö wa" habe ich noch nie im Leben gehört. Heisst das "schön wars"

Eine Therapie wäre nicht schlecht, und die Chronifizierung ist wohl auch eine reale Gefahr. Du findest sicher den richtigen Zeitpunkt. "Soll und muss" tönen aber nach Stress, "will" tönt viel besser. Vor Allem wäre DEINE Entscheidung wichtiger als die guten Ratschläge deiner lieben Freunde. Sie meinen es sicher gut. Ich habe immer gerne Infos entgegen genommen, habe aber fast allergisch auf Ratschläge reagiert. Vielleicht erlebst du es anders, aber es geht auf jeden Fall um DICH!!!

Lieben Gruss
Kathy

fahrzeug.jpg Ich weiss gar nicht, wieviel Witz du vertragen kannst.

von einem therapeuten traumatisiert

meike kraft ist offline
Themenstarter Beiträge: 214
Seit: 12.08.07
moin kathy
ein glück.... denn witze kann ich gut ertragen u. dein bild ist einfach wieder nur bild-schön im wahrsten sinne des wortes -grins-

ach kathy.... ich brauch schon meine freunde, die mir infos geben u. mir bewußt machen, wie schlimm mich das alles doch mitnimmt.....
denn ich mag mir das alles gar nicht so eingestehen, wie tief es in wirklichkeit sitzt u. da ist auch viel schamgefühl u. ich müßte es doch einfach mal "wegstecken" und mich "nicht so anstellen" usw. ES nimmt sich in wirklichkeit soviel raum u. doch brauch ich "erlaubnis" von familie freunde, daß ich mich SO fühlen darf. brauche beispiele u. aufzeigen usw. damit ich mich wirklich ernst nehme mit all dem u. mir nicht immer erzähle, daß ich "das schon packen werde".
mein gott, wieviel raum es braucht, bis das gewesene mich erreicht, so ganz tief, bis ich mir wirklich sagen kann, daß es richtig derbe war. neee ist blöde ausgedrückt.... vllt eher so..... bis ich mir wirklich glaube u. aufhöre, es mir irgendwie wegzumachen u. ES zu bagatellisieren. bis ich endlich aufhören kann, mit mir zu schimpfen, mich durch den tag zu peitschen u.v.m.

ich hab wirklich keine ahnung, wie es weitergeht mit mir.
ob ich z.B. stationär EMDR durchlaufen soll..... oder ambulant ausreicht usw.
ich merk auch, wie ich mich dreh u. wende u. mich DAMIT nicht gerne beschäftige
ABER genau DAS
wird ja auch über traumatisierte SO beschrieben.
sich schämen,
bloß nicht dran erinnern wollen
usw. usw.

es wäre für mich einfacher, wenn ich konstant EIN gefühl durchlaufen würde aber dieses auf u. ab macht mir in meinen "besseren phasen" glauben, daß es nun aber aufwärts geht.

tja u. seit gestern also depri, obschon ich mich noch einen tag davor schon wieder größer-stärker fühlte u. dann dieses "absacken", was mich dann so völlig verunsichert u. wo ich mit diesem hü und hott nicht umgehen kann.

die nächte?
eine katastrophe u. bin schon seit 3.00 uhr wieder auf den beinen....

und dann diese unsicherheit, wenn ich mich nicht ernst genug nehme u. dieses EMDR nicht mache, daß es sich chronifiziert u. ich mir genau DAS später vorwerfe u. mir sage, warum ich nicht eher in die puschen gekommen bin.

und "tschö wa" heißt "auf wiedersehen".....
tja.... SO ist das im rheinland....

schön, wie du mich mit bildern versorgst u. mir damit so kleine sonnenstrahlen rüber schickst.

DANKE
meike

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Kathy ist offline
Beiträge: 3.383
Seit: 06.03.07
Hallo Meike

deine Gefühle und Ängste kann ich nur allzu gut nachvollziehen. Trotzdem weiss ich gar nicht, was ich dir Tröstliches sagen könnte. Damals habe ich das Buch von Francine Shapiro und Margot Silk Forrest über EMDR gelesen, bevor ich mir einen Therapeuten gesucht habe, der dann doch nicht der richtige war. Das Buch gibt aber einen guten Einblick mit Fall-Beispielen, und man weiss dann, woum es geht. Die Therapie selbst hat zu keinem Zeitpunkt Angst bei mir ausgelöst. Damals gab es EMDR noch nicht stationär. Kannst du überhaupt noch lesen? Ich konnte nur noch etwas lesen, was mich total gefesselt hat, sonst sind meine Gedanken schon auf den ersten Seiten abgewandert. Musik habe ich 3 Jahre nicht mehr gehört. Wie seltsam die menschliche Psyche reagieren kann, nicht wahr? Die Verwirrung ist total. Auch wenn alles durcheinander purzelt; mehr als "kleine Schritte" geht ja gar nicht.

Liebe Grüsse
Kathy

Norman rockwell.jpg Das ist der Künstler, dessen Bilder mir so gefallen.

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meike kraft ist offline
Themenstarter Beiträge: 214
Seit: 12.08.07
ja kathy
wie SEHR GUT du mich doch verstehst, denn ich fühle mich total aus meinem leben rausgekippt u. all das, bin doch nicht ich?
diese neue frau ist mir völlig fremd u. die muß ich mühsam neu kennen lernen u. lieben lernen.
sie lieb zu gewinnen fällt mir dabei aber sehr schwer, denn SO mag ich sie nicht!!!!!!!
alles steht auf dem kopf!!!!
oft weiß ich nicht, ob ich männlein oder weiblein bin!!!
es fühlt sich so an, als müßte ich eigentlich in ein wärmebettchen, wo die frühchen reinkommen.
DAS bild find ich so passend für mein gefühl (aber ich geniere mich, dies zuzugeben).
ich bin so super-verletzbar u. deshalb auch so mein rückzug von allem, weil mich alles wie ein keulenschlag erreicht.
nur vom kopf her kann ich handlungen einschätzen "von draußen" u. diese auch einordnen aber die seele fühlt alles ganz anders u. ist immer gleich so ganz tief verletzt.

mein gott, ist das alles ein sehr großer mist u. mir ist ganz komisch dabei, mich SO schreiben zu sehen aber DAS ist derzeit meine situation.

musik hören geht u. benutze ich derzeit als therapie u.. lenkt mich ab u. ich komm in eine entspannung.

lesen....nur kurze sachen.....

meine kunstbücher ansehen geht gut.

TV rauscht schon mal an mir vorbei.

im wald sein einfach klasse u. beruhigend und schön u. tröstlich. ich liebe bäume abgöttisch und auch

BERGE ansehen (hab viele bilder) u. in den bergen spazieren gehen ist herrlich.

heute morgen, als ich sturzbäche geweint habe, kam EFT-klopfen zum einsatz (sowas ähnliches wie EMDR)

reiki geb ich mir ebenfalls regelmäßig und beten dazu ist eine feine sache.

und dann würde ich irgendwann gerne verstehen wollen, was ich an einer solch bösen situation lernen soll? ich versteh das alles nicht aber leben versteh ich ja immer nur im rückblick.

über EMDR weiß ich schon eine ganze menge u. ich überlege, ob ich das für mich in anspruch nehmen soll.

u. das glaube ich dir, daß dir worte fehlen des trostes, denn es ist eine furchtbare situation wo es schwer fällt trost-worte zu finden.
ABER
DU verstehst u. weißt, wovon ich schreibe.....
DAS ist tröstlich......
DU kennst die verzweiflung und not....
da bin ich doch schon mal nicht alleine mit all dem.

dein bild wieder sooooo sehr schöööööön u. DANKE.

LG meike

wenn ich bete, lege ich mein herz an die sonne
(ein junger afrikaner)

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meike kraft ist offline
Themenstarter Beiträge: 214
Seit: 12.08.07
gestern als es mir so mega-schlecht ging, überlegte ich mir, daß ich mal nur kurz eine freundin besuchen sollte.....
(ich leb ja seit dem trauma hier im kloster(in meiner bude) u. menschen machen mir angst u. sind lebewesen, vor denen ich mich schützen muß, damit sie mich nicht umbringen -so mein momentanes, krankes denken-.
also gut ich bin dahin gegangen u. war auch ok.

dem hab ich noch eins draufsetzen wollen u. ging auch noch zum frisör......

aber alles muß zuviel gewesen sein, denn dann bekam ich eine mega-migräne (bekomme sie (GsD) selten aber wenn dann, weil ich mich überanstrenge u. dazu neige ich leider).


ich wollte damit nur so erzählen, daß meine maßnahmen einfach nicht so greifen, wie ich mir das vorstelle u. es ganz schwer ist, obschon ich bereits über gutes handwerkzeug verfüge, mit einem trauma umzugehen.

ich rackere mich ab, um dem trauma was entgegen zu setzen, mich nicht hängen zu lassen, mich nicht ins trauma reinfallen zu lassen u. überleg dann so kl. aktionen u. schon darüber zu schreiben, mich SO schreibend zu erleben von tätigkeiten, die keinerlei überlegungen jemals kosteten, ist mir fremd.
DAS bin nicht ICH!!!

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Kathy ist offline
Beiträge: 3.383
Seit: 06.03.07
Hallo Meike

dann waren die "kleinen Schritte" wohl schon zu gross.

Heute muss ich noch in die Stadt fahren, was mir lange Zeit nicht möglich war. Das klappt aber wieder gut. Nur laute , überfüllte Orte muss ich noch meiden und Menschen, die stressig auf mich wirken; aber auch das hat sich schon sehr veressert. Einen Zauberschlüssel habe ich nie gefunden, aber meine Wahrnehmung wurde so akut, dass ich immer genau wusste, wann ich "STOP" sagen musste. Mit der Zeit hat es mir sogar gefallen, dass meine "Innere Stimme" ganz klar und deutlich wurde und sich nicht mehr vom "Kopf" hat zurück drängen lassen. Leider hat sie aber oft "NEIN" gesagt. Dann habe ich zu Hause die Türen zugemacht und die Welt ausgeschlossen. Manchmal habe ich Wochenenden im Pyjama verbracht. Das geht wohl nur, wenn man alleine ist.

Wenn du die alte Meike zurück haben willst, funktioniert das vielleicht nicht, aber die neue Meike wird möglicherweise viel Schönes, Neues zu bieten haben.

Einen schönen, entspannenden Tag und
liebe Grüsse
Kathy

Peace Baby.jpg

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meike kraft ist offline
Themenstarter Beiträge: 214
Seit: 12.08.07
dein bildchen, liebe kathy
ist wieder eine wucht und DANKE-DANKE, ich hab mich wieder so gefreut darüber..... sowas von niedlich.....

na ja, DIE meike...... halt die JETZIGE.... mmmm grummel-grummel....... hast bestimmt recht mit DEM was DU da alles erzählst.....

UND
hab schon mal SOWAS erlebt u. zwar, als die alte meike nicht mehr berufl. unterwegs sein konnte u. es so sehr schwer damit hatte....
auch DA mußte ich lernen, die neue meike mit all dem rheuma und der borreliose anzunehmen u. neu kennen zu lernen u. ich mußte auch DA abschied nehmen von vielen musikinstrumenten, vom marionettentheater (in der freizeit spielte ich marionetten) , beruf, reiten, bilder malen u. ausstellen usw.

na ja u. DIE meike, die sich dann entpuppte war auch völlig in ordnung, lebendig, warm u. herzlich u. mit vielen menschen verbunden

UND JETZT häute ich mich nochmals
u. keine ahnung, was da JETZT alles aus mir rauspurzeln wird.

HEUTE ist ein besserer tag u. so sieht schon wieder alles freundlicher aus.

hatte ein gaaanz langes telefonat mit meiner tochter u. ich bin immer so stolz auf diese junge frau u. schau so gerne auf ihre lebensbühne u. wie sie diese versteht zu füllen und mit welchen sachen. usw., usw.

deinen brief hab ich mir aufgehangen, damit ich mir mal was gestatte. als ich hier klar schiff soweit hatte, hab ich mir das hinlegen gegönnt, ich war einfach nur kaputt u. mein körper sehnte sich danach.
ich bin eine strenge mit mir, die viel von sich verlangt u. schon gaaaanz laaaange übt, milder mit sich zu sein u. dazu verhilfst du mir ein stück, denn du bist mir mit erfahrungen in sache trauma voraus.

ich hab dann auch meinem mann von dir erzählt u. daß ich lerne, daß es "dauert"...... u. nicht mal eben so abgehandelt werden kann (wie ich das aber gerne möchte).

DANKE dir u. hab du eine schöne zeit in der stadt mit viel sonne u. dann schick ich dir auch noch eine schöne geschichte....
alles liebe dir meike

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meike kraft ist offline
Themenstarter Beiträge: 214
Seit: 12.08.07
wenn wir trauern

Wenn wir einen geliebten Menschen oder ein geliebtes Wesen verlieren, kann der Schmerz so groß werden, dass wir zu verzweifeln drohen. Wir wissen nicht, wie wir weiterleben sollen, wir wissen nicht, wie wir den Verlust ertragen können.
>
> Es ist unsere Liebe zu dem Verstorbenen, die uns diesen Schmerz bereitet – und gleichzeitig kann es auch genau diese Liebe sein, die es uns möglich macht, den Schmerz zu überstehen.
>
> Für Hinterbliebene besteht die Aufgabe darin, weiterzuleben – auch wenn es fast unmöglich und sinnlos erscheint. Um das zu können, müssen wir trauern dürfen. Der Schmerz muss sein dürfen, damit er nachlassen kann. Wir müssen über den Verstorbenen reden dürfen, müssen uns an ihn erinnern dürfen, müssen an ihn denken dürfen und wir müssen ihn auch weiterhin lieben dürfen.
>
> Indem wir an den geliebten Menschen oder das geliebte Wesen denken und unsere Liebe spüren, können wir ihm wieder nahe sein. Ja, nur in uns, nicht real – und doch kann genau das sehr viel Trost und Kraft schenken. Wenn wir uns bildlich vorstellen, dass unsere Liebe eine Brücke zwischen dem Land der Toten und dem Land der Lebenden erschaffen kann, dann ermöglicht uns diese Brücke eine Form von Kontakt zu dem, was wir so schmerzlich vermissen. Damit gewinnen wir das Verlorene zwar nicht zurück, aber wir können lernen, mit der neuen Situation zu leben. Zu Beginn wird uns das schwer fallen, aber es wird mit der Zeit Stück für Stück leichter.
>
> Ich glaube, dass uns das Bild, das uns Thornton Wilder mit seinem Zitat schenkt, ganz konkret bei der Bewältigung unserer Trauer helfen kann:
>
> Erlauben Sie sich, die Toten zu besuchen. Gehen Sie ganz bewusst in Ihrer Vorstellung auf diese Brücke und treffen Sie dort all jene, die Sie so schmerzlich vermissen. Teilen Sie sich ihnen mit, reden Sie mit ihnen, lassen Sie Ihre Gefühle zu. Weinen Sie, lachen Sie, seien Sie wütend oder verzweifelt, drücken Sie alles aus, was in Ihnen ist. Es ist wichtig, unserer Trauer einen Raum zu geben – und die Brücke zwischen den Ländern der Lebenden und den Toten kann genau dieser Raum sein. Das Schönste darin ist, dass diese Brücke aus unserer Liebe gemacht ist und deshalb dürfen wir auch so etwas wie Wut zulassen und müssen uns dafür nicht schämen.
>
> Und so, wie es darum geht, ganz bewusst zu trauern, geht es dann auch wieder darum, ganz bewusst ins Leben zurückzukehren. Nehmen Sie jedes Mal wieder Abschied, um zurückzukehren in Ihr Land – wissend, dass Sie über die Brücke Ihrer Liebe jederzeit wieder zurückkehren können. Dieses Bewusstsein hilft dabei, sich wieder auf das Leben einzulassen und dafür Kräfte zu sammeln.
>
>

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meike kraft ist offline
Themenstarter Beiträge: 214
Seit: 12.08.07
Gebet von Antoine de Saint-Exupery

Ich bitte nicht um Wunder und Visionen, Herr,
sondern um Kraft für den Alltag.
Lehre mich die Kunst der kleinen Schritte.

Mach mich findig und erfinderisch,
um im täglichen Vielerlei und Allerlei
rechtzeitig meine Erkenntnisse und Erfahrungen
zu notieren, von denen ich betroffen bin.

Mach mich griffsicher in der richtigen Zeiteinteilung.
Schenke mir das Fingerspitzengefühl, um herauszufinden,
was erstrangig und was zweitrangig ist.

Ich bitte um Kraft für Zucht und Maß,
dass ich nicht durch das Leben rutsche,
sondern den Tagesablauf vernünftig einteile,
auf Lichtblicke und Höhepunkte achte,
und wenigstens hin und wieder Zeit finde
für einen kulturellen Genuss.

Lass mich erkennen, dass Träume nicht weiterhelfen,
weder über die Vergangenheit, noch über die Zukunft
Hilf mir, das Nächste so gut wie möglich zu tun
und die jetzige Stunde als die wichtigste zu erkennen.

Bewahre mich vor dem naiven Glauben,
es müsste im Leben alles glatt gehen.
Schenke mir die nüchterne Erkenntnis,
dass Schwierigkeiten, Niederlagen, Misserfolge, Rückschläge
eine selbstverständliche Zugabe zum Leben sind,
durch die wir wachsen und reifen.

Erinnere mich daran,
dass das Herz oft gegen den Verstand streikt.
Schick mir im rechten Augenblick jemand, der den Mut hat,
mir die Wahrheit zu sagen.

Ich möchte Dich und die anderen immer aussprechen lassen.
Die Wahrheit sagt man nicht sich selbst, sie wird einem gesagt.

Ich weiß, dass sich viele Probleme dadurch lösen, dass man nichts tut.
Gib, dass ich warten kann.

Du weißt, wie sehr wir der Freundschaft bedürften.
Gib, dass ich diesem schönsten, schwierigsten, riskantesten
und zartesten Geschenk des Lebens gewachsen bin.

Verleihe mir die nötige Phantasie,
im rechten Augenblick ein Päckchen Güte,
mit oder ohne Worte, an der richtigen Stelle abzugeben.

Mach aus mir einen Menschen, der einem Schiff mit Tiefgang gleicht, um auch die zu erreichen, die "unten" sind.

Bewahre mich vor der Angst, ich könnte das Leben versäumen.
Gib mir nicht, was ich mir wünsche, sondern was ich brauche.

Lehre mich die Kunst der kleinen Schritte!


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